Der tägliche Chumasch-Abschnitt

6. Adar II 5787

Montag, 15. März 2027

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Wajikra

2. Alija

(Wajikra 1:14 – 2:6)

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וְאִ֧ם מִן־הָע֛וֹף עֹלָ֥ה קָרְבָּנ֖וֹ לַֽיהוָ֑ה וְהִקְרִ֣יב מִן־הַתֹּרִ֗ים א֛וֹ מִן־בְּנֵ֥י הַיּוֹנָ֖ה אֶת־קָרְבָּנֽוֹ׃
14
14
Und wenn vom Geflügel sein Opfer ein Ganzopfer (Olah) ist für den Ewigen, dann bringe er dar von den Tauben oder von den jungen Tauben sein Opfer.
vom Geflügel
מִן הָעוֹף „vom Geflügel“ und nicht alles Geflügel. Weil [über das Olah steht, Waj. 22:19] תָּמִים זָכָר בַּבָּקָר בַּכְּשָׂבִים וּבָעִזִּים „ein fehlerloses männliches Tier vom Vieh, von den Schafen oder von den Ziegen“, ist Fehlerlosigkeit und Männlichkeit nur für Vieh, nicht aber für Geflügel vorgeschrieben. Ich hätte meinen können, dass auch solches Geflügel geeignet ist, dem ein ganzer Körperteil fehlt, darum steht „vom Geflügel“.
Raschi
Tauben: große und nicht kleine.
Junge Tauben: kleine und nicht große.
Raschi
von den Tauben oder von den jungen Tauben
[Bei Tauben tritt eine Entwicklungsstufe namens צִּיהוּב ein, wenn sich die Flügel gold-rötlich verfärben.]
„von den Tauben oder von den jungen Tauben“: das schließt den Anfang von צִּיהוּב („Goldrötlichwerden“) bei beiden aus. In dieser Stufe ist die Taube als Opferung untauglich, weil es für junge Tauben (בְּנֵי יוֹנָה) zu groß und für Tauben (תּוֹרִים) zu klein ist.
Raschi
וְהִקְרִיב֤וֹ הַכֹּהֵן֙ אֶל־הַמִּזְבֵּ֔חַ וּמָלַק֙ אֶת־רֹאשׁ֔וֹ וְהִקְטִ֖יר הַמִּזְבֵּ֑חָה וְנִמְצָ֣ה דָמ֔וֹ עַ֖ל קִ֥יר הַמִּזְבֵּֽחַ׃
15
15
Der Kohen bringe es zum Altar und kneife ihren Kopf mit dem Fingernagel ab und lasse es auf dem Altar verdampfen, nachdem sein Blut ausgedrückt worden ist an der Wand des Altars.
bringe es
וְהִקְרִיבוֹ „bringe es“: sogar eine einzelne Taube kann er bringen.
Raschi
kneife ihren Kopf ab
Abkneifen (מְלִיקָה) geschieht nicht mit einem Gerät, sondern mit der Hand des Kohen. Er schneidet mit seinem Nagel an der Nackenseite ein und schneidet das Genick durch, bis er zur Speise- und Luftröhre kommt, und schneidet sie durch.
Raschi
Blut ausgedrückt
Der Ausdruck וְנִמְצָה דָמוֹ [leitet sich von der Wurzel מ-צ-ץ ab und] ist verwandt mit dem Begriff (Mischle 30:33) מִיץ אַפַּיִם „ein Pressen des Zornes“; (Jesch. 16:4) כִּי אָפֵס הַמֵּץ „denn das Leersaugen hat aufgehört“.
[Der Kohen] drückt die Schächtstelle an die Wand des Altars, dass das Blut ausgedrückt wird und herabläuft.
Raschi
„denn das Leersaugen hat aufgehört“ (כִּי אָפֵס הַמֵּץ): der Begriff הַמֵּץ kommt von מְצִיצָה „leersaugen“; der Blutsauger Sancheriw und sein Volk sind gefallen. [Mezudot zu Jeschajahu 16:4]
„denn das Leersaugen hat aufgehört“ (כִּי אָפֵס הַמֵּץ): gleich einem milchreichen Tier, das nicht die eigenen Jungen nährt, sondern von einem fremden Tier leergesogen wird.
