Der tägliche Chumasch-Abschnitt

9. Tamus 5786

Mittwoch, 24. Juni 2026

Heute

Chukat – Balak

4. Alija

(Bamidbar 21:21 – 22:12)

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וַיִּשְׁלַ֤ח יִשְׂרָאֵל֙ מַלְאָכִ֔ים אֶל־סִיחֹ֥ן מֶֽלֶךְ־הָאֱמֹרִ֖י לֵאמֹֽר׃
21
21
Und Israel schickte Boten an Sichon, den König der Emorim, und ließ ihm sagen, wie folgt:
Und Israel schickte Boten
An anderer Stelle schreibt der Vers diese Sendung Mosche zu, wie es heißt (Dew. 2:26) וָאֶשְׁלַח מַלְאָכִים מִמִּדְבַּר קְדֵמוֹת „ich sandte Boten aus der Wüste Kedmot“; ebenso (Bam. 20:14) וַיִּשְׁלַח מֹשֶׁה מַלְאָכִים מִקָּדֵשׁ אֶל מֶלֶךְ אֱדוֹם „Mosche schickte Boten zum König von Edom“, und bei Jiftach heißt es (Richt. 11:17) וַיִּשְׁלַח יִשְׂרָאֵל מַלְאָכִים אֶל מֶלֶךְ אֱדוֹם „Israel schickte Boten zum König von Edom“. Diese Verse sind aufeinander angewiesen: was der eine verschließt, öffnet der andere. Mosche ist Israel, und Israel ist Mosche, um dir zu sagen, dass das Oberhaupt des Zeitalters gleich dem ganzen Zeitalter ist (נְּשִׂיא הַדּוֹר הוּא כְּכָל הַדּוֹר); denn das Oberhaupt ist alles.
Raschi
אֶעְבְּרָ֣ה בְאַרְצֶ֗ךָ לֹ֤א נִטֶּה֙ בְּשָׂדֶ֣ה וּבְכֶ֔רֶם לֹ֥א נִשְׁתֶּ֖ה מֵ֣י בְאֵ֑ר בְּדֶ֤רֶךְ הַמֶּ֙לֶךְ֙ נֵלֵ֔ךְ עַ֥ד אֲשֶֽׁר־נַעֲבֹ֖ר גְּבֻלֶֽךָ׃
22
22
Lass mich durch dein Land ziehen! Wir werden nicht in Felder und Weinberge einbiegen, noch Wasser aus den Brunnen trinken; auf der Königstraße werden wir gehen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben.
Lass mich durch dein Land ziehen
Obwohl ihnen nicht befohlen worden war, ihnen zuerst Frieden anzubieten, baten sie sie dennoch um Frieden.
Raschi
וְלֹא־נָתַ֨ן סִיחֹ֣ן אֶת־יִשְׂרָאֵל֮ עֲבֹ֣ר בִּגְבֻלוֹ֒ וַיֶּאֱסֹ֨ף סִיחֹ֜ן אֶת־כָּל־עַמּ֗וֹ וַיֵּצֵ֞א לִקְרַ֤את יִשְׂרָאֵל֙ הַמִּדְבָּ֔רָה וַיָּבֹ֖א יָ֑הְצָה וַיִּלָּ֖חֶם בְּיִשְׂרָאֵֽל׃
23
23
Aber Sichon gestattete es Israel nicht, durch sein Gebiet zu ziehen; und Sichon versammelte sein ganzes Volk und zog Israel entgegen, in die Wüste und kam nach Jahaz und kämpfte gegen Israel.
Sichon gestattete es Israel nicht
Weil alle Könige von Kna’an ihm eine Steuer dafür bezahlten, dass er sie schütze vor dem Durchzug feindlicher Heere. Als nun Israel zu ihm sagte, wir möchten durch dein Land ziehen, da antwortete er ihnen, mein ganzer Zweck, dass ich hier sitze, ist nur, um jene vor euch zu schützen, und ihr sprecht so zu mir
Raschi
und zog Israel entgegen
Wenn Cheschbon nur voll Fliegen gewesen wäre, hätte doch kein Mensch die Stadt einnehmen können; und wenn Sichon in einem schwachen Dorf gewesen wäre, hätte kein Mensch ihn bezwingen können, und umso weniger, da er sich in Cheschbon befand. Da sagte der Ewige: Was soll Ich Meine Kinder mit alldem bemühen, jede einzelne Stadt zu belagern, und Er gab allen Kriegsmännern ins Herz, dass sie aus den Städten herauskamen und sich alle an einem Ort versammelten, wo sie auch fielen; von dort begab sich Israel in die Städte, ohne dass sich jemand ihnen widersetzte, da sich nur Frauen und Kinder darin befanden.
