דַּבֵּ֞ר אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֘ל לֵאמֹר֒ נֶ֗פֶשׁ כִּֽי־תֶחֱטָ֤א בִשְׁגָגָה֙ מִכֹּל֙ מִצְוֺ֣ת יְהוָ֔ה אֲשֶׁ֖ר לֹ֣א תֵעָשֶׂ֑ינָה וְעָשָׂ֕ה מֵאַחַ֖ת מֵהֵֽנָּה׃
2
2
Sprich zu den Kindern Israel Folgendes: Wenn jemand aus Versehen sündigt gegen irgendwelche Verbote des Ewigen, die nicht getan werden dürfen, und er tat eines dieser Verbote.
jemand
וְנֶפֶשׁ, wörtl. eine Seele; Der Begriff נֶפֶשׁ „Seele“ bezeichnet den Menschen als Ganzes: einen Körper, in dem eine Seele ruht.
Ibn Esra zu Bereschit 17:14
gegen irgendwelche Verbote
Unsere Lehrer erklären, ein Sündopfer (חַטָּאת) wird nur für eine Sache gebracht, deren absichtliche Übertretung durch ein Verbot und Ausrottungsstrafe untersagt ist (אֵין חַטָּאת בָּאָה אֶלָּא עַל דָּבָר שֶׁזְּדוֹנוֹ לָאו וְכָרֵת); dann ist für das Versehen (שׁוֹגֵג) ein Sündopfer vorgeschrieben.
Raschi
Ausrottungsstrafe: Karet. Der vorzeitige Tod des Sünders und seiner Nachkommen.
Siehe Schabbat 25b, Raschi zu Bereschit 17:14, Wajikra 17:9
er tat eines dieser
וְעָשָׂה מֵאַחַת מֵהֵנָּה, er tat von einem dieser Verbote, er schreibt zum Beispiel am Schabbat שֵׁם vom Wort שִּׁמְעוֹן; er schreibt נֹחַ von נָּחוֹר; oder דָּן von דָּנִיֵּאל.
Raschi
Das Mindestmaß für ein Sündopfer (חַטָּאת) bei unbeabsichtigter Übertretung des Schreibverbots am Schabbat sind zwei Buchstaben. Nach R. Jehuda (103a) müssen diese ein Wort bilden.
Schabbat 73a; Meiri zu Schabbat 103a
אִ֣ם הַכֹּהֵ֧ן הַמָּשִׁ֛יחַ יֶחֱטָ֖א לְאַשְׁמַ֣ת הָעָ֑ם וְהִקְרִ֡יב עַ֣ל חַטָּאתוֹ֩ אֲשֶׁ֨ר חָטָ֜א פַּ֣ר בֶּן־בָּקָ֥ר תָּמִ֛ים לַיהוָ֖ה לְחַטָּֽאת׃
3
3
Wenn der gesalbte Kohen sündigt zur Verschuldung des Volkes, dann bringe er dar wegen seiner Sünde, womit er sich versündigt, einen jungen, fehlerlosen Stier für den Ewigen zum Sündopfer.
gesalbt: dieser Kohen wurde zur Einführung in sein Amt in einem feierlichen Zeremoniell mit Öl übergossen.
Wenn der gesalbte Kohen sündigt zur Verschuldung des Volkes
Der Midrasch sagt, er ist nur schuldig, wenn ihm die Vorschrift verborgen war und er aus Versehen auch dagegen gehandelt hat. Wie hier steht לְאַשְׁמַת הָעָם „zur Verschuldung des Volkes“, und (Vers 13) וְנֶעְלַם דָּבָר מֵעֵינֵי הַקָּהָל וְעָשֹוּ „eine Sache war den Augen der Gemeinde verborgen, und sie taten“.
Der einfache Sinn gemäß der Aggada ist dieser: wenn der Kohen Gadol sündigt, ist es eine Verschuldung des Volkes; wenn dieser, von dem sie abhängig sind, dass er für sie sühne und für sie bete, sich vergangen hat.
Raschi
einen Stier
Vom Wort פַּר hätte ich meinen können, einen alten Stier, darum steht בֶּן, aus בֶּן hätte ich entnommen, einen kleinen, darum steht פַּר. Wie ist [der Ausdruck פַּר בֶּן בָּקָר] also zu verstehen? Einen Stier im dritten Jahr.
