Der tägliche Chumasch-Abschnitt

10. Tamus 5785

Sonntag, 6. Juli 2025

Heute

Balak

1. Alija

(Bamidbar 22:2 – 22:12)

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וַיַּ֥רְא בָּלָ֖ק בֶּן־צִפּ֑וֹר אֵ֛ת כָּל־אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה יִשְׂרָאֵ֖ל לָֽאֱמֹרִֽי׃
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2
Und Balak, der Sohn von Zipor, sah alles, was Israel den Emorim getan hatte.
Und Balak sah alles, was Israel getan hatte
Balak sagte, diese zwei Könige, auf die wir uns verlassen hatten, hielten nicht stand vor ihnen, wir werden es umso weniger, darum (nächster Vers) וַיָּגָר מוֹאָב „fürchtete sich Moaw [sehr vor dem Volk]“.
Raschi
וַיָּ֨גָר מוֹאָ֜ב מִפְּנֵ֥י הָעָ֛ם מְאֹ֖ד כִּ֣י רַב־ה֑וּא וַיָּ֣קָץ מוֹאָ֔ב מִפְּנֵ֖י בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
3
3
Da fürchtete sich Moaw sehr vor dem Volk, weil es zahlreich war, und es war Moaw das Leben unerträglich wegen der Kinder Israel.
Da fürchtete sich: Das Wort וַיָּגָר bedeutet „Furcht“; wie (Ijow 19:29) גּוּרוּ לָכֶם „fürchtet euch vor dem Schwert“; und es war unerträglich: das Wort וַיָּקָץ מוֹאָב bedeutet, ihr Leben war ihnen zuwider, wie [der Ausdruck, den Riwka über Esaws götzendienerische Frauen verwendete, Ber. 27:46] קַצְתִּי בְחַיַּי „mein Leben ist mir zuwider“; es ist ein kurzgefasster Vers [der nur erwähnt, dass es Moaw unerträglich war, und die Angabe „das Leben“ auslässt].
Raschi
weil es zahlreich war
Der Vers beschreibt damit die Vermessenheit Moaws. Obgleich sie die Wunder und außergewöhnlichen Ereignisse beobachtet hatten, die dem Volk Israel beim Auszug aus Mizraim zuteilwurden, glaubten sie dennoch nicht daran, dass dies durch g‑ttliche Führung und Vorsehung geschehen war, sondern fürchteten Israel nur, „weil es zahlreich war“.
Ma’asse Haschem
וַיֹּ֨אמֶר מוֹאָ֜ב אֶל־זִקְנֵ֣י מִדְיָ֗ן עַתָּ֞ה יְלַחֲכ֤וּ הַקָּהָל֙ אֶת־כָּל־סְבִ֣יבֹתֵ֔ינוּ כִּלְחֹ֣ךְ הַשּׁ֔וֹר אֵ֖ת יֶ֣רֶק הַשָּׂדֶ֑ה וּבָלָ֧ק בֶּן־צִפּ֛וֹר מֶ֥לֶךְ לְמוֹאָ֖ב בָּעֵ֥ת הַהִֽוא׃
4
4
Und Moaw sagte zu den Ältesten von Midian: Jetzt wird diese Horde alles in unserer Umgebung abfressen, wie der Ochse das Grüne des Feldes abfrisst. Und Balak, der Sohn von Zipor, war König über Moaw zu jener Zeit.
zu den Ältesten von Midian