Malbim z.St.
kneife ihren Kopf ab und lasse es verdampfen und es werde ausgedrückt
וּמָלַק וְהִקְטִיר וְנִמְצָה, wörtl. „kneife ihren Kopf ab und lasse es verdampfen und es werde ausgedrückt“. Ist diese Reihenfolge möglich? Nachdem er verdampft hat, drücke er das Blut aus? Nur, wie beim Verdampfen der Kopf für sich und der Körper für sich gebracht wird, so trenne er sie schon beim Abkneifen voneinander.
Nach dem einfachen Sinn ist der Vers umgestellt: er kneife ab und lasse verdampfen, vor dem Verdampfen aber sei das Blut bereits ausgedrückt.
Raschi
wie beim Verdampfen der Kopf für sich und der Körper für sich gebracht wird: Unser Vers וּמָלַק אֶת רֹאשׁוֹ וְהִקְטִיר הַמִּזְבֵּחָה „und kneife ihren Kopf ab und lasse es auf dem Altar verdampfen“ bezieht sich auf das Verdampfen des Kopfes; Vers 17 וְהִקְטִיר אֹתוֹ הַכֹּהֵן הַמִּזְבֵּחָה „der Kohen lasse es verdampfen auf dem Altar“ bezieht sich auf das Verdampfen des Körpers.
Gur Arye
וְהֵסִ֥יר אֶת־מֻרְאָת֖וֹ בְּנֹצָתָ֑הּ וְהִשְׁלִ֨יךְ אֹתָ֜הּ אֵ֤צֶל הַמִּזְבֵּ֙חַ֙ קֵ֔דְמָה אֶל־מְק֖וֹם הַדָּֽשֶׁן׃
16
16
Und er soll seinen Kropf absondern mit den Federn daran und ihn neben den Altar ostwärts werfen an den Ort der Asche.
seinen Kropf
מֻרְאָתוֹ, die Stelle des Unrates, das ist der Kropf.
Raschi
רְאִי „Unrat“ wird in der Sprache des Talmud רְעִי mit dem Buchstaben ע geschrieben, und in der Sprache der Tora רְאִי mit dem Buchstaben א, wie in (Nachum 3:6) וְשַׂמְתִּיךְ כְּרֹאִי „mache dich dem Unrat gleich“.
Beer Maim Chaim, Sefer Sikaron
mit den Federn daran: mit den Eingeweiden; dann bedeutet נוֹצָה soviel wie „Hässliches“, wie (Echa 4:15) כִּי נָצוּ גַּם נָעוּ „sie sind besudelt und irren umher“. Das ist, was Onkelos als בְּאוּכְלֵיהּ „Speise“ übersetzt. Und das ist auch die Aussage von Aba Jose ben Chanan, der sagt, er nimmt auch den Magen mit heraus.
Unsere Lehrer sel.A. sagen, er schneidet mit einem Messer rings um den Kropf wie ein Fenster heraus und nimmt den Vogel mit den Federn auf der Haut (Sewachim 65a). Beim Ganzopfer vom Vieh (עוֹלַת בְּהֵמָה), das nur das Futter seines Eigentümers frisst, steht (zuvor, Vers 9) הַקֶּרֶב וְהַכְּרָעַיִם יִרְחַץ בַּמָּיִם גו׳ וְהִקְטִיר „die Eingeweide und die Fußstücke wasche man in Wasser, und der Kohen lasse es auf dem Altar verdampfen“. Aber beim Geflügel, das sich vom Raub ernährt, muss er die Eingeweide wegwerfen, weil sie vom Raub gegessen haben.
Raschi
neben den Altar ostwärts
אֵצֶל הַמִּזְבֵּחַ קֵדְמָה, [er werfe es] an die Ostseite der Rampe.
Raschi
an den Ort der Asche: den Ort, an dem man die Aschenspende (תְּרוּמַת הַדֶּשֶׁן) jeden Morgen niederlegt, außerdem die Asche vom inneren Altar (מִזְבֵּחַ הַפְּנִימִי) und vom Leuchter (מְּנוֹרָה); und alle diese wurden an ihrer Stelle von der Erde verschlungen (Joma 21a).
