וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶל־מֹשֶׁ֗ה הָשֵׁ֞ב אֶת־מַטֵּ֤ה אַהֲרֹן֙ לִפְנֵ֣י הָעֵד֔וּת לְמִשְׁמֶ֥רֶת לְא֖וֹת לִבְנֵי־מֶ֑רִי וּתְכַ֧ל תְּלוּנֹּתָ֛ם מֵעָלַ֖י וְלֹ֥א יָמֻֽתוּ׃
25
25
Und der Ewige sagte zu Mosche: Bringe den Stab Aharons zurück vor die Bezeugung, zur Aufbewahrung als Denkzeichen für die Widerspenstigen; damit ihr Murren gegen Mich aufhöre und sie nicht sterben.
zur Aufbewahrung als Denkzeichen
לְמִשְׁמֶרֶת לְאוֹת (wörtl. „als Zeichen“) im Sinn von לְזִכָּרוֹן „zum Gedenken“ daran, dass Ich Aharon, den Kohen, erwählt habe und dass sie nicht mehr gegen die Kohen-Würde murren.
Raschi
Das Wort אוֹת wird im Sinn von Zeichen, Erinnerung gebraucht; es bezieht sich nicht auf das Wunder des blühenden Stabes von Aharon.
Leket Bahir
damit ihr Murren gegen Mich aufhöre
[Wird der Buchstabe Taw als Vorsilbe verwendet, weist das häufig auf die zweite Person männlich hin („du“). Das Wort וּתְכַל könnte also an Mosche gerichtet sein: „Stoppe du (ihr Murren)“. Das erscheint jedoch unbegründet, da es Mosche unmöglich war, dem Murren des Volkes gänzlich ein Ende zu bereiten.] [Das Zeitwort וּתְכַל in וּתְכַל תְּלוּנֹּתָם ist dritte Person und bezieht sich auf das weibliche Hauptwort תְּלוּנָה „Murren“, „Beschwerde“ und] es ist, als stünde וְתִכְלֶה תְּלוּנּוֹתָם „damit ihr Murren ein Ende habe“. Und dieses Wort תְּלוּנּוֹתָם steht in der Einzahl weiblich. Es ist ähnlich dem Wort תְּלוּנָּתָם „ihre Beschwerde“. Auf Französisch murmurdiz, „Murren“.
[Obgleich beide Hauptworte in der Einzahl sind,] besteht ein Unterschied zwischen תְּלוּנּוֹתָם und תְלוּנָתָם. Die Form תְּלוּנָתָם bezeichnet eine einzige Beschwerde; dagegen ist תְּלוּנּוֹתָם ein Hauptwort in der Einzahl „ihr Beschweren“, auch wenn es sich um viele Beschwerden handelt.
Raschi
וַיֹּֽאמְרוּ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל אֶל־מֹשֶׁ֖ה לֵאמֹ֑ר הֵ֥ן גָּוַ֛עְנוּ אָבַ֖דְנוּ כֻּלָּ֥נוּ אָבָֽדְנוּ׃
27
27
Und die Kinder Israel sagten zu Mosche, wie folgt: Siehe, wir vergehen, wir sind verloren, wir alle sind verloren!
כֹּ֣ל הַקָּרֵ֧ב׀ הַקָּרֵ֛ב אֶל־מִשְׁכַּ֥ן יְהוָ֖ה יָמ֑וּת הַאִ֥ם תַּ֖מְנוּ לִגְוֹֽעַ׃
28
28
Jeder, der dem Mischkan des Ewigen naht, der stirbt; werden wir denn je aufhören, zu sterben?
Jeder, der dem Mischkan des Ewigen naht: Wir können uns nicht davor in Acht nehmen. Wir dürfen alle hineingehen in חֲצַר אֹהֶל מוֹעֵד, den Vorhof des Zeltes der Zusammenkunft. Aber sobald einer näher kommt als ein anderer und ins Zelt der Zusammenkunft selbst hineingeht, der stirbt.
