Der tägliche Chumasch-Abschnitt

25. Aw 5786

Samstag, 8. August 2026

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7. Alija

(Dewarim 15:19 – 16:17)

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כָּֽל־הַבְּכ֡וֹר אֲשֶׁר֩ יִוָּלֵ֨ד בִּבְקָרְךָ֤ וּבְצֹֽאנְךָ֙ הַזָּכָ֔ר תַּקְדִּ֖ישׁ לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֑יךָ לֹ֤א תַעֲבֹד֙ בִּבְכֹ֣ר שׁוֹרֶ֔ךָ וְלֹ֥א תָגֹ֖ז בְּכ֥וֹר צֹאנֶֽךָ׃
19
19
Alles Erstgeborene, das geboren wird unter deinen Rindern und unter deinem Kleinvieh, das Männliche, sollst du weihen dem Ewigen, deinem G‑tt. Arbeite nicht mit dem Erstgeborenen deines Rindes und schere nicht das Erstgeborene deines Kleinviehs.
Alles Erstgeborene … sollst du weihen dem Ewigen
Und an anderer Stelle sagt der Vers, er soll es nicht weihen (Waj. 27:26) אַךְ בְּכוֹר אֲשֶׁר יְבֻכַּר לַה׳ בִּבְהֵמָה לֹא יַקְדִּישׁ אִישׁ אֹתוֹ „ein Erstgeborenes, das durch die Erstgeburt dem Ewigen gehört unter dem Vieh, dieses darf niemand weihen“. Wie ist das zu verstehen? Er weihe es nicht als ein anderes Opfer. Hier aber lehrt der Vers: Obwohl das Erstgeborene durch seine Geburt geweiht ist, ist es ein Gebot, zu sagen: Du sollst zur Erstgeburt geweiht sein.
Andere Erklärung: Man kann nicht sagen תַּקְדִּישׁ „du sollst weihen“, weil bereits steht לֹא יַקְדִּישׁ „weihe nicht“; und man kann nicht sagen לֹא יַקְדִּישׁ „weihe nicht“, weil bereits steht תַּקְדִּישׁ „du sollst weihen“. Wie ist das zu verstehen? Du kannst das Verfügungsrecht (הֶקְדֵּשׁ עִלּוּי) des Erstgeborenen weihen, [nicht aber das Tier selbst] und gibst dem Heiligtum den Wert (טוֹבַת הֲנָאָה), der dieses Recht wert ist.
Raschi
Verfügungsrecht (הֶקְדֵּשׁ עִלּוּי): Obgleich das Tier selbst nicht als ein anderes Opfer geweiht werden darf, weil es bereits als Erstgeburt (Bechor) geweiht ist, kann der Eigentümer den Wert des Rechtes weihen, das ihm an diesem Opfer verbleibt.
Zwar besitzt ein Israelit die Erstgeburt seiner Herde nicht, weil diese kraft der Geburt als Bechor geheiligt ist und einem Kohen übergeben werden muss, doch besitzt der Israelit das Recht, das Tier einem Kohen seiner Wahl zu überlassen. (Der Kohen bringt es als Opfer dar und verzehrt das Fleisch nach dem Verbrennen der Opferteile auf dem Altar.) Dieses Auswahlrecht des Israeliten stellt einen Wert dar: jemand könnte ihm einen Betrag zahlen dafür, dass die Erstgeburt einem bestimmten Kohen zukommt, den er begünstigen will. Dieser Wert wird טוֹבַת הֲנָאָה (Towat Hana’a) genannt, der „Wert des Nutzens“ des Empfängers für den Erhalt des Opfers.

Da der Israelit, in dessen Herde eine Erstgeburt geworfen wurde, diese Towat Hana’a besitzt, kann er diesen Wert weihen.
