רְאֵ֗ה אָנֹכִ֛י נֹתֵ֥ן לִפְנֵיכֶ֖ם הַיּ֑וֹם בְּרָכָ֖ה וּקְלָלָֽה׃
26
26
Mosche spricht zum Volk Israel: Siehe, ich gebe heute vor euch hin Segen und Fluch.
Siehe, ich gebe … Segen und Fluch: die weiter auf dem Berg Grisim und dem Berg Ewal ausgesprochen werden.
Raschi
אֶֽת־הַבְּרָכָ֑ה אֲשֶׁ֣ר תִּשְׁמְע֗וּ אֶל־מִצְוֹת֙ יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם אֲשֶׁ֧ר אָנֹכִ֛י מְצַוֶּ֥ה אֶתְכֶ֖ם הַיּֽוֹם׃
27
27
Den Segen, dass ihr höret auf die Gebote des Ewigen, eures G‑ttes, die ich euch heute befehle.
Den Segen, dass ihr höret: unter der Voraussetzung, dass ihr höret. Wenn ihr auf die Gebote des Ewigen hört, wird der Segen kommen.
Raschi
Beim Segen steht der Ausdruck אֲשֶׁר תִּשְׁמְעוּ „dass ihr höret“, beim Fluch hingegen der Ausdruck אִם לֹא תִשְׁמְעוּ „wenn ihr nicht hört“. Den Segen erteilte ihnen G‑tt sofort, אֲשֶׁר, „unter der Annahme“, תִּשְׁמְעוּ אֶל מִצְוֺת ה׳, dass die Kinder Israel auf die Gebote und Anweisungen G‑ttes hören würden. Der Fluch hingegen ist zur Gänze an eine vorausgehende Bedingung geknüpft: אִם לֹא תִשְׁמְעוּ „wenn ihr nicht hört“, so wird …
Gur Arye
וְהַקְּלָלָ֗ה אִם־לֹ֤א תִשְׁמְעוּ֙ אֶל־מִצְוֹת֙ יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם וְסַרְתֶּ֣ם מִן־הַדֶּ֔רֶךְ אֲשֶׁ֧ר אָנֹכִ֛י מְצַוֶּ֥ה אֶתְכֶ֖ם הַיּ֑וֹם לָלֶ֗כֶת אַחֲרֵ֛י אֱלֹהִ֥ים אֲחֵרִ֖ים אֲשֶׁ֥ר לֹֽא־יְדַעְתֶּֽם׃
28
28
Und den Fluch, wenn ihr nicht hört auf die Gebote des Ewigen, eures G‑ttes, und abweicht von dem Weg, den ich euch heute befehle, dass ihr anderen Göttern nachgeht, die ihr nicht kennt.
von dem Weg, den ich euch heute befehle
Daraus lernst du: wer Götzen (עֲבוֹדָה זָרָה) dient, verlässt den ganzen Weg, der Israel befohlen wurde. Von hier entnahmen die Weisen: Wer dem Götzendienst zustimmt, ist, als leugne er die ganze Torah (Sifre, Abschn. 54).
Raschi
וְהָיָ֗ה כִּ֤י יְבִֽיאֲךָ֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ אֶל־הָאָ֕רֶץ אֲשֶׁר־אַתָּ֥ה בָא־שָׁ֖מָּה לְרִשְׁתָּ֑הּ וְנָתַתָּ֤ה אֶת־הַבְּרָכָה֙ עַל־הַ֣ר גְּרִזִ֔ים וְאֶת־הַקְּלָלָ֖ה עַל־הַ֥ר עֵיבָֽל׃
29
29
Und es soll geschehen, wenn dich der Ewige, dein G‑tt, bringen wird in das Land, wohin du kommst, es in Besitz zu nehmen, so sollst du den Segen geben auf dem Berg Grisim und den Fluch auf dem Berg Ewal.
sollst du den Segen geben
וְנָתַתָּה אֶת הַבְּרָכָה bedeutet, wie der Targum sagt יָת מְבָרְכַיָּא „die Segnenden“.
