Der tägliche Chumasch-Abschnitt

23. Tischre 5788

Sonntag, 24. Oktober 2027

Heute

Bracha

1.—7. Alija

(Dewarim 33:1 – 34:12)

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וְזֹ֣את הַבְּרָכָ֗ה אֲשֶׁ֨ר בֵּרַ֥ךְ מֹשֶׁ֛ה אִ֥ישׁ הָאֱלֹהִ֖ים אֶת־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל לִפְנֵ֖י מוֹתֽוֹ׃
1
1
Und das ist der Segen, mit dem Mosche, der Mann G‑ttes, die Kinder Israel segnete vor seinem Tod.
Und das ist der Segen … vor seinem Tod: kurz vor seinem Tod; denn wenn nicht jetzt, wann dann?
Raschi
Und das ist der Segen
וְזֹאת הַבְּרָכָה mit dem Buchstaben ו („und“), denn eine Fortsetzung und ein Zusatz zu den Segnungen Jaakows sind sie.
Jalkut Schimoni
der Mann G‑ttes: der Abgesandte G‑ttes.
Saadia Gaon
der Mann G‑ttes: der Prophet G‑ttes.
Targum Onkelos
Mosche: dessen Segen in Erfüllung geht, weil er der Mann ist, dessen Gebete von G‑tt erhört werden.
Ramban
der Mann G‑ttes … segnete
Weil Mosche stets verbunden war mit G‑tt, dem Ursprung aller Segnungen, deshalb vermochte er Segen auf Israel herabzubringen.
Malbim
וַיֹּאמַ֗ר יְהוָ֞ה מִסִּינַ֥י בָּא֙ וְזָרַ֤ח מִשֵּׂעִיר֙ לָ֔מוֹ הוֹפִ֙יעַ֙ מֵהַ֣ר פָּארָ֔ן וְאָתָ֖ה מֵרִבְבֹ֣ת קֹ֑דֶשׁ מִֽימִינ֕וֹ אשדת [אֵ֥שׁ] [דָּ֖ת] לָֽמוֹ׃
2
2
Mosche sagte: Der Ewige kam vom Berg Sinai und leuchtete ihnen von Se’ir. Er erschien vom Berg Paran und kam mit zehntausenden heiligen Engeln. In Seiner Rechten war ein Gesetz aus Feuer für sie.
Er sagte: Der Ewige kam vom Berg Sinai
Mosche begann zuerst mit dem Lob des Ewigen, und dann begann er mit den Bedürfnissen Israels. Und in dem Lob, mit dem er begann, erinnerte er an die Frömmigkeit Israels. All das gehörte zu seiner Bitte, mit der er ausdrückte: Diese sind es wert, dass der Segen G‑ttes auf ihnen ruhe.
Raschi
kam vom Berg Sinai
[Es steht מִסִּינַי בָּא „vom Sinai kam Er“ und nicht לְסִּינַי „zum Sinai“, daraus lernt man: G‑tt war schon am Sinai und] kam ihnen entgegen, als sie kamen, um sich am Fuß des Berges aufzustellen, wie ein Bräutigam, um die Braut zu begrüßen; so steht geschrieben (Schem. 19:17) לִקְרַאת הָאֱלֹהִים „G‑tt entgegen“, daraus können wir entnehmen, dass Er ihnen entgegengekommen war.
Raschi
leuchtete ihnen von Se’ir: Er wandte sich an die Söhne Esaws, sie sollten die Torah annehmen, sie aber wollten nicht.
Raschi
Er erschien ihnen vom Berg Paran: Er war dorthin gegangen und wandte sich an die Söhne Ischmaels, sie sollten die Torah annehmen, doch auch sie wollten nicht (Awoda Sara 2b).
Raschi
kam mit zehntausenden heiligen Engeln zu Israel.
Raschi
zehntausenden heiligen Engeln
Mit Ihm war ein Teil der zehntausenden heiligen Engeln, aber nicht alle, auch nicht der größte Teil. Nicht wie die Art eines Menschen aus Fleisch und Blut, der die ganze Herrlichkeit seines Reichtums und seines Glanzes am Tag seiner Hochzeit zeigt.
Raschi
ein Gesetz aus Feuer
אֵשׁ דָּת „ein Gesetz aus Feuer“: das seit der Vorzeit vor Ihm geschrieben lag mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer. Er gab ihnen auf den Tafeln die Schrift Seiner Rechten.
Andere Erklärung: wie der Targum sagt מִגּוֹ אִישָׁתָא, Er gab es ihnen aus der Mitte des Feuers.
Raschi
mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer: Während wir den Text einer Torahrolle mit schwarzer Tinte auf weißem Pergament schreiben, war er vor der Schöpfung mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer geschrieben. In ihrem Kern ist die Tora also אֵשׁ דָּת „ein Gesetz aus Feuer“.
ein Gesetz aus Feuer
Das Feuer der Torah verschlingt die Sündigen, und erleuchtet mit g‑ttlichen Geboten und Moral diejenigen, die gut und aufrecht in ihrem Herzen sind.
Abarbanel
אַ֚ף חֹבֵ֣ב עַמִּ֔ים כָּל־קְדֹשָׁ֖יו בְּיָדֶ֑ךָ וְהֵם֙ תֻּכּ֣וּ לְרַגְלֶ֔ךָ יִשָּׂ֖א מִדַּבְּרֹתֶֽיךָ׃
3
3
Auch liebt Er die Völker, alle Seine Heiligen sind in Deiner Hand. Sie versammeln sich zu Deinen Füßen, tragen hoch Deine Worte.
Auch liebt Er die Völker
אַף חֹבֵב עַמִּים „Auch liebt Er die Völker“: auch erweist Er besondere Liebe den Stämmen. [Die Stämme werden als עַמִּים „Völker“ bezeichnet,] denn jeder einzelne Stamm wird als eigenes „Volk“ genannt. [Auch an anderer Stelle wird ein einzelner Stamm Israels als „Volk“ bezeichnet: Von allen Söhnen Jaakows] war einzig Binjamin noch dazu bestimmt, geboren zu werden, als der Ewige zu Jaakow sagte (Ber. 35:11) גּוֹי וּקְהַל גּוֹיִם יִהְיֶה מִמֶּךָּ „ein Volk und eine Versammlung von Völkern wird dir entstammen“. [So wie dort der Begriff „Volk“ einen einzelnen Stamm beschreibt, so auch für jeden der anderen Stämme.]
Raschi
alle Seine Heiligen sind in Deiner Hand: die Seelen der Zaddikim sind bei Ihm geborgen, wie es heißt (1 Schmu. 25:29) וְהָיְתָה נֶפֶשׁ אֲדוֹנִי צְרוּרָה בִּצְרוֹר הַחַיִּים אֵת ה׳ אֱלֹהֶיךָ „es möge die Seele meines Herrn aufgenommen sein in den Bund des Lebens beim Ewigen, deinem G‑tt“.
Raschi
Sie versammeln sich zu Deinen Füßen
וְהֵם תֻּכּוּ לְרַגְלֶךָ „sie versammeln sich zu Deinen Füßen“: sie sind dessen würdig, weil sie sich mitten unter den Berg stellten zu Deinen Füßen am Berg Sinai.
Das Wort תֻּכּוּ ist passive (reflexive) Form (לְשׁוֹן פֻּעֲלוּ), sie begaben sich in die Mitte zu Deinen Füßen.
Raschi
tragen hoch Deine Worte
יִשָּׂא מִדַּבְּרֹתֶיךָ „sie tragen hoch Deine Worte“: sie nehmen das Joch Deiner Torah auf sich.
מִדַּבְּרֹתֶיךָ „Deine Worte“: der Buchstabe מ (Mem) ist an die Wurzel des Wortes angeschlossen; wie (Bam. 7:89) וַיִּשְׁמַע אֶת הַקּוֹל מִדַּבֵּר אֵלָיו „er hörte, wie die Stimme zu ihm sprach“; (Jech. 2:2) וָאֶשְׁמַע אֵת מִדַּבֵּר אֵלָי „ich hörte den, der zu mir redete“, und das מִדַּבֵּר אֵלָי ist wie מִתְדַּבֵּר אֵלָי. Auch hier bedeutet מִדַּבְּרֹתֶיךָ – was Du sprachst, es mich hören zu lassen, damit ich es ihnen sage. (Tes porparledures „Deine Worte“ im Französischen.)

Onkelos übersetzt die Worte יִשָּׂא מִדַּבְּרֹתֶיךָ als נָטְלִין עַל מֵימְרָךְ, sie zogen nach Deinen Worten. Bei ihm ist der Buchstabe מ (Mem) im Wort מִדַּבְּרֹתֶיךָ nicht Teil des Wortes, sondern eine Präposition, so wie מִן.

