Der tägliche Chumasch-Abschnitt

21. Schwat 5787

Freitag, 29. Jänner 2027

Heute

Jitro

6. Alija

(Schemot 19:20 – 20:14)

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וַיֵּ֧רֶד יְהוָ֛ה עַל־הַ֥ר סִינַ֖י אֶל־רֹ֣אשׁ הָהָ֑ר וַיִּקְרָ֨א יְהוָ֧ה לְמֹשֶׁ֛ה אֶל־רֹ֥אשׁ הָהָ֖ר וַיַּ֥עַל מֹשֶֽׁה׃
20
20
Und der Ewige ließ sich auf den Berg Sinai herab, auf die Spitze des Berges, und der Ewige rief Mosche auf die Spitze des Berges hinauf, und Mosche stieg hinauf.
Und der Ewige ließ sich auf den Berg Sinai herab
Man hätte meinen können, dass Er sich auf den Berg Sinai selbst herabließ; darum steht (Schem. 20:19) כִּי מִן הַשָּׁמַיִם דִּבַּרְתִּי עִמָּכֶם „dass vom Himmel aus Ich mit euch gesprochen habe“, das lehrt, dass Er die oberen und die unteren Himmel herabbog und über dem Berg ausbreitete wie eine Decke über ein Bett und der Thron Seiner Herrlichkeit sich auf diese herabließ.
Raschi
Und der Ewige ließ sich auf den Berg Sinai herab
Damit eine Offenbarung von G‑ttlichkeit (Schechina) in dieser niedrigen Welt möglich wird, ist ein „Herabsteigen“ G‑ttes nötig. Deshalb sagt der Vers וַיֵּרֶד ה׳ „G‑tt ließ sich herab“.
Rabbenu Bechaje
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶל־מֹשֶׁ֔ה רֵ֖ד הָעֵ֣ד בָּעָ֑ם פֶּן־יֶהֶרְס֤וּ אֶל־יְהוָה֙ לִרְא֔וֹת וְנָפַ֥ל מִמֶּ֖נּוּ רָֽב׃
21
21
Der Ewige sagte zu Mosche: Steige hinunter, warne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum Ewigen, um Ihn zu sehen, und viele von ihnen könnten umkommen.
warne das Volk: warne sie, dass sie den Berg nicht besteigen.
Raschi
dass sie nicht durchbrechen: dass sie nicht ihren Standpunkt durchbrechen, weil sie sich zum Ewigen sehnen, um zu schauen, und der Seite des Berges nahe kommen.
Raschi
und viele von ihnen könnten umkommen
Alle, die von ihnen umkommen, und wäre es auch nur ein einziger, sind vor Mir gleich vielen angesehen.
Raschi
durchbrechen
הֲרִיסָה „Einreißen“ verwendet der Vers für das Auflösen einer Versammlung, wenn einzelne Personen die versammelte Menschengruppe (מַּצָּב) verlassen; den Begriff מַּצָּב finden wir etwa bei Jehoschua (4:9) מַצַּב רַגְלֵי הַכֹּהֲנִים „an der Stelle des Standortes der Füße der Kohanim“.
Jedes Einreißen trennt die Verbindung des Gebauten; so auch reißen diejenigen, die sich vom Sammelpunkt der Menschen trennen, diesen Standort ein.
Raschi, Sefer Sikaron
וְגַ֧ם הַכֹּהֲנִ֛ים הַנִּגָּשִׁ֥ים אֶל־יְהוָ֖ה יִתְקַדָּ֑שׁוּ פֶּן־יִפְרֹ֥ץ בָּהֶ֖ם יְהוָֽה׃
22
22
Auch die Erstgeborenen, die als Diener G‑ttes dem Ewigen nahe kommen, sollen sich bereit halten, damit der Ewige nicht in sie breche.
Auch die Diener G‑ttes: Auch die Erstgeborenen, deren Aufgabe der Dienst ist.
Raschi
die dem Ewigen nahe kommen: um Opfer darzubringen, auch sie sollen sich nicht auf ihren Vorzug stützen und hinaufsteigen.
Raschi
sollen sich bereit halten
יִתְקַדָּשׁוּ – יִהְיוּ מְזֻמָּנִים „bereit halten“, „vorbereitet sein“, auf ihrem Standort stehenzubleiben.
Raschi
damit nicht in sie breche
יִפְרֹץ vom Wort פִּרְצָה „Bresche“; dass der Ewige nicht von ihnen töte und einen Einriss (פִּרְצָה) in sie mache.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר מֹשֶׁה֙ אֶל־יְהוָ֔ה לֹא־יוּכַ֣ל הָעָ֔ם לַעֲלֹ֖ת אֶל־הַ֣ר סִינָ֑י כִּֽי־אַתָּ֞ה הַעֵדֹ֤תָה בָּ֙נוּ֙ לֵאמֹ֔ר הַגְבֵּ֥ל אֶת־הָהָ֖ר וְקִדַּשְׁתּֽוֹ׃
23
23
Da antwortete Mosche dem Ewigen: Das Volk kann nicht den Berg besteigen, denn Du hast uns gewarnt und gesagt: Mache eine Umzäunung um den Berg und erkläre ihn für heilig.
Das Volk kann nicht
Ich brauche sie nicht zu warnen, da heute sind sie bezüglich des Zeitraums von drei Tagen bereits gewarnt [siehe zuvor, Vers 11]; und sie können nicht hinaufsteigen, [das heißt: sie können, aber] sie haben keine Erlaubnis dazu.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר אֵלָ֤יו יְהוָה֙ לֶךְ־רֵ֔ד וְעָלִ֥יתָ אַתָּ֖ה וְאַהֲרֹ֣ן עִמָּ֑ךְ וְהַכֹּהֲנִ֣ים וְהָעָ֗ם אַל־יֶֽהֶרְס֛וּ לַעֲלֹ֥ת אֶל־יְהוָ֖ה פֶּן־יִפְרָץ־בָּֽם׃
24
24
