Der tägliche Chumasch-Abschnitt

20. Aw 5786

Montag, 3. August 2026

Heute

Re’e

2. Alija

(Dewarim 12:11 – 12:28)

Optionen
Immer dabei
  • Vers Hebräisch
  • Vers Deutsch
  • Raschi Deutsch
  • Erklärungen zu Raschi
  • Redaktion
וְהָיָ֣ה הַמָּק֗וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַר֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֵיכֶ֥ם בּוֹ֙ לְשַׁכֵּ֤ן שְׁמוֹ֙ שָׁ֔ם שָׁ֣מָּה תָבִ֔יאוּ אֵ֛ת כָּל־אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י מְצַוֶּ֣ה אֶתְכֶ֑ם עוֹלֹתֵיכֶ֣ם וְזִבְחֵיכֶ֗ם מַעְשְׂרֹֽתֵיכֶם֙ וּתְרֻמַ֣ת יֶדְכֶ֔ם וְכֹל֙ מִבְחַ֣ר נִדְרֵיכֶ֔ם אֲשֶׁ֥ר תִּדְּר֖וּ לַֽיהוָֽה׃
11
11
Dann sei es der Ort, den der Ewige, euer G‑tt, erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen, dorthin sollt ihr bringen alles, was ich euch befehle: eure Ganzopfer (Olah) und eure Mahlopfer (Sewach), eure Zehntabgabe (Ma∙asser), die Spenden eurer Hände, alles Auserwählte eurer Gelübde (Neder), die ihr dem Ewigen geloben werdet.
Dann sei es der Ort
Baut euch das Haus der Erwählung (בֵּית הַבְּחִירָה) in Jeruschalaim; so heißt es auch bei David (2 Schmu. 7:1) וַיְהִי כִּי יָשַׁב הַמֶּלֶךְ בְּבֵיתוֹ וַה׳ הֵנִיחַ לוֹ מִסָּבִיב מִכָּל אוֹיְבָיו „als der König in seinem Haus wohnte und der Ewige ihm ringsum Ruhe verschafft hatte vor allen seinen Feinden“, וַיֹּאמֶר הַמֶּלֶךְ אֶל נָתָן הַנָּבִיא רְאֵה אָנֹכִי יוֹשֵׁב בְּבֵית אֲרָזִים, וַאֲרוֹן הָאֱלֹהִים יֹשֵׁב בְּתוֹךְ הַיְרִיעָה „da sagte der König zum Propheten Natan, siehe, ich wohne in einem Haus aus Zedern, und die Truhe G‑ttes wohnt in einem Zelt“.
Raschi
dorthin sollt ihr bringen
שָׁמָּה תָבִיאוּ „dorthin sollt ihr bringen“: oben [in Vers 6 wird dieser Ausdruck] für Schilo gesagt und hier für Jeruschalaim; und darum hat sie der Vers geteilt, um zwischen diesem und jenem die Opferhöhen (בָּמוֹת) zu erlauben. Als Schilo zerstört war und sie nach Now kamen, und als Now zerstört war und sie nach Giwon kamen, waren die Opferhöhen (בָּמוֹת) erlaubt, bis sie nach Jeruschalaim kamen (Sewachim 119a).
Raschi
das Auserwählte eurer Gelübde
[Dieser Vers könnte so verstanden werden, dass nur „das Auserwählte eurer Gelübde“ im Bet haMikdasch dargebracht wird, während das Nicht-Auserwählte auch an anderen Orten erlaubt ist. Das kann jedoch nicht die Absicht des Verses sein, weil die folgenden Verse jegliches Opfer außerhalb des Bet haMikdasch verbieten.]
מִבְחַר נִדְרֵיכֶם „das Auserwählte eurer Gelübde“: das lehrt, dass man vom Besten bringen soll.
Raschi
וּשְׂמַחְתֶּ֗ם לִפְנֵי֮ יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶם֒ אַתֶּ֗ם וּבְנֵיכֶם֙ וּבְנֹ֣תֵיכֶ֔ם וְעַבְדֵיכֶ֖ם וְאַמְהֹתֵיכֶ֑ם וְהַלֵּוִי֙ אֲשֶׁ֣ר בְּשַֽׁעֲרֵיכֶ֔ם כִּ֣י אֵ֥ין ל֛וֹ חֵ֥לֶק וְנַחֲלָ֖ה אִתְּכֶֽם׃
12
12
Und freut euch vor dem Ewigen, eurem G‑tt, ihr und eure Söhne und eure Töchter und eure Sklaven und eure Sklavinnen, und der Levi, der in euren Toren ist, denn er hat keinen Anteil und keinen Erbbesitz bei euch.