Raschi
וְשִׁסַּ֨ע אֹת֣וֹ בִכְנָפָיו֮ לֹ֣א יַבְדִּיל֒ וְהִקְטִ֨יר אֹת֤וֹ הַכֹּהֵן֙ הַמִּזְבֵּ֔חָה עַל־הָעֵצִ֖ים אֲשֶׁ֣ר עַל־הָאֵ֑שׁ עֹלָ֣ה ה֗וּא אִשֵּׁ֛ה רֵ֥יחַ נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃ (ס)
17
17
Und er zerreiße es bei seinen Flügeln, trenne sie aber nicht ganz ab und der Kohen lasse es verdampfen auf dem Altar, auf den Hölzern, die über dem Feuer liegen; es ist ein Ganzopfer (Olah), ein Feueropfer zum lieblichen Geruch, dem Ewigen zu Ehren.
Und er zerreiße es
וְשִׁסַּע „aufreißen“ ist nur mit der Hand; so sagt er auch bei Schimschon (Richt. 14:6) וַיְשַׁסְּעֵהוּ כְּשַׁסַּע הַגְּדִי „und er zerriss ihn, als ob er ein Böcklein zerreiße“ und dabei hatte er nichts in der Hand.
Raschi
„und er zerriss ihn, als ob er ein Böcklein zerreiße“: und der Vers führt aus וּמְאוּמָה אֵ ין בְּ יָדוֹ „und dabei hatte er nichts in der Hand“.
Beer Jizchak
mit seinen Flügeln
בִכְנָפָיו bedeutet soviel wie עִם כְּנָפָיו, mit seinen Federn, während die Federn daran sind; er braucht seine Federn nicht auszurupfen.
Raschi
mit seinen Flügeln
בִכְנָפָיו, mit dem Gefieder. Es gibt keinen gewöhnlichen Menschen, der den Geruch von verbrannten Federn riecht und sich nicht übergeben möchte – so unangenehm ist der Geruch, und warum befiehlt der Vers, dass man sie am Altar darbringen soll? Damit der Altar auch mit dem Opfer des Armen gesättigt und geschmückt werde.
Raschi
trenne sie aber nicht ganz ab
Er trenne es nicht ganz in zwei Stücke, sondern reiße es nur im Rücken auf. Beim billigen Geflügel steht „zum lieblichen Duft“ und beim teuren Vieh steht „zum lieblichen Duft“ (Vers 9), um dir zu sagen: Es ist gleich, ob der eine viel, und der andere wenig gibt, solange er dabei sein Herz G‑tt zuwendet (Menachot 110a).
Raschi
וְנֶ֗פֶשׁ כִּֽי־תַקְרִ֞יב קָרְבַּ֤ן מִנְחָה֙ לַֽיהוָ֔ה סֹ֖לֶת יִהְיֶ֣ה קָרְבָּנ֑וֹ וְיָצַ֤ק עָלֶ֙יהָ֙ שֶׁ֔מֶן וְנָתַ֥ן עָלֶ֖יהָ לְבֹנָֽה׃
1
1
Das Mehlopfer – קרבן מנחה
Wenn jemand darbringt ein Mehlopfer (mincha) dem Ewigen, feines Mehl sei sein Opfer; er gieße Öl darauf und gebe Weihrauch darauf.
jemand
וְנֶפֶשׁ, wörtl. eine Seele; Der Begriff נֶפֶשׁ „Seele“ bezeichnet den Menschen als Ganzes: einen Körper, in dem eine Seele ruht.
