וְאִם־מִנְחַ֥ת מַרְחֶ֖שֶׁת קָרְבָּנֶ֑ךָ סֹ֥לֶת בַּשֶּׁ֖מֶן תֵּעָשֶֽׂה׃
7
7
Und wenn ein Mehlopfer in tiefer Pfanne dein Opfer ist, dann muss es aus feinem Mehl mit Öl bereitet werden.
Mehlopfer in tiefer Pfanne
מַרְחֶשֶׁת „Napf. Das ist ein Gefäß, das im Heiligtum war, ein tiefes, und weil es tief war, war sein Öl aufgehäuft und das Feuer verbrannte es nicht; darum war das Mehlopfer, das darin bereitet wurde, mürbe (רוֹחֲשִׁין). Jede Sache, die durch eine Flüssigkeit erweicht ist, sieht kriechend und sich bewegend aus, deshalb verwendet der Vers das Wort „kriechend“ מַרְחֶשֶׁת.
Raschi
וְהֵבֵאתָ֣ אֶת־הַמִּנְחָ֗ה אֲשֶׁ֧ר יֵעָשֶׂ֛ה מֵאֵ֖לֶּה לַיהוָ֑ה וְהִקְרִיבָהּ֙ אֶל־הַכֹּהֵ֔ן וְהִגִּישָׁ֖הּ אֶל־הַמִּזְבֵּֽחַ׃
8
8
Und bringe das Mehlopfer, das aus diesen bereitet wurde, dem Ewigen; er bringe es dem Kohen hin, damit er es zum Altar hinreiche.
das aus diesen bereitet wurde: aus einer von diesen Arten.
Raschi
aus einer von diesen Arten: von sämtlichen in diesem Abschnitt genannten Arten des Mehlopfers (Mincha), unter Ausschluss der zwei Brote von Schawuot sowie der Schaubrote. Diese müssen nicht an die Südwestecke des Altars gebracht werden.
Misrachi, Sifte Chachamim
er bringe: der Eigentümer bringe das Mehlopfer dem Kohen,
es zum Altar hinreiche: der Kohen bringt es an die Südwestecke des Altars (Sewachim 63a).
Raschi
Das Subjekt zum Verb וְהִקְרִיבָהּ „er bringe“ ist nicht das Subjekt zum Verb וְהִגִּישָׁהּ „damit er hinreiche“. Das Verb וְהִקְרִיבָהּ „er bringe“ bezieht sich auf den Eigentümer. Das Verb וְהִגִּישָׁהּ „damit er hinreiche“ bezieht sich auf den Kohen.
Misrachi, Sifte Chachamim
כָּל־הַמִּנְחָ֗ה אֲשֶׁ֤ר תַּקְרִ֙יבוּ֙ לַיהוָ֔ה לֹ֥א תֵעָשֶׂ֖ה חָמֵ֑ץ כִּ֤י כָל־שְׂאֹר֙ וְכָל־דְּבַ֔שׁ לֹֽא־תַקְטִ֧ירוּ מִמֶּ֛נּוּ אִשֶּׁ֖ה לַֽיהוָֽה׃
11
11
Jedes Mehlopfer, das ihr dem Ewigen darbringt, soll nicht aus Gesäuertem (Chametz) bereitet werden; denn aller Sauerteig und aller Honig — davon sollt ihr nicht verdampfen lassen als Feuergabe für den Ewigen.
aller Honig: jede Süßigkeit einer Frucht wird „Honig“ genannt
Raschi
jede Süßigkeit einer Frucht wird „Honig“ genannt: Der nachfolgende Vers lautet קָרְבַּן רֵאשִׁית תַּקְרִיבוּ אֹתָם „Als Opfer der Erstlingsfrüchte sollt ihr es darbringen …“. Diese Erstlingsfrüchte (Bikurim) bestanden ausschließlich aus den sieben Arten, mit denen das Land Israel gesegnet wurde, nicht aber aus Bienenhonig. Daraus ist zu lernen, dass der Begriff „aller Honig“ in diesem Vers sich nicht ausschließlich auf Bienenhonig bezieht.
Misrachi
Dennoch bezieht sich das Verbot in diesem Vers „von allem Honig sollt ihr nicht verdampfen lassen als Feuergabe für den Ewigen“ auch auf Bienenhonig.
Beer baSade
קָרְבַּ֥ן רֵאשִׁ֛ית תַּקְרִ֥יבוּ אֹתָ֖ם לַיהוָ֑ה וְאֶל־הַמִּזְבֵּ֥חַ לֹא־יַעֲל֖וּ לְרֵ֥יחַ נִיחֹֽחַ׃
12
12
Als Opfer der Erstlingsfrüchte sollt ihr sie dem Ewigen darbringen, aber auf den Altar sollen sie nicht kommen zum lieblichen Duft.
