Der tägliche Chumasch-Abschnitt

4. Tamus 5785

Montag, 30. Juni 2025

Heute

Chukat

2. Alija

(Bamidbar 19:18 – 20:6)

Optionen
וְלָקַ֨ח אֵז֜וֹב וְטָבַ֣ל בַּמַּיִם֮ אִ֣ישׁ טָהוֹר֒ וְהִזָּ֤ה עַל־הָאֹ֙הֶל֙ וְעַל־כָּל־הַכֵּלִ֔ים וְעַל־הַנְּפָשׁ֖וֹת אֲשֶׁ֣ר הָֽיוּ־שָׁ֑ם וְעַל־הַנֹּגֵ֗עַ בַּעֶ֙צֶם֙ א֣וֹ בֶֽחָלָ֔ל א֥וֹ בַמֵּ֖ת א֥וֹ בַקָּֽבֶר׃
18
18
Ysop nehme und tauche ihn ins Wasser ein reiner Mann und sprenge auf das Zelt und auf alle die Geräte und auf die Personen, die dort waren, und auf den, der angerührt hat den Knochen oder den Erschlagenen oder den Gestorbenen oder das Grab.
ein reiner Mann: ein Kohen; denn die Kohanim sind es, denen die Reinheit besonders auferlegt ist. [Targum Jonathan, Ibn Esra] Auch ein Nicht-Kohen kann die Besprengung ausführen.
Joma 43a
sprengen, besprengen: etwas mit Flüssigkeit besprühen.
וְהִזָּ֤ה הַטָּהֹר֙ עַל־הַטָּמֵ֔א בַּיּ֥וֹם הַשְּׁלִישִׁ֖י וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֑י וְחִטְּאוֹ֙ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֔י וְכִבֶּ֧ס בְּגָדָ֛יו וְרָחַ֥ץ בַּמַּ֖יִם וְטָהֵ֥ר בָּעָֽרֶב׃
19
19
Und es sprenge der Reine auf den Unreinen am dritten und am siebten Tag; und hat er ihn entsündigt am siebten Tag, dann wasche er seine Kleidung und tauche unter im Wasser einer Mikwe, dann ist er rein am Abend.
hat er ihn entsündigt am siebten Tag: das ist die Vollendung seiner Reinigung.
Raschi
וְאִ֤ישׁ אֲשֶׁר־יִטְמָא֙ וְלֹ֣א יִתְחַטָּ֔א וְנִכְרְתָ֛ה הַנֶּ֥פֶשׁ הַהִ֖וא מִתּ֣וֹךְ הַקָּהָ֑ל כִּי֩ אֶת־מִקְדַּ֨שׁ יְהוָ֜ה טִמֵּ֗א מֵ֥י נִדָּ֛ה לֹא־זֹרַ֥ק עָלָ֖יו טָמֵ֥א הֽוּא׃
20
20
Wer unrein geworden ist und sich nicht entsündigt, diese Seele werde ausgerottet aus der Versammlung, denn das Heiligtum des Ewigen hat er verunreingt; das Wasser der Besprengung ist nicht auf ihn gesprengt worden, so ist er unrein.
Wenn jemand unrein ist
Wenn „Heiligtum“ (מִקְדָּשׁ) steht, warum steht an anderer Stelle (Vers 13) „Mischkan“ (מִשְׁכָּן), wie in der Gemara Schewuot (17b) erklärt wird.
Raschi
[Schewuot 17b] Wenn „Mischkan“ (מִשְׁכָּן) steht, warum steht an anderer Stelle „Mikdasch“ (Heiligtum, מִקְדָּשׁ); wenn „Mikdasch“ (מִקְדָּשׁ) steht, warum steht an anderer Stelle „Mischkan“ (מִשְׁכָּן)? Wenn nur „Mischkan“ stünde und nicht „Mikdasch“, so würde ich sagen, man sei nur wegen Verunreinigung des Mischkan schuldig, weil dieses mit dem Salböl gesalbt war, nicht aber wegen der des Mikdasch. Und wenn nur „Mikdasch“ stünde und nicht „Mischkan“, so würde ich sagen, man sei nur wegen Verunreinigung des Mikdasch schuldig, weil dessen Heiligkeit eine ewige ist, nicht aber wegen der des Mischkan. Daher heißt es „Mischkan“ und „Mikdasch“.
וְהָיְתָ֥ה לָּהֶ֖ם לְחֻקַּ֣ת עוֹלָ֑ם וּמַזֵּ֤ה מֵֽי־הַנִּדָּה֙ יְכַבֵּ֣ס בְּגָדָ֔יו וְהַנֹּגֵ֙עַ֙ בְּמֵ֣י הַנִּדָּ֔ה יִטְמָ֖א עַד־הָעָֽרֶב׃
21
21
Und das sei ihnen zum ewigen Gesetz. Wer das Wasser der Besprengung sprengt, wasche seine Kleidung, und wer das Wasser der Besprengung anrührt, der sei unrein bis zum Abend.
Wer das Wasser der Besprengung sprengt
Unsere Lehrer sagen (Joma 14a), dass derjenige, der es sprengt, rein bleibt. Und dieser Vers kommt zu lehren, dass wer das Wasser der Besprengung trägt, schwere Unreinheit empfängt (טָמֵא טֻמְאָה חֲמוּרָה), die auch die Kleider, die er anhat, unrein macht. Was nicht der Fall ist bei dem, der es nur berührt. Und dass der Vers das durch das Wort מַזֵּה „der es sprengt“ ausdrückt, ist deshalb, um dir zu sagen, dass es nur dann unrein macht, wenn es soviel wie das Maß einer Besprengung beträgt (Nidda 9a).
Raschi
Maß einer Besprengung: Wieviel Wasser muss es sein, dass es zu einer Besprengung genügt? Soviel, dass man die Spitzen der Blütenkelche [des Ysop] darin eintauchen und damit besprengen kann.
Mischna Para 12:5
und wer … anrührt, der sei unrein: braucht aber kein Untertauchen der Kleider.
Raschi
וְכֹ֛ל אֲשֶׁר־יִגַּע־בּ֥וֹ הַטָּמֵ֖א יִטְמָ֑א וְהַנֶּ֥פֶשׁ הַנֹּגַ֖עַת תִּטְמָ֥א עַד־הָעָֽרֶב׃
22
22
Und alles, was der Unreine berührt, wird unrein; und die Person, die ihn berührt, wird unrein bis zum Abend.
und alles, was der Unreine berührt, der durch eine Leiche unrein geworden ist, wird unrein.
Raschi
und die Person, die einen durch eine Leiche unrein Gewordenen
berührt, wird unrein bis zum Abend. Hier lernen wir, dass die Leiche die stärkste Primärquelle der Unreinheit ist (אֲבִי אֲבוֹת הַטֻּמְאָה, wörtl. „Vater des Vaters der Unreinheit“), und wer daran anrührt, eine Primärquelle der Unreinheit ist (אַב הַטֻּמְאָה, wörtl. „Vater der Unreinheit“) und einen Menschen unrein macht; das ist die Erklärung des Abschnittes nach dem einfachen Sinn und seinen Vorschriften. Ein Midrasch findet sich im Werk von Rabbi Mosche HaDarschan, er lautet: (19:2) וְיִקְחוּ אֵלֶיךָ „Sie sollen dir bringen“: von dem ihrigen; so wie sie die goldenen Ringe zum Goldenen Kalb von sich abnahmen, sollen sie auch diese Kuh von dem ihrigen zur Sühne bringen.
פָרָה אֲדֻמָּה „Eine rote Kuh“: das gleicht dem Sohn einer Magd, der den Palast des Königs beschmutzt hat. Da sagt man, es komme seine Mutter und wische den Unrat fort; so komme die Kuh und sühne für das Kalb.

