לָאֵ֗לֶּה תֵּחָלֵ֥ק הָאָ֛רֶץ בְּנַחֲלָ֖ה בְּמִסְפַּ֥ר שֵׁמֽוֹת׃
53
53
An diese soll das Land verteilt werden zum Besitztum, nach Anzahl der Namen.
An diese soll das Land verteilt werden: und nicht an solche, die unter 20 Jahren waren, auch wenn sie vor der Verteilung des Landes 20 geworden waren. Sieben Jahre nahmen sie das Land ein und sieben Jahre verteilten sie es, Anteil am Land erhielten aber nur diese 601.000; wenn einer von ihnen sechs Söhne hatte, erhielten sie nur den Anteil ihres Vaters.
Raschi
diese 601.000: siehe zuvor, Vers 51, אֵלֶּה פְּקוּדֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל שֵׁשׁ מֵאוֹת אֶלֶף וָאָלֶף שְׁבַע מֵאוֹת וּשְׁלֹשִׁים „Das sind die Gezählten der Kinder Israel: 601.730 Mann.“
לָרַ֗ב תַּרְבֶּה֙ נַחֲלָת֔וֹ וְלַמְעַ֕ט תַּמְעִ֖יט נַחֲלָת֑וֹ אִ֚ישׁ לְפִ֣י פְקֻדָ֔יו יֻתַּ֖ן נַחֲלָתֽוֹ׃
54
54
Den Vielen gib viel Besitztum und den Wenigen gib wenig Besitztum. Jedem werde nach Verhältnis seiner Gezählten sein Besitztum gegeben.
Den Vielen gib viel Besitztum
Dem Stamm, der zahlreich war, gaben sie einen großen Anteil. Obwohl also die Anteile nicht gleich waren, da sie die Teile nach der Größe des Stammes bestimmten, so handelten sie doch nur nach dem Los; und das Los wurde von g‑ttlichem Geist bestimmt, wie in Bawa Batra (122a) beschrieben wird. Elasar, der Kohen, war mit den Urim und Tumim bekleidet und sprach mit g‑ttlichem Geist: „Wenn der und der Stamm gezogen wird, dann wird das und das Gebiet mit ihm gezogen.“ Die Namen der Stämme standen auf zwölf Losen und ebenso die zwölf Gebiete auf zwölf Losen. Man mischte sie in einer Urne, und das Oberhaupt (נָּשִׂיא) des Stammes steckte seine Hand hinein und nahm zwei Lose heraus. In seine Hand kam das Los mit dem Namen seines Stammes und das Los mit dem für ihn bestimmten Gebiet, und das Los selbst rief laut: „Ich, das Los, bin für das und das Gebiet und für den und den Stamm gezogen worden“; so heißt es (Vers 56) עַל פִּי הַגּוֹרָל „nach dem Ausspruch des Loses“.
Nicht nach dem absoluten Maß wurde das Land verteilt, denn manches Gebiet war besser als das andere, sondern nach einer Schätzung [des Wertes jedes Gebietes], [die große Fläche von] ein Bet Kor schlechtes Land gegen [die kleine Fläche von] ein Bet Sea gutes Land, dem Wert entsprechend.
Raschi
Urim und Tumim: ein Pergament mit dem Namen G‑ttes, eingelegt in die Falten des Brustschildes (Choschen) des Kohen Gadol. Durch die Urim und Tumim leuchteten die Buchstaben auf den Steinen des Choschen auf, um jede gestellte Frage zu beantworten. [Siehe Raschi zu Schemot 28:30]
Ein Bet Kor ist ein Grundstück im Ausmaß von 75.000 Quadrat-Amot. Ein Bet Sea ist mit nur 2.500 Quadrat-Amot (einem Dreißigstel des Bet Kor) bedeutend kleiner. Trotzdem war es möglich, dass einer als seinen Anteil ein Bet Kor minderwertigen, unfruchtbaren Landes erhielt, während ein anderer bloß ein Bet Sea hochwertigen, ertragreichen Bodens bekam. Obwohl sich diese Flächen in der Größe stark unterschieden, waren sie dem Wert nach gleich.
