וַיִּשְׁמַ֞ע יִתְר֨וֹ כֹהֵ֤ן מִדְיָן֙ חֹתֵ֣ן מֹשֶׁ֔ה אֵת֩ כָּל־אֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֤ה אֱלֹהִים֙ לְמֹשֶׁ֔ה וּלְיִשְׂרָאֵ֖ל עַמּ֑וֹ כִּֽי־הוֹצִ֧יא יְהוָ֛ה אֶת־יִשְׂרָאֵ֖ל מִמִּצְרָֽיִם׃
1
1
Und es hörte Jitro, der frühere Gebieter Midians, Schwiegervater von Mosche, alles, was G‑tt für Mosche und sein Volk Israel getan hatte, als der Ewige das Volk Israel aus Mizraim geführt hatte.
Und es hörte Jitro
Welche Nachricht hörte Jitro, dass er kam? Die Spaltung des Schilfmeeres und den Kampf mit Amalek.
Raschi
Worin lag das Besondere dieser zwei Wunder – Spaltung des Meeres und Krieg gegen Amalek –, dass Jitro sich dem Volk Israel anschloss?
Bei diesen Wundern sah er (weiter, Vers 11) עַתָּה יָדַעְתִּי כִּי גָדוֹל ה׳ מִכָּל הָאֱלֹהִים „Jetzt erkenne ich, dass der Ewige größer ist als alle Götter“. Die anderen Wunder wirkten nur auf einen Teil der Welt und der Bevölkerung: die Plagen über Mizraim betrafen nur Mizraim; daraus ist nur abzuleiten, dass der G‑tt Israels größer ist als die Götter Mizraims.
Auch beim Wasser aus dem Felsen und dem Man – daraus ist nur abzuleiten, dass der G‑tt Israels über diese einzelnen Dinge herrscht.
Anders aber die Spaltung des Meeres – das Teil des großen Ozeans ist, von dem alles Wasser der Welt stammt, wie es heißt (Koh. 1:7) כָּל הַנְּחָלִים הֹלְכִים אֶל הַיָּם „es laufen alle Bäche zum Meer“. Deshalb erkannte Jitro anhand der Spaltung des Meeres, dass der G‑tt Israels über alle Natur herrscht.
So auch beim Krieg gegen Amalek, als Mosche die Sonne stillstehen ließ (Schem. 17:12) עַד בֹּא הַשָּׁמֶשׁ „bis zum Sonnenuntergang“, Raschi: da ließ Mosche gegen sie die Sonne stillstehen – die Sonne, die die ganze Welt erleuchtet.
Gur Arye
Jitro
Jitro hatte sieben Namen: Rëu’el, Jeter, Jitro, Chowew, Chewer, Keni, Puti’el.
Jeter (״יֶתֶר״ – עַל שֵׁם שֶׁיִּתֵּר פָּרָשָׁה אַחַת בַּתּוֹרָה), weil er einen Abschnitt in der Torah hinzufügte (Vers 21) וְאַתָּה תֶחֱזֶה „Du sieh dich um …“.
Jitro, als er Jude geworden war und die Mizwot erfüllte, fügte man seinem Namen einen Buchstaben hinzu; „Jitro“ ist Jeter mit dem zusätzlichen Buchstaben Waw (יֶתֶר – יִתְרוֹ)
Chowew, weil er die Torah liebte (״חוֹבָב״ – שֶׁחִבֵּב אֶת הַתּוֹרָה); Chowew ist Jitro, so heißt es (Richt. 4:11) מִבְּנֵי חוֹבָב חוֹתֵן מֹשֶׁה „von den Söhnen Chowews, des Schwiegervaters von Mosche“. Manche sagen, Rëu’el war [nicht Jitro selbst, sondern] der Vater von Jitro; und was bedeutet (Schem. 2:18) וַתָּבֹאנָה אֶל רְעוּאֵל אֲבִיהֶן „sie kamen zu ihrem Vater Rëu’el“? Kinder nennen den Großvater auch ,Vater‘.
Raschi
Schwiegervater von Mosche
Hier rühmte sich Jitro mit seinem Schwiegersohn Mosche, ich bin der Schwiegervater des Königs. Früher hatte Mosche seine Größe von seinem Schwiegervater hergeleitet, so steht (Schem. 4:18) וַיָּשָׁב אֶל יֶתֶר חוֹתְנוֹ „er kehrte zu seinem Schwiegervater Jeter zurück“.
Raschi
für Mosche und sein Volk Israel: Mosche gilt so viel wie ganz Israel.