Andere Erklärung. Auch liebt Er die Völker: auch wenn Du den Völkern der Welt Liebe erweist, dass Du den Völkern ein freundliches Angesicht zuwendest und Israel in ihre Hand gibst, so sind doch כָּל קְדוֹשָׁיו בְּיָדֶךָ „alle seine Heiligen in Deiner Hand“. Alle die Zaddikim und Guten Israels schließen sich Dir an und weichen nicht von Dir, und Du behütest sie.
Raschi
tragen hoch Deine Worte
Sie nehmen Deine Bestimmungen und Gesetze mit Freude auf sich, und das sind ihre Worte (nächster Vers): „Die Torah, die uns Mosche befohlen hat, ist das Erbe für die Gemeinde Jaakows“.
Raschi
Sie versammeln sich zu Deinen Füßen
Sie versammeln sich mitten unter Deinem Schatten.
Raschi
tragen hoch Deine Worte
Sie nehmen Deine Bestimmungen und Gesetze mit Freude auf sich, und das sind ihre Worte (nächster Vers) „Die Torah, die uns Mosche befohlen hat, ist das Erbe für die Gemeinde Jaakows“.
Raschi
תּוֹרָ֥ה צִוָּה־לָ֖נוּ מֹשֶׁ֑ה מוֹרָשָׁ֖ה קְהִלַּ֥ת יַעֲקֹֽב׃
4
4
Die Torah, die uns Mosche befohlen hat, ist das Erbe für die Gemeinde Jaakows.
Die Torah, die uns Mosche befohlen hat, ist das Erbe für die Gemeinde Jaakows: wir halten an der Torah fest und verlassen sie nicht.
Raschi
für die Gemeinde Jaakows
Es steht nicht „Die Torah ist ein Erbe für das Haus Jaakows“ oder „für die Nachkommen Jaakows“, sondern קְהִלַּת יַעֲקֹב „für die Gemeinde Jaakows“ (Kehilat Jaakow). Das lehrt, dass sich Menschen wegen der Torah dem jüdischen Volk anschließen werden; die Torah ist ein Erbe für Jaakow und alle, die sich der Gemeinde anschließen (לְכָל הַנִּקְהָלִים עָלָיו, nikhalim). Das sind die Gerim, die G‑tt dienen. Gemeinsam mit den geborenen Juden bilden sie „die Gemeinde Jaakows“.
Ramban
וַיְהִ֥י בִישֻׁר֖וּן מֶ֑לֶךְ בְּהִתְאַסֵּף֙ רָ֣אשֵׁי עָ֔ם יַ֖חַד שִׁבְטֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
5
5
Und Er ist König in Jeschurun, wenn sich versammeln die Häupter des Volkes, gemeinsam die Stämme Israels.
lorem ipsum
Und Er: der Heilige, Er ist gepriesen, ist König in Jeschurun: immer ist das Joch Seines Reiches auf ihnen.
Raschi
Wenn sich versammeln: bei jeder Versammlung der Häupter (= der Anzahl) ihrer Vereinigung; רָאשֵׁי „Häupter“, wie (Schem. 30:12) כִּי תִשָּׂא אֶת רֹאשׁ „wenn du die Kopfzahl aufnimmst“. Darum sind sie würdig, dass ich sie segne.
Raschi
Andere Erklärung. Wenn sich versammeln: wenn sie alle in einem Bund vereint sind und Friede unter ihnen herrscht, dann ist Er ihr König; aber nicht, wenn Streit unter ihnen ist.
Raschi
יְחִ֥י רְאוּבֵ֖ן וְאַל־יָמֹ֑ת וִיהִ֥י מְתָ֖יו מִסְפָּֽר׃ (ס)
6
6
Es lebe Rëuwen und sterbe nicht, seine Männer seien eine Zahl.
Es lebe Rëuwen in dieser Welt,
und sterbe nicht in der Künftigen Welt: Es soll nicht an die Tat mit Bilha gedacht werden.
Raschi
Tat mit Bilha: Eine oberflächliche Lesart des Vorfalles in Paraschat Wajischlach (Ber. 35:22) erweckt den Eindruck, dass Rëuwen mit Bilha, einer Nebenfrau seines Vaters, schlief. Tatsächlich bestand seine wesentlich geringere Verfehlung jedoch nur darin, das Bett seines Vaters aus dem Zelt Bilhas zu entfernen.
Es lebe Rëuwen im Verdienst dessen, dass er Josef gerettet hat, und in diesem Verdienst sterbe er nicht wegen der Tat mit Bilha.
Jalkut Schimoni
Es lebe Rëuwen ist so zu verstehen wie הַמֶּלֶךְ יְחִי „Lang lebe der König!“. Rëuwen nahm es auf sich, an der Spitze der Truppen bei der Eroberung des Landes Israel zu stehen, und war in dieser Hinsicht wie ein König, der sein Volk in den Krieg führt. Deshalb gebührt ihm der Ausruf יְחִי „Lang lebe er!“.
Abarbanel
Es lebe Rëuwen ist eine Bezeichnung für alle 10 Stämme, und ein Segen, dass sie trotz des Exils nicht untergehen würden; Mosche nennt sie hier „Rëuwen“, weil er der Erstgeborene war. Danach sagt er וְזֹאת לִיהוּדָה „Und das von Jehuda“ (Vers 7): Auch die Vertriebenen von Jehuda und Jeruschalaim werden nicht im Exil untergehen; und schließlich וְאֶל עַמּוֹ תְּבִיאֶנּוּ „zu Seinem Volk bringt Er sie zurück“, alle Vertriebenen werden mit Maschiach zurückkehren.
Ralbag
seine Männer seien eine Zahl
Seine Männer sollen unter der Zahl seiner Brüder mitgezählt werden [und wegen der Tat mit Bilha nicht ausgeschlossen werden]. Das ist ähnlich wie in jenem Vers selbst (Ber. 35:22) וַיִּהְיוּ בְנֵי יַעֲקֹב שְׁנֵים עָשָׂר גו׳ וַיִּשְׁכַּב אֶת בִּלְהָה „er kam zu Bilha … und die Söhne Jaakows waren zwölf“; er wurde von ihrer Zahl nicht ausgeschlossen.
Raschi
וְזֹ֣את לִֽיהוּדָה֮ וַיֹּאמַר֒ שְׁמַ֤ע יְהוָה֙ ק֣וֹל יְהוּדָ֔ה וְאֶל־עַמּ֖וֹ תְּבִיאֶ֑נּוּ יָדָיו֙ רָ֣ב ל֔וֹ וְעֵ֥זֶר מִצָּרָ֖יו תִּהְיֶֽה׃ (ס)
7
7
Und das ist der Segen für Jehuda, und er sagte: Erhöre, Ewiger, die Stimme Jehudas und zu seinem Volk bringe ihn. Seine Hände seien mächtig für ihn und sei Du ihm Hilfe vor seinen Gegnern.
Und das für Jehuda
וְזֹאת לִיהוּדָה „Und das für Jehuda“: Und dieser Segen für Jehuda.
Targum Jonathan, Ramban, Bechor Schor
וְזֹאת לִיהוּדָה „Und derselbe Segen“, dass er (Vers 6) „lebe und nicht sterbe“, auch „für Jehuda“. Und außerdem „sagte er: Erhöre, Ewiger, die Stimme Jehudas …“
Ibn Esra
Und das für Jehuda
Er schließt Jehuda an Rëuwen an, weil beide ihren Fehler eingestanden hatten. So heißt es (Ijow 15:18 19) אֲשֶׁר חֲכָמִים יַגִּידוּ וְלֹא כִחֲדוּ מֵאֲבוֹתָם „wenn Weise bekennen und ihren Vätern nicht ableugnen“, לָהֶם לְבַדָּם נִתְּנָה הָאָרֶץ וְלֹא עָבַר זָר בְּתוֹכָם „dann wird ihnen allein die Erde gegeben, und kein Fremder tritt in ihre Mitte“.
Weiters erklären unsere Lehrer, die ganzen vierzig Jahre, die Israel in der Wüste war, bewegten sich die Knochen Jehudas in seinem Sarg wegen des Bannes (נִדּוּי), den er auf sich genommen hatte, wie es heißt (Ber. 44:32) וְחָטָאתִי לְאָבִי כָּל הַיָּמִים „so habe ich gegen meinen Vater alle Tage gesündigt“. Da sagte Mosche: Wer hat Rëuwen veranlasst, zu bekennen? Jehuda (Sota 7b).
Raschi
wegen des Bannes, den er auf sich genommen hatte: Falls es ihm nicht gelinge, Binjamin aus Mizraim nach Hause zurückzubringen.
Erhöre, Ewiger, die Stimme Jehudas: das Gebet von David, Schlomo, von Assa vor den Kuschim, von Joschafat vor den Amonim, von Chiskia vor Sancheriw.
Raschi
zu seinem Volk bringe ihn: bringe ihn heim in Frieden aus dem Krieg.
Raschi
Seine Hände seien mächtig für ihn: möge G‑tt seine Sache für ihn führen und seine Vergeltung für ihn üben.
Raschi
sei ihm Hilfe vor seinen Gegnern
Für Joschafat betete er im Kampf gegen Ramot Gilad (2 Chro. 18:31) וַיִּזְעַק יְהוֹשָׁפָט וַה׳ עֲזָרוֹ „da schrie Joschafat auf, und der Ewige half ihm“.
Andere Erklärung. Erhöre, Ewiger, die Stimme Jehudas: Hier deutet er einen Segen für Schimon an innerhalb der Segnungen Jehudas. Und auch als sie das Land Israel teilten, erhielt Schimon seinen Teil im Los Jehudas, so heißt es (Jesch. 19:9) מֵחֶבֶל בְּנֵי יְהוּדָה נַחֲלַת בְּנֵי שִׁמְעוֹן „vom Anteil der Söhne Jehudas war der Besitz der Söhne Schimons“. Und warum bestimmte er für ihn keinen besonderen Segen? Weil er ihm im Herzen zürnte wegen dessen, was er in Schitim getan hatte. So steht in einer Aggada zu Tehillim (Schochar Tow 90).
Raschi
וּלְלֵוִ֣י אָמַ֔ר תֻּמֶּ֥יךָ וְאוּרֶ֖יךָ לְאִ֣ישׁ חֲסִידֶ֑ךָ אֲשֶׁ֤ר נִסִּיתוֹ֙ בְּמַסָּ֔ה תְּרִיבֵ֖הוּ עַל־מֵ֥י מְרִיבָֽה׃
8
8
Und über Levi sagte Mosche zu G‑tt: Deine Tumim und Deine Urim sind für den Mann, der fromm ist vor Dir, den Du geprüft hast bei Massa, mit dem Du gestritten hast beim Wasser von Meriwa,
Und über Levi sagte er
וּלְלֵוִי אָמַר bedeutet „über Levi sagte er“.
Raschi
Deine Tumim und Deine Urim****
Mosche spricht hier zur Schechina und sagt: Deine Tumim und Urim – das ist Levi und sein Stamm.
Raschi
Deine Tumim und Deine Urim****
Das ist eine Schrift mit dem unverhüllten g‑ttlichen Namen (כְּתַב שֵׁם הַמְּפֹרָשׁ), die innerhalb des Choschen der Kohengewänder gelegt wurde.
Raschi zu Schemot 28:30
für den Mann, der fromm ist vor Dir
אִישׁ חֲסִידֶךָ bedeutet „der Mann, der fromm ist vor Dir“.
Targum Onkelos, Saadia Gaon
für den Mann
Der Vers bezieht sich auf den gesamten Stamm Levi und nicht auf eine einzelne Person; der Ausdruck אִישׁ („Mann“) ist als Bezeichnung für eine Gruppe zu verstehen, wie im Vers (Bam. 1:52) וְחָנוּ בְּנֵי יִשְׂרָאֵל אִישׁ עַל מַחֲנֵהוּ „Und die Kinder Israel sollen lagern, jeder bei seinem Lager“, jeder Stamm bei seinem Lager. „Deine Tumim und Deine Urim sind“ לְאִישׁ חֲסִידֶךָ „für den Stamm Deiner Frommen“, den Kohen Gadol aus diesem Stamm.
Rabbenu Meyuchas, Ralbag
Der Vers bezieht sich ausschließlich auf die Kohanim. „Deine Tumim und Deine Urim sind“ auf Ewigkeit לְאִישׁ חֲסִידֶךָ „für den Mann, der fromm ist vor Dir“, das sind Aharon und seine Nachkommen.
Ramban, Ibn Esra
den Du geprüft hast bei Massa
Der Stamm Levi murrte nicht, als die anderen murrten.
Raschi
den Du geprüft hast bei Massa: siehe Paraschat Beschallach (Schem. 17:7), וַיִּקְרָא שֵׁם הַמָּקוֹם מַסָּה וּמְרִיבָה עַל רִיב בְּנֵי יִשְׂרָאֵל „Und [Mosche] nannte den Ort Massa und Meriwa wegen des Streitens der Kinder Israel“, וְעַל נַסֹּתָם אֶת ה׳ לֵאמֹר „und weil sie den Ewigen auf die Probe stellen wollten und gesagt hatten“, הֲיֵשׁ ה׳ בְּקִרְבֵּנוּ אִם אָיִן „Ist der Ewige in unserer Mitte oder nicht?“.
gestritten: wie Targum Onkelos übersetzt.
Andere Erklärung: Dieser Vers bezieht sich auf Aharon; **„mit