Raschi
werden wir denn je aufhören, zu sterben?
Sind wir vielleicht dem Tod ausgeliefert?
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר יְהוָה֙ אֶֽל־אַהֲרֹ֔ן אַתָּ֗ה וּבָנֶ֤יךָ וּבֵית־אָבִ֙יךָ֙ אִתָּ֔ךְ תִּשְׂא֖וּ אֶת־עֲוֹ֣ן הַמִּקְדָּ֑שׁ וְאַתָּה֙ וּבָנֶ֣יךָ אִתָּ֔ךְ תִּשְׂא֖וּ אֶת־עֲוֹ֥ן כְּהֻנַּתְכֶֽם׃
1
1
Und der Ewige sagte zu Aharon: Du, deine Söhne und das Haus deines Vaters mit dir, ihr sollt die Schuld gegen das Heiligtum auf euch nehmen, und du und deine Söhne, ihr sollt die Schuld gegen eure Kehuna auf euch nehmen.
Und der Ewige sagte zu Aharon
Der Ewige sprach mit Mosche, dass er es Aharon sage, ihm einzuschärfen, für Israel zu sorgen, dass sie nicht ins Mikdasch (Heiligtum) hineingehen.
Raschi
du, deine Söhne und das Haus deines Vaters mit dir: das sind die Söhne Kehat, des Vaters von Amram.
Raschi
sollt die Schuld des Heiligtums tragen: auf euch lege Ich die Strafe der Fremden (Nicht-Kohanim), die durch eine Beschäftigung mit den geheiligten, euch übergebenen Dingen sündigen, nämlich mit dem Zelt, der heiligen Truhe (אֲרוֹן הַבְּרִית), dem Tisch und den übrigen heiligen Geräten. Ihr sollt dort verbleiben und jeden Fremden (Nicht-Kohen), der zu berühren kommt, warnen.
Raschi
du und deine Söhne: die Kohanim.
Raschi
sollt die Schuld eurer Kehuna auf euch nehmen: die nicht den Leviim übergeben ist; warnt die Leviim, dass sie sich nicht versehentlich eurem Dienst nahen.
Raschi
וְגַ֣ם אֶת־אַחֶיךָ֩ מַטֵּ֨ה לֵוִ֜י שֵׁ֤בֶט אָבִ֙יךָ֙ הַקְרֵ֣ב אִתָּ֔ךְ וְיִלָּו֥וּ עָלֶ֖יךָ וִֽישָׁרְת֑וּךָ וְאַתָּה֙ וּבָנֶ֣יךָ אִתָּ֔ךְ לִפְנֵ֖י אֹ֥הֶל הָעֵדֻֽת׃
2
2
Auch deine Brüder, den Stamm Levi, den Stamm deines Vaters Amram, sollst du mit dir herantreten lassen; sie sollen sich dir anschließen und dir dienen, du aber und deine Söhne sollen vor dem Zelt der Bezeugung den Dienst verrichten.
sie sollen sich dir anschließen: und sich mit euch verbinden, ebenfalls die Fremden (Nicht-Kohanim) davor zu warnen, ihnen nahe zu kommen.
Raschi
und dir dienen: bei der Bewachung der Tore, und dass man von ihnen Verwalter (גִּזְבָּרִין) und Vorsteher (אֲמַרְכָּלִין) einsetze.
Raschi
גִּזְבָּרִין „Verwalter“: die Verantwortlichen für die Schätze des Bet haMikdasch.
אֲמַרְכָּלִין „Vorsteher“ ist ein Akronym für אָמַר כּוּלָּא, d.h. der Allem Vorstehende [selbst den Verwaltern], dessen Entscheidung gilt und nicht widersprochen wird.
