וַיָּ֣קָם ׀ שְׂדֵ֣ה עֶפְר֗וֹן אֲשֶׁר֙ בַּמַּכְפֵּלָ֔ה אֲשֶׁ֖ר לִפְנֵ֣י מַמְרֵ֑א הַשָּׂדֶה֙ וְהַמְּעָרָ֣ה אֲשֶׁר־בּ֔וֹ וְכָל־הָעֵץ֙ אֲשֶׁ֣ר בַּשָּׂדֶ֔ה אֲשֶׁ֥ר בְּכָל־גְּבֻל֖וֹ סָבִֽיב׃
17
17
Und so wurde das Feld Efrons — das in Machpela ist, das vor Mamre liegt, das Feld und die Höhle, die darin ist, und alle Bäume auf dem Feld, die in seinem ganzen Gebiet rundum waren —
Und so wurde … zum Besitz
וַיָּקָם, wörtl. „erhob sich“. Denn es war eine Erhebung für das Feld, dass es aus der Hand eines Gewöhnlichen in die Hand eines Königs überging. Der einfache Sinn des Verses ist: das Feld und die Höhle darin und alle Bäume wurden (nächster Vers) „zum Besitz Awrahams“.
Raschi
לְאַבְרָהָ֥ם לְמִקְנָ֖ה לְעֵינֵ֣י בְנֵי־חֵ֑ת בְּכֹ֖ל בָּאֵ֥י שַֽׁעַר־עִירֽוֹ׃
18
18
zum Besitz Awrahams vor den Augen der Söhne Chet, vor allen, die in das Tor seiner Stadt kamen.
vor allen, die in das Tor seiner Stadt kamen: inmitten aller und in Gegenwart aller übergab er es ihm.
Raschi
וְאַחֲרֵי־כֵן֩ קָבַ֨ר אַבְרָהָ֜ם אֶת־שָׂרָ֣ה אִשְׁתּ֗וֹ אֶל־מְעָרַ֞ת שְׂדֵ֧ה הַמַּכְפֵּלָ֛ה עַל־פְּנֵ֥י מַמְרֵ֖א הִ֣וא חֶבְר֑וֹן בְּאֶ֖רֶץ כְּנָֽעַן׃
19
19
Und danach begrub Awraham seine Frau Sara in der Höhle des Feldes bei Machpela, vor Mamre, das ist Chewron im Land Kna’an.
Und danach begrub Awraham seine Frau Sara
Awraham begrub sowohl Sara als auch Chawa.
Sohar
Nicht anderen gab er den Auftrag, sondern Awraham bestattete persönlich seine Frau, wegen der Mizwa.
Tiferet Zwi
Der Vers betont, dass er erst „danach“ seine Frau begrub, nachdem er das Feld gekauft hatte, denn es ist eine Schande für einen Zaddik, in einem Grab zu liegen, das nicht ihm gehört.
Ha’amek Dawar
וַיָּ֨קָם הַשָּׂדֶ֜ה וְהַמְּעָרָ֧ה אֲשֶׁר־בּ֛וֹ לְאַבְרָהָ֖ם לַאֲחֻזַּת־קָ֑בֶר מֵאֵ֖ת בְּנֵי־חֵֽת׃ (ס)
20
20
Und so wurde das Feld und die Höhle, die darin ist, Awraham zum Begräbnis-Eigentum von den Söhnen Chet.
zum Begräbnis-Eigentum: für ihn und seine Nachkommen.
Saadia Gaon, Ibn Esra
וְאַבְרָהָ֣ם זָקֵ֔ן בָּ֖א בַּיָּמִ֑ים וַֽיהוָ֛ה בֵּרַ֥ךְ אֶת־אַבְרָהָ֖ם בַּכֹּֽל׃
1
1
Und Awraham war alt, in die hohen Jahre gekommen, und der Ewige hatte Awraham mit allem gesegnet.
in die hohen Jahre gekommen
בָּא בַּיָּמִים „in die hohen Jahre gekommen“: als Awraham ins Alter von יָּמִים (10+40+10+40) gekommen war, d.h. 100 Jahre alt wurde, segnete ihn G‑tt mit einem Sohn und Jizchak wurde geboren.
Baal haTurim
in die hohen Jahre gekommen: nach dem Tod seiner Frau Sara kam das Alter über Awraham.
