וְאַתָּ֞ה תְּצַוֶּ֣ה ׀ אֶת־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל וְיִקְח֨וּ אֵלֶ֜יךָ שֶׁ֣מֶן זַ֥יִת זָ֛ךְ כָּתִ֖ית לַמָּא֑וֹר לְהַעֲלֹ֥ת נֵ֖ר תָּמִֽיד׃
20
20
Und du (Mosche) befiehl den Kindern Israel, dass sie dir reines Olivenöl, aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter bringen, damit man ständig das Licht der Menora anzünden kann.
Und du befiehl … reines: ohne Hefen, wie wir in Menachot (86a) lernen, er pflückt auf dem Wipfel des Ölbaumes.
Raschi
Denn die Oliven, die gut in der Sonne gereift sind, sind frei von Hefen.
Minchat Jehuda
aus zerstoßenen Oliven: d.h. nicht gepresst. Er stößt die Oliven im Mörser und presst sie nicht in der Olivenpresse, damit kein Bodensatz darin ist. Und erst nachdem er die erste Flüssigkeit herausgenommen hat, bringt er sie in die Presse und presst sie; das zweite, gepresste Öl ist für die Menora untauglich, aber geeignet für die Mehlopfer (מְנָחוֹת). So heißt es „aus gestoßenen Oliven für den Leuchter“, aber nicht „aus gestoßenen Oliven für die Mehlopfer“.
Raschi
damit man ständig das Licht der Menora anzünden kann
Er zündet so lange an, bis die Flamme von selbst emporsteigt (Schabbat 21a).
Raschi
ständig
תָּמִיד [wörtl. „ständig“ bedeutet] Nacht für Nacht, das wird „ständig“ genannt. So wie du sagst (Schem. 29:42) עוֹלַת תָּמִיד „ein ständiges Ganzopfer“, das auch nur Tag für Tag gebracht wird. So steht auch beim Mehlopfer, auf der Pfanne gebacken (מִנְחַת חֲבִתִּין), „ständig“, und es wird nur eine Hälfte am Morgen und die andere Hälfte am Nachmittag dargebracht. Im Gegensatz dazu bedeutet „ständig“, wie es vorgeschrieben ist beim Schaubrot (לֶחֶם הַפָּנִים) – ohne Unterbrechung von einem Schabbat bis zum nächsten.
Raschi
wie es vorgeschrieben ist beim Schaubrot: וְנָתַתָּ עַל הַשֻּׁלְחָן לֶחֶם פָּנִים לְפָנַי תָּמִיד „Und auf den Tisch sollst du ständig Schaubrot vor Mich legen“ (Schem. 25:30).
Vom Schaubrot ist nicht auf die Bedeutung des Wortes תָּמִיד beim Zünden des Leuchters zu schließen; beim Schaubrot lagen die Brote tatsächlich durchgehend und „ständig“ von einem Schabbat zum nächsten; als die Kohanim die Schaubrote vom Tisch nahmen, legten andere Kohanim bereits die neuen Brote an ihre Stelle (Menachot 99b).
Misrachi
בְּאֹ֣הֶל מוֹעֵד֩ מִח֨וּץ לַפָּרֹ֜כֶת אֲשֶׁ֣ר עַל־הָעֵדֻ֗ת יַעֲרֹךְ֩ אֹת֨וֹ אַהֲרֹ֧ן וּבָנָ֛יו מֵעֶ֥רֶב עַד־בֹּ֖קֶר לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה חֻקַּ֤ת עוֹלָם֙ לְדֹ֣רֹתָ֔ם מֵאֵ֖ת בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃ (ס)
21
21
Im Zelt der Zusammenkunft, außerhalb des Vorhanges, der vor den Tafeln des Bundes als Bezeugung ist, sollen Aharon und seine Söhne das Licht zurecht machen zum Brennen vom Abend bis zum Morgen vor dem Ewigen; das sei ein ewiges Gesetz für ihre Nachkommen. Von den Kindern Israel sei dieses Öl eine Abgabe.
Im Zelt der Zusammenkunft: Zusammenkunft (Treffen) G‑ttes mit Mosche Rabbenu und den Kindern Israel.
