וָאֶתְחַנַּ֖ן אֶל־יְהוָ֑ה בָּעֵ֥ת הַהִ֖וא לֵאמֹֽר׃
23
23
Ich flehte zu dem Ewigen zu jener Zeit und sagte:
Ich flehte
וָאֶתְחַנַּן „ich flehte“; der Begriff חִנּוּן hat überall die Bedeutung „Gnadenakt“, „unverdiente Gabe“ (מַתְּנַת חִנָּם). Obwohl die Zaddikim ihre Bitten mit ihren guten Taten begründen könnten, flehen sie zum Ewigen doch nur um eine unverdiente Gabe. Weil G‑tt zu ihm gesagt hatte (Schem. 33:19) וְחַנֹּתִי אֶת אֲשֶׁר אָחֹן „Ich erweise Gnade, dem Ich Gnade erweisen will“, betete er zu Ihm mit dem Ausdruck וָאֶתְחַנַּן.
Andere Erklärung: תְּחִנָּה ist einer von den zehn Ausdrücken, mit denen das Gebet bezeichnet wird, wie im Sifre (Abschn. 26) steht.
Raschi
zu jener Zeit
Nachdem ich [Mosche Rabbenu] das Land von Sichon und von Og eingenommen hatte, dachte ich, das Gelübde (נֶדֶר) sei vielleicht aufgehoben.
Raschi
und sagte
Dieses לֵאמֹר ist eine der drei Stellen, an denen Mosche vor dem Ewigen sagte: ich lasse Dich nicht, bis Du mir bekannt gibst, ob Du meine Bitte erfüllst oder nicht.
Raschi
אֲדֹנָ֣י ○יֱהֹוִה אַתָּ֤ה הַֽחִלּ֙וֹתָ֙ לְהַרְא֣וֹת אֶֽת־עַבְדְּךָ֔ אֶ֨ת־גָּדְלְךָ֔ וְאֶת־יָדְךָ֖ הַחֲזָקָ֑ה אֲשֶׁ֤ר מִי־אֵל֙ בַּשָּׁמַ֣יִם וּבָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יַעֲשֶׂ֥ה כְמַעֲשֶׂ֖יךָ וְכִגְבוּרֹתֶֽךָ׃
○ הקריאה: אֱלֹהִים
24
24
Herr, Ewiger! Du hast begonnen, Deinem Diener Mosche zu zeigen Deine Größe und Deine starke Hand. Denn wo ist ein G‑tt im Himmel und auf Erden, der so etwas wie Deine Werke und Deine Machttaten tun könnte?
Herr, Ewiger!
אֲדֹנָי ה׳ „Herr, Ewiger“: der barmherzig ist im Gericht.
Raschi
Der G‑ttesname אדנ״י („Herr“ vom Begriff אַדְנוּת „Herrschaft“) bezeichnet die Eigenschaft der Strenge und des Gerichts. Der G‑ttesname י-ה-ו-ה (Jud - He - Waw - He) bezeichnet die Eigenschaft der Barmherzigkeit. So sprach Mosche: Herr, wenn Du zu Gericht sitzt, erbarme Dich meiner.
Gur Arye
Du hast begonnen, Deinem Diener Mosche zu zeigen
Mosche begann sich zum Gebet hinzustellen, obwohl das Verhängnis bereits ausgesprochen war, und sprach zu G‑tt: Von Dir habe ich das gelernt. Denn Du hast zu mir gesagt (Schem. 32:10) וְעַתָּה הַנִּיחָה לִּי „und nun, lass Mich“. Habe ich Dich denn zurückgehalten? Nur, um mir einen Eingang aufzumachen, mir zu sagen, dass die Sache von mir abhängig sei, für sie zu beten. Ebenso dachte ich jetzt zu tun.
Raschi
Deine Größe
אֶת גָּדְלְךָ „Deine Größe“: das ist die Eigenschaft Deiner Güte; ebenso heißt es (Bam. 14:17) וְעַתָּה יִגְדַּל נָא כֹּחַ אֲדֹנָי „und nun möge sich doch groß erweisen die Kraft des Ewigen“.
Raschi
und Deine Hand
וְאֶת יָדְךָ „Deine Hand“: das ist Deine rechte Hand, die allen Bewohnern der Welt entgegengestreckt ist. aufnimmt, die zu Dir zurückkehren.
Raschi
die allen Bewohnern der Welt entgegengestreckt ist: um diejenigen aufzunehmen, die zu Ihm in Teschuwa umkehren.
Misrachi
starke
הַחֲזָקָה „starke [Hand]“: Du bezwingst durch Erbarmen die Eigenschaft des Rechts mit Stärke.
Raschi
Denn wo ist ein G‑tt im Himmel und auf Erden, der so etwas wie Deine Werke und Deine Machttaten tun könnte?