Raschi
וְטָבַ֧ל הַכֹּהֵ֛ן אֶת־אֶצְבָּע֖וֹ בַּדָּ֑ם וְהִזָּ֨ה מִן־הַדָּ֜ם שֶׁ֤בַע פְּעָמִים֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה אֶת־פְּנֵ֖י פָּרֹ֥כֶת הַקֹּֽדֶשׁ׃
6
6
Und der Kohen tauche seinen Finger in das Blut und sprenge von dem Blut sieben Mal vor dem Ewigen vor den heiligen Vorhang.
vor den heiligen Vorhang: gegenüber dem Ort seiner Heiligkeit, gegenüber dem Raum zwischen den Stangen der heiligen Truhe (אֲרוֹן הַבְּרִית). Das Blut brauchte nicht den Vorhang zu treffen, und wenn es ihn traf, schadete es nicht (Joma 57a).
Raschi
וְנָתַן֩ הַכֹּהֵ֨ן מִן־הַדָּ֜ם עַל־קַ֠רְנוֹת מִזְבַּ֨ח קְטֹ֤רֶת הַסַּמִּים֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה אֲשֶׁ֖ר בְּאֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וְאֵ֣ת ׀ כָּל־דַּ֣ם הַפָּ֗ר יִשְׁפֹּךְ֙ אֶל־יְסוֹד֙ מִזְבַּ֣ח הָעֹלָ֔ה אֲשֶׁר־פֶּ֖תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
7
7
Und der Kohen gebe von dem Blut an die Hochecken des Altars, auf dem die Spezereien geräuchert werden vor dem Ewigen, der im Zelt der Zusammenkunft ist, und alles übrige Blut des Stieres gieße er an die Grundmauer des Ganzopfer-Altars, der am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft steht.
Spezereien: wohlriechende Balsame und Gewürze.
und alles Blut: die Überreste des Blutes.
Raschi
וְאֶת־כָּל־חֵ֛לֶב פַּ֥ר הַֽחַטָּ֖את יָרִ֣ים מִמֶּ֑נּוּ אֶת־הַחֵ֙לֶב֙ הַֽמְכַסֶּ֣ה עַל־הַקֶּ֔רֶב וְאֵת֙ כָּל־הַחֵ֔לֶב אֲשֶׁ֖ר עַל־הַקֶּֽרֶב׃
8
8
Und das ganze Fett vom Stier des Sündopfers (Chatat) hebe er davon ab, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden ist.
Und das ganze Fett vom Stier
Statt וְאֶת כָּל חֵלֶב פַּר „das ganze Fett vom Stier“ hätte stehen können וְאֶת כָּל חֶלְבּוֹ „sein Fett“; was lehrt das Wort „Stier“? Es fügt Nieren, Fettstücke und Leberlappen auch für den Stier am Jom Kippur hinzu.
Raschi
des Sündopfers: das fügt die Nieren, Fettstücke und Leberlappen für die Ziegenböcke zur Sühne von Götzendienst hinzu.
Raschi
hebe er davon ab: solange er ein Ganzes ist; er zerlege ihn nicht in Stücke, bevor man das Fett abgenommen hat. Torat Kohanim (4:230).
Raschi
כַּאֲשֶׁ֣ר יוּרַ֔ם מִשּׁ֖וֹר זֶ֣בַח הַשְּׁלָמִ֑ים וְהִקְטִירָם֙ הַכֹּהֵ֔ן עַ֖ל מִזְבַּ֥ח הָעֹלָֽה׃
10
10
So wie es abgehoben wird vom Stier des Friedensopfers; und der Kohen lasse sie verdampfen auf dem Ganzopfer-Altar.
So wie es abgehoben wird: dieselben Fettstücke, die beim Stier des Friedensopfers (שׁוֹר זֶבַח הַשְּׁלָמִים) genannt sind. Was hat der Vers aber beim Friedensopfer genannt, das er hier nicht erwähnt? Nur, er will diesen Stier mit dem Friedensopfer vergleichen: wie Friedensopfer für ihren Zweck gebracht werden (לִשְׁמוֹ), so muss auch dieses Opfer für seinen Zweck gebracht werden; und wie Friedensopfer der Welt Frieden bringen, so bringt auch dieses der Welt Frieden.
Die Gemara שְׁחִיטַת קָדָשִׁים erklärt den Vers für nötig, um daraus zu lernen, dass man bei den Vorschriften für die heiligen Opfer (קָדָשִׁים) nicht von einer Stelle ablernen kann, die selbst erst von einer anderen abgelernt wird. Im Abschnitt אֵיזֶהוּ מְקוֹמָן (Sewachim 49b).
