וּשְׁתֵּ֤י שַׁרְשְׁרֹת֙ זָהָ֣ב טָה֔וֹר מִגְבָּלֹ֛ת תַּעֲשֶׂ֥ה אֹתָ֖ם מַעֲשֵׂ֣ה עֲבֹ֑ת וְנָתַתָּ֛ה אֶת־שַׁרְשְׁרֹ֥ת הָעֲבֹתֹ֖ת עַל־הַֽמִּשְׁבְּצֹֽת׃ (ס)
14
14
Und zwei Ketten aus reinem Gold, am Ende befestigt, wirst du fertigen, in geflochtener Arbeit, und die geflochtenen Ketten wirst du an den Einfassungen befestigen.
Ketten aus Gold
Das Wort שַׁרְשְׁרֹת bedeutet „Ketten“.
Raschi
am Ende befestigt:
מִגְבָּלֹת „am Ende“ befestigt: für das Ende (גְּבוּל) der Ausdehnung des Choschen sollst du sie machen.
Raschi
in geflochtener Arbeit
מַעֲשֵׂה עֲבֹת, Werk aus geflochtenen Fäden und nicht Werk aus Ringen, wie man sie für Brunnen macht; sondern gleich jenen, die man für Rauchfässer macht (Beza 22b), die man encensiers „Rauchfässer“ auf Französisch nennt.
Raschi
und die geflochtenen Ketten: die aus geflochtener Arbeit gemacht sind, wirst du an den Einfassungen befestigen: an diesen Fassungen. Hier ist nicht die Stelle, an der die Anfertigung der Ketten befohlen wird, auch nicht ihre Befestigung befohlen wird. Das Wort תַּעֲשֶׂה, das hier steht, ist nicht die Form des Befehls, [sondern „du wirst machen“], und auch וְנָתַתָּה, das hier steht, ist nicht Befehlsform, sondern die Form der Zukunft „du wirst befestigen“. Denn im Abschnitt des Choschen wiederholt der Vers den Befehl für ihre Herstellung und ihre Befestigung. Hier steht es nur, um einen Teil der Verwendung der Einfassungen mitzuteilen, die er mit dem Efod zusammen herzustellen befohlen hat. Er schreibt dir das hier, um zu sagen: diese Einfassungen werden dir nötig sein, wenn du nämlich die am Ende befestigten Ketten für das Choschen herstellst, sollst du sie an diese Einfassungen legen.
Raschi
וְעָשִׂ֜יתָ חֹ֤שֶׁן מִשְׁפָּט֙ מַעֲשֵׂ֣ה חֹשֵׁ֔ב כְּמַעֲשֵׂ֥ה אֵפֹ֖ד תַּעֲשֶׂ֑נּוּ זָ֠הָב תְּכֵ֨לֶת וְאַרְגָּמָ֜ן וְתוֹלַ֧עַת שָׁנִ֛י וְשֵׁ֥שׁ מָשְׁזָ֖ר תַּעֲשֶׂ֥ה אֹתֽוֹ׃
15
15
Brustschild des Rechts – חושן משפט
Fertige den Brustschild des Rechts, nach Arbeit des Kunstwebers, wie die Arbeit des Efod fertige ihn, aus Gold, himmelblauer, purpurfarbener und karmesinroter Wolle und gezwirntem Gewebe sollst du ihn fertigen.
Brustschild des Rechts: Es sühnt einen Irrtum im Recht (Sewachim 88b).
Andere Erklärung: מִשְׁפָּט – es spricht klare Worte aus, und sein Versprechen ist Wahrheit; auf Französisch dereisnement „Erörterung des Rechts“.
Der Begriff מִשְׁפָּט hat drei Bedeutungen:
a. die Aussagen und Forderungen der Parteien,
b. das Urteil und
c. die Vollstreckung des Urteils, sei es Todesstrafe, Schläge oder Geldstrafe.
Hier bedeutet es klare Rede, es erklärt und spricht seine Worte klar aus.
Raschi
*wie die Arbeit des Efod:* Arbeit des Kunstwebers und aus den fünf Arten.