Gur Arye
Arbeite nicht mit dem Erstgeborenen deines Rindes und schere nicht
Auch das Umgekehrte ist verboten, nur spricht der Vers von dem, was gewöhnlich vorkommt (Bechorot 25a).
Raschi
לִפְנֵי֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֤יךָ תֹאכֲלֶ֙נּוּ֙ שָׁנָ֣ה בְשָׁנָ֔ה בַּמָּק֖וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֣ר יְהוָ֑ה אַתָּ֖ה וּבֵיתֶֽךָ׃
20
20
Vor dem Ewigen, deinem G‑tt, sollst du es essen Jahr für Jahr an dem Ort, den der Ewige erwählen wird, du und deine Familie.
Vor dem Ewigen, deinem G‑tt, sollst du es essen
Der Vers spricht zum Kohen. Denn wir finden an anderer Stelle, dass das Erstgeborene zu den Kohenabgaben (מַּתְּנוֹת כְּהֻנָּה) gehört, sowohl das fehlerlose als auch das fehlerhafte. So heißt es (Bam. 18:18) וּבְשָׂרָם יִהְיֶה לָּךְ „ihr Fleisch gehöre dir“. (Bechorot 28a)
Raschi
Jahr für Jahr
Daraus geht hervor, dass man es nicht länger als sein erstes Jahr aufbewahren soll. Ich könnte meinen, dass es dann untauglich ist, wenn sein Jahr vorüber ist? Darum ist es mit Ma∙asser (Zehntabgabe) verglichen, wie es heißt (Dew. 14:23) וְאָכַלְתָּ לִפְנֵי ה׳ אֱלֹהֶיךָ גו׳ מַעְשַׂר דְּגָנְךָ תִּירֹשְׁךָ וְיִצְהָרֶךָ וּבְכֹרֹת בְּקָרְךָ וְצֹאנֶךָ „du sollst essen vor dem Ewigen, deinem G‑tt, essen den Ma∙asser deines Getreides, deines Mostes und deines Öls und die Erstgeborenen deiner Rinder und deiner Schafe“. Wie Ma∙asser Scheni nicht von einem Jahr zum anderen untauglich wird, so wird auch das Erstgeborene nicht untauglich; nur ist es ein Gebot, es in seinem ersten Jahr zu bringen.
Raschi
Jahr für Jahr
Wenn er es am Ende seines Jahres geschächtet hat, darf er es an jenem Tag und einen Tag vom nächsten Jahr essen. Das lehrt, dass es an zwei Tagen und der dazwischenliegenden Nacht gegessen werden darf (Bechorot 27b).
Raschi
וְכִֽי־יִהְיֶ֨ה ב֜וֹ מ֗וּם פִּסֵּ֙חַ֙ א֣וֹ עִוֵּ֔ר כֹּ֖ל מ֣וּם רָ֑ע לֹ֣א תִזְבָּחֶ֔נּוּ לַיהוָ֖ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
21
21
Wenn aber ein Fehler an ihm ist, es hinkt oder ist blind, hat irgendeinen bösen Fehler, dann darfst du es nicht schlachten für den Ewigen, deinen G‑tt.
ein Fehler
מוּם „Fehler“: das ist eine allgemeine Regel.
Raschi
es hinkt oder ist blind
פִּסֵּחַ אוֹ עִוֵּר „es hinkt oder ist blind“: das sind Beispiele.
Raschi
hat irgendeinen bösen Fehler
Damit spricht der Vers wieder eine allgemeine Regel aus. Wie in den Beispielen nur ein offensichtlicher Körperfehler ausgesprochen ist, der nicht zu heilen ist, so ist immer nur ein offensichtlicher Körperfehler gemeint, der nicht zu heilen ist.
Raschi
בִּשְׁעָרֶ֖יךָ תֹּאכֲלֶ֑נּוּ הַטָּמֵ֤א וְהַטָּהוֹר֙ יַחְדָּ֔ו כַּצְּבִ֖י וְכָאַיָּֽל׃
22
22
In deinen Toren darfst du es essen, der Unreine und der Reine zusammen wie den Hirsch und das Reh.