אַךְ־בְּגוֹרָ֕ל יֵחָלֵ֖ק אֶת־הָאָ֑רֶץ לִשְׁמ֥וֹת מַטּוֹת־אֲבֹתָ֖ם יִנְחָֽלוּ׃
55
55
Jedoch durch das Los soll das Land verteilt werden, nach den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie es in Besitz nehmen.
nach den Namen der Stämme ihrer Väter
Das sind diejenigen, die aus Mizraim zogen. Der Vers hat diese Besitzergreifung von allen anderen in der Torah unterschieden: sonst erben die Lebenden von den Toten; hier aber erbten die Toten von den Lebenden. Wie ist das zu verstehen? Wenn zwei Brüder von denen, die aus Mizraim zogen, Söhne hatten, die ins Land Israel kamen – der eine einen Sohn und der andere drei Söhne –, so bekam der eine Sohn einen Anteil, und die drei erhielten drei Anteile, wie es heißt (Vers 53) לָאֵלֶּה תֵּחָלֵק הָאָרֶץ „an diese soll das Land verteilt werden“. Dann kehrte ihr Besitz zu ihrem Großvater zurück, und man verteilte das Ganze zu gleichen Teilen [an die beiden Söhne]. Darum heißt es לִשְׁמוֹת מַטּוֹת אֲבֹתָם יִנְחָלוּ „nach den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie es in Besitz nehmen“, nachdem die Söhne es empfangen haben, verteilt man es unter die Anzahl der Väter, die aus Mizraim gezogen waren. Hätte man es von Anfang an nach der Anzahl der aus Mizraim Gezogenen verteilt, so hätten die vier Enkel nur zwei Anteile erhalten, so aber bekamen sie vier Anteile.
Raschi
verteilt man es unter die Anzahl der Väter, die aus Mizriam gezogen waren: G‑tt wählte diese Form der Landverteilung, weil er den aus Mizraim Ausziehenden versprochen hatte, das Land Israel zu geben. Obwohl diese Generation letztlich in der Wüste starb, hielt G‑tt sein Versprechen ein, indem er sie das Land Israel nach ihrem Tod erben ließ.
Sifte Chachamim
Jedoch durch das Los
Damit sind Jehoschua und Kalew ausgenommen; so heißt es auch (Richt. 1:20) וַיִּתְּנוּ לְכָלֵב אֶת חֶבְרוֹן כַּאֲשֶׁר דִּבֶּר מֹשֶׁה „sie gaben Kalew Chewron, wie Mosche gesprochen hatte“, und es heißt (Jesch. 19:50) עַל פִּי ה׳ נָתְנוּ לוֹ אֶת הָעִיר אֲשֶׁר שָׁאָל „auf Ausspruch des Ewigen gaben sie ihm die Stadt, um die er bat“.
Raschi
der Stämme ihrer Väter: damit sind Gerim und Sklaven ausgeschlossen.
Raschi
עַל־פִּי֙ הַגּוֹרָ֔ל תֵּחָלֵ֖ק נַחֲלָת֑וֹ בֵּ֥ין רַ֖ב לִמְעָֽט׃
56
56
Nach dem Ausspruch des Loses soll jedem sein Besitztum zugeteilt werden, je nach den Vielen oder Wenigen.
Nach dem Ausspruch des Loses
Das Los selbst redete, wie oben erklärt wurde (Vers 54). Das lehrt, dass das Land mit g‑ttlichem Geist (רוּחַ הַקֹּדֶשׁ) verteilt wurde; darum steht עַל פִּי „nach dem Ausspruch“.
Raschi
וְאֵ֨לֶּה פְקוּדֵ֣י הַלֵּוִי֮ לְמִשְׁפְּחֹתָם֒ לְגֵרְשׁ֗וֹן מִשְׁפַּ֙חַת֙ הַגֵּ֣רְשֻׁנִּ֔י לִקְהָ֕ת מִשְׁפַּ֖חַת הַקְּהָתִ֑י לִמְרָרִ֕י מִשְׁפַּ֖חַת הַמְּרָרִֽי׃
57
57
Das sind die Gezählten des Stammes Levi, nach ihren Familien: Gerschon und die Familie Gerschoni, Kehat und die Familie Kehati, Merari und die Familie Merari.