Raschi
Arbeit des Kunstwebers und aus den fünf Arten: diese zwei Anforderungen erscheinen zuvor in Vers 6: „nach Arbeit des Kunstwebers“, d.h. sodass die Figuren auf den beiden Seiten einander nicht gleich waren, und mit Fäden aus Gold, aus himmelblauer, purpurfarbener und karmesinroter Wolle, und aus gezwirntem Gewebe.
רָב֥וּעַ יִֽהְיֶ֖ה כָּפ֑וּל זֶ֥רֶת אָרְכּ֖וֹ וְזֶ֥רֶת רָחְבּֽוֹ׃
16
16
Quadratisch soll er sein, übereinander gelegt, eine Spanne lang und eine Spanne breit.
übereinander gelegt: כָּפוּל, wörtl. gedoppelt.
Spanne, auch Handspanne: im Hebräischen זֶרֶת, eine halbe ama (Elle), ca. 24 cm.
eine Spanne lang und eine Spanne breit
Es war doppelt und lag auf seiner Brust dem Herzen gegenüber. So heißt es (Vers 30) וְהָיוּ עַל לֵב אַהֲרֹן „sie seien auf dem Herzen Aharons“. Es hing an den Schulterbändern des Efod, die vom Rücken über seine Schultern kamen und umbogen und etwas vorn herabhingen. An ihnen hing das Choschen durch die Ketten und Ringe, wie es im Abschnitt erklärt wird.
Raschi
וּמִלֵּאתָ֥ בוֹ֙ מִלֻּ֣אַת אֶ֔בֶן אַרְבָּעָ֖ה טוּרִ֣ים אָ֑בֶן ט֗וּר אֹ֤דֶם פִּטְדָה֙ וּבָרֶ֔קֶת הַטּ֖וּר הָאֶחָֽד׃
17
17
Und fülle ihn aus mit einer Ausfüllung von Steinen, vier Reihen Steine. Eine Reihe:
*Odem (Karneol), Pitda (Topas) und Bareket*** (Smaragd);
so die eine Reihe.
fülle ihn aus: das heißt, besetze ihn. Weil die Steine die Vertiefungen der dafür hergestellten Einfassungen ausfüllten, bezeichnet der Vers sie als „Füllungen“.
Raschi
וְהַטּוּר֙ הָרְבִיעִ֔י תַּרְשִׁ֥ישׁ וְשֹׁ֖הַם וְיָשְׁפֵ֑ה מְשֻׁבָּצִ֥ים זָהָ֛ב יִהְי֖וּ בְּמִלּוּאֹתָֽם׃
20
20
Und die vierte Reihe:
*Tarschisch (Chrysolith), Schoham und Joschfe*** (Onyx);
in Gold gefasst seien sie in ihren Füllungen.
In Gold gefasst: seien die Reihen in ihren Füllungen; umgeben von goldenen Fassungen von einer solchen Tiefe, dass diese durch die Dicke des Steines ausgefüllt wird. Das bedeutet בְּמִלּוּאֹתָם „in ihren Füllungen“ – gleich der Ausfüllung durch die Dicke der Steine sei die Tiefe der Fassungen, nicht weniger und nicht mehr.
Raschi
וְ֠הָאֲבָנִים תִּֽהְיֶ֜יןָ עַל־שְׁמֹ֧ת בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֛ל שְׁתֵּ֥ים עֶשְׂרֵ֖ה עַל־שְׁמֹתָ֑ם פִּתּוּחֵ֤י חוֹתָם֙ אִ֣ישׁ עַל־שְׁמ֔וֹ תִּֽהְיֶ֕יןָ לִשְׁנֵ֥י עָשָׂ֖ר שָֽׁבֶט׃
21
21
Und die Steine seien für die Namen der Kinder Israel bestimmt, zwölf für ihre Namen, in Siegelstich sei der Name eines jeden der zwölf Stämme eingegraben.
der Name eines jeden
אִישׁ עַל שְׁמוֹ „ein jeder nach seinem Namen“: Gleich der Ordnung ihrer Geburtsfolge sei die Ordnung der Steine, Odem für Rëuwen, Pitda für Schimon, und so alle.
