וְעָשִׂ֥יתָ כַפֹּ֖רֶת זָהָ֣ב טָה֑וֹר אַמָּתַ֤יִם וָחֵ֙צִי֙ אָרְכָּ֔הּ וְאַמָּ֥ה וָחֵ֖צִי רָחְבָּֽהּ׃
17
17
Fertige einen Deckel für die Truhe aus reinem Gold, 21/2 Ellen lang und 11/2 Ellen breit.
einen Deckel: einen Deckel für die Truhe, die oben offen war, und er legte den Deckel wie eine Platte darauf.
Raschi
21/2 Ellen lang
Die Länge des Deckels war gleich der Länge der Truhe, und seine Breite gleich der Breite der Truhe; er lag auf der Dicke der vier Wände. Und obwohl der Vers kein Maß für die Dicke angegeben hat, haben unsere Lehrer erklärt (Sukka 5a), dass seine Dicke eine Handbreite [tefach, ca. 8 cm] betrug.
Raschi
וְעָשִׂ֛יתָ שְׁנַ֥יִם כְּרֻבִ֖ים זָהָ֑ב מִקְשָׁה֙ תַּעֲשֶׂ֣ה אֹתָ֔ם מִשְּׁנֵ֖י קְצ֥וֹת הַכַּפֹּֽרֶת׃
18
18
*Fertige zwei Cheruwim* (Engelwesen) aus Gold, aus einem Stück sollen sie gearbeitet sein, an den zwei Enden des Deckels.**
Cheruwim
Sie hatten die Form des Gesichts eines Kindes (Sukka 5b).
Raschi
aus einem Stück sollen sie gearbeitet sein
מִקְשָׁה תַּעֲשֶׂה אֹתָם, wörtl. getriebene Arbeit sollst du sie machen. Mache sie nicht für sich, um sie erst danach an den Enden des Deckels zu befestigen, wie die Goldschmiede tun, soldez „löten“ auf Französisch. Sondern lege schon beim Beginn der Anfertigung des Deckels ein großes Stück Gold hin und schlage mit großem und kleinem Hammer in die Mitte, dass die Enden überstehen, und forme die Cheruwim aus den überstehenden Enden.
Raschi
aus einem Stück
מִקְשָׁה „getrieben“, „geschlagen“ (batediz auf Französisch), wie (Dan. 5:6) דָּא לְדָא נָקְשָׁן „[seine Knie] schlugen aneinander“.
Raschi
Enden des Deckels
קְצוֹת הַכַּפֹּרֶת „Enden des Deckels“ bedeutet: nicht an den Enden der Breitseite des Deckels, sondern an den Enden der Längsseite steht je einer der Cheruwim.
Raschi
וַ֠עֲשֵׂה כְּר֨וּב אֶחָ֤ד מִקָּצָה֙ מִזֶּ֔ה וּכְרוּב־אֶחָ֥ד מִקָּצָ֖ה מִזֶּ֑ה מִן־הַכַּפֹּ֛רֶת תַּעֲשׂ֥וּ אֶת־הַכְּרֻבִ֖ים עַל־שְׁנֵ֥י קְצוֹתָֽיו׃
19
19
*Einen Cheruw mache aus dem Ende von dieser Seite und einen Cheruw aus dem Ende von der anderen Seite; aus dem Deckel sollt ihr die Cheruwim an seinen beiden Enden herausarbeiten.*
Einen Cheruw mache aus dem Ende von dieser Seite
Dass du nicht sagest, zwei Cheruwim an jedem Ende, darum muss der Vers erklären כְּרוּב אֶחָד מִקָּצָה מִזֶּה „einen Cheruw aus dem Ende von dieser Seite“.
Raschi
aus dem Deckel selbst sollt ihr herausarbeiten: aus dem Deckel selbst macht die Cheruwim, das ist die Erklärung von (voriger Vers) מִקְשָׁה תַּעֲשֶֹה אוֹתָם „aus einem Stück sollen sie gearbeitet sein“ – mache sie nicht für sich, um sie dann mit dem Deckel zu verbinden.