Raschi
וַיַּכֵּ֥הוּ יִשְׂרָאֵ֖ל לְפִי־חָ֑רֶב וַיִּירַ֨שׁ אֶת־אַרְצ֜וֹ מֵֽאַרְנֹ֗ן עַד־יַבֹּק֙ עַד־בְּנֵ֣י עַמּ֔וֹן כִּ֣י עַ֔ז גְּב֖וּל בְּנֵ֥י עַמּֽוֹן׃
24
24
Da schlug ihn Israel mit der Schärfe des Schwertes und nahm sein Land in Besitz, vom Arnon bis zum Jabok, bis zu dem Gebiet der Söhne Amons, denn stark war die Grenze der Söhne Amons.
denn stark war die Grenze
כִּי עַז גְּבוּל בְּנֵי עַמּוֹן „stark war die Grenze der Söhne Amons“. Und worin bestand seine Stärke? In der Warnung G‑ttes, der zu ihnen gesprochen hatte (Dew. 2:19) אַל תְּצֻרֵם „bedränge sie nicht!“.
Raschi
וַיִּקַּח֙ יִשְׂרָאֵ֔ל אֵ֥ת כָּל־הֶעָרִ֖ים הָאֵ֑לֶּה וַיֵּ֤שֶׁב יִשְׂרָאֵל֙ בְּכָל־עָרֵ֣י הָֽאֱמֹרִ֔י בְּחֶשְׁבּ֖וֹן וּבְכָל־בְּנֹתֶֽיהָ׃
25
25
Und Israel nahm alle diese Städte ein und Israel wohnte in allen Städten der Emorim, in Cheschbon und in all den Tochtersiedlungen ringsum.
Tochtersiedlungen
בְּנֹתֶיהָ, wörtl. „Töchter“, die Dörfer in der Nähe.
Raschi
כִּ֣י חֶשְׁבּ֔וֹן עִ֗יר סִיחֹ֛ן מֶ֥לֶךְ הָאֱמֹרִ֖י הִ֑וא וְה֣וּא נִלְחַ֗ם בְּמֶ֤לֶךְ מוֹאָב֙ הָֽרִאשׁ֔וֹן וַיִּקַּ֧ח אֶת־כָּל־אַרְצ֛וֹ מִיָּד֖וֹ עַד־אַרְנֹֽן׃
26
26
Denn Cheschbon war die Hauptstadt von Sichon, König der Emorim; er hatte nämlich mit dem früheren König von Moaw Krieg geführt und ihm sein ganzes Land abgenommen bis zum Fluss Arnon.
Krieg geführt
Warum musste dies geschrieben werden? Weil es heißt (Dew. 2:9) אַל תָּצַר אֶת מוֹאָב „bedränge Moaw nicht“, und Cheschbon zu Moaw gehörte, schreibt der Vers, dass Sichon es ihnen abgenommen und dass es durch ihn für Israel erlaubt wurde (Chulin 60b, Gittin 38a).
Raschi
abgenommen
מִיָּדוֹ, wörtl. aus seiner Hand [genommen]: aus seinem Besitz.
Raschi
עַל־כֵּ֛ן יֹאמְר֥וּ הַמֹּשְׁלִ֖ים בֹּ֣אוּ חֶשְׁבּ֑וֹן תִּבָּנֶ֥ה וְתִכּוֹנֵ֖ן עִ֥יר סִיחֽוֹן׃
27
27
Darum sagen die Gleichnisredner: „Kommt nach Cheschbon! Gebaut und befestigt werde die Stadt von Sichon.
Darum: von jenem Krieg, den Sichon mit Moaw führte.