Raschi
וְעָשִׂ֧יתָ עַל־הַחֹ֛שֶׁן שַֽׁרְשֹׁ֥ת גַּבְלֻ֖ת מַעֲשֵׂ֣ה עֲבֹ֑ת זָהָ֖ב טָהֽוֹר׃
22
22
Fertige für den Brustschild Ketten, am Ende befestigt, in geflochtener Arbeit, aus reinem Gold.
für den Brustschild
עַל הַחֹשֶׁן im Sinn von בִּשְׁבִיל הַחֹשֶׁן, für das Choschen, wegen des Choschen, um sie an seinen Ringen zu befestigen, wie es weiter im Abschnitt erklärt wird.
Raschi
Ketten
Das Wort שַׁרְשֹׁת kommt von שָׁרְשֵׁי אִילָן „Baumwurzeln“, die den Baum festhalten, dass er in der Erde festgehalten wird und eingesenkt bleibt. Auch diese hielten das Choschen fest, denn durch sie hing es am Efod. Es sind das die oben im Abschnitt der Fassungen (מִּשְׁבְּצוֹת) erwähnten Ketten (zuvor, Vers 14).
Auch das Wort שַׁרְשְׁרוֹת erklärt Menachem ben Seruk mit שָׁרָשִׁים „Wurzeln“ und sagt, der Buchstabe ר (Resch) sei hinzugefügt wie der Buchstabe מ (Mem) von שִׁלְשׁוֹם und das מ von רֵיקָם (Ber. 31:42).
Aber ich stimme seinen Worten nicht zu, vielmehr ist das hebräische שַׁרְשֶׁרֶת gleich שַׁלְשֶׁלֶת in der Sprache der Mischna (Kelim, Kap. 14).
Raschi
am Ende befestigt
גַּבְלֻת entspricht dem oben erwähnten (Vers 14) מִגְבָּלוֹת. Stecke sie durch die Ringe, die am Saum des Choschen sind. Der Begriff גְּבוּל bedeutet überall „Saum“, asomeil auf Französisch.
Raschi
in geflochtener Arbeit
מַעֲשֵׂה עֲבוֹת – מַעֲשֵׂה קְלִיעָה „Flechtwerk“.
Raschi
וְעָשִׂ֙יתָ֙ עַל־הַחֹ֔שֶׁן שְׁתֵּ֖י טַבְּע֣וֹת זָהָ֑ב וְנָתַתָּ֗ אֶת־שְׁתֵּי֙ הַטַּבָּע֔וֹת עַל־שְׁנֵ֖י קְצ֥וֹת הַחֹֽשֶׁן׃
23
23
Fertige an dem Brustschild zwei goldene Ringe und setze die beiden Ringe an die beiden Enden des Brustschildes.
an dem Brustschild
עַל הַחֹשֶׁן „an dem Brustschild (Choschen)“ im Sinn von לְצֹרֶךְ הַחֹשֶׁן „für den Brustschild“, um sie daran festzumachen. Es wäre aber nicht richtig zu sagen, sie sollen von Anfang an daran angefertigt werden. Denn wenn es so wäre, warum wiederholt der Vers und sagt וְנָתַתָּ אֶת שְׁתֵּי הַטַּבָּעוֹת „setze die beiden Ringe“? Sie sind doch bereits darangesetzt. Er hätte vielmehr am Anfang des Verses schreiben müssen וְעָשִׂיתָ עַל קְצוֹת הַחֹשֶׁן שְׁתֵּי טַבְּעוֹת זָהָב „fertige an den Enden des Choschen zwei Ringe aus Gold“; und auch bei den Ketten (שַּׁרְשְׁרוֹת) muss du so erklären.
Raschi
an die beiden Enden des Brustschildes
עַל שְׁנֵי קְצוֹת הַחֹשֶׁן „an die beiden Enden des Brustschildes“: an die beiden Ecken dem Hals gegenüber, rechts und links, die sich den Schulterblättern des Efod gegenüber befinden.