אֲדֻמָּה „rote“: nach (Jesch. 1:18) אִם יַאְדִּימוּ כַתּוֹלָע „wenn sie rot wie Purpur sein werden“; die Sünde wird rot genannt.
תְּמִימָה „vollkommen“: weil Israel vollkommen war und durch die Sünde des Goldenen Kalbes fehlerhaft wurde, komme diese Kuh und sühne, damit sie zu ihrer Vollkommenheit wieder zurückkehren. לֹא עָלָה עָלֶיהָ עֹל „Auf die noch kein Joch gekommen ist“: weil sie das Joch des Himmels abgeworfen hatten. (19:3) אֶל אֶלְעָזָר הַכֹּהֵן „[Und gebt diese Kuh] Elasar, dem Kohen“: wie sie sich gegen Aharon, den Kohen versammelt hatten, er solle das Goldene Kalb machen; und weil Aharon das Goldene Kalb gemacht hatte, wurde ihm dieser Dienst nicht übergeben; denn ein Ankläger wird kein Verteidiger (אֵין קָטֵגוֹר נַעֲשֶׂה סַנֵּגוֹר).
(19:5) וְשָׂרַף אֶת הַפָּרָה „Und man verbrenne die Kuh“: wie das Goldene Kalb verbrannt wurde.