dem Du gestritten hast beim Wasser von Meriwa“,* Du suchtest einen Vorwand, um ihn für schuldig zu erklären, und hast ihn mit einer unberechtigten Anschuldigung belastet. [Du verhängtest den Tod über Aharon wegen des Vorfalls am „Wasser des Streites“ (Mej Meriwa)*, bei dem Mosche und Aharon es versäumten, Deinen Namen zu heiligen, indem sie zum Felsen hätten sprechen sollen, damit er Wasser hervorbringe. Doch das ist kein hinreichender Grund, ihn zu verurteilen, denn obschon] Mosche bei jenem Vorfall sagte (Bam. 20:10) שִׁמְעוּ נָא הַמֹּרִים „Hört doch, ihr Widerspenstigen“ [und dafür bestraft wurde]; was aber taten denn Aharon und Mirjam, [dass auch sie sterben sollten]?
Raschi
wie Targum Onkelos übersetzt: Onkelos übersetzt die Worte תְּרִיבֵהוּ עַל מֵי מְרִיבָה mit בְּחַנְתָּהִי עַל מֵי מַצּוּתָא וְאִשְׁתְּכַח מְהֵימָן „[der Stamm, den] Du geprüft hast beim Wasser von Meriwa und treu gefunden hast“. Das fehlende Wasser war eine Prüfung; Israel reagierte mit Murren und Streit gegen G‑tt, während der Stamm Levi sich treu erwies und nicht murrte. Der Begriff בְּחַנְתָּהִי „geprüft“ in Onkelos ist keine Übersetzung des Wortes תְּרִיבֵהוּ, sondern eine Erklärung.
Misrachi
„Hört doch, ihr Widerspenstigen“: Mosches einleitende Worte an das Volk beim „Wasser des Streites“ (Mej Meriwa), bei dem Mosche an den Felsen schlug, um Wasser herauszutreiben, anstatt zu ihm zu sprechen.
הָאֹמֵ֞ר לְאָבִ֤יו וּלְאִמּוֹ֙ לֹ֣א רְאִיתִ֔יו וְאֶת־אֶחָיו֙ לֹ֣א הִכִּ֔יר וְאֶת־בנו [בָּנָ֖יו] לֹ֣א יָדָ֑ע כִּ֤י שָֽׁמְרוּ֙ אִמְרָתֶ֔ךָ וּבְרִֽיתְךָ֖ יִנְצֹֽרוּ׃
9
9
der Stamm Levi, der von seinem Vater und von seiner Mutter sagte: „Ich habe ihn nicht gesehen!“, der seine Brüder nicht kannte und von seinen Söhnen nicht wusste. Denn sie haben Dein Wort gehütet, und Deinen Bund bewahren sie.
der von seinem Vater und von seiner Mutter sagte: „Ich habe ihn nicht gesehen!“
Als sie mit dem Goldenen Kalb sündigten und ich sagte (Schem. 32:26) מִי לַה׳ אֵלָי „Wer dem Ewigen gehört, der komme zu mir!“, da versammelten sich zu mir alle Söhne Levis; und ich befahl ihnen, sogar den Vater seiner Mutter, der ein Israel war, zu töten, oder seinen Bruder mütterlicherseits oder den Sohn seiner Tochter; und sie führten es tatsächlich aus. Man kann aber nicht erklären, wörtlich seinen Vater und seinen Bruder väterlicherseits und ebenso wörtlich seine Söhne, da diese selbst Leviim waren und vom Stamm Levi nicht ein einziger sündigte; wie es dort heißt (Schem. 32:26) כָּל בְּנֵי לֵוִי „alle Söhne Levis“.
Raschi
sie haben Dein Wort gehütet
„Du sollst keine Götter anderer haben“ (Schem. 20:2).
Raschi
und Deinen Bund bewahren sie: den Bund der Beschneidung (בְּרִית מִילָה). Denn jene Söhne von Israel, die in der Wüste geboren wurden, beschnitt man nicht. Die Leviim aber waren beschnitten und beschnitten auch ihre Kinder.
Raschi
יוֹר֤וּ מִשְׁפָּטֶ֙יךָ֙ לְיַעֲקֹ֔ב וְתוֹרָתְךָ֖ לְיִשְׂרָאֵ֑ל יָשִׂ֤ימוּ קְטוֹרָה֙ בְּאַפֶּ֔ךָ וְכָלִ֖יל עַֽל־מִזְבְּחֶֽךָ׃
10
10
Sie lehren Jaakow Deine Rechtsvorschriften und Israel Deine Torah. Sie legen Räucherwerk (Ketoret) vor Deine Nase und Ganzopfer auf Deinen Altar.
Sie lehren Deine Rechtsvorschriften: sie sind dazu würdig.
Raschi
und Ganzopfer
Das Wort כָלִיל bedeutet עוֹלָה, Ganzopfer (Joma 26a).
Raschi
בָּרֵ֤ךְ יְהוָה֙ חֵיל֔וֹ וּפֹ֥עַל יָדָ֖יו תִּרְצֶ֑ה מְחַ֨ץ מָתְנַ֧יִם קָמָ֛יו וּמְשַׂנְאָ֖יו מִן־יְקוּמֽוּן׃ (ס)
11
11
Segne, Ewiger, seine Kraft, und das Werk seiner Hände möge Dir gefallen! Zerschmettere die Hüften seiner Gegner und Hasser, dass sie nicht mehr aufstehen!
Zerschmettere die Hüften seiner Gegner
מְחַץ מָתְנַיִם קָמָיו im Sinn von מְחַץ קָמָיו מַכַּת מָתְנַיִם „triff seine Gegner mit einem Schlag auf die Hüften“; wie es heißt (Teh. 69:24) וּמָתְנֵיהֶם תָּמִיד הַמְעַד „und ihre Hüften lass beständig wanken“; er sagte das gegen diejenigen, die sich gegen die Kehuna (Kohenwürde) auflehnen würden.
Andere Erklärung: Er sah, wie die Chaschmonaim und ihre Söhne mit den Griechen kämpfen würden, und betete für sie, weil sie nur wenige waren, zwölf Söhne der Chaschmonaim und Elasar gegen viele Zehntausende; darum heißt es בָּרֵךְ ה׳ חֵילוֹ וּפֹעַל יָדָיו תִּרְצֶה „Segne, Ewiger, seine Kraft, und das Werk seiner Hände möge Dir gefallen!“
Raschi
und Hasser
Das Wort מְחַץ bezieht sich auch auf וּמְשַׂנְאָיו, und so ist der Vers zu lesen: מְחַץ קָמָיו וּמְשַׂנְאָיו, schlage seine Gegner und Hasser, dass sie keinen Bestand mehr haben.
Raschi
לְבִנְיָמִ֣ן אָמַ֔ר יְדִ֣יד יְהֹוָ֔ה יִשְׁכֹּ֥ן לָבֶ֖טַח עָלָ֑יו חֹפֵ֤ף עָלָיו֙ כָּל־הַיּ֔וֹם וּבֵ֥ין כְּתֵיפָ֖יו שָׁכֵֽן׃ (ס)
12
12
Über Binjamin sagte Mosche zu G‑tt: Liebling des Ewigen, in Sicherheit wohnt er bei Ihm. Er schirmt ihn allezeit ab, und zwischen seinen Schultern ist Seine Stätte.
Von Binjamin sagte er
Weil sich der Segen für Levi auf den Opferdienst (עֲבוֹדַת הַקָּרְבָּנוֹת) bezieht und der Segen für Binjamin auf den Heiligen Tempel (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ), der in seinem Anteil erbaut wird, schließt er sie aneinander an.
Darauf lässt er Josef folgen, weil auch in seinem Teil ein Heiligtum – das in Schilo – erbaut wurde; wie es heißt (Teh. 78:67) וַיִּמְאַס בְּאֹהֶל יוֹסֵף „Er verwarf das Zelt Josefs“. Weil aber der Heilige Tempel geliebter als Schilo war, darum spricht er von Binjamin vor Josef.
Raschi
Er schirmt ihn allezeit ab
חֹפֵף עָלָיו, bedeckt ihn und schützt ihn. כָּל הַיּוֹם, wörtl. den ganzen Tag, bedeutet „für immer“.
Nachdem einmal Jeruschalaim erwählt war, ruhte die Schechina an keinem anderen Ort.
Raschi
zwischen seinen Schultern ist Seine Stätte: auf der Höhe seines Landes wurde der Tempel (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ) erbaut; nur war er 23 Amot niedriger als die Quelle Etam. An dieser wollte ihn David zuerst bauen, wie in der Gemara שְׁחִיטַת קָדָשִׁים (Sewachim 54b), steht. Da sagten sie zu ihm, wir wollen ihn etwas niedriger bauen, weil es heißt וּבֵין כְּתֵיפָיו שָׁכֵן „zwischen seinen Schultern ist Seine Stätte“; die schönste Stelle am Stier ist zwischen seinen Schultern.
Raschi
in der Gemara: Für den Traktat Sewachim wird die Bezeichnung שְׁחִיטַת קָדָשִׁים „das Schlachten von Opferungen“ genutzt. Das unterscheidet sich vom Traktat Chulin, der als שְׁחִיטַת חֻלִּין bezeichnet wird, „das Schlachten nicht-geheiligter Tiere“ zum Fleischverzehr.
וּלְיוֹסֵ֣ף אָמַ֔ר מְבֹרֶ֥כֶת יְהֹוָ֖ה אַרְצ֑וֹ מִמֶּ֤גֶד שָׁמַ֙יִם֙ מִטָּ֔ל וּמִתְּה֖וֹם רֹבֶ֥צֶת תָּֽחַת׃
13
13
Und über Josef sagte Mosche zu G‑tt: Gesegnet vom Ewigen ist sein Land mit dem Köstlichen des Himmels, mit Tau, und mit dem Köstlichen der Tiefe, das unten lagert.
Gesegnet vom Ewigen ist sein Land
Im Anteil der übrigen Stämme war kein Land so voll von allem Guten wie das Land Josefs.
Raschi
mit dem Köstlichen
Das Wort מֶּגֶד bedeutet Köstlichkeit und Süße.
Raschi
mit dem Köstlichen des Himmels, mit Tau: der Tau des Himmels bringt Köstliches hervor.
Targum Onkelos
und mit der Tiefe
Das Wasser steigt empor und befeuchtet es von unten. Bei allen Stämmen kannst du finden, dass der Segen Mosches inhaltlich dem Segen Jaakows entspricht. Bei Jaakows Segen heißt es (Ber. 49:25) בִּרְכֹת שָׁמַיִם מֵעָל בִּרְכֹת תְּהוֹם רֹבֶצֶת תָּחַת „G‑tt möge dich segnen mit Segnungen des Himmels oben, mit Segnungen der Tiefe unten“. So wie dort der Segen bedeutet, dass die Feuchtigkeit der Tiefe aufsteigt, so ist das auch hier die Bedeutung.
Raschi
dass der Segen Mosches inhaltlich dem Segen Jaakows entspricht: Bei Jaakows Segen heißt es (Ber. 49:25) בִּרְכֹת שָׁמַיִם מֵעָל בִּרְכֹת תְּהוֹם רֹבֶצֶת תָּחַת „G‑tt möge dich segnen mit Segnungen des Himmels oben, mit Segnungen der Tiefe unten“. So wie dort der Segen bedeutet, dass die Feuchtigkeit der Tiefe aufsteigt, so ist das auch hier die Bedeutung.
Misrachi
וּמִמֶּ֖גֶד תְּבוּאֹ֣ת שָׁ֑מֶשׁ וּמִמֶּ֖גֶד גֶּ֥רֶשׁ יְרָחִֽים׃
14
14
Und gesegnet ist sein Land mit dem Köstlichen des Ertrages der Sonne und mit dem Köstlichen, das die Monde reifen lassen.
Und mit dem Köstlichen des Ertrages der Sonne
Sein Land war der Sonne geöffnet und brachte süße Früchte hervor.
Raschi
das die Monde reifen lassen
Es gibt Früchte, die der Mond reifen lässt, nämlich Kürbisse und Melonen.
Andere Erklärung. גֶּרֶשׁ יְרָחִים, was die Erde von Monat zu Monat treibt (מְגָרֶשֶׁת) und hervorbringt.
Raschi
die Monde
יְרָחִים („Monde“) steht in der Mehrzahl, weil der Mond jeden Monat von Neuem diese Früchte hervorbringt. [ביאורים למהר״ן]
יְרָחִים („Monde“) steht in der Mehrzahl, so wie der Mond sich jeden Monat erneuert.
Radak
וּמֵרֹ֖אשׁ הַרְרֵי־קֶ֑דֶם וּמִמֶּ֖גֶד גִּבְע֥וֹת עוֹלָֽם׃
15
15
Und gesegnet mit den ersten reifen Früchten der frühen Bergen, und mit dem Köstlichen immerwährender Hügel.
mit den ersten der frühen Berge
וּמֵרֹאשׁ הַרְרֵי קֶדֶם „Mit den ersten der frühen Berge“: Gesegnet ist sein Land mit den ersten reifen Früchten, denn Josefs Berge lassen zuerst ihre Früchte reif werden.
Andere Erklärung. „der frühen Berge“: das lehrt, dass diese vor den anderen Bergen erschaffen wurden.
Raschi
וּמֵרֹאשׁ הַרְרֵי קֶדֶם „Mit den ersten der frühen Berge“: Gesegnet ist sein Land מֵרֹאשׁ – מֵרֵאשִׁית, mit den ersten reifen Früchten.
Beer Maim Chaim
immerwährender Hügel: Hügel, die immer Früchte hervorbringen und nie damit aufhören aus Regenmangel.
Raschi
וּמִמֶּ֗גֶד אֶ֚רֶץ וּמְלֹאָ֔הּ וּרְצ֥וֹן שֹׁכְנִ֖י סְנֶ֑ה תָּב֙וֹאתָה֙ לְרֹ֣אשׁ יוֹסֵ֔ף וּלְקָדְקֹ֖ד נְזִ֥יר אֶחָֽיו׃
16
16
Und gesegnet mit dem Köstlichen der Erde und ihrer Fülle, dem Wohlgefallen G‑ttes, dessen Herrlichkeit im Himmel zugegen ist und der sich mir, Mosche, im Dornbusch offenbarte: es komme dieser Segen auf den Kopf Josefs, auf den Scheitel desjenigen, der getrennt von seinen Brüdern wurde, als sie ihn verkauften.
im Dornbusch zugegen ist