אֵ֣לֶּה׀ מִשְׁפְּחֹ֣ת לֵוִ֗י מִשְׁפַּ֨חַת הַלִּבְנִ֜י מִשְׁפַּ֤חַת הַֽחֶבְרֹנִי֙ מִשְׁפַּ֤חַת הַמַּחְלִי֙ מִשְׁפַּ֣חַת הַמּוּשִׁ֔י מִשְׁפַּ֖חַת הַקָּרְחִ֑י וּקְהָ֖ת הוֹלִ֥ד אֶת־עַמְרָֽם׃
58
58
Das sind die Familien von Levi: Familie Liwni, Familie Chewroni, Familie Machli, Familie Muschi, Familie Karchi; und Kehat zeugte Amram.
Das sind die Familien von Levi
Es fehlen hier die Familien des Schimi und des Usiëli und ein Teil des Jizhari.
Raschi
Familie Karchi: die Nachkommen Korachs.
וְשֵׁ֣ם׀ אֵ֣שֶׁת עַמְרָ֗ם יוֹכֶ֙בֶד֙ בַּת־לֵוִ֔י אֲשֶׁ֨ר יָלְדָ֥ה אֹתָ֛הּ לְלֵוִ֖י בְּמִצְרָ֑יִם וַתֵּ֣לֶד לְעַמְרָ֗ם אֶֽת־אַהֲרֹן֙ וְאֶת־מֹשֶׁ֔ה וְאֵ֖ת מִרְיָ֥ם אֲחֹתָֽם׃
59
59
Und Amrams Frau hieß Jochewed, sie war eine Tochter von Levi, die Levi in Mizraim geboren wurde; sie gebar dem Amram Aharon, Mosche und deren Schwester Miriam.
die Levi in Mizraim geboren wurde: die Levis Frau in Mizraim geboren, aber nicht in Mizraim empfangen hatte. Als sie die Grenzmauer [nach Mizraim] durchschritten, brachte sie Jochewed zur Welt. Und sie vervollständigte die Zahl 70. Denn bei den einzelnen Zahlen findest du nur 69 (Sota 12a).
Raschi
וַיִּהְי֣וּ פְקֻדֵיהֶ֗ם שְׁלֹשָׁ֤ה וְעֶשְׂרִים֙ אֶ֔לֶף כָּל־זָכָ֖ר מִבֶּן־חֹ֣דֶשׁ וָמָ֑עְלָה כִּ֣י׀ לֹ֣א הָתְפָּקְד֗וּ בְּתוֹךְ֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל כִּ֠י לֹא־נִתַּ֤ן לָהֶם֙ נַחֲלָ֔ה בְּת֖וֹךְ בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
62
62
Und es waren ihre Gezählten 23.000 alle Männlichen von einem Monat und darüber; denn sie wurden nicht mitgezählt unter den Kindern Israel, weil ihnen kein Erbbesitz unter den Kindern Israel gegeben wurde.
denn sie wurden nicht mitgezählt unter den Kindern Israel: von 20 Jahren an. Aus welchem Grund? Weil ihnen kein Erbbesitz gegeben wurde. Aber diejenigen, die von 20 Jahren an gezählt wurden, erhielten Anteil, so heißt es (Vers 54) אִישׁ לְפִי פְקֻדָיו יֻתַּן נַחֲלָתוֹ „einem jeden [Stamm] nach seinen Gezählten wird sein Besitz gegeben“.
Raschi
וּבְאֵ֙לֶּה֙ לֹא־הָ֣יָה אִ֔ישׁ מִפְּקוּדֵ֣י מֹשֶׁ֔ה וְאַהֲרֹ֖ן הַכֹּהֵ֑ן אֲשֶׁ֥ר פָּקְד֛וּ אֶת־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל בְּמִדְבַּ֥ר סִינָֽי׃
64
64
Und unter diesen war kein Mann von den Gezählten durch Mosche und Aharon, den Kohen, die die Kinder Israel in der Wüste Sinai gezählt hatten.