Tanchuma, Abschn. 4
in die hohen Jahre gekommen
בָּא בַּיָּמִים „in die hohen Jahre gekommen“: in die Künftige Welt kam Awraham בַּיָּמִים „mit all seinen Tagen“: keine Stunde auf dieser Welt hatte er vergeudet.
Sohar
in die hohen Jahre gekommen
Nicht aus Kummer und Leid war Awraham alt geworden, sondern בָּא בַּיָּמִים, er war tatsächlich in die hohen Jahre gekommen.
Kli Jakar
und der Ewige hatte Awraham mit allem gesegnet
Der Zahlenwert (Gematria) des Wortes בַּכֹּל „mit allem“ [2+20+30=52] ist derselbe wie בֵּן „Sohn“ [2+50]; und nachdem er einen Sohn hatte, musste er sich darum kümmern, ihn zu verheiraten.
Raschi
Damit wird die Verbindung zwischen diesem Vers „und der Ewige hatte Awraham mit allem gesegnet“ und dem nachfolgenden Abschnitt über die Suche nach einer Ehefrau für Jizchak erklärt.
Gur Arye, Sifte Chachamim
und der Ewige hatte Awraham mit allem gesegnet
„Und der Ewige hatte Awraham gesegnet mit allem (בַּכֹּל, ba kol)“?
R. Jehuda sagt: Dass er eine Tochter hatte. Manche erklären: Awraham hatte eine Tochter namens Bakol.
R. Elasar aus Modaim sagt: Die Sternkunde wohnte im Herzen von Awraham Awinu, und alle Könige des Ostens und alle Könige des Westens standen in aller Frühe an seiner Tür.
R. Schimon bar Jochai sagt: Ein Edelstein hing am Hals von Awraham Awinu, und jeder Kranke, der ihn ansah, wurde sofort gesund.
Bawa Batra 16b
und der Ewige hatte Awraham mit allem gesegnet
Awraham wurde mit dem Segen בכל gesegnet, wie es ausgedrückt wird im Vers (Dew. 6:5) וְאָהַבְתָּ אֵת ה׳ אֱלֹהֶיךָ „Du sollst den Ewigen, deinen G‑tt, lieben“ בְּכָל לְבָבְךָ „mit deinem ganzen Herzen“, וּבְכָל נַפְשְׁךָ „und mit deiner ganzen Seele“, וּבְכָל מְאֹדֶךָ „und mit deinem ganzen Vermögen“.
Chose von Lublin
וַיֹּ֣אמֶר אַבְרָהָ֗ם אֶל־עַבְדּוֹ֙ זְקַ֣ן בֵּית֔וֹ הַמֹּשֵׁ֖ל בְּכָל־אֲשֶׁר־ל֑וֹ שִֽׂים־נָ֥א יָדְךָ֖ תַּ֥חַת יְרֵכִֽי׃
2
2
Da sagte Awraham zu seinem Knecht, dem Ältesten seines Hauses, der alles verwaltete, was ihm gehörte: Lege jetzt deine Hand unter meine Hüfte.
dem Ältesten seines Hauses
Weil זקן mit dem Wort בֵּיתוֹ verbunden ist, wird זְקַן punktiert.
Raschi
unter meine Hüfte
Weil der Schwörende einen heiligen Gegenstand in die Hand nehmen muss, wie etwa Sefer Torah, Mesusa oder Tefillin (Schewuot 38b), und die Beschneidung für ihn die erste Mizwa gewesen war und durch Schmerzen ausgeführt worden war, darum war sie ihm teuer, und er bestimmte sie dazu.
Raschi
Lege jetzt
Das Wort נָא hat hier die Bedeutung „jetzt“.
Targum Onkelos
der alles verwaltete, was ihm gehörte
הַמֹּשֵׁל בְּכָל אֲשֶׁר לוֹ, wörtl. „der alles verwaltete, was ihm (Awraham) gehörte“. Warum verließ sich Awraham auf Eliëser in dieser bedeutenden und heiklen Angelegenheit? Denn הוּא מוֹשֵׁל בְּכָל אֲשֶׁר לוֹ, Eliëser herrschte über das, was ihm – und das kann man auf Eliëser selbst beziehen – gehörte. Weil Eliëser über das Materielle und das Geld herrschte – und nicht umgekehrt, das Geld über ihn, konnte sich Awraham auf ihn verlassen: Eliëser würde sich nicht blenden und beirren lassen von weltlichen Reichtümern.