שֹׁכְנִי סְנֶה ist so wie שׁוֹכֵן סְנֶה „der im Dornbusch zugegen ist“. Möge sein Land gesegnet sein mit dem Wohlgefallen und der Freude des Ewigen, der mir zuerst im Dornbusch erschien.
Raschi
Wohlgefallen
רָצוֹן ist Freude und Zufriedenheit; das bedeutet רָצוֹן überall in der Torah.
Raschi
es komme
תָּבוֹאתָה „es komme“ dieser Segen auf den Kopf Josefs.
Raschi
der getrennt von seinen Brüdern wurde
Josef, der נְזִיר אֶחָיו „von seinen Brüdern getrennt war“, der durch seinen Verkauf von seinen Brüdern entfernt wurde.
Raschi
בְּכ֨וֹר שׁוֹר֜וֹ הָדָ֣ר ל֗וֹ וְקַרְנֵ֤י רְאֵם֙ קַרְנָ֔יו בָּהֶ֗ם עַמִּ֛ים יְנַגַּ֥ח יַחְדָּ֖ו אַפְסֵי־אָ֑רֶץ וְהֵם֙ רִבְב֣וֹת אֶפְרַ֔יִם וְהֵ֖ם אַלְפֵ֥י מְנַשֶּֽׁה׃ (ס)
17
17
Der Erstgeborene seines Stieres, Herrlichkeit ist ihm verliehen, Hörner des Re’em sind seine Hörner, mit ihnen stößt er Völker nieder allesamt, die bis an die Enden der Erde herrschten. Das sind die Zehntausenden von Efraim Getöteten und das sind die Tausenden von Menasche Getöteten.
Der Erstgeborene seines Stieres
Das Wort בְּכוֹר (wörtl. Erstgeborener) hat auch die Bedeutung von Größe und Herrschaft; so heißt es (Teh. 89:28) אַף אָנִי בְּכוֹר אֶתְּנֵהוּ „und Ich mache ihn zum Erstgeborenen“; ebenso (Schem. 4:22) בְּנִי בְכֹרִי יִשְׂרָאֵל „mein erstgeborener Sohn ist Israel“.
Raschi
„und Ich mache ihn zum Erstgeborenen“: G‑tt sagt von König David, dass Er ihn zum Herrscher über die Könige der Erde macht. „Mein erstgeborener Sohn ist Israel“: G‑tt bezeichnet das Volk Israel als „Erstgeborenen“. In beiden Versen geht es nicht um einen biologisch Erstgeborenen, sondern einen Begriff von Größe. Auch im vorliegenden Vers bedeutet der Begriff בְּכוֹר „der Große“.
Herrlichkeit ist ihm
הָדָר לוֹ, „Herrlichkeit ist ihm“ verliehen, wie es heißt (Bam. 27:20) וְנָתַתָּה מֵהוֹדְךָ עָלָיו „und lege von deiner Herrlichkeit auf ihn“.
Raschi
Der Erstgeborene: der König, der von Josef hervorgeht, das ist Jehoschua.
Raschi
das ist Jehoschua: Jehoschua bin Nun vom Stamm Efraim, Josefs Sohn.
seines Stieres: [auch das bezieht sich auf Jehoschua], dessen Kraft mächtig wie die des Stieres sein wird, um die vielen Könige [im Land Israel] zu bezwingen.
Raschi
Hörner des Re’em sind seine Hörner
Der Stier hat starke Kraft, aber seine Hörner sind nicht schön. Das Re’em wiederum hat ein schönes Geweih, aber seine Kraft ist nicht stark. Jehoschua wird die Kraft des Stieres und die Schönheit des Geweihes des Re’em haben.
Raschi
die Enden der Erde: die 31 Könige; ist es denkbar, dass sie alle vom Land Israel waren? Nur, es gab keinen König und Herrscher, der sich nicht einen Palast und Besitz im Land Israel erwarb, weil das von allen geschätzt wurde; so heißt es (Jirm. 3:19) נַחֲלַת צְבִי צִבְאוֹת גּוֹיִם „das schönste Besitztum, von den Völkern begehrt“.
Raschi
Das sind die Zehntausenden von Efraim: jene, die niedergestoßen werden, sind die Zehntausenden, die Jehoschua tötete, der von Efraim stammte.
Raschi
das sind die Tausenden von Menasche: das sind die Tausenden, die Gideon von Midian tötete; so heißt es (Ri. 8:10) וְזֶבַח וְצַלְמֻנָּע בַּקַּרְקֹר וגו׳ „Sewach und Zalmuna waren in Karkor …“
Raschi
„Sewach und Zalmuna waren in Karkor“: Gideon griff das Lager Midians an und vernichtete den Großteil der Soldaten. Die beiden Könige Midians, Sewach und Zalmuna, flohen daraufhin mit den Überlebenden nach Karkor (Richt. 8:10) וְזֶבַח וְצַלְמֻנָּע בַּקַּרְקֹר „Sewach und Zalmuna waren in Karkor“, וּמַחֲנֵיהֶם עִמָּם כַּחֲמֵשֶׁת עָשָׂר אֶלֶף כֹּל הַנּוֹתָרִים מִכֹּל מַחֲנֵה בְנֵי קֶדֶם „und ihr Heerlager war bei ihnen, etwa fünfzehntausend, alle die übrig geblieben waren vom ganzen Heerlager der Söhne des Ostens“, וְהַנֹּפְלִים מֵאָה וְעֶשְׂרִים אֶלֶף אִישׁ שֹׁלֵף חָרֶב „die Gefallenen waren hundertzwanzigtausend Mann, die ein Schwert führten“. Im Folgenden wird beschrieben, dass Gideon auch dieses restliche Lager angriff und auslöschte. Es zeigt sich, dass die Zahl der von Gideon getöteten Feinde in die Tausende ging: 120.000 im ersten Abschnitt der Schlacht und zusätzliche 15.000 im zweiten Abschnitt.
וְלִזְבוּלֻ֣ן אָמַ֔ר שְׂמַ֥ח זְבוּלֻ֖ן בְּצֵאתֶ֑ךָ וְיִשָּׂשכָ֖ר בְּאֹהָלֶֽיךָ׃
18
18
Und über Sewulun sagte Mosche zu G‑tt: Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst und freue dich, Jissachar, in deinen Zelten.
Und über Sewulun sagte er
Bei diesen fünf Stämmen, die er zuletzt segnete – Sewulun, Gad, Dan, Naftali, Ascher – erwähnt er ihren Namen zwei Mal, um sie zu stärken und zu kräftigen, weil sie die schwächsten von allen Stämmen waren. Das sind dieselben, die Josef vor Pharao führte, wie es heißt (Ber. 47:2) וּמִקְצֵה אֶחָיו לָקַח חֲמִשָּׁה אֲנָשִׁים „und einen Teil seiner Brüder nahm er, fünf Männer“; weil diese schwach aussahen, damit er sie nicht bei sich zu Feldherren mache (Bawa Kama 92a).
Raschi
Der Vers nennt den Namen Sewulun zweimal: zuerst in der Einleitung („Über Sewulun sagte er“) und ein weiteres Mal im Segen selbst („Freue dich, Sewulun“). Diese Form der Wiederholung findet sich auch in den Segnungen für Gad (Vers 20), Dan (Vers 22), Naftali (Vers 23) und Ascher (Vers 24).
Freue dich …
Das Wort שְׂמַח „freue dich“ bezieht sich sowohl auf Sewulun als auch Jissachar: „Freue dich, Sewulun“ und „Freue dich, Jissachar“.
Ralbag
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst, und Jissachar in deinen Zelten
Sewulun und Jissachar schlossen eine Vereinbarung miteinander. Sewulun wohnte am Ufer des Meeres und zog auf Schiffen zum Handel aus. Er verdiente und ernährte auch Jissachar, und Jissachar saß und lernte Torah. Darum nennt der Vers Sewulun vor Jissachar, weil Jissachars Torah nur durch Sewulun möglich war.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Mögest du Gelingen und Erfolg haben, wenn du zum Handel ausziehst.
Raschi
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst
Weil der Mensch bei seinem Auszug zum Handel nicht weiß, ob er Gelingen haben wird oder nicht, deshalb segnete Mosche ihn „Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst“: freue dich schon bei deinem Auszug, weil du gewiss Erfolg finden wirst.
Or haChaim
Freue dich, Sewulun, wenn du hinausziehst: in das Kriegsgefecht.
Ibn Esra
und Jissachar, in deinen Zelten: denn er wird nicht wie Sewulun in den Krieg ziehen.
Ibn Esra
und Jissachar: Mögest du Gelingen haben, wenn du in deinen Zelten die Torah studierst, wenn du sitzst und die Schaltjahre berechnest und die Rosch Chodesch-Tage bestimmst, wie es heißt (1 Chro. 12:33) וּמִבְּנֵי יִשָּׂשכָר יוֹדְעֵי בִינָה לַעִתִּים גו׳ רָאשֵׁיהֶם מָאתַיִם „von den Söhnen Jissachars, die die Berechnung der Zeiten verstanden … ihre Häupter waren zweihundert“. 200 Häupter des Sanhedrin (רָאשֵׁי סַנְהֶדְרִין) waren damit beschäftigt und legten Zeitdaten und Schaltjahre fest.
Raschi
עַמִּים֙ הַר־יִקְרָ֔אוּ שָׁ֖ם יִזְבְּח֣וּ זִבְחֵי־צֶ֑דֶק כִּ֣י שֶׁ֤פַע יַמִּים֙ יִינָ֔קוּ וּשְׂפוּנֵ֖י טְמ֥וּנֵי חֽוֹל׃ (ס)
19
19
Völker rufen sie zum Berg, dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit, denn den Reichtum der Meere saugen sie und Schätze, verborgen im Sand.
Völker rufen sie: die Stämme Israels
rufen sie zum Berg: sie versammeln sich beim Berg Moriah [für die Feste]. Jede Versammlung wird durch ein Rufen bewirkt, dass sie dort an den Festen Opfer der Gerechtigkeit darbrachten.
Raschi
Völker rufen sie: Nach den von den Gelehrten Jissachars festgelegten Zeitdaten und Schaltjahren (Vers zuvor) werden die Stämme Israels für die Festtage zum Heiligen Tempel am Berg Moriah gerufen.
Opfer der Gerechtigkeit: Opferungen zum Wohlgefallen vor G‑tt.
Targum Onkelos
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Jissachar und Sewulun, sodass ihnen Zeit bleibt, sich mit dem Torahlernen zu beschäftigen.
Raschi
Schätze, verborgen im Sand: das im Sand versteckte Gut – edler Fisch (טָרִית), Chilason [zum Färben des Techelet] und helles Glas. Diese stammen vom Meer und vom Sand und befanden sich im Anteil von Jissachar und Sewulun, wie in der Gemara Megilla (6a) vorkommt: זְבוּלוּן עַם חֵרֵף נַפְשׁוֹ לָמוּת „Sewulun ist ein Volk, das seine Seele dem Tod preisgab“ (Ri. 5:18), denn נַפְתָּלִי עַל מְרוֹמֵי שָׂדֶה „Naftali ist auf den Höhen des Feldes“ (ebd.). Sewulun grämte sich über seinen Anteil: Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben …
Raschi
Sewulun grämte sich, bis er seines Lebens überdrüssig war, weil sein Anteil am Land Israel nicht so vortrefflich wie der Anteil Naftalis mit Feldern und Weinbergen war. Sewulun sprach vor dem Ewigen: „Meinem Bruder hast Du Felder und Weinberge gegeben, und mir Meere und Flüsse!“ Da sagte der Ewige zu ihm: „All deine Brüder werden zu dir kommen wegen des Chilason, der in deinem Anteil zu finden ist.“
Sifre
verborgene (Schätze): das Wort שְׂפֻנֵי bedeutet „bedecken“, wie (1 Kön. 6:9) וַיִּסְפֹּן אֶת הַבַּיִת „er bedeckte das Haus“; (1 Kön. 7:3) וְסָפוּן בָּאֶרֶז „es war mit Zedern gedeckt“, wie auch der Targum übersetzt, וּמְטַלֵּיל בְּכִיּוֹרֵי אַרְזַיָא „mit geschnitztem Zedernholz gedeckt“.
[Nach einer anderen Erklärung bezieht sich עַמִּים הַר יִקְרָאוּ nicht auf die Stämme Israels, sondern auf die Völker.] Andere Erklärung. Völker rufen sie zum Berg: durch den Handel Sewuluns kamen Kaufleute der Völker in sein Land. Er wohnte an der Grenze, und sie sagten, da wir uns einmal bis hierher bemüht haben, wollen wir nach Jeruschalaim gehen und die Religion dieses Volkes kennenlernen und seine Werke. Da sehen sie, wie ganz Israel einem einzigen G‑tt dient und einerlei Speise isst [einerlei Speisegesetze hält], während bei den Heiden der Gott des einen nicht gleich dem Gott des anderen ist, und die Speise des einen nicht gleich der Speise des anderen. Und sie sagen, es gibt kein Volk so gut wie dieses. Und sie nehmen dort die Torah auf sich, wie es heißt שָׁם יִזְבְּחוּ זִבְחֵי צֶדֶק „dort bringen sie Opfer der Gerechtigkeit“.