Raschi
was G‑tt für Mosche und sein Volk Israel getan hatte
All die Wunder, die G‑tt für Mosche getan hatte, dass er zu Pharao gekommen war und nicht fürchtete, und die Plagen, die Er über Pharao und Mizraim gebracht hatte, bis Mosche sein Volk Israel aus Mizraim führte.
Ramban
alles, was G‑tt getan hatte: beim Herabfallen des Man, beim Wasser aus dem Felsen und beim Kampf gegen Amalek.
Raschi
als der Ewige Israel aus Mizraim führte: das war das Größte von allen.
Raschi
וַיִּקַּ֗ח יִתְרוֹ֙ חֹתֵ֣ן מֹשֶׁ֔ה אֶת־צִפֹּרָ֖ה אֵ֣שֶׁת מֹשֶׁ֑ה אַחַ֖ר שִׁלּוּחֶֽיהָ׃
2
2
Und Jitro, Schwiegervater von Mosche, nahm Zipora — die Frau von Mosche, nachdem dieser sie zurückgeschickt hatte,
nachdem dieser sie zurückgeschickt hatte
Als der Ewige in Midian zu ihm sagte (Schem. 4:19–20) לֵךְ שֻׁב מִצְרַיִם גו׳ וַיִּקַּח מֹשֶׁה אֶת אִשְׁתּוֹ וְאֶת בָּנָיו „Kehre nach Mizraim zurück … da nahm Mosche seine Frau und seine Kinder“; und Aharon kam ihm entgegen und traf ihn am Berg G‑ttes. Da sagte er zu ihm: Wer sind diese? Er sagte: Das ist meine Frau, die ich mir in Midian genommen habe, und das sind meine Kinder. Da sagte er: Wohin führst du sie? Er sagte zu ihm: Nach Mizraim. Da sagte er: Wegen der Früheren [die bereits dort sind] sind wir voll Sorgen,und du willst noch zu jenen hinzufügen!? Da sagte Mosche zu seiner Frau: Geh in dein Vaterhaus zurück. Und sie nahm ihre beiden Kinder und ging.
Raschi
Zipora: hebr. Zipor „Vogel“. Zipora war ihr Name, weil sie ihren Mann umsorgte wie ein Vogel, und in Emsigkeit wie ein Vogel all seine Anliegen ausführte.
Rokeach
וְאֵ֖ת שְׁנֵ֣י בָנֶ֑יהָ אֲשֶׁ֨ר שֵׁ֤ם הָֽאֶחָד֙ גֵּֽרְשֹׁ֔ם כִּ֣י אָמַ֔ר גֵּ֣ר הָיִ֔יתִי בְּאֶ֖רֶץ נָכְרִיָּֽה׃
3
3
und auch ihre beiden Söhne — der eine hieß Gerschom, denn er hatte gesagt: Ein Fremder (Ger) war ich in einem fremden Land.
Gerschom
Der Name גֵּרְשֹׁם setzt sich zusammen aus גָּר שָׁם בְּאֶרֶץ רְחוֹקָה „wohnte dort in einem fernen Land“.
Raschbam zu Schemot 2:22
Ein Fremder war ich
גֵּר הָיִיתִי בְּאֶרֶץ נָכְרִיָּה „ein Fremder war ich in einem fremden Land“. Mosche war doch zu diesem Zeitpunkt noch immer in einem fremden Land. Warum steht also nicht in der Gegenwart „bin ich in einem fremden Land“, sondern in der Vergangenheit „war ich“? Als Mosche noch ohne Kinder war, war er ein Fremder gewesen in jenem Land, aber seit der Geburt seiner Söhne war er kein Fremder mehr, denn es ist selbstverständlich, dass er seine Söhne und Familie nicht verlassen wird.
Moschaw Skenim, Tosafot ha schalem
Als Fremder fühlte ich mich, doch nun hat mich mein Schwiegervater Jitro als Oberhaupt über sein Haus eingesetzt und darin sehe ich g‑ttlichen Schutz und Führung.
Zror haMor zu Schemot 2:22
וְשֵׁ֥ם הָאֶחָ֖ד אֱלִיעֶ֑זֶר כִּֽי־אֱלֹהֵ֤י אָבִי֙ בְּעֶזְרִ֔י וַיַּצִּלֵ֖נִי מֵחֶ֥רֶב פַּרְעֹֽה׃
4
4
Und der andere Sohn hieß Eli’eser, denn: der G‑tt meines Vaters war meine Hilfe (Esri) und rettete mich vor dem Schwert des Pharao.
und rettete mich vor dem Schwert des Pharao
Als Datan und Awiram die Sache mit dem Mizri verraten hatten und Pharao den Mosche töten wollte, da wurde sein Hals wie eine Säule aus Marmor.