הִשָּׁ֣מֶר לְךָ֔ פֶּֽן־תַּעֲלֶ֖ה עֹלֹתֶ֑יךָ בְּכָל־מָק֖וֹם אֲשֶׁ֥ר תִּרְאֶֽה׃
13
13
Hüte dich, dass du nicht darbringest deine Ganzopfer an jedem Ort, den du siehst.
an jedem Ort, den du siehst: an dem es dir in den Sinn kommt. Du darfst aber auf Befehl des Propheten bringen, wie Elijahu auf dem Berg Karmel.
Raschi
Elijahu ließ auf dem Berg Karmel ein Opfer darbringen, als er den falschen Propheten des Baal entgegentrat, obwohl zu jener Zeit das Bet haMikdasch in Jeruschalaim stand und Bamot (private Opferstätten) verboten waren. Siehe 1 Kön. 18:15–46.
כִּ֣י אִם־בַּמָּק֞וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֤ר יְהוָה֙ בְּאַחַ֣ד שְׁבָטֶ֔יךָ שָׁ֖ם תַּעֲלֶ֣ה עֹלֹתֶ֑יךָ וְשָׁ֣ם תַּעֲשֶׂ֔ה כֹּ֛ל אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י מְצַוֶּֽךָּ׃
14
14
Sondern nur an dem Ort, den der Ewige erwählen wird in einem deiner Stämme, dort sollst du darbringen deine Ganzopfer und dort alles tun, was ich dir befehle.
in einem deiner Stämme: im Anteil Binjamins. Oben in (Vers 5) aber sagt er „von allen euren Stämmen“. Wie ist das zu verstehen? Als David die Tenne von Arawna dem Jebussi kaufte, sammelte er Gold von allen Stämmen ein. Dennoch aber gehörte die Tenne zum Anteil von Binjamin.
Raschi
Tenne: Arbeitsplatz zum Dreschen von Getreide sowie zur Lagerung von Erntegut.
רַק֩ בְּכָל־אַוַּ֨ת נַפְשְׁךָ֜ תִּזְבַּ֣ח׀ וְאָכַלְתָּ֣ בָשָׂ֗ר כְּבִרְכַּ֨ת יְהוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ אֲשֶׁ֥ר נָֽתַן־לְךָ֖ בְּכָל־שְׁעָרֶ֑יךָ הַטָּמֵ֤א וְהַטָּהוֹר֙ יֹאכְלֶ֔נּוּ כַּצְּבִ֖י וְכָאַיָּֽל׃
15
15
Jedoch nach aller Lust deiner Seele darfst du schlachten und Fleisch essen nach dem Segen des Ewigen, deines G‑ttes, den Er dir gegeben hat in allen deinen Toren; der Unreine und der Reine darf es essen, wie Hirsch und Reh.
Jedoch nach aller Lust deiner Seele
רַק בְּכָל אַוַּת נַפְשְׁךָ „Jedoch nach aller Lust deiner Seele“. Wovon spricht der Vers? Etwa um ihnen das Fleisch ihres Verlangens ohne Darbringung der Fettstücke (אֵמוּרִים) zu erlauben? Siehe, das sagt er an einer anderen Stelle (Vers 20): כִּי יַרְחִיב ה׳ אֶת גְּבוּלְךָ גו׳ „Wenn der Ewige erweitern wird dein Gebiet …, וְאָמַרְתָּ אֹכְלָה בָשָׂר גו׳ „und du sagst: ich möchte Fleisch essen“. Wovon spricht also dieser Vers? Von Heiligen Opfern (קָדָשִׁים), an die ein Fehler (מוּם) gekommen ist – dass sie ausgelöst und an jedem Ort gegessen werden dürfen. Ich hätte meinen können, sie dürfen schon bei einem vorübergehenden Fehler (מוּם עוֹבֵר) ausgelöst werden. Darum steht die Ausschließung ״רַק״.
