Der tägliche Chumasch-Abschnitt

24. Tamus 5786

Donnerstag, 9. Juli 2026

Heute

Matot – Masse’i

5. Alija

(Bamidbar 33:50 – 34:15)

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וַיְדַבֵּ֧ר יְהוָ֛ה אֶל־מֹשֶׁ֖ה בְּעַֽרְבֹ֣ת מוֹאָ֑ב עַל־יַרְדֵּ֥ן יְרֵח֖וֹ לֵאמֹֽר׃
50
50
Und der Ewige sagte zu Mosche, in den Ebenen von Moaw am Jarden, gegenüber Jericho, wie folgt:
דַּבֵּר֙ אֶל־בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְאָמַרְתָּ֖ אֲלֵהֶ֑ם כִּ֥י אַתֶּ֛ם עֹבְרִ֥ים אֶת־הַיַּרְדֵּ֖ן אֶל־אֶ֥רֶץ כְּנָֽעַן׃
51
51
Rede zu den Kindern Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr über den Jarden zieht in das Land Kna’an,
(51—52) Wenn ihr über den Jarden zieht … sollt ihr vertreiben
Sind sie nicht an vielen Stellen dazu ermahnt worden? Nur, Mosche sagte so zu ihnen: wenn ihr auf dem Trockenen durch den Jarden zieht, so zieht ihr unter dieser Bedingung hinüber. Wenn ihr diese aber nicht erfüllen wollt, dann wird das Wasser kommen und euch wegschwemmen. Und so finden wir auch, dass Jehoschua so zu ihnen sprach, während sie im Flussbett des Jarden standen (Jesch. 4:10).
Raschi
וְה֨וֹרַשְׁתֶּ֜ם אֶת־כָּל־יֹשְׁבֵ֤י הָאָ֙רֶץ֙ מִפְּנֵיכֶ֔ם וְאִ֨בַּדְתֶּ֔ם אֵ֖ת כָּל־מַשְׂכִּיֹּתָ֑ם וְאֵ֨ת כָּל־צַלְמֵ֤י מַסֵּֽכֹתָם֙ תְּאַבֵּ֔דוּ וְאֵ֥ת כָּל־בָּמֹתָ֖ם תַּשְׁמִֽידוּ׃
52
52
dann sollt ihr alle Einwohner des Landes vor euch vertreiben und sollt alle ihre Gebetsstätten vernichten und alle ihre gegossenen Bilder vernichten und alle ihre Höhen zerstören.
vor euch vertreiben
וְהוֹרַשְׁתֶּם bedeutet soviel wie וְגֵרַשְׁתֶּם „ihr sollt vertreiben“.
Raschi
ihre Gebetsstätten
מַשְׂכִּיֹּתָם, wie der Targum sagt בֵּית סִגְדַתְהוֹן „die Stätte ihres Niederwerfens“. So werden sie genannt, weil sie den Fußboden mit Steinfliesen aus Marmor belegten, um sich darauf mit ausgebreiteten Händen und Füßen niederzuwerfen; so heißt es (Waj. 26:1) וְאֶבֶן מַשְׂכִּית לֹא תִּתְנוּ בְּאַרְצְכֶם לְהִשְׁתַּחֲוֹת עָלֶיה „und deckenden Stein sollt ihr nicht in eurem Land anbringen, euch darauf niederzuwerfen“.
Raschi
gegossenen
מַסֵּכֹתָם, wie der Targum sagt מַתְּכַתְהוֹן „aus Metall“.
Raschi
וְהוֹרַשְׁתֶּ֥ם אֶת־הָאָ֖רֶץ וִֽישַׁבְתֶּם־בָּ֑הּ כִּ֥י לָכֶ֛ם נָתַ֥תִּי אֶת־הָאָ֖רֶץ לָרֶ֥שֶׁת אֹתָֽהּ׃
53
53
Und wenn ihr das Land in Besitz genommen habt, dann könnt ihr darin wohnen; denn euch gebe Ich das Land, es zu besitzen.