Raschi
mit der Leber und mit den Nieren, mit seinem Kopf und mit seinen Fußstücken.
Das Wort עַל bei (Vers 9) עַל הַכָּבֵד עַל הַכְּלָיוֹת „mit der Leber und mit den Nieren“ und bei (Vers 11) עַל רֹאשׁוֹ וְעַל כְּרָעָיו „mit seinem Kopf und mit seinen Kopfstücken“ fügt hinzu und bedeutet soviel wie „außer“.
Raschi
וְהוֹצִ֣יא אֶת־כָּל־הַ֠פָּר אֶל־מִח֨וּץ לַֽמַּחֲנֶ֜ה אֶל־מָק֤וֹם טָהוֹר֙ אֶל־שֶׁ֣פֶךְ הַדֶּ֔שֶׁן וְשָׂרַ֥ף אֹת֛וֹ עַל־עֵצִ֖ים בָּאֵ֑שׁ עַל־שֶׁ֥פֶךְ הַדֶּ֖שֶׁן יִשָּׂרֵֽף׃ (פ)
12
12
Er soll den ganzen Stier außerhalb des Lagers bringen an einen reinen Ort, dorthin, wo man die Asche hinschüttet, und verbrenne ihn auf Hölzern im Feuer; auf dem Schuttort der Asche soll er verbrannt werden.
an einen reinen Ort
Weil es außerhalb der Stadt auch einen Ort gibt, der zur Unreinheit bestimmt ist, aussätzige Steine dorthin zu werfen (siehe Paraschat Mezora, Wajikra 14:40) und zum Begräbnisplatz, darum muss der Vers sagen, dass dieser außerhalb des Lagers, das ist vor der Stadt, ein reiner Ort sei.
Raschi
außerhalb des Lagers: außerhalb der drei Lager.
Und im Tempel: außerhalb der Stadt, wie es unsere Lehrer in der Gemara Joma (68a) und Sanhedrin (42b) erklärt haben.
Raschi
dorthin, wo man die Asche hinschüttet: an dem Ort, auf den man die Asche schüttet, die vom Altar entfernt wird, wie es heißt (Waj. 6:4) וְהוֹצִיא אֶת הַדֶּשֶׁן אֶל מִחוּץ לַמַּחֲנֶה „man bringe die Asche hinaus außerhalb des Lagers“.
Raschi
auf dem Schuttort der Asche soll er verbrannt werden
Das steht nur deshalb wiederholt, um zu lehren: sogar wenn keine Asche dort ist.
Raschi
וְאִ֨ם כָּל־עֲדַ֤ת יִשְׂרָאֵל֙ יִשְׁגּ֔וּ וְנֶעְלַ֣ם דָּבָ֔ר מֵעֵינֵ֖י הַקָּהָ֑ל וְ֠עָשׂוּ אַחַ֨ת מִכָּל־מִצְוֺ֧ת יְהוָ֛ה אֲשֶׁ֥ר לֹא־תֵעָשֶׂ֖ינָה וְאָשֵֽׁמוּ׃
13
13
Und wenn der Gerichtshof Israels aus Versehen sündigt, indem eine Sache verborgen war vor den Augen der Gemeinde, und sie übertraten eines von allen Verboten des Ewigen, die nicht getan werden dürfen, und erkennen dann ihre Schuld.
der Gerichtshof Israels
עֲדַת יִשְֹרָאֵל, das ist der oberste Gerichtshof (סַנְהֶדְרִין).
Raschi
eine Sache verborgen war
Sie irrten sich, indem sie bei einem der Verbote, die mit Ausrottungsstrafe verbunden sind (עָנוּשׁ כָּרֵת), entschieden, es sei erlaubt (Horajot 7b).
Raschi
der Gemeinde, und sie übertraten: die Gemeinde handelte nach ihrem Ausspruch.
