וַיִּגְדַּ֖ל הָאִ֑ישׁ וַיֵּ֤לֶךְ הָלוֹךְ֙ וְגָדֵ֔ל עַ֥ד כִּֽי־גָדַ֖ל מְאֹֽד׃
13
13
Es wuchs der Mann an Reichtum und wurde fortgehend größer, bis er sehr groß an Reichtum war.
wuchs … und wurde fortgehend größer
Sein Wohlstand wuchs Schritt für Schritt und trat nicht unvermittelt ein.
Alschich
bis er sehr groß war
Man pflegte zu sagen: Lieber den Dünger von den Maultieren Jizchaks als das Silber und Gold Awimelechs.
Raschi
Lieber den Dünger …: In Tosefta zu Bawa Batra ist zu finden: So zahlreich waren Jizchaks Maultiere, dass deren Abfall mehr Geldwert hatte als alles Silber und Gold Awimelechs.
Beer Maim Chaim
Die Menschen verehrten Jizchaks als einen Mann G ttes und sagten, dass der Dünger seiner Maultiere mehr Segen für die Felder bringe als alles Silber und Gold Awimelechs.
Misrachi
Raschi nennt „Maultiere“ und nicht Esel. Auf Maultieren ruht gewöhnlich kein Segen, denn sie pflanzen sich nicht fort (siehe Raschi zu Dew. 15:14). Der Abfall der Maultiere Jizchaks aber brachte mehr Segen als das Silber und Gold von Awimelech.
Gur Arye
Es wuchs der Mann
Warum steht „Es wuchs der Mann“, und nicht „Es wuchs Jizchak“? Um zu betonen, dass sein gesamtes Vermögen ausschließlich von G tt kam. Keinen anderen Grund gab es für den enormen Erfolg: weder den Ort, noch die Zeit, weder die Umgebung, noch die Umstände. Einen einzigen Grund gab es für all die Größe und den Erfolg: G tt hatte ihn groß gemacht.
Malbim
וַֽיְהִי־ל֤וֹ מִקְנֵה־צֹאן֙ וּמִקְנֵ֣ה בָקָ֔ר וַעֲבֻדָּ֖ה רַבָּ֑ה וַיְקַנְא֥וּ אֹת֖וֹ פְּלִשְׁתִּֽים׃
14
14
Er hatte Schafherden und Rinderherden und großen Umfang an Unternehmungen. Und die Plischtim beneideten ihn.
große Umfang an Unternehmungen
עֲבֻדָּה רַבָּה – פְּעֻלָּה רַבָּה, große Unternehmung (ovreine auf Französisch). עֲבוֹדָה bedeutet eine einzelne Arbeit, עֲבֻדָּה bedeutet „großen Umfang an Unternehmungen“.
Raschi
große Unternehmungen
עֲבֻדָּה רַבָּה – Knechte, Mägde und Angestellte, die für ihn arbeiteten.
Saadia Gaon, Ibn Esra
עֲבֻדָּה רַבָּה – Boden, der bereit ist zum Anbauen.
Seforno
עֲבֻדָּה רַבָּה – Ackerbau; der Begriff עֲבוֹדָה bezieht sich im Allgemeinen auf Ackerbau.
Raschbam
עֲבֻדָּה רַבָּה – Landwirtschaftlicher Ertrag. Ähnlich heißt es (Ijow 1:3) וַעֲבֻדָּה רַבָּה מְאֹד „und großen landwirtschaftlichen Ertrag“.
Radak, שורש עבד
עֲבֻדָּה רַבָּה – Geschäfte, die ihrem Eigentümer schönen Ertrag einbringen.
Ha’amek Dawar
Und die Plischtim beneideten ihn
Awimelech, König von Gerar, verspürte Neid darüber, dass Jizchak mehr Herden besaß als er.
Ramban
All diejenigen, die auf ihren Feldern säten und viel weniger ernteten, beneideten Jizchak um den Segen und Erfolg.
Seforno
Und die Plischtim beneideten ihn
וַיְקַנְאוּ אֹתוֹ „beneideten ihn“, und wie gewöhnlich וַיְקַנְאוּ בוֹ. Vor allem durch die Stellung und das Ansehen fühlten sie sich verletzt, die Jizchak durch seinen Reichtum erlangte. Ihr Neid bezog sich auf den Menschen mehr als auf seinen Reichtum.