Ibn Esra zu Bereschit 17:14
Wenn jemand
Das Wort נֶפֶשׁ „Seele“ kommt nur bei dem billigsten Opfer vor, dem Mincha. Denn wer bringt ein Korban Mincha? Der Arme. Dem aber, sagt G‑tt, rechne Ich diese geringe Gabe so hoch an, als habe er seine Seele als Opfer dargebracht! (Menachot 104b)
Raschi
feines Mehl sei sein Opfer
Wenn einer sagt, ich gelobe ein Mehlopfer, ohne nähere Bestimmung, bringt er ein Mehlopfer aus feinem Mehl (Menachot 104b). Das ist das erste von den Mehlopfern, und die Handvoll wird davon genommen, während es Mehl ist, wie im Abschnitt noch erklärt wird (nächster Vers). Weil hier fünf Arten von Mehlopfern stehen und alle außer diesem vor dem Handvollnehmen (קְמִיצָה) gebacken gebracht werden, darum wird dieses מִנְחַת סֹלֶת genannt, „ein Mehlopfer aus feinem Mehl“.
Raschi
fünf Arten von Mehlopfern:
(1) מִנְחַת סֹלֶת, das Opfer aus Feinmehl (Vers 1–3);

(2, 3) מִנְחַת מַאֲפֵה תַנּוּר „das im Ofen Gebackene“, das entweder aus חַלֹּת מַצֹּת „dicken ungesäuerten Broten“, oder רְקִיקֵי מַצֹּות „flachen ungesäuerten Broten“ bestand (Vers 4);

(4) מִנְחָה עַל הַמַּחֲבַת, „das in der flachen Pfanne Zubereitete“ (Vers 5–6),

(5) מִנְחַת מַרְחֶשֶׁת, „das im tiefen Topf Zubereitete“ (Vers 7).
Feines Mehl
סֹלֶת „feines Mehl“ ist nur Weizenmehl, so heißt es (Schem. 29:2) סֹלֶת חִטִּים „aus feinem Weizenmehl“. Ein Mehlopfer ist nie weniger als ein Zehntel Efa; so heißt es (Waj. 14:21) וְעִשָּׂרוֹן סֹלֶת לְמִנְחָה „ein Zehntel feines Mehl zum Mehlopfer“; ein Zehntel für jedes Mehlopfer.
Raschi
er gieße Öl darauf: auf das Ganze.
Raschi
und gebe Weihrauch darauf: auf einen Teil davon; er lege eine Handvoll Weihrauch auf eine Seite davon. Und was veranlasst dich, so zu sagen? Wenn in der Torah zwei Hinzufügungen nacheinander stehen, verringert die zweite.
Andere Erklärung: Öl aufs Ganze, weil es mit ihm verrührt wird, wie es heißt (Vers 2) מִסָּלְתָּהּ וּמִשַּׁמְנָהּ „von seinem Mehl und seinem Öl“; aber Weihrauch nur auf einen Teil, weil er nicht mit ihm verrührt wird und nicht mit ihm in der Handvoll herausgenommen wird; so steht (ebd.) עַל כָּל לְבֹנָתָהּ „samt dem ganzen Weihrauch“; nachdem er eine Handvoll Mehl herausgenommen hat, sammelt er den ganzen Weihrauch davon auf und lässt ihn verdampfen.
Raschi
er gieße, lege und bringe es
Das lehrt, dass das Gießen und das Verrühren durch einen Nichtkohen geschehen dürfen.
Raschi
וֶֽהֱבִיאָ֗הּ אֶל־בְּנֵ֣י אַהֲרֹן֮ הַכֹּהֲנִים֒ וְקָמַ֨ץ מִשָּׁ֜ם מְלֹ֣א קֻמְצ֗וֹ מִסָּלְתָּהּ֙ וּמִשַּׁמְנָ֔הּ עַ֖ל כָּל־לְבֹנָתָ֑הּ וְהִקְטִ֨יר הַכֹּהֵ֜ן אֶת־אַזְכָּרָתָהּ֙ הַמִּזְבֵּ֔חָה אִשֵּׁ֛ה רֵ֥יחַ נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃
2
2
Und er bringe es zu den Söhnen Aharons, den Kohanim, und einer der Kohanim greife davon seinen vollen Griff, von seinem Feinmehl und von seinem Öl mit all seinem Weihrauch, und der Kohen lasse seinen Gedenkteil verdampfen auf dem Altar als eine Feuergabe zum lieblichen Duft vor dem Ewigen.
den Kohanim und er greife heraus: vom Handvollnehmen (קְּמִיצָה) und weiter ist es die Pflicht der Kohanim (Menachot 9a).
