וְעַתָּה֙ יִשְׂרָאֵ֔ל מָ֚ה יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ שֹׁאֵ֖ל מֵעִמָּ֑ךְ כִּ֣י אִם־לְ֠יִרְאָה אֶת־יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ לָלֶ֤כֶת בְּכָל־דְּרָכָיו֙ וּלְאַהֲבָ֣ה אֹת֔וֹ וְלַֽעֲבֹד֙ אֶת־יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכָל־לְבָבְךָ֖ וּבְכָל־נַפְשֶֽׁךָ׃
12
12
Und nun, Israel, was fordert der Ewige, dein G‑tt, von dir, als zu fürchten den Ewigen, deinen G‑tt, auf allen Seinen Wegen zu gehen und Ihn zu lieben und zu dienen dem Ewigen, deinem G‑tt, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele,
Und nun, Israel
Obwohl ihr all das getan habt, ist doch Sein Erbarmen und Seine Liebe weiter über euch. Und nach allem, was ihr vor Ihm gesündigt habt, verlangt Er von euch nur eines: לְיִרְאָה אֶת ה׳ אֱלֹהֶיךָ „dass ihr den Ewigen fürchtet“.
Raschi
als zu fürchten
Unsere Rabbiner lernen daraus: Alles wird vom Himmel bewirkt, außer der G‑ttesfurcht (Berachot 33b).
Raschi
לִשְׁמֹ֞ר אֶת־מִצְוֹ֤ת יְהוָה֙ וְאֶת־חֻקֹּתָ֔יו אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם לְט֖וֹב לָֽךְ׃
13
13
und zu beachten die Gebote des Ewigen und Seine Anordnungen zu deinem Wohl.
zu beachten die Gebote des Ewigen: und auch das nicht umsonst, sondern zu deinem Wohl, damit ihr Lohn empfanget.
Raschi
הֵ֚ן לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ הַשָּׁמַ֖יִם וּשְׁמֵ֣י הַשָּׁמָ֑יִם הָאָ֖רֶץ וְכָל־אֲשֶׁר־בָּֽהּ׃
14
14
Siehe, dem Ewigen, deinem G‑tt, gehören der Himmel und die Himmel der Himmel, die Erde und alles, was darauf ist.
Siehe, dem Ewigen, deinem G‑tt: gehört alles, und dennoch hat der Ewige von allem nur nach deinen Vätern Verlangen.
Raschi
רַ֧ק בַּאֲבֹתֶ֛יךָ חָשַׁ֥ק יְהוָ֖ה לְאַהֲבָ֣ה אוֹתָ֑ם וַיִּבְחַ֞ר בְּזַרְעָ֣ם אַחֲרֵיהֶ֗ם בָּכֶ֛ם מִכָּל־הָעַמִּ֖ים כַּיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
15
15
Nur nach deinen Vätern hatte der Ewige Verlangen, sie zu lieben, so erwählte Er ihre Nachkommen nach ihnen, nämlich euch, vor allen Völkern, so wie es heute ist.
euch: wie ihr euch heute geliebt seht vor allen Völkern.
Raschi
וּמַלְתֶּ֕ם אֵ֖ת עָרְלַ֣ת לְבַבְכֶ֑ם וְעָ֨רְפְּכֶ֔ם לֹ֥א תַקְשׁ֖וּ עֽוֹד׃
16
16
Beschneidet die Verstopfung eures Herzens! und seid nicht weiter hartnäckig.
Verstopfung eures Herzens
Das Wort עָרְלָה bedeutet Verstopfung und Verhüllung eures Herzens.
Raschi
כִּ֚י יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם ה֚וּא אֱלֹהֵ֣י הָֽאֱלֹהִ֔ים וַאֲדֹנֵ֖י הָאֲדֹנִ֑ים הָאֵ֨ל הַגָּדֹ֤ל הַגִּבֹּר֙ וְהַנּוֹרָ֔א אֲשֶׁר֙ לֹא־יִשָּׂ֣א פָנִ֔ים וְלֹ֥א יִקַּ֖ח שֹֽׁחַד׃
17
17
Denn der Ewige, euer G‑tt, ist der wahre G‑tt über falsche Götter und Herr über alle Herren, der große, mächtige und ehrfurchtbare G‑tt, der kein Ansehen achtet und keine Bestechung annimmt,
der Herr über alle Herren: kein Herr kann euch aus Seiner Hand retten.
