וַיְהִי֙ מִֽמָּחֳרָ֔ת וַיֵּ֥שֶׁב מֹשֶׁ֖ה לִשְׁפֹּ֣ט אֶת־הָעָ֑ם וַיַּעֲמֹ֤ד הָעָם֙ עַל־מֹשֶׁ֔ה מִן־הַבֹּ֖קֶר עַד־הָעָֽרֶב׃
13
13
Es geschah am Tag darauf, da saß Mosche, um für das Volk Recht zu sprechen. Das Volk stand um Mosche herum, vom Morgen bis zum Abend.
Es geschah am Tag darauf
וַיְהִי מִמָּחֳרָת „es geschah am Tag darauf“: es war am Tag nach Jom Kippur. So lernen wir in Sifre, und was heißt מִמָּחֳרָת „am Tag darauf“? Am Tag, nachdem er vom Berg herabgekommen war. Notwendigerweise kann man nicht anders sagen als am Tag nach Jom Kippur. Denn vor Matan Torah kann man nicht sagen (Vers 16) וְהוֹדַעְתִּי אֶת חֻקֵּי הָאֱלֹהִים „ich teile die Gesetze G‑ttes mit“. Und von Matan Torah bis Jom Kippur saß Mosche nicht, das Volk zu richten. Denn am 17. Tamus kam er herab und zerbrach die Tafeln (לוּחוֹת הַבְּרִית), und am Tag darauf stieg er früh am Morgen hinauf und blieb 80 Tage und kam am Jom Kippur herab.
Dieser Abschnitt (Verse 13–27) steht nicht nach der zeitlichen Reihenfolge; denn der Vers וַיְהִי מִמָּחֳרָת „es geschah am Tag darauf“ spricht vom zweiten Jahr, selbst nach der Meinung desjenigen, dass Jitro vor Matan Torah kam. Seine Entlassung in sein Land aber war erst im zweiten Jahr; denn hier heißt es (Vers 27) וַיְשַׁלַּח מֹשֶׁה אֶת חוֹתְנוֹ „Mosche entließ seinen Schwiegervater“, und beim Aufbruch der Lager [im zweiten Jahr] finden wir, dass Mosche zu ihm sagte (Bam. 10:29–31) נוֹסְעִים אֲנַחְנוּ אֶל הַמָּקוֹם גו׳ אַל נָא תַּעֲזוֹב אוֹתָנוּ „wir ziehen zu dem Ort … verlasse uns doch nicht“. Wenn es nun vor Matan Torah gewesen wäre, dass er ihn entließ und er wegging, wo finden wir dann, dass er wiederkam?
Solltest du aber sagen, dort (Bam. 10:29) steht nicht Jitro, sondern Chowew, und dieser sei ein Sohn Jitros gewesen; Chowew ist aber Jitro, denn es steht (Richt. 4:11) מִבְּנֵי חוֹבָב חוֹתֵן מֹשֶׁה „von den Söhnen Chowaws, des Schwiegervaters von Mosche“.
Raschi
So lernen wir in Sifre: in den uns vorliegenden Versionen des Sifre nicht vorhanden, aber in Mechilta, Abschn. 2.
Dieser Abschnitt steht nicht nach der zeitlichen Reihenfolge: Raschi sieht in den Worten וַיְהִי מִמָּחֳרָת „Es geschah am Tag darauf“ einen neuen Abschnitt. Es ist damit nicht der Tag nach dem Mahl gemeint, von dem im Vers zuvor die Rede war. Vielmehr bezieht sich die Angabe „Es geschah am Tag darauf“ auf den Tag nach Jom Kippur.