Und wenn ihr das Land in Besitz genommen habt: ihr sollt seine Bewohner daraus austreiben und dann könnt ihr darin wohnen: könnt ihr darin bestehen; und wenn nicht, könnt ihr nicht darin bestehen.
Raschi
וְהִתְנַחַלְתֶּם֩ אֶת־הָאָ֨רֶץ בְּגוֹרָ֜ל לְמִשְׁפְּחֹֽתֵיכֶ֗ם לָרַ֞ב תַּרְבּ֤וּ אֶת־נַחֲלָתוֹ֙ וְלַמְעַט֙ תַּמְעִ֣יט אֶת־נַחֲלָת֔וֹ אֶל֩ אֲשֶׁר־יֵ֨צֵא ל֥וֹ שָׁ֛מָּה הַגּוֹרָ֖ל ל֣וֹ יִהְיֶ֑ה לְמַטּ֥וֹת אֲבֹתֵיכֶ֖ם תִּתְנֶחָֽלוּ׃
54
54
Und nehmt für euch das Land in Besitz durch das Los nach euren Familien; den Vielen gebt viel Besitztum und den Wenigen gebt wenig Besitztum; wohin das Los für ihn fällt, das soll ihm gehören; nach den Stämmen eurer Väter sollt ihr euch den Besitz verteilen.
wohin das Los einem fällt
אֶל אֲשֶׁר יֵצֵא לוֹ שָׁמָּה, dieser Vers ist kurz [und ist so zu lesen]: אֶל מְקוֹם אֲשֶׁר יֵצֵא לוֹ שָׁמָּה, הַגּוֹרָל לוֹ יִהְיֶה „der Ort, auf den für ihn das Los fällt, soll ihm gehören“.
Raschi
nach den Stämmen eurer Väter: nach der Anzahl der aus Mizraim Gezogenen.
Andere Erklärung: in zwölf Gebiete nach der Anzahl der Stämme.
Raschi
וְאִם־לֹ֨א תוֹרִ֜ישׁוּ אֶת־יֹשְׁבֵ֣י הָאָרֶץ֮ מִפְּנֵיכֶם֒ וְהָיָה֙ אֲשֶׁ֣ר תּוֹתִ֣ירוּ מֵהֶ֔ם לְשִׂכִּים֙ בְּעֵ֣ינֵיכֶ֔ם וְלִצְנִינִ֖ם בְּצִדֵּיכֶ֑ם וְצָרֲר֣וּ אֶתְכֶ֔ם עַל־הָאָ֕רֶץ אֲשֶׁ֥ר אַתֶּ֖ם יֹשְׁבִ֥ים בָּֽהּ׃
55
55
Wenn ihr aber nicht die Einwohner des Landes vor euch vertreiben werdet, dann werden die, die ihr übrig lasst von ihnen, zu Stacheln in euren Augen und zu Dornen in euren Seiten; sie werden euch feindselig behandeln in dem Land, in dem ihr wohnt.
dann werden die, die ihr übrig lasst von ihnen: für euch zum Schlechten sein.
Raschi
zu Stacheln in euren Augen
לְשִׂכִּים בְּעֵינֵיכֶם „Stacheln in euren Augen“: Stacheln (יְתֵדוֹת), die euch die Augen ausstechen. Der Targum von יְתֵדוֹת ist סִכַּיָא (Schem. 38:20).
Raschi
zu Dornen
Die Bedeutung des Ausdruck וְלִצְנִינִם „zu Dornen“ wird erklärt als Dornenhecke, die euch umgibt, um euch einzuschließen, dass keiner heraus noch hinein kann.
Raschi
werden euch feindselig behandeln
וְצָרְרוּ אֶתְכֶם, wie der Targum sagt.