Haben sich Moaw und Midian nicht seit jeher gegenseitig gehasst, wie es heißt (Ber. 36:35) הַמַּכֶּה אֶת מִדְיָן בִּשְׂדֵה מוֹאָב „der Midian schlug im Gebiet von Moaw“, als Midian Moaw mit Krieg überzog? Nur, aus Furcht vor Israel schlossen sie Frieden miteinander. Und was veranlasste Moaw, sich von Midian Rat zu holen? Als sie Israel in außergewöhnlicher Weise siegen sahen, sagten sie, der Anführer dieses Volkes ist in Midian groß geworden, so wollen wir dort fragen, worin seine Eigenschaft besteht. Und jene sagten ihnen, seine Kraft beruht nur auf seinem Mund. Da sagten sie, so wollen wir auch mit einem Menschen gegen sie kommen, dessen Kraft auf seinem Mund beruht.
Raschi
wie der Ochse abfrisst
An allem, was der Ochse abfrisst, ist kein Segen mehr.
Raschi
kein Segen mehr: weil er die Gewächse des Feldes mit der Wurzel ausreißt.
Misrachi
zu jener Zeit
Er war nicht geeignet für die Königswürde; er gehörte zu den Fürsten Midians (andere Version: zu den Fürsten Sichons). Als Sichon tot war, setzten sie ihn vorläufig über sich.
Raschi
וַיִּשְׁלַ֨ח מַלְאָכִ֜ים אֶל־בִּלְעָ֣ם בֶּן־בְּע֗וֹר פְּ֠תוֹרָה אֲשֶׁ֧ר עַל־הַנָּהָ֛ר אֶ֥רֶץ בְּנֵי־עַמּ֖וֹ לִקְרֹא־ל֑וֹ לֵאמֹ֗ר הִ֠נֵּה עַ֣ם יָצָ֤א מִמִּצְרַ֙יִם֙ הִנֵּ֤ה כִסָּה֙ אֶת־עֵ֣ין הָאָ֔רֶץ וְה֥וּא יֹשֵׁ֖ב מִמֻּלִֽי׃
5
5
Da sandte er Boten zu Bilam, dem Sohn von Beor, nach Petor, das am Strom liegt, ins Land der Kinder seines Volkes, ihn zu rufen, um ihm zu sagen: Siehe, ein Volk ist aus Mizraim gezogen; es bedeckt den Anblick der Erde und es hat sich mir gegenüber niedergelassen.
nach Petor
פְּתוֹרָה bedeutet im Aramäischen „Tisch“. Wie zu einem Geldwechsler (hebr. שּׁוּלְחָנִי), dem alle Leute verschiedene Währungen schicken; so schickten alle Könige zu ihm ihre Briefe.
Nach der einfachen Erklärung des Verses hieß der Ort so.
Raschi
Strom: großer Fluss.
ins Land der Kinder seines Volkes: des Volkes von Balak, der von dort war, und Bilam hatte ihm vorausgesagt, du wirst König werden. Wenn du aber fragst, warum ließ G‑tt die Schechina auf einem bösen Heiden ruhen? Damit die Völker keinen Einwand haben, zu sagen, hätten wir Propheten gehabt, hätten wir uns gebessert. Darum ließ Er auch ihnen Propheten erstehen, und diese rissen die Sitten der Welt ein. Vorher hütete man sich vor Sittenlosigkeit, Bilam aber gab ihnen den Rat, sich der Unmoral hinzugeben.
Raschi
hütete man sich vor Sittenlosigkeit: Nach der Sündflut, als die Menschen erkannten, was die Sittenlosigkeit angerichtet hatte, machten sie es sich zur Pflicht, unerlaubte Beziehungen zu vermeiden. Im Laufe der Zeit sanken gewisse Völker zu lasterhaftem Verhalten herab; die Welt im Allgemeinen jedoch blieb ehrbar – bis zu den Tagen Bilams.
Raschi zu Bereschit 34:7, Misrachi und Nachalat Jaakow z.St.
ihn zu rufen
לִקְרֹא לוֹ „ihn zu rufen“: der Ruf war לוֹ „für ihn“ und zu seinem Vorteil. Denn er versprach ihm viel Geld.
