Der tägliche Chumasch-Abschnitt

9. Tamus 5785

Samstag, 5. Juli 2025

Heute

Chukat

7. Alija

(Bamidbar 21:21 – 22:1)

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וַיִּשְׁלַ֤ח יִשְׂרָאֵל֙ מַלְאָכִ֔ים אֶל־סִיחֹ֥ן מֶֽלֶךְ־הָאֱמֹרִ֖י לֵאמֹֽר׃
21
21
Und Israel schickte Boten an Sichon, den König der Emorim, und ließ ihm sagen, wie folgt:
Und Israel schickte Boten
An anderer Stelle schreibt der Vers diese Sendung Mosche zu, wie es heißt (Dew. 2:26) וָאֶשְׁלַח מַלְאָכִים מִמִּדְבַּר קְדֵמוֹת „ich sandte Boten aus der Wüste Kedmot“; ebenso (Bam. 20:14) וַיִּשְׁלַח מֹשֶׁה מַלְאָכִים מִקָּדֵשׁ אֶל מֶלֶךְ אֱדוֹם „Mosche schickte Boten zum König von Edom“, und bei Jiftach heißt es (Richt. 11:17) וַיִּשְׁלַח יִשְׂרָאֵל מַלְאָכִים אֶל מֶלֶךְ אֱדוֹם „Israel schickte Boten zum König von Edom“. Diese Verse sind aufeinander angewiesen: was der eine verschließt, öffnet der andere. Mosche ist Israel, und Israel ist Mosche, um dir zu sagen, dass das Oberhaupt des Zeitalters gleich dem ganzen Zeitalter ist (נְּשִׂיא הַדּוֹר הוּא כְּכָל הַדּוֹר); denn das Oberhaupt ist alles.
Raschi
אֶעְבְּרָ֣ה בְאַרְצֶ֗ךָ לֹ֤א נִטֶּה֙ בְּשָׂדֶ֣ה וּבְכֶ֔רֶם לֹ֥א נִשְׁתֶּ֖ה מֵ֣י בְאֵ֑ר בְּדֶ֤רֶךְ הַמֶּ֙לֶךְ֙ נֵלֵ֔ךְ עַ֥ד אֲשֶֽׁר־נַעֲבֹ֖ר גְּבֻלֶֽךָ׃
22
22
Lass mich durch dein Land ziehen! Wir werden nicht in Felder und Weinberge einbiegen, noch Wasser aus den Brunnen trinken; auf der Königstraße werden wir gehen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben.
Lass mich durch dein Land ziehen
Obwohl ihnen nicht befohlen worden war, ihnen zuerst Frieden anzubieten, baten sie sie dennoch um Frieden.
Raschi
Königstraße
דֶּרֶךְ הַמֶּלֶךְ „Königstraße“: die Hauptstraße für die Reisen des Königs. [Ibn Esra]
„Königstraße“: ein breit angelegter Hauptweg. [Rokeach]

„Königstraße“: ein Verkehrsweg, der allen Reisenden zur Verfügung steht. [Raschbam]