Raschi
וְהָיָ֗ה כַּאֲשֶׁ֥ר דִּמִּ֛יתִי לַעֲשׂ֥וֹת לָהֶ֖ם אֶֽעֱשֶׂ֥ה לָכֶֽם׃
56
56
Und es wird geschehen: Wie Ich dachte, ihnen zu tun, so werde Ich euch tun.
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
1
1
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
צַ֞ו אֶת־בְּנֵ֤י יִשְׂרָאֵל֙ וְאָמַרְתָּ֣ אֲלֵהֶ֔ם כִּֽי־אַתֶּ֥ם בָּאִ֖ים אֶל־הָאָ֣רֶץ כְּנָ֑עַן זֹ֣את הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֨ר תִּפֹּ֤ל לָכֶם֙ בְּֽנַחֲלָ֔ה אֶ֥רֶץ כְּנַ֖עַן לִגְבֻלֹתֶֽיהָ׃
2
2
Befiehl den Kindern Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land Kna’an kommt, dann sei dies das Land, das euch zum Besitztum zufällt, das Land Kna’an nach seinen Grenzen.
sei dies das Land, das euch zum Besitztum zufällt
Weil viele Mizwot im Land Israel gelten und außerhalb des Landes nicht erfüllt werden, werden die Grenzen des Gebiets von allen Seiten ringsum beschrieben, um dir zu sagen: Innerhalb dieser Grenzen gelten diese Mizwot.
Raschi
das euch zufällt
תִּפֹּל „zufallen“. Weil es nach dem Los verteilt wurde, wird die Verteilung mit dem Ausdruck נְפִילָה „zufallen“ beschrieben.
Der Midrasch sagt: תִּפֹּל לָכֶם, weil der Ewige die Fürsten der 70 Völker (andere Ausgaben: sieben Völker) vom Himmel herabwarf (הִפִּיל מִן הַשָּׁמַיִם) und vor Mosche niederzwang, indem Er zu ihm sagte, siehe, sie haben keine Kraft mehr.
Raschi
וְהָיָ֨ה לָכֶ֧ם פְּאַת־נֶ֛גֶב מִמִּדְבַּר־צִ֖ן עַל־יְדֵ֣י אֱד֑וֹם וְהָיָ֤ה לָכֶם֙ גְּב֣וּל נֶ֔גֶב מִקְצֵ֥ה יָם־הַמֶּ֖לַח קֵֽדְמָה׃
3
3
Es beginne euch die Südseite bei der Wüste Zin, Edom entlang, und zwar soll die Südgrenze an der östlichen Ecke des Salzmeeres beginnen.
Es beginne euch die Südseite: die Südseite von Osten nach Westen.
Raschi
bei der Wüste Zin: die neben Edom liegt, beginnt die Südostecke des Landes der neun Stämme. Wie ist das? Drei Länder liegen im Süden von Eretz Israel nebeneinander: ein Teil des Landes Mizraim, das ganze Land Edom und das ganze Land Moaw. Das Land Mizraim an der Südwestecke; so steht weiter (Vers 5) מֵעַצְמוֹן נַחְלָה מִצְרָיִם וְהָיוּ תוֹצְאוֹתָיו הַיָּמָּה „von Azmon zum Bach Mizraims, und sie verläuft bis zum Meer“. Der Bach Mizraims ging längs des ganzen Landes Mizraim, wie es heißt (Jesch. 13:3) מִן הַשִּׁיחוֹר אֲשֶׁר עַל פְּנֵי מִצְרַיִם „vom Schichor, der längs Mizraims geht“, und trennte Mizraim vom Land Israel.