Raschi
sagen die Gleichnisredner
מֹּשְׁלִים „Gleichnisredner“: Bilam, von dem es heißt (Bam. 23:7) וַיִּשָּׂא מְשָׁלוֹ „er begann seine Gleichnisrede“. Die Gleichnisredner: Bilam und Beor. Sie hatten gesagt: „Kommt nach Cheschbon“. Denn Sichon hatte nicht vermocht, die Stadt einzunehmen, und war gegangen, um Bilam anzuwerben, damit dieser den Gegner verwünsche. Das ist, was Balak zu ihm sagte (Bam. 22:6) כִּי יָדַעְתִּי אֵת אֲשֶׁר תְּבָרֵךְ מְבֹרָךְ „denn ich weiß, wen du segnest, der ist gesegnet“.
Raschi
Gebaut und befestigt werde Cheschbon mit dem Namen Sichons, seine Stadt zu sein.
Raschi
כִּי־אֵשׁ֙ יָֽצְאָ֣ה מֵֽחֶשְׁבּ֔וֹן לֶהָבָ֖ה מִקִּרְיַ֣ת סִיחֹ֑ן אָֽכְלָה֙ עָ֣ר מוֹאָ֔ב בַּעֲלֵ֖י בָּמ֥וֹת אַרְנֹֽן׃
28
28
Denn Feuer ging von Cheschbon aus, Flamme aus der Stadt Sichons, es verzehrte Ar in Moaw, die Herren der Höhen des Arnon.
Denn Feuer ging von Cheschbon aus: nachdem Sichon es eingenommen hatte.
Raschi
es verzehrte Ar in Moaw: jenes Land heißt Ar (עָר) auf Hebräisch und Lechajat (לְחָיַת) auf Aramäisch. [Raschi]

Ar in Moaw

עָר מוֹאָב, Ar, das zu Moaw gehört.
Raschi
אוֹי־לְךָ֣ מוֹאָ֔ב אָבַ֖דְתָּ עַם־כְּמ֑וֹשׁ נָתַ֨ן בָּנָ֤יו פְּלֵיטִם֙ וּבְנֹתָ֣יו בַּשְּׁבִ֔ית לְמֶ֥לֶךְ אֱמֹרִ֖י סִיחֽוֹן׃
29
29
Wehe dir, Moaw! Verloren bist du, Volk des Götzen Kemosch! Man machte seine Söhne zu Flüchtigen und seine Töchter zu Gefangenen dem König von Emori namens Sichon.
Wehe dir, Moaw!
Sie verwünschten Moaw, in seine Hand ausgeliefert zu werden.
Raschi
Kemosch ist der Name des Götzen von Moaw.
Raschi
Kemosch: siehe Ri. 11:24, אֵת אֲשֶׁר יוֹרִישְׁךָ כְּמוֹשׁ אֱלֹהֶיךָ אוֹתוֹ תִירָשׁ „Was dir dein Gott Kemosch zum Erbe gibt, das nimmst du dir“.
Indem die Gleichnisredner Moaw hier als „Volk des Kemosch“ bezeichneten, beabsichtigten sie den Spott über Moaws Götze; dieser sei unfähig, sein Volk vor der bevorstehenden Eroberung durch Sichon zu erretten.
Beer Majim Chaim
Man machte: derjenige, der sie machte, die Söhne von Moaw, zu Flüchtigen: Fliehenden und Entrinnenden vor dem Schwert, und seine Töchter zu Gefangenen.
Raschi
וַנִּירָ֛ם אָבַ֥ד חֶשְׁבּ֖וֹן עַד־דִּיב֑וֹן וַנַּשִּׁ֣ים עַד־נֹ֔פַח אֲשֶׁ֖רׅ עַד־מֵֽידְבָֽא׃
30
30
Ihr Reich haben wir niedergeworfen; verloren ist Cheschbon, gewichen ist Diwon! Wir haben sie verwüstet bis Nofach, das bis Medwa reicht.“
ihr Reich
נִּירָם, ihre Herrschaft.
Raschi
verloren ist Cheschbon, gewichen ist Diwon: die Herrschaft und das Joch, die Moaw über Cheschbon hatte, sind von dort verlorengegangen; und ebenso ist Diwon gewichen. Der Targum von סָר „weichen“ ist עַד. Das heißt, die Herrschaft ist von Diwon gewichen. Das Wort נִיר bedeutet Herrschaft, Joch und Regierung eines Mannes; wie im Vers (1 Kön. 11:36) לְמַעַן הֱיוֹת נִיר לְדָוִד עַבְדִּי „damit ein Reich sei meinem Knecht David“.