Aharon und seine Söhne
Der Buchstabe ו (Waw) von אַהֲרֹן וּבָנָיו hat hier die Bedeutung „oder“ – Aharon oder einer seiner Söhne.
Chiskuni
zurecht machen
יַעֲרֹךְ bedeutet das Zurechtmachen der Lichter. [Targum Onkelos]
יַעֲרֹךְ kommt vom Begriff הַעֲרָכָה „Abschätzung“ wie im Vers (Waj. 27:12) כְּעֶרְכְּךָ הַכֹּהֵן „laut der Schätzung des Kohen“, ein Abschätzen des benötigten Öles, damit die Lichter bis zum Morgen brennen.
Ibn Esra
vom Abend bis zum Morgen
Fülle die Menora mit genug Öl, damit sie vom Abend bis zum Morgen brenne. Die Weisen sel.A. haben berechnet (Menachot 89a), dass man ½ Log Öl für die langen Nächte im Monat Tewet braucht; und diese Menge wird für alle Nächte verwendet; und wenn Öl übrigbleibt, schadet es nicht.
Raschi
Log: ein Hohlmaß für Flüssigkeiten. Es entspricht dem Volumen von sechs Eiern (umgerechnet 345 ml).
וְאַתָּ֡ה הַקְרֵ֣ב אֵלֶיךָ֩ אֶת־אַהֲרֹ֨ן אָחִ֜יךָ וְאֶת־בָּנָ֣יו אִתּ֔וֹ מִתּ֛וֹךְ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל לְכַהֲנוֹ־לִ֑י אַהֲרֹ֕ן נָדָ֧ב וַאֲבִיה֛וּא אֶלְעָזָ֥ר וְאִיתָמָ֖ר בְּנֵ֥י אַהֲרֹֽן׃
1
1
Und du lass zu dir kommen deinen Bruder Aharon und seine Söhne mit ihm aus der Mitte der Kinder Israel, dass er Mir Kohen sei: Aharon, Nadaw und Awihu, Elasar und Itamar, die Söhne Aharons.
Und du lass zu dir kommen: nachdem du das Werk des Mischkan vollendet hast.
Raschi
וְעָשִׂ֥יתָ בִגְדֵי־קֹ֖דֶשׁ לְאַהֲרֹ֣ן אָחִ֑יךָ לְכָב֖וֹד וּלְתִפְאָֽרֶת׃
2
2
Und fertige heilige Gewänder für deinen Bruder Aharon, zur Ehre und zum Schmuck.
zur Ehre und zum Schmuck: der Kohen erscheine durch diese Gewänder ehrenvoll und geschmückt. [Ramban]
Damit soll gezeigt werden, dass G‑tt ihn auserwählte. [Lekach Tow]
Es ist nicht ehrenhaft, dass ein Diener G‑ttes in alltäglicher Kleidung seinen Dienst verrichtet. Der Begriff לְכָבוֹד „zur Ehre“ bezieht sich auf G‑tt: zu Ehren G‑ttes soll er diese Gewänder tragen.
Bechor Schor
וְאַתָּ֗ה תְּדַבֵּר֙ אֶל־כָּל־חַכְמֵי־לֵ֔ב אֲשֶׁ֥ר מִלֵּאתִ֖יו ר֣וּחַ חָכְמָ֑ה וְעָשׂ֞וּ אֶת־בִּגְדֵ֧י אַהֲרֹ֛ן לְקַדְּשׁ֖וֹ לְכַהֲנוֹ־לִֽי׃
3
3
Und du sollst mit allen reden, die ein weises Herz haben, die Ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, dass sie die Gewänder Aharons machen, um ihn zu heiligen, dass er Mir Kohen sei.
um ihn zu heiligen: dass er Mir Kohen sei; ihn zu heiligen, um ihn durch die Gewänder in die Kehuna einzuführen, dass er Mir Kohen sei; der Ausdruck Kehuna (כְּהֻנָּה) bedeutet „Dienst“; auf Französisch serjentrie „Dienst“, „Amt“.