Da sagte der Ewige zu ihm: Geh hinunter und komme dann wieder herauf, du und Aharon mit dir. Aber die Erstgeborenen als Diener G‑ttes und das Volk sollen nicht durchbrechen, um zu dem Ewigen hinaufzusteigen, dass Er nicht von ihnen töte und einen Einriss in sie mache.
Geh hinunter: und warne sie nochmals. Denn man ermutigt den Menschen vor der Ausführung eines Gebotes und ermutigt ihn nochmals bei der Ausführung selbst.
Raschi
komme herauf, du und mit dir Aharon
Ich hätte meinen können, וְעָלִיתָ אַתָּה וְאַהֲרֹן עִמָּךְ וְהַכֹּהֲנִים „komme herauf, du und Aharon mit dir, und die Kohanim“ bedeutet: auch die Kohanim (Erstgeborenen) mit dir, darum steht וְעָלִיתָ אַתָּה „steige du herauf“. Daraus entnimmst du, dass für dich eine besondere Umgrenzung vorhanden ist; ebenso für Aharon; und ebenso für die Kohanim. Mosche trat näher hin als Aharon und Aharon näher als die Kohanim. Das Volk aber durfte seinen Standort überhaupt nicht verlassen, um zum Ewigen hinaufzusteigen.
Raschi
dass Er nicht und einen Einriss in sie mache
Obwohl das Wort יִפְרָץ mit kurzem Kamatz punktiert ist, so ist es doch dieselbe Form, יִפְרָץ ist so wie יִפְרֺץ. So ist die Regel bei jedem Wort, das mit Melapum [= Cholam] punktiert ist und durch Makaf verbunden wird, dass sich die Punktierung in kurzes Kamatz ändert.
Raschi
mit kurzem Kamatz (חֲטַף קָמָץ): das Kamatz im Wort יִפְרָץ ist ein Kamatz katan, das Raschi „kurzes Kamatz“ nennt. Die zwei Arten von Kamatz sind Kamatz katan und Kamatz gadol. Die Unterscheidung zwischen ihnen ergibt sich aus der Punktierung des folgenden Buchstabens.
durch Makaf verbunden: die zwei Worte יִפְרׇץ־בָּם sind durch einen Bindestrich (Makaf) verbunden; das zeigt, dass sie zusammen gelesen werden, als wäre es ein einziges Wort. Der Begriff מַקַּף bedeutet „umgeben“, als wären diese zwei Wörter gemeinsam umschlossen und ein geschlossenes Ganzes.
Sefer Tuw Ta’am, Kap. 8
וַיֵּ֥רֶד מֹשֶׁ֖ה אֶל־הָעָ֑ם וַיֹּ֖אמֶר אֲלֵהֶֽם׃ (ס)
25
25
Mosche stieg zum Volk hinunter und sagte es ihnen.
und sagte es ihnen: diese Warnung, [den Berg nicht zu besteigen].
Raschi
וַיְדַבֵּ֣ר אֱלֹהִ֔ים אֵ֛ת כָּל־הַדְּבָרִ֥ים הָאֵ֖לֶּה לֵאמֹֽר׃ (ס)
1
1
Und G‑tt sprach alle diese Worte, wie folgt:
Und G‑tt sprach
וַיְדַבֵּר אֱלֹהִים „und Elokim sprach“: der G‑ttesname Elokim bedeutet „Richter“. Weil es Abschnitte in der Torah gibt, für deren Erfüllung der Mensch Lohn erhält und für deren Nicht-Erfüllung er keine Strafe erhält [wie die freiwilligen Korbanot, Wajikra 1], hätte ich das auch von den Zehn Geboten meinen können. Darum heißt es „Da sprach Elokim“ – als Richter, um bei Nicht-Erfüllung zu bestrafen.
Raschi
alle diese Worte
Das lehrt, dass der Ewige die Zehn Gebote in einem Wort aussprach, was ein Mensch so nicht aussprechen kann. Wenn es aber so ist, was lehrt dann noch „Ich bin der Ewige, dein G‑tt“, „Du sollst keine Götter anderer haben“? Er wiederholte dann und erklärte jedes einzelne Gebot für sich.
Raschi
alle diese Worte
Die Gelehrten sitzen in Versammlungen und lernen die Torah. Die einen erklären als rein und die anderen als unrein; die einen verbieten und die anderen erlauben; die einen erklären als ungeeignet (פָּסוּל) und die anderen als geeignet (כָּשֵׁר). Und dennoch kommt die gesamte Torah von einem G‑tt, wie es heißt וַיְדַבֵּר אֱלֹהִים אֵת כָּל הַדְּבָרִים הָאֵלֶּה „G‑tt sprach alle diese Worte“.
Chagiga 3b
wie folgt
Das lehrt, dass sie auf die Gebote mit ,Ja‘ und auf die Verbote mit ,Nein‘ antworteten.
Raschi
אָֽנֹכִ֖י֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑֔יךָ אֲשֶׁ֧ר הוֹצֵאתִ֛יךָ מֵאֶ֥רֶץ מִצְרַ֖יִם מִבֵּ֣֥ית עֲבָדִֽ֑ים׃
2
2
Ich bin der Ewige, dein G‑tt, der dich aus dem Land Mizraim herausgeführt hat, aus dem Haus der Knechtschaft.
Ich bin
אָנֹכִי, die Buchstaben des ersten Wortes der Zehn Gebote ergeben den Satz אֲנָא נַפְשִׁי כְּתַבִית יְהַבִית (Ana nafschi ketawit jehawit) – G‑tt sagt: „Meine Seele habe Ich [in die Torah] geschrieben, habe Ich [in der Torah] gegeben“. [Schabbat 105a]
Ich bin der Ewige

