וַיֹּ֨אמֶר מֹשֶׁ֜ה אֶל־יְהוָ֗ה רְ֠אֵה אַתָּ֞ה אֹמֵ֤ר אֵלַי֙ הַ֚עַל אֶת־הָעָ֣ם הַזֶּ֔ה וְאַתָּה֙ לֹ֣א הֽוֹדַעְתַּ֔נִי אֵ֥ת אֲשֶׁר־תִּשְׁלַ֖ח עִמִּ֑י וְאַתָּ֤ה אָמַ֙רְתָּ֙ יְדַעְתִּ֣יךָֽ בְשֵׁ֔ם וְגַם־מָצָ֥אתָ חֵ֖ן בְּעֵינָֽי׃
12
12
Und Mosche sagte zum Ewigen: Siehe, Du sagst zu mir: „Führe dieses Volk hinauf ins Land Israel!“ aber Du hast mich nicht wissen lassen, wen Du mit mir schicken willst, und Du hast doch gesagt: „Ich habe dich mit einem Namen der Auszeichnung ausersehen, auch hast du Gunst in Meinen Augen gefunden.“
Siehe, Du sagst zu mir
Siehe, richte Deine Augen und Dein Herz auf Deine Worte:
Du sagst zu mir … aber Du hast mich nicht wissen lassen. Dass Du aber zu mir gesagt hast (Schem. 23:20) הִנֵּה אָנֹכִי שֹׁלֵחַ מַלְאָךְ „siehe, Ich schicke einen Engel“, das ist keine Bekanntgabe, denn damit bin ich nicht zufrieden.
Raschi
Führe dieses Volk hinauf: ins Land Israel, wie es zuvor heißt (Schem. 33:1) לֵךְ עֲלֵה מִזֶּה אַתָּה וְהָעָם „Gehe, ziehe hinauf von hier, du und das Volk“.
Lekach Tow, Seforno
Du hast doch gesagt „Ich habe dich mit Namen ausersehen“, dich von den übrigen Menschen durch einen Namen der Auszeichnung unterschieden, da Du zu mir gesagt hast (Schem. 19:9) הִנֵּה אָנֹכִי בָּא אֵלֶיךָ בְּעַב הֶעָנָן גו׳ וְגַם בְּךָ יַאֲמִינוּ לְעוֹלָם „siehe, Ich komme zu dir im dichten Gewölk … und auch auf dich werden sie in Ewigkeit vertrauen“.
Raschi
וְעַתָּ֡ה אִם־נָא֩ מָצָ֨אתִי חֵ֜ן בְּעֵינֶ֗יךָ הוֹדִעֵ֤נִי נָא֙ אֶת־דְּרָכֶ֔ךָ וְאֵדָ֣עֲךָ֔ לְמַ֥עַן אֶמְצָא־חֵ֖ן בְּעֵינֶ֑יךָ וּרְאֵ֕ה כִּ֥י עַמְּךָ֖ הַגּ֥וֹי הַזֶּֽה׃
13
13
Nun denn, wenn ich Gunst gefunden habe in Deinen Augen, dann lass mich doch Deine Wege wissen, dass ich Dich erkenne, damit ich Gunst in Deinen Augen finde; und siehe, dass Dein Volk diese Nation ist.
Nun denn
Wenn es wahr ist, dass ich Gunst in Deinen Augen gefunden habe, so lass mich doch Deine Wege wissen, welchen Lohn du denen gibst, die Gunst in Deinen Augen gefunden haben.
Raschi
dass ich Dich erkenne, damit ich Gunst in Deinen Augen finde, um dadurch die Eigenschaft Deiner Belohnung (מִדַּת תַּגְמוּלְךָ) zu erkennen. Worin nämlich das Finden der Gunst bestehe (מְצִיאַת חֵן), die ich in Deinen Augen gefunden habe. Demnach ist die Erklärung von [Mosches Worten] לְמַעֵן אֶמְצָא חֵן „damit ich Gunst in Deinen Augen finde“: dass ich erkenne, wie groß der Lohn dessen ist, der Gunst gefunden hat.