Raschi
die Ausschließung רַק: Das Wort רַק „jedoch“ zeigt gewöhnlich eine Einschränkung an. Es kann auch als „nur“ wiedergegeben werden: „nur unter bestimmten Umständen“. Daraus ist zu ersehen, dass die genannten Anweisungen lediglich für ein Tier mit dauerhaftem Fehler gültig sind. Liegt jedoch ein vorübergehender Fehler vor, so ist dessen Heilung abzuwarten, um das Tier als Opfer darzubringen.
darfst du schlachten und Fleisch essen
Du hast aber bei ihnen nicht die Erlaubnis, sie zu scheren oder ihre Milch zu genießen; sondern nur, sie nach dem Schlachten zu essen (Sifre, Bechorot 15b).
Raschi
der Unreine und der Reine
Weil sie von dem Bereich der Heiligen Opfer (קָדָשִׁים) kommen, bei denen es heißt (Waj. 7:19) וְהַבָּשָׂר אֲשֶׁר יִגַּע בְּכָל טָמֵא לֹא יֵאָכֵל „Fleisch, das an irgendetwas Unreinem anrührt, darf nicht gegessen werden“, hatte der Vers nötig, hier zu erlauben, dass ein Unreiner und ein Reiner aus derselben Schüssel essen, „wie Hirsch und Reh“, von denen kein Opfer gebracht werden kann.
Raschi
wie Hirsch und Reh: um von der Abgabe des Schulterstückes (זְּרֹעַ), des Kinnbackens (לְּחָיַיִם) und des Magens (קֵּבָה) freizumachen.
Raschi
רַ֥ק הַדָּ֖ם לֹ֣א תֹאכֵ֑לוּ עַל־הָאָ֥רֶץ תִּשְׁפְּכֶ֖נּוּ כַּמָּֽיִם׃
16
16
Nur das Blut dürft ihr nicht essen, auf die Erde gieße es aus, wie Wasser.
Nur das Blut dürft ihr nicht essen
Obwohl Ich [in der Torah bereits] gesagt habe, dass das Blut [bei einem fehlerhaften Opfer] nicht an den Altar gesprengt wird, so sollst du es dennoch nicht essen.
Raschi
auf die Erde gieße es aus, wie Wasser
Das sagt dir, es braucht nicht bedeckt zu werden.
Andere Erklärung: es ist gleich Wasser, dass es Pflanzen zur Annahme von Unreinheit fähig macht (לְהַכְשִׁיר אֶת הַזְּרָעִים).
Raschi
לֹֽא־תוּכַ֞ל לֶאֱכֹ֣ל בִּשְׁעָרֶ֗יךָ מַעְשַׂ֤ר דְּגָֽנְךָ֙ וְתִֽירֹשְׁךָ֣ וְיִצְהָרֶ֔ךָ וּבְכֹרֹ֥ת בְּקָרְךָ֖ וְצֹאנֶ֑ךָ וְכָל־נְדָרֶ֙יךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תִּדֹּ֔ר וְנִדְבֹתֶ֖יךָ וּתְרוּמַ֥ת יָדֶֽךָ׃
17
17
Du darfst nicht essen in deinen Toren die Zehntabgabe deines Getreides und deines Mostes und deines Öles und die Erstgeborenen deiner Rinder und deines Kleinviehs und alle deine Gelübde (Neder), die du geloben wirst, und deine Gaben (Nedawa) und die Erstlingsfrüchte, die du mit deinen Händen hebst.
du darfst nicht essen
Der Vers kommt, ein ausdrückliches Verbot (לֹא תַּעֲשֶׂה) auf den Genuss zu legen.
Raschi
du darfst nicht essen
לֹא תוּכַל לֶאֱכֹל, wörtl. „Du kannst nicht essen“. Rabbi Joschua ben Korcha sagt: Du kannst wohl, aber du darfst nicht. Ebenso (Jesch. 15:63) וְאֶת הַיְבוּסִי יוֹשְׁבֵי יְרוּשָׁלַיִם לֹא יָכְלוּ בְנֵי יְהוּדָה לְהוֹרִישָׁם „den Jebussi, die Bewohner von Jeruschalaim, konnten die Söhne Jehudas nicht austreiben“. Sie konnten wohl, nur sie durften nicht, weil Awraham mit ihnen einen Bund geschlossen hatte, als er ihnen die Höhle von Machpela abkaufte. Sie waren keine Jebussim, sondern Chitiim, und sie hießen so nach dem Namen der Stadt, die Jebuss hieß. So wird in Pirke deRabbi Eliëser (Kap. 36) erklärt. Und das bedeutet der Vers (2 Schmu. 5:6) כִּי אִם הֱסִירְךָ הָעִוְרִים וְהַפִּסְחִים „bis du die Blinden und Lahmen entfernt hast“, Götzen, auf die sie den Schwur geschrieben hatten.