רַ֥ק אֶת־דָּמ֖וֹ לֹ֣א תֹאכֵ֑ל עַל־הָאָ֥רֶץ תִּשְׁפְּכֶ֖נּוּ כַּמָּֽיִם׃
23
23
Nur sein Blut sollst du nicht essen; auf die Erde sollst du es gießen wie Wasser.
Nur sein Blut sollst du nicht essen
Sage nicht, weil das Ganze Erlaubtes ist, das von Verbotenem herkommt; denn es ist Heiliges, das außerhalb des Heiligtums (Mikdasch) ohne Auslösung geschächtet und gegessen wird – dass ich darum meinen könne, dass auch das Blut erlaubt sei. Darum heißt es רַק אֶת דָּמוֹ לֹא תֹאכֵל „nur das Blut sollst du nicht essen“.
Raschi
שָׁמוֹר֙ אֶת־חֹ֣דֶשׁ הָאָבִ֔יב וְעָשִׂ֣יתָ פֶּ֔סַח לַיהוָ֖ה אֱלֹהֶ֑יךָ כִּ֞י בְּחֹ֣דֶשׁ הָֽאָבִ֗יב הוֹצִ֨יאֲךָ֜ יְהוָ֧ה אֱלֹהֶ֛יךָ מִמִּצְרַ֖יִם לָֽיְלָה׃
1
1
Hüte den Monat Awiw und bereite das Pessach-Opfer für den Ewigen, deinen G‑tt, denn im Monat Awiw hat dich der Ewige, dein G‑tt, herausgeführt aus Mizraim in der Nacht.
Hüte den Monat Awiw
Noch bevor er gekommen ist, achte darauf, dass er zur Ährenreife geeignet ist, in ihm das Omer-Opfer darzubringen; und wenn nicht, mache ein Schaltjahr (Sanh. 11b).
Raschi
aus Mizraim in der Nacht
Sind sie denn nicht am Tag ausgezogen, wie es heißt (Bam. 33:3) מִמָּחֳרַת הַפֶּסַח יָצְאוּ בְנֵי יִשְׂרָאֵל „am Tag nach dem Pessachopfer zogen die Kinder Israel aus“? Nur, weil ihnen Pharao in der Nacht die Erlaubnis gegeben hatte, auszuziehen, wie es heißt (Schem. 12:31) וַיִּקְרָא לְמֹשֶׁה וּלְאַהֲרֹן לַיְלָה „er rief Mosche und Aharon in der Nacht“.
Raschi
וְזָבַ֥חְתָּ פֶּ֛סַח לַיהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ צֹ֣אן וּבָקָ֑ר בַּמָּקוֹם֙ אֲשֶׁר־יִבְחַ֣ר יְהוָ֔ה לְשַׁכֵּ֥ן שְׁמ֖וֹ שָֽׁם׃
2
2
Und schlachte zum Pessach-Opfer für den Ewigen, deinen G‑tt, vom Kleinvieh und ein Festopfer vom Rind an dem Ort, den der Ewige erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen.
Und schlachte zum Pessach-Opfer für den Ewigen, deinen G‑tt, vom Kleinvieh
צֹאן „Kleinvieh“ bedeutet Schafe, wie es heißt (Schem. 12:5) מִן הַכְּבָשִׂים וּמִן הָעִזִּים תִּקָּחוּ „von den Schafen und von den Ziegen sollt ihr nehmen“.
Raschi
vom Rind
Von den Rindern sollst du zum Festopfer (חֲגִיגָה) schlachten. Denn wenn eine zahlreiche Gruppe ein Pessachopfer bringt, bringen sie außerdem noch ein Festopfer, damit das Pessachopfer zur Sättigung gegessen wird (Pessachim 69b). Außerdem entnehmen unsere Lehrer diesem Vers noch viele Dinge.