Daneben lag das Land Edom im Osten und das Land Moaw neben dem Land Edom am Ende der Südgrenze östlich von jenem. Als Israel aus Mizraim zog, hätte sie der Ewige, wenn Er ihren Eintritt ins Land hätte beschleunigen wollen, über den Nil nordwärts geführt. Dann wären sie gleich ins Land Israel gekommen. Er tat aber nicht so, und das bedeutet der Vers (Schem. 13:17) וְלֹא נָחָם אֱלֹהִים דֶּרֶךְ אֶרֶץ פְּלִשְׁתִּים „und G‑tt führte sie nicht auf den Weg durchs Land der Pelischtim“, die am Meer wohnten im Westen des Landes Kna’an. Wie es von den Pelischtim heißt (Zef. 2:5) יֹשְׁבֵי חֶבֶל הַיָּם גּוֹי כְּרֵתִים „die ihr den Meeresstrich bewohnt, Volk der Kretim“. Und Er führte sie nicht jenen Weg, sondern führte sie im Bogen und ließ sie südwärts in die Wüste hinausgehen. Diese nannte [der Prophet] Jecheskel (20:35) מִדְבַּר הָעַמִּים „die Wüste der Völker“, weil an ihrer Seite viele Völker wohnten. Und sie zogen im Süden immer von Westen nach Osten, bis sie in den Süden des Landes Edom kamen. Da baten sie den König von Edom, er möge ihnen erlauben, durch sein Land zu ziehen, quer durch sein Land, um ins Land Israel zu kommen. Er wollte aber nicht, und sie mussten um den ganzen Süden von Edom herumgehen, bis sie in den Süden des Landes Moaw kamen. So heißt es (Richt. 11:17) וְגַם אֶל מֶלֶךְ מוֹאָב שָׁלַח וְלֹא אָבָה „und auch zum König von Moaw schickte er, er wollte aber nicht“. Und so gingen sie den ganzen Süden von Moaw bis zu Ende, und von dort wandten sie sich nach Norden, bis sie quer die ganze Ostgrenze von Moaw umzogen hatten. Als sie das Ende der Ostgrenze erreichten, stießen sie auf das Land von Sichon und Og, die im Osten des Landes Kna’an wohnten, durch den Jarden von ihm getrennt. Das steht bei Jiftach (Richt. 11:18) וַיֵּלֶךְ בַּמִּדְבָּר וַיָּסָב אֶת אֶרֶץ אֱדוֹם וְאֶת אֶרֶץ מוֹאָב „es ging durch die Wüste und umzog das Land Edom und das Land Moaw“, וַיָּבֹא מִמִּזְרַח שֶׁמֶשׁ לְאֶרֶץ מוֹאָב „und kam auf die Ostseite des Landes Moaw“, dann nahmen sie das Land von Sichon und Og ein, die im Norden von Moaw wohnten, und kamen bis in die Nähe des Jarden, das ist gegenüber der Nordwestecke von Moaw. Daraus ergibt sich, dass das Land Kna’an, das auf der Westseite des Jarden lag, seine Südostecke neben Edom hatte.
Raschi
וְנָסַ֣ב לָכֶם֩ הַגְּב֨וּל מִנֶּ֜גֶב לְמַעֲלֵ֤ה עַקְרַבִּים֙ וְעָ֣בַר צִ֔נָה כתיב והיה וְהָיוּ֙ תּֽוֹצְאֹתָ֔יו מִנֶּ֖גֶב לְקָדֵ֣שׁ בַּרְנֵ֑עַ וְיָצָ֥א חֲצַר־אַדָּ֖ר וְעָבַ֥ר עַצְמֹֽנָה׃
4
4
Dann wende sich euch die Grenze südlich von Maale Akrabim und ziehe weiter nach Zin, und ihre Ausläufe seien südlich von Kadesch Barnea, dann laufe die Grenze aus nach Chazar Adar und ziehe weiter nach an Azmon.