Es ist eine Mizwa, zu wissen und zu glauben, dass G‑tt ist, und wir Menschen verpflichtet sind, Ihm zu dienen.
Ramban
der dich aus dem Land Mizraim herausgeführt hat: das Herausführen allein ist schon wert, dass ihr Mir dient.
Andere Erklärung: Weil Er am Meer wie ein Kriegsheld erschienen war, hier aber wie ein Greis erschien, voll Erbarmen, so heißt es (Schem. 24:10) וְתַחַת רַגְלָיו כְּמַעֲשֵׂה לִבְנַת הַסַּפִּיר „und zu Seinen Füßen gleich dem Werk eines Ziegels aus Saphir“, das hatte sich vor Ihm in der Zeit ihrer Unterdrückung befunden; וּכְעֶצֶם הַשָּׁמַיִם „und gleich der Klarheit des Himmels“, als sie erlöst wurden. Weil Meine Erscheinungen verschieden sind, sage nicht, es gäbe zwei Regierungen; sondern, Ich bin derselbe, der Ich dich aus Mizraim und am Meer geführt habe (Mechilta).

Andere Erklärung (Schemot Rabba 43:5): Weil sie viele Stimmen hörten, so steht (Vers 15) אֶת הַקּוֹלֹת „die Stimmen“ – Stimmen von allen vier Seiten und vom Himmel und von der Erde, sage nicht, dass es viele Regierungen gäbe. Warum aber steht אֱלֹהֶיךָ „dein G‑tt“ in der Einzahl? Um Mosche einen Einwand zu erlauben, um nach dem Vorfall mit dem Goldenen Kalb die Verteidigung zu führen. Das bedeutet der Vers (Schem. 32:11) לָמָה ה׳ יֶחֱרֶה אַפְּךָ בְּעַמֶּךָ „Warum, Ewiger, entbrennt Dein Zorn gegen Dein Volk“ – nicht ihnen hast Du befohlen, ihr sollt keine Götter anderer haben, sondern nur mir.
Raschi
aus dem Haus der Knechtschaft
[Der Begriff בֵּית עֲבָדִים kann gelesen werden als „Haus, in dem ihr als Sklaven dientet“ – das Wort עֲבָדִים „Sklaven“ bezieht sich auf das Volk Israel; oder als „Haus, das den Sklaven gehörte“ – in diesem Fall bezieht sich „Sklaven“ auf die Mizrim. Raschi erklärt das richtige Verständnis:]
aus dem Haus Pharaos, dem ihr Sklaven gewesen seid; oder vielleicht meint die Torah, „aus dem Haus der Sklaven“, dass sie nämlich Sklaven von Sklaven gewesen waren? Darum heißt es (Dew. 7:8) וַיִּפְדְּךָ מִבֵּית עֲבָדִים מִיַּד פַּרְעֹה מֶלֶךְ מִצְרָיִם „Er erlöste dich aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand Pharaos, des Königs von Mizraim“. Daraus entnimmst du, dass sie Sklaven des Königs und nicht Sklaven von Sklaven gewesen waren.
Raschi
לֹֽ֣א יִהְיֶֽה־לְךָ֛֩ אֱלֹהִ֥֨ים אֲחֵרִ֖֜ים עַל־פָּנָֽ֗יַ
3
3
Du sollst keine Götter anderer haben vor Meinem Angesicht.
Du sollst keine Götter anderer haben
Warum steht das? Weil es im nächsten Vers heißt לֹא תַעֲשֶׂה לְךָ „mache dir nicht“, wüsste ich nur, dass man solche nicht machen darf. Wenn ein Götze aber schon gemacht ist, woher weiß ich, dass man ihn nicht erhalten darf? Darum steht לֹא יִהְיֶה לְךָ „du sollst nicht haben“.
Raschi
keine Götter anderer
אֱלֹהִים אֲחֵרִים bedeutet: sie sind keine Götter, sondern „andere“ (אֲחֵרִים) haben sie als Götter über sich gesetzt.
Es wäre aber nicht recht, zu erklären אֱלֹהִים אֲחֵרִים „andere Götter außer Mir“. Denn es wäre eine Lästerung vor dem Ewigen, sie neben Ihm als „Götter“ zu bezeichnen.