Ein kurzer Überblick über die Reihenfolge der Ereignisse: Der in den früheren Abschnitten Bo und Beschallach beschriebene Auszug aus Mizraim geschah im Nissan, dem ersten Monat. Das Geben der Torah erfolgte im Siwan, dem dritten Monat dieses ersten Jahres (weiter, Schem. 19:1). Die Sünde mit dem Goldenen Kalb geschah vierzig Tage nach dem Geben der Torah. Das Heiligtum (Mischkan) wurde vorbereitet (weiter, Kap. 36–40) und im ersten Monat (Nissan) des zweiten Jahres errichtet (weiter 40:2). Im zweiten Monat (Ijar) desselben Jahres verließ das Volk die Wüste Sinai und zog nach seinen Abteilungen los (Bam. 10:11). Zu dieser Zeit berichtet die Torah, dass Mosche seinen Schwiegervater Chowaw (Jitro) bat, sie in das Land Israel zu begleiten und nicht nach Midian heimzukehren (Bam. 10:29–32).
da saß Mosche … das Volk stand
Er saß wie ein König, und alle standen. Diese Sache missfiel Jitro, dass er die Ehre Israels geringschätzte, und er wies ihn deshalb zurecht. So heißt es (nächster Vers) „warum sitzt du alleine und alle stehen“?
Raschi
vom Morgen bis zum Abend
Ist es möglich, das wörtlich anzunehmen? Nur, jeder Richter, der wahrhaftes Recht um der Wahrheit willen spricht, wenn auch nur eine Stunde am Tag, dem rechnet es der Vers an, als hätte er sich den ganzen Tag mit Torah beschäftigt und als wäre er ein Verbündeter des Ewigen am Schöpfungswerk geworden, bei dem steht (Ber. 1:5)וַיְהִי עֶרֶב וגו׳ „Es war Abend, und es war Morgen …“ (Schabbat 10a).
Raschi
וַיַּרְא֙ חֹתֵ֣ן מֹשֶׁ֔ה אֵ֛ת כָּל־אֲשֶׁר־ה֥וּא עֹשֶׂ֖ה לָעָ֑ם וַיֹּ֗אמֶר מָֽה־הַדָּבָ֤ר הַזֶּה֙ אֲשֶׁ֨ר אַתָּ֤ה עֹשֶׂה֙ לָעָ֔ם מַדּ֗וּעַ אַתָּ֤ה יוֹשֵׁב֙ לְבַדֶּ֔ךָ וְכָל־הָעָ֛ם נִצָּ֥ב עָלֶ֖יךָ מִן־בֹּ֥קֶר עַד־עָֽרֶב׃
14
14
Als Jitro, der Schwiegervater von Mosche, sah, was Mosche alles für das Volk zu tun hatte, da sagte er: Was ist das, was du für das Volk tust? Warum sitzt du alleine, und das ganze Volk steht um dich herum, vom Morgen bis zum Abend?
וַיֹּ֥אמֶר מֹשֶׁ֖ה לְחֹתְנ֑וֹ כִּֽי־יָבֹ֥א אֵלַ֛י הָעָ֖ם לִדְרֹ֥שׁ אֱלֹהִֽים׃
15
15
Mosche sagte zu seinem Schwiegervater: Denn das Volk kommt zu mir, um G‑tt zu befragen.
Denn das Volk kommt
Die Worte כִּי יָבֹא sind zu verstehen wie כִּי בָא, es pflegt zu kommen, Gegenwart.
Raschi
G‑tt zu befragen
„G‑tt zu befragen“ bedeutet, wie der Targum sagt לְמִתְבַּע אוּלְפָן, um Belehrung zu bitten, Lehre zu fordern aus dem Mund des Allmächtigen.
Raschi
כִּֽי־יִהְיֶ֨ה לָהֶ֤ם דָּבָר֙ בָּ֣א אֵלַ֔י וְשָׁ֣פַטְתִּ֔י בֵּ֥ין אִ֖ישׁ וּבֵ֣ין רֵעֵ֑הוּ וְהוֹדַעְתִּ֛י אֶת־חֻקֵּ֥י הָאֱלֹהִ֖ים וְאֶת־תּוֹרֹתָֽיו׃
16
16
Wenn sie eine Rechtssache haben, kommen sie zu mir, und ich, Mosche, spreche Recht zwischen einem und dem anderen und teile ihnen die Gesetze G‑ttes und Seine Lehren mit.
Wenn sie eine Rechtssache haben, kommen sie zu mir
Wer eine Sache hat, der komme zu mir.