Raschi
וְנָתַתָּ֗ה אֶת־שְׁתֵּי֙ עֲבֹתֹ֣ת הַזָּהָ֔ב עַל־שְׁתֵּ֖י הַטַּבָּעֹ֑ת אֶל־קְצ֖וֹת הַחֹֽשֶׁן׃
24
24
Lege die zwei geflochtenen Ketten aus Gold in die beiden Ringe, an den Enden des Brustschildes.
Lege die zwei Ketten
Das sind die am Ende befestigten Ketten, die oben erwähnt sind (Vers 22). Und der Vers hat noch nicht erklärt, wo sie am Choschen festzumachen sind. Jetzt erklärt er dir, dass er sie durch die Ringe stecken soll. Du kannst daran erkennen, dass es die oben erwähnten sind, weil sie in Paraschat Pekude nicht wiederholt sind.
Raschi
וְאֵ֨ת שְׁתֵּ֤י קְצוֹת֙ שְׁתֵּ֣י הָעֲבֹתֹ֔ת תִּתֵּ֖ן עַל־שְׁתֵּ֣י הַֽמִּשְׁבְּצ֑וֹת וְנָתַתָּ֛ה עַל־כִּתְפ֥וֹת הָאֵפֹ֖ד אֶל־מ֥וּל פָּנָֽיו׃
25
25
Und die beiden Enden der beiden geflochtenen Ketten setze an die beiden Einfassungen und setze sie an die Schulterbänder des Efod, an die Vorderseite.
Und die beiden Enden der beiden geflochtenen Ketten: die beiden Enden jeder einzelnen Kette.
Raschi
setze an die beiden Einfassungen: das sind die Fassungen, die oben sowohl im Abschnitt des Choschen als auch im Abschnitt des Efod erwähnt werden. Und der Vers hat ihre Verwendung und ihren Ort noch nicht erklärt. Jetzt erklärt er, dass er daran die Enden der Ketten, die rechts und links neben dem Hals durch die Ringe des Choschen gesteckt wurden, festmache. Die zwei Enden der rechten Kette wurden an der rechten Fassung festgemacht, und ebenso links die zwei Enden der linken Kette.
Raschi
und setze die Fassungen *an die Schulterbänder des Efod: eine auf dieses und eine auf jenes Schulterband. Daraus ergibt sich, dass die Schulterbänder des Efod das Choschen festhielten, damit es nicht fiel. An ihnen hing es. Aber immer noch wäre der untere Rand des Choschen* hin- und hergegangen und hätte auf seinen Bauch geschlagen und nicht gut angeschlossen. Darum waren noch zwei Ringe unten nötig, wie der Vers gleich weiter erklärt.
Raschi
an die Vorderseite: des Efod. Er lege die Fassungen nicht auf die dem Umhang zugewandte Seite der Schulterbänder, sondern auf die obere, nach außen gewandte Seite. Diese wird die Vorderseite des Efod genannt, weil die Seite, die nicht sichtbar ist, nicht „Vorderseite“ genannt wird.
Raschi
וְעָשִׂ֗יתָ שְׁתֵּי֙ טַבְּע֣וֹת זָהָ֔ב וְשַׂמְתָּ֣ אֹתָ֔ם עַל־שְׁנֵ֖י קְצ֣וֹת הַחֹ֑שֶׁן עַל־שְׂפָת֕וֹ אֲשֶׁ֛ר אֶל־עֵ֥בֶר הָאֵפֹ֖ד בָּֽיְתָה׃
26
26
Fertige zwei goldene Ringe und setze sie an die beiden Enden des Brustschildes an seinen Saum, der zur Seite des Efod gekehrt ist, nach innen.
an die beiden Enden des Brustschildes: das sind die beiden unteren Ecken, rechts und links.