Andere Erklärung: אֱלֹהִים אֲחֵרִים – שֶׁהֵם אֲחֵרִים לְעוֹבְדֵיהֶם, „fremde Götter“: sie sind denjenigen fremd, die sie anbeten. Diese rufen zu ihnen, aber sie hören nicht.
Raschi
vor Meinem Angesicht: solange Ich bestehe, d.h. für alle Ewigkeit. Damit du nicht sagest, der Götzendienst (עֲבוֹדָה זָרָה) sei nur für jene Generation verboten worden.
Raschi
vor Meinem Angesicht: vor Mir, denn Ich bin immer mit dir und sehe dich im Offenen und Verborgenen.
Ramban
לֹֽ֣א תַֽעֲשֶׂ֨ה־לְךָ֥֣ פֶ֣֙סֶל֙ ׀ וְכָל־תְּמוּנָ֡֔ה אֲשֶׁ֤֣ר בַּשָּׁמַ֣֙יִם֙ ׀ מִמַּ֡֔עַל וַֽאֲשֶׁ֥ר֩ בָּאָ֖֨רֶץ מִתַָּ֑֜חַת וַאֲשֶׁ֥֣ר בַּמַּ֖֣יִם ׀ מִתַּ֥֣חַת לָאָֽ֗רֶץ
4
4
Du sollst dir keine Gestalt machen und keinerlei Abbild von dem, was im Himmel oben ist, oder auf der Erde unten, oder im Wasser unter der Erde.
Gestalt
פֶּסֶל – עַל שֵׁם שֶׁנִּפְסָל „Gestalt“ genannt, weil es aus Stein gehauen oder aus Holz geschnitzt ist; eine Skulptur.
Raschi
keinerlei Abbild
Die Gestalt von irgendeiner Sache, die im Himmel oben ist.
Raschi
לֹֽא־תִשְׁתַּחְוֶ֥֣ה לָהֶ֖ם֮ וְלֹ֣א תָעָבְדֵ֑ם֒ כִּ֣י אָֽנֹכִ֞י יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ אֵ֣ל קַנָּ֔א פֹּ֠קֵד עֲוֺ֨ן אָבֹ֧ת עַל־בָּנִ֛ים עַל־שִׁלֵּשִׁ֥ים וְעַל־רִבֵּעִ֖ים לְשֹׂנְאָֽ֑י׃
5
5
Du sollst dich vor falschen Göttern nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen, denn Ich, der Ewiger, dein G‑tt, bin ein eifernder G‑tt, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation, an denen, die Mich hassen.
Du sollst dich nicht niederwerfen und nicht dienen
לֹא תִשְׁתַּחְוֶה „du sollst dich nicht niederwerfen“: Du darfst nicht spirituelle Kräfte aus den oberen Welten herabbringen, um sie für eigene Zwecke zu gebrauchen; וְלֹא תָעָבְדֵם „und nicht dienen“ – opfere diesen Kräften nicht und versuche nicht, mit ihnen in Kontakt zu treten. [Ibn Esra]
ein eifernder G‑tt
ein eifernder G‑tt
אֵל קַנָּא, G‑tt fordert ungeteilte Treue vom Menschen.
ein eifernder G‑tt
אֵל קַנָּא, Er gibt nicht nach, Götzendienst (עֲבוֹדָה זָרָה) zu verzeihen. Überall bedeutet קַנָּא „Eifer“ (franz. enprenment), Er richtet sein Herz darauf, zu strafen.
Raschi
Schuld der Väter heimsucht
פֹּקֵד – זוׄכֵר „heimsuchen“ im Sinn von „gedenken“: Er gedenkt der Taten des Vaters, des Sohnes und des Enkels, und in der vierten Generation endet Seine Geduld. [Ibn Esra]
פֹּקֵד – נוׄקֵם „heimsuchen“ im Sinn von „vergelten“, „rächen“. An der vierten Generation rächt der Ewige die Taten der Väter. [Ramban]

פֹּקֵד – מַשְׁגִּיחַ „heimsuchen“ im Sinn von „aufbewahren“: Er hütet, bewahrt die Sünden der Väter auf. [Onkelos]

