Der tägliche Chumasch-Abschnitt

1. Elul 5786

Freitag, 14. August 2026

Heute

Schoftim

6. Alija

(Dewarim 19:14 – 20:9)

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לֹ֤א תַסִּיג֙ גְּב֣וּל רֵֽעֲךָ֔ אֲשֶׁ֥ר גָּבְל֖וּ רִאשֹׁנִ֑ים בְּנַחֲלָֽתְךָ֙ אֲשֶׁ֣ר תִּנְחַ֔ל בָּאָ֕רֶץ אֲשֶׁר֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ נֹתֵ֥ן לְךָ֖ לְרִשְׁתָּֽהּ׃
14
14
Du sollst nicht die Grenze deines Nächsten verschieben, die die Vorfahren abgegrenzt haben in deinem Erbbesitz, den du besitzen wirst in dem Land, das der Ewige, dein G‑tt, dir gibt, es in Besitz zu nehmen.
Du sollst nicht die Grenze deines Nächsten verschieben
לֹא תַסִּיג „du sollst nicht verschieben“, vom Ausdruck נָסֹגוּ אָחוֹר „sie weichen zurück“ (Jesch. 42:17). Er schiebt das Zeichen der Feldeinteilung zurück in das Feld des Nachbarn, um das eigene zu erweitern. Es steht aber doch schon (Waj. 19:13) לֹא תִגְזֹל „du sollst nicht rauben“. Was lehrt uns also „du sollst nicht die Grenze verschieben“? Das lehrt, dass wer die Grenze seines Nachbarn verschiebt, zwei Verbote übertritt. Ich könnte meinen, auch außerhalb des Landes Israel, deshalb steht בְּנַחֲלָתְךָ אֲשֶׁר תִּנְחַל בָּאָרֶץ „in deinem Erbbesitz, den du besitzen wirst im Land“: im Land Israel übertritt er zwei Verbote; im Ausland übertritt er das eine Verbot „du sollst nicht rauben“.
Raschi
לֹֽא־יָקוּם֩ עֵ֨ד אֶחָ֜ד בְּאִ֗ישׁ לְכָל־עָו‍ֹן֙ וּלְכָל־חַטָּ֔את בְּכָל־חֵ֖טְא אֲשֶׁ֣ר יֶֽחֱטָ֑א עַל־פִּ֣י׀ שְׁנֵ֣י עֵדִ֗ים א֛וֹ עַל־פִּ֥י שְׁלֹשָֽׁה־עֵדִ֖ים יָק֥וּם דָּבָֽר׃
15
15
Es soll nicht bestehen die Aussage eines einzelnen Zeugen gegen jemanden, bei irgendeiner Schuld oder Sünde, bei irgendeinem Vergehen, das er begeht; durch die Aussage von zwei Zeugen oder durch die Aussage von drei Zeugen bestehe eine Sache.
Es soll nicht bestehen: es soll keine Geltung haben.
eines einzelnen Zeugen
עֵד אֶחָד „eines einzelnen Zeugen“: Hier ist die Beweisstelle, dass überall, wo עֵד in der Torah steht, zwei Zeugen gemeint sind, außer wenn der Vers ausdrücklich sagt „ein einzelner Zeuge“ (Sanh. 30a).
Raschi
für irgendeine Schuld und für irgendeine Sünde: dass der andere wegen dieser Zeugenaussage gestraft wird, sei es mit einer Körperstrafe oder einer Geldstrafe.
Aber ein einzelner Zeuge steht auf, um den Gegner zu einem Schwur zu veranlassen: Sagt einer zum anderen: Gib mir die Summe, die ich dir geliehen habe. Und der andere sagt: Du hast nichts von mir zu bekommen. Und ein Zeuge sagt aus, dass er ihm Geld geliehen hat, dann muss der Beklagte einen Schwur leisten (Sifre, Ketubot 87b).
Raschi
durch die Aussage
„Durch die Aussage“ und nicht, dass sie eine schriftliche Stellungnahme in einem Brief schreiben und an das Gericht schicken; auch nicht, dass ein Dolmetscher zwischen den Zeugen und dem Richter stehe.
Raschi
כִּֽי־יָק֥וּם עֵד־חָמָ֖ס בְּאִ֑ישׁ לַעֲנ֥וֹת בּ֖וֹ סָרָֽה׃
16
16
Wenn ein falscher Zeuge aufsteht gegen jemanden, um eine Erfindung gegen ihn auszusagen,
um eine Erfindung gegen ihn auszusagen