Raschi
וַיֹּ֛אמֶר חֹתֵ֥ן מֹשֶׁ֖ה אֵלָ֑יו לֹא־טוֹב֙ הַדָּבָ֔ר אֲשֶׁ֥ר אַתָּ֖ה עֹשֶֽׂה׃
17
17
Da sagte Jitro, der Schwiegervater Mosches, zu ihm: Es ist nicht gut, wie du es machst.
Da sagte der Schwiegervater Mosches
Ehrenvoll nennt ihn der Vers den Schwiegervater des Königs.
Raschi
נָבֹ֣ל תִּבֹּ֔ל גַּם־אַתָּ֕ה גַּם־הָעָ֥ם הַזֶּ֖ה אֲשֶׁ֣ר עִמָּ֑ךְ כִּֽי־כָבֵ֤ד מִמְּךָ֙ הַדָּבָ֔ר לֹא־תוּכַ֥ל עֲשֹׂ֖הוּ לְבַדֶּֽךָ׃
18
18
Du wirst dich aufreiben — sowohl du als auch das Volk, das bei dir ist. Denn zu schwer ist dir die Sache, du kannst sie nicht alleine ausführen.
Du wirst dich aufreiben
נָבֹל תִּבֹּל bedeutet, wie der Targum übersetzt מִלְאָה תִלְאֵי „ermüden“. Der Ausdruck לִנְבּוֹל bedeutet welken, welk werden, fleistrir auf Französisch; wie (Jirm. 8:13) וְהֶעָלֶה נָבֵל „das Blatt welkt“; (Jesch. 34:4) כִּנְבוֹל עָלֶה מִגֶּפֶן „wie das Blatt am Weinstock welkt“, das durch die Sonne und durch den Frost welk wird. Seine Kraft wird schwach und matt.
Raschi
sowohl du
גַּם („auch“) um Aharon und Chur und die 70 Ältesten hinzuzufügen.
Raschi
Demnach unterstützten Aharon und die anderen Mosche bereits bei seiner Arbeit. Jitro befürchtete, dass auch diese Helfer durch die hohe Beanspruchung ermüden könnten.
Denn zu schwer
Die Schwere der Aufgabe und Arbeit ist viel größer als deine Kraft.
Raschi
עַתָּ֞ה שְׁמַ֤ע בְּקֹלִי֙ אִיעָ֣צְךָ֔ וִיהִ֥י אֱלֹהִ֖ים עִמָּ֑ךְ הֱיֵ֧ה אַתָּ֣ה לָעָ֗ם מ֚וּל הָֽאֱלֹהִ֔ים וְהֵבֵאתָ֥ אַתָּ֛ה אֶת־הַדְּבָרִ֖ים אֶל־הָאֱלֹהִֽים׃
19
19
Höre jetzt auf meine Stimme, ich will dir guten Rat geben, und G‑tt sei mit dir! Sei du Bote und Fürsprecher für das Volk vor G‑tt, und bringe du selbst die Rechtssachen vor G‑tt.
ich will dir Rat geben, und G‑tt sei mit dir: in dem Rat. Er sagte zu ihm, geh und frage den Ewigen.
Raschi
Stehe du für das Volk vor G‑tt: als Bote und Fürsprecher zwischen ihnen und dem Ewigen und befrage Ihn nach den Rechten.
Raschi
die Sachen: die Streitfragen, die Rechtssachen.
Raschi
וְהִזְהַרְתָּ֣ה אֶתְהֶ֔ם אֶת־הַחֻקִּ֖ים וְאֶת־הַתּוֹרֹ֑ת וְהוֹדַעְתָּ֣ לָהֶ֗ם אֶת־הַדֶּ֙רֶךְ֙ יֵ֣לְכוּ בָ֔הּ וְאֶת־הַֽמַּעֲשֶׂ֖ה אֲשֶׁ֥ר יַעֲשֽׂוּן׃
20
20
Gemahne sie auf die Gesetze G‑ttes und die Lehren der Torah und zeige ihnen den Weg, den sie gehen sollen, und die Taten, die sie tun sollen.
Gemahne sie
וְהִזְהַרְתָּה „Gemahne“ und lehre sie die Torah und ihre Gebote. [Ramban]
וְהִזְהַרְתָּה mit dem Buchstaben ה (Heh) am Ende lehrt: Du, Mosche, sollst sie gemahnen und lehren. Durch dein g‑ttgegebenes Wirken kann die Belehrung gelingen; ohne dich aber wird es ohne Gelingen bleiben.