Raschi
greife davon: an der Stelle, wo der Nichtkohen steht. Das lehrt, dass das Handvollnehmen (קְּמִיצָה) an jedem Ort im Vorhof geschehen durfte, auch in den 11 Ellen, die die Füße der Israeliten betreten durften.
Raschi
Israeliten: diejenigen, die weder Kohen noch Levi sind.
seinen vollen Griff
מְלֹא קֻמְצוֹ „seinen vollen Griff“: ich hätte meinen können, übervoll, sodass es auf jeder Seite herauskommt und hervortritt. Darum steht an anderer Stelle (Schem. 6:8) וְהֵרִים מִמֶּנּוּ בְּקֻמְצוֹ „er hebe davon in seinem Griff ab“: geeignet ist nur, was in seinem Griff ist. [„In seinem Griff“,] hätte ich gemeint, auch wenn sie nicht voll ist, darum steht hier מְלֹא „voll“.
Wie macht er das? Er biegt drei Finger über das Innere der Hand. Das bedeutet קֹמֶץ in der hebräischen Sprache.
Raschi
biegt drei Finger: die drei mittleren Finger, nicht aber den kleinen Finger.
mit allem Weihrauch: außer allem Weihrauch sei seine Hand voll mit dem Griff (קֹּמֶץ).
Raschi
Weihrauch und lasse es verdampfen: auch der Weihrauch soll verdampft werden.
Raschi
seinen vollen Griff, von seinem Feinmehl und von seinem Öl
מְלֹא קֻמְצוֹ מִסָּלְתָּהּ וּמִשַּׁמְנָהּ „seinen vollen Griff, von seinem Feinmehl und von seinem Öl“: wenn er aber herausnahm und ein Salzkorn oder ein Korn Weihrauch in seine Hand kam, so ist es untauglich.
Raschi
Gedenkteil
אַזְכָּרָתָהּ „Gedenkteil“: die Handvoll, die auf den Altar gebracht wird, ist das „Gedenken“ des Mincha; es erwirkt, dass G‑tt dem Besitzer zum Guten und zum Wohlgefallen gedenkt.
Raschi
וְהַנּוֹתֶ֙רֶת֙ מִן־הַמִּנְחָ֔ה לְאַהֲרֹ֖ן וּלְבָנָ֑יו קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִׁ֖ים מֵאִשֵּׁ֥י יְהוָֽה׃ (ס)
3
3
Und das Übrige des Mehlopfers sei für Aharon und für seine Söhne; als Heilige Opfer ersten Ranges von den Feuergaben des Ewigen.
für Aharon und für seine Söhne
Der Kohen Gadol nimmt zuerst einen Anteil vor der Verteilung, der gewöhnliche Kohen (כֹהֵן הֶדְיוֹט) nimmt nur bei der Verteilung.
Raschi
Der Vers hätte lauten können: „Das Übrige des Mehlopfers sei für die Kohanim“. Der Vers besagt jedoch: „für Aharon und für seine Söhne“. Das lehrt: Aharon und die ihm folgenden Kohanim Gedolim erhalten ihren Anteil gesondert vor „seinen Söhnen“, den gewöhnlichen Kohanim.
Minchat Jehuda, Sifte Chachamim
als Heilige Opfer ersten Ranges:
sie haben erst nach der Darbringung der Feuergaben Anteil daran.
Raschi
וְכִ֥י תַקְרִ֛ב קָרְבַּ֥ן מִנְחָ֖ה מַאֲפֵ֣ה תַנּ֑וּר סֹ֣לֶת חַלּ֤וֹת מַצֹּת֙ בְּלוּלֹ֣ת בַּשֶּׁ֔מֶן וּרְקִיקֵ֥י מַצּ֖וֹת מְשֻׁחִ֥ים בַּשָּֽׁמֶן׃ (ס)
4
4
Und wenn du darbringst als Mehlopfer etwas im Ofen Gebackenes, dann sei es aus feinem Mehl, dicke ungesäuerte Brote, mit Öl eingerührt, oder flache ungesäuerte Brote, mit Öl bestrichen.