Raschi
וְהָי֣וּ הַכְּרֻבִים֩ פֹּרְשֵׂ֨י כְנָפַ֜יִם לְמַ֗עְלָה סֹכְכִ֤ים בְּכַנְפֵיהֶם֙ עַל־הַכַּפֹּ֔רֶת וּפְנֵיהֶ֖ם אִ֣ישׁ אֶל־אָחִ֑יו אֶל־הַכַּפֹּ֔רֶת יִהְי֖וּ פְּנֵ֥י הַכְּרֻבִֽים׃
20
20
*Die Cheruwim sollen die Flügel nach oben hin ausbreiten, sodass sie den Deckel mit ihren Flügeln bedecken, und ihre Gesichter sollen einander zugewandt sein, dem Deckel zugewandt sollen die Gesichter der Cheruwim sein.*
die Flügel nach oben hin ausbreiten
Mache ihre Flügel nicht liegend, sondern ausgebreitet und neben ihren Köpfen zur Höhe erhoben, sodass der Raum zwischen den Flügeln und dem Deckel zehn Handbreiten (עֲשָׂרָה טְפָחִים) beträgt, wie in der Gemara Sukka (5b) steht.
Raschi
וְנָתַתָּ֧ אֶת־הַכַּפֹּ֛רֶת עַל־הָאָרֹ֖ן מִלְמָ֑עְלָה וְאֶל־הָ֣אָרֹ֔ן תִּתֵּן֙ אֶת־הָ֣עֵדֻ֔ת אֲשֶׁ֥ר אֶתֵּ֖ן אֵלֶֽיךָ׃
21
21
Lege den Deckel oben auf die Truhe, und in die Truhe lege die Tafeln des Bundes als Bezeugung, die Ich dir geben werde.
in die Truhe lege das Gesetz
Ich weiß nicht, warum es doppelt steht, da der Vers (16) schon sagte, וְנָתַתָּ אֶל הָאָרוֹן אֵת הָעֵדֻת „lege in die Truhe die [Tafeln des Bundes als] Bezeugung“. Man kann sagen, er will damit lehren, dass man, solange die Truhe für sich ist, ohne den Deckel, zuerst das Gesetz hineinlege und dann erst den Deckel darauflege. So finden wir auch, als er das Mischkan aufrichtete, heißt es (Schem. 40:20) וַיִּתֵּן אֶת הָעֵדוּת אֶל הָאָרוֹן „er legte die [Tafeln des Bundes als] Bezeugung in die Truhe“, und dann וַיִּתֵּן אֶת הַכַּפֹּרֶת עַל הָאָרוֹן מִלְמָעְלָה „er legte den Deckel oben auf die Truhe“.
Raschi
Bezeugung
עֵדוּת „Bezeugung“: die Torah, die eine Bezeugung (עֵדוּת) ist zwischen Mir und euch, dass Ich euch die in ihr geschriebenen Gebote (Mizwot) befohlen habe.
Raschi zu Schemot 25:16
וְנוֹעַדְתִּ֣י לְךָ֮ שָׁם֒ וְדִבַּרְתִּ֨י אִתְּךָ֜ מֵעַ֣ל הַכַּפֹּ֗רֶת מִבֵּין֙ שְׁנֵ֣י הַכְּרֻבִ֔ים אֲשֶׁ֖ר עַל־אֲרֹ֣ן הָעֵדֻ֑ת אֵ֣ת כָּל־אֲשֶׁ֧ר אֲצַוֶּ֛ה אוֹתְךָ֖ אֶל־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ (פ)
22
22
*Dort werde Ich zusammenkommen mit dir und mit dir sprechen, von dem Deckel herab zwischen den beiden Cheruwim, die auf der Gesetzestruhe sind, alles, was Ich dir für die Kinder Israel befehle.*
Dort werde Ich zusammenkommen mit dir
וְנוֹעַדְתִּי „werde Ich zusammenkommen“: wenn Ich dir eine Zusammenkunft bestimme, um mit dir zu sprechen, dann werde Ich jenen Ort zur Zusammenkunft bestimmen, dass Ich dorthin komme, um mit dir zu sprechen.
Raschi
von dem Deckel herab
An anderer Stelle sagt der Vers (Waj. 1:1) וַיְדַבֵּר ה׳ אֵלָיו מֵאֹהֶל מוֹעֵד לֵאמֹר „der Ewige sprach zu ihm aus dem Zelt der Zusammenkunft“, das ist das Mischkan außerhalb des Vorhanges vor dem Allerheiligsten. Daraus ergibt sich, dass die beiden Verse einander widersprechen, darum kommt der dritte Vers (Bam. 7:89) und entscheidet zwischen ihnen: וּבְבֹא מֹשֶׁה אֶל אֹהֶל מוֹעֵד לְדַבֵּר אִתּוֹ „wenn Mosche ins Zelt der Zusammenkunft hineinging, dass Er mit ihm spreche“, וַיִּשְׁמַע אֶת הַקּוֹל מִדַּבֵּר אֵלָיו מֵעַל הַכַּפֹּרֶת „so hörte er die Stimme vom Deckel herunter zu sich sprechen“. Mosche ging ins Mischkan, und sobald er in den Eingang eingetreten war, kam die Stimme vom Himmel herab zwischen die beiden Cheruwim, und von dort kam sie heraus und wurde von Mosche im Zelt der Zusammenkunft gehört.