Raschi
וְאֵ֨לֶּה הַבְּגָדִ֜ים אֲשֶׁ֣ר יַעֲשׂ֗וּ חֹ֤שֶׁן וְאֵפוֹד֙ וּמְעִ֔יל וּכְתֹ֥נֶת תַּשְׁבֵּ֖ץ מִצְנֶ֣פֶת וְאַבְנֵ֑ט וְעָשׂ֨וּ בִגְדֵי־קֹ֜דֶשׁ לְאַהֲרֹ֥ן אָחִ֛יךָ וּלְבָנָ֖יו לְכַהֲנוֹ־לִֽי׃
4
4
*Und das sind die Gewänder, die sie machen sollen: Choschen* (Brustschild), Efod, Me’il (Umhang), gewürfeltes Ketonet (ein langes Hemd), Miznefet (Kopfbedeckung) und Awnet (Gurt); heilige Gewänder sollen sie machen für deinen Bruder Aharon und für seine Söhne, damit er Mir Kohen sei.**
**Choschen (Brustschild):** ein Schmuck auf dem Herzen.
Raschi
*Efod: Ich habe weder eine Überlieferung empfangen, noch in der Baraita eine Erklärung der Form des Efod gefunden. Aber mein Herz sagt mir, dass der Kohen den Efod um den Rücken gürtete und dass seine Breite gleich der Breite des Rückens eines Mannes war. Einem Schurz gleich, den man auf Französisch porceint („breiten Gurt“) nennt, mit dem sich die vornehmen Frauen umgürten, wenn sie auf Pferden reiten. So war die Form seines unteren Teils, und es heißt (2 Schmu. 6:14) וְדָוִד חָגוּר אֵפוֹד בָּד „David war mit einem leinernen Efod umgürtet“: daraus sehen wir, dass der Efod* wie ein Gurt getragen wurde.
Man kann aber nicht sagen, dass er nur aus einem Gurt allein bestand, denn es heißt (Waj. 8:7) וַיִּתֵּן עָלָיו אֶת הָאֵפֹד „er legte den Efod auf ihn“, und dann וַיַּחְגֹּר אֹתוֹ בְּחֵשֶׁב הָאֵפֹד „er umgürtete ihn mit dem Gürtel des Efod“. Daraus lernen wir, dass „Cheschew“ der Gürtel war und „Efod“ ein Schmuck für sich ist. Man kann außerdem nicht sagen, dass er wegen seiner beiden Schulterbänder „Efod“ genannt wird, denn es heißt (weiter, Vers 27) שְׁתֵּי כִּתְפוֹת הָאֵפוֹד „zwei Schulterbänder des Efod“.
Daraus sehen wir, dass
» „Efod“ ein Begriff für sich ist, und
» die Schulterbänder ein Begriff für sich und
» der Gürtel ein Begriff für sich.
Darum sage ich, dass er wegen des unteren, schürzenartigen Teils „Efod“ genannt wird, mit dem man den Kohen bekleidete und schmückte, wie es heißt (Waj. 8:7) וַיֶּאְפֹּד לוֹ בּוֹ „und schmückte ihn damit“. Und „Cheschew“ war der Gürtel oben daran, an dem die Schulterbänder festgemacht waren.
Außerdem sagt mir mein Herz, man kann beweisen, dass Efod eine Art Kleid war. Denn Targum Jonathan übersetzt den Vers (2 Schmu. 6:14) וְדָוִד חָגוּר אֵפוֹד בָּד „David war mit einem Efod aus Leinen umgürtet“ mit כַּרְדוּט דְּבוּץ, und ebenso übersetzt er מְעִילִים mit כַּרְדּוּטִין, bei dem Vorfall von Tamar, der Schwester von Awschalom (2 Schmu. 13:18), כִּי כֵן תִּלְבַּשְׁןָ בְנוֹת הַמֶּלֶךְ הַבְּתוּלֹת מְעִילִים „denn so kleideten sich die Töchter des Königs, die Jungfrauen, in Mäntel“.
Raschi
*Me’il* — Umhang
Dieser Me’il war wie eine Art Hemd, ebenso das Kleidungsstück כֻּתֹּנֶת (Kutonet, langes Hemd); nur war Kutonet unmittelbar auf dem Körper, und mit Me‘il wurde das obere Hemd bezeichnet.