Raschi
Wir haben sie verwüstet
Der Buchstabe שׁ (Schin) im Wort וַנַּשִּׁים hat ein Dagesch; es bedeutet Verwüstung. So sprechen die Gleichnisredner, wir haben sie verwüstet. [Raschi]

bis Nofach: wir haben sie bis Nofach verwüstet.
Raschi
וַיֵּ֙שֶׁב֙ יִשְׂרָאֵ֔ל בְּאֶ֖רֶץ הָאֱמֹרִֽי׃
31
31
Und Israel wohnte im Land der Emorim.
וַיִּשְׁלַ֤ח מֹשֶׁה֙ לְרַגֵּ֣ל אֶת־יַעְזֵ֔ר וַֽיִּלְכְּד֖וּ בְּנֹתֶ֑יהָ וַיּ֖וֹרֶשׁ כתיב ויירש אֶת־הָאֱמֹרִ֥י אֲשֶׁר־שָֽׁם׃
32
32
Und Mosche sandte hin, um Ja’eser auszukundschaften, und sie eroberten ihre Tochtersiedlungen und man vertrieb die Emorim, die dort waren.
Und Mosche sandte hin, um Ja’eser auszukundschaften
Die Kundschafter nahmen es ein, indem sie sagten, wir wollen nicht gleich den ersten tun. Sondern wir vertrauen auf die Kraft des Gebetes von Mosche und nehmen den Kampf auf.
Raschi
וַיִּפְנוּ֙ וַֽיַּעֲל֔וּ דֶּ֖רֶךְ הַבָּשָׁ֑ן וַיֵּצֵ֣א עוֹג֩ מֶֽלֶךְ־הַבָּשָׁ֨ן לִקְרָאתָ֜ם ה֧וּא וְכָל־עַמּ֛וֹ לַמִּלְחָמָ֖ה אֶדְרֶֽעִי׃
33
33
Dann wandten sie sich und zogen hinauf den Weg nach Baschan; da zog Og, König von Baschan, ihnen zum Krieg entgegen, er und sein ganzes Volk, und er kam bis Edreï.
וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֤ה אֶל־מֹשֶׁה֙ אַל־תִּירָ֣א אֹת֔וֹ כִּ֣י בְיָדְךָ֞ נָתַ֧תִּי אֹת֛וֹ וְאֶת־כָּל־עַמּ֖וֹ וְאֶת־אַרְצ֑וֹ וְעָשִׂ֣יתָ לּ֔וֹ כַּאֲשֶׁ֣ר עָשִׂ֗יתָ לְסִיחֹן֙ מֶ֣לֶךְ הָֽאֱמֹרִ֔י אֲשֶׁ֥ר יוֹשֵׁ֖ב בְּחֶשְׁבּֽוֹן׃
34
34
Und der Ewige sagte zu Mosche: Fürchte ihn nicht, denn in deine Hand gebe ich ihn und sein ganzes Volk und sein Land; und tue ihm, so wie du getan hast Sichon, dem König von Emori, der in Cheschbon wohnte.
Fürchte ihn nicht: Mosche fürchtete, Krieg mit ihm zu führen, weil ihm vielleicht das Verdienst von Awraham beistehen würde. Wie es heißt (Ber. 14:13) וַיָּבֹא הַפָּלִיט „es kam ein Entronnener“, das war Og, der von den Riesen entronnen war, die Kedarleomer mit seinen Gefährten in Aschtarot Karnaim schlug. So steht (Jesch. 13:12) רַק עוֹג מֶלֶךְ הַבָּשָׁן נִשְׁאַר מִיֶּתֶר הָרְפָאִים „nur Og, der König von Baschan, war vom Rest der Riesen übriggeblieben“.
Raschi
וַיַּכּ֨וּ אֹת֤וֹ וְאֶת־בָּנָיו֙ וְאֶת־כָּל־עַמּ֔וֹ עַד־בִּלְתִּ֥י הִשְׁאִֽיר־ל֖וֹ שָׂרִ֑יד וַיִּֽירְשׁ֖וּ אֶת־אַרְצֽוֹ׃
35
35
Und sie schlugen ihn und seine Söhne und sein ganzes Volk, sodass man ihm keinen Überrest ließ, und nahmen sein Land in Besitz.