Raschi
וַיָּבֹ֞א יִתְר֨וֹ חֹתֵ֥ן מֹשֶׁ֛ה וּבָנָ֥יו וְאִשְׁתּ֖וֹ אֶל־מֹשֶׁ֑ה אֶל־הַמִּדְבָּ֗ר אֲשֶׁר־ה֛וּא חֹנֶ֥ה שָׁ֖ם הַ֥ר הָאֱלֹהִֽים׃
5
5
Und Jitro, Schwiegervater von Mosche, und Mosches Söhne und Frau kamen zu Mosche in die Wüste, in der er lagerte, am Berg G‑ttes, dem Berg Sinai.
in die Wüste
Auch wir wissen, dass sie in der Wüste waren; aber der Vers spricht vom Lob Jitros: Er war in seiner Heimat von der größten Pracht umgeben und doch trieb ihn sein Herz an, in die Wüste hinauszugehen, um Diwre Torah zu hören.
Raschi
וַיֹּ֙אמֶר֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה אֲנִ֛י חֹתֶנְךָ֥ יִתְר֖וֹ בָּ֣א אֵלֶ֑יךָ וְאִ֨שְׁתְּךָ֔ וּשְׁנֵ֥י בָנֶ֖יהָ עִמָּֽהּ׃
6
6
Er ließ Mosche sagen: Ich, dein Schwiegervater Jitro, komme zu dir, mit deiner Frau Zipora und ihren beiden Söhnen, die sie bei sich hat.
Er ließ Mosche sagen: durch einen Boten.
Raschi
Ich, dein Schwiegervater Jitro
Wenn du nicht um meinetwillen herauskommst, so komme um deiner Frau willen, und wenn du nicht um deiner Frau willen herauskommst, so komme um ihrer beiden Kinder willen.
Raschi
וַיֵּצֵ֨א מֹשֶׁ֜ה לִקְרַ֣את חֹֽתְנ֗וֹ וַיִּשְׁתַּ֙חוּ֙ וַיִּשַּׁק־ל֔וֹ וַיִּשְׁאֲל֥וּ אִישׁ־לְרֵעֵ֖הוּ לְשָׁל֑וֹם וַיָּבֹ֖אוּ הָאֹֽהֱלָה׃
7
7
Da ging Mosche seinem Schwiegervater entgegen, er bückte sich und küsste ihn. Dann fragten sie einander nach ihrem Wohlbefinden und gingen in das Zelt.
Da ging Mosche seinem Schwiegervater entgegen
Große Ehre erhielt Jitro an diesem Tag: Als Mosche hinausging, gingen auch Aharon, Nadaw und Awihu hinaus; und jeder, der diese [Persönlichkeiten] hinausgehen sah, ging er nicht auch selbst sofort hinaus?!
Raschi
bückte sich und küsste ihn
וַיִּשְׁתַּחוּ וַיִּשַּׁק לוֹ „bückte sich und küsste ihn“: ich weiß nicht, wer sich vor wem bückte; wenn der Vers dann sagt אִישׁ לְרֵעֵהוּ „einer den anderen“, wer wird אִישׁ genannt? Mosche; so steht geschrieben (Bam. 12:3) הָאִישׁ מֹשֶׁה „der Mann Mosche“.
Raschi
er bückte sich
Aus Höflichkeit und nicht als Zeichen des Götzendienstes.
Rabbi Awraham, Sohn des Rambam
Es steht וַיִּשְׁתַּחוּ, und nicht וַיִּשְׁתַּחוּ לוֹ – daraus lernst du, dass Mosche sich vor dem Schöpfer der Welt bückte, und nicht vor Jitro.
Sifte Kohen von R. Mordechai haKohen – ש״ך עה״ת
וַיְסַפֵּ֤ר מֹשֶׁה֙ לְחֹ֣תְנ֔וֹ אֵת֩ כָּל־אֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֤ה יְהוָה֙ לְפַרְעֹ֣ה וּלְמִצְרַ֔יִם עַ֖ל אוֹדֹ֣ת יִשְׂרָאֵ֑ל אֵ֤ת כָּל־הַתְּלָאָה֙ אֲשֶׁ֣ר מְצָאָ֣תַם בַּדֶּ֔רֶךְ וַיַּצִּלֵ֖ם יְהוָֽה׃
8
8
Mosche erzählte seinem Schwiegervater alles, was der Ewige an Pharao und an Mizraim für das Volk Israel getan hatte, und alle Schwierigkeiten, die sie auf dem Weg angetroffen hatten, und dass der Ewige sie gerettet hatte.