„Königstraße“: auf dem Weg unseres Königs im Himmel [G‑tt] werden wir ziehen und euch keinerlei Schaden zufügen.
Targum Jonathan
וְלֹא־נָתַ֨ן סִיחֹ֣ן אֶת־יִשְׂרָאֵל֮ עֲבֹ֣ר בִּגְבֻלוֹ֒ וַיֶּאֱסֹ֨ף סִיחֹ֜ן אֶת־כָּל־עַמּ֗וֹ וַיֵּצֵ֞א לִקְרַ֤את יִשְׂרָאֵל֙ הַמִּדְבָּ֔רָה וַיָּבֹ֖א יָ֑הְצָה וַיִּלָּ֖חֶם בְּיִשְׂרָאֵֽל׃
23
23
Aber Sichon gestattete es Israel nicht, durch sein Gebiet zu ziehen; und Sichon versammelte sein ganzes Volk und zog Israel entgegen, in die Wüste und kam nach Jahaz und kämpfte gegen Israel.
Sichon gestattete es Israel nicht
Weil alle Könige von Kna’an ihm eine Steuer dafür bezahlten, dass er sie schütze vor dem Durchzug feindlicher Heere. Als nun Israel zu ihm sagte, wir möchten durch dein Land ziehen, da antwortete er ihnen, mein ganzer Zweck, dass ich hier sitze, ist nur, um jene vor euch zu schützen, und ihr sprecht so zu mir
Raschi
und zog Israel entgegen
Wenn Cheschbon nur voll Fliegen gewesen wäre, hätte doch kein Mensch die Stadt einnehmen können; und wenn Sichon in einem schwachen Dorf gewesen wäre, hätte kein Mensch ihn bezwingen können, und umso weniger, da er sich in Cheschbon befand. Da sagte der Ewige: Was soll Ich Meine Kinder mit alldem bemühen, jede einzelne Stadt zu belagern, und Er gab allen Kriegsmännern ins Herz, dass sie aus den Städten herauskamen und sich alle an einem Ort versammelten, wo sie auch fielen; von dort begab sich Israel in die Städte, ohne dass sich jemand ihnen widersetzte, da sich nur Frauen und Kinder darin befanden.
Raschi
וַיַּכֵּ֥הוּ יִשְׂרָאֵ֖ל לְפִי־חָ֑רֶב וַיִּירַ֨שׁ אֶת־אַרְצ֜וֹ מֵֽאַרְנֹ֗ן עַד־יַבֹּק֙ עַד־בְּנֵ֣י עַמּ֔וֹן כִּ֣י עַ֔ז גְּב֖וּל בְּנֵ֥י עַמּֽוֹן׃
24
24
Da schlug ihn Israel mit der Schärfe des Schwertes und nahm sein Land in Besitz, vom Arnon bis zum Jabok, bis zu dem Gebiet der Söhne Amons, denn stark war die Grenze der Söhne Amons.
denn stark war die Grenze
כִּי עַז גְּבוּל בְּנֵי עַמּוֹן „stark war die Grenze der Söhne Amons“. Und worin bestand seine Stärke? In der Warnung G‑ttes, der zu ihnen gesprochen hatte (Dew. 2:19) אַל תְּצֻרֵם „bedränge sie nicht!“.
Raschi
וַיִּקַּח֙ יִשְׂרָאֵ֔ל אֵ֥ת כָּל־הֶעָרִ֖ים הָאֵ֑לֶּה וַיֵּ֤שֶׁב יִשְׂרָאֵל֙ בְּכָל־עָרֵ֣י הָֽאֱמֹרִ֔י בְּחֶשְׁבּ֖וֹן וּבְכָל־בְּנֹתֶֽיהָ׃
25
25
Und Israel nahm alle diese Städte ein und Israel wohnte in allen Städten der Emorim, in Cheschbon und in all den Tochtersiedlungen ringsum.
Tochtersiedlungen
בְּנֹתֶיהָ, wörtl. „Töchter“, die Dörfer in der Nähe.
Raschi
כִּ֣י חֶשְׁבּ֔וֹן עִ֗יר סִיחֹ֛ן מֶ֥לֶךְ הָאֱמֹרִ֖י הִ֑וא וְה֣וּא נִלְחַ֗ם בְּמֶ֤לֶךְ מוֹאָב֙ הָֽרִאשׁ֔וֹן וַיִּקַּ֧ח אֶת־כָּל־אַרְצ֛וֹ מִיָּד֖וֹ עַד־אַרְנֹֽן׃
26
26
Denn Cheschbon war die Hauptstadt von Sichon, König der Emorim; er hatte nämlich mit dem früheren König von Moaw Krieg geführt und ihm sein ganzes Land abgenommen bis zum Fluss Arnon.
Krieg geführt
Warum musste dies geschrieben werden? Weil es heißt (Dew. 2:9) אַל תָּצַר אֶת מוֹאָב „bedränge Moaw nicht“, und Cheschbon zu Moaw gehörte, schreibt der Vers, dass Sichon es ihnen abgenommen und dass es durch ihn für Israel erlaubt wurde (Chulin 60b, Gittin 38a).
Raschi
abgenommen
מִיָּדוֹ, wörtl. aus seiner Hand [genommen]: aus seinem Besitz.
Raschi
עַל־כֵּ֛ן יֹאמְר֥וּ הַמֹּשְׁלִ֖ים בֹּ֣אוּ חֶשְׁבּ֑וֹן תִּבָּנֶ֥ה וְתִכּוֹנֵ֖ן עִ֥יר סִיחֽוֹן׃
27
27
Darum sagen die Gleichnisredner: „Kommt nach Cheschbon! Gebaut und befestigt werde die Stadt von Sichon.
Darum: von jenem Krieg, den Sichon mit Moaw führte.
Raschi
sagen die Gleichnisredner
מֹּשְׁלִים „Gleichnisredner“: Bilam, von dem es heißt (Bam. 23:7) וַיִּשָּׂא מְשָׁלוֹ „er begann seine Gleichnisrede“. Die Gleichnisredner: Bilam und Beor. Sie hatten gesagt: „Kommt nach Cheschbon“. Denn Sichon hatte nicht vermocht, die Stadt einzunehmen, und war gegangen, um Bilam anzuwerben, damit dieser den Gegner verwünsche. Das ist, was Balak zu ihm sagte (Bam. 22:6) כִּי יָדַעְתִּי אֵת אֲשֶׁר תְּבָרֵךְ מְבֹרָךְ „denn ich weiß, wen du segnest, der ist gesegnet“.
Raschi
Gebaut und befestigt werde Cheschbon mit dem Namen Sichons, seine Stadt zu sein.
Raschi
כִּי־אֵשׁ֙ יָֽצְאָ֣ה מֵֽחֶשְׁבּ֔וֹן לֶהָבָ֖ה מִקִּרְיַ֣ת סִיחֹ֑ן אָֽכְלָה֙ עָ֣ר מוֹאָ֔ב בַּעֲלֵ֖י בָּמ֥וֹת אַרְנֹֽן׃
28
28
Denn Feuer ging von Cheschbon aus, Flamme aus der Stadt Sichons, es verzehrte Ar in Moaw, die Herren der Höhen des Arnon.
Denn Feuer ging von Cheschbon aus: nachdem Sichon es eingenommen hatte.
Raschi
es verzehrte Ar in Moaw: jenes Land heißt Ar (עָר) auf Hebräisch und Lechajat (לְחָיַת) auf Aramäisch. [Raschi]