Dann wende sich die Grenze südlich von Maale Akrabim
Überall, wo es heißt וְנָסַב „wende sich“, „ziehe herum“ oder וְיָצָא „gehe hinaus“, lehrt es, dass die Grenze nicht gradlinig verlief, sondern nach außen hervortrat. Die Grenze trat hervor und machte einen Bogen, der nach Norden offen war, und verlief schräg nach Westen. Es ging die Grenze südlich bei Maale Akrabim vorbei, sodass sich Maale Akrabim innerhalb der Grenze befand.
Raschi
weiter nach Zin
וְעָבַר צִנָה „weiter nach Zin“, wie מִצְרַיְמָה „nach Mizraim“.
Raschi
ihre Ausläufe
תּוֹצְאֹתָיו hat die Bedeutung von קְצוֹתָיו, ihr Saum sei südlich von Kadesch Barnea.
Raschi
gehe nach Chazar Adar hinaus
Die Grenze mache einen Bogen mit der breiten offenen Seite nach Norden und ziehe sich schräg nach Westen, komme nach Chazar Adar, von da nach Azmon und von da zum Bach Mizraims. Dass hier (Vers 5) wieder der Ausdruck וְנָסַב „herumziehen“ steht, ist deshalb, weil der Vers geschrieben hat וְיָצָא חֲצַר אַדָּר „gehe nach Chazar Adar hinaus“, das heißt sie fängt an auszubiegen, nachdem sie an Kadesch Barnea vorüber war. Und die Breite dieses nach Norden offenen Bogens (Streifens) erstreckte sich von Kadesch Barnea bis Azmon. Und von da an und weiter wurde das Gebiet wieder enger, und die Grenze zog um den Süden herum und kam zum Bach Mizraims und von da westwärts zum großen Meer, das im Westen des ganzes Landes Israel lag. Also bildete der Bach Mizraims die Südwestgrenze.
Raschi
וְנָסַ֧ב הַגְּב֛וּל מֵעַצְמ֖וֹן נַ֣חְלָה מִצְרָ֑יִם וְהָי֥וּ תוֹצְאֹתָ֖יו הַיָּֽמָּה׃
5
5
Von Azmon wende die Grenze sich nach dem Bach Mizraims und ihre Ausläufe seien bis an das Meer.
und ihre Ausläufe seien bis an das Meer: bis zur Westgrenze. Denn die Südgrenze geht von da an nicht weiter nach Westen.
Raschi
וּגְב֣וּל יָ֔ם וְהָיָ֥ה לָכֶ֛ם הַיָּ֥ם הַגָּד֖וֹל וּגְב֑וּל זֶֽה־יִהְיֶ֥ה לָכֶ֖ם גְּב֥וּל יָֽם׃
6
6
Und was die Westgrenze betrifft: das große Meer sei die Grenze und das Gebiet; das soll eure Westgrenze sein.
Und die Westgrenze
וּגְבוּל יָם „die Westgrenze“. Und was ist die Westgrenze? „das große Meer“ sei die Grenze; „und das Gebiet“: die Inseln im Meer gehören auch zum Gebiet (Gittin 8a). Das sind die Inseln, im Französischen isles.
Raschi
וְזֶֽה־יִהְיֶ֥ה לָכֶ֖ם גְּב֣וּל צָפ֑וֹן מִן־הַיָּם֙ הַגָּדֹ֔ל תְּתָא֥וּ לָכֶ֖ם הֹ֥ר הָהָֽר׃
7
7
Und das soll eure Nordgrenze sein: vom großen Meer zieht eine Linie zum Berg Hor.
Nordgrenze
וּגְבוּל צָפוֹן bedeutet מֶצֶר צָפוֹן, die Nordgrenze.
Raschi
vom großen Meer zieht eine Linie zum Berg Hor
תְּתָאוּ לָכֶם הֹר הָהָר „wendet euch zum Berg Hor“, der sich in der Nordwestecke befindet und dessen Spitze schräg ins Meer abfällt, sodass sich die Breite des Meeres zum Teil innerhalb des Berges und zum Teil außerhalb befindet.