Raschi
und siehe, dass Dein Volk diese Nation ist
Sage nicht, „Ich will dich zu einem großen Volk machen“ (Schem. 32:10), indem du diese verlässt. Siehe, sie sind von jeher Dein Volk. Und wenn Du sie verwirfst, so verlasse ich mich auch nicht auf meine Nachkommen, dass sie bestehen werden. Lasse mich wissen die Bezahlung meines Lohnes an diesem Volk.
[Anders] legen unsere Lehrer diese Stelle in der Gemara Berachot (7a) aus. Ich aber bin nur gekommen, die Verse nach ihrem Zusammenhang und ihrer Reihenfolge zu erklären.
Raschi
וַיֹּאמַ֑ר פָּנַ֥י יֵלֵ֖כוּ וַהֲנִחֹ֥תִי לָֽךְ׃
14
14
Und G‑tt sagte: Mein Antlitz soll mitgehen, und Ich will dich ruhen lassen.
Antlitz: ein schönes Wort für „Gesicht“.
Und G‑tt sagte: Mein Antlitz soll mitgehen
וַיֹּאמַר פָּנַי יֵלֵכוּ „Und G‑tt sagte: Mein Antlitz soll mitgehen“ bedeutet, wie der Targum sagt [שְׁכִינְתִי תְּהָךְ „Meine Schechina wird mitgehen“]: Ich werde keinen Engel schicken, sondern Ich selbst werde gehen. [Das Wort פָּנַי in unserem Vers bedeutet „Ich selbst“, wie das Wort וּפָנֶיךָ] im Vers (2 Schmu. 17:11) וּפָנֶיךָ הֹלְכִים בַּקְּרָב „und du selbst sollst in die Schlacht ziehen“.
Raschi
„und du selbst sollst in die Schlacht ziehen“: der Ratschlag für Awschalom, Sohn Davids.
ruhen lassen
וַהֲנִחֹתִי kommt vom Ausdruck חֲנָיָה „Ruhestätte“. [Saadia Gaon]
וַהֲנִחֹתִי „Ich werde dir Ruhe gewähren“ ist ein Ausdruck für das g‑ttliche Versprechen, dass sie das Land Israel einnehmen und dort in Sicherheit und Ruhe wohnen werden.
Seforno
וּבַמֶּ֣ה ׀ יִוָּדַ֣ע אֵפ֗וֹא כִּֽי־מָצָ֨אתִי חֵ֤ן בְּעֵינֶ֙יךָ֙ אֲנִ֣י וְעַמֶּ֔ךָ הֲל֖וֹא בְּלֶכְתְּךָ֣ עִמָּ֑נוּ וְנִפְלֵ֙ינוּ֙ אֲנִ֣י וְעַמְּךָ֔ מִכָּ֨ל־הָעָ֔ם אֲשֶׁ֖ר עַל־פְּנֵ֥י הָאֲדָמָֽה׃ (פ)
16
16
Woran sollte denn erkannt werden, dass ich Gunst in Deinen Augen gefunden habe, ich und Dein Volk, nicht daran, dass Du mit uns gehst? Und damit werden wir ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk, vor allen Völkern auf dem Erdboden.
Woran sollte denn erkannt werden
Wodurch wird das Finden der Gunst erkannt werden? Doch nur dadurch, dass Du mit uns gehst. Und um noch eine andere Sache bitte ich Dich, dass Du Deine Schechina nicht weiter auf den Völkern der Welt ruhen lassen sollst.
Raschi
ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk
וְנִפְלִינוּ אֲנִי וְעַמְּךָ „ausgezeichnet werden, ich und Dein Volk“: dass wir uns dadurch unterscheiden vor allen Völkern der Erde. Wie (Schem. 9:4) וְהִפְלָה ה׳ בֵּין מִקְנֵה יִשְׂרָאֵל וגו׳ „der Ewige wird unterscheiden zwischen den Herden Israels [und den Herden Mizraims]“.
Raschi