Raschi
gewürfelt
תַּשְׁבֵּץ – עֲשׂוּיִין מִשְׁבְּצוֹת לְנוֹי, mit Vierecken versehen zum Schmuck; diese Vierecke waren Vertiefungen, wie man sie für goldene Schmuckgegenstände macht als Fassung zur Befestigung von Edelsteinen und Perlen; so wie bei den Steinen des Efod steht (Vers 11) מוּסַבּוֹת מִשְׁבְּצוֹת זָהָב „von goldenen Fassungen umgeben“; auf Französisch chastons, „Fassungen“ für Edelsteine.
Raschi
*Miznefet*
מִצְנֶפֶת, Miznefet: eine Art gewölbter Mütze, auf Französisch coife „Haube“, „Hut“. Denn an anderer Stelle nennt sie der Vers (40) מִגְבָּעוֹת „hohe Mützen“, das wir mit כּוֹבָעִין übersetzen.
Raschi
*Awnet*
אַבְנֵט, Awnet, „Gurt“: das war der Gurt über dem Kutonet, dem langen Hemd, und das Efod war die Umgürtung über dem Obermantel (Me’il), wie wir bei der Ordnung der Bekleidung finden (Waj. 8:7) וַיִּתֵּן עָלָיו אֶת הַכֻּתֹּנֶת וַיַּחְגֹּר אֹתוֹ בָּאַבְנֵט וַיַּלְבֵּשׁ אֹתוֹ אֶת הַמְּעִיל וַיִּתֵּן עָלָיו אֶת הָאֵפֹד „er legte auf ihn das Kutonet (langes Hemd) und umgürtete ihn mit dem Gurt, bekleidete ihn mit dem Obermantel (Me’il) und legte das Efod auf ihn“.
Raschi
heilige Gewänder: von der Mir geheiligten Spende (תְּרוּמָה) fertigte er sie an.
Raschi
וְהֵם֙ יִקְח֣וּ אֶת־הַזָּהָ֔ב וְאֶת־הַתְּכֵ֖לֶת וְאֶת־הָֽאַרְגָּמָ֑ן וְאֶת־תּוֹלַ֥עַת הַשָּׁנִ֖י וְאֶת־הַשֵּֽׁשׁ׃ (פ)
5
5
Und sie sollen dazu das Gold, und die himmelblaue und purpurfarbene und die karmesinrote Wolle und das kostbare Gewebe nehmen.
sie sollen … nehmen
Jene Männer, die ein weises Herz haben und die Gewänder fertigen sollen, sollen von den Spendern das Gold und die himmelblaue Wolle entgegennehmen, um daraus die Gewänder zu machen.
Raschi
וְעָשׂ֖וּ אֶת־הָאֵפֹ֑ד זָ֠הָב תְּכֵ֨לֶת וְאַרְגָּמָ֜ן תּוֹלַ֧עַת שָׁנִ֛י וְשֵׁ֥שׁ מָשְׁזָ֖ר מַעֲשֵׂ֥ה חֹשֵֽׁב׃
6
6
*Und sie sollen das Efod machen aus Gold, aus himmelblauer, purpurfarbener und karmesinroter Wolle und gezwirntem Gewebe, nach Kunstweberarbeit.*
*sollen das Efod machen*
Wenn ich das Werk des Efod und des Choschen nach der Reihenfolge der Verse erklären würde, dann würde die Erklärung aus einzelnen Stücken bestehen, und der Leser könnte bei der Verbindung der einzelnen Stücke irren. Darum beschreibe ich zunächst, wie ihr Werk war, damit es der Leser ohne Unterbrechung überblicken kann, und dann werde ich nach der Reihenfolge der Verse erklären.
Das Efod war wie eine Art jenes Gewandes gemacht, das die Frauen tragen, wenn sie auf Pferden reiten. Der Kohen umgürtete sich damit den Rücken, dem Herzen gegenüber, unterhalb seiner Achselhöhlen. Die Breite des Efod war gleich dem Maß der Rückenbreite eines Menschen und mehr, und es ging bis zu den Fersen hinab. Der Gürtel war oben daran befestigt, längs seiner Breite, war Werk des Webers und auf beiden Seiten länger als die Breite des Efod, um damit zu umschließen und zu umgürten.