Raschi
und die Erstgeborenen deiner Rinder: das ist eine Verwarnung für die Kohanim.
Raschi
die du mit deinen Händen hebst: das sind die Erstlingsfrüchte (בִּכּוּרִים).
Raschi
כִּ֡י אִם־לִפְנֵי֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ תֹּאכְלֶ֗נּוּ בַּמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֨ר יִבְחַ֜ר יְהוָ֣ה אֱלֹהֶיךָ֮ בּוֹ֒ אַתָּ֨ה וּבִנְךָ֤ וּבִתֶּ֙ךָ֙ וְעַבְדְּךָ֣ וַאֲמָתֶ֔ךָ וְהַלֵּוִ֖י אֲשֶׁ֣ר בִּשְׁעָרֶ֑יךָ וְשָׂמַחְתָּ֗ לִפְנֵי֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכֹ֖ל מִשְׁלַ֥ח יָדֶֽךָ׃
18
18
Sondern nur vor dem Ewigen, deinem G‑tt, sollst du es essen an dem Ort, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, und der Levi, der in deinen Toren ist; und du sollst dich freuen vor dem Ewigen, deinem G‑tt, an allem, was du dir mit deiner Hand erworben hast.
vor dem Ewigen: innerhalb der Mauer von Jeruschalaim.
Raschi
und der Levi, der in deinen Toren ist
Wenn du nichts mehr von seinem Anteil hast, um es ihm zu geben, wie den Ersten Ma∙asser (מַעֲשֵׂר רִאשׁוֹן), dann gib ihm Ma∙asser Ani. Hast du keinen Ma∙asser Ani, dann lade ihn zu deinem Friedensopfer (קָרְבַּן שְׁלָמִים) ein.
Raschi
הִשָּׁ֣מֶר לְךָ֔ פֶּֽן־תַּעֲזֹ֖ב אֶת־הַלֵּוִ֑י כָּל־יָמֶ֖יךָ עַל־אַדְמָתֶֽךָ׃
19
19
Hüte dich, den Levi nicht im Stich zu lassen, alle deine Tage auf deinem Erdboden.
Hüte dich
Damit belegt es der Vers mit einem ausdrücklichen Verbot (לֹא תַעֲשֶׂה).
Raschi
auf deinem Erdboden
Aber außerhalb des Landes Israel hast du ihm gegenüber nicht mehr Pflichten als gegenüber anderen Armen Israels.
Raschi
כִּֽי־יַרְחִיב֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֥יךָ אֶֽת־גְּבֽוּלְךָ֮ כַּאֲשֶׁ֣ר דִּבֶּר־לָךְ֒ וְאָמַרְתָּ֙ אֹכְלָ֣ה בָשָׂ֔ר כִּֽי־תְאַוֶּ֥ה נַפְשְׁךָ֖ לֶאֱכֹ֣ל בָּשָׂ֑ר בְּכָל־אַוַּ֥ת נַפְשְׁךָ֖ תֹּאכַ֥ל בָּשָֽׂר׃
20
20
Wenn der Ewige, dein G‑tt, dein Gebiet erweitert, so wie Er dir versprochen hat, und du sagst: ich möchte Fleisch essen, weil deine Seele begehrt Fleisch zu essen; dann darfst du nach aller Lust deiner Seele Fleisch essen.
Wenn der Ewige erweitert
Die Torah lehrt damit eine Lebensregel (דֶּרֶךְ אֶרֶץ), dass man nur im Überfluss und Reichtum verlangen soll, Fleisch zu essen (Chulin 84b).
Raschi
nach aller Lust deiner Seele
Aber in der Wüste war ihnen nicht-geweihtes Fleisch (בְּשַׂר חֻלִּין) verboten, wenn man es nicht für heilig erklärte und als Friedensopfer (קָרְבַּן שְׁלָמִים) brachte.