Raschi
denn den Reichtum der Meere saugen sie: Sewulun und Jissachar. Das Meer gab ihnen Vermögen im Überfluss.
Raschi
und Schätze, verborgen im Sand: werden von ihnen entdeckt.
Targum Jeruschalmi
und Schätze, verborgen im Sand: gesunkene Schiffe und Schätze werden von ihnen bei Meeresebbe entdeckt.
Chiskuni
und Schätze, verborgen im Sand: Sie werden solch große Reichtümer besitzen, dass sie gezwungen sind, diese im Boden zu vergraben.
Ibn Esra
וּלְגָ֣ד אָמַ֔ר בָּר֖וּךְ מַרְחִ֣יב גָּ֑ד כְּלָבִ֣יא שָׁכֵ֔ן וְטָרַ֥ף זְר֖וֹעַ אַף־קָדְקֹֽד׃
20
20
Und über Gad sagte Mosche zu G‑tt: Gepriesen sei, der Gad ausbreitet, wie eine Löwin ruht er, zerreißt Arm mit Schädel.
Gepriesen sei, der Gad ausbreitet
Das lehrt, dass sich das Gebiet Gads weit nach Osten ausdehnte.
Raschi
wie eine Löwin ruht er
Weil Gad an der Grenze wohnte, darum wird er mit Löwen verglichen. Denn alle, die an der Grenze wohnten, mussten stark und mutig sein.
Raschi
zerreißt Arm mit Schädel
Die von ihnen Erschlagenen waren daran zu erkennen, dass sie ihnen mit einem einzigen Schwertstreich Kopf und Arm abschlugen.
Raschi
וַיַּ֤רְא רֵאשִׁית֙ ל֔וֹ כִּי־שָׁ֛ם חֶלְקַ֥ת מְחֹקֵ֖ק סָפ֑וּן וַיֵּתֵא֙ רָ֣אשֵׁי עָ֔ם צִדְקַ֤ת יְהוָה֙ עָשָׂ֔ה וּמִשְׁפָּטָ֖יו עִם־יִשְׂרָאֵֽל׃ (ס)
21
21
Und er wählte sich seinen Erstteil aus, denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers Mosche verborgen, er geht an der Spitze des Volkes, Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er und seine Rechtsvorschriften mit Israel.
Und er wählte sich seinen Erstteil aus
Gad hielt es für gut, Anteil im Land von Sichon und Og zu erhalten, dem Ersten von der Einnahme des Landes.
Raschi
er wählte
Das Wort וַיַּרְא bedeutet „er wählte“.
Daat Skenim
denn dort liegt der Anteil des Gesetzgebers: weil er wusste, dass dort in seinem Besitz der Teil des Feldes mit dem Grab des Gesetzgebers, Mosche Rabbenu, liegen würde.
Raschi
des Gesetzgebers
מְחֹקֵק „Gesetzgeber“: Mosche Rabbenu, der uns die Gesetze (חֻקִּים) der Torah übergab.
Ralbag
verborgen: jener Teil ist jedem Geschöpf verborgen und unbekannt; wie es heißt (Dew. 34:6) וְלֹא יָדַע אִישׁ אֶת קְבֻרָתוֹ „und keiner kennt sein Grab“.
Raschi
er geht: Gad
an der Spitze des Volkes: sie zogen bei der Einnahme des Landes an der Spitze der Gerüsteten voran, weil sie Helden waren. So heißt es auch (Dew. 3:18) חֲלוּצִים תַּעַבְרוּ לִפְנֵי אֲחֵיכֶם „gerüstet sollt ihr an der Spitze eurer Brüder hinüberziehen“.
Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: Sie hielten ihr Wort und hüteten ihr Versprechen, über den Jarden zu ziehen für die ganze Zeit, bis das Land eingenommen und verteilt war.
Andere Erklärung. Er geht: Mosche, an der Spitze des Volkes; Gerechtigkeit vor dem Ewigen tut er: bezieht sich auf Mosche.
Raschi
וּלְדָ֣ן אָמַ֔ר דָּ֖ן גּ֣וּר אַרְיֵ֑ה יְזַנֵּ֖ק מִן־הַבָּשָֽׁן׃
22
22
Und über Dan sagte Mosche zu G‑tt: Dan ist ein junger Löwe, er stürzt hervor aus Baschan.
Dan ist ein junger Löwe
Auch er wohnte an der Grenze; darum vergleicht Mosche ihn mit Löwen.
Raschi
er stürzt hervor aus Baschan
יְזַנֵּק מִן הַבָּשָׁן „er stürzt hervor aus Baschan“: Wie der Targum sagt [אַרְעֵיהּ שָׁתְיָא מִן נַחְלַיָּא דְּנָגְדִין מִן מַתְנַן, sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen]. Der Jarden entsprang in seinem Land, in der Grotte von Pamjas (מְּעָרַת פַּמְיָאס), das ist [der Name aus der Zeit des Talmud für die Stadt] Leschem im Anteil von Dan; wie es [bei der Eroberung der Stadt Leschem durch den Stamm Dan] heißt (Jesch. 19:47) וַיִּקְרְאוּ לְלֶשֶׁם דָּן „sie nannten Leschem Dan“; sein Anschwellen (זִנּוּקוֹ) und Strömen kommen von Baschan her.
Andere Erklärung: wie ein Strahl von einem Punkt herkommt und sich nach zwei Seiten teilt, so erhielt der Stamm Dan Anteil an zwei Orten. Zuerst erhielten sie nordwestlich [von Jehuda] Ekron und seine Umgebung. Da ihnen das nicht reichte, gingen sie und bekriegten [die Stadt] Leschem, das ist Pamjas , im Nordosten des Landes. Der Jarden entspringt in der Grotte von Pamjas im (Nord-) Osten des Landes Israel, fließt von Norden nach Süden und mündet in das Ende des Salzsees im Osten von Jehuda, der den Süden Israels hatte, wie im Buch Jehoschua erklärt wird. Das bedeutet der Vers (Jesch. 19:47) וַיֵּצֵא גְבוּל בְּנֵי דָן מֵהֶם וַיַּעֲלוּ בְנֵי דָן וַיִּלָּחֲמוּ עִם לֶשֶׁם „davon entfernt lag ein Gebiet Dans, wo die Söhne Gads hinaufzogen und Leschem bekriegten“, ihr neues Gebiet verließ jene Seite ganz, auf der sie angefangen hatten, Besitz zu ergreifen.
Raschi
sein Land wird bewässert von den Flüssen her, die im Land Baschan entspringen: der Anteil Dans am Land Israel wird fruchtbar und üppig sein wie das Land Baschan.
Riwasch
Grotte von Pamjas: Der Ort heißt heute Banias und liegt auf den Golanhöhen. Der dort entspringende Fluss wird heute Nachal Chermon genannt. Er fließt nach Süden, nimmt andere Flüsse auf und wird schließlich zum Jordan.
וּלְנַפְתָּלִ֣י אָמַ֔ר נַפְתָּלִי֙ שְׂבַ֣ע רָצ֔וֹן וּמָלֵ֖א בִּרְכַּ֣ת יְהוָ֑ה יָ֥ם וְדָר֖וֹם יְרָֽשָׁה׃ (ס)
23
23
Und über Naftali sagte Mosche zu G‑tt: Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen und voll mit den Segnungen des Ewigen, den See Kineret und seinen Süden nimm ein!
gesättigt mit Wohlgefallen: sein Land war gesättigt mit dem ganzen Wohlgefallen seiner Bewohner.
Raschi
Das Land Naftalis sättigt seine Bewohner mit dem ganzen Wohlgefallen.
Gur Arye
Das Land Naftalis brachte eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln hervor.
Sifre, Abschn. 355
Alle in Naftalis Gebiet gewachsenen Erzeugnisse waren von bester Güte und erfüllten die Bevölkerung mit Wohlgefallen.
Ralbag
נַפְתָּלִי „Naftali“, שְׂבַע „ist gesättigt“, רָצוֹן וּבִּרְכַּת ה’ „mit dem Wohlgefallen und Segen G‑ttes“.
Ramban
gesättigt mit Wohlgefallen
Das Land Naftalis bringt guten Ertrag und süße Früchte hervor, die rasch heranreiften.
Bechor Schor
Die Anfangsbuchstaben von נַפְתָּלִי שְׂבַע רָצוֹן „Naftali ist gesättigt mit Wohlgefallen“ ergeben נֶשֶׁר „Adler“, denn er war „rasch wie ein Adler, um den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen“ (Pirke Awot 5:20).
Baal haTurim
den See und Süden nimm ein!
יָם וְדָרוֹם יְרָשָׁה „den See und Süden nimm ein!“: der See Kineret fiel in seinen Anteil; und außerdem erhielt er so viel Land, wie das Seil eines Netzes ausmacht, auch im Süden davon, um seine Netze und Reuse auszubreiten.
Raschi
Reuse: verankerte Netzfallen zum Fang von Fischen.
den See und Süden nimm ein!
יְרָשָׁה ist Imperativ (Befehlsform) „Nimm ein“. Wie (Dew. 1:21) עֲלֵה רֵשׁ „ziehe hinauf und nimm ein“. Die Betonung auf der ersten Silbe, dem Buchstaben ר (Resch), weist darauf hin, wie bei סְלַח, יְדַע, לְקַח, שְׁמַע. Sobald man den Buchstaben ה (He) hinzufügt, kommt die Betonung auf die vorletzte Silbe סְלָחָה, יְדָעָה, לְקָחָה, שְׁמָעָה. Auch hier ist יְרָשָׁה Imperativ (Befehlsform). Im Werk „Große Messora“ finden wir im alphabetischen Register der Imperative, dass diese auf der vorletzten Silbe betont werden.
Raschi
„Große Messora“: hebr. Messorat ha-Gedola, eine Bezeichnung für das Werk Achla we-Achla aus der Epoche der Geonim. Eine Sammlung verschiedener Wortlisten aus der Torah, deren Schreibweise oder Aussprache von der üblichen Form abweicht.
וּלְאָשֵׁ֣ר אָמַ֔ר בָּר֥וּךְ מִבָּנִ֖ים אָשֵׁ֑ר יְהִ֤י רְצוּי֙ אֶחָ֔יו וְטֹבֵ֥ל בַּשֶּׁ֖מֶן רַגְלֽוֹ׃
24
24
Und über Ascher sagte Mosche zu G‑tt: Gesegnet von allen Söhnen ist Ascher! Er sei der Liebling seiner Brüder, in Öl tauche er seinen Fuß.
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Ich habe im Sifre gesehen, keiner von allen Stämmen war so mit Söhnen gesegnet wie Ascher; ich weiß nicht, auf welche Weise.
Raschi
mit Söhnen: die Vorsilbe מ ist nach der Erklärung des Sifre als „mit“ zu verstehen; מִבָּנִים „mit Söhnen“ war Ascher gesegnet.
Er sei der Liebling seiner Brüder
Er erfreute seine Brüder mit dem Öl, das man für die Körperpflege verwendet, und wohlschmeckenden Speisen; und sie versorgten ihn mit Getreide.
Andere Erklärung: Er ist beliebt bei seinen Brüdern, weil seine Töchter so schön waren. Das ist, was in Diwre haJamim (1, 7:31) steht הוּא אֲבִי בִרְזָיִת „er war der Vater von Birsajit“, seine Töchter waren mit Kohanim Gedolim und Königen verheiratet, die mit dem Öl von Oliven gesalbt werden.
Raschi
Er taucht in Öl seinen Fuß: sein Land floss von Öl wie eine Quelle (Sifre, Abschn. 355). Einmal kam vor, dass die Leute von Laodikeia Öl brauchten; sie setzten dafür einen Bevollmächtigten ein … wie in der Gemara Menachot (85b) vorkommt.
Raschi
Einst brauchten die Leute von Laodikeia (in der heutigen Türkei) Öl und schickten einen Bevollmächtigten mit dem Auftrag, für 1 Million Goldmünzen Öl zu kaufen. Da ging er nach Jeruschalaim, und dort sagte man ihm, er solle nach Zor gehen; als er nach Zor kam, sagte man ihm, er solle nach Gusch Chalaw (im Gebiet von Ascher) gehen, und als er nach Gusch Chalaw kam, sagte man ihm, er soll sich an jenen Olivenbauern auf jenem Feld wenden.
Als er den Bauern auf dem Feld fand, war er gerade beschäftigt, die Erde um seine Olivenbäume umzugraben. Er fragte ihn: Hast du so viel Öl, wie ich brauche? Der Bauer antwortete: Warte, bis ich meine Arbeit beendet habe. Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, nahm er seine Arbeitsgeräte und trug sie selbst am Rücken (wie ein einfacher Arbeiter) und ging den Weg entlang, und wenn er einen Stein am Weg sah, räumte er ihn auf die Seite. Der Käufer war verunsichert und fragte sich: Hat er wirklich soviel Öl? Ich glaube, die Juden haben mich getäuscht (indem sie mich zu einem armen Bauern geschickt haben).