Ar in Moaw

עָר מוֹאָב, Ar, das zu Moaw gehört.
Raschi
אוֹי־לְךָ֣ מוֹאָ֔ב אָבַ֖דְתָּ עַם־כְּמ֑וֹשׁ נָתַ֨ן בָּנָ֤יו פְּלֵיטִם֙ וּבְנֹתָ֣יו בַּשְּׁבִ֔ית לְמֶ֥לֶךְ אֱמֹרִ֖י סִיחֽוֹן׃
29
29
Wehe dir, Moaw! Verloren bist du, Volk des Götzen Kemosch! Man machte seine Söhne zu Flüchtigen und seine Töchter zu Gefangenen dem König von Emori namens Sichon.
Wehe dir, Moaw!
Sie verwünschten Moaw, in seine Hand ausgeliefert zu werden.
Raschi
Kemosch ist der Name des Götzen von Moaw.
Raschi
Kemosch: siehe Ri. 11:24, אֵת אֲשֶׁר יוֹרִישְׁךָ כְּמוֹשׁ אֱלֹהֶיךָ אוֹתוֹ תִירָשׁ „Was dir dein Gott Kemosch zum Erbe gibt, das nimmst du dir“.
Indem die Gleichnisredner Moaw hier als „Volk des Kemosch“ bezeichneten, beabsichtigten sie den Spott über Moaws Götze; dieser sei unfähig, sein Volk vor der bevorstehenden Eroberung durch Sichon zu erretten.
Beer Majim Chaim
Man machte: derjenige, der sie machte, die Söhne von Moaw, zu Flüchtigen: Fliehenden und Entrinnenden vor dem Schwert, und seine Töchter zu Gefangenen.
Raschi
וַנִּירָ֛ם אָבַ֥ד חֶשְׁבּ֖וֹן עַד־דִּיב֑וֹן וַנַּשִּׁ֣ים עַד־נֹ֔פַח אֲשֶׁ֖רׅ עַד־מֵֽידְבָֽא׃
30
30
Ihr Reich haben wir niedergeworfen; verloren ist Cheschbon, gewichen ist Diwon! Wir haben sie verwüstet bis Nofach, das bis Medwa reicht.“
ihr Reich
נִּירָם, ihre Herrschaft.
Raschi
verloren ist Cheschbon, gewichen ist Diwon: die Herrschaft und das Joch, die Moaw über Cheschbon hatte, sind von dort verlorengegangen; und ebenso ist Diwon gewichen. Der Targum von סָר „weichen“ ist עַד. Das heißt, die Herrschaft ist von Diwon gewichen. Das Wort נִיר bedeutet Herrschaft, Joch und Regierung eines Mannes; wie im Vers (1 Kön. 11:36) לְמַעַן הֱיוֹת נִיר לְדָוִד עַבְדִּי „damit ein Reich sei meinem Knecht David“.
Raschi
Wir haben sie verwüstet
Der Buchstabe שׁ (Schin) im Wort וַנַּשִּׁים hat ein Dagesch; es bedeutet Verwüstung. So sprechen die Gleichnisredner, wir haben sie verwüstet. [Raschi]

bis Nofach: wir haben sie bis Nofach verwüstet.
Raschi
וַיֵּ֙שֶׁב֙ יִשְׂרָאֵ֔ל בְּאֶ֖רֶץ הָאֱמֹרִֽי׃
31
31
Und Israel wohnte im Land der Emorim.
וַיִּשְׁלַ֤ח מֹשֶׁה֙ לְרַגֵּ֣ל אֶת־יַעְזֵ֔ר וַֽיִּלְכְּד֖וּ בְּנֹתֶ֑יהָ וַיּ֖וֹרֶשׁ כתיב ויירש אֶת־הָאֱמֹרִ֥י אֲשֶׁר־שָֽׁם׃
32
32
Und Mosche sandte hin, um Ja’eser auszukundschaften, und sie eroberten ihre Tochtersiedlungen und man vertrieb die Emorim, die dort waren.
Und Mosche sandte hin, um Ja’eser auszukundschaften
Die Kundschafter nahmen es ein, indem sie sagten, wir wollen nicht gleich den ersten tun. Sondern wir vertrauen auf die Kraft des Gebetes von Mosche und nehmen den Kampf auf.
Raschi
וַיִּפְנוּ֙ וַֽיַּעֲל֔וּ דֶּ֖רֶךְ הַבָּשָׁ֑ן וַיֵּצֵ֣א עוֹג֩ מֶֽלֶךְ־הַבָּשָׁ֨ן לִקְרָאתָ֜ם ה֧וּא וְכָל־עַמּ֛וֹ לַמִּלְחָמָ֖ה אֶדְרֶֽעִי׃
33
33
Dann wandten sie sich und zogen hinauf den Weg nach Baschan; da zog Og, König von Baschan, ihnen zum Krieg entgegen, er und sein ganzes Volk, und er kam bis Edreï.
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֤ה אֶל־מֹשֶׁה֙ אַל־תִּירָ֣א אֹת֔וֹ כִּ֣י בְיָדְךָ֞ נָתַ֧תִּי אֹת֛וֹ וְאֶת־כָּל־עַמּ֖וֹ וְאֶת־אַרְצ֑וֹ וְעָשִׂ֣יתָ לּ֔וֹ כַּאֲשֶׁ֣ר עָשִׂ֗יתָ לְסִיחֹן֙ מֶ֣לֶךְ הָֽאֱמֹרִ֔י אֲשֶׁ֥ר יוֹשֵׁ֖ב בְּחֶשְׁבּֽוֹן׃
34
34
Und der Ewige sagte zu Mosche: Fürchte ihn nicht, denn in deine Hand gebe ich ihn und sein ganzes Volk und sein Land; und tue ihm, so wie du getan hast Sichon, dem König von Emori, der in Cheschbon wohnte.
Fürchte ihn nicht: Mosche fürchtete, Krieg mit ihm zu führen, weil ihm vielleicht das Verdienst von Awraham beistehen würde. Wie es heißt (Ber. 14:13) וַיָּבֹא הַפָּלִיט „es kam ein Entronnener“, das war Og, der von den Riesen entronnen war, die Kedarleomer mit seinen Gefährten in Aschtarot Karnaim schlug. So steht (Jesch. 13:12) רַק עוֹג מֶלֶךְ הַבָּשָׁן נִשְׁאַר מִיֶּתֶר הָרְפָאִים „nur Og, der König von Baschan, war vom Rest der Riesen übriggeblieben“.
Raschi
וַיַּכּ֨וּ אֹת֤וֹ וְאֶת־בָּנָיו֙ וְאֶת־כָּל־עַמּ֔וֹ עַד־בִּלְתִּ֥י הִשְׁאִֽיר־ל֖וֹ שָׂרִ֑יד וַיִּֽירְשׁ֖וּ אֶת־אַרְצֽוֹ׃
35
35
Und sie schlugen ihn und seine Söhne und sein ganzes Volk, sodass man ihm keinen Überrest ließ, und nahmen sein Land in Besitz.
Und sie schlugen ihn: Mosche erschlug ihn, wie in der Gemara Berachot, im Abschnitt ›HaRoe‹ (54b) vorkommt, Og riss einen Felsen von drei Parsa aus …
Raschi
וַיִּסְע֖וּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַֽיַּחֲנוּ֙ בְּעַֽרְב֣וֹת מוֹאָ֔ב מֵעֵ֖בֶר לְיַרְדֵּ֥ן יְרֵחֽוֹ׃
1
1
Und die Kinder Israel zogen weiter und lagerten in den Ebenen von Moaw, diesseits des Jarden, gegenüber Jericho.