Und unter diesen war kein Mann
Aber über die Frauen war nicht die Strafe wegen der Kundschafter (מְרַגְּלִים) verhängt worden, weil sie das Land Israel liebten. Die Männer hatten gesagt (Bam. 14:4) נִתְּנָה רֹאשׁ וְנָשׁוּבָה מִצְרָיְמָה „Lasst uns einen Führer einsetzen und nach Mizraim zurückkehren“; die Frauen hingegen sagten (Bam. 27:4) תְּנָה לָּנוּ אֲחֻזָּה „Gebt uns Erbbesitz“. Darum schließt sich der Abschnitt der Töchter Zlofchads an diesen an.
Raschi
כִּֽי־אָמַ֤ר יְהוָה֙ לָהֶ֔ם מ֥וֹת יָמֻ֖תוּ בַּמִּדְבָּ֑ר וְלֹא־נוֹתַ֤ר מֵהֶם֙ אִ֔ישׁ כִּ֚י אִם־כָּלֵ֣ב בֶּן־יְפֻנֶּ֔ה וִיהוֹשֻׁ֖עַ בִּן־נֽוּן׃
65
65
Denn der Ewige hatte über sie ausgesprochen: Sterben sollen sie in der Wüste; und so blieb von ihnen kein Mann übrig außer Kalew, Sohn von Jefune, und Jehoschua, Sohn von Nun.
וַתִּקְרַ֜בְנָה בְּנ֣וֹת צְלָפְחָ֗ד בֶּן־חֵ֤פֶר בֶּן־גִּלְעָד֙ בֶּן־מָכִ֣יר בֶּן־מְנַשֶּׁ֔ה לְמִשְׁפְּחֹ֖ת מְנַשֶּׁ֣ה בֶן־יוֹסֵ֑ף וְאֵ֙לֶּה֙ שְׁמ֣וֹת בְּנֹתָ֔יו מַחְלָ֣ה נֹעָ֔ה וְחָגְלָ֥ה וּמִלְכָּ֖ה וְתִרְצָֽה׃
1
1
Und es traten heran die Töchter von Zlofchad, Sohn von Chefer, Sohn von Gilad, Sohn von Machir, Sohn von Menasche, von den Familien des Menasche, Sohn Josefs; und das waren die Namen seiner Töchter: Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirza.
Sohn von Menasche, von den Familien des Menasche, Sohn Josefs
Warum steht das, wenn schon steht „Sohn von Menasche“? Um dir zu sagen, dass Josef das Land Israel liebte, wie es heißt (Ber. 40:25) וְהַעֲלִתֶם אֶת עַצְמֹתַי „bringt meine Gebeine hinauf“; und auch seine Töchter das Land liebten, wie es heißt (weiter, Vers 4) תְּנָה לָּנוּ אֲחֻזָּה „Gebt uns Erbbesitz“.
Und um dich zu lehren, dass sie alle Zaddikim waren. Wenn die Handlungen eines Menschen und die seiner Väter unbekannt sind und der Vers es dir bei einem von ihnen bekanntgibt und seinen Stammbaum zu seinem Lob nennt, so ist er ein Zaddik, der von Zaddikim stammt. Wenn aber sein Stammbaum zu seiner Schande genannt wird, wie (2 Kön. 25:25) בָּא יִשְׁמָעֵאל בֶּן נְתַנְיָה בֶּן אֱלִישָׁמָע „kam Ischmael, Sohn von Netanja, Sohn von Elischema“, so ist sicher, dass alle mit ihm Erwähnten böse waren.
Raschi
kam Ischmael: Nach der Zerstörung des Ersten Tempels akzeptierte Ischmael, Sohn von Netanja, die Ernennung Gedalias zum Statthalter Jehudas durch die Babylonier nicht, da er selbst aus dem Königshaus stammte. Er führte eine Gruppe von zehn Männern an, die Gedalia in Mizpa überfielen. Bei dem Attentat töteten sie auch dessen jüdische Gefolgsleute und die babylonischen Soldaten. Aus Angst vor der Rache des Königs von Bawel floh das verbliebene Volk daraufhin nach Ägypten.
Ischmael, Sohn von Netanja, vernichtete durch die Ermordung Gedalias den letzten Überrest jüdischer Selbstverwaltung nach der Tempelzerstörung. Die Gelehrten setzen die Ermordung Gedalias mit der Zerstörung des Ersten Tempels gleich, da sie das Ende des jüdischen Verbleibs im Land besiegelte. Getrieben von persönlichem Ehrgeiz und Neid auf Gedalias Führungsposition handelte er gegen den ausdrücklichen Willen des Propheten Jirmijahu. Im Talmud (Rosch haSchana 18b) wird sein Verbrechen so schwer gewogen, dass der Fastentag Zom Gedalia am 3. Tischre festgelegt wurde.