Raschi
לֹא־תֹאכַ֤ל עָלָיו֙ חָמֵ֔ץ שִׁבְעַ֥ת יָמִ֛ים תֹּֽאכַל־עָלָ֥יו מַצּ֖וֹת לֶ֣חֶם עֹ֑נִי כִּ֣י בְחִפָּז֗וֹן יָצָ֙אתָ֙ מֵאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם לְמַ֣עַן תִּזְכֹּ֗ר אֶת־י֤וֹם צֵֽאתְךָ֙ מֵאֶ֣רֶץ מִצְרַ֔יִם כֹּ֖ל יְמֵ֥י חַיֶּֽיךָ׃
3
3
Du sollst kein Gesäuertes (Chametz) dabei essen; sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot (Mazza) essen, Brot der Armut, denn die Mizrim drängten dich, in Eile aus dem Land Mizraim zu ziehen, damit du dich erinnerst an den Tag deines Auszuges aus dem Land Mizraim alle Tage deines Lebens.
in Eile aus dem Land Mizraim zu ziehen: und der Teig hatte nicht Zeit zu säuern; das sei dir zum Gedenken. Die Eile war nicht bei dir, sondern bei den Mizrim, denn so heißt es (Schem. 12:33) וַתֶּחֱזַק מִצְרַיִם עַל הָעָם „Mizraim drängte das Volk“.
Raschi
Die Eile war nicht bei dir: Ein eiliger Aufbrauch mag auf Schwäche und Furcht hinweisen. Angemessener wäre es erschienen, wenn sie in aller Ruhe und in geordneter Weise ausgezogen wären. [Sefer Sikaron, Schne Luchot haBrit, Abschn. 381]
„Mizraim drängte das Volk“: וַתֶּחֱזַק מִצְרַיִם עַל הָעָם לְמַהֵר לְשַׁלְּחָם מִן הָאָרֶץ גו׳ „Mizraim drängte das Volk, sie eilends aus dem Land zu treiben“ (Schem. 12:33).
damit du dich erinnerst durch das Essen von Pessach und Mazza, an den Tag deines Auszuges aus dem Land Mizraim.
Raschi
וְלֹֽא־יֵרָאֶ֨ה לְךָ֥ שְׂאֹ֛ר בְּכָל־גְּבֻלְךָ֖ שִׁבְעַ֣ת יָמִ֑ים וְלֹא־יָלִ֣ין מִן־הַבָּשָׂ֗ר אֲשֶׁ֨ר תִּזְבַּ֥ח בָּעֶ֛רֶב בַּיּ֥וֹם הָרִאשׁ֖וֹן לַבֹּֽקֶר׃
4
4
Es darf nicht gesehen werden bei dir Sauerteig in deinem ganzen Gebiet sieben Tage. Und es übernachte nichts von dem Fleisch, das du schlachtest am Nachmittag des ersten Tages, bis zum Morgen.