אֲשֶׁר מִי אֵל בַּשָּׁמַיִם וּבָאָרֶץ אֲשֶׁר יַעֲשֶׂה כְמַעֲשֶׂיךָ וְכִגְבוּרֹתֶךָ „Denn wo ist ein G‑tt im Himmel und auf Erden, der so etwas wie Deine Werke und Deine Machttaten tun könnte?“ Gibt es denn gleich Dir einen Gott? Du gleichst nicht einem König aus Fleisch und Blut, der Ratgeber und Beisitzer hat, die ihn daran hindern, wenn er Gnade üben und auf sein Recht verzichten will. Dich kann keiner daran hindern, wenn Du mir verzeihst und Deinen Beschluss aufhebst.
Nach dem einfachen Sinn bedeutet es, Du hast begonnen, Deinem Diener zu zeigen den Krieg mit Sichon und Og, wie es heißt (Dew. 2:31) רְאֵה הַחִלֹּתִי תֵּת לְפָנֶיךָ „siehe, Ich habe begonnen, vor dich hinzugeben“. Zeige mir auch den Krieg mit den 31 Königen.
Raschi
אֶעְבְּרָה־נָּ֗א וְאֶרְאֶה֙ אֶת־הָאָ֣רֶץ הַטּוֹבָ֔ה אֲשֶׁ֖ר בְּעֵ֣בֶר הַיַּרְדֵּ֑ן הָהָ֥ר הַטּ֛וֹב הַזֶּ֖ה וְהַלְּבָנֽוֹן׃
25
25
Ich möchte doch auch hinüberziehen und das gute Land sehen, das jenseits des Jarden liegt, diesen schönen Berg und das Libanongebirge.
Ich möchte doch
נָא ist [in diesem Fall] nichts anderes als ein Ausdruck der Bitte.
Raschi
diesen schönen Berg: das ist Jeruschalaim.
Raschi
und das Libanongebirge
Das ist der Heilige Tempel (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ).
Raschi
Und warum wird der Tempel לְבָנוֹן genannt? Denn er reinigt (מְלַבֵּן) den Menschen von seinen Sünden.
Minchat Jehuda, Dawek Tow aus Joma 39b
וַיִּתְעַבֵּ֨ר יְהוָ֥ה בִּי֙ לְמַ֣עַנְכֶ֔ם וְלֹ֥א שָׁמַ֖ע אֵלָ֑י וַיֹּ֨אמֶר יְהוָ֤ה אֵלַי֙ רַב־לָ֔ךְ אַל־תּ֗וֹסֶף דַּבֵּ֥ר אֵלַ֛י ע֖וֹד בַּדָּבָ֥ר הַזֶּֽה׃
26
26
Der Ewige zürnte mir wegen euch und hörte nicht auf mich, der Ewige sagte zu mir: Genug für dich! Rede nicht wieder zu Mir von dieser Sache!
er Ewige zürnte
וַיִתְעַבֵּר ה׳ „der Ewige zürnte“: war von Zorn erfüllt.
Raschi
wegen euch
לְמַעַנְכֶם „um euretwillen“: ihr habt es mir verursacht. So heißt es auch (Teh. 106:32) וַיַּקְצִיפוּ עַל מֵי מְרִיבָה וַיֵּרַע לְמֹשֶׁה בַּעֲבוּרָם „sie erzürnten beim Streitwasser, und Er strafte Mosche um ihretwillen“.
Raschi
Genug für dich!
רַב לָךְ „Genug für dich!“: Damit man nicht sage, wie unnachgiebig ist der Lehrer und wie zudringlich (unbescheiden) ist der Schüler (Sota 13b).
Andere Erklärung: רַב לָךְ „viel für dich“, noch mehr als das ist für dich aufbewahrt. Groß ist das Gute, das für dich aufbewahrt ist.
Raschi
wie unnachgiebig ist der Lehrer: So streng der Meister (G‑tt) ein Nachgeben trotz fortwährender Bitte verwehrt, so beharrlich zeigt sich der Schüler (Mosche), dass er selbst nach wiederholten Abweisungen weiter betet.
עֲלֵ֣ה׀ רֹ֣אשׁ הַפִּסְגָּ֗ה וְשָׂ֥א עֵינֶ֛יךָ יָ֧מָּה וְצָפֹ֛נָה וְתֵימָ֥נָה וּמִזְרָ֖חָה וּרְאֵ֣ה בְעֵינֶ֑יךָ כִּי־לֹ֥א תַעֲבֹ֖ר אֶת־הַיַּרְדֵּ֥ן הַזֶּֽה׃
27
27
Steige auf den Gipfel des Berges Pissga und erhebe deine Augen nach Westen und Norden, nach Süden und nach Osten und sieh mit deinen Augen, denn du sollst nicht hinüberziehen über diesen Jarden.
und sieh mit deinen Augen
Du hast zu Mir gebetet, „ich möchte das gute Land sehen“ (Vers 25). Ich zeige es dir ganz, so heißt es (Dew. 34:1) וַיַּרְאֵהוּ ה׳ אֶת כָּל הָאָרֶץ „der Ewige zeigte ihm das ganze Land“.