Als der Bauer zu Hause eintraf, brachte ihm seine Magd eine Schüssel warmes Wasser und er wusch Hände und Füße; dann holte sie ein goldenes Becken mit Öl und er tauchte darin Hände und Füße. Damit gingen die Worte in Erfüllung טֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „er taucht in Öl seinen Fuß“. Nachdem er dem Käufer zu essen und zu trinken gegeben hatte, maß der Bauer Öl für 1 Million Goldtaler ab, und fragte, ob er noch mehr brauche. Dieser sagte: Ja, nur habe ich kein Geld mehr. Der Ölbauer sagte: Wenn du willst, nehmen wir mehr Öl, und ich gehe dann mit dir, um das Geld entgegenzunehmen. Dann maß er ihm Öl für weitere 180.000 Goldstücke ab. Man erzählt, dass dieser Käufer kein einziges Lasttier in Eretz Israel zurückließ, das er nicht gemietet hätte (um die ungeheure Menge an Öl nach Hause zu transportieren).

Als sie in seiner Stadt angelangt waren, kamen ihm die Menschen der Stadt entgegen, um ihm zu danken. Er aber sagte: Dankt nicht mir. Dankt diesem Mann, der mit mir gekommen ist! Er maß mir für 1 Million Öl ab und bringt hier noch zusätzlich Öl für 180.000 Goldstücke. Damit gehen die Worte von Mischle (13:7) in Erfüllung יֵשׁ מִתְעַשֵּׁר וְאֵין כֹּל „Mancher zeigt sich reich und hat nichts“, מִתְרוֹשֵׁשׁ וְהוֹן רָב „mancher zeigt sich arm und hat großes Vermögen“.
Menachot 85b
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
Mosche erteilte Ascher diese Segnungen, denn als die Brüder Josef verkauft hatten, sprachen sie einen Bann (חֵרֶם) aus gegen jeden, der diese Angelegenheit preisgeben würde.
Durch Prophezeiung (נְבוּאָה) jedoch wusste Serach, Aschers Tochter, über den Verkauf. Die anderen Brüder dachten: „Wie kann sie das wissen, wenn nicht von ihrem Vater?“ Es heißt doch: Was ein Kind erzählt, hat es entweder vom Vater oder der Mutter gehört (Sukka 56b).
Die Brüder belegten Ascher daher mit einem Bann. Mosche Rabbenu kam und löste diesen Bann.
Die Brüder hatten gesagt: „Eine Person unter Bann darf keinen Eheverkehr führen (תַּשְׁמִישׁ הַמִּטָּה)“. Mosche sagte בָּרוּךְ מִבָּנִים אָשֵׁר „gesegnet an Kindern ist Ascher.“