Raschi
alles, was Ich dir für die Kinder Israel befehle
Der Buchstabe ו (Waw) im Wort וְאֵת* [כָּל אֲשֶׁר אֲצַוֶּה אוֹתְךָ] „und alles, was Ich dir für die Kinder Israel zu befehlen habe“, ist übrig und angehängt. Ähnliches kommt oft im Vers vor, und du musst es so erklären: „und was Ich dort mit dir spreche, ist alles, was Ich dir für die Kinder Israel befehle“.
Raschi
\* in unseren Chumaschim steht nicht וְאֵת, sondern אֵת.
וְעָשִׂ֨יתָ לּ֥וֹ מִסְגֶּ֛רֶת טֹ֖פַח סָבִ֑יב וְעָשִׂ֧יתָ זֵר־זָהָ֛ב לְמִסְגַּרְתּ֖וֹ סָבִֽיב׃
25
25
Bringe an dem Tisch eine handbreite Leiste rundum an und bringe die Kante um die Leiste herum an.
handbreit: im Hebräischen טֶפַח – tefach, ca. 8 cm.
Leiste
מִסְגֶּרֶת, wie der Targum sagt גְּדָנְפָא „Leiste“, „Einfassung“. Die Weisen Israels sind darüber verschiedener Meinung. Manche sagen, sie war oberhalb rings um den Tisch, wie die Leisten am Rand des Tisches der Fürsten. Und manche sagen, sie war unten von Fuß zu Fuß an den vier Seiten des Tisches befestigt, und die Platte des Tisches lag auf dieser Leiste (Menachot 96b).
Raschi
Kante um die Leiste
זֵר זָהָב לְמִסְגַּרְתּוֹ „Kante um die Leiste“: das ist die zuvor erwähnte Krone (Vers 24), und der Vers erklärt dir hier, dass sie sich über der Leiste befand.
Raschi
לְעֻמַּת֙ הַמִּסְגֶּ֔רֶת תִּהְיֶ֖יןָ הַטַּבָּעֹ֑ת לְבָתִּ֣ים לְבַדִּ֔ים לָשֵׂ֖את אֶת־הַשֻּׁלְחָֽן׃
27
27
Der Leiste gegenüber sollen die Ringe sein, als Gehäuse für die Stangen, damit der Tisch zu tragen ist.
Der Leiste gegenüber sollen die Ringe sein: an den Füßen befestigt, den Enden der Leiste gegenüber.
Raschi
als Gehäuse für die Stangen: jene Ringe seien die Gehäuse, um die Stangen in sie hineinzulegen. Das Wort לְבָתִּים bedeutet, als Gehäuse zu dienen.
Raschi
für die Stangen
לְבַדִּים „für die Stangen“, wie der Targum sagt אַתְרָא לַאֲרִיחַיָּא „als Ort für die Stangen“.
Raschi
וְעָשִׂ֨יתָ קְּעָרֹתָ֜יו וְכַפֹּתָ֗יו וּקְשׂוֹתָיו֙ וּמְנַקִּיֹּתָ֔יו אֲשֶׁ֥ר יֻסַּ֖ךְ בָּהֵ֑ן זָהָ֥ב טָה֖וֹר תַּעֲשֶׂ֥ה אֹתָֽם׃
29
29
Fertige Schüsseln und Schalen und Gestelle und Röhren zum Bedecken; aus reinem Gold sollst du sie anfertigen.
Schüsseln und Schalen
קְעָרוֹתָיו „seine Schüsseln“, das ist die Form, die gleich der Form des Brotes gemacht war (Menachot 97a).