Und sie schlugen ihn: Mosche erschlug ihn, wie in der Gemara Berachot, im Abschnitt ›HaRoe‹ (54b) vorkommt, Og riss einen Felsen von drei Parsa aus …
Raschi
וַיִּסְע֖וּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֑ל וַֽיַּחֲנוּ֙ בְּעַֽרְב֣וֹת מוֹאָ֔ב מֵעֵ֖בֶר לְיַרְדֵּ֥ן יְרֵחֽוֹ׃
1
1
Und die Kinder Israel zogen weiter und lagerten in den Ebenen von Moaw, diesseits des Jarden, gegenüber Jericho.
וַיַּ֥רְא בָּלָ֖ק בֶּן־צִפּ֑וֹר אֵ֛ת כָּל־אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה יִשְׂרָאֵ֖ל לָֽאֱמֹרִֽי׃
2
2
Und Balak, der Sohn von Zipor, sah alles, was Israel den Emorim getan hatte.
Und Balak sah alles, was Israel getan hatte
Balak sagte, diese zwei Könige, auf die wir uns verlassen hatten, hielten nicht stand vor ihnen, wir werden es umso weniger, darum (nächster Vers) וַיָּגָר מוֹאָב „fürchtete sich Moaw [sehr vor dem Volk]“.
Raschi
וַיָּ֨גָר מוֹאָ֜ב מִפְּנֵ֥י הָעָ֛ם מְאֹ֖ד כִּ֣י רַב־ה֑וּא וַיָּ֣קָץ מוֹאָ֔ב מִפְּנֵ֖י בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
3
3
Da fürchtete sich Moaw sehr vor dem Volk, weil es zahlreich war, und es war Moaw das Leben unerträglich wegen der Kinder Israel.
Da fürchtete sich: Das Wort וַיָּגָר bedeutet „Furcht“; wie (Ijow 19:29) גּוּרוּ לָכֶם „fürchtet euch vor dem Schwert“; und es war unerträglich: das Wort וַיָּקָץ מוֹאָב bedeutet, ihr Leben war ihnen zuwider, wie [der Ausdruck, den Riwka über Esaws götzendienerische Frauen verwendete, Ber. 27:46] קַצְתִּי בְחַיַּי „mein Leben ist mir zuwider“; es ist ein kurzgefasster Vers [der nur erwähnt, dass es Moaw unerträglich war, und die Angabe „das Leben“ auslässt].
Raschi
וַיֹּ֨אמֶר מוֹאָ֜ב אֶל־זִקְנֵ֣י מִדְיָ֗ן עַתָּ֞ה יְלַחֲכ֤וּ הַקָּהָל֙ אֶת־כָּל־סְבִ֣יבֹתֵ֔ינוּ כִּלְחֹ֣ךְ הַשּׁ֔וֹר אֵ֖ת יֶ֣רֶק הַשָּׂדֶ֑ה וּבָלָ֧ק בֶּן־צִפּ֛וֹר מֶ֥לֶךְ לְמוֹאָ֖ב בָּעֵ֥ת הַהִֽוא׃
4
4
Und Moaw sagte zu den Ältesten von Midian: Jetzt wird diese Horde alles in unserer Umgebung abfressen, wie der Ochse das Grüne des Feldes abfrisst. Und Balak, der Sohn von Zipor, war König über Moaw zu jener Zeit.
zu den Ältesten von Midian
Haben sich Moaw und Midian nicht seit jeher gegenseitig gehasst, wie es heißt (Ber. 36:35) הַמַּכֶּה אֶת מִדְיָן בִּשְׂדֵה מוֹאָב „der Midian schlug im Gebiet von Moaw“, als Midian Moaw mit Krieg überzog? Nur, aus Furcht vor Israel schlossen sie Frieden miteinander. Und was veranlasste Moaw, sich von Midian Rat zu holen? Als sie Israel in außergewöhnlicher Weise siegen sahen, sagten sie, der Anführer dieses Volkes ist in Midian groß geworden, so wollen wir dort fragen, worin seine Eigenschaft besteht. Und jene sagten ihnen, seine Kraft beruht nur auf seinem Mund. Da sagten sie, so wollen wir auch mit einem Menschen gegen sie kommen, dessen Kraft auf seinem Mund beruht.