Raschi
כִּֽי־יִרְחַ֨ק מִמְּךָ֜ הַמָּק֗וֹם אֲשֶׁ֨ר יִבְחַ֜ר יְהוָ֣ה אֱלֹהֶיךָ֮ לָשׂ֣וּם שְׁמ֣וֹ שָׁם֒ וְזָבַחְתָּ֞ מִבְּקָרְךָ֣ וּמִצֹּֽאנְךָ֗ אֲשֶׁ֨ר נָתַ֤ן יְהוָה֙ לְךָ֔ כַּאֲשֶׁ֖ר צִוִּיתִ֑ךָ וְאָֽכַלְתָּ֙ בִּשְׁעָרֶ֔יךָ בְּכֹ֖ל אַוַּ֥ת נַפְשֶֽׁךָ׃
21
21
Wenn dir zu fern ist der Ort, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird, Seinen Namen dort einzusetzen, dann darfst du schlachten von deinen Rindern und von deinem Kleinvieh, das der Ewige dir gegeben hat, so wie ich dir befohlen habe, und es essen in deinen Toren nach aller Lust deiner Seele.
Wenn dir zu fern ist der Ort: und du nicht jeden Tag hinkommen und Friedensopfer (שְׁלָמִים) bereiten kannst wie jetzt, wenn das Heiligtum (מִּשְׁכָּן) mit euch zieht.
Raschi
dann darfst du schlachten … so wie ich dir befohlen habe
Daraus entnehmen wir, dass es für das Schlachten ein Gebot gibt, wie man schlachten soll. Das sind die Vorschriften für das Schlachten (הִלְכוֹת שְׁחִיטָה), die zu Mosche auf dem Berg Sinai gesagt wurden (Chulin 28a).
Raschi
Die vorschriftsmäßige Schlachtung (Schechita) besteht in einem Halsschnitt, der bei Säugetieren durch Luftröhre und Speiseröhre, bei Vögeln durch eine von beiden geht. Der Schnitt muss ohne die geringste Unterbrechung in einem Zug durch Hin- und Herfahren mit einem scharfen und schartenfreien Messer ausgeführt werden. Verboten ist
1. die kleinste Pause bei der Durchführung des Schnitts (hebr. Schehija).

2. das Drücken des aufliegenden Messers in den Hals (Derassa).

3. das Stechen des Messers in den Hals (Chalada).

4. das Anbringen des Schnitts außerhalb der für Schechita bestimmten Grenzen am Hals (Hagrama).

5. das Losreißen der Halsgefäße durch den Schnitt (Ikur).
אַ֗ךְ כַּאֲשֶׁ֨ר יֵאָכֵ֤ל אֶֽת־הַצְּבִי֙ וְאֶת־הָ֣אַיָּ֔ל כֵּ֖ן תֹּאכְלֶ֑נּוּ הַטָּמֵא֙ וְהַטָּה֔וֹר יַחְדָּ֖ו יֹאכְלֶֽנּוּ׃
22
22
Jedoch, so wie Hirsch und Reh gegessen werden, so sollst du es essen; der Unreine und der Reine zusammen dürfen es essen.
Jedoch, so wie gegessen werden
אַךְ כַּאֲשֶׁר יֵאָכֵל אֶת הַצְּבִי וְאֶת הָאַיָּל „Jedoch, so wie Hirsch und Reh gegessen werden“: du bist nicht verpflichtet, sie in Reinheit zu essen. Wenn du aber meinen solltest, wie von Hirsch und Reh das Fett (חֵלֶב) erlaubt ist, so ist auch bei Unheiligem (חֻלִּין) das Fett erlaubt, so schließt das der Vers durch אַךְ aus (Bechorot 15a).
Raschi
schließt das der Vers durch אַךְ aus: Das Wort אַךְ „jedoch“ zeigt gewöhnlich eine Einschränkung an. Hier zeigt es, dass der Vergleich zwischen nicht-geheiligten Tieren und Hirsch oder Reh nicht auf das verbotene Fett (חֵלֶב) auszudehnen ist: Das Fett reiner Tiere (Behemot) bleibt untersagt, ungeachtet dessen, ob sie als Opfer bestimmt wurden oder nicht.