Raschi
וְטָבַ֧ל הַכֹּהֵ֛ן אֶצְבָּע֖וֹ מִן־הַדָּ֑ם וְהִזָּ֞ה שֶׁ֤בַע פְּעָמִים֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה אֵ֖ת פְּנֵ֥י הַפָּרֹֽכֶת׃
17
17
Der Kohen taucht seinen Finger in das Blut und sprengt sieben Mal vor dem Ewigen vor den Vorhang.
vor den Vorhang
אֶת פְּנֵי הַפָּרֹכֶת „vor den Vorhang“, und oben steht (Vers 6): אֶת פְּנֵי פָּרֹכֶת הַקֹּדֶשׁ „vor den heiligen Vorhang“. Das gleicht einem König, gegen den sich die Bevölkerung vergangen hat. Wenn sich nur ein kleiner Teil vergangen hat, besteht der Hof des Königs noch; wenn sich aber das gesamte Volk vergangen hat, hat auch sein Hof keinen Bestand (Sewachim 41b). Auch hier: Wenn der gesalbte Kohen (כֹּהֵן מָשִׁיחַ) gesündigt hat, ist der Name der Heiligkeit des Ortes noch auf dem Mikdasch (Tempel); wenn aber alle gesündigt haben, behüte und bewahre, erlöscht die Heiligkeit dort.
Raschi
וּמִן־הַדָּ֞ם יִתֵּ֣ן ׀ עַל־קַרְנֹ֣ת הַמִּזְבֵּ֗חַ אֲשֶׁר֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה אֲשֶׁ֖ר בְּאֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וְאֵ֣ת כָּל־הַדָּ֗ם יִשְׁפֹּךְ֙ אֶל־יְסוֹד֙ מִזְבַּ֣ח הָעֹלָ֔ה אֲשֶׁר־פֶּ֖תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
18
18
Und von dem Blut gibt er auf die Hochecken des Altars, der vor dem Ewigen ist, der im Zelt der Zusammenkunft ist, und alles übrige Blut gießt er an die Grundmauer des Ganzopfer-Altars, der am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft ist.
Grundmauer des Ganzopfer-Altars, der am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft ist
Das ist die westliche Grundmauer, die dem Eingang gegenüber ist.
Raschi
וְאֵ֥ת כָּל־חֶלְבּ֖וֹ יָרִ֣ים מִמֶּ֑נּוּ וְהִקְטִ֖יר הַמִּזְבֵּֽחָה׃
19
19
Und all sein Fett hebt er davon ab und lasse es verdampfen auf dem Altar.
Und all sein Fett hebt er davon ab
Obwohl er hier das Zwerchfell (יוֹתֶרֶת) und die beiden Nieren nicht nennt, werden sie durch die Worte heraus gelernt (nächster Vers) וְעָשָׂה לַפָּר כַּאֲשֶׁר עָשָׂה „er tue mit dem Stier, wie er getan hat …“. Und warum stehen sie hier nicht? Darauf antwortet der Tanna deRaw Ischmael: Das gleicht einem König, der seinem Freund zürnt und aus Liebe zu ihm sein Vergehen verringert (Sewachim 41b).
Raschi
וְעָשָׂ֣ה לַפָּ֔ר כַּאֲשֶׁ֤ר עָשָׂה֙ לְפַ֣ר הַֽחַטָּ֔את כֵּ֖ן יַעֲשֶׂה־לּ֑וֹ וְכִפֶּ֧ר עֲלֵהֶ֛ם הַכֹּהֵ֖ן וְנִסְלַ֥ח לָהֶֽם׃
20
20
Und er soll mit dem Stier tun, wie er mit dem Stier des Sündopfers (Chatat) getan hat, so soll er mit diesem tun, dann wird ihnen vergeben werden.
Und er soll mit diesem Stier tun, wie er mit dem Stier des Sündopfers getan hat: wie beim Stier des gesalbten Kohen steht (פַר כֹּהֵן מָשִׁיחַ). Das fügt das Zwerchfell (יוֹתֶרֶת) und die beiden Nieren hinzu, die der Vers dort nennt und hier nicht erwähnt werden. Weiters wiederholt der Vers dadurch die Gebote der einzelnen Dienstschritte (עֲבוֹדוֹת), um zu lehren, dass wenn er eine von den Blutgaben hat fehlen lassen, der Stier ungültig ist. Weil wir nämlich bei den Blutgaben, die auf den Äußeren Altar gebracht werden, finden, dass wenn er auch nur eine einzelne Gabe gebracht hat, er die Sühne vollzogen hat. Darum war hier nötig zu sagen, dass von jeder einzelnen Gabe die Sühne abhängig ist.
Raschi
אֲשֶׁ֥ר נָשִׂ֖יא יֶֽחֱטָ֑א וְעָשָׂ֡ה אַחַ֣ת מִכָּל־מִצְוֺת֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהָ֜יו אֲשֶׁ֧ר לֹא־תֵעָשֶׂ֛ינָה בִּשְׁגָגָ֖ה וְאָשֵֽׁם׃
22
22
Wenn sich ein Oberhaupt versündigt, und tut eines von den Verboten des Ewigen seines G‑ttes, die nicht getan werden sollen, aus Versehen und macht sich schuldig.