Ha’amek Dawar
וְאַתָּ֣ה תֶחֱזֶ֣ה מִכָּל־הָ֠עָם אַנְשֵׁי־חַ֜יִל יִרְאֵ֧י אֱלֹהִ֛ים אַנְשֵׁ֥י אֱמֶ֖ת שֹׂ֣נְאֵי בָ֑צַע וְשַׂמְתָּ֣ עֲלֵהֶ֗ם שָׂרֵ֤י אֲלָפִים֙ שָׂרֵ֣י מֵא֔וֹת שָׂרֵ֥י חֲמִשִּׁ֖ים וְשָׂרֵ֥י עֲשָׂרֹֽת׃
21
21
Und du, sieh dich um im ganzen Volk nach einflussreichen, g‑ttesfürchtigen, wahrhaften und unbestechlichen Männer und setze sie über das Volk, als Oberste über tausend Menschen, als Oberste über hundert Menschen, als Oberste über fünfzig Menschen, als Oberste über zehn Menschen.
sieh dich um mit dem g‑ttlichen Geist, der auf dir ruht.
Raschi
sieh dich um
Jitro hatte sieben Namen: Rëu’el, Jeter, Jitro, Chowew, Chewer, Keni, Puti’el. Jeter – weil er diesen Abschnitt in der Torah hinzufügte: „Und du, sieh dich um …“ (״יֶתֶר״ – עַל שֵׁם שֶׁיִּתֵּר פָּרָשָׁה אַחַת בַּתּוֹרָה).
Raschi zu Schemot 18:1
einflussreiche Männer
אַנְשֵׁי חַיִל – Vermögende Männer, die nicht nötig haben, zu schmeicheln und auf das Ansehen zu achten.
Raschi
wahrhafte Männer
Das sind zuverlässige Männer, die wert sind, dass man sich auf ihre Worte verlässt; denn dadurch werden ihre Worte gehört.
Raschi
unbestechliche Männer
שֹׂנְאֵי בָצַע, wörtl. die das Geld hassen. Das bedeutet: sie verschmähen es, ihr Geld durch einen Prozess zu gewinnen, wie wir lernen (Bawa Batra 58b): כָּל דַּיָּנָא דְּמַפְּקִין מָמוֹנָא מִנֵּיהּ בְּדִינָא לַאו דַּיָּנָא הוּא „Ein Richter, von dem man Geld nur durch einen Prozess erhalten kann, ist kein Richter.“
Raschi
Unbestechliche Männer sind nicht in ihrem Reichtum gefangen und begleichen eine Schuld, ohne dass sie dafür vor Gericht gebracht werden müssen. Der aber, der diese Distanz zum Geld nicht besitzt, kann nicht als Richter dienen, da er leicht für Beeinflussung und Bestechung empfänglich ist.
Raschbam zu Bawa Batra 58b
einflussreiche Männer
אַנְשֵׁי חַיִל – Männer mit Vermögen und Stärke, die keine Furcht kennen. [Raschbam]
אַנְשֵׁי חַיִל – Männer voller Tatkraft und Eifer. Andere Erklärung: Männer, die geeignet sind, eine große Gemeinde zu leiten.
Ramban
g‑ttesfürchtige Männer
Sie kennen keine Furcht vor Menschen, nur vor G‑tt alleine. [Ibn Esra]
Bescheidene Männer, denn die Bescheidenheit führt zur G‑ttesfurcht.
Kli Jakar
wahrhafte Männer
Wahrhafte Männer, und nicht Blender.
Ibn Esra
unbestechliche Männer
שֹׂנְאֵי בָצַע im Sinn von: die das eigene Geld hassen. Sie lassen ihre Geschäfte beiseite, um sich der Rechtssprechung für Israel zu widmen und wenden nur wenig Zeit für das eigene Geschäft auf. [Sechel Tow]
שֹׂנְאֵי בָצַע im Sinn von: Männer, die Unterschlagung und Betrug hassen, und wenn sie solches sehen, ist es ihr ganzer Wunsch, dem Benachteiligten zu helfen.