Mosche erzählte seinem Schwiegervater: sein Herz anzuziehen, um ihn zur Torah zu führen.
Raschi
alle Schwierigkeiten
כָּל הַתְּלָאָה „alle Schwierigkeiten“: am Meer und durch Amalek.
alle Schwierigkeiten
כָּל הַתְּלָאָה „alle Schwierigkeiten“: am Meer und durch Amalek.
Die Buchstaben ל und א im Wort הַתְּלָאָה gehören zur Wurzel, der Buchstabe ת ist Wortbildung und fällt manchmal ab. Ebenso die Worte תְּרוּמָה „Spende“, „Aufheben“; תְּנוּפָה „Schwingung“; תְּקוּמָה „Bestand“; תְּנוּאָה „Abwendung“.
Raschi
וַיִּ֣חַדְּ יִתְר֔וֹ עַ֚ל כָּל־הַטּוֹבָ֔ה אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה יְהוָ֖ה לְיִשְׂרָאֵ֑ל אֲשֶׁ֥ר הִצִּיל֖וֹ מִיַּ֥ד מִצְרָֽיִם׃
9
9
Und Jitro freute sich über all das Gute, das G‑tt für das Volk Israel getan hatte, dass Er sie aus der Hand Mizraims gerettet hatte.
freute sich
וַיִּחַדְּ יִתְרוֹ „es freute sich Jitro“, das ist der einfache Sinn.
Der Midrasch sagt, sein Fleisch empfand Stiche und Stiche (חִדּוּדִין חִדּוּדִין), weil ihn der Untergang der Mizrim schmerzte. Das besagt das Sprichwort גִּיּוֹרָא עַד עֲשָׂרָה דָּרֵי לֹא תְבַזֵּי אֲרַמָּאָה בְאַפֵּיהּ „Vor einer Person, die das Judentum angenommen hat, sprich bis nach zehn Generationen nicht geringschätzig von einem Nichtjuden in seiner Gegenwart“ (Mechilta, Sanhedrin 94a).
Raschi
Jitro war in zehnter Generation Nachkomme von Mizraim, dem Sohn von Cham, wie es heißt (Ber. 10:6) וּבְנֵי חָם כּוּשׁ וּמִצְרַיִם וּפוּט וּכְנָעַן „Die Söhne des Cham: Kusch, Mizraim …“, und die Mizrim waren seine Verbündete und Verwandte. Jitro hatte sich völlig von seinem Volk losgesagt und hatte das Judentum angenommen, und doch schmerzte es ihn, als die Strafen über die Mizrim kamen.
Rabbenu Bechaje
über all das Gute
[Nach dem einfachen Wortsinn scheint sich „all das Gute“, das G‑tt für Israel tat, laut Versende ausschließlich auf die Rettung aus der Hand Mizraims zu beziehen. Doch G‑tt hatte Israel noch weit mehr Gutes erwiesen! Raschi erläutert daher, dass der Vers zwei eigenständige Sachverhalte anspricht:]
עַל כָּל הַטּוֹבָה „über all das Gute“: das Gute des Man, des Wassers aus dem Felsen und der Torah. [Der abschließende Teil des Verses beschreibt Jitros Freude] über die wichtigste Güte von allen, dass Er sie aus der Hand von Mizraim gerettet hatte. Bis dahin hatte nicht einmal ein einzelner Sklave aus Mizraim entfliehen können, weil das Land verschlossen war, und hier waren 600.000 Männer mit ihren Familien ausgezogen.
Raschi
וַיֹּאמֶר֮ יִתְרוֹ֒ בָּר֣וּךְ יְהוָ֔ה אֲשֶׁ֨ר הִצִּ֥יל אֶתְכֶ֛ם מִיַּ֥ד מִצְרַ֖יִם וּמִיַּ֣ד פַּרְעֹ֑ה אֲשֶׁ֤ר הִצִּיל֙ אֶת־הָעָ֔ם מִתַּ֖חַת יַד־מִצְרָֽיִם׃
10
10
Und Jitro sagte: Gelobt sei der Ewige, der euch aus der Hand Mizraims und aus der Hand Pharaos gerettet hat, der das Volk aus der Hand Mizraims gerettet hat.
der euch aus der Hand Mizraims gerettet hat: einer harten Nation;
und aus der Hand Pharaos: eines harten Königs.
