Der tägliche Chumasch-Abschnitt

18. Nissan 5786

Sonntag, 5. April 2026

Heute

Schemini

1. Alija

(Wajikra 9:1 – 9:16)

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וַיְהִי֙ בַּיּ֣וֹם הַשְּׁמִינִ֔י קָרָ֣א מֹשֶׁ֔ה לְאַהֲרֹ֖ן וּלְבָנָ֑יו וּלְזִקְנֵ֖י יִשְׂרָאֵֽל׃
1
1
Und es geschah am achten Tag, da rief Mosche den Aharon und seine Söhne und die Ältesten Israels.
Und es geschah am achten Tag der Einweihung, das ist der 1. Nissan: an diesem Tag wurde das Mischkan errichtet. Dieser Tag erhielt 10 Kronen, die im Buch Seder Olam aufgezählt sind.
Raschi
Und das sind die 10 Kronen (Auszeichnungen), die dieser Tag erhielt:
1. רִאשׁוֹן לְמַעֲשֵׂה בְרֵאשִׁית, Rosch Chodesch Nissan fiel in jenem Jahr auf den ersten Tag der Woche (Sonntag), so wie der Tag der Weltschöpfung.

2. רִאשׁוֹן לִנְשִׂיאִים, Dieser Tag war der erste Tag der Opferungen der Oberhäupter (נְשִׂיאִים) für die Einweihung des Mischkan (siehe Bamidbar, Kap. 7).

3. רִאשׁוֹן לַשְּׁכִינָה, Der erste Tag, um Seine Schechina auf dem Volk Israel ruhen zu lassen, wie es heißt (Schem. 25:8) וְעָשׂוּ לִי מִקְדָּשׁ וְשָׁכַנְתִּי בְּתוֹכָם „Und sie sollen Mir ein Heiligtum errichten, dass Ich mitten unter ihnen wohne“.

4. רִאשׁוֹן לְאִסּוּר הַבָּמָה, Ab dem Tag der Errichtung des Mischkan war es verboten, Opferungen (Korbanot) auf einer Opferhöhe (בָּמָה) zu bringen.

5. רִאשׁוֹן לִכְהֻנָּה, Ab dem achten Tag der Einweihung war der Dienst ausschließlich durch Kohanim erlaubt.

6. רִאשׁוֹן לִבְרָכָה, Der erste Tag des Kohen-Segens, wie es heißt (weiter, Waj. 9:22) וַיִּשָּׂא אַהֲרֹן אֶת יָדָיו אֶל הָעָם וַיְבָרְכֵם „Aharon erhob seine Hände zum Volk und segnete sie“.

7. רִאשׁוֹן לָעֲבוֹדָה, Der erste Tag für den Gemeindedienst (עֲבוֹדַת צִבּוּר), wie zum Beispiel die regelmäßigen Opferungen (תְּמִידִים) und die Zusatzopferungen (מוּסָפִים).

8. רִאשׁוֹן לֶחֳדָשִׁים, Der erste Tag des Monats Nissan, über den es heißt (Schem. 12:2) רִאשׁוֹן הוּא לָכֶם לְחָדְשֵׁי הַשָּׁנָה „der erste unter den Monaten des Jahres soll er sein“.

9. רִאשׁוֹן לַאֲכִילַת קָדָשִׁים, Der erste Tag, an dem Heilige Opferungen (קָדָשִׁים) nur an einem abgegrenzten Ort gegessen werden dürfen, bis dahin konnten sie überall gegessen werden.