(19:6) עֵץ אֶרֶז וְאֵזוֹב וּשְׁנִי תוֹלָעַת „Zedernholz und Ysop und karmesinrote Wolle“: diese drei Arten entsprechen den 3.000 Männern, die beim Goldenen Kalb umkamen. Die Zeder ist der höchste aller Bäume, Ysop die niedrigste Staude, das bedeutet, der Hohe, der hochmütig geworden ist und gesündigt hat, erniedrige sich wie Ysop und Wurm, damit ihm verziehen werde.

(19:9) לְמִשְׁמֶרֶת „zur Aufbewahrung“: wie die Sünde des Goldenen Kalbes späteren Generationen zur Strafe aufbewahrt wurde. Es gibt keine Heimsuchung, in der nicht von der Sünde des Goldenen Kalbes enthalten wäre, wie es heißt (Schem. 32:34) וּבְיוֹם פָּקְדִי וּפָקַדְתִּי „am Tag der Heimsuchung, werde Ich sie zur Rechenschaft ziehen …“ Und wie das Goldene Kalb alle verunreinigte, die sich mit ihm beschäftigten, so soll die Rote Kuh alle verunreinigen, die sich mit ihr beschäftigen (Sanh. 102a). Und wie sie durch seine Asche gereinigt wurden, wie geschrieben steht (Schem. 32:20) וַיִּזֶר עַל פְּנֵי הַמַּיִם „und streute es auf die Fläche des Wassers“, so nehme man für den Unreinen von der Asche aus dem Brand des Entsündigungsopfers.
Raschi
וַיָּבֹ֣אוּ בְנֵֽי־יִ֠שְׂרָאֵל כָּל־הָ֨עֵדָ֤ה מִדְבַּר־צִן֙ בַּחֹ֣דֶשׁ הָֽרִאשׁ֔וֹן וַיֵּ֥שֶׁב הָעָ֖ם בְּקָדֵ֑שׁ וַתָּ֤מָת שָׁם֙ מִרְיָ֔ם וַתִּקָּבֵ֖ר שָֽׁם׃
1
1
Es kamen die Kinder Israel, die ganze Gemeinde, in die Wüste Zin, im ersten Monat Nissan und das Volk blieb in Kadesch. Dort starb Miriam und dort wurde sie begraben.
die ganze Gemeinde
כָּל הָעֵדָה „die ganze Gemeinde“, im Sinn von עֵדָה הַשְּׁלֵמָה „eine vollkommene Gemeinde“. Denn es waren die Toten der Wüste bereits gestorben; und diese hatten sich von ihnen zum Leben getrennt.
Raschi
Dort starb Miriam
[Zwischen dem vorangehenden Abschnitt über die Rote Kuh und dem vorliegenden Abschnitt über das Ableben Miriams besteht kein zeitlicher Zusammenhang: Die Rote Kuh wurde im zweiten Jahr des Auszuges aus Mizraim verbrannt, und Miriam verstarb im vierzigsten Jahr.] Warum schließt sich der Tod von Miriam an den Abschnitt der Roten Kuh an? Um dir zu sagen: Wie die Opferungen im Tempel (Korbanot) sühnen, so sühnt auch der Tod der Zaddikim (Moed Katan 28a). (Andere Version: Wie die Rote Kuh sühnt, so sühnt auch der Tod der Zaddikim.)
Raschi
Dort starb Miriam
Auch sie starb durch einen Kuss des Ewigen. Und warum steht bei ihr nicht עַל פִּי ה׳ „durch den Mund des Ewigen“? Weil das nicht der Ehrfurcht vor G‑tt entsprechen würde. Bei Aharon steht (Bam. 33:38) עַל פִּי ה׳ „durch den Mund des Ewigen“, in Paraschat Maase’i.
Raschi
וְלֹא־הָ֥יָה מַ֖יִם לָעֵדָ֑ה וַיִּקָּ֣הֲל֔וּ עַל־מֹשֶׁ֖ה וְעַֽל־אַהֲרֹֽן׃
2
2
Und es war kein Wasser da für die Gemeinde, da versammelten sie sich gegen Mosche und gegen Aharon.
Und es war kein Wasser da für die Gemeinde
Daraus sieht man, dass sie die ganzen vierzig Jahre den Brunnen durch das Verdienst von Miriam hatten (Taanit 9a).
Raschi
וַיָּ֥רֶב הָעָ֖ם עִם־מֹשֶׁ֑ה וַיֹּאמְר֣וּ לֵאמֹ֔ר וְל֥וּ גָוַ֛עְנוּ בִּגְוַ֥ע אַחֵ֖ינוּ לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
3
3
Und das Volk stritt mit Mosche und sie sagten: Wären wir doch verstorben, beim Versterben unserer Brüder vor dem Ewigen!
Wären wir doch verstorben
וְלוּ גָוַעְנוּ bedeutet הַלְוַאי שֶׁגָּוַעְנוּ „wären wir doch verstorben“.
Raschi
beim Versterben unserer Brüder: als unsere Brüder durch die Seuche starben. Das lehrt, dass der Tod durch Durst hässlicher ist als der Tod durch die Seuche. [Raschi]
beim Versterben unserer Brüder