Und es übernachte nichts von dem Fleisch, das du schlachtest am Nachmittag des ersten Tages, bis zum Morgen
Das ist ein Verbot, vom Pessachopfer der späteren Generationen überzulassen, weil es [bei der Erwähnung in Paraschat Bo] nur beim Pessach Mizraims verboten worden war. Der „erste Tag“ (בַּיּוֹם הָרִאשׁוֹן), von dem hier die Rede ist, ist [nicht der erste Tag des Pessachfestes, der 15. Nissan, sondern] der 14. Nissan; wie du auch sagst (Schem. 12:15) אַךְ בַּיּוֹם הָרִאשׁוֹן תַּשְׁבִּיתוּ שְׂאוֹר מִבָּתֵּיכֶם „am ersten Tag jedoch sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern fortschaffen“. Und weil der Vers seinen Gegenstand, das Pessachopfer nämlich, verlassen und angefangen hatte, von den Gesetzen für die sieben Tage zu sprechen, wie שִׁבְעַת יָמִים תֹּאכַל עָלָיו מַצּוֹת וְלֹא יֵרָאֶה לְךָ שְׂאֹר בְּכָל גְּבֻלְךָ „sieben Tage sollt ihr Ungesäuertes essen, und es soll kein Sauerteig in deinem ganzen Gebiet gesehen werden“, darum hatte der Vers nötig zu sagen, für welches Schlachten er das Übernachten verbietet. Denn wenn er geschrieben hätte וְלֹא יָלִין מִן הַבָּשָׂר אֲשֶׁר תִּזְבַּח בָּעֶרֶב לַבֹּקֶר „es übernachte nicht von dem Fleisch, das du bis zum Morgen schlachtest“, dann hätte ich gemeint, dass man von allen Friedensopfern, die während der ganzen sieben Tage geschlachtet werden, nichts übriglassen dürfe und dass sie alle nur einen Tag und eine Nacht gegessen werden dürften; darum schreibt der Vers בָּעֶרֶב בַּיּוֹם הָרִאשׁוֹן „am Nachmittag des ersten Tages“.
Andere Erklärung: der Vers spricht vom Festopfer des 14. Nissan (חֲגִיגַת אַרְבָּעָה עָשָׂר) und lehrt für dieses, dass es zwei Tage gegessen werden darf. Bei הָרִאשׁוֹן, das hier steht, spricht der Vers vom ersten Tag des Festes; und der Vers ist so aufzufassen: Fleisch des Festopfers (בְּשַׂר חֲגִיגָה), das du am Abend [14. Nissan] darbringst, übernachte nicht am ersten Festtag bis zum Morgen des zweiten, sondern es werde am 14. und am 15. gegessen. So wird in der Gemara Pessachim (71a) gelehrt.
Raschi
לֹ֥א תוּכַ֖ל לִזְבֹּ֣חַ אֶת־הַפָּ֑סַח בְּאַחַ֣ד שְׁעָרֶ֔יךָ אֲשֶׁר־יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ נֹתֵ֥ן לָֽךְ׃
5
5
Du kannst das Pessach-Opfer nicht schlachten in einem deiner Tore, das der Ewige, dein G‑tt, dir gibt.
כִּ֠י אִֽם־אֶל־הַמָּק֞וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֨ר יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ לְשַׁכֵּ֣ן שְׁמ֔וֹ שָׁ֛ם תִּזְבַּ֥ח אֶת־הַפֶּ֖סַח בָּעָ֑רֶב כְּב֣וֹא הַשֶּׁ֔מֶשׁ מוֹעֵ֖ד צֵֽאתְךָ֥ מִמִּצְרָֽיִם׃
6
6
Sondern nur an dem Ort, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird, Seinen Namen dort ruhen zu lassen, dort sollst du das Pessach-Opfer schlachten am Abend beim Untergang der Sonne um die Zeit deines Auszuges aus Mizraim.
am Abend beim Untergang der Sonne um die Zeit deines Auszuges aus Mizraim
Das sind drei verschieden Zeiten. a. „Am Abend“: vom Mittag an und weiter schlachte das Pessach-Opfer. b. „Wenn die Sonne untergegangen ist“: iss es; und c. „um die Zeit deines Auszuges“: verbrenne es, d.h. ist es Übriggebliebenes (נוֹתָר) geworden und muss zum Verbrennen hinausgebracht werden.
Raschi
וּבִשַּׁלְתָּ֙ וְאָ֣כַלְתָּ֔ בַּמָּק֕וֹם אֲשֶׁ֥ר יִבְחַ֛ר יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ בּ֑וֹ וּפָנִ֣יתָ בַבֹּ֔קֶר וְהָלַכְתָּ֖ לְאֹהָלֶֽיךָ׃
7
7
Und du kochst und isst das Pessach-Opfer an dem Ort, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird. Und am nächsten Morgen sollst du umkehren und wieder heimgehen zu deinen Zelten.