Als Opfer der Erstlingsfrüchte sollt ihr sie darbringen
Was sollst du „vom Sauerteig und vom Honig“ (Vers zuvor) darbringen? קָרְבַּן רֵאשִׁית, ein Erstlingsopfer. Die zwei Brote an Schawuot, die aus Gesäuertem dargebracht wurden, so steht (Waj. 23:17) חָמֵץ תֵּאָפֶינָה „gesäuert sollen sie gebacken werden“; und Erstlingsfrüchte vom Honig, wie Erstlingsfrüchte von den Feigen und Datteln (Menachot 58a).
Raschi
וְכָל־קָרְבַּ֣ן מִנְחָתְךָ֮ בַּמֶּ֣לַח תִּמְלָח֒ וְלֹ֣א תַשְׁבִּ֗ית מֶ֚לַח בְּרִ֣ית אֱלֹהֶ֔יךָ מֵעַ֖ל מִנְחָתֶ֑ךָ עַ֥ל כָּל־קָרְבָּנְךָ֖ תַּקְרִ֥יב מֶֽלַח׃ (ס)
13
13
Und alle deine Mehlopfer salze mit Salz, und lasse nicht fehlen das Salz als Bund mit deinem G‑tt von deinem Mehlopfer; bei allen deinen Opfern sollst du Salz darbringen.
Salz als Bund
Ein Bund ist mit dem Salz geschlossen seit den sechs Tagen der Schöpfung. Da wurde dem Wasser auf der Erde versprochen, dass es auf dem Altar (מִּזְבֵּחַ) im Heiligen Tempel dargebracht würde: im Salz und als Wassergussopfer (נִסּוּךְ הַמַּיִם) zu Sukkot.
Raschi
im Salz: Man nutzte Salz aus dem Toten Meer, sofern verfügbar, da es den Bund mit den Gewässern der Erde darstellte.
Siehe Menachot 21a
auf allen deinen Opfern: auf dem Ganzopfer (קָרְבַּן עוֹלָה) vom Vieh und Geflügel und allen Fettstücken sämtlicher Opfer (Menachot 20a).
Raschi
וְאִם־תַּקְרִ֛יב מִנְחַ֥ת בִּכּוּרִ֖ים לַיהוָ֑ה אָבִ֞יב קָל֤וּי בָּאֵשׁ֙ גֶּ֣רֶשׂ כַּרְמֶ֔ל תַּקְרִ֕יב אֵ֖ת מִנְחַ֥ת בִּכּוּרֶֽיךָ׃
14
14
Wenn du darbringst das Mehlopfer der Erstreife dem Ewigen: reife Ähren, am Feuer geröstet, aus gestoßenen Körnern solange die Ähren frisch und voll sind, sollst du das Mehlopfer deiner Erstreife darbringen.
Wenn
Dieses אִם hat die Bedeutung von כִּי „sobald“. Dieses Mehlopfer der Erstreife (מִנְחַת בִּכּוּרִים) ist nicht freiwillig, denn der Vers spricht vom Mehlopfer des Omer, das eine Pflicht ist; ebenso (Bam. 36:4) וְאִם יִהְיֶה הַיּוֹבֵל „wenn das Joweljahr sein wird“.
Raschi
Ähren: oberster Teil des Getreidehalms, an dem die Körner
sitzen.
das Mehlopfer der Erstreife
מִנְחַת בִּכּוּרִים „Mehlopfer der Erstreife“: vom Mehlopfer des Omer spricht der Vers; dieses wird aus Ähren in der Zeit der Getreidereife gebracht, und zwar von der Gerste, da hier אָבִיב steht und auch dort אָבִיב steht, (Schem. 9:31) כִּי הַשְּׂעֹרָה אָבִיב „denn die Gerste war reif“.
Raschi
am Feuer geröstet
קָלוּי בָּאֵשׁ „am Feuer geröstet“: man trocknet es am Feuer in der Pfanne der Getreideröster. Sonst könnte es nicht in der Mühle gemahlen werden, weil es noch frisch ist.
Raschi
aus gestoßenen Körnern
גֶּרֶשׂ כַּרְמֶל „aus gestoßenen Körnern“: es wird gestoßen, während es noch frisch ist;
גֶּרֶשׂ bedeutet „zerbrechen“, „mahlen“; er mahlt es in der Graupenmühle. Wie (Echa 3:16) וַיַּגְרֵס בֶּחָצָץ „er zerbrach durch Kiesel“; ebenso (Teh. 119:20) גָּרְסָה נַפְשִׁי „es zerbricht sich meine Seele“.
Raschi
frischen Körnern
כַּרְמֶל „frische Körner“: solange die Ähre voller Körner ist; wenn das Getreide in der Ähre frisch und voll ist; darum werden die Getreidekörner כַּרְמֶל genannt. Ebenso (2 Kön. 4:42) וְכַרְמֶל בְּצִקְלוֹנוֹ „frische Körner in seiner Hirtentasche“.
Raschi