Und wenn du darbringst: wenn einer gesagt hat, ich gelobe ein im Ofen gebackenes Mehlopfer (מִנְחַת מַאֲפֵה תַנּוּר). Der Vers lehrt, dass er entweder dicke Brote oder flache Brote darbringe. Die Kuchen werden mit Öl verrührt und die Fladen bestrichen. Über das Bestreichen bestehen bei unseren Lehrern zwei Meinungen (Menachot 75a). Manche sagen, er bestreicht sie und wiederholt dies, bis das ganze Öl im Log zu Ende ist, denn alle Mehlopfer brauchen ein Log Öl. Und manche sagen, er bestreicht sie wie der griechische Buchstabe Chi, und das übrige Öl wird für sich von den Kohanim gegessen.
Warum steht בַּשֶּׁמֶן … בַּשֶּׁמֶן „mit Öl“ zweimal? Um auch das zweite und dritte Öl, das aus den Oliven kommt, für geeignet zu erklären. Das erste Öl ist nur für den Leuchter nötig, weil bei ihm זָךְ „rein“ (Schem. 27:20) steht. Weiters lernen wir in Menachot (76a): alle Mehlopfer, die vor dem Handvollnehmen gebacken werden und von denen die Handvoll nach dem Zerstücken herausgenommen wird, werden zu je zehn Kuchen dargebracht, und bei denen רְקִיקִין „Fladen“ steht, zu je zehn Fladen.
Raschi
Log: ein Hohlmaß für Flüssigkeiten. Es entspricht dem Volumen von sechs Eiern (umgerechnet 345 ml).
für den Leuchter nötig: wie es heißt (Schem. 27:20) וְיִקְחוּ אֵלֶיךָ

שֶׁמֶן זַיִת זָךְ כָּתִית לַמָּאוֹר לְהַעֲלֹת נֵר תָּמִיד „… dass sie zu dir reines Olivenöl bringen, aus zerstoßenen [Oliven] zur Lichtquelle, damit das Licht [der Menora] ständig brenne“.
וְאִם־מִנְחָ֥ה עַל־הַֽמַּחֲבַ֖ת קָרְבָּנֶ֑ךָ סֹ֛לֶת בְּלוּלָ֥ה בַשֶּׁ֖מֶן מַצָּ֥ה תִהְיֶֽה׃
5
5
Und wenn ein Mehlopfer auf der Pfanne dein Opfer ist, soll es aus feinem Mehl, mit Öl verrührt, ungesäuert sein.
Und wenn ein Mehlopfer auf der Pfanne
וְאִם מִנְחָה עַל הַמַּחֲבַת, wenn einer gesagt hat, ich gelobe ein Mehlopfer auf der Pfanne. מַחֲבַת ist ein Gefäß, das im Heiligtum war, in dem man ein Mehlopfer über dem Feuer in Öl backte. Das Gefäß war nicht tief, sondern flach. Und das Werk des Mehlopfers darin war hart; weil es flach war, verbrannte das Feuer das Öl (Menachot 63a). Für alle waren drei Ölgaben vorgeschrieben: Gießen, Verrrühren und eine Ölgabe ins Gefäß vor der Bereitung.
Raschi
feines Mehl mit Öl verrührt: das lehrt, dass er sie verrührt, solange sie noch Mehl sind.
Raschi
פָּת֤וֹת אֹתָהּ֙ פִּתִּ֔ים וְיָצַקְתָּ֥ עָלֶ֖יהָ שָׁ֑מֶן מִנְחָ֖ה הִֽוא׃ (ס)
6
6
Man zerlege es in Stücke und gieße Öl darauf; es ist ein Mehlopfer.
Man zerlege es in Stücke: das fügt für alle Mehlopfer, die vor dem Handvollnehmen gebacken werden, das Zerlegen in Stücke hinzu.
Raschi
und gieße Öl darauf, es ist ein Mehlopfer: das fügt für alle Mehlopfer Gießen hinzu. Ich hätte meinen können, auch für Mehlopfer, die im Ofen gebacken werden, darum heißt es עָלֶיהָ „darauf“. Ich hätte nun nur dicke Brote ausgenommen und nicht flache Brote, darum heißt es הִוא „es ist“.
Raschi