Raschi
aus der Hand Mizraims
מִתַּחַת יַד מִצְרָיִם, [die Bedeutung des Begriffs יַד „Hand“ ist hier] wie vom Targum übersetzt [מַרְוַת] ein Ausdruck für Unterdrückung und Herrschaft. Die „Hand, mit der sie Israel knechteten“, durch die harte Arbeit.
Raschi
עַתָּ֣ה יָדַ֔עְתִּי כִּֽי־גָד֥וֹל יְהוָ֖ה מִכָּל־הָאֱלֹהִ֑ים כִּ֣י בַדָּבָ֔ר אֲשֶׁ֥ר זָד֖וּ עֲלֵיהֶֽם׃
11
11
Jetzt erkenne ich, dass der Ewige größer ist als alle Götter; denn mit derselben Sache, mit der die Mizrim absichtlich gegen das Volk Israel gesündigt hatten, kam Er über sie.
Jetzt erkenne ich
Ich habe G‑tt schon früher erkannt, jetzt aber erkenne ich Ihn ganz besonders.
Raschi
als alle Götter
Das lehrt, dass Jitro alle Arten von Götzendienst (עֲבוֹדָה זָרָה) in der Welt kannte und sie alle versucht hatte.
Raschi
denn mit derselben Sache
Wie der Targum übersetzt [אֲרֵי בְּפִתְגָמָא דְּחַשִּׁיבוּ מִצְרָאֵי לִמְדָּן יָת יִשְׂרָאֵל בֵּיהּ דָּנִינּוּן „durch die Sache, mit der die Mizrim Israel zu vernichten dachten, gingen sie selbst unter“], durch Wasser dachten sie, sie zu vernichten, darum gingen sie durch Wasser unter.
Raschi
mit derselben Sache … kam Er über sie
אֲשֶׁר זָדוּ עֲלֵיהֶם – אֲשֶׁר הִרְשִׁיעוּ, mit der Sache, mit der sie gesündigt hatten.
Unsere Lehrer (Sota 11a) erklären das Wort זָדוּ von (Ber. 25:29) וַיָּזֶד יַעֲקֹב נָזִיד „Jaakow kochte ein Gericht“, in dem Topf, in dem sie gekocht hatten, wurden sie selbst gekocht.
Raschi
וַיִּקַּ֞ח יִתְר֨וֹ חֹתֵ֥ן מֹשֶׁ֛ה עֹלָ֥ה וּזְבָחִ֖ים לֵֽאלֹהִ֑ים וַיָּבֹ֨א אַהֲרֹ֜ן וְכֹ֣ל ׀ זִקְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל לֶאֱכָל־לֶ֛חֶם עִם־חֹתֵ֥ן מֹשֶׁ֖ה לִפְנֵ֥י הָאֱלֹהִֽים׃
12
12
Und Jitro, Schwiegervater von Mosche, nahm ein Ganzopfer und Mahlopfer für G‑tt; und Aharon und alle Ältesten Israels kamen hin, um mit Mosches Schwiegervater vor G‑tt eine Mahlzeit abzuhalten.
Ganzopfer
עֹלָה – שֶׁהִיא כֻּלָּהּ כָּלִיל; ein Opfer, das gänzlich verbrannt wird.
Raschi
Mahlopfer
זְבָחִים hat die Bedeutung שְׁלָמִים, Friedensopfer.
Raschi
Die von Jitro dargebrachten Opfer waren freiwillig, nicht verpflichtend. Unter allen Opfern können allein das Ganzopfer (Olah) und das Friedensopfer (Schelamim) aus freiem Antrieb dargebracht werden. Da das Ganzopfer in unserem Vers bereits gesondert erwähnt wird, muss unter „Mahlopfern“ (Sewachim) hier ausdrücklich Friedensopfer zu verstehen sein. [Maskil le David, Beer Jizchak]
Zudem bildeten diese Mahlopfern (Sewachim) die Grundlage für das am Versende erwähnte Festmahl, da nur das Friedensopfer (Schelamim) Anteile umfasst, die für alle Anwesenden zum Verzehr bestimmt sind.
Dawek Tow
und Aharon kam
Und wo war Mosche? Er war Jitro doch entgegengegangen und hatte ihm die ganze Ehre bereitet? Mosche stand und bediente sie.
Raschi
vor G‑tt
Von hier geht hervor: wer an einer Mahlzeit mit Torahgelehrten (תַּלְמִידֵי חֲכָמִים) teilnimmt, ist, als genieße er vom Glanz der g‑ttlichen Schechina (Berachot 64a).
Raschi
eine Mahlzeit abzuhalten: wörtl. um Brot zu essen.