Machla, Noa
Weiter sagt der Vers (Bam. 36:11) וַתִּהְיֶינָה מַחְלָה תִרְצָה „es wurden Machla und Tirza“. Das lehrt, dass alle einander ebenbürtig waren, darum änderte er ihre Reihenfolge.
Raschi
וַֽתַּעֲמֹ֜דְנָה לִפְנֵ֣י מֹשֶׁ֗ה וְלִפְנֵי֙ אֶלְעָזָ֣ר הַכֹּהֵ֔ן וְלִפְנֵ֥י הַנְּשִׂיאִ֖ם וְכָל־הָעֵדָ֑ה פֶּ֥תַח אֹֽהֶל־מוֹעֵ֖ד לֵאמֹֽר׃
2
2
Sie standen vor Mosche und vor Elasar, dem Kohen und vor den Oberhäuptern und der ganzen Gemeinde am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft und sagten:
vor Mosche und vor Elasar
Das lehrt, dass sie erst im 40. Jahr, nachdem Aharon gestorben war, vor sie hintraten.
Raschi
vor Mosche: und dann vor Elasar? Ist es denn denkbar, dass, wenn Mosche es nicht wusste, Elasar es wusste? Nur stelle den Vers um und erkläre ihn; das sind die Worte von R. Joschija. [Sie wandten sich zuerst an Elasar. Da er keine Antwort wusste, kamen sie danach zu Mosche und brachten ihren Anspruch vor.] Abba Chanan im Namen von R. Elasar aber sagt: Mosche und Elasar saßen zusammen im Lehrhaus (בֵּית הַמִּדְרָשׁ), und die Töchter Zlofchads traten vor alle hin.
Raschi
אָבִינוּ֮ מֵ֣ת בַּמִּדְבָּר֒ וְה֨וּא לֹא־הָיָ֜ה בְּת֣וֹךְ הָעֵדָ֗ה הַנּוֹעָדִ֛ים עַל־יְהוָ֖ה בַּעֲדַת־קֹ֑רַח כִּֽי־בְחֶטְא֣וֹ מֵ֔ת וּבָנִ֖ים לֹא־הָ֥יוּ לֽוֹ׃
3
3
Unser Vater ist in der Wüste gestorben, er war aber nicht unter der Gruppe, die sich in der Gruppe um Korach gegen den Ewigen zusammentaten, sondern durch seine eigene Sünde starb er und Söhne hatte er nicht.
er war nicht
Weil sie sagen wollten „durch seine Sünde starb er“, waren sie gezwungen zu sagen, nicht durch die Sünde [jener 250 Führer der Gemeinde, die während Korachs Aufruhr gegen die Kehuna-Würde] aufbegehrten; noch gehörte er zum Anhang Korachs, [d.h. den Mitgliedern von Korachs Haushalt]. Beide diese Gruppen wiegelten gegen den Ewigen auf [und verloren dadurch ihren Anteil am Land Israel]. Sondern wegen seiner eigenen Sünde allein starb er, und andere hat er nicht zur Sünde verleitet.
Rabbi Akiwa sagt, er war der Holzsammler (מְקוֹשֵׁשׁ עֵצִים, Bam. 15:32); Rabbi Schimon sagt, er gehörte zu der Gruppe, die in trotzigem Aufbegehren den Vorstoß nach dem Land Israel wagten (מַּעְפִּילִים, Bam. 14:44). (Schabbat 96b–97a)
Raschi
Rabbi Schimon sagt: Nachdem G‑tt verhängt hatte, dass die Generation des Auszugs aus Mizraim wegen ihrer Beteiligung an der Sünde der Kundschafter in der Wüste sterben sollte, stiegen einige Leute trotzig auf den Berggipfel, um in das Land Israel vorzudringen. Sie wurden sofort von den Amalekim und Kna’anim getötet (siehe Bam. 14:40–45). Rabbi Schimon leitet ab, dass Zlofchad zu diesen Sündern gehörte. Unser Vers besagt, dass Zlofchad „in der Wüste gestorben ist“. Das lässt darauf schließen, dass er wegen seiner Weigerung starb, G‑ttes Befehl zu befolgen, der eine Umkehr in Richtung der Wüste forderte und den Versuch untersagte, das Land Israel zu betreten (dort, Vers 25).