Der Vers (Waj. 7:25) חֵלֶב מִן הַבְּהֵמָה אֲשֶׁר יַקְרִיב מִמֶּנָּה אִשֶּׁה לַה׳ „das Fett eines Tieres, von dem man dem Ewigen ein Feueropfer darbringt“ bedeutet, dass das Verbot des Fettes sich auf ein Tier bezieht, das tauglich ist, dem Ewigen als Feueropfer dargebracht zu werden: Rind, Schaf und Ziege; nicht aber, dass das Fett nur dann verboten ist, wenn das Tier tatsächlich als Feueropfer dargebracht wird.
רַ֣ק חֲזַ֗ק לְבִלְתִּי֙ אֲכֹ֣ל הַדָּ֔ם כִּ֥י הַדָּ֖ם ה֣וּא הַנָּ֑פֶשׁ וְלֹא־תֹאכַ֥ל הַנֶּ֖פֶשׁ עִם־הַבָּשָֽׂר׃
23
23
Nur sei stark, nicht das Blut zu essen; denn das Blut ist das Leben, und du sollst nicht essen das Leben mit dem Fleisch.
Nur sei stark, nicht das Blut zu essen
Aus den Worten „sei stark“ kannst du entnehmen, dass sie gierig nach dem Blutgenuss waren. Darum muss er sagen „Sei stark“, das sind die Worte von R. Jehuda.
R. Schimon ben Asai sagt: Der Vers kommt nur, dich zu ermahnen und zu lehren, wie sehr du dich in der Ausübung der Mizwot stärken musst. Wenn es beim Blutgenuss, vor dem man sich leicht in Acht nehmen kann, weil niemand danach Verlangen hat, nötig war, durch das Verbot dich stark zu machen, umso mehr bei anderen Geboten (Sifre, Abschn. 76).
Raschi
du sollst nicht essen das Leben mit dem Fleisch: ist das Verbot, einen Teil vom lebenden Tier zu essen (אֵבָר מִן הֶחָי).
Raschi
לֹ֖א תֹּאכְלֶ֑נּוּ עַל־הָאָ֥רֶץ תִּשְׁפְּכֶ֖נּוּ כַּמָּֽיִם׃
24
24
Du sollst es nicht essen, auf die Erde gieße es aus wie Wasser.
Du sollst es nicht essen
[Das Verbot, Blut zu essen, wurde bereits in Wajikra (7:26, 17:12, 14) erwähnt. Es wird in diesem Vers und noch einmal im folgenden Vers wiederholt, um das Verbot bestimmter Arten von Blut zu lehren.]
לֹא תֹּאכְלֶנּוּ „Du sollst es nicht essen“: ist das Verbot, nachtropfendes Blut (דַם הַתַּמְצִית) zu essen (Kretot 4b).
Raschi
Die Verse in Wajikra verbieten nur den Verzehr von דַּם הַנֶּפֶשׁ („Lebensblut“), dem Blut, das direkt nach dem Schächten ausströmt. Unser Vers dagegen beschreibt דַם הַתַּמְצִית („nachtropfendes Blut“), das vor oder nach dem Austreten des Lebensblutes langsam aus dem Tier abfließt.
לֹ֖א תֹּאכְלֶ֑נּוּ לְמַ֨עַן יִיטַ֤ב לְךָ֙ וּלְבָנֶ֣יךָ אַחֲרֶ֔יךָ כִּֽי־תַעֲשֶׂ֥ה הַיָּשָׁ֖ר בְּעֵינֵ֥י יְהוָֽה׃
25
25
Du sollst es nicht essen, damit es dir gut ergehe und deinen Kindern nach dir, wenn du tust, was in den Augen des Ewigen recht ist.
Du sollst es nicht essen: ist das Verbot, das in den Organen enthaltene Blut (דַם הָאֵבָרִים) zu essen.
Raschi
Blut, das in den Organen eines Tieres enthalten ist, ist ebenfalls verboten. Zwar handelt es nicht um das „Lebensblut“ des Tieres und zieht daher nicht die Karet-Strafe nach sich, dennoch ist es untersagt. Siehe Schulchan Aruch, Jore Dea 67.