Raschi
wie der Ochse abfrisst
An allem, was der Ochse abfrisst, ist kein Segen mehr.
Raschi
kein Segen mehr: weil er die Gewächse des Feldes mit der Wurzel ausreißt.
Misrachi
zu jener Zeit
Er war nicht geeignet für die Königswürde; er gehörte zu den Fürsten Midians (andere Version: zu den Fürsten Sichons). Als Sichon tot war, setzten sie ihn vorläufig über sich.
Raschi
וַיִּשְׁלַ֨ח מַלְאָכִ֜ים אֶל־בִּלְעָ֣ם בֶּן־בְּע֗וֹר פְּ֠תוֹרָה אֲשֶׁ֧ר עַל־הַנָּהָ֛ר אֶ֥רֶץ בְּנֵי־עַמּ֖וֹ לִקְרֹא־ל֑וֹ לֵאמֹ֗ר הִ֠נֵּה עַ֣ם יָצָ֤א מִמִּצְרַ֙יִם֙ הִנֵּ֤ה כִסָּה֙ אֶת־עֵ֣ין הָאָ֔רֶץ וְה֥וּא יֹשֵׁ֖ב מִמֻּלִֽי׃
5
5
Da sandte er Boten zu Bilam, dem Sohn von Beor, nach Petor, das am Strom liegt, ins Land der Kinder seines Volkes, ihn zu rufen, um ihm zu sagen: Siehe, ein Volk ist aus Mizraim gezogen; es bedeckt den Anblick der Erde und es hat sich mir gegenüber niedergelassen.
nach Petor
פְּתוֹרָה bedeutet im Aramäischen „Tisch“. Wie zu einem Geldwechsler (hebr. שּׁוּלְחָנִי), dem alle Leute verschiedene Währungen schicken; so schickten alle Könige zu ihm ihre Briefe.
Nach der einfachen Erklärung des Verses hieß der Ort so.
Raschi
Strom: großer Fluss.
ins Land der Kinder seines Volkes: des Volkes von Balak, der von dort war, und Bilam hatte ihm vorausgesagt, du wirst König werden. Wenn du aber fragst, warum ließ G‑tt die Schechina auf einem bösen Heiden ruhen? Damit die Völker keinen Einwand haben, zu sagen, hätten wir Propheten gehabt, hätten wir uns gebessert. Darum ließ Er auch ihnen Propheten erstehen, und diese rissen die Sitten der Welt ein. Vorher hütete man sich vor Sittenlosigkeit, Bilam aber gab ihnen den Rat, sich der Unmoral hinzugeben.
Raschi
hütete man sich vor Sittenlosigkeit: Nach der Sündflut, als die Menschen erkannten, was die Sittenlosigkeit angerichtet hatte, machten sie es sich zur Pflicht, unerlaubte Beziehungen zu vermeiden. Im Laufe der Zeit sanken gewisse Völker zu lasterhaftem Verhalten herab; die Welt im Allgemeinen jedoch blieb ehrbar – bis zu den Tagen Bilams.
Raschi zu Bereschit 34:7, Misrachi und Nachalat Jaakow z.St.
ihn zu rufen
לִקְרֹא לוֹ „ihn zu rufen“: der Ruf war לוֹ „für ihn“ und zu seinem Vorteil. Denn er versprach ihm viel Geld.
Raschi
ein Volk ist aus Mizraim gezogen
Und wenn du fragst, was schadet es dir? Siehe, es bedeckt den Anblick der Erde. Über Sichon und Og, die uns beschützten, sind sie gekommen und haben sie getötet.
Raschi
hat sich mir gegenüber niedergelassen
Das Wort מִמֻּלִי ist ohne den Buchstaben ו (Waw) geschrieben. [Es lässt sich somit auf die Wurzel מל „schneiden“ zurückführen, wodurch es vermittelt:] sie sind nahe daran, mich zu vernichten, wie (Teh. 118:10) כִּי אֲמִילַם „ich schneide sie nieder“.