Rabbi Schimschon R. Hirsch
וְכָל־הַבְּאֵרֹ֗ת אֲשֶׁ֤ר חָֽפְרוּ֙ עַבְדֵ֣י אָבִ֔יו בִּימֵ֖י אַבְרָהָ֣ם אָבִ֑יו סִתְּמ֣וּם פְּלִשְׁתִּ֔ים וַיְמַלְא֖וּם עָפָֽר׃
15
15
Und alle die Brunnen, die gegraben hatten die Knechte seines Vaters in den Tages seines Vaters Awraham — die Plischtim verstopften sie und füllten sie mit Erde.
die Plischtim verstopften sie
סִתְּמוּם פְּלִשְׁתִּים „die Plischtim verstopften sie“: weil sie sagten, die Brunnen sind ein Schaden für uns, wenn feindliche Heere über uns kommen.
Die Übersetzung im Targum טָמוּנִין פְּלִשְׁתָּאֵי kommt vom Begriff סְתִימָה „verschließen“, „verstopfen“; und nicht vom Begriff הַטְמָנָה „verstecken“, „verbergen“. Ebenso im Sprachgebrauch des Talmud (Pessachim 42a) מְטַמְטֵּם אֶת הַלֵּב „verstopft das Herz“.
Raschi, Sikaron
die Plischtim verstopften sie: sie sagten, durch diese Brunnen wird Jizchaks Macht und Einfluss gefestigt, so wollen wir sie verschließen: weder er noch wir werden davon Nutzen ziehen.
Radak
die Plischtim verstopften sie: als sie sahen, dass Jizchak diese Brunnen nutzte, machten sie sich daran, die Brunnen zu verschließen, um ihn aus ihrer Gegend zu verdrängen.
Malbim
וַיֹּ֥אמֶר אֲבִימֶ֖לֶךְ אֶל־יִצְחָ֑ק לֵ֚ךְ מֵֽעִמָּ֔נוּ כִּֽי־עָצַֽמְתָּ־מִמֶּ֖נּוּ מְאֹֽד׃
16
16
Und Awimelech sagte zu Jizchak: Gehe weg von uns, denn du bist uns viel zu mächtig geworden!
du bist uns viel zu mächtig geworden: durch deinen Reichtum bist du unabhängig von uns geworden.
Seforno
du bist uns viel zu mächtig geworden
עָצַמְתָּ „mächtig bist du geworden“, מִמֶּנּוּ „von uns“: du nimmst uns den Wohlstand weg, der uns gebührt.
Malbim
וַיֵּ֥לֶךְ מִשָּׁ֖ם יִצְחָ֑ק וַיִּ֥חַן בְּנַֽחַל־גְּרָ֖ר וַיֵּ֥שֶׁב שָֽׁם׃
17
17
Jizchak ging von dort weg und lagerte weit entfernt im Tal Gerar und ließ sich dort nieder.
im Tal Gerar: weit von der Stadt entfernt.
Raschi
Awimelech, der König von Gerar, hatte ihm gesagt (Vers zuvor) „Gehe weg von uns“; deshalb erklärt Raschi: „Tal Gerar“ nannte man es, dennoch war es „weit von der Stadt entfernt“.
Misrachi
וַיָּ֨שָׁב יִצְחָ֜ק וַיַּחְפֹּ֣ר ׀ אֶת־בְּאֵרֹ֣ת הַמַּ֗יִם אֲשֶׁ֤ר חָֽפְרוּ֙ בִּימֵי֙ אַבְרָהָ֣ם אָבִ֔יו וַיְסַתְּמ֣וּם פְּלִשְׁתִּ֔ים אַחֲרֵ֖י מ֣וֹת אַבְרָהָ֑ם וַיִּקְרָ֤א לָהֶן֙ שֵׁמ֔וֹת כַּשֵּׁמֹ֕ת אֲשֶׁר־קָרָ֥א לָהֶ֖ן אָבִֽיו׃
18
18
Und Jizchak grub wieder die Wasserbrunnen auf, die sie gegraben hatten in den Tagen seines Vaters Awraham, die dann die Plischtim verstopft hatten nach dem Tod von Awraham, und er nannte sie mit Namen, wie die Namen waren, mit denen sie benannt hatte sein Vater.
grub wieder: die Brunnen, die sie in den Tagen seines Vaters Awraham gegraben und welche die Plischtim zugeworfen hatten. Bevor nun Jizchak von Gerar wegzog, grub er sie wieder auf.
Raschi
er nannte sie mit Namen, wie die Namen waren, mit denen sie benannt hatte sein Vater: damit es keinen Einspruch gäbe, wessen Brunnen dies ursprünglich waren.