רַ֧ק קָֽדָשֶׁ֛יךָ אֲשֶׁר־יִהְי֥וּ לְךָ֖ וּנְדָרֶ֑יךָ תִּשָּׂ֣א וּבָ֔אתָ אֶל־הַמָּק֖וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֥ר יְהוָֽה׃
26
26
Nur deine geheiligten Tieropfer, die du haben wirst, und deine Gelübde (Neder) sollst du aufladen und damit hinkommen an den Ort, den der Ewige erwählen wird.
Nur deine geheiligten Tieropfer
רַק קָדָשֶׁיךָ „Nur deine geheiligten Tieropfer“: wenn dir auch erlaubt ist, Unheiliges (חֻלִּין) zu schlachten, so habe Ich dir doch nicht erlaubt, in den Städten Heilige Opfer (קֳּדָשִׁים) zu schlachten und zu essen, ohne sie darzubringen; sondern bringe sie in den Tempel (בֵית הַבְּחִירָה).
Raschi
וְעָשִׂ֤יתָ עֹלֹתֶ֙יךָ֙ הַבָּשָׂ֣ר וְהַדָּ֔ם עַל־מִזְבַּ֖ח יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑יךָ וְדַם־זְבָחֶ֗יךָ יִשָּׁפֵךְ֙ עַל־מִזְבַּח֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ וְהַבָּשָׂ֖ר תֹּאכֵֽל׃
27
27
Und du sollst bereiten deine Ganzopfer, das Fleisch und das Blut, auf den Altar des Ewigen, deines G‑ttes, und das Blut deiner Mahlopfer soll ausgegossen werden auf den Altar des Ewigen, deines G‑ttes, das Fleisch aber darfst du essen.
Und du sollst bereiten deine Ganzopfer
וְעָשִׂיתָ עֹלֹתֶיךָ „du sollst deine Ganzopfer bereiten“: wenn es Ganzopfer (עוֹלוֹת) sind, bringe das Fleisch und das Blut auf den Altar. Und wenn es Friedensopfer (שְׁלָמִים) sind, דַּם זְבָחֶיךָ יִשָּׁפֵךְ, soll zunächst das Blut deiner Mahlopfer an den Altar gegossen werden, וְהַבָּשָׂר תֹּאכֵל, und danach darfst du das Fleisch essen.
Weiters haben unsere Lehrer erklärt: רַק קָדָשֶׁיךָ „Nur deine geheiligten Tieropfer“ (Vers 26) lehrt, dass man auch Heilige Opfer, die von außerhalb Israels kommen, und ferner das für Heilige Opfer Eingetauschte (תְּמוּרוֹת) und die Jungen von Heiligen Opfern (וַלְדוֹת קָדָשִׁים) darbringe (Bechorot 14b).
Raschi
שְׁמֹ֣ר וְשָׁמַעְתָּ֗ אֵ֚ת כָּל־הַדְּבָרִ֣ים הָאֵ֔לֶּה אֲשֶׁ֥ר אָנֹכִ֖י מְצַוֶּ֑ךָּ לְמַעַן֩ יִיטַ֨ב לְךָ֜ וּלְבָנֶ֤יךָ אַחֲרֶ֙יךָ֙ עַד־עוֹלָ֔ם כִּ֤י תַעֲשֶׂה֙ הַטּ֣וֹב וְהַיָּשָׁ֔ר בְּעֵינֵ֖י יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
28
28
Beachte und höre auf alle diese Worte, die ich dir befehle, damit es dir gut ergehe und deinen Kindern nach dir auf ewig; wenn du tust, was gut und recht ist in den Augen des Ewigen, deines G‑ttes.
Beachte
שְׁמֹר „Beachte“ – das ist die Mischna, die du in deinem Inneren bewahren sollst (לְשָׁמְרָהּ), damit du sie nicht vergessest. Wie es heißt (Mischle 22:18) כִּי נָעִים כִּי תִשְׁמְרֵם בְּבִטְנֶךָ „denn es ist lieblich, wenn du sie in deinem Inneren bewahrst“. Und wenn du lernst, ist es möglich, dass du verstehst und erfüllst. Daraus geht hervor, dass wer sich nicht mit der Mischna beschäftigt, auch nicht zur Ausführung kommt.
Raschi
alle diese Worte: eine leichte Mizwa sei dir ebenso lieb wie eine schwere Mizwa.
Raschi
was gut ist: in den Augen des Ewigen, und recht ist: in den Augen der Menschen.
Raschi