Raschi
an seinen Saum, der dem Efod zugewandt ist, nach innen
Also hast du zwei Zeichen. Erstens, er lege sie an die beiden unteren Ecken, das ist dem Efod gegenüber; denn der obere Rand ist nicht dem Efod gegenüber, da er nahe am Hals ist, das Efod aber lag auf den Hüften. Und weiters gibt er als Zeichen an, er befestige sie nicht an der Außenseite, sondern an der Innenseite. So heißt es בָּיְתָה „nach innen“, das ist an die dem Efod zugewandte Seite. Denn der Gürtel des Efod umgürtete den Kohen, und das Gewand legte sich bis zur Vorderseite des Kohen über seine Hüften und etwas über seinen Bauch herab, zu beiden Seiten, bis den Enden des Choschen gegenüber, und dessen Enden lagen darauf.
Raschi
וְעָשִׂיתָ֮ שְׁתֵּ֣י טַבְּע֣וֹת זָהָב֒ וְנָתַתָּ֣ה אֹתָ֡ם עַל־שְׁתֵּי֩ כִתְפ֨וֹת הָאֵפ֤וֹד מִלְּמַ֙טָּה֙ מִמּ֣וּל פָּנָ֔יו לְעֻמַּ֖ת מֶחְבַּרְתּ֑וֹ מִמַּ֕עַל לְחֵ֖שֶׁב הָאֵפֽוֹד׃
27
27
*Fertige zwei goldene Ringe und setze sie an die beiden Schulterbänder des Efod von unten, auf die Vorderseite, nahe bei seiner Zusammenfügung über dem Gürtel des Efod.*
an die beiden Schulterbänder des Efod von unten: die Fassungen befanden sich an den oberen Enden der Schulterbänder des Efod, die neben dem Hals über die Schultern gingen und umbogen und nach vorn herabhingen. Diese Ringe aber, befahl er, an das andere Ende zu legen, das mit dem Efod verbunden war. Das ist, was hier im Vers steht לְעֻמַּת מַחְבַּרְתּוֹ „der Verbindung gegenüber“, nahe der Stelle, wo sie mit dem Efod verbunden waren, etwas oberhalb des Gürtels. Denn die Verbindung war am Gürtel, diese Ringe aber befanden sich etwas höher an den aufrechten Schulterbändern. Das ist, was hier im Vers steht מִמַּעַל לְחֵשֶׁב הָאֵפוֹד „oberhalb des Gürtels des Efod“; sie befanden sich dem Ende des Choschen gegenüber. Und er legte eine himmelblaue Schnur durch jene Ringe und die Ringe des Choschen und schloss sie mit jener Schnur rechts und links zusammen, damit nicht der untere Rand des Choschen sich vorwärts und rückwärts bewege und auf seinen Bauch schlage. Daraus ergibt sich, dass es gut auf dem Umhang festlag.
Raschi
an der Vorderseite: an der Außenseite.
Raschi
וְיִרְכְּס֣וּ אֶת־הַ֠חֹשֶׁן מטבעתו [מִֽטַּבְּעֹתָ֞יו] אֶל־טַבְּעֹ֤ת הָאֵפֹד֙ בִּפְתִ֣יל תְּכֵ֔לֶת לִֽהְי֖וֹת עַל־חֵ֣שֶׁב הָאֵפ֑וֹד וְלֹֽא־יִזַּ֣ח הַחֹ֔שֶׁן מֵעַ֖ל הָאֵפֽוֹד׃
28
28
*Und binden sollen sie den Brustschild mittels seiner Ringe an die Ringe des Efod mit einer himmelblauen Schnur, damit er oberhalb des Gurtes des Efod* fest anliege und der Brustschild sich nicht verrücke von dem Efod.**
Und binden sollen sie
Das Wort וְיִרְכְּסוּ bedeutet „Verbindung“. Ebenso (Teh. 31:21) מֵרֻכְסֵי אִישׁ „vor den Rotten der Männer“, Verbindung von Rotten von Bösewichtern. Ebenso (Jesch. 40:4) וְהָרְכָסִים לְבִקְעָה „die Krümmungen zur Ebene“, Berge, die so dicht beieinander sind, dass man nur mit großer Mühe in das Tal zwischen ihnen hinabsteigen kann – denn weil sie so eng beisammen sind, ist das Tal steil und tief – werden zur Ebene, flaches Land, auf dem man leicht gehen kann.