פֹּקֵד – מַמְתִּין „heimsuchen“ im Sinn von „warten“: Er wartet mit Geduld, bis das Maß der Bösen sich füllt: eine Generation, zwei Generationen, drei und vier Generationen, und dann straft Er sie schon in dieser Welt.
Seforno
denen, die Mich hassen
Wie der Targum sagt כַּד מַשְׁלְמִין בְּנַיָּא לְמִחְטֵי בָתַר אֲבָהָתְהוֹן, wenn sie mit ihren Händen an den falschen Taten ihrer Väter festhalten (Sanhedrin 27b).
Raschi
וְעֹ֥֤שֶׂה חֶ֖֙סֶד֙ לַאֲלָפִ֑֔ים לְאֹהֲבַ֖י וּלְשֹׁמְרֵ֥י מִצְוֺתָֽי׃ (ס)
6
6
Aber Gnade erweise Ich bis in die tausendste Generation denen, die Mich lieben und Meine Gebote halten.
bis in die tausendste Generation denen, die Mich lieben
G‑tt bewahrt die guten Taten auf, die der Mensch tut, um den Lohn dafür bis zu 2.000 Generationen zu bezahlen.
G‑ttes Eigenschaft zu bestrafen bezieht sich auf 4 Generationen; Seine Eigenschaft zu belohnen, bezieht sich auf 2.000 Generationen – daraus ergibt sich, dass G‑ttes Eigenschaft zu belohnen 500 Mal größer ist als Seine Eigenschaft zu bestrafen.
Raschi
die Schuld der Väter heimsucht an … Aber Gnade erweise Ich
Bei der Schuld steht (voriger Vers) פֹּקֵד עֲו‍ֹן אָבֹת עַל בָּנִים [„der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern“, im Hebr. עַל] „auf“, „über“, also nur von außen, eine äußerliche Heimsuchung. Bei G‑ttes Gnade und Seinem Segen aber steht וְעֹשֶׂה חֶסֶד לַאֲלָפִים „Gnade erweise Ich bis in die tausendste Generation denen, die Mich lieben …“, im Hebräischen mit dem Partikel לַ: ein innerliches Durchdringen des Guten, das den kommenden Generationen verbleibt.
R. Schaul Alter
die Mich lieben und Meine Gebote halten
אֹהֲבַי „die Mich lieben“ – dass sind diejenigen, die G‑tt aus Liebe dienen; שֹׁמְרֵי מִצְו‍ֹתָי „Meine Gebote halten“ – das sind diejenigen, die G‑tt aus Ehrfurcht dienen.
Mincha Belula
לֹ֥א תִשָּׂ֛א אֶת־שֵֽׁם־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ לַשָּׁ֑וְא כִּ֣י לֹ֤א יְנַקֶּה֙ יְהוָ֔ה אֵ֛ת אֲשֶׁר־יִשָּׂ֥א אֶת־שְׁמ֖וֹ לַשָּֽׁוְא׃ (פ)
7
7
Du sollst nicht den Namen des Ewigen, deines G‑ttes, umsonst aussprechen; denn der Ewige lässt denjenigen nicht ungestraft, der Seinen Namen umsonst ausspricht.
umsonst
לַשָּׁוְא bedeutet „umsonst“, „zwecklos“. Wie du lernst (Schewuot 29a): Was ist ein falscher Schwur? Wenn er schwört, um zu ändern, was bekannt ist; eine Säule aus Stein sei aus Gold.
Raschi
זָכ֛וֹר֩ אֶת־י֥֨וֹם הַשַּׁבָּ֖֜ת לְקַדְּשֽׁ֗וֹ
8
8
Erinnere dich an den Schabbattag, um ihn zu heiligen.
Erinnere dich
„Erinnere dich“ (Gebot) und „Hüte“ (Verbot) sind in einem Wort gesagt worden.
Ebenso [folgende scheinbare Widersprüche] (Schem. 31:14) מְחַלְלֶיהָ מוֹת יוּמָת „wer [den Schabbat] entweiht, soll getötet werden“ und (Bam. 28:9) וּבְיוֹם הַשַּׁבָּת שְׁנֵי כְבָשִׂים „am Schabbattag zwei Lämmer“.

Ebenso (Dew. 22:11) לֹא תִלְבַּשׁ שַׁעַטְנֵז „ziehe keine Mischung von Wolle und Leinen an (Schaatnes)“ und גְּדִלִים תַּעֲשֶׂה לָּךְ „mache dir geflochtene Fäden“ [aus himmelblauer Wolle auch an einem Gewand aus Leinen].

Ebenso (Waj. 18:16) עֶרְוַת אֵשֶׁת אָחִיךָ „die Blöße der Frau deines Bruders …“ und (Dew. 25:5) יְבָמָהּ יָבֹא עָלֶיהָ „ihr Schwager komme zu ihr“. Das ist was geschrieben steht (Teh. 62:12) אַחַת דִּבֶּר אֱלֹהִים שְׁתַּיִם זוּ שָׁמָעְתִּי „eins hat G‑tt gesprochen, Zweifaches habe ich daraus entnommen“.

זָכוֹר ist Infinitiv (לְשׁוֹן פָּעוֹל), wie (Jesch. 22:13) אָכוֹל וְשָׁתוֹ „essen und trinken“; (2 Schmu. 3:16) הָלוֹךְ וּבָכֹה „er ging und weinte“; und so ist die Erklärung: Richtet euer Herz darauf, jederzeit an den Schabbattag zu denken; wenn sich dir ein schöner Gegenstand in die Hand fügt, halte ihn für den Schabbat bereit.
Raschi
Erinnere dich an den Schabbattag, um ihn zu heiligen
Indem du alle Tage der Woche laut dem Schabbat zählst: Nicht „Sonntag“, sondern אֶחָד בְּשַׁבָּת; nicht „Montag“, sondern שֵׁנִי בַּשַּׁבָּת. [Mechilta]
Damit ist verständlich, warum die Anweisung זָכוֹר אֶת יוֹם הַשַּׁבָּת „Erinnere dich an den Schabbattag“ vor (nächster Vers) שֵׁשֶׁת יָמִים תַּעֲבֹד וְעָשִׂיתָ כׇּל מְלַאכְתֶּךָ „Sechs Tage arbeite und vollbringe deine ganze Arbeit“ steht. Wäre die Anweisung des Erinnerns nur auf den Schabbattag selbst bezogen, sollte die Reihenfolge umgekehrt sein: Arbeitstätigkeit und danach Schabbat. [Or haChaim]

Schon vom ersten Tag der Woche an sollst du an den Schabbat denken: Wenn sich dir eine besondere Speise fügt, halte sie für Schabbat bereit. [Mechilta]