Und du kochst
וּבִשַּׁלְתָּ bedeutet hier „am Feuer gebraten“; denn auch das wird בִּשּׁוּל genannt.
Raschi
Und am nächsten Morgen sollst du umkehren: am Morgen des zweiten Tages. Das lehrt, dass der Besitzer in der Nacht des Ausganges des Festes (מוֹצָאֵי יוֹם טוֹב) noch dableiben muss.
Raschi
שֵׁ֥שֶׁת יָמִ֖ים תֹּאכַ֣ל מַצּ֑וֹת וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁבִיעִ֗י עֲצֶ֙רֶת֙ לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לֹ֥א תַעֲשֶׂ֖ה מְלָאכָֽה׃
8
8
Dann sollst du noch weitere sechs Tage Mazzot essen und am siebten Tag soll ein Schlussfest sein für den Ewigen, deinen G‑tt: du sollst an diesem Feiertag keine Melacha (Arbeit) tun.
Dann sollst du noch weitere sechs Tage Mazzot essen
und an anderer Stelle sagt der Vers (Schem. 12:15) שִׁבְעַת יָמִים „sieben Tage“ – sieben vom alten Getreide und sechs vom neuen Getreide.
Andere Erklärung: Das lehrt, dass der Genuss von Mazza am siebten Tag des Festes keine Pflicht ist, und von hier kannst du auf die sechs Tage schließen. Denn der siebte gehörte zu der Regel [שִׁבְעַת יָמִים מַצּוֹת תֹּאכֵלוּ „sieben Tage sollst du Mazzot essen“] und verließ die Regel [wie es heißt שֵׁשֶׁת יָמִים תֹּאכַל מַצּוֹת „sechs Tage sollst du Mazzot essen“], um zu lehren, dass der Genuss von Mazza an ihm nur freiwillig ist. Aber der siebte Tag verließ die Regel nicht, um das nur für sich allein zu lehren; sondern er verließ sie, um das für die ganze Regel zu lehren: Wie der Genuss von Mazza am siebten Tag freiwillig ist, so ist er auch an allen sieben freiwillig außer in der ersten Nacht, in der es der Vers zur Pflicht gemacht hat, wie es heißt (Schem. 12:18) בָּעֶרֶב תֹּאכְלוּ מַצֹּת „am Abend sollt ihr Mazzot essen“.
Raschi
soll ein Schlussfest sein für den Ewigen, deinen G‑tt
עֲצֶרֶתָ „Schlussfest“ in der Bedeutung: Halte dich von der Arbeit zurück, עֲצֹר עַצְמְךָ מִן הַמְּלָאכָה. (Chagiga 9a, 18a)
Andere Erklärung: עֲצֶרֶתָ in der Bedeutung: Versammlung beim Festmahl, vom Ausdruck (Richt. 13:15) נַעְצְרָה נָּא אוֹתָךְ „wir möchten dich einladen“.
Raschi
שִׁבְעָ֥ה שָׁבֻעֹ֖ת תִּסְפָּר־לָ֑ךְ מֵהָחֵ֤ל חֶרְמֵשׁ֙ בַּקָּמָ֔ה תָּחֵ֣ל לִסְפֹּ֔ר שִׁבְעָ֖ה שָׁבֻעֽוֹת׃
9
9
Sieben Wochen sollst du dir zählen. Von da an, wo man beginnt, die Sichel an die stehende Gerste zu legen, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen.
Von da an, wo man beginnt, die Sichel an die stehende Gerste zu legen: wenn das Omer geschnitten ist, das das erste der Ernte ist.