Aufgrund ihres Bannes mieden die Brüder Ascher. Mosche sagte יְהִי רְצוּי אֶחָיו „er sei der Liebling seiner Brüder“.

Aufgrund des Bannes durfte sich Ascher nicht mit Öl salben (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte וְטֹבֵל בַּשֶּׁמֶן רַגְלוֹ „seine Füße soll er in Öl tauchen“ und erlaubte ihm, sich mit Öl zu salben.

Aufgrund des Bannes durfte er keine Schuhe tragen (siehe Moed Katan 15b). Mosche sagte (nächster Vers) בַּרְזֶל וּנְחֹשֶׁת מִנְעָלֶיךָ „Eisen und Kupfer sind deine Schuhe“.
Baal haTurim
Gesegnet von den Söhnen ist Ascher
מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי „[gesegnet] von den Söhnen ist Ascher; der Liebling [seiner Brüder sei er]“. Die Anfangsbuchstaben dieser vier Worte מִבָּנִים אָשֵׁר יְהִי רְצוּי ergeben מֵאִיר „zum Leuchten bringen“. Das bezieht sich auf das Öl, das ihre Gesichter zum Leuchten brachte und die Menora zum Leuchten brachte.
Baal haTurim
בַּרְזֶ֥ל וּנְחֹ֖שֶׁת מִנְעָלֶ֑יךָ וּכְיָמֶ֖יךָ דָּבְאֶֽךָ׃
25
25
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser und wie deine Tage der Jugend wird dein Altern sein.
Eisen und Kupfer sind deine Schlösser
Jetzt spricht Mosche zu ganz Israel: Ihre Helden werden in den Städten an der Grenze wohnen und diese verschließen, dass die Feinde nicht in sie eindringen können, als wären sie mit Schlössern und Riegeln aus Eisen und Kupfer verschlossen.
Andere Erklärung. „Eisen und Kupfer sind deine Schlösser“: euer Land wird durch Berge, aus denen man Eisen und Kupfer abbaut, verschlossen sein; das Land Aschers war das Schloss von Eretz Israel.
Raschi
das Schloss von Eretz Israel: der gesicherte Grenzübergang des Landes.
und wie deine Tage wird dein Altern sein
וּכְיָמֶיךָ „So wie deine Tage“, die dir lieb waren, das sind die Tage deines Anbeginns, deiner Jugend, דָּבְאֶךָ, so sollen auch die Tage deines Alters sein, [die gewöhnlich] Tage des Leidens sind (דּוֹאֲבִים), die zerfließen und dahinsinken.
Andere Erklärung: Solange du treu bleibst, wirst du Überfluss haben. וּכְיָמֶיךָ, So wie die Tage, die gut für dich sind, so wie die Anzahl deiner Tage, solange ihr den Willen G‑ttes erfüllt, דָּבְאֶךָ, wird dir zuströmen, das heißt alle Länder werden Silber und Gold in das Land Israel strömen lassen, weil es mit den Erträgen des Bodens gesegnet ist und alle Länder sich damit sättigen und ihr Silber und Gold dafür hinleiten (auf Französisch escoront, „zufließen lassen“). Das Silber und Gold schwindet bei ihnen, weil sie es in euer Land abführen.
Raschi
אֵ֥ין כָּאֵ֖ל יְשֻׁר֑וּן רֹכֵ֤ב שָׁמַ֙יִם֙ בְעֶזְרֶ֔ךָ וּבְגַאֲוָת֖וֹ שְׁחָקִֽים׃
26
26
Keiner gleicht deinem G‑tt, Jeschurun! Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe und in Seiner Hoheit auf den Wolkenhöhen.
Keiner gleicht G‑tt, Jeschurun!
Wisse, Jeschurun, dass keiner gleich G‑tt von allen Göttern der Völker und nicht wie dein Fels ihr Fels ist.
Raschi
Jeschurun: das Volk Israel wird יְשׁוּרוּן „Jeschurun“ genannt, weil sie יְשָׁרִים (jescharim, „gerade“, „aufrecht“) sind.
Ramban zu Bamidbar 23:10
Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe
רֹכֵב שָׁמַיִם, G‑tt, der im Himmel wohnt, בְּעֶזְרֶךָ, hilft dir und וּבְגַאֲוָתוֹ שְׁחָקִים, in Seiner Hoheit thront Er über den Wolkenhöhen.
Raschi
מְעֹנָה֙ אֱלֹ֣הֵי קֶ֔דֶם וּמִתַּ֖חַת זְרֹעֹ֣ת עוֹלָ֑ם וַיְגָ֧רֶשׁ מִפָּנֶ֛יךָ אוֹיֵ֖ב וַיֹּ֥אמֶר הַשְׁמֵֽד׃
27
27
Die Wolkenhöhen sind Wohnort unseres wahren G‑ttes, der allen Mächten vorausging, und darunter die Mächtigen der Welt. Er vertreibt den Feind vor dir, und sagt: Vernichte!
מְעֹנָה אֱלֹהֵי קֶדֶם „Wohnort G‑ttes, der vorausging“: die Wolkenhöhen sind der Wohnort, לֵאלֹהֵי קֶדֶם G‑ttes, der vor allen Mächten da war (קָּדַם לְכָל אֱלֹהִים) und sich den Himmel zu Seinem Wohnort und zu Seiner Stätte wählte; und darunter, unter Seiner Stätte, wohnen alle Mächtigen.
Raschi
die Mächtigen der Welt
זְרֹעֹת עוֹלָם „die Mächtigen der Welt“: Sichon und Og und die Könige von Kna’an, welche die Stärke und die Macht der Welt waren. Sie zittern vor Ihm und beben und ihre Kraft versagt, weil stets die Furcht vor dem Hohen auf dem Niedrigen liegt. Und Er, der die Kraft und die Stärke hat, hilft dir.
Raschi
Er vertreibt den Feind vor dir, und sagt zu dir: Vernichte sie!
Raschi
als der Wohnort
מְעֹנָה „Wohnort“: jedem Wort, das den Buchstaben ל (Lamed) am Anfang braucht, kann stattdessen auch der Buchstabe ה (He) am Ende angeschlossen werden.
Raschi
Das Wort מְעֹנָה ist damit zu verstehen als לְמָעוֹן als poetischer Ausdruck für „als Wohnstätte“ [dienen Ihm die Wolken].
Leket Bahir
ist zu deiner Hilfe: wie es im Vers zuvor heißt אֵין כָּאֵל יְשֻׁרוּן
רֹכֵב שָׁמַיִם בְּעֶזְרֶךָ „Keiner gleicht deinem G‑tt, Jeschurun! Am Himmel fährt Er zu deiner Hilfe“.
וַיִּשְׁכֹּן֩ יִשְׂרָאֵ֨ל בֶּ֤טַח בָּדָד֙ עֵ֣ין יַעֲקֹ֔ב אֶל־אֶ֖רֶץ דָּגָ֣ן וְתִיר֑וֹשׁ אַף־שָׁמָ֖יו יַֽעַרְפוּ טָֽל׃
28
28
Und Israel wohnt sicher und abgesondert, gleich dem Segen Jaakows, in einem Land von Korn und Most. Auch sein Himmel lässt Tau herabtropfen.
sicher und abgesondert
בֶּטַח בָּדָד, Jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, zerstreut [d.h. בָּדָד im Sinn von „jeder für sich“], ohne sich versammeln und zusammenwohnen zu müssen wegen eines Feindes.
Raschi
gleich dem Segen Jaakows
עֵין יַעֲקֹב wie [bei der Beschreibung des Man] וְעֵינוֹ כְּעֵין הַבְּדֹלַח „sein Aussehen war wie das Aussehen des Kristalles“ (Bam. 11:7): nach dem Segen, mit dem Jaakow sie gesegnet hatte, und nicht nach dem „einsam“, von dem Jirmijahu sagte (15:17) בָּדָד יָשַׁבְתִּי „einsam saß ich“. Sondern nach dem Versprechen, das ihnen Jaakow gab (Ber. 48:21) וְהָיָה אֱלֹהִים עִמָּכֶם וְהֵשִׁיב אֶתְכֶם אֶל אֶרֶץ אֲבוֹתֵיכֶם „G‑tt wird mit euch sein und euch in das Land eurer Väter zurückbringen“.
Raschi
lässt Tau herabtropfen
יַעַרְפוּ – יַטִּיפוּ, lässt herabtropfen. [Raschi]