Raschi
וְעַתָּה֩ לְכָה־נָּ֨א אָֽרָה־לִּ֜י אֶת־הָעָ֣ם הַזֶּ֗ה כִּֽי־עָצ֥וּם הוּא֙ מִמֶּ֔נִּי אוּלַ֤י אוּכַל֙ נַכֶּה־בּ֔וֹ וַאֲגָרְשֶׁ֖נּוּ מִן־הָאָ֑רֶץ כִּ֣י יָדַ֗עְתִּי אֵ֤ת אֲשֶׁר־תְּבָרֵךְ֙ מְבֹרָ֔ךְ וַאֲשֶׁ֥ר תָּאֹ֖ר יוּאָֽר׃
6
6
Und nun komme doch, verfluche mir dieses Volk, denn es ist zu stark für mich, vielleicht kann ich es dann schlagen und aus dem Land vertreiben. Denn ich weiß: Wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht.
kann ich es schlagen
נַכֶּה בּוֹ „kann ich es schlagen“: dass ich und mein Volk es schlagen.
Andere Erklärung: in der Sprache der Mischna bedeutet das Wort נַכֶּה „verringern“, (Bawa Mezia 105b) מְנַכֶּה לוֹ מִן הַדָּמִים „er zieht ihm vom Geld ab“, sie etwas zu verringern.
Raschi
denn ich weiß: durch den Krieg Sichons, dem du geholfen hast, Moaw zu schlagen.
Raschi
וַיֵּ֨לְכ֜וּ זִקְנֵ֤י מוֹאָב֙ וְזִקְנֵ֣י מִדְיָ֔ן וּקְסָמִ֖ים בְּיָדָ֑ם וַיָּבֹ֙אוּ֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם וַיְדַבְּר֥וּ אֵלָ֖יו דִּבְרֵ֥י בָלָֽק׃
7
7
Und so gingen die Ältesten von Moaw und die Ältesten von Midian; und sie nahmen Wahrsagerlohn in ihrer Hand und kamen zu Bilam und sprachen zu ihm die Worte von Balak.
Wahrsagerlohn in ihrer Hand
קְסָמִים בְּיָדָם bezeichnet allerlei Arten von Zaubermitteln, damit er nicht sage, ich habe mein Handwerksgerät nicht bei mir. Andere Erklärung: das nahmen die Ältesten von Midian als Vorzeichen mit sich, sie sagten nämlich, wenn er gleich das erste Mal mit uns kommt, vermag er etwas. Wenn er uns aber vertröstet, kann es uns nichts nützen. Als er darum zu ihnen sagte (nächster Vers) לִינוּ פֹה הַלַּיְלָה „bleibt hier über Nacht“, sagten sie, es ist nichts von ihm zu erwarten, und ließen ihn und gingen nach Hause. So heißt es וַיֵּשְׁבוּ שָׂרֵי מוֹאָב עִם בִּלְעָם „die Fürsten von Moaw blieben bei Bilam“, aber die Ältesten von Midian waren weggegangen.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר אֲלֵיהֶ֗ם לִ֤ינוּ פֹה֙ הַלַּ֔יְלָה וַהֲשִׁבֹתִ֤י אֶתְכֶם֙ דָּבָ֔ר כַּאֲשֶׁ֛ר יְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֵלָ֑י וַיֵּשְׁב֥וּ שָׂרֵֽי־מוֹאָ֖ב עִם־בִּלְעָֽם׃
8
8
Und er sagte zu ihnen: Bleibt hier über Nacht, dann will ich euch Antwort geben, so wie der Ewige zu mir reden wird. Da blieben die Fürsten von Moaw bei Bilam.
Bleibt hier über Nacht
Der g‑ttliche Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) ruhte nur in der Nacht auf ihm, und so auf allen Propheten der Völker, ebenso bei Lawan im Traum der Nacht, wie es heißt (Ber. 31:24) וַיָּבֹא אֱלֹהִים אֶל לָבָן הָאֲרַמִּי בַּחֲלוֹם הַלַּיְלָה „der Ewige kam zu Lawan, dem Aramäer, im Traum der Nacht“, wie einer, der [mit seiner Gattin offen lebt, doch] seine Gespielin (פִּילַגְשׁוֹ) nur im Geheimen besucht.