Kli Jakar
der alles verwaltete, was ihm gehörte
הַמֹּשֵׁל בְּכָל אֲשֶׁר לוֹ, der über den eigenen Trieb zum Bösen herrschte wie sein Herr Awraham.
Bereschit Rabba 59:8
וְאַשְׁבִּ֣יעֲךָ֔ בַּֽיהוָה֙ אֱלֹהֵ֣י הַשָּׁמַ֔יִם וֵֽאלֹהֵ֖י הָאָ֑רֶץ אֲשֶׁ֨ר לֹֽא־תִקַּ֤ח אִשָּׁה֙ לִבְנִ֔י מִבְּנוֹת֙ הַֽכְּנַעֲנִ֔י אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י יוֹשֵׁ֥ב בְּקִרְבּֽוֹ׃
3
3
Ich will dich schwören lassen beim Ewigen, dem G‑tt des Himmels und dem G‑tt der Erde, dass du nicht nehmen wirst eine Frau für meinen Sohn von den Töchtern des Kna’ani, in dessen Mitte ich wohne.
G‑tt des Himmels und G‑tt der Erde
Bis Awraham kam, war G‑tt nur der „G‑tt des Himmels“, aber als Awraham kam, machte er Ihn zum G‑tt des Himmels und der Erde, wie es heißt וְאַשְׁבִּיעֲךָ בַּה׳ אֱלֹהֵי הַשָּׁמַיִם וֵאלֹהֵי הָאָרֶץ „Ich will dich schwören lassen beim Ewigen, G‑tt des Himmels und G‑tt der Erde“.
Sifre, Paraschat Ha’asinu
G‑tt des Himmels und G‑tt der Erde
Wenn du, Eliëser, deinen Herren Awraham hintergehst, wird es G‑tt in dieser Welt und in der Kommenden Welt einfordern.
Seforno
כִּ֧י אֶל־אַרְצִ֛י וְאֶל־מוֹלַדְתִּ֖י תֵּלֵ֑ךְ וְלָקַחְתָּ֥ אִשָּׁ֖ה לִבְנִ֥י לְיִצְחָֽק׃
4
4
Sondern in mein Land und in meinen Geburtsort sollst du gehen und sollst nehmen eine Frau für meinen Sohn, für Jizchak.
in mein Land: Charan.
Geburtsort: Ur Kassdim. [Ibn Esra, Radak; und siehe Raschi zu Vers 7
Geburtsort
וְאֶל מוֹלַדְתִּי, zu meiner Verwandtschaft.
Rabbi S. R. Hirsch
sollst nehmen eine Frau: obgleich all seine Familie Götzen dienten, kannte Awraham seine Verwandten als aufrichtige Menschen, die unter seiner Anleitung den Glauben an den einen G‑tt annehmen würden.
Moschaw Skenim
für meinen Sohn, für Jizchak
Awraham bestand darauf, dass bei der Eheschließung (קִדּוּשִׁין) ausdrücklich ausgesprochen würde לִבְנִי „für meinen Sohn“, לְיִצְחָק „für Jizchak“, und nicht לִבֶּן אַבְרָהָם „für den Sohn Awrahams“.
Ha’amek Dawar
וַיֹּ֤אמֶר אֵלָיו֙ הָעֶ֔בֶד אוּלַי֙ לֹא־תֹאבֶ֣ה הָֽאִשָּׁ֔ה לָלֶ֥כֶת אַחֲרַ֖י אֶל־הָאָ֣רֶץ הַזֹּ֑את הֶֽהָשֵׁ֤ב אָשִׁיב֙ אֶת־בִּנְךָ֔ אֶל־הָאָ֖רֶץ אֲשֶׁר־יָצָ֥אתָ מִשָּֽׁם׃
5
5
Es sagte zu ihm der Knecht: Vielleicht wird die Frau nicht einwilligen, mir nachzufolgen in dieses Land. Soll ich dann zurückführen deinen Sohn in das Land, aus dem du weggegangen bist?
Soll ich dann zurückführen deinen Sohn: nach Charan, um ihn dort zu verheiraten? Dies fragte er bereits jetzt, denn vielleicht wäre Awraham nicht mehr am Leben bei der Rückkehr Eliësers aus Charan.
