לֹא־תַעֲשׂ֥וּ עָ֙וֶל֙ בַּמִּשְׁפָּ֔ט לֹא־תִשָּׂ֣א פְנֵי־דָ֔ל וְלֹ֥א תֶהְדַּ֖ר פְּנֵ֣י גָד֑וֹל בְּצֶ֖דֶק תִּשְׁפֹּ֥ט עֲמִיתֶֽךָ׃
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Ihr sollt kein Unrecht tun im Gericht. Berücksichtige nicht den Armen, und begünstige nicht das Ansehen eines Großen; mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten.
Ihr sollt kein Unrecht tun im Gericht
Das lehrt, dass der Richter, der das Recht verdreht, ein Übeltäter (עַוָּל), ein Gehasster (שָׂנְאוּי), ein Verabscheuter (מְשֻׁקָּץ), ein Geächteter (חֵרֶם) und ein Gräuel (תוֹעֵבָה) genannt wird. So steht (Dew. 25:16) כִּי תּוֹעֲבַת ה׳ גו׳ כֹּל עֹשֵׂה עָוֶל „denn ein Gräuel dem Ewigen ist jeder, der Unrecht tut“; und der Gräuel wird verabscheut und geächtet genannt, so steht (Dew. 7:26) וְלֹא תָבִיא תוֹעֵבָה אֶל בֵּיתֶךָ וְהָיִיתָ חֵרֶם כָּמֹהוּ שַׁקֵּץ תְּשַׁקְּצֶנּוּ „bringe keinen Gräuel in dein Haus, du wärest gleich ihm geächtet, verabscheuen sollst du ihn“.
Raschi
Berücksichtige nicht den Armen
Sage nicht, er ist arm, und der Reiche ist verpflichtet, ihn zu ernähren, darum will ich ihm im Gericht Recht geben, damit er auf schöne Weise ernährt werde.
Raschi
und begünstige nicht das Ansehen eines Großen
Sage nicht, er ist reich, ein Sohn von wichtigen Personen; wie kann ich ihn beschämen und seine Schande sehen, das wäre strafbar; darum steht „begünstige nicht das Ansehen eines Großen“.
Raschi
das Ansehen: wörtl. das Angesicht.
mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten: wie die einfache Bedeutung ist – mit Gerechtigkeit.
Andere Erklärung: Beurteile deinen Nächsten nach der günstigen Seite hin (הֱוֵי דָּן אֶת חֲבֵרְךָ לְכַף זְכוּת).
Andere Erklärung: Beurteile deinen Nächsten nach der günstigen Seite hin (הֱוֵי דָּן אֶת חֲבֵרְךָ לְכַף זְכוּת).
Raschi
Das ist eine Anweisung an den Richter, ein gerechtes Urteil zu fällen. Während die vorangehenden Versteile Verbote gegen die Rechtsbeugung aussprachen, fügt die Torah hier ein positives Gebot zur gerechten Rechtsprechung hinzu. [Tiferet Israel, Maskil leDavid]
„Mit Gerechtigkeit sollst du richten“ bezieht sich auf den Ablauf des Verfahrens. Der Richter muss den Fall „gerecht“ führen, indem er beide Prozessparteien gleichwertig behandelt. Er darf beispielsweise nicht zulassen, dass ein Beteiligter sitzt, während der andere stehen muss, oder einem freien Vortrag gewähren, während er den anderen zur Eile drängt. Der Richter darf keinerlei Parteilichkeit zeigen. Eine Benachteiligung würde den betroffenen Beteiligten verunsichern und ihn daran hindern, seine Argumente wirksam vorzubringen (Torat Kohanim, Raschi zu Schewuot 30a, ד״ה שלא יהא).
„Mit Gerechtigkeit sollst du richten“ bezieht sich auf den Ablauf des Verfahrens. Der Richter muss den Fall „gerecht“ führen, indem er beide Prozessparteien gleichwertig behandelt. Er darf beispielsweise nicht zulassen, dass ein Beteiligter sitzt, während der andere stehen muss, oder einem freien Vortrag gewähren, während er den anderen zur Eile drängt. Der Richter darf keinerlei Parteilichkeit zeigen. Eine Benachteiligung würde den betroffenen Beteiligten verunsichern und ihn daran hindern, seine Argumente wirksam vorzubringen (Torat Kohanim, Raschi zu Schewuot 30a, ד״ה שלא יהא).