Beer baSade
לָ֣מָּה יִגָּרַ֤ע שֵׁם־אָבִ֙ינוּ֙ מִתּ֣וֹךְ מִשְׁפַּחְתּ֔וֹ כִּ֛י אֵ֥ין ל֖וֹ בֵּ֑ן תְּנָה־לָּ֣נוּ אֲחֻזָּ֔ה בְּת֖וֹךְ אֲחֵ֥י אָבִֽינוּ׃
4
4
Warum soll der Name unseres Vaters untergehen aus seiner Familie, weil er keinen Sohn hat? Gib uns einen Besitzanteil unter den Brüdern unseres Vaters.
Warum soll der Name unseres Vaters untergehen
Wir stehen an der Stelle eines Sohnes. Wenn aber Töchter nicht als Nachkommen bei der Erbschaft gelten, dann soll unsere Mutter ihren Schwager heiraten (תִּתְיַבֵּם אִמֵּנוּ לַיָּבָם). (Bawa Batra 119b)
Raschi
dann soll unsere Mutter ihren Schwager heiraten: Wenn ein Mann kinderlos stirbt, muss seine Witwe (Jewama genannt) seinen Bruder (den Jawam) heiraten. Diese Ehe wird als Jibum bezeichnet. Will der Bruder sie nicht heiraten, muss er sie durch Chalitza aus dieser Verpflichtung entlassen. Die Torah erklärt den Zweck von Jibum damit, dass „der Name“ des verstorbenen Bruders „in Israel nicht ausgelöscht werden soll“ (Dew. 25:6). Die Töchter Zlofchads weisen mit den Worten „Warum soll der Name unseres Vaters untergehen“ auf das Gebot von Jibum an.
Kizzur Misrachi, Maskil leDavid
weil er keinen Sohn hat
[Die Töchter Zlofchads hatten bereits gesagt, dass ihr Vater keine Söhne hatte (siehe zuvor, Vers 3). Warum erwähnten sie das noch einmal?]
Hätte er aber einen Sohn gehabt, hätten sie nichts verlangt. Das lehrt, dass sie klug waren.
Raschi
וַיַּקְרֵ֥ב מֹשֶׁ֛ה אֶת־מִשְׁפָּטָ֖ן○ לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
5
5
Und Mosche brachte ihre Rechtssache vor den Ewigen.
Und Mosche brachte ihre Rechtssache
Die Halacha war ihm verborgen. Und hier wurde er dafür bestraft, dass er früher den Ruhm für sich genommen hatte, indem er sagte (Dew. 1:17) וְהַדָּבָר אֲשֶׁר יִקְשֶׁה מִכֶּם תַּקְרִבוּן אֵלַי „die Sache, die euch zu schwer ist, sollt ihr zu mir bringen“.
Andere Erklärung: Dieser Abschnitt hätte durch Mosche geschrieben werden sollen; nur hatten die Töchter Zlofchads das Verdienst, dass er durch ihre Veranlassung geschrieben wurde (Sanh. 8a).
Raschi
„die Sache, die euch zu schwer ist …“: Stattdessen hätte Mosche sagen sollen „Die Sache, die euch zu schwer ist, sollt ihr vor G‑tt bringen“ (Raschi zu Sanhedrin 8a). Weil er auf eine Art gesprochen hatte, die als Mangel an Demut gedeutet werden konnte, erlebte er, dass er die Halacha in diesem Fall vergaß.
Dieser Abschnitt hätte durch Mosche geschrieben werden sollen: Im Gegensatz zur ersten Auslegung, nach der Mosche die Halacha in diesem Fall früher einmal kannte, besagt die zweite Erklärung, dass diese Halacha ihm niemals gelehrt worden war. Aus diesem Grund wusste er nicht, wie in diesem Fall zu entscheiden ist.
Sefer Sikaron