Die Schulterbänder waren am Gürtel befestigt, eines zur Rechten und eines zur Linken, auf dem Rücken des Kohen, an den beiden Enden der Breite des Gewandes. Wenn man sie aufrichtete, gingen sie dem Kohen bis über seine beiden Schultern. Sie waren gleich zwei Riemen, aus derselben Art wie das Efod hergestellt, so lang, dass man sie zu beiden Seiten bis neben den Hals aufrichten konnte und sie nach vorn noch bis etwas unterhalb der Schultern herabfielen. Die Schohamsteine waren daran befestigt, einer auf der rechten Schulter und einer auf der linken Schulter. An den Enden der Schulterbänder waren die Einfassungen [der Steine] vor den Schultern des Kohen angebracht und die zwei goldenen Ketten, die durch die zwei Ringe des Choschen an den beiden Enden dessen oberen Randes gingen, eine rechts und eine links. Die beiden Enden der Kette waren an der Einfassung rechts angemacht, und ebenso waren die beiden Enden der Kette links an der Einfassung auf der linken Schulter befestigt, sodass das Choschen an den Einfassungen, die am Efod waren, auf dem Herzen des Kohen auf seiner Brust hing. Außerdem waren zwei Ringe an den beiden unteren Enden des Choschen und ihnen gegenüber zwei Ringe unten an den beiden Schulterbändern des Efod am unteren Ende derselben, das mit dem Gürtel verbunden war. Die Ringe des Choschen waren den Ringen des Efod gegenüber, sie lagen nebeneinander; und man verband sie mit einer himmelblauen Schnur, die durch die Ringe des Efod und des Choschen gezogen wurde, damit sich der untere Teil des Choschen an den Gürtel des Efod anlege und nicht beweglich und getrennt hin und her gehe.
Raschi
aus Gold, aus himmelblauer, purpurfarbener und karmesinroter Wolle und gezwirntem Gewebe
Diese fünf Arten waren gezwirnt, für jeden einzelnen Faden dehnte man das Gold zu dünnen Blechen, schnitt diese in Fäden und spann einen Goldfaden mit sechs Fäden aus himmelblauer Wolle zusammen; und einen Goldfaden mit sechs Fäden aus purpurroter Wolle; und ebenso mit karmesinroter Wolle; und ebenso mit dem kostbaren Gewebe (שֵׁשׁ). Alle Arten bestanden aus sechsfachen Fäden, und jede Art war mit einem Goldfaden verbunden. Dann zwirnte er alle zusammen, sodass der Faden 28fach wurde; so wird es in Joma (72a) erklärt. Man entnimmt das aus folgendem Vers (Schem. 39:3) וַיְרַקְּעוּ אֶת פַּחֵי הַזָּהָב וְקִצֵּץ פְּתִילִם לַעֲשׂוֹת בְּתוֹךְ הַתְּכֵלֶת וּבְתוֹךְ הָאַרְגָּמָן „sie dehnten die Goldbleche und schnitten Fäden, um sie hineinzuarbeiten, die Goldfäden, in die himmelblaue und in die purpurfarbene Wolle“ Daraus lernen wir, dass ein Goldfaden mit jeder Art zusammengezwirnt war.
Raschi
nach Kunstweberarbeit
מַעֲשֵׂה חוֹשֵׁב „nach Kunstweberarbeit“: ich habe bereits erklärt (Schem. 26:1), dass darunter das Weben von doppelten Wänden zu verstehen ist, sodass die Figuren auf den beiden Seiten einander nicht gleich waren.
Raschi
שְׁתֵּ֧י כְתֵפֹ֣ת חֹֽבְרֹ֗ת יִֽהְיֶה־לּ֛וֹ אֶל־שְׁנֵ֥י קְצוֹתָ֖יו וְחֻבָּֽר׃
7
7
Zwei angeheftete Schulterbänder soll es haben an seinen beiden Enden, wodurch es verbunden wird.
zwei Schulterbänder
שְׁתֵּי כְתֵפוֹת „zwei Schulterbänder“: das Gewand befand sich unten, und der Gurt des Efod war der Gürtel, der oben daran angeschlossen war, ähnlich wie bei einer Schürze, wie sie Frauen haben. Und am Rücken des Kohen waren am Gürtel zwei Stücke gleich zwei breiten Riemen angemacht, eins jeder Schulter gegenüber. Diese richtete man auf, über die beiden Schultern, dass sie nach vorn auf die Brust herabfielen. Durch ihre Verbindung mit den Ringen des Choschen wurden sie vorn festgehalten, dem Herzen gegenüber, dass sie nicht zurückfielen, wie das in diesem Abschnitt erklärt wird. Sie blieben aufrecht den Schultern gegenüber, und die zwei Schohamsteine waren daran befestigt, ein Stein an jedem Schulterblatt.