Raschi
Der Vers meint mit וְנָתַתָּה אֶת הַבְּרָכָה die Aufstellung der Leviim, die nach dem Erreichen der Berge Grisim und Ewal die Segnungen und Flüche verkündeten.
auf dem Berg Grisim
Zum Berg Grisim richteten sie ihr Gesicht und begannen den Segen „Gesegnet ist der Mann, der kein behauenes und kein gegossenes Bild macht …“, alle Verwünschungen im Abschnitt sagten sie zuerst in der Form einer Segnung. Dann richteten sie ihr Gesicht zum Berg Ewal und begannen mit der Verwünschung [„Verflucht ist der Mann, der ein behauenes oder gegossenes Bild macht“, Dew. 27:15]. (Sota 32a)
Raschi
הֲלֹא־הֵ֜מָּה בְּעֵ֣בֶר הַיַּרְדֵּ֗ן אַֽחֲרֵי֙ דֶּ֚רֶךְ מְב֣וֹא הַשֶּׁ֔מֶשׁ בְּאֶ֙רֶץ֙ הַֽכְּנַעֲנִ֔י הַיֹּשֵׁ֖ב בָּעֲרָבָ֑ה מ֚וּל הַגִּלְגָּ֔ל אֵ֖צֶל אֵלוֹנֵ֥י מֹרֶֽה׃
30
30
Es sind diese Berge weit auf der anderen Seite des Jarden, auf dem Weg zum Sonnenuntergang, im Land der Kna’anim, die in der Ebene wohnen, Gilgal gegenüber bei Elon More.
Es sind diese
הֲלֹא הֵמָּה „Es sind diese“: er gab ein Zeichen für sie an.
Raschi
weit: nach dem Durchzug durch den Jarden noch viel und weit entfernt; das bedeutet אַחֲרֵי. Überall, wo אַחֲרֵי steht, bedeutet es „weit entfernt“.
Raschi
auf dem Weg zum Sonnenuntergang: jenseits des Jarden westwärts.
Die Taame haMikra weisen darauf hin, dass ׳אַחֲרֵי׳ ׳דֶּרֶךְ׳ zwei getrennte Begriffe sind, weil sie mit trennenden Taamim versehen sind: das Wort אַחֲרֵי hat ein Paschta ( אַֽחֲרֵי֙) und דֶּרֶךְ ein Maschpel (דֶּ֚רֶךְ ). Außerdem hat der Buchstabe ד in דֶּרֶךְ ein Dagesch.
Wenn aber אַחֲרֵי דֶרֶךְ zusammengehören würde, so wäre אַחֲרֵי mit einem Taam Mescharet versehen, wie etwa Schofar Hafuch (Mahpach), und דֶרֶךְ mit einem Taam Melech, wie etwa Paschta, und der Buchstabe ד zu Beginn des Wortes דֶרֶךְ wäre Rafe.
Raschi
Maschpel: Heute Jetiw genannt. Ein mit Jetiw versehenes Wort verbindet sich niemals mit dem vorhergehenden Wort.
Taam Mescharet: ein verbindendes Akzentzeichen.
Gilgal gegenüber: von Gilgal entfernt.
Raschi
Elon More: Sch’chem. Das bedeutet der Vers (Ber. 12:6) עַד מְקוֹם שְׁכֶם עַד אֵלוֹן מוֹרֶה „bis zum Ort Sch’chem, bis zu Elon More“.
Raschi
כִּ֤י אַתֶּם֙ עֹבְרִ֣ים אֶת־הַיַּרְדֵּ֔ן לָבֹא֙ לָרֶ֣שֶׁת אֶת־הָאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם נֹתֵ֣ן לָכֶ֑ם וִֽירִשְׁתֶּ֥ם אֹתָ֖הּ וִֽישַׁבְתֶּם־בָּֽהּ׃
31
31
Denn ihr zieht über den Jarden, um hineinzukommen und in Besitz zu nehmen das Land, das der Ewige, euer G‑tt, euch gibt; ihr werdet es in Besitz nehmen und werdet darin wohnen.
Denn ihr zieht über den Jarden
Die Wunder am Jarden seien euch ein Zeichen, dass ihr hineinkommen und das Land einnehmen werdet.
Raschi
אֵ֠לֶּה הַֽחֻקִּ֣ים וְהַמִּשְׁפָּטִים֮ אֲשֶׁ֣ר תִּשְׁמְר֣וּן לַעֲשׂוֹת֒ בָּאָ֕רֶץ אֲשֶׁר֩ נָתַ֨ן יְהוָ֜ה אֱלֹהֵ֧י אֲבֹתֶ֛יךָ לְךָ֖ לְרִשְׁתָּ֑הּ כָּל־הַיָּמִ֔ים אֲשֶׁר־אַתֶּ֥ם חַיִּ֖ים עַל־הָאֲדָמָֽה׃
1
1
Das sind die g‑ttlichen Anordnungen und Rechtsvorschriften, die ihr beachten sollt um sie zu tun in dem Land, das der Ewige, der G‑tt deiner Väter, dir gibt, es in Besitz zu nehmen, alle Tage, die ihr auf Erden lebt.