„Erinnere dich an den Schabbattag“: indem du rechtzeitig den Schabbat beginnst und nicht auf den letzten Augenblick wartest.
Mechilta
Schon vom ersten Tag der Woche an sollst du an den Schabbat denken: Wenn sich dir eine besondere Speise fügt, halte sie für Schabbat bereit. [Mechilta]
„Erinnere dich an den Schabbattag“: indem du rechtzeitig den Schabbat beginnst und nicht auf den letzten Augenblick wartest.
Mechilta
Erinnere dich an den Schabbattag, um ihn zu heiligen
Indem du die Arbeit und Tätigkeiten an allen Tagen der Woche so ausrichtest, dass du am Schabbat selbst frei von aller Arbeit bist und ihn durch dein Ruhen heiligst. [Seforno]
Erinnere dich an den Schabbattag: indem du Kiddusch machst und den Schabbat mit Worten heiligst.
Pessachim 106a
Erinnere dich an den Schabbattag, um ihn zu heiligen
Da aufgrund der Schwäche der Generation nicht jeder in der Lage ist, für all die begangenen Sünden zu fasten,lautet der Rat unserer Weisen sel.A.: „Wer den Schabbat laut seinen Halachot hütet, dem werden alle seine Sünden vergeben“ (Schabbat 118b; Tur, Orach Chajim §242). Die Betonung liegt auf „laut seinen Halachot“. Deshalb ist jeder verpflichtet, die vielen Halachot von Schabbat in ihren Einzelheiten gut zu lernen.
Buch Tanja, Kuntres Acharon 9
Erinnere dich an den Schabbattag, um ihn zu heiligen
Die zwei Teile „Erinnere“ und „Hüte“ bestehen im äußeren wie im inneren Sinn.
„Erinnere“: Das bedeutet das Ruhen von körperlicher Tätigkeiten, so wie G‑tt von der Schaffung von Himmel und Erde ruhte. Das umfasst aber auch die besondere Kawana beim Schabbatgebet und Torahlernen.

„Hüte“: Das sind alle Tätigkeiten, die man am Schabbat nicht ausführen darf. Das umfasst aber auch das Vermeiden von Gesprächsthemen, die mit dem Geschäft und alltäglichen Dingen zu tun hat.
Buch Tanja, Kuntres Acharon 9
שֵׁ֤֣שֶׁת יָמִ֣ים֙ תַּֽעֲבֹ֔ד֮ וְעָשִׂ֖֣יתָ כָּל־מְלַאכְתֶּֽךָ֒
9
9
Sechs Tage arbeite und vollbringe deine ganze Arbeit (Melacha).
vollbringe deine ganze Arbeit
Wenn der Schabbat kommt, sei in deinen Augen deine ganze Arbeit vollbracht, damit du nicht über die Arbeit nachdenkst.
Raschi
Was ist eine Melacha?
Am Schabbat ist das Ausführen einer Melacha verboten. Dieser hebräische Begriff bedeutet nicht dasselbe wie das deutsche Wort „Arbeit“.
Als Melacha wird eine Tätigkeit definiert, die zur Konstruktion des Mischkan nötig war, dem Heiligtum während der Wüstenwanderung. Insgesamt gibt es 39 Kategorien dieser Tätigkeiten (ל״ט אֲבוֹת מְלָאכָה). Von diesen 39 Hauptkategorien leitet die Mündliche Torah תּוֹלָדוֹת „Nachkommen“ ab, die ähnliche Tätigkeiten betreffen.
וְי֙וֹם֙ הַשְּׁבִיעִ֔֜י שַׁבָּ֖֣ת ׀ לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑֗יךָ לֹֽ֣א־תַעֲשֶׂ֣֨ה כָל־מְלָאכָ֡֜ה אַתָּ֣ה ׀ וּבִנְךָֽ֣־וּ֠בִתֶּ֗ךָ עַבְדְּךָ֤֨ וַאֲמָֽתְךָ֜֙ וּבְהֶמְתֶּ֔֗ךָ וְגֵרְךָ֖֙ אֲשֶׁ֥֣ר בִּשְׁעָרֶֽ֔יךָ
10
10
Aber der siebte Tag ist ein Schabbat für den Ewigen, deinen G‑tt. An diesem Tag sollst du keine Arbeit (Melacha) tun — du, dein Sohn und deine Tochter, dein Diener, deine Magd, dein Vieh, dein Fremder (Ger) in deinen Toren.
ein Schabbat für den Ewigen
Die Ruhe und Entspannung am Schabbat sei dir nicht zum eigenen Vergnügen, sondern weil G‑tt es als Mizwa befohlen hat. [Or haChaim]
Die Stunden der Muße am Schabbat wurden gegeben, damit der Mensch die Torah G‑ttes lernen kann.
Ibn Esra
du, dein Sohn und deine Tochter
Das sind die Unmündigen. Vielleicht sind es aber nur die Volljährigen? Du musst aber sagen, dass diese schon in „du“ verwarnt sind; darum kommt der Vers nur, die Volljährigen zum Schabbathalten der Unmündigen zu verpflichten. Und das ist, was wir gelernt haben (Schabbat 121a): Wenn ein Kind kommt, um zu löschen, lässt man es nicht ausführen, weil du für seine Schabbatruhe verantwortlich bist.
Raschi
כִּ֣י שֵֽׁשֶׁת־יָמִים֩ עָשָׂ֨ה יְהוָ֜ה אֶת־הַשָּׁמַ֣יִם וְאֶת־הָאָ֗רֶץ אֶת־הַיָּם֙ וְאֶת־כָּל־אֲשֶׁר־בָּ֔ם וַיָּ֖נַח בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֑י עַל־כֵּ֗ן בֵּרַ֧ךְ יְהוָ֛ה אֶת־י֥וֹם הַשַּׁבָּ֖ת וַֽיְקַדְּשֵֽׁהוּ׃ (ס)
11
11
Denn in sechs Tagen hat der Ewige den Himmel und die Erde erschaffen, und das Meer und alles, was in ihnen ist, und am siebten Tag ruhte Er. Darum hat der Ewige den Schabbattag gesegnet und ihn geheiligt.
und am siebten Tag ruhte Er
Der Ewige schrieb, wenn man so sagen kann, Ruhe auch von sich selbst, um damit den Menschen, dessen Arbeit mit Mühe und Ermattung verbunden ist, einen Schluss vom Leichten zum Schweren (קַל וָחֹמֶר) zu lehren, dass er am Schabbat ruhe.
Raschi
und am siebten Tag ruhte Er
Das Wort וַיָּנַח kann in der Bedeutung הַנָּחָה „legen“, „geben“ verstanden werden. „Die sechs Tage“ und „alles, was in ihnen ist“, hat der Ewige in den Schabbat gelegt. So heißt es auch im Sohar zu diesem Abschnitt (II, 88a) über den Schabbat: „Der Tag, durch den alle sechs Tage gesegnet werden.“
Beer Maim Chaim, Ahawat Schalom Kosow
gesegnet und geheiligt
G‑tt segnete den Schabbat durch das Man – Er verdoppelte es am Freitag als zweifaches Brot (Lechem mischne), und heiligte den Schabbat durch das Man, dass es an diesem Tag nicht fiel.
Raschi
gesegnet und geheiligt
G‑tt segnete den Schabbat damit, dass die Seele des Menschen an diesem Tag zusätzliche Chochma (Weisheit) erhält.
Ibn Esra
כַּבֵּ֥ד אֶת־אָבִ֖יךָ וְאֶת־אִמֶּ֑ךָ לְמַ֙עַן֙ יַאֲרִכ֣וּן יָמֶ֔יךָ עַ֚ל הָאֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃ (ס)
12
12
Ehre Vater und Mutter, damit du lange lebest auf dem Ackerboden, den der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
damit du lange lebest
Wenn du Vater und Mutter ehrst, vermehren sich deine Tage, und wenn nicht, werden sie verkürzt. Denn die Worte der Torah werden als Abkürzungen (נוֹטָרִיקוֹן) gedeutet. Aus dem Ja geht das Nein hervor, aus dem Nein geht das Ja hervor.
Raschi
So ehrte Rabbi Tarfon seine Mutter
Vor vielen Jahren lebte ein großer Torah-Gelehrter namens Rabbi Tarfon. Viele Schüler kamen zu ihm, um Torah bei ihm zu lernen. Alle liebten ihn sehr und verehrten ihn wegen seines Torah-Wissens, seiner Weisheit und wegen seiner großen Güte.
Rabbi Tarfon hatte eine alte Mutter, die war krank und schwach. Sie hatte nicht einmal genug Kraft, um vom Bett aufzustehen. Und wer half ihr? Rabbi Tarfon war reich und hatte viele Diener. Aber weder diese noch seine Schüler durften der alten Mutter helfen. Er allein pflegte sie und tat alles, was sie wünschte.