Raschi
dass es auf dem Gürtel des Efod sei: damit sich das Choschen an den Gürtel des Efod anschließe; עַל חשב האפוד ist so wie אֶל חשב האפוד.
Raschi
und nicht weiche
יִזַּח bedeutet „losreißen“ und ist nach den Worten von Dunasch ben Labrat ein Wort, das auch im Arabischen vorkommt.
Raschi
וְנָתַתָּ֞ אֶל־חֹ֣שֶׁן הַמִּשְׁפָּ֗ט אֶת־הָאוּרִים֙ וְאֶת־הַתֻּמִּ֔ים וְהָיוּ֙ עַל־לֵ֣ב אַהֲרֹ֔ן בְּבֹא֖וֹ לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה וְנָשָׂ֣א אַ֠הֲרֹן אֶת־מִשְׁפַּ֨ט בְּנֵי־יִשְׂרָאֵ֧ל עַל־לִבּ֛וֹ לִפְנֵ֥י יְהוָ֖ה תָּמִֽיד׃ (ס)
30
30
Und lege in den Brustschild des Rechts die Urim und die Tumim und sie seien auf dem Herzen Aharons, wenn er hineingehe vor dem Ewigen. So trage Aharon die Rechtsentscheidung für die Kinder Israel auf seinem Herzen, vor dem Ewigen ständig.
die Urim und die Tumim: das ist eine Schrift mit dem unverhüllten g‑ttlichen Namen (כְּתַב שֵׁם הַמְּפֹרָשׁ), die er zwischen die zwei Wände des Choschen legte; durch sie sprach es seine Worte klar und vollkommen aus. Im Zweiten Tempel war wohl das Choschen vorhanden, weil dem Kohen Gadol keines der Kleider fehlen durfte, aber dieser g‑ttliche Name befand sich nicht darin. Aufgrund dieser Schrift wurde es מִשְׁפָּט „das Recht“ genannt, so steht (Bam. 27:21) וְשָׁאַל לוֹ בְּמִשְׁפַּט הָאוּרִים „dass er für ihn das Recht der Urim erfrage“ (Joma 73b, Sota 48b).
Raschi
die Urim und die Tumim: Nach Raschi handelt es sich bei den Urim und Tumim um ein einzelnes Pergament mit nur einem G‑ttesnamen.
Warum werden sie dann als zwei getrennte Einheiten bezeichnet: „die Urim und die Tumim“? Dies weist darauf hin, dass auf dem Pergament zwei unterschiedliche Teile des G‑ttesnamens standen. Der Kohen Gadol konzentrierte sich zunächst auf die Buchstaben des einen Teils des Namens und danach auf die Buchstaben des anderen Teils, weil jeder Namensteil eine eigene Wirkung besaß. Der erste Teil des Namens wurde „Urim“ genannt, der zweite Teil „Tumim“. [Ritwa zu Joma 73b]
Die Urim und die Tumim waren zwei verschiedene Namen G‑ttes, die auf das Pergament geschrieben waren.
Sohar, Pekude, fol. 234b
die Urim und die Tumim: Die Urim („Lichter“) bewirkten, dass die Buchstaben auf dem Brustschild aufleuchteten. Die Tumim verliehen dem Kohen Gadol die g‑ttliche Eingebung (Ruach haKodesch), um die leuchtenden Buchstaben zur richtigen Antwort zu fügen.
Ramban
die Rechtsentscheidung für die Kinder Israel: die Sache, durch die sie Recht und Klärung erhielten, ob sie eine Sache tun oder unterlassen sollen.
Nach dem Midrasch (Schabbat 88b), nach welchem das Choschen Rechtsirrtümer sühnte, wird es wegen der Verzeihung für das Gericht „das Recht“ genannt.
Raschi