Ramban
Oberste über Tausend: das waren 600 Oberste für 600.000 Menschen;
Oberste über Hundert: das waren 6.000;
Oberste über Fünfzig: 12.000;
Oberste über Zehn: 60.000.
Raschi
וְשָׁפְט֣וּ אֶת־הָעָם֮ בְּכָל־עֵת֒ וְהָיָ֞ה כָּל־הַדָּבָ֤ר הַגָּדֹל֙ יָבִ֣יאוּ אֵלֶ֔יךָ וְכָל־הַדָּבָ֥ר הַקָּטֹ֖ן יִשְׁפְּטוּ־הֵ֑ם וְהָקֵל֙ מֵֽעָלֶ֔יךָ וְנָשְׂא֖וּ אִתָּֽךְ׃
22
22
Sie sollen für das Volk zu jeder Zeit Recht sprechen. Jede wichtige Rechtssache sollen sie vor dich bringen, und in jeder geringfügigen Rechtssache sollen sie selbst entscheiden. So wirst du deine Arbeitslast erleichtern, und sie werden dir tragen helfen.
Sie sollen Recht sprechen
וְשָׁפְטוּ, wie der Targum sagt וִידִינוּן „sie sollen Recht sprechen“, Befehlsform.
Raschi
So wirst du erleichtern
וְהָקֵל מֵעָלֶיךָ „So wirst du erleichtern“: diese Sache wird dir Erleichterung bringen. Die Verbform וְהָקֵל [ist im Gegensatz zum Verb וְשָׁפְטוּ im Versteil zuvor nicht Befehlsform, sondern] wie (Schem. 8:11) וְהַכְבֵּד אֶת לִבּוֹ „er machte sein Herz fest“; (2 Kön. 3:24) וְהַכּוֹת אֶת מוֹאָב „und schlugen Moaw“: eine andauernde Handlung in der Gegenwart.
Raschi
אִ֣ם אֶת־הַדָּבָ֤ר הַזֶּה֙ תַּעֲשֶׂ֔ה וְצִוְּךָ֣ אֱלֹהִ֔ים וְיָֽכָלְתָּ֖ עֲמֹ֑ד וְגַם֙ כָּל־הָעָ֣ם הַזֶּ֔ה עַל־מְקֹמ֖וֹ יָבֹ֥א בְשָׁלֽוֹם׃
23
23
Wenn du das tust und G‑tt befiehlt es dir, dann kannst du bestehen, und auch dieses ganze Volk wird in Frieden an seinen Ort kommen.
und G‑tt befiehlt es dir, dann kannst du bestehen
Befrage G‑tt. Wenn Er dir befiehlt, so zu tun, dann kannst du bestehen. Wenn Er es dir aber verbietet, kannst du nicht bestehen.
Raschi
und auch dieses ganze Volk
Aharon, Nadaw und Awihu und die 70 Ältesten, die dich jetzt umgeben.
Raschi
an seinen Ort
Nicht אֶל מְקֹמוֹ heißt es, sondern עַל מְקֹמוֹ יָבֹא בְשָׁלוֹם: so ist damit nicht ein bloßes friedliches Nachhausekommen ausgedrückt, sondern „seinen Platz finden“ an der ihm gebührenden Stelle und Stellung. Das ist ja ganz eigentlich Frucht der Tätigkeit des Richters, daß sie jeden und jedes auf den ihm gebührenden Standpunkt verweist, bringt und darauf sicher stellt.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
in Frieden: Solange Mosche Recht sprach, mussten diejenigen, deren Fall aus Zeitmangel nicht verhandelt werden konnte, nach Hause zurückkehren während der Streit weiterhin bestand. Jetzt aber können sie in Frieden nach Hause gehen, da jeder den über ihn gesetzten Richter hat.
Ibn Esra
Auch wenn eine der beiden Streitparteien vor Gericht verliert, so sagt die Gemara (Sanhedrin 7a) „Wem vom Gericht das Gewand abgenommen wird, singe ein Lied und gehe seines Weges“, dass er vor dem Verbot unrechtmäßigen Besitzes gerettet wurde.
Seforno