Raschi
der kein Ansehen achtet
לֹא יִשָּׂא פָנִים, wörtl. der das Gesicht eines Menschen nicht erhebt; d.h. der niemanden bevorzugt.
der kein Ansehen achtet: wenn ihr Sein Joch abwerft.
Raschi
und keine Bestechung annimmt: dass man Ihn mit Geld versöhnen könne.
Raschi
עֹשֶׂ֛ה מִשְׁפַּ֥ט יָת֖וֹם וְאַלְמָנָ֑ה וְאֹהֵ֣ב גֵּ֔ר לָ֥תֶת ל֖וֹ לֶ֥חֶם וְשִׂמְלָֽה׃
18
18
der Recht verschafft dem Waisen und der Witwe, der den Fremden (Ger Zedek) liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben.
der Recht verschafft dem Waisen und der Witwe: Das ist Stärke. Wo du die Größe G‑ttes findest, dort findest du Seine Bescheidenheit (Megilla 31a).
Raschi
den Fremden: das ist der Ger Zedek, der die 613 Mizwot der Torah angenommen hat.
und den Fremden liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben: und das ist eine wertvolle Sache, denn der ganze Inhalt des Gebets unseres Vorvaters Jaakow bestand nur darin (Ber. 28:20) וְנָתַן לִי לֶחֶם לֶאֱכֹל וּבֶגֶד לִלְבֹּשׁ „und mir Brot zum Essen gibt und Gewand zur Bekleidung“.
Raschi
אֶת־יְהוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ תִּירָ֖א אֹת֣וֹ תַעֲבֹ֑ד וּב֣וֹ תִדְבָּ֔ק וּבִשְׁמ֖וֹ תִּשָּׁבֵֽעַ׃
20
20
Den Ewigen, deinen G‑tt, sollst du fürchten, Ihm sollst du dienen und Ihm anhangen und bei Seinem Namen schwören.
Den Ewigen, deinen G‑tt, sollst du fürchten: und Ihm dienen und Ihm anhangen; und erst wenn du alle diese Eigenschaften besitzt, dann darfst du bei Seinem Namen schwören.
Raschi
וִֽידַעְתֶּם֮ הַיּוֹם֒ כִּ֣י׀ לֹ֣א אֶת־בְּנֵיכֶ֗ם אֲשֶׁ֤ר לֹֽא־יָדְעוּ֙ וַאֲשֶׁ֣ר לֹא־רָא֔וּ אֶת־מוּסַ֖ר יְהוָ֣ה אֱלֹהֵיכֶ֑ם אֶת־גָּדְל֕וֹ אֶת־יָדוֹ֙ הַחֲזָקָ֔ה וּזְרֹע֖וֹ הַנְּטוּיָֽה׃
2
2
Und erkennt heute, denn nicht mit euren Kindern spreche ich, die nicht erfahren und gesehen haben die Zurechtweisung des Ewigen, eures G‑ttes, Seine Größe, Seine starke Hand und Seinen ausgestreckten Arm,
Und erkennt heute
Richtet euer Herz darauf, zu erkennen und einzusehen und diese Zurechtweisung anzunehmen.
Raschi
denn nicht mit euren Kindern spreche ich jetzt, die sagen könnten, wir wissen von alldem nichts und haben es nicht gesehen. [Raschi] -
וְאֶת־אֹֽתֹתָיו֙ וְאֶֽת־מַעֲשָׂ֔יו אֲשֶׁ֥ר עָשָׂ֖ה בְּת֣וֹךְ מִצְרָ֑יִם לְפַרְעֹ֥ה מֶֽלֶךְ־מִצְרַ֖יִם וּלְכָל־אַרְצֽוֹ׃
3
3
und Seine Zeichen und Seine Taten, die Er getan hat mitten in Mizraim an Pharao, König von Mizraim, und an seinem ganzen Land,
וַאֲשֶׁ֣ר עָשָׂה֩ לְחֵ֨יל מִצְרַ֜יִם לְסוּסָ֣יו וּלְרִכְבּ֗וֹ אֲשֶׁ֨ר הֵצִ֜יף אֶת־מֵ֤י יַם־סוּף֙ עַל־פְּנֵיהֶ֔ם בְּרָדְפָ֖ם אַחֲרֵיכֶ֑ם וַיְאַבְּדֵ֣ם יְהוָ֔ה עַ֖ד הַיּ֥וֹם הַזֶּֽה׃
4
4
und was Er getan hat an dem Heer von Mizraim, an seinen Pferden und seinen Wagen, über das Er das Wasser des Schilfmeeres strömen ließ, als sie euch nachjagten, und der Ewige vernichtete sie bis auf diesen Tag,
וַאֲשֶׁ֨ר עָשָׂ֜ה לְדָתָ֣ן וְלַאֲבִירָ֗ם בְּנֵ֣י אֱלִיאָב֮ בֶּן־רְאוּבֵן֒ אֲשֶׁ֨ר פָּצְתָ֤ה הָאָ֙רֶץ֙ אֶת־פִּ֔יהָ וַתִּבְלָעֵ֥ם וְאֶת־בָּתֵּיהֶ֖ם וְאֶת־אָהֳלֵיהֶ֑ם וְאֵ֤ת כָּל־הַיְקוּם֙ אֲשֶׁ֣ר בְּרַגְלֵיהֶ֔ם בְּקֶ֖רֶב כָּל־יִשְׂרָאֵֽל׃
6
6
und was Er getan hat an Datan und Awiram, den Söhnen von Eliaw, Sohn des Rëuwen, als die Erde ihren Mund aufriss und sie verschlang zusammen mit ihren Häusern und ihren Zelten und allem Vermögen, das sie auf ihre Beine stellte, in der Mitte von ganz Israel.