אַבֵּ֣ד תְּ֠אַבְּדוּן אֶֽת־כָּל־הַמְּקֹמ֞וֹת אֲשֶׁ֧ר עָֽבְדוּ־שָׁ֣ם הַגּוֹיִ֗ם אֲשֶׁ֥ר אַתֶּ֛ם יֹרְשִׁ֥ים אֹתָ֖ם אֶת־אֱלֹהֵיהֶ֑ם עַל־הֶהָרִ֤ים הָֽרָמִים֙ וְעַל־הַגְּבָע֔וֹת וְתַ֖חַת כָּל־עֵ֥ץ רַעֲנָן׃
2
2
Vernichten sollt ihr alle die Orte, wo dort gedient haben die Völker — die ihr vertreibt — ihren Göttern, auf den hohen Bergen und auf den Hügeln und unter jedem saftigem Baum.
Vernichten sollt ihr
אַבֵּד תְּאַבְּדוּן „vernichten, vernichten sollt ihr“: zerstören und nochmals zerstören. Von hier geht hervor: derjenige, der Götzendienst zerstört, muss auch die Wurzeln ausreißen (Awoda szara 45b).
Raschi
alle die Orte, wo dort gedient haben
Und was sollt ihr dort zerstören? Ihre Götter auf den Bergen.
Raschi
וְנִתַּצְתֶּ֣ם אֶת־מִזְבּחֹתָ֗ם וְשִׁבַּרְתֶּם֙ אֶת־מַצֵּ֣בֹתָ֔ם וַאֲשֵֽׁרֵיהֶם֙ תִּשְׂרְפ֣וּן בָּאֵ֔שׁ וּפְסִילֵ֥י אֱלֹֽהֵיהֶ֖ם תְּגַדֵּע֑וּן וְאִבַּדְתֶּ֣ם אֶת־שְׁמָ֔ם מִן־הַמָּק֖וֹם הַהֽוּא׃
3
3
Niederreißen sollt ihr ihre gebauten Altäre und zerschlagen ihre Steinmale und ihre Aschera-Bäume im Feuer verbrennen und die Bilder ihrer Götter umhauen. So sollt ihr ihren Namen vernichten von jenem Ort.
gebaute Altäre
מִזְבֵּחַ „Altar“: aus vielen Steinen.
Raschi
Steinmale
מַצֵּבָה „Steinmal“: aus einem einzigen Stein. Das ist בִּימוֹס Bimos, das in der Mischna vorkommt (Awoda szara 47b), אֶבֶן שֶׁחֲצָבָהּ מִתְּחִלָּתָהּ לְבִימוֹס, ein Stein, den man von Anfang an zum Götzensockel ausgehauen hat.
Raschi
Der Vers befiehlt, ihre Altäre „niederzureißen“ und ihre Steinmale zu „zerschlagen“; das Niederreißen bezieht sich auf das Zerlegen eines aus mehreren Stücken gefügten Ganzen, während das Zerschlagen ein einziges, solides Stück meint.
Maharik
ihre Aschera-Bäume: Bäume, die sie anbeten.
Raschi
So sollt ihr ihren Namen vernichten: indem ihr ihnen einen verächtlichen Namen gebt: Heißt der Götzentempel Bet Galja (בֵּית גַּלְיָא, Haus der Erhebung), nenne man ihn Bet Karja (בֵּית כַרְיָא, Haus der Grube); heißt er Allsehendes Auge (עֵין כֹּל), nenne man ihn Dornen-Auge (עֵין קוֹץ). (Awoda szara 46a)
Raschi
לֹֽא־תַעֲשׂ֣וּן כֵּ֔ן לַיהוָ֖ה אֱלֹהֵיכֶֽם׃
4
4
Tut nicht so dem Ewigen, eurem G‑tt.
Tut nicht so: überall dem Ewigen Opfer darzubringen, sondern (nächster Vers) „nur an dem Ort, den Er erwählen wird“.
Andere Erklärung: „Niederreißen sollt ihr ihre Altäre … und ihren Namen vernichten. Tut nicht so …“: das ist das Verbot für den, der den g‑ttlichen Namen auslöscht oder einen Stein vom Altar oder vom Vorhof (עֲזָרָה) ausreißt. Rabbi Ischmael sagt, Kannst du annehmen, dass Israel die Altäre einreißen würde? Nur, tut nicht gleich den Werken jener, sonst würden eure Sünden verursachen, dass das Heiligtum (Mikdasch) eurer Väter zerstört wird.