Raschbam, Radak
וַיַּחְפְּר֥וּ עַבְדֵֽי־יִצְחָ֖ק בַּנָּ֑חַל וַיִּ֨מְצְאוּ־שָׁ֔ם בְּאֵ֖ר מַ֥יִם חַיִּֽים׃
19
19
Es gruben die Knechte von Jizchak im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendem Wasser.
fanden dort einen Brunnen: beim Graben entdeckten sie unterirdisch einen alten Brunnen, aus dem frisches Quellwasser sprudelte.
Radak
einen Brunnen mit lebendem Wasser: mit Quellwasser. Im Gegensatz zu Zisternen, in denen Regenwasser gesammelt wurde.
Saadia Gaon, Ibn Esra
וַיָּרִ֜יבוּ רֹעֵ֣י גְרָ֗ר עִם־רֹעֵ֥י יִצְחָ֛ק לֵאמֹ֖ר לָ֣נוּ הַמָּ֑יִם וַיִּקְרָ֤א שֵֽׁם־הַבְּאֵר֙ עֵ֔שֶׂק כִּ֥י הִֽתְעַשְּׂק֖וּ עִמּֽוֹ׃
20
20
Da stritten die Hirten von Gerar mit den Hirten von Jizchak, indem sie sagten: Uns gehört das Wasser! Und Jizchak nannte den Namen des Brunnens Essek (Streit), denn sie stritten mit ihm.
*Essek*
עֵשֶׂק – עִרְעוּר, Einwand.
Raschi
denn sie stritten mit ihm: sie beschäftigten sich mit Jizchak wegen des Brunnens, mit Streit und Einwänden (עִרְעוּר).
Raschi
denn sie stritten mit ihm: ob dieser Brunnen im Gebiet von Gerar liege oder im Gebiet von Beer Schewa.
Radak
denn sie stritten mit ihm: das Wasser entspringt einem Berg, der im Gebiet von Gerar liegt.
Malbim
וַֽיַּחְפְּרוּ֙ בְּאֵ֣ר אַחֶ֔רֶת וַיָּרִ֖יבוּ גַּם־עָלֶ֑יהָ וַיִּקְרָ֥א שְׁמָ֖הּ שִׂטְנָֽה׃
21
21
Sie gruben einen anderen Brunnen und die Hirten von Gerar stritten auch um diesen. Und er nannte seinen Namen Sitna (Anfeindung).
Sitna
Auf Französisch nuisement „Schaden“.
Raschi
Sitna
Beim ersten Brunnen sagte Jizchak, möglicherweise ist das ein Einwand (עֵשֶׂק, Essek). Doch als sie auch um den zweiten Brunnen stritten, sah er, dass es Anfeindung und Hass (שִׂטְנָה, Sitna) war.
Chiskuni
שִׂטְנָה (Sitna): ein Streit ohne Grund.
Malbim
וַיַּעְתֵּ֣ק מִשָּׁ֗ם וַיַּחְפֹּר֙ בְּאֵ֣ר אַחֶ֔רֶת וְלֹ֥א רָב֖וּ עָלֶ֑יהָ וַיִּקְרָ֤א שְׁמָהּ֙ רְחֹב֔וֹת וַיֹּ֗אמֶר כִּֽי־עַתָּ֞ה הִרְחִ֧יב יְהוָ֛ה לָ֖נוּ וּפָרִ֥ינוּ בָאָֽרֶץ׃
22
22
*Er brach von dort auf und grub noch einen anderen Brunnen, und um den stritten sie nicht. Er gab ihm den Namen Rechowot* (weiter Raum) und sagte: Denn jetzt hat der Ewige uns freien Raum gemacht und wir werden im Land gedeihen.**
und wir werden gedeihen im Land
וּפָרִינוּ בָאָרֶץ bedeutet, wie der Targum sagt וְנִפּוֹשׁ בְּאַרְעָא „dass wir groß werden im Land“.
Raschi
Mitunter wird die Vergangenheitsform (וּפָרִינוּ, „wir gediehen“) für die Zukunft eingesetzt; der Vers bedeutet somit: nachdem „uns der Ewige freien Raum gemacht hat“, werden wir im Land gedeihen.
Misrachi
Zur Bedeutung des Wortes וְנִפּוֹשׁ (we niposch, Targum) erklärte Raschi bereits (Ber. 2:11): der Fluss wird Pischon genannt, weil sein Wasser gesegnet ist. Das bezeichnet einen Segen und ein Wachsen in der Sache selbst, nicht ein quantitatives Hinzufügen. So beschreibt der Vers hier einen Segen und ein Wachsen an Jizchak selbst, und das Wort וּפָרִינוּ bezeichnet nicht wie an anderen Stellen פְּרוּ וּרְבוּ, ein Vermehren der Nachkommen, denn Jizchak und Riwka hatten nur zwei Söhne.
Likute Sichot, Bd. 10