in der Mitte von ganz Israel
Überall, wohin einer von ihnen entfloh, spaltete sich die Erde unter ihm und verschlang ihn, das sind die Worte von R. Jehuda. Da sagte R. Nechemia zu ihm: Steht nicht bereits (Bam. 16:32) ״וַתִּפְתַּח הָאָרֶץ אֶת פִּיהָ״, וְלֹא ׳פִּיּוֹתֶיהָ׳ „die Erde öffnete ihren Mund“ und nicht „ihre Münder“? Er sagte zu ihm: Und wie verstehe ich die Worte [in unserem Vers] בְּקֶרֶב כָּל יִשְׂרָאֵל „in der Mitte von ganz Israel“? Er antwortete: Die Erde wurde abschüssig wie ein Trichter, und überall, wo sich einer von ihnen befand, rutschte er aus und kam zum Ort der Spaltung.
Raschi
und alles Vermögen, das sie auf ihre Beine stellte
כָּל הַיְקוּם אֲשֶׁר בְּרַגְלֵיהֶם, wörtl. „alles Vermögen zu ihren Füßen“: das ist das Vermögen des Menschen, das ihn auf die Beine stellt (Sanh. 110a).
Raschi
כִּ֤י עֵֽינֵיכֶם֙ הָֽרֹאֹ֔ת אֶת־כָּל־מַעֲשֵׂ֥ה יְהוָ֖ה הַגָּדֹ֑ל אֲשֶׁ֖ר עָשָֽׂה׃
7
7
Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben das ganze große Werk des Ewigen, das Er vollbracht hat.
Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben
[Das Wort כִּי bedeutet hier „sondern“.] „Sondern eure Augen sind es, die gesehen haben“ bezieht sich auf das oben Genannte (Vers 2 „denn nicht mit euren Kindern, die nicht erfahren …“, sondern mit euch, deren Augen gesehen haben.
Raschi
וּשְׁמַרְתֶּם֙ אֶת־כָּל־הַמִּצְוָ֔ה אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם לְמַ֣עַן תֶּחֶזְק֗וּ וּבָאתֶם֙ וִֽירִשְׁתֶּ֣ם אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁ֥ר אַתֶּ֛ם עֹבְרִ֥ים שָׁ֖מָּה לְרִשְׁתָּֽהּ׃
8
8
Beachtet das ganze Gebot, das ich dir heute befehle, damit ihr stark seid und hinkommet und in Besitz nehmet das Land, wohin ihr zieht, es in Besitz zu nehmen.
וּלְמַ֨עַן תַּאֲרִ֤יכוּ יָמִים֙ עַל־הָ֣אֲדָמָ֔ה אֲשֶׁר֩ נִשְׁבַּ֨ע יְהוָ֧ה לַאֲבֹתֵיכֶ֛ם לָתֵ֥ת לָהֶ֖ם וּלְזַרְעָ֑ם אֶ֛רֶץ זָבַ֥ת חָלָ֖ב וּדְבָֽשׁ׃
9
9
Und damit ihr lange bleibet auf dem Boden, den der Ewige euren Vätern mit einem Schwur zugesagt hat, ihnen und ihren Nachkommen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt.