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Und sie legten darauf eine himmelblaue Schnur, um sie oben auf die Kopfbedeckung zu geben, wie der Ewige Mosche befohlen hatte.
um sie oben auf die Kopfbedeckung zu geben
Obwohl hier steht לָתֵת עַל הַמִּצְנֶפֶת מִלְמָעְלָה „oben auf die Kopfbedeckung geben“, bedeutet das nicht, dass man das Ziz (Stirnblatt) auf die Kopfbedeckung legte, sondern dass man die Schnüre oben an der Kopfbedeckung befestigte.
Man kann nämlich nicht behaupten, dass das Ziz selbst auf der Kopfbedeckung lag, da wir in der Gemara שְׁחִיטַת קָדָשִׁים (Sewachim 19a) lernen: Sein Haar war sichtbar zwischen dem Ziz und der Kopfbedeckung, und dort legte er die Tefillin an, und das Ziz lag auf der Stirn; also befand sich die Kopfbedeckung oben und das Ziz unten.
Ein weiterer scheinbarer Widerspruch: Hier sagt der Vers, „sie legten eine himmelblaue Schnur“ auf das Ziz (וַיִּתְּנוּ עָלָיו פְּתִיל תְּכֵלֶת), und in Paraschat Tezawe steht umgekehrt, dass man das Ziz auf die Schnur legte (וְשַׂמְתָּ אֹתוֹ עַל פְּתִיל תְּכֵלֶת, Schem. 28:37). Das scheint ein Widerspruch zu sein.
Das Ziz ging nur von Ohr zu Ohr; womit sollte man es also an der Stirn festbinden? Darum sage ich: An beiden Seiten des Ziz war eine eingefädelte Schnur mit zwei Enden – eines von außen und eines von innen, und ebenso in der Mitte. So konnte man es leicht festbinden, da man gewöhnlich zum Binden mindestens zwei Fäden braucht. Darum steht in Paraschat Tezawe: „lege [das Ziz] auf die himmelblaue Schnur“ – das ist der Teil der Schnur, der innen war; und in unserem Vers steht, dass die Schnur auf dem Ziz lag – das ist der Teil der Schnur, der außen war. Und beide Enden der Schnüre band er alle hinten am Nacken zusammen, und machte sie über der Kopfbedeckung fest.
Aber wundere dich nicht, dass „himmelblaue Schnur“ in der Einzahl, und nicht „himmelblaue Schnüre“ in der Mehrzahl steht, obwohl es mehr als nur eine Schnur gab. Denn auch beim Choschen und Efod finden wir (zuvor, Vers 21) וַיִּרְכְּסוּ אֶת הַחֹשֶׁן בִּפְתִיל תְּכֵלֶת „sie banden den Choschen durch eine Schnur fest …“ und dort können es nicht weniger als zwei gewesen sein, da an beiden Enden des Choschen zwei Ringe des Choschen und an den beiden Schulterbändern des Efod zwei Ringe des Efod jenen gegenüber waren. Wie man gewöhnlich bindet, waren es vier Schnüre, jedenfalls unmöglich weniger als zwei. Dennoch steht auch beim Choschen in der Einzahl „Schnur“.
Raschi