Wenn sich ein Oberhaupt versündigt
אֲשֶׁר נָשִׂיא יֶחֱטָא „Wenn sich ein Oberhaupt versündigt“. Das Wort אֲשֶׁר (ascher) kann hier gelesen werden als אַשְׁרֵי (aschre, „glücklich“). „Glücklich“ ist das Zeitalter, dessen Oberhaupt darauf achtet, sogar für sein Versehen ein Opfer zu bringen; umso mehr wird er seine wissentlichen Sünden bereuen (Torat Kohanim, Horajot 10b).
Raschi
אֽוֹ־הוֹדַ֤ע אֵלָיו֙ חַטָּאת֔וֹ אֲשֶׁ֥ר חָטָ֖א בָּ֑הּ וְהֵבִ֧יא אֶת־קָרְבָּנ֛וֹ שְׂעִ֥יר עִזִּ֖ים זָכָ֥ר תָּמִֽים׃
23
23
Wenn ihm danach seine Sünde bekannt wird, mit der er sich versündigt hat, bringe er sein Opfer, einen fehlerlosen Ziegenbock.
Wenn ihm dann seine Sünde bekannt wird
אוֹ הוֹדַע – אִם הוֹדַע; An vielen Stellen hat אוֹ die Bedeutung von אִם, und umgekehrt steht אִם anstelle von אוֹ. Ebenso (Schem. 21:36) אוֹ נוֹדַע כִּי שׁוֹר נַגָּח הוּא „wenn bekannt ist, dass es ein stoßender Ochse ist“.
Raschi
Wenn ihm seine Sünde bekannt wird
Als er sündigte, glaubte er, es sei Erlaubtes, und dann wurde ihm bekannt, dass es Verbotenes war.
Raschi
einen fehlerlosen Ziegenbock
שְׂעִיר עִזִּים זָכָר תָּמִים, wörtl. „eine fehlerlose männliche Ziege“. Bei der Ziege wird das Geschlecht ausdrücklich benannt: „ein männlicher Ziegenbock“ שְׂעִיר עִזִּים זָכָר (dieser Vers); „eine weibliche Ziege“ שְׂעִירַת עִזִּים נְקֵבָה (Vers 28), denn das Wort עֵז unterscheidet nicht beim Geschlecht und umfasst männliche wie weibliche Tiere. Beim Schaf dagegen muss das Geschlecht nicht erwähnt werden, denn כֶּבֶשׂ ist das „männliche Schaf“, und כִּבְשָׂה das „weibliche Schaf“.
Baal haTurim
וְסָמַ֤ךְ יָדוֹ֙ עַל־רֹ֣אשׁ הַשָּׂעִ֔יר וְשָׁחַ֣ט אֹת֔וֹ בִּמְק֛וֹם אֲשֶׁר־יִשְׁחַ֥ט אֶת־הָעֹלָ֖ה לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה חַטָּ֖את הֽוּא׃
24
24
Und er stütze seine Hand auf den Kopf des Bockes und man schlachte ihn an dem Ort, wo man das Ganzopfer (Olah) schlachtet vor dem Ewigen; dieser Bock ist ein Sündopfer (Chatat).
an dem Ort, wo man das Ganzopfer schlachtet: im Norden, wie beim Ganzopfer erklärt wird.
Raschi
ist ein Sündopfer: wenn er für seinen Zweck dargebracht wird (לִשְׁמוֹ), ist er gültig; nicht für seinen Zweck, ist er ungültig.
Raschi
וְאֶת־כָּל־חֶלְבּוֹ֙ יַקְטִ֣יר הַמִּזְבֵּ֔חָה כְּחֵ֖לֶב זֶ֣בַח הַשְּׁלָמִ֑ים וְכִפֶּ֨ר עָלָ֧יו הַכֹּהֵ֛ן מֵחַטָּאת֖וֹ וְנִסְלַ֥ח לֽוֹ׃ (פ)
26
26
Und all sein Fett lasse er auf dem Altar verdampfen, wie das Fett des Friedensopfers (Schlamim); so bringe der Kohen für ihn Sühne für seine Sünde und es wird ihm vergeben werden.
wie das Fett des Friedensopfers
So wie die bei der Ziege erklärten Fettstücke, die bei den Friedensopfern (שְׁלָמִים) vorkommen.
Raschi