Das Brot war gleich einem von beiden Seiten offenen Schrank gemacht. Es hatte unten einen Boden. Man bog es an zwei Seiten gleich Wänden in die Höhe. Darum wird es לֶחֶם הַפָּנִים „Schaubrot“ genannt, weil es Vorderseiten hatte, die nach beiden Seiten den Wänden des Hauses zugewandt waren, da und dort. Man legte seine Länge über die Breite des Tisches, und die Wände waren dem Rand des Tisches gegenüber aufgerichtet. Es war dafür eine Form aus Gold und eine Form aus Eisen gemacht. In der Form aus Eisen wurde es gebacken, und wenn man es aus dem Ofen nahm, legte man es bis morgen am Schabbat, wenn man es auf dem Tisch ordnete, in die Form aus Gold. Jene Form wurde קְעָרָה „Schüssel“ genannt (Menachot 97a).
Raschi
und seine Schalen
וְכַפּוֹתָיו „seine Schalen“: Becher, in die man Weihrauch legte. Es waren zwei für die zwei Hände voll Weihrauch, die man zu den zwei Schichten des Brotes hinzufügte. So steht (Waj. 24:7) וְנָתַתָּ עַל הַמַּעֲרֶכֶת לְבוֹנָה זַכָּה „füge zu jeder Schicht reinen Weihrauch hinzu“ (Menachot 97a).
Raschi
und seine Röhren
וּקְשׂוֹתָיו „seine Röhren“: eine Art Hälften von hohlen und in der Länge gespaltenen Röhren, Halbröhren. Gleich solchen machte man aus Gold und ordnete drei über jedem der Brote, damit das nächste Brot auf diesen Röhren ruhe. Sie trennte zwischen einem Brot und dem anderen, damit die Luft dazwischenkomme und sie nicht schimmlig würden (Menachot 97a). Im Arabischen wird jeder hohle Gegenstand קסוא genannt.
Raschi
und seine Gestelle
וּמְנַקִּיּוֹתָיו, der Targum sagt וּמְכִילָתֵיהּ, „Gestelle“. Es waren Gestelle in der Form von Stangen, aus Gold, die auf der Erde standen und über den Tisch weit emporragten, der Höhe der Brotschicht entsprechend. Und sie hatten sechs (fünf) Seitenarme, einen Arm über dem anderen, und die Enden der Halbröhren, die zwischen einem Brot und dem anderen lagen, stützten sich auf jene Seitenarme, damit nicht die Last der oberen Brote zu schwer auf den unteren liege und diese zerbrächen.
Der Ausdruck מְכִילָתֵיה im Targum bedeutet „Träger“, wie (Jirm. 6:11) נִלְאֵיתִי הָכִיל „ich vermag ihn nicht ertragen“. Aber wieso der Ausdruck מְנַקִּיּוֹת die Seitenarme bezeichnet, weiß ich nicht. Manche von den Weisen Israels sagen (Menachot 96a), קְשׂוֹתָיו sind die Seitenarme, weil sie das Brot festmachen (מַּקְשִׁין) und stützen, dass es nicht zerbreche, und מְנַקִּיּוֹתָיו sind die Halbröhren, weil sie es rein erhalten, dass es nicht schimmle. Aber Onkelos, indem er mit מְכִילָתֵיהּ übersetzt, lernte wie derjenige, der מְנַקִּיּוֹת mit Seitenarmen erklärt.
Raschi
Mit denen er bedeckt wird
אֲשֶׁר יֻסַּךְ בָּהֵן im Sinn von: mit denen er überdeckt wird. Von den Halbröhren sagt der Vers, dass er bedeckt wird, weil sie wie ein Dach und eine Decke darüber waren, und ebenso sagt er an anderer Stelle (Bam. 4:7) וְאֵת קְשׂוֹת הַנָּסֶךְ „die deckenden Röhren“; beide Formen יֻסַּךְ und הַנֶּסֶךְ bedeuten „Dach“ und „Decke“.
Raschi
וְעָשִׂ֥יתָ מְנֹרַ֖ת זָהָ֣ב טָה֑וֹר מִקְשָׁ֞ה תֵּעָשֶׂ֤ה הַמְּנוֹרָה֙ יְרֵכָ֣הּ וְקָנָ֔הּ גְּבִיעֶ֛יהָ כַּפְתֹּרֶ֥יהָ וּפְרָחֶ֖יהָ מִמֶּ֥נָּה יִהְיֽוּ׃
31
31
Fertige einen reinen goldenen Leuchter, aus einem einzigen Stück gefertigt werde der Leuchter, sein Sockel und sein Schaft; seine Kelche, seine Knäufe und Blüten sollen aus ihm hervorgehen.
aus einem einzigen Stück gefertigt werde der Leuchter
Man mache ihn nicht aus Einzelstücken und mache nicht seine Arme und seine Ölbehälter aus einzelnen Teilen, um sie nachher zu verbinden, wie die Goldschmiede löten (solder auf Französisch). Sondern der ganze Leuchter werde aus einem Stück gemacht, er schlägt mit dem Hammer und schneidet mit dem Handwerksgerät und trennt die Arme nach beiden Seiten.