בִּגְוַע אַחֵינוּ; das Wort בִּגְוַע ist ein Hauptwort, so wie בְּמִיתַת אַחֵינוּ. Es wäre aber nicht richtig, es als Zeitwort zu erklären „als unsere Brüder starben“; denn dann müsste בִּגְוֹעַ punktiert sein.
Raschi
וְלָמָ֤ה הֲבֵאתֶם֙ אֶת־קְהַ֣ל יְהוָ֔ה אֶל־הַמִּדְבָּ֖ר הַזֶּ֑ה לָמ֣וּת שָׁ֔ם אֲנַ֖חְנוּ וּבְעִירֵֽנוּ׃
4
4
Und warum habt ihr die Versammlung des Ewigen in diese Wüste gebracht, um dort zu sterben, wir und unser Vieh?
וְלָמָ֤ה הֶֽעֱלִיתֻ֙נוּ֙ מִמִּצְרַ֔יִם לְהָבִ֣יא אֹתָ֔נוּ אֶל־הַמָּק֥וֹם הָרָ֖ע הַזֶּ֑ה לֹ֣א׀ מְק֣וֹם זֶ֗רַע וּתְאֵנָ֤ה וְגֶ֙פֶן֙ וְרִמּ֔וֹן וּמַ֥יִם אַ֖יִן לִשְׁתּֽוֹת׃
5
5
Und warum habt ihr uns heraufgeführt aus Mizraim, um uns zu bringen an diesen schlechten Ort? Es ist kein Ort, wo Saat ist oder Feigen oder Weinstock oder Granatbaum; nicht einmal Wasser ist da zum Trinken.
Saat: Getreidesamen, der zum Säen bestimmt ist.
וַיָּבֹא֩ מֹשֶׁ֨ה וְאַהֲרֹ֜ן מִפְּנֵ֣י הַקָּהָ֗ל אֶל־פֶּ֙תַח֙ אֹ֣הֶל מוֹעֵ֔ד וַֽיִּפְּל֖וּ עַל־פְּנֵיהֶ֑ם וַיֵּרָ֥א כְבוֹד־יְהוָ֖ה אֲלֵיהֶֽם׃
6
6
Da kamen Mosche und Aharon wegen des Unmutes der Versammlung an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft und fielen auf ihr Angesicht und die Herrlichkeit des Ewigen erschien ihnen.
Da kamen Mosche und Aharon: sie entfernten sich von der Versammlung, um deren Beschwerden und Beschuldigungen nicht zu hören.
Ralbag