Auch sein Himmel lässt Tau herabtropfen

Auch der Segen Jizchaks kommt noch zu dem Segen Jaakows dazu, וְיִתֶּן לְךָ הָאֱלֹהִים מִטַּל הַשָּׁמַיִם „G‑tt gebe dir vom Tau des Himmels“ (Ber. 27:28).
Raschi
אַשְׁרֶ֨יךָ יִשְׂרָאֵ֜ל מִ֣י כָמ֗וֹךָ עַ֚ם נוֹשַׁ֣ע בַּֽיהוָ֔ה מָגֵ֣ן עֶזְרֶ֔ךָ וַאֲשֶׁר־חֶ֖רֶב גַּאֲוָתֶ֑ךָ וְיִכָּֽחֲשׁ֤וּ אֹיְבֶ֙יךָ֙ לָ֔ךְ וְאַתָּ֖ה עַל־בָּמוֹתֵ֥ימוֹ תִדְרֹֽךְ׃ (ס)
29
29
Glücklich bist du, Israel! Wer ist wie du, ein Volk, gerettet durch den Ewigen, den Schild deiner Hilfe, Ihn, der das Schwert deiner Hoheit ist! Deine Feinde verleugnen sich vor dir, du wirst über ihre Höhen dahinschreiten.
Glücklich bist du, Israel!
Nachdem Mosche ihnen die Segnungen einzeln aufgezählt hatte, sagte er zu ihnen: Was soll ich euch aufzählen? Mit einem Wort, alles gehört euch!
Raschi
Glücklich bist du, Israel! Wer ist wie du: deine Hilfe kommt vom Ewigen, Er ist der Schild deiner Hilfe und das Schwert deiner Hoheit!
Raschi
Deine Feinde verleugnen sich vor dir
Wie die Giwonim, die sagten (Jesch. 9:9) מֵאֶרֶץ רְחוֹקָה בָּאוּ עֲבָדֶיךָ „aus einem fernen Land kommen deine Knechte“.
Raschi
Die Giwonim erfuhren, dass das Volk Israel den Befehl zur Vernichtung aller Völker Kna’ans hatte, und fürchteten um ihr Leben. Deshalb logen sie und gaben vor, Fremde aus einem fernen Land zu sein, damit Israel einen Bund mit ihnen schließe und ihr Leben gerettet werde.
du wirst über ihre Höhen dahinschreiten
Wie es heißt (Jesch. 10:24) שִׂימוּ אֶת רַגְלֵיכֶם עַל צַוְּארֵי הַמְּלָכִים הָאֵלֶּה „setzt euren Fuß auf den Hals dieser Könige“.
Raschi
וַיַּ֨עַל מֹשֶׁ֜ה מֵֽעַרְבֹ֤ת מוֹאָב֙ אֶל־הַ֣ר נְב֔וֹ רֹ֚אשׁ הַפִּסְגָּ֔ה אֲשֶׁ֖ר עַל־פְּנֵ֣י יְרֵח֑וֹ וַיַּרְאֵ֨הוּ יְהוָ֧ה אֶת־כָּל־הָאָ֛רֶץ אֶת־הַגִּלְעָ֖ד עַד־דָּֽן׃
1
1
Und Mosche stieg hinauf von den Ebenen Moaws auf die Spitze des Berges Newo, Jericho gegenüber. Und der Ewige zeigte ihm das ganze Land, die Landschaft Gilad bis Dan,
von den Ebenen Moaws auf die Spitze des Berges Newo
Es waren viele Stufen, aber Mosche Rabbenu erstieg sie mit einem Schritt (Sota 13b).
Raschi
das ganze Land
Er zeigte ihm das ganze Land Israel in seinem Frieden und die Feinde, die es in Zukunft bedrängen würden.
Raschi
bis Dan
Er zeigte ihm, wie die Söhne Dans Götzendienst betrieben, wie es heißt (Ri. 18:30) וַיָּקִימוּ לָהֶם בְּנֵי דָן אֶת הַפֶּסֶל „die Söhne Dans stellten sich das Bild auf“. Und zeigte ihm Schimschon, der ihm als Retter entstammen würde.
Raschi
וְאֵת֙ כָּל־נַפְתָּלִ֔י וְאֶת־אֶ֥רֶץ אֶפְרַ֖יִם וּמְנַשֶּׁ֑ה וְאֵת֙ כָּל־אֶ֣רֶץ יְהוּדָ֔ה עַ֖ד הַיָּ֥ם הָאַחֲרֽוֹן׃
2
2
und ganz Naftali und das Land Efraim und Menasche und das ganze Land Jehuda bis zum westlichen Meer,
ganz Naftali
Er zeigte ihm sein Land in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm Dewora und Barak von Kedesch Naftali, wie sie mit Sisra und seinem Heer kämpften.
Raschi
Sisra war der Feldherr des kna‘anischen Königs Jawin, Dewora war eine Prophetin und Richterin Israels, und Barak war der von ihr berufene jüdische Heerführer. Die Niederlage Sisras gegen Dewora und Barak ist in Schoftim (Richter), Kapitel 4, beschrieben. Barak stammte aus der Stadt Kadesch, die im Gebiet von Naftali lag.
das Land Efraim und Menasche
Er zeigte ihm ihr Land in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm Jehoschua, der von Efraim stammte, wie er mit den Königen Kna’ans Krieg führte, und wie Gideon, der von Menasche stammte, mit Midian und Amalek kämpfte.
Raschi
und das ganze Land Jehuda: in seinem Frieden und in seiner Verwüstung und zeigte ihm die Herrschaft des Hauses David und dessen Sieg.
Raschi
bis zum westlichen Meer
עַד הַיָּם הָאַחֲרוֹן, das Land im Westen in seinem Frieden und seiner Verwüstung.
Andere Erklärung: Lies nicht הַיָּם הָאַחֲרוֹן, sondern הַיּוֹם הָאַחֲרוֹן „bis zum letzten Tag“. Der Ewige zeigte ihm alle Ereignisse, die Israel begegnen würden, bis die Toten wieder auferstehen.
Raschi
וְאֶת־הַנֶּ֗גֶב וְֽאֶת־הַכִּכָּ֞ר בִּקְעַ֧ת יְרֵח֛וֹ עִ֥יר הַתְּמָרִ֖ים עַד־צֹֽעַר׃
3
3
und die Südseite und die Ebene des Jarden, das Tal von Jericho, Stadt der Palmen, bis hin nach Zoar.
die Südseite
הַנֶּגֶב, das Land im Süden.
Andere Erklärung: die Höhle Machpela, wie es heißt (Bam. 13:22) וַיַּעֲלוּ בַנֶּגֶב וַיָּבֹא עַד חֶבְרוֹן „sie zogen im Süden hinauf und kamen nach Chewron“.
Raschi
die Ebene des Jarden
Er zeigte ihm, wie Schlomo die Geräte für den Tempel goss, wie es heißt (1 Kön. 7:46) בְּכִכַּר הַיַּרְדֵּן יְצָקָם הַמֶּלֶךְ בְּמַעֲבֵה הָאֲדָמָה „in der Ebene am Jarden goss sie der König in dichter Erde“.
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֵלָ֗יו זֹ֤את הָאָ֙רֶץ֙ אֲשֶׁ֣ר נִ֠שְׁבַּעְתִּי לְאַבְרָהָ֨ם לְיִצְחָ֤ק וּֽלְיַעֲקֹב֙ לֵאמֹ֔ר לְזַרְעֲךָ֖ אֶתְּנֶ֑נָּה הֶרְאִיתִ֣יךָ בְעֵינֶ֔יךָ וְשָׁ֖מָּה לֹ֥א תַעֲבֹֽר׃
4
4
Und der Ewige sagte zu ihm: Das ist das Land, das Ich mit einem Schwur Awraham, Jizchak und Jaakow zugesagt habe, indem Ich sagte: Deinen Nachkommen werde Ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht nach dort hinübergehen.
indem Ich sagte: Deinen Nachkommen werde Ich es geben
Ich habe es dich sehen lassen, damit du hingehest und Awraham, Jizchak und Jaakow sagen kannst, den Schwur, den euch der Ewige geschworen hat, hat Er erfüllt; das bedeutet hier לֵאמֹר „indem ich sagte“. Darum habe Ich es dir gezeigt. Aber der Beschluss steht bei Mir fest, dass du nicht dahin hinüberziehen darfst. Denn wenn das nicht wäre, so hätte Ich dich so lang am Leben erhalten, bis du sie darin eingepflanzt und fest angesiedelt gesehen hättest, um hinzugehen und es ihnen zu berichten.
Raschi
וַיָּ֨מָת שָׁ֜ם מֹשֶׁ֧ה עֶֽבֶד־יְהוָ֛ה בְּאֶ֥רֶץ מוֹאָ֖ב עַל־פִּ֥י יְהוָֽה׃
5
5
Dort starb Mosche, Diener des Ewigen, im Land Moaw, nach dem Wort des Ewigen.
Dort starb Mosche
Ist es denkbar, dass Mosche starb und weiter schrieb וַיָּמָת שָׁם מֹשֶׁה „Dort starb Mosche“? Nur, bis dahin schrieb Mosche, und von da an und weiter schrieb Jehoschua.
Rabbi Meir aber sagt, ist es denkbar, dass an der Torahrolle auch nur das Geringste fehlte, während es heißt (Dew. 31:26) לָקֹחַ אֵת סֵפֶר הַתּוֹרָה הַזֶּה „nimm dieses Buch der Torah“? Nur, der Ewige sprach, und Mosche schrieb es mit Tränen nieder aus Schmerz [über seinen nahen Tod].
Raschi
„schrieb es mit Tränen nieder“: jene Verse schrieb Mosche nicht mit Tinte, sondern in die Tränen, die aus seinen Augen strömten, tauchte er die Feder und schrieb.
Ritwa zu Bawa Batra 15a
nach dem Wort des Ewigen: durch einen Kuss G‑ttes.
Raschi
וַיִּקְבֹּ֨ר אֹת֤וֹ בַגַּיְ֙ בְּאֶ֣רֶץ מוֹאָ֔ב מ֖וּל בֵּ֣ית פְּע֑וֹר וְלֹֽא־יָדַ֥ע אִישׁ֙ אֶת־קְבֻ֣רָת֔וֹ עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
6
6
Er begrub ihn im Tal, im Land Moaw, gegenüber Bet Peor, und niemand kennt sein Grab bis auf diesen Tag.
Er begrub ihn im Tal
וַיִּקְבֹּר אוֹתוֹ, der Ewige selbst, in Seiner Herrlichkeit, begrub ihn.
Rabbi Ischmael sagt, er begrub sich selbst. Und das ist eines von den drei אֵת, die R. Ischmael so deutete. So auch (Bam. 6:13) בְּיוֹם מְלֹאת יְמֵי נִזְרוֹ יָבִיא אוֹתוֹ „am Tag, als die Zeit seiner Enthaltsamkeit voll ist, bringt er sich selbst“. So auch (Waj. 22:16) וְהִשִּׂיאוּ אוֹתָם עֲוֹן אַשְׁמָה „sie würden die Schuld der Versündigung auf sich laden“. Laden etwa Fremde sie ihnen auf? Nur, sie würden sie sich selbst aufladen.
Raschi
gegenüber Bet Peor
Sein Grab war dort seit den sechs Tagen der Schöpfung vorbereitet, um für die Sünde des Peor zu sühnen. Das ist eines von den Dingen, die in der Dämmerung am Erew Schabbat erschaffen wurden.
Raschi
וּמֹשֶׁ֗ה בֶּן־מֵאָ֧ה וְעֶשְׂרִ֛ים שָׁנָ֖ה בְּמֹת֑וֹ לֹֽא־כָהֲתָ֥ה עֵינ֖וֹ וְלֹא־נָ֥ס לֵחֹֽה׃
7
7
Und Mosche war 120 Jahre alt, als er starb. Sein Auge war nicht trübe geworden und seine Frische war nicht geschwunden.
Sein Auge war nicht trübe geworden: auch als er gestorben war; und seine Frische war nicht geschwunden: seine Lebensfrische; die Verwesung hatte keine Macht über ihn, und der Glanz seines Angesichtes verging nicht.
Raschi
lorem ipsum
וַיִּבְכּוּ֩ בְנֵ֨י יִשְׂרָאֵ֧ל אֶת־מֹשֶׁ֛ה בְּעַֽרְבֹ֥ת מוֹאָ֖ב שְׁלֹשִׁ֣ים י֑וֹם וַֽיִּתְּמ֔וּ יְמֵ֥י בְכִ֖י אֵ֥בֶל מֹשֶֽׁה׃
8
8
Und die Kinder Israel beweinten Mosche in den Ebenen von Moaw 30 Tage lang. Und dann waren die Tage des Weinens der Trauer um Mosche zu Ende.
Kinder Israel
בְּנֵי יִשְׂרָאֵל, die Männlichen; aber bei Aharon, weil er dem Frieden nachjagte und Frieden stiftete zwischen Mensch und Mitmensch, zwischen Frau und ihrem Mann, heißt es (Bam. 2:29) כֹּל בֵּית יִשְׂרָאֵל „das ganze Haus Israel“, Männer und Frauen.
Raschi
וִֽיהוֹשֻׁ֣עַ בִּן־נ֗וּן מָלֵא֙ ר֣וּחַ חָכְמָ֔ה כִּֽי־סָמַ֥ךְ מֹשֶׁ֛ה אֶת־יָדָ֖יו עָלָ֑יו וַיִּשְׁמְע֨וּ אֵלָ֤יו בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵל֙ וַֽיַּעֲשׂ֔וּ כַּאֲשֶׁ֛ר צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה אֶת־מֹשֶֽׁה׃
9
9
Und Jehoschua, Sohn von Nun, war erfüllt mit dem Geist der Weisheit, denn Mosche hatte seine Hände auf ihn gestützt. Und die Kinder Israel gehorchten ihm und taten so, wie der Ewige Mosche befohlen hatte.
וְלֹֽא־קָ֨ם נָבִ֥יא ע֛וֹד בְּיִשְׂרָאֵ֖ל כְּמֹשֶׁ֑ה אֲשֶׁר֙ יְדָע֣וֹ יְהוָ֔ה פָּנִ֖ים אֶל־פָּנִֽים׃
10
10
Und es stand kein Prophet mehr auf in Israel wie Mosche, dem sich der Ewige offenbarte von Angesicht zu Angesicht.
dem sich der Ewige offenbarte von Angesicht zu Angesicht
Er war mit Ihm vertraut und sprach zu Ihm, wann er wollte, wie es heißt (Schem. 32:20) וְעַתָּה אֶעֱלֶה אֶל ה׳ „und nun will ich zum Ewigen hinaufgehen“; (Bam. 9:8) עִמְדוּ וְאֶשְׁמְעָה מַה יְּצַוֶּה ה׳ לָכֶם „wartet, und ich will hören, was der Ewige für euch befiehlt“.
Raschi
לְכָל־הָ֨אֹת֜וֹת וְהַמּוֹפְתִ֗ים אֲשֶׁ֤ר שְׁלָחוֹ֙ יְהוָ֔ה לַעֲשׂ֖וֹת בְּאֶ֣רֶץ מִצְרָ֑יִם לְפַרְעֹ֥ה וּלְכָל־עֲבָדָ֖יו וּלְכָל־אַרְצֽוֹ׃
11
11
Mit all den Zeichen und Wundern, mit denen der Ewige ihn geschickt hatte, sie im Land Mizraim, an Pharao und an all seinen Dienern und an seinem ganzen Land zu tun.
וּלְכֹל֙ הַיָּ֣ד הַחֲזָקָ֔ה וּלְכֹ֖ל הַמּוֹרָ֣א הַגָּד֑וֹל אֲשֶׁר֙ עָשָׂ֣ה מֹשֶׁ֔ה לְעֵינֵ֖י כָּל־יִשְׂרָאֵֽל׃
12
12
Und mit der ganzen starken Hand, mit der ganzen großen Erscheinung, die Mosche getan hatte vor den Augen von ganz Israel.
mit all der starken Hand: dass er die Lehre auf den Tafeln mit seinen Händen aufnahm.
Raschi
Raschi bezieht sich damit auf die Lehre des Jerusalemer Talmuds (Taanit 4:5): Als die Kinder Israel mit dem Goldenen Kalb sündigten, wollte der Ewige die Bundestafeln aus Mosches Händen reißen. Mosche behielt jedoch die Oberhand und nahm sie erneut aus den Händen G‑ttes. Darauf weist Raschi mit den Worten hin, „dass Mosche die Lehre auf den Tafeln mit seinen Händen aufnahm“.
Gur Arye; und siehe auch Maharal, Tiferet Israel, Kap. 48
mit all der starken Hand: Die Bundestafeln in der Hand zu halten erforderte beträchtliche körperliche Kraft, denn sie bestanden aus einem Ama (אַמָּה, „Elle“, ca. 45–48 cm) großen Steinwürfel.
Misrachi
mit der ganzen großen Erscheinung: die Wunder und mächtigen Taten in der großen und furchtbaren Wüste.
Raschi
vor den Augen von ganz Israel: dass ihm sein Herz den Mut gab, die Tafeln vor ihren Augen zu zerbrechen, wie es heißt (Dew. 9:17) וָאֲשַׁבְּרֵם לְעֵינֵיכֶם „und ich zerbrach sie vor euren Augen“; und der Ewige stimmte seiner Meinung zu, so heißt es (Schabbat 87a) ״אֲשֶׁר שִׁבַּרְתָּ״ – יִישַׁר כֹּחֲךָ שֶׁשִּׁבַּרְתָּ, „die du zerbrochen hast“, Dank sei dir, dass du sie zerbrochen hast.
Raschi