Raschi
aus einem einzigen Stück
Das Wort מִקְשָׁה übersetzt der Targum als נְגִיד „ziehen“: er ziehe die Glieder aus dem Block nach beiden Seiten, indem er mit dem Hammer daraufschlägt; das Wort מִקְשָׁה bedeutet „Hammerschlag“ (batediz auf Französisch), wie (Dan. 5:6) דָּא לְדָא נָקְשָׁן „schlugen aneinander“.
Raschi
„schlugen aneinander“: Während eines Gelages beim babylonischen König Belschatzar, bei dem aus geraubten Gefäßen des Heiligtums getrunken wurde, erschien eine Hand und schrieb an die Wand. Belschatzar wurde bleich, seine Gedanken wirr und seine Knie „schlugen aneinander“.
gefertigt werde der Leuchter: von selbst. Weil es Mosche schwer erschien, sagte der Ewige zu ihm: Wirf das Gold ins Feuer, und der Leuchter entsteht von selbst; darum steht nicht תַּעֲשֶׂה „du sollst fertigen“, sondern תֵּיעָשֶׂה „es soll gefertigt werden“.
Raschi
sein Sockel
יְרֵכָהּ „sein Sockel“: das ist der Fuß unten, der wie ein Kasten gemacht war, aus dem unten drei Füße hervorgingen.
Raschi
Schaft: im Hebräischen קָנָהּ. Ein gerader, lang gestreckter Teil eines Gegenstandes (z.B. bei Werkzeugen); Stamm eines Baumes. Ein gerader, lang gestreckter Grundkörper eines Gegenstandes, der als Verbindung oder Stütze dient.
Das mittlere Rohr, das in der Mitte des Sockels hinaufging, senkrecht aufgerichtet war und auf dem sich das mittlere Licht befand, das wie ein Becher gemacht war, um das Öl hineinzugießen und den Docht hineinzulegen.
Raschi
Kelch: im Hebräischen גְּבִיעַ. Ein Trinkglas.
Die Kelche waren wie lange, enge Trinkgefäße, die man aus Glas macht und auf Französisch madrins heißen. Nur waren diese aus Gold gemacht, aus jedem Rohr nach außen hervortretend, gleich der Anzahl, die der Vers für sie angegeben hat; sie waren rein zum Schmuck da.
Raschi
rein zum Schmuck: und nicht zur Aufnahme von Öl oder zu einem anderen praktischen Gebrauch.
Dawek Tow, Ba’er Hetew
Knauf, Knäufe: im Hebräischen כַּפְתּוֹר. Ein kugel- oder knopfartiger Griff.
Die Knäufe hatten die Form von Äpfeln, waren rund von allen Seiten, und traten rings um das mittlere Rohr hervor, wie man solche an den Leuchtern anbringt, die vor den Fürsten stehen. Auf Französisch nennt man das pomels „apfelförmiger Schmuck“. Ihre Beschreibung kommt weiter in diesem Abschnitt vor, wieviel Knäufe aus ihm hervortraten und wieviel zwischen einem Knauf und dem anderen glatt war.
Raschi
und seine Blüten
Es waren Verzierungen in der Form von Blüten daran gemacht.
Raschi
sollen aus ihm hervorgehen
מִמֶּנָּה יִהְיוּ, wörtl. sollen aus ihm [selbst] sein. Alles aus getriebener Arbeit ging aus dem einen Block hervor und sollte nicht für sich gemacht werden, um es danach daran zu befestigen.
Raschi
Raschi erklärt zwar zu Beginn des Verses, das Wort מִקְשָׁה „getrieben“ aus einem einzigen Stück, bezeichne die Herstellung aus einem einzigen Stück Gold, doch könnte sich das rein auf den Schaft des Leuchters beziehen. Man könnte annehmen, dass die restlichen Einzelteile gesondert gefertigt und später angebracht werden. Nach der Aufzählung aller Einzelteile nennt der Vers die Worte מִמֶּנָּה יִהְיוּ „sollen aus ihm selbst sein“, um festzuhalten, dass alle Bestandteile des Leuchters zusammen aus einem einzigen Stück Gold getrieben werden.
Ijune Raschi
וְשִׁשָּׁ֣ה קָנִ֔ים יֹצְאִ֖ים מִצִּדֶּ֑יהָ שְׁלֹשָׁ֣ה ׀ קְנֵ֣י מְנֹרָ֗ה מִצִּדָּהּ֙ הָאֶחָ֔ד וּשְׁלֹשָׁה֙ קְנֵ֣י מְנֹרָ֔ה מִצִּדָּ֖הּ הַשֵּׁנִֽי׃
32
32
Sechs Arme sollen von den Seiten des Leuchters ausgehen, drei Arme des Leuchters auf der einen Seite und drei Arme des Leuchters auf der anderen Seite.
sollen von den Seiten ausgehen
Sie zogen sich schräg nach beiden Seiten und stiegen bis zur Höhe des Leuchters empor, das ist des mittleren Rohres. Sie kamen aus dem mittleren Rohr hervor, eines über dem anderen, das untere war das längste, das darüber war kürzer, und das oberste war kürzer als dieses, weil die Höhe ihrer Spitze mit der Höhe des mittleren siebten Rohres, aus dem die sechs Arme hervorgingen, gleich war.
Raschi
שְׁלֹשָׁ֣ה גְ֠בִעִים מְֽשֻׁקָּדִ֞ים בַּקָּנֶ֣ה הָאֶחָד֮ כַּפְתֹּ֣ר וָפֶרַח֒ וּשְׁלֹשָׁ֣ה גְבִעִ֗ים מְשֻׁקָּדִ֛ים בַּקָּנֶ֥ה הָאֶחָ֖ד כַּפְתֹּ֣ר וָפָ֑רַח כֵּ֚ן לְשֵׁ֣שֶׁת הַקָּנִ֔ים הַיֹּצְאִ֖ים מִן־הַמְּנֹרָֽה׃
33
33
Drei mandelförmige Kelche seien an dem einen Arm, ein Knauf und eine Blüte, und drei mandelförmige Kelche auch an dem anderen Arm, ein Knauf und eine Blüte; so soll es sein an den sechs Armen, die von dem Leuchter ausgehen.
mandelförmig
מְשֻׁקָּדִים „mandelförmig“. Nach dem Targum, der mit מְצָיְרִין übersetzt, waren sie mit einem eingeprägten Muster verziert, wie es bei silbernen und goldenen Gefäßen üblich ist. Auf Französisch nennt man das neeler „gravieren“.
Raschi
drei Kelche traten aus jedem Arm hervor.
Raschi
ein Knauf und eine Blüte
[Der Vers könnte verstanden werden, dass die Kelche mit „Knauf und Blüte“ verziert seien. Raschi erklärt, dass das nicht die Bedeutung ist:]
ein Knauf und eine Blüte: waren an jedem Arm.
Raschi
וּבַמְּנֹרָ֖ה אַרְבָּעָ֣ה גְבִעִ֑ים מְשֻׁקָּדִ֔ים כַּפְתֹּרֶ֖יהָ וּפְרָחֶֽיהָ׃
34
34
Und an dem Leuchter seien vier mandelförmige Kelche mit Knäufen und Blüten.
Und an dem Leuchter seien vier Kelche
Am Leuchter selbst waren vier Kelche, einer ging unterhalb der Arme hervor und drei über der Stelle, aus der die Arme hervorkamen, die aus seiner Seite kamen.
Raschi
mandelförmig
Das ist einer der fünf Verse, die sich nicht entscheiden lassen (Joma 52a). Es ist nämlich nicht zu entscheiden, [ob sich das Wort מְשֻׁקָּדִים „mandelförmig“ auf das Wort zuvor bezieht oder auf das Wort danach:] גְּבִיעִים מְשֻׁקָּדִים „mandelförmige Kelche“, oder מְשֻׁקָּדִים כַּפְתּוֹרֶיהָ וּפְרָחֶיהָ „mandelförmig seine Knäufe und Blüten“.
Raschi
וְכַפְתֹּ֡ר תַּחַת֩ שְׁנֵ֨י הַקָּנִ֜ים מִמֶּ֗נָּה וְכַפְתֹּר֙ תַּ֣חַת שְׁנֵ֤י הַקָּנִים֙ מִמֶּ֔נָּה וְכַפְתֹּ֕ר תַּחַת־שְׁנֵ֥י הַקָּנִ֖ים מִמֶּ֑נָּה לְשֵׁ֙שֶׁת֙ הַקָּנִ֔ים הַיֹּצְאִ֖ים מִן־הַמְּנֹרָֽה׃
35
35
Ein Knauf befinde sich unterhalb der zwei von ihm ausgehenden Arme und wieder ein Knauf unterhalb der zwei von ihm ausgehenden Arme und wieder ein Knauf unterhalb der zwei von ihm ausgehenden Arme, an den sechs Armen, die von dem Leuchter ausgehen.
Ein Knauf befinde sich unterhalb der zwei Arme: aus dem Knauf zogen sich die Arme aus den beiden Seiten dahin und dorthin heraus. So haben wir in Baraita Malechet haMischkan (10:4) gelernt: Die Höhe des Leuchters betrug achtzehn Tefachim [Handbreit], die Füße und die Blüte drei Tefachim, das ist die Blüte, die beim Fuß erwähnt wird. So heißt es (Bam. 8:4) עַד יְרֵכָהּ עַד פִּרְחָהּ „sowohl sein Sockel als auch sein Blüte“. Zwei Tefachim waren glatt, und ein Tefach, an der ein Kelch von den vier Kelchen und ein Knauf und eine Blüte von den zwei Knäufen und den zwei Blüten, die am Leuchter selbst erwähnt werden, waren.
So steht (voriger Vers) מְשֻׁקָּדִים כַּפְתּוֹרֶיהָ וּפְרָחֶיהָ „mandelförmig, seine Knäufe und seine Blüten“. Daraus entnehmen wird, dass am Stamm zwei Knäufe und zwei Blüten waren außer den drei Knäufen, aus denen sich die drei Arme herauszogen, wie es heißt „ein Knauf unterhalb von zwei Armen“, und zwei Tefachim glatt, und ein Tefach war ein Knauf, aus dem zwei Arme nach beiden Seiten hervorgingen, die sich bis zur Höhe des Leuchters nach oben zogen. Ein Tefach war glatt und ein Tefach ein Knauf, aus dem zwei Arme hervorgingen. Ein Tefach war glatt und ein Tefach ein Knauf, aus dem zwei Arme hervorgingen, die sich bis zur Höhe des Leuchtes nach oben zogen. Zwei Tefachim waren glatt. Es blieben also noch drei Tefachim, an denen drei Kelche und ein Knauf und eine Blüte waren. Es ergeben sich daraus 22 Kelche, 18 an den 6 Armen, 3 an jedem einzelnen, und 4 am Leuchter selbst, das sind 22. Und 11 Knäufe, 6 an den 6 Armen und 3 am Leuchter selbst, aus denen die Arme hervorgingen, und noch 2 am Leuchter. So steht „mandelförmig seine Knäufe“, die kleinste Mehrzahl Knäufe aber beträgt zwei. Einer war unten am Sockel und der eine in den drei obersten Tefachim bei den drei Kelchen. Und neun Blüten waren an ihm, sechs an den sechs Armen, so steht (Vers 33) בַּקָּנֶה הָאֶחָד כַּפְתֹּר וָפֶרַח „an einem Arm Knauf und Blüte“; und drei am Leuchter, so steht (voriger Vers)
מְשֻׁקָּדִים כַּפְתּוֹרֶיהָ וּפְרָחֶיהָ „mandelförmig seine Knäufe und seine Blüten“, die kleinste Mehrzahl Blüten beträgt zwei. Und eine, die in Paraschat Behaalotcha (Bam. 8) enthalten ist, „sowohl sein Sockel als auch sein Blüte“. Wenn du die hier nieder¬geschriebene Mischna genau lernst, wirst du alle Teile nach ihrer Anzahl finden, ein jedes an seiner Stelle.
Raschi
וְעָשִׂ֥יתָ אֶת־נֵרֹתֶ֖יהָ שִׁבְעָ֑ה וְהֶֽעֱלָה֙ אֶת־נֵ֣רֹתֶ֔יהָ וְהֵאִ֖יר עַל־עֵ֥בֶר פָּנֶֽיהָ׃
37
37
Fertige für ihn sieben Lichter und setze sie so auf, dass beim Zünden seiner Lichter sie nach der Vorderseite hin leuchten.
Lichter
נֵרֹתֶיהָ, Ölbehälter des Leuchters, eine Art Becher, in die man das Öl und die Dochte legte.
Raschi
nach der Vorderseite hin leuchten
Wende die Mündung der sechs Ölbehälter an der Spitze der Arme, die aus den Seiten hervorgehen, zum mittleren Arm hin, damit die Lichter, wenn du sie anzündest, nach seiner Vorderseite hin leuchten; ihr Licht sei zur Vorderseite des mittleren Rohres hin gewandt.
Raschi
Die Aufsätze der Ölbehälter an den Armen des Leuchters waren nicht vollkommen rund. Sie besaßen jeweils eine Mündung, ähnlich einem seitlich hervorstehenden Ausguss, auf dem der Docht lag. Der Vers weist an, dass die Ausgüsse dieser sechs Ölbehälter so auszurichten sind, dass sie dem mittleren Rohr zugewandt sind. Dadurch soll das Licht der sechs Arme beim Anzünden des Leuchters in die Richtung des Schaftes leuchten.
Misrachi
וּמַלְקָחֶ֥יהָ וּמַחְתֹּתֶ֖יהָ זָהָ֥ב טָהֽוֹר׃
38
38
Und seine Pinzetten und Pfannen seien aus reinem Gold.
Pinzetten
מַלְקָחֶיהָ „seine Pinzetten“: das sind kleine Zangen, gemacht, um damit die Dochte aus dem Öl zu nehmen, um sie geradezulegen und in die Mündung der Ölbehälter zu ziehen; weil man damit „anfasst“, hebr. לּוֹקְחִים, wird das Gerät מֶלְקָחַיִם genannt; das Wort צֵיבְתַהָא im Targum Onkelos kommt von צְבַת „Zange“, auf Französisch tenailles.
Raschi
Pfannen
מַחְתּוֹתֶיהָ „seine Pfannen“: das war eine Art kleiner Becher, mit denen man die Asche im Ölbehälter jeden Morgen herausnahm, wenn man die Ölbehälter von der Asche der Dochte reinigte, die in der Nacht gebrannt hatten und ausgegangen waren. Das Wort מַחְתָּה bedeutet auf Französisch puisedoire „Handschaufel“, [verbunden mit dem Verb לַחְתּוֹת „entnehmen“], wie im Vers (Jesch. 30:14) לַחְתּוֹת אֵשׁ מִיָּקוּד „eine brennende Kohle aus dem Feuer zu nehmen“.
Raschi
כִּכָּ֛ר זָהָ֥ב טָה֖וֹר יַעֲשֶׂ֣ה אֹתָ֑הּ אֵ֥ת כָּל־הַכֵּלִ֖ים הָאֵֽלֶּה׃
39
39
*Aus einem Kikar reinen Goldes fertige man den Leuchter mit allen diesen Geräten.*
Kikar: eine Gewichtsangabe.
*Aus einem Kikar reinen Goldes: ihr Gewicht mit allen ihren Geräten soll nur ein Kikar betragen, nicht weniger und nicht mehr. Das gewöhnliche Kikar hat 60 Mane; das heilige betrug das doppelte, 120 Mane. Mane ist ein Pfund, mit dem man Silber wiegt nach dem Gewicht von Köln, das sind 100 Gulden = 25 Sela, der Sela* = 4 Gulden.
Raschi
וּרְאֵ֖ה וַעֲשֵׂ֑ה בְּתַ֨בְנִיתָ֔ם אֲשֶׁר־אַתָּ֥ה מָרְאֶ֖ה בָּהָֽר׃ (ס)
40
40
Schaue darauf und fertige an, nach der Gestalt, die dir auf dem Berg gezeigt wurde.
Schaue darauf und fertige an: schaue hier auf dem Berg die Gestalt, die Ich dir zeige. Das lehrt, dass Mosche das Werk des Leuchters schwer fiel, bis ihm der Ewige einen Leuchter von Feuer zeigte (Menachot 29a).
Raschi
die dir auf dem Berg gezeigt wurde
אֲשֶׁר אַתָּה מָרְאֶה, wie der Targum sagt דְּאַתְּ מִתַּחְזֵי בְּטוּרָא „die dir auf dem Berg gezeigt wurde“. Wenn das Wort mit Patach punktiert wäre [מַרְאֶה], so wäre die Deutung „du zeigst anderen“. Jetzt aber, da es mit kurzem Kamatz punktiert ist [מָרְאֶה], ist die Deutung „dir ist gezeigt worden“, andere haben dir gezeigt. Die Punktierung unterscheidet Aktiv von Passiv.
Raschi
mit kurzem Kamatz (חֲטַף קָמָץ): auch Kamatz katan genannt.