Raschi
כִּ֠י אִֽם־אֶל־הַמָּק֞וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֨ר יְהוָ֤ה אֱלֹֽהֵיכֶם֙ מִכָּל־שִׁבְטֵיכֶ֔ם לָשׂ֥וּם אֶת־שְׁמ֖וֹ שָׁ֑ם לְשִׁכְנ֥וֹ תִדְרְשׁ֖וּ וּבָ֥אתָ שָֽׁמָּה׃
5
5
Sondern den Ort, den der Ewige, euer G‑tt, erwählen wird aus allen euren Stämmen, um Seinen Namen dort einzusetzen, Seine Wohnstätte sollt ihr suchen, dorthin sollst du kommen,
Seine Wohnstätte sollt ihr suchen: das ist das Heiligtum in Schilo.
Raschi
Als das jüdische Volk ins Land Israel einzog, stand das Mischkan für 14 Jahre in Gilgal; in dieser Zeit waren Bamot (בָּמוֹת, private Opferstätten) erlaubt. Danach stand das Mischkan 369 Jahre lang in Schilo, wodurch Bamot verboten waren. Nach der Zerstörung von Schilo stand das Mischkan insgesamt 57 Jahre lang in Now und anschließend in Giwon; während dieser Phase waren Bamot erneut erlaubt. Mit dem endgültigen Bau des Bet haMikdasch in Jeruschalaim wurden Bamot für immer verboten.
וַהֲבֵאתֶ֣ם שָׁ֗מָּה עֹלֹֽתֵיכֶם֙ וְזִבְחֵיכֶ֔ם וְאֵת֙ מַעְשְׂרֹ֣תֵיכֶ֔ם וְאֵ֖ת תְּרוּמַ֣ת יֶדְכֶ֑ם וְנִדְרֵיכֶם֙ וְנִדְבֹ֣תֵיכֶ֔ם וּבְכֹרֹ֥ת בְּקַרְכֶ֖ם וְצֹאנְכֶֽם׃
6
6
dorthin sollt ihr eure Ganzopfer (Olah) und Mahlopfer (Sewach) bringen, eure Zehntabgaben, die Spenden eurer Hände, eure Gelübde (Neder) und Gaben (Nedawa), und die Erstgeborenen eurer Rinder und Schafe.
Mahlopfer
זִבְחֵיכֶם „eure Mahlopfer“: die vorgeschriebenen Friedensopfer.
Raschi
eure Zehntabgaben
[Der Begriff מַעֲשֵׂר, Zehntabgabe, bezeichnet bisweilen den Ersten Ma∙asser, der einem Levi zu geben ist. Das kann allerdings hier nicht die Bedeutung sein, da keine Verpflichtung besteht, den Ersten Ma∙asser zum Heiligtum zu bringen.]
מַעְשְׂרֹתֵיכֶם „eure Zehntabgaben“: den zehnten Teil vom Vieh, [der als Opfer auf dem Altar dargebracht wird], und auch den Zweiten Ma∙asser. [Zwar wird der Zweite Ma∙asser nicht als Opfer im Bet haMikdasch dargebracht, dennoch muss er nach Jeruschalaim gebracht werden,] um innerhalb der Stadtmauer gegessen zu werden.
Raschi
die Spenden eurer Hände
תְּרוּמַת יֶדְכֶם, wörtl. „die Spenden eurer Hände“, das sind die Erstlingsfrüchte (Bikurim), von denen es heißt (Dew. 26:4) וְלָקַח הַכֹּהֵן הַטֶּנֶא מִיָּדֶךָ „der Kohen nehme den Korb aus deiner Hand“.
Raschi
und die Erstgeborenen eurer Rinder: sie dem Kohen zu geben, dass er sie dort darbringe.
Raschi
וַאֲכַלְתֶּם־שָׁ֗ם לִפְנֵי֙ יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם וּשְׂמַחְתֶּ֗ם בְּכֹל֙ מִשְׁלַ֣ח יֶדְכֶ֔ם אַתֶּ֖ם וּבָתֵּיכֶ֑ם אֲשֶׁ֥ר בֵּֽרַכְךָ֖ יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
7
7
Und esst dort vor dem Ewigen, eurem G‑tt, und freut euch an allem Besitz eurer Hand, ihr und eure Familien, womit dich der Ewige, dein G‑tt, gesegnet hat.
womit dich der Ewige, dein G‑tt, gesegnet hat: entsprechend dem Segen sollst du bringen.
Raschi
לֹ֣א תַעֲשׂ֔וּן כְּ֠כֹל אֲשֶׁ֨ר אֲנַ֧חְנוּ עֹשִׂ֛ים פֹּ֖ה הַיּ֑וֹם אִ֖ישׁ כָּל־הַיָּשָׁ֥ר בְּעֵינָֽיו׃
8
8
Ihr dürft es dann nicht machen so, wie wir es heute hier machen, ein jeder, was recht ist in seinen Augen.