Raschi
וְעָשִׂ֜יתָ חַ֤ג שָׁבֻעוֹת֙ לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ מִסַּ֛ת נִדְבַ֥ת יָדְךָ֖ אֲשֶׁ֣ר תִּתֵּ֑ן כַּאֲשֶׁ֥ר יְבָרֶכְךָ֖ יְהוָ֥ה אֱלֹהֶֽיךָ׃
10
10
Dann halte das Schawuotfest für den Ewigen, deinen G‑tt, entsprechend der Gabe deiner Hand, die du gibst, wie dich der Ewige, dein G‑tt, segnen wird.
Schawuotfest bedeutet wörtlich „Wochenfest“.
entsprechend der Gabe deiner Hand
מִסַּת נִדְבַת יָדְךָ bedeutet: genügend als Gabe deiner Hand, ganz dem Segen entsprechend bringe Friedensopfer der Freude (שַׁלְמֵי שִׂמְחָה) und lade Gäste zum Essen ein.
Raschi
וְשָׂמַחְתָּ֞ לִפְנֵ֣י׀ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֗יךָ אַתָּ֨ה וּבִנְךָ֣ וּבִתֶּךָ֮ וְעַבְדְּךָ֣ וַאֲמָתֶךָ֒ וְהַלֵּוִי֙ אֲשֶׁ֣ר בִּשְׁעָרֶ֔יךָ וְהַגֵּ֛ר וְהַיָּת֥וֹם וְהָאַלְמָנָ֖ה אֲשֶׁ֣ר בְּקִרְבֶּ֑ךָ בַּמָּק֗וֹם אֲשֶׁ֤ר יִבְחַר֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לְשַׁכֵּ֥ן שְׁמ֖וֹ שָֽׁם׃
11
11
Und freue dich vor dem Ewigen, deinem G‑tt, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, und der Levi, der in deinen Toren ist, und der Fremde (Ger) und die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte sind, an dem Ort, den der Ewige, dein G‑tt, erwählen wird, Seinen Namen dort wohnen zu lassen.
der Levi, der Fremde *(Ger), die Waise, die Witwe*
Das sind Meine vier entsprechend deinen vier: „dein Sohn, deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin“. Wenn du die Meinigen erfreust, so erfreue Ich auch die Deinigen.
Raschi
וְזָ֣כַרְתָּ֔ כִּי־עֶ֥בֶד הָיִ֖יתָ בְּמִצְרָ֑יִם וְשָׁמַרְתָּ֣ וְעָשִׂ֔יתָ אֶת־הַֽחֻקִּ֖ים הָאֵֽלֶּה׃
12
12
Und gedenke, dass du Sklave warst in Mizraim, und beachte und übe diese g‑ttlichen Anordnungen aus.
Und gedenke, dass du Sklave warst: dazu habe Ich dich erlöst, dass du diese Anordnungen beachtest und erfüllst.
Raschi
חַ֧ג הַסֻּכֹּ֛ת תַּעֲשֶׂ֥ה לְךָ֖ שִׁבְעַ֣ת יָמִ֑ים בְּאָ֨סְפְּךָ֔ מִֽגָּרְנְךָ֖ וּמִיִּקְבֶֽךָ׃
13
13
Das Hüttenfest sollst du halten sieben Tage, wenn du den Ertrag einsammelst von deiner Tenne und von deiner Kelter.
wenn du einsammelst
בְּאָסְפְּךָ „wenn du einsammelst“, zur Zeit des Einsammelns, wenn du die Sommerfrüchte ins Haus bringst. Andere Erklärung: wenn du von deiner Tenne und deiner Kelter einsammelst, das lehrt, dass man die Sukka mit dem Abfall von Tenne und Kelter decke (Sukka 12a).
Raschi
Tenne, die: der befestigte Boden einer Scheune, auf dem das Getreide nach der Ernte mit Dreschflegeln gedroschen wird.
Kelter, die: Presse zur Gewinnung von Traubensaft, als Vorstufe von Most und Wein.