תְּתָאוּ hat die Bedeutung: zieht schräg, um euch vom Westen nordwärts zum Berg Hor zu wenden.

תְּתָאוּ bedeutet „herumziehen“, wie (2 Chro. 12:11) אֶל תָּא הָרָצִים „in die Halle der Läufer“; (Jech. 40:10) וְתָאֵי הַשַּׁעַר „die Hallen des Tores“, der Anbau, den man Nebengebäude nennt, weil er angesetzt und schräg angebaut ist, im Hebräischen הַיָּצִיעַ und im Französischen apendiz.
Raschi
מֵהֹ֣ר הָהָ֔ר תְּתָא֖וּ לְבֹ֣א חֲמָ֑ת וְהָי֛וּ תּוֹצְאֹ֥ת הַגְּבֻ֖ל צְדָֽדָה׃
8
8
Vom Berg Hor zieht eine Linie bis da, wo es nach Chamat geht, und die Ausläufe der Grenze seien bis Zedad.
Vom Berg Hor: wendet euch und geht zur Nordgrenze nach Osten, bis ihr zum Zugangsweg nach Chamat kommt, das ist Antiochia.
Raschi
die Ausläufe der Grenze
תּוֹצְאֹת הַגְּבֻל bedeutet: das Ende der Grenze. Überall, wo תּוֹצְאוֹת bei der Grenze steht, ist entweder die Grenze dort ganz zu Ende und geht überhaupt nicht weiter, oder sie dehnt sich dort aus, bildet einen Bogen und tritt nach außen zurück, um weiter schräg zu verlaufen und über die vorhergehende Breite hinauszugehen. Im Verhältnis zur ersten Breite des Gebietes nennt der Vers diese Stelle תּוֹצְאוֹת, weil dort das erste Maß aufhört.
Raschi
וְיָצָ֤א הַגְּבֻל֙ זִפְרֹ֔נָה וְהָי֥וּ תוֹצְאֹתָ֖יו חֲצַ֣ר עֵינָ֑ן זֶֽה־יִהְיֶ֥ה לָכֶ֖ם גְּב֥וּל צָפֽוֹן׃
9
9
Dann laufe die Grenze bis Sifron und ihre Ausläufe seien bis Chazar Eynan. Das soll eure Nordgrenze sein.
ihre Ausläufe seien bis Chazar Eynan
וְהָיוּ תוֹצְאֹתָיו חֲצַר עֵינָן „ihre Ausläufe seien bis Chazar Eynan“: ihr Ende sei Chazar Eynan, das war das Ende der Nordgrenze. Daraus ergibt sich, dass Chazar Eynan in der Nordostecke lag, und (nächster Vers) „von dort biegt um“ zur Ostgrenze.
Raschi
וְהִתְאַוִּיתֶ֥ם לָכֶ֖ם לִגְב֣וּל קֵ֑דְמָה מֵחֲצַ֥ר עֵינָ֖ן שְׁפָֽמָה׃
10
10
Von dort biegt um zur Ostgrenze, von Chazar Eynan nach Schefam.
biegt um
וְהִתְאַוִּיתֶם bedeutet „herumziehen“, „umbiegen“ wie תְּתָאוּ.
Raschi
nach Schefam: an der Ostgrenze, und von dort nach Riwla.
Raschi
וְיָרַ֨ד הַגְּבֻ֧ל מִשְּׁפָ֛ם הָרִבְלָ֖ה מִקֶּ֣דֶם לָעָ֑יִן וְיָרַ֣ד הַגְּב֔וּל וּמָחָ֛ה עַל־כֶּ֥תֶף יָם־כִּנֶּ֖רֶת קֵֽדְמָה׃
11
11
Und die Grenze gehe hinab von Schefam nach Riwla, östlich von Ayin, dann gehe die Grenze weiter hinab und stoße an die Abhänge östlich vom See Kinneret.