10. רִאשׁוֹן לִירִידַת הָאֵשׁ, Der erste Tag, an dem das Feuer vom Himmel herabkam, wie es heißt (weiter, Vers 24) וַתֵּצֵא אֵשׁ מִלִּפְנֵי ה׳ וַתֹּאכַל עַל הַמִּזְבֵּחַ „ein Feuer ging vom Ewigen aus und verzehrte auf dem Altar“.
Seder Olam, Kap. 7; Raschi zu Schabbat 87b
und die Ältesten Israels
Um ihnen zu sagen, dass Aharon auf G‑ttes Befehl in die Kehuna eingetreten war und sie ausführte; damit sie nicht sagten, er habe von selbst die Kehuna angetreten.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר אֶֽל־אַהֲרֹ֗ן קַח־לְ֠ךָ עֵ֣גֶל בֶּן־בָּקָ֧ר לְחַטָּ֛את וְאַ֥יִל לְעֹלָ֖ה תְּמִימִ֑ם וְהַקְרֵ֖ב לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
2
2
Und er sagte zu Aharon: Nimm dir ein junges Rind zum Sündopfer und einen Widder zum Ganzopfer, beide fehlerfrei, und bringe sie dar vor dem Ewigen.
Nimm dir ein junges Rind
Um ihm mitzuteilen, dass ihm G‑tt durch dieses junge Rind die Sünde des Goldenen Kalbes, das er gemacht hatte, verzieh.
Raschi
Hätte man Aharon befohlen, einen gewöhnlichen Stier, ein Schaf oder eine Ziege als Sündopfer darzubringen, so wäre kein Zusammenhang mit der Sühne für das Goldene Kalb erkennbar. Als ihm ausdrücklich ein Kalb als Sündopfer auferlegt war, erkannte man, dass dieses Opfer der Sühne für das Goldene Kalb diente.
Tanchuma, Schemini, Abschn. 4, Torat Kohanim
Wer eine Kostbarkeit aus der königlichen Schatzkammer entwendete, muss wohl darauf bedacht sein, diese nicht bei sich zu führen, wenn er vor den König tritt, um in anderer Sache zu bitten. Würde der König das Diebesgut sehen, wäre die Ablehnung des Gesuches sicher. Erscheint der Dieb jedoch voll Reue vor dem König, um Sühne für sein Verbrechen zu erflehen, so gibt es keinen besseren Weg, als eben jenen Gegenstand demütig vorzuweisen.
Nach dem Grundsatz אֵין קָטֵיגוֹר נַעֲשֶׂה סָנֵיגוֹר „Ein Ankläger kann nicht zum Verteidiger werden“ ist es unstatthaft, vor G‑tt mit einem Gegenstand zu erscheinen, der an das Goldene Kalb mahnt, sofern man für andere Sünden eintritt. Daher trägt der Kohen Gadol am Jom Kippur keine goldenen Gewänder. Hier im Abschnitt dient das Sündopfer jedoch der Sühne für das Goldene Kalb selbst, somit ist kein Tier geeigneter als ein Kalb, das Aharon als Ausdruck tiefer Reue darbrachte.
Gur Arye
וְאֶל־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל תְּדַבֵּ֣ר לֵאמֹ֑ר קְח֤וּ שְׂעִיר־עִזִּים֙ לְחַטָּ֔את וְעֵ֨גֶל וָכֶ֧בֶשׂ בְּנֵי־שָׁנָ֛ה תְּמִימִ֖ם לְעֹלָֽה׃
3
3
Zu den Kindern Israel sage, wie folgt: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, die im ersten Jahr stehen und fehlerlos sind, zum Ganzopfer.
וְשׁ֨וֹר וָאַ֜יִל לִשְׁלָמִ֗ים לִזְבֹּ֙חַ֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה וּמִנְחָ֖ה בְּלוּלָ֣ה בַשָּׁ֑מֶן כִּ֣י הַיּ֔וֹם יְהוָ֖ה נִרְאָ֥ה אֲלֵיכֶֽם׃
4
4
Und einen Ochsen und einen Widder zum Friedensopfer, um sie vor dem Ewigen zu schlachten, und ein Mehlopfer, mit Öl gemengt, denn heute wird der Ewige euch erscheinen.
denn heute wird der Ewige euch erscheinen
Heute wird der Ewige euch erscheinen, um Seine Schechina auf dem Werk eurer Hände ruhen zu lassen; darum werden diese Korbanot (Opferungen) als Pflicht für diesen Tag dargebracht.
Raschi
וַיִּקְח֗וּ אֵ֚ת אֲשֶׁ֣ר צִוָּ֣ה מֹשֶׁ֔ה אֶל־פְּנֵ֖י אֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וַֽיִּקְרְבוּ֙ כָּל־הָ֣עֵדָ֔ה וַיַּֽעַמְד֖וּ לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
5
5
Da brachten sie, was Mosche befohlen hatte, vor das Zelt der Zusammenkunft und die ganze Gemeinde trat hin und stand vor dem Ewigen.
וַיֹּ֣אמֶר מֹשֶׁ֔ה זֶ֧ה הַדָּבָ֛ר אֲשֶׁר־צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה תַּעֲשׂ֑וּ וְיֵרָ֥א אֲלֵיכֶ֖ם כְּב֥וֹד יְהוָֽה׃
6
6
Und Mosche sagte: Das, was der Ewige befohlen hatte, sollt ihr tun, dann wird euch die Herrlichkeit des Ewigen erscheinen.
וַיֹּ֨אמֶר מֹשֶׁ֜ה אֶֽל־אַהֲרֹ֗ן קְרַ֤ב אֶל־הַמִּזְבֵּ֙חַ֙ וַעֲשֵׂ֞ה אֶת־חַטָּֽאתְךָ֙ וְאֶת־עֹ֣לָתֶ֔ךָ וְכַפֵּ֥ר בַּֽעַדְךָ֖ וּבְעַ֣ד הָעָ֑ם וַעֲשֵׂ֞ה אֶת־קָרְבַּ֤ן הָעָם֙ וְכַפֵּ֣ר בַּֽעֲדָ֔ם כַּאֲשֶׁ֖ר צִוָּ֥ה יְהוָֽה׃
7
7
Und Mosche sagte zu Aharon: Tritt hin zum Altar, bringe dein Sündopfer und dein Ganzopfer dar und erwirke für dich und für das Volk Sühne und bringe das Opfer des Volkes dar und versöhne für sie, so wie der Ewige befohlen hatte.
Tritt hin zum Altar
Weil Aharon verschämt war und sich fürchtete, hinzutreten, sagte Mosche zu ihm: „Warum schämst du dich? Dazu bist du erwählt worden.“
Raschi
Weil Aharon verschämt war: Genau wegen dieser guten Eigenschaft der Scham und Bescheidenheit wurde Aharon dazu auserwählt, wie es heißt (Teh. 51:19) זִבְחֵי אֱלֹהִים רוּחַ נִשְׁבָּרָה „G‑ttes Opfer ist ein zerbrochenes Gemüt“.
Arisal in Likute Torah
dein Sündopfer: ein junges Rind, ein Kalb.
Raschi
dein Ganzopfer: ein Widder.
Raschi
das Opfer des Volkes: ein Ziegenbock und ein Kalb und ein Schaf. Überall, wo עֵגֶל „Kalb“ steht, ist ein Kalb im ersten Jahr gemeint, und von hier lernt man es.
Raschi
וַיִּקְרַ֥ב אַהֲרֹ֖ן אֶל־הַמִּזְבֵּ֑חַ וַיִּשְׁחַ֛ט אֶת־עֵ֥גֶל הַחַטָּ֖את אֲשֶׁר־לֽוֹ׃
8
8
Und Aharon trat zum Altar und schlachtete das Kalb zum Sündopfer, das seines war.
das seines war
אֲשֶׁר לוֹ, das er von seinem Vermögen brachte.
Ibn Esra, Joma 3b
וַ֠יַּקְרִבוּ בְּנֵ֨י אַהֲרֹ֣ן אֶת־הַדָּם֮ אֵלָיו֒ וַיִּטְבֹּ֤ל אֶצְבָּעוֹ֙ בַּדָּ֔ם וַיִּתֵּ֖ן עַל־קַרְנ֣וֹת הַמִּזְבֵּ֑חַ וְאֶת־הַדָּ֣ם יָצַ֔ק אֶל־יְס֖וֹד הַמִּזְבֵּֽחַ׃
9
9
Die Söhne Aharons brachten das Blut zu ihm und er tauchte seinen Finger in das Blut und gab es an die Hochecken des Altars und das übrige Blut goss er an die Grundmauer des Altars.
וְאֶת־הַחֵ֨לֶב וְאֶת־הַכְּלָיֹ֜ת וְאֶת־הַיֹּתֶ֤רֶת מִן־הַכָּבֵד֙ מִן־הַ֣חַטָּ֔את הִקְטִ֖יר הַמִּזְבֵּ֑חָה כַּאֲשֶׁ֛ר צִוָּ֥ה יְהוָ֖ה אֶת־מֹשֶֽׁה׃
10
10
Und das Fett und die Nieren und das Netz von der Leber von dem Sündopfer ließ er auf dem Altar verdampfen, so wie der Ewige Mosche befohlen hatte.
וְאֶת־הַבָּשָׂ֖ר וְאֶת־הָע֑וֹר שָׂרַ֣ף בָּאֵ֔שׁ מִח֖וּץ לַֽמַּחֲנֶֽה׃
11
11
Und das Fleisch und die Haut verbrannte er im Feuer außerhalb des Lagers.
Und das Fleisch und die Haut verbrannte er
Wir finden beim äußeren Sündopfer (חַטָּאת חִיצוֹנָה) nur dieses und das Korban der Einweihung (פַּר חַטָּאת שֶׁל מִלּוּאִים, Waj. 8:17) als äußeres Sündopfer, das [nicht gegessen, sondern] verbrannt wurde; alles geschah auf g‑ttlichen Befehl.
Raschi
Ein Chatat (Sündopfer), dessen Blut auf den Altar im Vorhof des Mischkan gespritzt wurde, heißt äußeres Sündopfer (חַטָּאת חִיצוֹנָה), und das Fleisch wird von den Kohanim gegessen (siehe Waj. 6:19). Beim inneren Sündopfer (חַטָּאת פְּנִימִית) dagegen wird das Blut auf die Hochecken des Ketoret-Altars im Inneren des Ohel Moed gespritzt, und das Fleisch wird außerhalb des Lagers verbrannt (siehe Waj. 4:12).
וַיִּשְׁחַ֖ט אֶת־הָעֹלָ֑ה וַ֠יַּמְצִאוּ בְּנֵ֨י אַהֲרֹ֤ן אֵלָיו֙ אֶת־הַדָּ֔ם וַיִּזְרְקֵ֥הוּ עַל־הַמִּזְבֵּ֖חַ סָבִֽיב׃
12
12
Und Aharon schlachtete das Ganzopfer, und die Söhne Aharons reichten ihm das Blut und er sprengte es auf den Altar ringsum.
reichten ihm das Blut
וַיַּמְצִאוּ bedeutet „hinreichen“ und „bereit machen“.
Raschi
וְאֶת־הָעֹלָ֗ה הִמְצִ֧יאוּ אֵלָ֛יו לִנְתָחֶ֖יהָ וְאֶת־הָרֹ֑אשׁ וַיַּקְטֵ֖ר עַל־הַמִּזְבֵּֽחַ׃
13
13
Auch das Ganzopfer reichten sie ihm hin in seinen Stücken und den Kopf und er ließ es auf dem Altar verdampfen.
וַיִּרְחַ֥ץ אֶת־הַקֶּ֖רֶב וְאֶת־הַכְּרָעָ֑יִם וַיַּקְטֵ֥ר עַל־הָעֹלָ֖ה הַמִּזְבֵּֽחָה׃
14
14
Er wusch die Eingeweide und die Fußstücke und ließ sie verdampfen bei dem Ganzopfer auf dem Altar.
וַיַּקְרֵ֕ב אֵ֖ת קָרְבַּ֣ן הָעָ֑ם וַיִּקַּ֞ח אֶת־שְׂעִ֤יר הַֽחַטָּאת֙ אֲשֶׁ֣ר לָעָ֔ם וַיִּשְׁחָטֵ֥הוּ וַֽיְחַטְּאֵ֖הוּ כָּרִאשֽׁוֹן׃
15
15
Und er brachte das Opfer des Volkes dar: er nahm den Bock zum Sündopfer, der für das Volk war, und schlachtete ihn und opferte ihn als Sündopfer wie das erste.
opferte ihn als Sündopfer
וַיְחַטְּאֵהוּ, Aharon bereitete es nach der Vorschrift eines Sündopfers (קָרְבַּן חַטָּאת).
Raschi
wie das erste: gleich seinem Kalb.
Raschi
Damit du nicht irrtümlich denkst, „wie das erste“ beziehe sich auf das Ganzopfer (Olah) in Vers 12, erklärt Raschi, dass „wie das erste“ sich auf sein Kalb bezieht, das in Vers 8 erwähnt ist und nach den Vorschriften eines Sündopfers (Chatat) dargebracht wurde.
Misrachi
וַיַּקְרֵ֖ב אֶת־הָעֹלָ֑ה וַֽיַּעֲשֶׂ֖הָ כַּמִּשְׁפָּֽט׃
16
16
Und er brachte das Ganzopfer dar und tat damit nach der Vorschrift.
tat damit nach der Vorschrift: nach der Vorschrift, die im Abschnitt Wajikra (zuvor, 1:1–9) steht bezüglich des freiwilligen Ganzopfers (עוֹלַת נְדָבָה). (Beza 20a)
Raschi