Radak
יְהוָ֣ה ׀ אֱלֹהֵ֣י הַשָּׁמַ֗יִם אֲשֶׁ֨ר לְקָחַ֜נִי מִבֵּ֣ית אָבִי֮ וּמֵאֶ֣רֶץ מֽוֹלַדְתִּי֒ וַאֲשֶׁ֨ר דִּבֶּר־לִ֜י וַאֲשֶׁ֤ר נִֽשְׁבַּֽע־לִי֙ לֵאמֹ֔ר לְזַ֨רְעֲךָ֔ אֶתֵּ֖ן אֶת־הָאָ֣רֶץ הַזֹּ֑את ה֗וּא יִשְׁלַ֤ח מַלְאָכוֹ֙ לְפָנֶ֔יךָ וְלָקַחְתָּ֥ אִשָּׁ֛ה לִבְנִ֖י מִשָּֽׁם׃
7
7
Der Ewige, der G‑tt des Himmels, der mich genommen hat aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner Geburt, der mir versprochen hat und der zugeschworen hat und mir gesagt hat: „Deinen Nachkommen werde Ich geben dieses Land“, der wird seinen Engel vor dir her senden, damit du eine Frau für meinen Sohn von dort nehmest.
Der Ewige, der G‑tt des Himmels, der mich genommen hat aus dem Haus meines Vaters, und er sagt nicht „und der G‑tt der Erde“, aber oben (Vers 3) וְאַשְׁבִּיעֲךָ בַּה׳ אֱלֹהֵי הַשָּׁמַיִם וֵאלֹהֵי הָאָרֶץ „Ich will dich schwören lassen beim Ewigen, dem G‑tt des Himmels und dem G‑tt der Erde“. Er wollte damit sagen, jetzt ist Er als G‑tt des Himmels und der Erde anerkannt, weil ich Seinen Namen im Mund der Menschen geläufig gemacht habe. Aber als Er mich aus meinem Vaterhaus nahm, war Er als G‑tt des Himmels und nicht als G‑tt der Erde bekannt, weil die Menschen Ihn nicht kannten und Sein Name auf Erden nicht geläufig war.
Raschi
aus dem Haus meines Vaters: in Charan.
Raschi
aus dem Land meiner Geburt: Ur Kassdim.
Raschi
der mir versprochen hat
וַאֲשֶׁר דִּבֶּר לִי, wörtl. „der für mich gesprochen hat“, zu meinem Nutzen, wie (1 Kön. 2:4) אֲשֶׁר דִּבֶּר עָלַי „das Er für mich gesprochen hat“.
Und so muss jedes לִי, לוֹ und לָהֶם in Verbindung mit דִּבּוּר als „über“, „für“ übersetzt werden; der Targum sagt dafür עֲלַי, עֲלוֹהִי, עֲלֵיהוֹן. Denn neben דִּבּוּר (sprechen) passt nicht der Ausdruck לִי („zu mir“), לוֹ („zu ihm“), לָהֶם („zu ihnen“), sondern אֵלַי („über mich“), אֵלָיו („über ihn“), אֲלֵיהֶם („über sie“), und dafür sagt der Targum עִמִּי, עִמֵּיהּ, עִמְּהוֹן. Aber neben אֲמִירָה passt der Ausdruck לִי, לוֹ und לָהֶם.
Raschi
der mir zugeschworen hat: beim „Bund zwischen den Stücken“ (בְּרִית בֵּין הַבְּתָרִים).
Raschi
וְאִם־לֹ֨א תֹאבֶ֤ה הָֽאִשָּׁה֙ לָלֶ֣כֶת אַחֲרֶ֔יךָ וְנִקִּ֕יתָ מִשְּׁבֻעָתִ֖י זֹ֑את רַ֣ק אֶת־בְּנִ֔י לֹ֥א תָשֵׁ֖ב שָֽׁמָּה׃
8
8
Wenn aber die Frau nicht einwilligt, dir nachzufolgen, dann bist du frei von diesem meinem Schwur. Nur meinen Sohn führe nicht zurück dorthin.
dann bist du frei von diesem meinem Schwur, und nimm ihm eine Frau von den Töchtern Aners, Eschkols und Mamres.
Raschi
Nur meinen Sohn
Das Wort רַק („nur“) verweist auf eine Einschränkung: mein Sohn kehrt nicht zurück, aber mein Enkelsohn Jaakow wird schließlich zurückkehren.
Raschi