Raschi
ein Volk ist aus Mizraim gezogen
Und wenn du fragst, was schadet es dir? Siehe, es bedeckt den Anblick der Erde. Über Sichon und Og, die uns beschützten, sind sie gekommen und haben sie getötet.
Raschi
hat sich mir gegenüber niedergelassen
Das Wort מִמֻּלִי ist ohne den Buchstaben ו (Waw) geschrieben. [Es lässt sich somit auf die Wurzel מל „schneiden“ zurückführen, wodurch es vermittelt:] sie sind nahe daran, mich zu vernichten, wie (Teh. 118:10) כִּי אֲמִילַם „ich schneide sie nieder“.
Raschi
וְעַתָּה֩ לְכָה־נָּ֨א אָֽרָה־לִּ֜י אֶת־הָעָ֣ם הַזֶּ֗ה כִּֽי־עָצ֥וּם הוּא֙ מִמֶּ֔נִּי אוּלַ֤י אוּכַל֙ נַכֶּה־בּ֔וֹ וַאֲגָרְשֶׁ֖נּוּ מִן־הָאָ֑רֶץ כִּ֣י יָדַ֗עְתִּי אֵ֤ת אֲשֶׁר־תְּבָרֵךְ֙ מְבֹרָ֔ךְ וַאֲשֶׁ֥ר תָּאֹ֖ר יוּאָֽר׃
6
6
Und nun komme doch, verfluche mir dieses Volk, denn es ist zu stark für mich, vielleicht kann ich es dann schlagen und aus dem Land vertreiben. Denn ich weiß: Wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht.
kann ich es schlagen
נַכֶּה בּוֹ „kann ich es schlagen“: dass ich und mein Volk es schlagen.
Andere Erklärung: in der Sprache der Mischna bedeutet das Wort נַכֶּה „verringern“, (Bawa Mezia 105b) מְנַכֶּה לוֹ מִן הַדָּמִים „er zieht ihm vom Geld ab“, sie etwas zu verringern.
Raschi
denn ich weiß: durch den Krieg Sichons, dem du geholfen hast, Moaw zu schlagen.
Raschi
וַיֵּ֨לְכ֜וּ זִקְנֵ֤י מוֹאָב֙ וְזִקְנֵ֣י מִדְיָ֔ן וּקְסָמִ֖ים בְּיָדָ֑ם וַיָּבֹ֙אוּ֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם וַיְדַבְּר֥וּ אֵלָ֖יו דִּבְרֵ֥י בָלָֽק׃
7
7
Und so gingen die Ältesten von Moaw und die Ältesten von Midian; und sie nahmen Wahrsagerlohn in ihrer Hand und kamen zu Bilam und sprachen zu ihm die Worte von Balak.
Wahrsagerlohn in ihrer Hand
קְסָמִים בְּיָדָם bezeichnet allerlei Arten von Zaubermitteln, damit er nicht sage, ich habe mein Handwerksgerät nicht bei mir. Andere Erklärung: das nahmen die Ältesten von Midian als Vorzeichen mit sich, sie sagten nämlich, wenn er gleich das erste Mal mit uns kommt, vermag er etwas. Wenn er uns aber vertröstet, kann es uns nichts nützen. Als er darum zu ihnen sagte (nächster Vers) לִינוּ פֹה הַלַּיְלָה „bleibt hier über Nacht“, sagten sie, es ist nichts von ihm zu erwarten, und ließen ihn und gingen nach Hause. So heißt es וַיֵּשְׁבוּ שָׂרֵי מוֹאָב עִם בִּלְעָם „die Fürsten von Moaw blieben bei Bilam“, aber die Ältesten von Midian waren weggegangen.
Raschi
Wahrsagerlohn in ihrer Hand
קְסָמִים בְּיָדָם bedeutet: Bezahlung für seine Zaubereien. Andere Erklärung: Bücher der Zauberei. [Daat Skenim]
קְסָמִים בְּיָדָם bedeutet: Zaubermittel. [Seforno]