Wenn die Mutter aufstehen wollte, lief Rabbi Tarfon zu ihrem Bett und bückte sich bis zum Boden, sodass sie die Füße auf ihn stellen und aus dem Bett steigen konnte. Und wenn sie ruhen wollte, bückte er sich wieder und half ihr, sich hinzulegen.

Einmal am Schabbat-Morgen fühlte sich die alte Frau besser und wollte gerne an die frische Luft gehen. Sie rief Rabbi Tarfon und sagte zu ihm: „Tarfon, mein Sohn! Ich möchte heute im Garten spazieren gehen!“

Rabbi Tarfon war glücklich, dass seine Mutter sich wohl genug fühlte, um ins Freie zu gehen. Er half ihr, aufzustehen und ging mit ihr in den Garten. Die alte Mutter genoss die gute Luft, wärmte sich an der Sonne und freute sich über die Blumen und Vögel rund um sie. Seit vielen Wochen schon hatte sie das Haus nicht verlassen.

Aber plötzlich riss der Riemen an ihrer Sandale und sie musste stehen bleiben. Rabbi Tarfon erschrak. Was tun? Mit einer Sandale konnte doch die Mutter nicht gehen. Den Riemen wieder anzuknüpfen aber war am Schabbat verboten. Und wenn die kranke und schwache Mutter barfuß zurückging, könnte sie sich auf den kalten Steinen erkälten!

Was tat Rabbi Tarfon? Er bückte sich und legte seine Hände unter die Füße der Mutter, und so ging sie auf den Händen ihres Sohnes langsam zurück, bis sie wieder an ihr Bett kam und sich zur Ruhe legen konnte.

Einige Zeit danach erkrankte Rabbi Tarfon. Seine Freunde, große Torah-Gelehrte, kamen ihn besuchen. Als die alte Mutter sie kommen sah, rief sie die Besucher zu sich und sagte: „Betet für meinen Sohn Tarfon, dass er schnell wieder gesund werde! Er ehrt mich doch so sehr!“

Da fragten die Besucher: „Was hat er denn so Besonderes getan?“

Die Mutter erzählte, wie sie auf seinen Händen gegangen war, als ihr Schuhriemen gerissen war.