Raschi
וְצַ֥ו אֶת־יְהוֹשֻׁ֖עַ וְחַזְּקֵ֣הוּ וְאַמְּצֵ֑הוּ כִּי־ה֣וּא יַעֲבֹ֗ר לִפְנֵי֙ הָעָ֣ם הַזֶּ֔ה וְהוּא֙ יַנְחִ֣יל אוֹתָ֔ם אֶת־הָאָ֖רֶץ אֲשֶׁ֥ר תִּרְאֶֽה׃
28
28
Und beauftrage Jehoschua, stärke ihn und festige ihn; denn er soll hinüberziehen vor diesem Volk und er soll ihnen zuteilen als Erbbesitz das Land, das du sehen wirst.
beauftrage Jehoschua: die Bürde, die Last und die Streitigkeiten zu ertragen.
Raschi
stärke ihn und festige ihn: durch deine Worte jetzt; damit Jehoschua nicht verzage und er sich denke „So wie mein Lehrer um ihretwillen gestraft wurde, so werde auch ich schließlich um ihretwillen gestraft werden.“ Nein! Ich verspreche ihm, er soll hinüberziehen und er soll ihnen das Land zuteilen.
Raschi
denn er soll hinüberziehen: wenn er an ihrer Spitze hinüberzieht, werden sie es einnehmen. Ebenso findest du, als er vom Volk nach Ai schickte, während er selbst im Lager blieb (Jehosch. 7:5) וַיַּכּוּ מֵהֶם אַנְשֵׁי הָעַי „da schlugen von ihnen die Männer von Ai“; und als er sich aufs Angesicht niederwarf, sprach Er zu ihm dort (Vers 10) קֻם לָךְ „steh auf“; es steht קָם לָךְ [ohne den Buchstaben ו, Waw], d.h. du bleibst an deinem Ort und schickst Meine Kinder in den Krieg? Warum wirfst du dich aufs Angesicht nieder? Habe Ich nicht so zu deinem Lehrer Mosche gesprochen: Wenn er hinüberzieht, so ziehen auch sie hinüber; und wenn nicht, so ziehen sie nicht hinüber.
Raschi
וַנֵּ֣שֶׁב בַּגָּ֔יְא מ֖וּל בֵּ֥ית פְּעֽוֹר׃
29
29
Und wir ließen uns im Tal nieder, gegenüber von Bet Peor.
ließen uns im Tal nieder: dort schlosset ihr euch dem Götzendienst an; und trotzdem (nächster Vers) „Und nun, Israel, höre auf die Gesetze“. Und alles ist dir verziehen; ich aber hatte nicht das Glück, dass mir verziehen wurde.
Raschi
וְעַתָּ֣ה יִשְׂרָאֵ֗ל שְׁמַ֤ע אֶל־הַֽחֻקִּים֙ וְאֶל־הַמִּשְׁפָּטִ֔ים אֲשֶׁ֧ר אָֽנֹכִ֛י מְלַמֵּ֥ד אֶתְכֶ֖ם לַעֲשׂ֑וֹת לְמַ֣עַן תִּֽחְי֗וּ וּבָאתֶם֙ וִֽירִשְׁתֶּ֣ם אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֧ר יְהוָ֛ה אֱלֹהֵ֥י אֲבֹתֵיכֶ֖ם נֹתֵ֥ן לָכֶֽם׃
1
1
Und nun, Israel, höre auf die Gesetze und auf die Rechtsvorschriften, die ich euch lehre zu tun, damit ihr lebet und hinkommet und in Besitz nehmet das Land, das der Ewige, der G‑tt eurer Väter, euch gibt.
לֹ֣א תֹסִ֗פוּ עַל־הַדָּבָר֙ אֲשֶׁ֤ר אָנֹכִי֙ מְצַוֶּ֣ה אֶתְכֶ֔ם וְלֹ֥א תִגְרְע֖וּ מִמֶּ֑נּוּ לִשְׁמֹ֗ר אֶת־מִצְוֹת֙ יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י מְצַוֶּ֥ה אֶתְכֶֽם׃
2
2
Fügt nicht hinzu zu dem Wort, das ich euch befehle und vermindert nicht davon, zu halten die Gebote des Ewigen, eures G‑ttes, die ich euch befehle.
Fügt nicht hinzu: zum Beispiel fünf Abschnitte der Torah [statt vier] in den Tefillin, fünf Arten beim Lulaw [statt vier], fünf Fäden der Zizit [an den Ecken des Gewandes, statt vier]. Und ebenso vermindert nicht davon. [Es ist verboten, Tefillin mit nur drei Abschnitten derTorah zu tragen, nur drei Arten beim Lulaw, nur drei Fäden der Zizit.]
Raschi
עֵֽינֵיכֶם֙ הָֽרֹאֹ֔ת אֵ֛ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה יְהוָ֖ה בְּבַ֣עַל פְּע֑וֹר כִּ֣י כָל־הָאִ֗ישׁ אֲשֶׁ֤ר הָלַךְ֙ אַחֲרֵ֣י בַֽעַל־פְּע֔וֹר הִשְׁמִיד֛וֹ יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ מִקִּרְבֶּֽךָ׃
3
3
Eure Augen haben gesehen, was der Ewige getan hat wegen Baal Peor; denn jedermann, der dem Baal Peor nachging, den hat der Ewige, dein G‑tt, aus deiner Mitte vernichtet.