קְסָמִים בְּיָדָם bedeutet: Briefe und Manuskripte der Zauberkunst.
Targum Jonathan
וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵיהֶ֗ם לִ֤ינוּ פֹה֙ הַלַּ֔יְלָה וַהֲשִׁבֹתִ֤י אֶתְכֶם֙ דָּבָ֔ר כַּאֲשֶׁ֛ר יְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֵלָ֑י וַיֵּשְׁב֥וּ שָׂרֵֽי־מוֹאָ֖ב עִם־בִּלְעָֽם׃
8
8
Und er sagte zu ihnen: Bleibt hier über Nacht, dann will ich euch Antwort geben, so wie der Ewige zu mir reden wird. Da blieben die Fürsten von Moaw bei Bilam.
Bleibt hier über Nacht
Der g‑ttliche Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) ruhte nur in der Nacht auf ihm, und so auf allen Propheten der Völker, ebenso bei Lawan im Traum der Nacht, wie es heißt (Ber. 31:24) וַיָּבֹא אֱלֹהִים אֶל לָבָן הָאֲרַמִּי בַּחֲלוֹם הַלַּיְלָה „der Ewige kam zu Lawan, dem Aramäer, im Traum der Nacht“, wie einer, der [mit seiner Gattin offen lebt, doch] seine Gespielin (פִּילַגְשׁוֹ) nur im Geheimen besucht.
Raschi
wie der Ewige zu mir reden wird
Wenn Er mir rät, mit Menschen, wir ihr seid, zu gehen, werde ich mit euch gehen. Vielleicht verlangt aber meine Ehre, mir nur zu erlauben, mit größeren Fürsten (als ihr es seid) zu gehen.
Raschi
blieben
וַיֵּשְׁבוּ bedeutet עַכָּבָה „verbleiben“.
Raschi
וַיָּבֹ֥א אֱלֹהִ֖ים אֶל־בִּלְעָ֑ם וַיֹּ֕אמֶר מִ֛י הָאֲנָשִׁ֥ים הָאֵ֖לֶּה עִמָּֽךְ׃
9
9
Und G‑tt kam zu Bilam und sagte: Wer sind diese Männer bei dir?
Wer sind diese Männer bei dir?
Dadurch ließ Er ihn irren, indem Bilam sagte, manchmal ist nicht alles offenbar vor Ihm; Seine Kenntnis ist nicht immer gleich. So will ich mir auch eine Zeit ersehen, in der ich verwünschen kann, ohne dass Er es merkt.
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר בִּלְעָ֖ם אֶל־הָאֱלֹהִ֑ים בָּלָ֧ק בֶּן־צִפֹּ֛ר מֶ֥לֶךְ מוֹאָ֖ב שָׁלַ֥ח אֵלָֽי׃
10
10
Und Bilam sagte zu G‑tt: Balak, Sohn von Zipor, König von Moaw, hat zu mir geschickt und lässt mir sagen:
Balak, Sohn von Zipor
Wenn ich auch in Deinen Augen nicht angesehen bin, so bin ich doch in den Augen der Könige angesehen.
Raschi
in Deinen Augen nicht angesehen: Wie Raschi zu Vers 8 erklärte, sprach G‑tt mit Bilam nicht am Tag, weil es unter Seiner Würde war, mit Bilam öffentlich in Verbindung zu treten.
הִנֵּ֤ה הָעָם֙ הַיֹּצֵ֣א מִמִּצְרַ֔יִם וַיְכַ֖ס אֶת־עֵ֣ין הָאָ֑רֶץ עַתָּ֗ה לְכָ֤ה קָֽבָה־לִּי֙ אֹת֔וֹ אוּלַ֥י אוּכַ֛ל לְהִלָּ֥חֶם בּ֖וֹ וְגֵרַשְׁתִּֽיו׃
11
11
Siehe das Volk, das aus Mizraim gezogen ist und den Anblick der Erde bedeckt; nun komm und verwünsche es mir! Vielleicht kann ich es dann bekämpfen und es vertreiben.
verwünsche es mir!
קָבָה לִּי „verwünsche es mir!“ ist ein härterer Ausdruck als (Vers 6) אָרָה לִּי; denn es bedeutet deutlich und mit Namen aussprechen.
Raschi
und es vertreiben: aus der Welt. Balak hatte nur gesagt (zuvor, Vers 6) וַאֲגָרְשֶׁנּוּ מִן הָאָרֶץ „aus dem Land treiben“, ich verlange nur, sie von mir zu entfernen. Bilam aber hasste sie mehr als Balak.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר אֱלֹהִים֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם לֹ֥א תֵלֵ֖ךְ עִמָּהֶ֑ם לֹ֤א תָאֹר֙ אֶת־הָעָ֔ם כִּ֥י בָר֖וּךְ הֽוּא׃
12
12
Da sagte G‑tt zu Bilam: Gehe nicht mit ihnen! Verfluche nicht das Volk, denn es ist gesegnet.
Gehe nicht mit ihnen!
Da sagte Bilam, dann will ich sie an meinem Ort verfluchen. Darum sagte Er, לֹא תָאֹר אֶת הָעָם „verfluche nicht das Volk“. Und Bilam sagte, dann will ich sie segnen. Er aber sagte: Sie brauchen deinen Segen nicht, כִּי בָרוּךְ הוּא „denn es ist gesegnet“. Nach dem Sprichwort sagt man zur Hornisse (Biene): Nicht von deinem Honig und nicht von deinem Stachel (לֹא מִדּוּבְשֵׁךְ וְלֹא מֵעוּקְצֵךְ).
Raschi