östlich von Ayin
עָיִן ist ein Ortsname. Und die Grenze verlief östlich davon, sodass Ayin innerhalb der Grenze lag und zu Eretz Israel gehörte.
Raschi
gehe die Grenze weiter hinunter
Überall hier, wo die Grenze von Norden nach Süden ging, senkte sie sich und führte hinunter.
Raschi
stoße an die Abhänge östlich vom See Kinneret, sodass sich der See Kinneret westlich innerhalb der Grenze befand und die Grenze im Osten des Sees verlief. Von dort ging sie zum Jarden hinab. Der Jarden fließt von Norden nach Süden schräg hinunter, er wendet sich ostwärts und berührt das Land Kna‘an am See Kinneret und fließt an der Ostseite von Eretz Israel dem See Kinneret gegenüber, bis er in das Salzmeer fällt. Dort hörte die Grenzlinie auf, indem sie am Salzmeer ihr Ende erreichte. Denn dort war auch der Anfang der Grenzlinie in der Südostecke. Also ging sie um die vier Seiten ringsum.
Raschi
וְיָרַ֤ד הַגְּבוּל֙ הַיַּרְדֵּ֔נָה וְהָי֥וּ תוֹצְאֹתָ֖יו יָ֣ם הַמֶּ֑לַח זֹאת֩ תִּהְיֶ֨ה לָכֶ֥ם הָאָ֛רֶץ לִגְבֻלֹתֶ֖יהָ סָבִֽיב׃
12
12
Dann gehe die Grenze an den Jarden hinab, und ihre Ausläufe seien bis zum Salzmeer. Das sei euch das Land nach seinen Grenzen ringsum.
וַיְצַ֣ו מֹשֶׁ֔ה אֶת־בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵ֖ל לֵאמֹ֑ר זֹ֣את הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֨ר תִּתְנַחֲל֤וּ אֹתָהּ֙ בְּגוֹרָ֔ל אֲשֶׁר֙ צִוָּ֣ה יְהוָ֔ה לָתֵ֛ת לְתִשְׁעַ֥ת הַמַּטּ֖וֹת וַחֲצִ֥י הַמַּטֶּֽה׃
13
13
Und Mosche befahl den Kindern Israel, wie folgt: Das ist das Land, das ihr für euch in Besitz nehmen sollt durch das Los, das der Ewige befohlen hat, den neun Stämmen und dem halben Stamm zu geben.
כִּ֣י לָקְח֞וּ מַטֵּ֨ה בְנֵ֤י הָראוּבֵנִי֙ לְבֵ֣ית אֲבֹתָ֔ם וּמַטֵּ֥ה בְנֵֽי־הַגָּדִ֖י לְבֵ֣ית אֲבֹתָ֑ם וַחֲצִי֙ מַטֵּ֣ה מְנַשֶּׁ֔ה לָקְח֖וּ נַחֲלָתָֽם׃
14
14
Denn der Stamm der Söhne von Rëuwen nach ihren Stammhäusern und der Stamm der Söhne von Gad nach ihren Stammhäusern und der halbe Stamm von Menasche, sie haben ihr Besitztum schon erhalten.
שְׁנֵ֥י הַמַּטּ֖וֹת וַחֲצִ֣י הַמַּטֶּ֑ה לָקְח֣וּ נַחֲלָתָ֗ם מֵעֵ֛בֶר לְיַרְדֵּ֥ן יְרֵח֖וֹ קֵ֥דְמָה מִזְרָֽחָה׃
15
15
Die zwei Stämme und der halbe Stamm haben ihr Besitztum erhalten, auf der anderen Seite des Jarden, gegenüber Jericho, auf der Ostseite.
auf der Ostseite: auf der Vorderseite der Welt, das ist im Osten. Denn der Osten wird die Vorderseite (פָּנִים) und der Westen die Rückseite (אָחוֹר) genannt; darum ist Süden rechts und Norden links.
Raschi