Ihr dürft es dann nicht machen
לֹא תַעֲשׂוּן כְּכֹל אֲשֶׁר אֲנַחְנוּ עוֹשִׂים „ihr dürft es nicht machen so, wie wir es machen …“ bezieht sich auf zuvor, auf (Dew. 11:31) כִּי אַתֶּם עֹבְרִים אֶת הַיַּרְדֵּן „wenn ihr über den Jarden zieht“, sobald ihr über den Jarden zieht, dürft ihr sofort auf Opferhöhen (בָּמוֹת) darbringen während der ganzen vierzehn Jahre der Einnahme und der Verteilung des Landes. Aber auf einer Opferhöhe dürft ihr nicht alles darbringen, was wir heute hier im Heiligtum darbringen. Das Heiligtum bei euch ist gesalbt und geeignet, in ihm Sündopfer (חַטָּאוֹת) und Schuldopfer (אֲשָׁמוֹת), Gelübde (נְדָרִים) und Gaben (נְדָבוֹת) zu bringen. Aber auf einer Opferhöhe darf nur dargebracht werden, was versprochen und was freiwillig gegeben wird. Das bedeutet „ein jeder, was recht ist in seinen Augen“: Gelübde (נְדָרִים) und Gaben (נְדָבוֹת), die ihr versprochen habt, weil es in euren Augen recht ist, sie zu bringen, aber nicht infolge einer Pflicht. Diese dürft ihr auf einer Opferhöhe (בָּמָה) darbringen.
Raschi
כִּ֥י לֹא־בָּאתֶ֖ם עַד־עָ֑תָּה אֶל־הַמְּנוּחָה֙ וְאֶל־הַֽנַּחֲלָ֔ה אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃
9
9
Denn ihr seid noch nicht gekommen bis dahin zur Ruhe und zum Erbbesitz, den der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
Denn ihr seid noch nicht gekommen: jene ganzen vierzehn Jahre.
Raschi
bis dahin
עַד עָתָּה „bis dahin“ im Sinn von עֲדַיִין „noch“.
Raschi
zur Ruhe: das ist Schilo.
Raschi
Schilo wird „Ruhe“ (מְּנוּחָה) genannt, weil dort die g‑ttliche Gegenwart zum ersten Mal im Rahmen eines Gebäudes ruhte; zu jener Zeit ruhten die Kinder Israel und unternahmen keine Wanderungen mehr.
Rambam, Pirusch haMischnajot, Sewachim 14:6
Erbbesitz: das ist Jeruschalaim.
Raschi
וַעֲבַרְתֶּם֮ אֶת־הַיַּרְדֵּן֒ וִֽישַׁבְתֶּ֣ם בָּאָ֔רֶץ אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֵיכֶ֖ם מַנְחִ֣יל אֶתְכֶ֑ם וְהֵנִ֨יחַ לָכֶ֧ם מִכָּל־אֹיְבֵיכֶ֛ם מִסָּבִ֖יב וִֽישַׁבְתֶּם־בֶּֽטַח׃
10
10
Wenn ihr über den Jarden gezogen seid und im Land wohnt, das der Ewige, euer G‑tt, euch zum Erbbesitz gibt, und Er euch Ruhe verschaffen hat von allen euren Feinden rundum, dass ihr sicher wohnt.
Wenn ihr über den Jarden gezogen seid und im Land wohnt: dass ihr es verteilt habt und jeder seinen Anteil und seinen Stamm kennt.
Raschi
und Er euch Ruhe verschaffen hat: nach der Einnahme und Verteilung (כִּבּוּשׁ וְחִלּוּק). Und wenn ihr Ruhe erlangt habt „von den Völkern, die der Ewige gelassen hat, um mit ihnen Israel zu prüfen“ (Richt. 3:1), das war erst in den Tagen Davids, dann (nächster Vers, Dew. 12:11) וְהָיָה הַמָּקוֹם „sollt ihr an den Ort“, אֲשֶׁר יִבְחַר ה׳ אֱלֹהֵיכֶם בּוֹ לְשַׁכֵּן שְׁמוֹ שָׁם „den der Ewige, euer G‑tt, erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen“, שָׁמָּה תָבִיאוּ אֵת כָּל אֲשֶׁר אָנֹכִי מְצַוֶּה אֶתְכֶם וגו׳ „dorthin sollt ihr alles bringen, was ich euch befehle …“
Raschi