Und die Weisen antworteten ihr: Selbst wenn er viele tausend Mal so viel getan hätte, es wäre noch nicht die Hälfte der Ehre gewesen, die uns die Torah befohlen hat, um Vater und Mutter zu ehren!“
Kiduschin 31b
לֹ֥֖א תִּֿרְצָֽ֖ח׃ (ס) לֹ֣֖א תִּֿנְאָֽ֑ף׃ (ס) לֹ֣֖א תִּֿגְנֹֽ֔ב׃ (ס) לֹֽא־תַעֲנֶ֥ה בְרֵעֲךָ֖ עֵ֥ד שָֽׁקֶר׃ (ס)
13
13
Du sollst nicht morden. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht gegen den Mitmenschen als falschen Zeugen aussagen.
Du sollst nicht ehebrechen
Der Ausdruck נֵאוּף „Ehebruch“ bezieht sich auf die Sünde mit der Ehefrau eines Mannes. So steht im Vers, [וְאִישׁ אֲשֶׁר יִנְאַף אֶת אֵשֶׁת אִישׁ אֲשֶׁר יִנְאַף אֶת אֵשֶׁת רֵעֵהוּ] מוֹת יוּמַת הַנֹּאֵף וְהַנֹּאָפֶת „… getötet werde der Ehebrecher und die Ehebrecherin“ (Waj. 20:10). Weiters heißt es (Jech. 16:32) הָאִשָּׁה הַמְּנָאָפֶת תַּחַת אִישָׁהּ תִּקַּח אֶת זָרִים „eine Ehebrecherin, die statt ihres Mannes Fremde nimmt“.
Raschi
Du sollst nicht ehebrechen
Der Ausdruck נֵאוּף bezieht sich auf jeden Intimverkehr, der halachisch verboten ist.
Seforno, Chiskuni
Du sollst nicht stehlen
Das Verbot לֹא תִגְנֹב „du sollst nicht stehlen“ in diesem Vers spricht von dem, der Menschen stiehlt [Entführung]. Hingegen spricht das Verbot לֹא תִּגְנֹבוּ „du sollst nicht stehlen“ (Paraschat Kedoschim, Waj. 19:11) von dem, der Vermögen stiehlt.
Woher wissen wir das? Vielleicht ist es umgekehrt – hier spricht der Vers von Diebstahl, und weiter [in Paraschat Kedoschim] von Entführung? Du musst die Regel anwenden „Lerne eine Sache aus dem Zusammenhang“ (דָּבָר הַלָּמֵד מֵעִנְיָנוֹ): So wie „du sollst nicht morden“, „du sollst nicht ehebrechen“ von einer Sache spricht, worauf gerichtliche Todesstrafe (מִיתַת בֵּית דִּין) steht, ist auch hier „du sollst nicht stehlen“ eine Sache, auf die gerichtliche Todesstrafe steht.
Raschi
Du sollst nicht stehlen
Das Verbot לֹא תִגְנֹב enthält: Entführung („Stehlen“ eines Menschen, Freiheitsberaubung); Stehlen von Vermögen; und Vortäuschung, Irreführung (גְּנֵבַת דַּעַת).
Seforno
Du sollst nicht gegen den Mitmenschen als falschen Zeugen aussagen
Darin sind zwei Verbote enthalten: Sage nicht als falscher Zeuge aus; beauftrage keine anderen als falsche Zeugen.
Ibn Esra
Im engen Sinn bezieht sich dieses Verbot auf denjenigen, der vor dem Bet Din falsch aussagt. Enthalten ist darin auch derjenige, der Klatsch verbreitet (רְכִילוּת) oder Gerüchte über andere in die Welt setzt (הוֹצָאַת שֵׁם רַע).
Seforno
לֹ֥א תַחְמֹ֖ד בֵּ֣ית רֵעֶ֑ךָ לֹֽא־תַחְמֹ֞ד אֵ֣שֶׁת רֵעֶ֗ךָ וְעַבְדּ֤וֹ וַאֲמָתוֹ֙ וְשׁוֹר֣וֹ וַחֲמֹר֔וֹ וְכֹ֖ל אֲשֶׁ֥ר לְרֵעֶֽךָ׃ (פ)
14
14
Begehre nicht das Haus deines Mitmenschen: Begehre nicht die Ehefrau deines Mitmenschen, seinen Diener, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, oder sonst irgendetwas, was deinem Mitmenschen gehört.
Begehre nicht
„Begehre nicht das Haus deines Mitmenschen“ ist das allgemeine Verbot, das mit den nachfolgenden Themen näher ausgeführt wird. Begehre nicht das Haus deines Mitmenschen mit allem, was darin zu finden ist: die Ehefrau deines Mitmenschen, seinen Diener usw.
Mechilta
Begehre nicht die Ehefrau deines Mitmenschen
Führe nicht herbei, dass er sich scheiden lasse, damit du sie heiraten kannst. Doch spricht dieser Vers nicht vom Ehebruch, denn dieses Verbot ist bereits direkt ausgesprochen (Vers 12) לֹא תִנְאָף „Du sollst nicht ehebrechen“.
Chiskuni