וְשָׂמַחְתָּ֖ בְּחַגֶּ֑ךָ אַתָּ֨ה וּבִנְךָ֤ וּבִתֶּ֙ךָ֙ וְעַבְדְּךָ֣ וַאֲמָתֶ֔ךָ וְהַלֵּוִ֗י וְהַגֵּ֛ר וְהַיָּת֥וֹם וְהָאַלְמָנָ֖ה אֲשֶׁ֥ר בִּשְׁעָרֶֽיךָ׃
14
14
Und freue dich an deinem Fest, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, und der Levi, und der Fremde (Ger) und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind.
שִׁבְעַ֣ת יָמִ֗ים תָּחֹג֙ לַיהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בַּמָּק֖וֹם אֲשֶׁר־יִבְחַ֣ר יְהוָ֑ה כִּ֣י יְבָרֶכְךָ֞ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֗יךָ בְּכֹ֤ל תְּבוּאָֽתְךָ֙ וּבְכֹל֙ מַעֲשֵׂ֣ה יָדֶ֔יךָ וְהָיִ֖יתָ אַ֥ךְ שָׂמֵֽחַ׃
15
15
Sieben Tage sollst du ein Fest feiern dem Ewigen, deinem G‑tt, an dem Ort, den der Ewige erwählen wird; denn der Ewige, dein G‑tt, wird dich segnen in all deinem Ertrag und in allem Tun deiner Hände, und du wirst nur fröhlich sein.
und du wirst nur fröhlich sein
וְהָיִיתָ אַךְ שָׂמֵחַ „und du wirst nur fröhlich sein“: nach der einfachen Erklärung ist das kein Befehl, sondern ein Versprechen. Nach seiner talmudischen Bedeutung haben sie von hier entnommen, dass der Vers die Nacht des letzten Festtages zur Pflicht der Freude hinzufügt (Pessachim 71a).
Raschi
שָׁל֣וֹשׁ פְּעָמִ֣ים׀ בַּשָּׁנָ֡ה יֵרָאֶ֨ה כָל־זְכוּרְךָ֜ אֶת־פְּנֵ֣י׀ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֗יךָ בַּמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר יִבְחָ֔ר בְּחַ֧ג הַמַּצּ֛וֹת וּבְחַ֥ג הַשָּׁבֻע֖וֹת וּבְחַ֣ג הַסֻּכּ֑וֹת וְלֹ֧א יֵרָאֶ֛ה אֶת־פְּנֵ֥י יְהוָ֖ה רֵיקָֽם׃
16
16
Drei Mal im Jahr soll all dein männliches Volk erscheinen vor dem Angesicht des Ewigen, deines G‑ttes, an dem Ort, den Er erwählen wird, am Mazzotfest und am Schawuotfest und am Sukkotfest. Und man erscheine nicht leer vor dem Angesicht des Ewigen.
Mazzot: ungesäuerte Brote für Pessach.
Schawuot: wörtl. Wochenfest, Fest der Gabe der Torah.
Sukkot: wörtl. Hüttenfest.
Und man erscheine nicht leer vor dem Angesicht des Ewigen: sondern bringe Ganzopfer des Erscheinens (עוֹלוֹת רְאִיָּה) und Friedensopfer des Festes (שַׁלְמֵי חֲגִיגָה).
Raschi
אִ֖ישׁ כְּמַתְּנַ֣ת יָד֑וֹ כְּבִרְכַּ֛ת יְהוָ֥ה אֱלֹהֶ֖יךָ אֲשֶׁ֥ר נָֽתַן־לָֽךְ׃
17
17
Jeder nach dem Geben seiner Hand, nach dem Segen des Ewigen, deines G‑ttes, den Er dir gegeben hat.
Jeder nach dem Geben seiner Hand
Wer viele Esser und viel Vermögen hat, bringe viel Ganzopfer (עוֹלוֹת) und viel Friedensopfer (שְׁלָמִים).
Raschi
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