Raschi
wie der Ewige zu mir reden wird
Wenn Er mir rät, mit Menschen, wir ihr seid, zu gehen, werde ich mit euch gehen. Vielleicht verlangt aber meine Ehre, mir nur zu erlauben, mit größeren Fürsten (als ihr es seid) zu gehen.
Raschi
blieben
וַיֵּשְׁבוּ bedeutet עַכָּבָה „verbleiben“.
Raschi
וַיָּבֹ֥א אֱלֹהִ֖ים אֶל־בִּלְעָ֑ם וַיֹּ֕אמֶר מִ֛י הָאֲנָשִׁ֥ים הָאֵ֖לֶּה עִמָּֽךְ׃
9
9
Und G‑tt kam zu Bilam und sagte: Wer sind diese Männer bei dir?
Wer sind diese Männer bei dir?
Dadurch ließ Er ihn irren, indem Bilam sagte, manchmal ist nicht alles offenbar vor Ihm; Seine Kenntnis ist nicht immer gleich. So will ich mir auch eine Zeit ersehen, in der ich verwünschen kann, ohne dass Er es merkt.
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר בִּלְעָ֖ם אֶל־הָאֱלֹהִ֑ים בָּלָ֧ק בֶּן־צִפֹּ֛ר מֶ֥לֶךְ מוֹאָ֖ב שָׁלַ֥ח אֵלָֽי׃
10
10
Und Bilam sagte zu G‑tt: Balak, Sohn von Zipor, König von Moaw, hat zu mir geschickt und lässt mir sagen:
Balak, Sohn von Zipor
Wenn ich auch in Deinen Augen nicht angesehen bin, so bin ich doch in den Augen der Könige angesehen.
Raschi
in Deinen Augen nicht angesehen: Wie Raschi zu Vers 8 erklärte, sprach G‑tt mit Bilam nicht am Tag, weil es unter Seiner Würde war, mit Bilam öffentlich in Verbindung zu treten.
הִנֵּ֤ה הָעָם֙ הַיֹּצֵ֣א מִמִּצְרַ֔יִם וַיְכַ֖ס אֶת־עֵ֣ין הָאָ֑רֶץ עַתָּ֗ה לְכָ֤ה קָֽבָה־לִּי֙ אֹת֔וֹ אוּלַ֥י אוּכַ֛ל לְהִלָּ֥חֶם בּ֖וֹ וְגֵרַשְׁתִּֽיו׃
11
11
Siehe das Volk, das aus Mizraim gezogen ist und den Anblick der Erde bedeckt; nun komm und verwünsche es mir! Vielleicht kann ich es dann bekämpfen und es vertreiben.
verwünsche es mir!
קָבָה לִּי „verwünsche es mir!“ ist ein härterer Ausdruck als (Vers 6) אָרָה לִּי; denn es bedeutet deutlich und mit Namen aussprechen.
Raschi
und es vertreiben: aus der Welt. Balak hatte nur gesagt (zuvor, Vers 6) וַאֲגָרְשֶׁנּוּ מִן הָאָרֶץ „aus dem Land treiben“, ich verlange nur, sie von mir zu entfernen. Bilam aber hasste sie mehr als Balak.
Raschi
וַיֹּ֤אמֶר אֱלֹהִים֙ אֶל־בִּלְעָ֔ם לֹ֥א תֵלֵ֖ךְ עִמָּהֶ֑ם לֹ֤א תָאֹר֙ אֶת־הָעָ֔ם כִּ֥י בָר֖וּךְ הֽוּא׃
12
12
Da sagte G‑tt zu Bilam: Gehe nicht mit ihnen! Verfluche nicht das Volk, denn es ist gesegnet.
Gehe nicht mit ihnen!
Da sagte Bilam, dann will ich sie an meinem Ort verfluchen. Darum sagte Er, לֹא תָאֹר אֶת הָעָם „verfluche nicht das Volk“. Und Bilam sagte, dann will ich sie segnen. Er aber sagte: Sie brauchen deinen Segen nicht, כִּי בָרוּךְ הוּא „denn es ist gesegnet“. Nach dem Sprichwort sagt man zur Hornisse (Biene): Nicht von deinem Honig und nicht von deinem Stachel (לֹא מִדּוּבְשֵׁךְ וְלֹא מֵעוּקְצֵךְ).
Raschi