Raschi
an seinen beiden Enden: an den Enden der Breite des Efod. Denn seine Breite war nur über dem Rücken des Kohen, und seine Höhe ging bis gegen die Armgegend hin, die man auf Französisch codes „Ellbogen“ nennt. So heißt es (Jech. 44:18) לֹא יַחְגְּרוּ בַּיָּזַע „sie sollen sich nicht an einer schweißigen Stelle umgürten“, sie umgürten sich nicht an einer Stelle, die Schweiß bildet, nicht höher als die Ellbogen und nicht tiefer als die Lenden, sondern den Ellbogen gegenüber (Sewachim 18b–19a).
Raschi
wodurch es verbunden wird: wodurch das Efod verbunden wird mit jenen beiden Schulterbändern des Efod. Man verbinde sie mit der Nadel unten am Gürtel und webe sie nicht mit ihm zusammen, sondern man webe sie für sich und verbinde sie nachher.
Raschi
וְחֵ֤שֶׁב אֲפֻדָּתוֹ֙ אֲשֶׁ֣ר עָלָ֔יו כְּמַעֲשֵׂ֖הוּ מִמֶּ֣נּוּ יִהְיֶ֑ה זָהָ֗ב תְּכֵ֧לֶת וְאַרְגָּמָ֛ן וְתוֹלַ֥עַת שָׁנִ֖י וְשֵׁ֥שׁ מָשְׁזָֽר׃
8
8
Und der Gurt, mit dem man das Efod anzieht, der daran ist, sei von gleicher Arbeit aus ihm, aus Gold, himmelblauer, purpurfarbener und karmesinroter Wolle und aus gezwirntem Gewebe.
Und der Gurt, mit dem man das Efod anzieht: der Gürtel, mit dem man es dem Kohen anzieht und zurechtmacht und ihn damit schmückt.
Raschi
der daran ist: oben am Saum des Gewandes ist der Gürtel.
Raschi
sei von gleicher Arbeit: gleich dem Gewebe des Gewandes, Werk des Kunstwebers und aus den fünf Arten, so sei auch das Gewebe des Gürtels Werk des Kunstwebers und aus den fünf Arten.
Raschi
aus ihm sein
מִמֶּנּוּ יִהְיֶה „aus ihm soll es sein“: aus ihm selbst soll es sein, sei mit ihm zusammengewebt, und man webe es nicht besonders, um es dann damit zu verbinden.
Raschi
שִׁשָּׁה֙ מִשְּׁמֹתָ֔ם עַ֖ל הָאֶ֣בֶן הָאֶחָ֑ת וְאֶת־שְׁמ֞וֹת הַשִּׁשָּׁ֧ה הַנּוֹתָרִ֛ים עַל־הָאֶ֥בֶן הַשֵּׁנִ֖ית כְּתוֹלְדֹתָֽם׃
10
10
Sechs von ihren Namen graviere auf den einen Stein und die Namen der sechs übrigen auf den zweiten Stein nach ihrer Geburtsfolge.
Sechs von ihren Namen … und die Namen der sechs übrigen
כְּתוֹלְדֹתָם bedeutet: nach der Ordnung, in der sie geboren wurden. Rëuwen, Schimon, Levi, Jehuda, Dan, Naftali [untereinander] auf dem einen Stein; und auf dem anderen Stein Gad, Ascher, Jissachar, Sewulun, Josef, Binjamin. Der Name Binjamin ist als בִנְיָמִין geschrieben, mit dem Buchstaben י (Jud), denn so ist er auch an der Stelle geschrieben, wo seine Geburt vorkommt (Ber. 35:18). So waren auf jedem Stein 25 Buchstaben (Sota 36a).