Horiot 13a, Raschi
וְשָֽׁמְרוּ֙ מִֽשְׁמַרְתְּךָ֔ וּמִשְׁמֶ֖רֶת כָּל־הָאֹ֑הֶל אַךְ֩ אֶל־כְּלֵ֨י הַקֹּ֤דֶשׁ וְאֶל־הַמִּזְבֵּ֙חַ֙ לֹ֣א יִקְרָ֔בוּ וְלֹֽא־יָמֻ֥תוּ גַם־הֵ֖ם גַּם־אַתֶּֽם׃
3
3
Sie sollen beachten, was für dich und für das ganze Zelt zu beachten ist, doch den heiligen Geräten und dem Altar dürfen sie nicht nahen, damit sie nicht sterben, sowohl sie als auch ihr.
וְנִלְו֣וּ עָלֶ֔יךָ וְשָֽׁמְר֗וּ אֶת־מִשְׁמֶ֙רֶת֙ אֹ֣הֶל מוֹעֵ֔ד לְכֹ֖ל עֲבֹדַ֣ת הָאֹ֑הֶל וְזָ֖ר לֹא־יִקְרַ֥ב אֲלֵיכֶֽם׃
4
4
Sie sollen sich dir anschließen und alles beachten, was für das Zelt der Zusammenkunft zu beachten ist hinsichtlich aller Arbeiten beim Zelt; ein Fremder darf euch nicht nahen.
ein Fremder darf euch nicht nahen: euch verwarne ich darauf.
Raschi
וּשְׁמַרְתֶּ֗ם אֵ֚ת מִשְׁמֶ֣רֶת הַקֹּ֔דֶשׁ וְאֵ֖ת מִשְׁמֶ֣רֶת הַמִּזְבֵּ֑חַ וְלֹֽא־יִהְיֶ֥ה ע֛וֹד קֶ֖צֶף עַל־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
5
5
Ihr sollt beachten, was für das Heiligtum und den Altar zu beachten ist, damit kein Zorn mehr über die Söhne Israel kommt.
damit kein Zorn mehr über die Söhne Israel kommt: wie es schon vorgekommen ist, wie es heißt (Bam. 17:11) כִּי יָצָא הַקֶּצֶף „denn der Zorn ist ausgebrochen“.
Raschi
וַאֲנִ֗י הִנֵּ֤ה לָקַ֙חְתִּי֙ אֶת־אֲחֵיכֶ֣ם הַלְוִיִּ֔ם מִתּ֖וֹךְ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל לָכֶ֞ם מַתָּנָ֤ה נְתֻנִים֙ לַֽיהוָ֔ה לַעֲבֹ֕ד אֶת־עֲבֹדַ֖ת אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
6
6
Denn Ich, Ich habe eure Brüder, die Leviim, genommen aus der Mitte der Kinder Israel, euch hingegeben zum Geschenk für den Ewigen, den Dienst beim Zelt der Zusammenkunft zu verrichten.
euch hingegeben zum Geschenk für den Ewigen
Ich hätte meinen können, für euren gewöhnlichen Dienst. Darum steht לַה׳ „für den Ewigen“, wie oben erklärt ist, das Amt der Verwalter (גִּזְבָּרִין) und Vorsteher (אֲמַרְכָּלִין) auszuführen.
Raschi
וְאַתָּ֣ה וּבָנֶ֣יךָ אִ֠תְּךָ תִּשְׁמְר֨וּ אֶת־כְּהֻנַּתְכֶ֜ם לְכָל־דְּבַ֧ר הַמִּזְבֵּ֛חַ וּלְמִבֵּ֥ית לַפָּרֹ֖כֶת וַעֲבַדְתֶּ֑ם עֲבֹדַ֣ת מַתָּנָ֗ה אֶתֵּן֙ אֶת־כְּהֻנַּתְכֶ֔ם וְהַזָּ֥ר הַקָּרֵ֖ב יוּמָֽת׃
7
7
Du aber und deine Söhne, ihr sollt eure Kehuna wahrnehmen in allem, was am Altar zu tun ist, und innerhalb des Vorhangs, und euren Dienst tun; ein Geschenk ist der Dienst eurer Kehuna, das Ich euch gebe; und der Fremde, der sich naht, ist des Todes.
ein Geschenk ist der Dienst eurer Kehuna: als Geschenk habe Ich euch den Dienst gegeben.
Raschi
Nehmt diesen Dienst der Kehuna als würdevolles Geschenk wahr. Und der Dienst ist eurer als vollkommenes Geschenk, bis sogar „der Fremde, der sich naht, des Todes ist“. [Ramban zu Raschi]
Die Kohanim sollen verinnerlichen, dass ihnen der Dienst der Kehuna als Gabe G‑ttes verliehen wurde; nicht aus eigener Kraft haben haben sie diese Aufgabe erlangt.
Chiskuni
וַיְדַבֵּ֣ר יְהוָה֮ אֶֽל־אַהֲרֹן֒ וַאֲנִי֙ הִנֵּ֣ה נָתַ֣תִּֽי לְךָ֔ אֶת־מִשְׁמֶ֖רֶת תְּרוּמֹתָ֑י לְכָל־קָדְשֵׁ֣י בְנֵֽי־יִ֠שְׂרָאֵל לְךָ֨ נְתַתִּ֧ים לְמָשְׁחָ֛ה וּלְבָנֶ֖יךָ לְחָק־עוֹלָֽם׃
8
8
Und der Ewige sagte außerdem zu Aharon: Und Ich, siehe, Ich übergebe dir die Aufsicht über Meine Hebegaben, von allen heiligen Opfern der Kinder Israel übergebe Ich sie dir und deinen Söhnen zur Salbung, als Festgesetztes auf ewig.
Und Ich, siehe, Ich übergebe dir: mit Freude. Das Wort הִנֵּה ist ein Ausdruck der Freude, wie (Schem. 4:14) הִנֵּה הוּא יוֹצֵא לִקְרָאתֶךָ וְרָאֲךָ וְשָׂמַח בְּלִבּוֹ „siehe, er kommt dir entgegen und sieht dich und freut sich in seinem Herzen“. Das gleicht einem König, der seinem Freund eine Summe Geld gegeben hat, ohne eine Urkunde zu schreiben und zu unterschreiben und die Sache auch nicht gerichtlich gemacht hat. Da kommt einer und erhebt Einspruch gegen ihn und das Feld, und der König sagt zu ihm, wer will, soll kommen und Einspruch gegen dich erheben. Siehe, ich schreibe und unterschreibe dir eine Urkunde und mache die Sache gerichtlich. Auch hier, weil Korach gekommen war und gegen Aharon wegen der Kehuna-Würde gestritten hatte, kommt der Vers und gibt ihm die 24 Kohengaben (כ״ד מַתְּנוֹת כְּהֻנָּה) mit einem ewigen Bund des Salzes. Und darum ist dieser Abschnitt hier angeschlossen.
Raschi
die Aufsicht über Meine Hebegaben
מִשְׁמֶרֶת תְּרוּמֹתָי „die Hütung Meiner Hebegaben“, die du in Reinheit hüten sollst.
Raschi
Der Vers besagt nicht, dass die Kohanim die Hebegabe (Teruma) vor Nicht-Kohanim schützen sollen. Das unterscheidet diesen Ver von den vorherigen, in denen es um den Schutz des Mischkan vor Nicht-Kohanim ging. Denn die Hebegabe wird in der Tat von Nicht-Kohanim angefasst, da diese sie absondern und den Kohanim übergeben. Vielmehr sind die Kohanim hier angewiesen, die Hebegabe vor Unreinheit zu schützen.
Misrachi, Gur Arye
zur Salbung
לְמָשְׁחָה – לִגְדֻלָּה, zur Auszeichnung der Würde.
Raschi
Die Wurzel משח bedeutet hier Größe, Würde. Große und angesehene Persönlichkeiten wie Könige und Kohanim Gedolim werden für gewöhnlich mit Öl gesalbt. [Beer Majim Chaim, Leket Bahir, siehe Raschi zu Sewachim 28a, ד״ה אבל הכא] Demnach besagt der Vers: Ich übergebe dir (die Hebegaben und die übrigen Gaben für die Kohanim), damit du sie auf würdevolle Art nutzt. Wenn ein Kohen die Kohengaben isst, muss er das auf die vornehme Art von Königen tun, indem er etwa gebratenes Fleisch mit Senf isst.
Chulin 133b
זֶֽה־יִהְיֶ֥ה לְךָ֛ מִקֹּ֥דֶשׁ הַקֳּדָשִׁ֖ים מִן־הָאֵ֑שׁ כָּל־קָ֠רְבָּנָם לְֽכָל־מִנְחָתָ֞ם וּלְכָל־חַטָּאתָ֗ם וּלְכָל־אֲשָׁמָם֙ אֲשֶׁ֣ר יָשִׁ֣יבוּ לִ֔י קֹ֣דֶשׁ קָֽדָשִׁ֥ים לְךָ֛ ה֖וּא וּלְבָנֶֽיךָ׃
9
9
Das soll dir von den Heiligen Opfern ersten Ranges gehören, von dem, was aufs Feuer kommt: alle ihre Opfer, alle ihre Mehlopfer (Mincha) und alle ihre Sündopfer (Chatat) und alle ihre Schuldopfer (Ascham), die sie Mir erstatten, als Heilige Opfer ersten Ranges sollen sie dir und deinen Söhnen gehören.
was aufs Feuer kommt
מִן הָאֵשׁ, wörtl. „vom Feuer“, nach dem Verdampfen der Feueropfer.
Raschi
alle ihre Opfer: zum Beispiel Friedensopfer der Gemeinde.
Raschi
ihre Mehlopfer (Mincha), Sündopfer (Chatat), Schuldopfer (Ascham): wie der einfache Sinn ist.
Raschi
die sie Mir erstatten
אֲשֶׁר יָשִׁיבוּ לִי „die sie mir wiederbringen“, das ist das einem Ger Geraubte (Sewachim 44b).
Raschi
בְּקֹ֥דֶשׁ הַקֳּדָשִׁ֖ים תֹּאכֲלֶ֑נּוּ כָּל־זָכָר֙ יֹאכַ֣ל אֹת֔וֹ קֹ֖דֶשׁ יִֽהְיֶה־לָּֽךְ׃
10
10
An hochheiligem Ort sollst du es essen, jeder Männliche darf es essen; heilig soll es dir sein.
An hochheiligem Ort sollst du es essen: das lehrt, dass hochheilige Opfer (קָדְשֵׁי קֳדָשִׁים) nur im Vorhof (עֲזָרָה) und nur von den Männlichen der Kohanim gegessen werden dürfen.
Raschi
וְזֶה־לְּךָ֞ תְּרוּמַ֣ת מַתָּנָ֗ם לְכָל־תְּנוּפֹת֮ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵל֒ לְךָ֣ נְתַתִּ֗ים וּלְבָנֶ֧יךָ וְלִבְנֹתֶ֛יךָ אִתְּךָ֖ לְחָק־עוֹלָ֑ם כָּל־טָה֥וֹר בְּבֵיתְךָ֖ יֹאכַ֥ל אֹתֽוֹ׃
11
11
Und das soll dir als Abgabe ihrer Gabe gehören: aller Schwingungsgaben der Kinder Israel, dir mit deinen Söhnen und Töchtern gebe Ich sie als Festgesetztes auf ewig; jeder Reine in deinem Haus darf es essen.
als Abgabe ihrer Gabe: was vom Dankopfer, von den Friedensopfern und vom Widder des Nasir erhoben wird.
Raschi
aller Schwingungsgaben: denn diese brauchen eine Schwingung (תְּנוּפָה).
Raschi
jeder Reine: und nicht Unreine.
Andere Erklärung: jeder Reine, das fügt seine Frau hinzu.
Raschi
כֹּ֚ל חֵ֣לֶב יִצְהָ֔ר וְכָל־חֵ֖לֶב תִּיר֣וֹשׁ וְדָגָ֑ן רֵאשִׁיתָ֛ם אֲשֶׁר־יִתְּנ֥וּ לַֽיהוָ֖ה לְךָ֥ נְתַתִּֽים׃
12
12
Das Beste vom Öl, das Beste von Most und Getreide, das Erste davon, das sie dem Ewigen geben, das übergebe Ich dir.
das Erste: das ist die große Hebegabe (תְּרוּמָה גְּדוֹלָה).
Raschi
Große Hebegabe (תְּרוּמָה גְּדוֹלָה): Der erste Teil der Ernte, der abgesondert und dem Kohen übergeben wird.
בִּכּוּרֵ֞י כָּל־אֲשֶׁ֧ר בְּאַרְצָ֛ם אֲשֶׁר־יָבִ֥יאוּ לַיהוָ֖ה לְךָ֣ יִהְיֶ֑ה כָּל־טָה֥וֹר בְּבֵיתְךָ֖ יֹאכֲלֶֽנּוּ׃
13
13
Die ersten Früchte von allem, was in ihrem Land ist, die sie dem Ewigen bringen, sollen dir gehören; jeder in deinem Haus, der rituell rein ist, darf es essen.
כָּל־פֶּ֣טֶר רֶ֠חֶם לְֽכָל־בָּשָׂ֞ר אֲשֶׁר־יַקְרִ֧יבוּ לַֽיהוָ֛ה בָּאָדָ֥ם וּבַבְּהֵמָ֖ה יִֽהְיֶה־לָּ֑ךְ אַ֣ךְ׀ פָּדֹ֣ה תִפְדֶּ֗ה אֵ֚ת בְּכ֣וֹר הָֽאָדָ֔ם וְאֵ֛ת בְּכֽוֹר־הַבְּהֵמָ֥ה הַטְּמֵאָ֖ה תִּפְדֶּֽה׃
15
15
Alles, was den Mutterschoß öffnet, bei allen Wesen, die man zum Ewigen bringt, sei es Mensch oder Tier, soll dir gehören; jedoch das Erstgeborene vom Menschen, das musst du auslösen, und auch das Erstgeborene vom unreinen Vieh musst du auslösen.
אַ֣ךְ בְּֽכוֹר־שׁ֡וֹר אֽוֹ־בְכ֨וֹר כֶּ֜שֶׂב אֽוֹ־בְכ֥וֹר עֵ֛ז לֹ֥א תִפְדֶּ֖ה קֹ֣דֶשׁ הֵ֑ם אֶת־דָּמָ֞ם תִּזְרֹ֤ק עַל־הַמִּזְבֵּ֙חַ֙ וְאֶת־חֶלְבָּ֣ם תַּקְטִ֔יר אִשֶּׁ֛ה לְרֵ֥יחַ נִיחֹ֖חַ לַֽיהוָֽה׃
17
17
Jedoch das Erstgeborene eines Ochsen oder vom Schaf oder von der Ziege sollst du nicht auslösen, sie selbst sind heilig; ihr Blut sollst du auf den Altar sprengen und ihr Fett verdampfen lassen als eine Feuergabe, zum lieblichen Geruch, dem Ewigen zu Ehren.
וּבְשָׂרָ֖ם יִהְיֶה־לָּ֑ךְ כַּחֲזֵ֧ה הַתְּנוּפָ֛ה וּכְשׁ֥וֹק הַיָּמִ֖ין לְךָ֥ יִהְיֶֽה׃
18
18
Und ihr Fleisch davon sei für dich, wie die Brust der Schwingung und der rechte Schenkel sei es für dich.
wie die Brust der Schwingung und der rechte Schenkel:
der Friedensopfer, die von den Kohanim, ihren Frauen, Kindern und Sklaven an zwei Tagen und der Nacht dazwischen gegessen werden dürfen, ebenso darf das Erstgeborene an zwei Tagen und der Nacht dazwischen gegessen werden (Sewachim 57a).
Raschi
sei es für dich
לְךָ יִהְיֶה „sei es für dich“. Rabbi Akiwa kommt und lehrt, der Vers hat das Wort יִהְיֶה noch einmal wiederholt, [um zu lehren, dass das Opfer des Erstgeborenen für dich länger zu essen „sei“, nämlich zwei Tage und eine Nacht, wie die Brust und Schenkel eines Friedensopfers (Schlamim),] damit du nicht sagest, so wie die Brust und der Schenkel des Dankopfers, das nur einen Tag und eine Nacht gegessen werden darf (Sewachim 57a).
Raschi
כֹּ֣ל׀ תְּרוּמֹ֣ת הַקֳּדָשִׁ֗ים אֲשֶׁ֨ר יָרִ֥ימוּ בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵל֮ לַֽיהוָה֒ נָתַ֣תִּֽי לְךָ֗ וּלְבָנֶ֧יךָ וְלִבְנֹתֶ֛יךָ אִתְּךָ֖ לְחָק־עוֹלָ֑ם בְּרִית֩ מֶ֨לַח עוֹלָ֥ם הִוא֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה לְךָ֖ וּלְזַרְעֲךָ֥ אִתָּֽךְ׃
19
19
Alle Hebegaben der Heiligen Opfer, die die Kinder Israel für den Ewigen absondern, übergebe Ich dir und deinen Söhnen und Töchtern als ein Festgesetztes auf ewig; ein Bund ewigen Salzes sei es vor dem Ewigen für dich und deine Nachkommen mit dir.
Alle Hebegaben der Heiligen Opfer
Weil dieser Abschnitt so bedeutend ist, macht die Torah dazu eine allgemeine Feststellung am Anfang und macht dazu eine allgemeine Feststellung am Ende und nennt die Einzelheiten in der Mitte.
Raschi
eine allgemeine Feststellung am Anfang: in Vers 8, לְכׇל קׇדְשֵׁי בְנֵי יִשְׂרָאֵל לְךָ נְתַתִּים „Alle heiligen Opfern der Kinder Israel übergebe Ich dir.“
eine allgemeine Feststellung am Ende: in diesem Vers, כֹּל תְּרוּמֹת הַקֳּדָשִׁים גו׳ נָתַתִּי לְךָ „Alle Hebegaben der Heiligen Opfer … übergebe Ich dir“.
nennt die Einzelheiten in der Mitte: indem die Kohengaben einzeln aufgezählt werden (Verse 9–18).
ein Bund des Salzes
בְּרִית מֶלַח „ein Bund des Salzes“. G‑tt schloss mit Aharon einen Bund [durch den ihm und seinen Nachkommen die Kehunagaben gesichert sind], mit einer Sache, die dauerhaft und beständig ist und gar andere Dinge schützt. „Der Bund des Salzes“, wie der mit dem Salz geschlossene Bund, das niemals in Verwesung übergeht.
Raschi
dauerhaft und beständig: Salz verdirbt niemals.
und gar andere Dinge schützt: Salz schützt auch andere Stoffe vor dem Verderb.
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֜ה אֶֽל־אַהֲרֹ֗ן בְּאַרְצָם֙ לֹ֣א תִנְחָ֔ל וְחֵ֕לֶק לֹא־יִהְיֶ֥ה לְךָ֖ בְּתוֹכָ֑ם אֲנִ֤י חֶלְקְךָ֙ וְנַחֲלָ֣תְךָ֔ בְּת֖וֹךְ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל
20
20
Und der Ewige sagte außerdem zu Aharon: In ihrem Land erhältst du kein Erbteil und in ihrer Mitte keinen Anteil; Ich bin dein Teil und dein Erbe unter den Kindern Israel.
in ihrer Mitte keinen Anteil
[Da der Vers schon sagt, dass die Kohanim „kein Erbteil erhalten“ (einen Anteil im Land Israel), erscheint der Zusatz „und in ihrer Mitte erhältst du keinen Anteil“ überflüssig.] „in ihrer Mitte keinen Anteil“: auch nicht an der Kriegsbeute.
Raschi