Raschi
wo seine Geburt vorkommt: וַיְהִי בְּצֵאת נַפְשָׁהּ כִּי מֵתָה וַתִּקְרָא שְׁמוֹ בֶּן אוֹנִי וְאָבִיו קָרָא לוֹ בִנְיָמִין „Und als [Rachels] Seele ausging, sterbend, nannte sie ihn Ben-Oni; sein Vater aber nannte ihn Binjamin“ (Ber. 35:18)
Sechs von ihren Namen … und die Namen der sechs übrigen
כְּתוֹלְדֹתָם bedeutet: Leah gebar als erste, und so kommen alle ihre Kinder als erste Gruppe. Bilha gebar als zweite und alle ihre Kinder als zweite Gruppe. Silpa gebar als dritte und alle ihre Kinder als dritte Gruppe. Rachel gebar als vierte und alle ihre Kinder als vierte Gruppe. Die Namen wurden allerdings nicht untereinander geschrieben, sondern „Rëuwen“ als erster Name am rechten Stein, und „Schimon“ als Fortsetzung am linken Stein; „Levi“ unter „Rëuwen“, und „Jehuda“ unter „Schimon“ und so weiter. Binjamin wurde בִנְיָמִן geschrieben, aber Josef als יְהוֹסֵף.
Rambam, Hilchot Kle haMikdasch 9:9
מַעֲשֵׂ֣ה חָרַשׁ֮ אֶבֶן֒ פִּתּוּחֵ֣י חֹתָ֗ם תְּפַתַּח֙ אֶת־שְׁתֵּ֣י הָאֲבָנִ֔ים עַל־שְׁמֹ֖ת בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל מֻסַבֹּ֛ת מִשְׁבְּצ֥וֹת זָהָ֖ב תַּעֲשֶׂ֥ה אֹתָֽם׃
11
11
Nach Arbeit eines Steinschneiders, wie Siegelstich, graviere in die beiden Steine die Namen der Kinder Israel; von goldenen Einfassungen umgeben, fertige sie.
Nach Arbeit eines Steinschneiders
מַעֲשֵׂה חָרַשׁ אֶבֶן – מַעֲשֵׂה אֻמָּן שֶׁל אֲבָנִים, Werk des Künstlers in der Bearbeitung von Edelsteinen. Das Wort חָרַשׁ ist mit dem nächsten Wort verbunden, darum ist es in der zweiten Silbe mit Patach punktiert. Ebenso (Jesch. 44:13) חָרַשׁ עֵצִים „der Holzkünstler“, ebenso (Jesch. 44:12) חָרַשׁ בַּרְזֶל מַעֲצָד „der Eisenschmied macht einen Meißel“. Alle diese sind verbunden und mit Patach punktiert.
Raschi
Siegelstich
פִּתּוּחֵי חֹתָם „Siegelstich“, wie der Targum sagt כְּתָב מְפָרַשׁ כִּגְלָף דְּעִזְקָא„deutlich wie das Siegel eines Ringes“. Die Buchstaben waren eingegraben, wie man die Siegel der Ringe eingräbt, mit denen man Briefe mit deutlich lesbarer Schrift versiegelt.
Raschi
die Namen
עַל שְׁמֹת ist so wie בִּשְׁמוֹת.
Raschi
von Einfassungen umgeben
Die Steine waren von goldenen Fassungen umgeben. Man machte einen Sitz aus Gold für den Stein, wie eine Grube, der Größe des Steines entsprechend, und senkte den Stein in die Fassung; so dass die Fassung den Stein von allen Seiten umgab; und man verband die Fassungen mit den Schulterbändern des Efod.
Raschi
וְשַׂמְתָּ֞ אֶת־שְׁתֵּ֣י הָאֲבָנִ֗ים עַ֚ל כִּתְפֹ֣ת הָֽאֵפֹ֔ד אַבְנֵ֥י זִכָּרֹ֖ן לִבְנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וְנָשָׂא֩ אַהֲרֹ֨ן אֶת־שְׁמוֹתָ֜ם לִפְנֵ֧י יְהוָ֛ה עַל־שְׁתֵּ֥י כְתֵפָ֖יו לְזִכָּרֹֽן׃ (ס)
12
12
*Setze die beiden Steine auf die Schulterbänder des Efod als Steine des Andenkens für die Kinder Israel; so trage Aharon ihre Namen vor dem Ewigen auf seinen beiden Schultern zum Andenken.*
zum Andenken: dass der Ewige die Stämme vor sich geschrieben sehe und ihrer Frömmigkeit gedenke.
Raschi