לַעֲנוֹת בּוֹ סָרָה „um eine Erfindung gegen ihn auszusagen“: eine Sache, die jeder Wirklichkeit entbehrt. Denn der Zeuge scheidet aus dieser gesamten Aussage völlig aus (הוּסַר הָעֵד הַזֶּה מִכָּל הָעֵדוּת הַזֹּאת). Was ist damit gemeint? Die zweiten Zeugen sagen nämlich zu den ersten: Ihr wart doch bei uns an jenem Tag an dem und dem Ort (Makot 5a).
Raschi
der Zeuge scheidet aus dieser gesamten Aussage völlig aus: Dieser Zeuge hat nicht den geringsten Bezug zu den Ereignissen, die er beschreibt; er war zum fraglichen Zeitpunkt nicht einmal vor Ort.
Misrachi
וְעָמְד֧וּ שְׁנֵֽי־הָאֲנָשִׁ֛ים אֲשֶׁר־לָהֶ֥ם הָרִ֖יב לִפְנֵ֣י יְהוָ֑ה לִפְנֵ֤י הַכֹּֽהֲנִים֙ וְהַשֹּׁ֣פְטִ֔ים אֲשֶׁ֥ר יִהְי֖וּ בַּיָּמִ֥ים הָהֵֽם׃
17
17
so sollen die beiden Männer stehen, und ebenso stehen müssen die zwei Parteien, die den Streit haben, vor dem Ewigen, nämlich vor den Kohanim und den Richtern, die zu jener Zeit sein werden.
So sollen sich die beiden Männer hinstellen
Der Vers spricht von den Zeugen und lehrt, dass Frauen keine Zeugenaussage machen können. Weiters lehrt er, dass die Zeugen ihre Aussage stehend aussagen müssen (Schewuot 30a).
Raschi
die den Streit haben: das sind die Parteien.
Raschi
vor dem Ewigen
Es soll ihnen sein, als stünden sie vor dem Ewigen; so heißt es (Teh. 82:1) בְּקֶרֶב אֱלֹהִים יִשְׁפֹּט „inmitten der Richter richtet Er“.
Raschi
die zu jener Zeit sein werden
Jiftach in seinem Zeitalter ist gleich Schmuel in seinem Zeitalter, und du bist verpflichtet, ihm Ehre zu erweisen (Rosch haSchana 25b).
Raschi
Jiftach war der am wenigsten gelehrte Richter, während Schmuel zu den bedeutendsten von ihnen zählte. Die scheinbar überflüssigen Worte „die zu jener Zeit sein werden“ lehren: »der in jenen Tagen sein wird« lehren, dass wir den Richter ehren müssen, der zu jener Zeit im Amt ist, ganz gleich wie er sich im Vergleich mit den Richtern anderer Zeiten ausnimmt.
וְדָרְשׁ֥וּ הַשֹּׁפְטִ֖ים הֵיטֵ֑ב וְהִנֵּ֤ה עֵֽד־שֶׁ֙קֶר֙ הָעֵ֔ד שֶׁ֖קֶר עָנָ֥ה בְאָחִֽיו׃
18
18
Und die Richter sollen genau nachforschen. Wenn nun der Zeuge ein falscher Zeuge ist, er hat Falsches ausgesagt gegen seinen Bruder,
Und die Richter sollen genau nachforschen: aufgrund der Aussage derer, die jene überführen. Indem die Richter diese, die kommen, jene zu überführen, durch Ausforschung und Prüfung untersuchen und auf die Probe stellen.
Raschi
Wenn nun der Zeuge ein falscher Zeuge ist
Überall, wo עֵד steht, spricht der Vers von zwei Zeugen (Sanh. 30a).
Raschi
וַעֲשִׂ֣יתֶם ל֔וֹ כַּאֲשֶׁ֥ר זָמַ֖ם לַעֲשׂ֣וֹת לְאָחִ֑יו וּבִֽעַרְתָּ֥ הָרָ֖ע מִקִּרְבֶּֽךָ׃
19
19
dann sollt ihr ihm geschehen lassen, wie es die falschen Zeugen geplant hatten, seinem Bruder geschehen zu lassen. So sollst du das Böse aus deiner Mitte entfernen.
geplant hatten
כַּאֲשֶׁר זָמַם „wie sie geplant hatten“, und nicht, wie sie getan hatten. Von hier schließt man, dass wenn die falschen Zeugen den Angeklagten schon getötet haben, sie nicht getötet werden (Makot 5b).
Raschi
wie sie geplant hatten, seinem Bruder geschehen zu lassen
כַּאֲשֶׁר זָמַם לַעֲשׂוֹת לְאָחִיו „wie sie geplant hatten, seinem Bruder geschehen zu lassen“. Was lehrt uns „ihrem Bruder“? Das lehrt, dass die falschen Zeugen gegen eine verheiratete Tochter eines Kohen nicht durch Verbrennung, sondern mit der Todesart des Ehebrechers hingerichtet werden, das ist Erwürgung (חֶנֶק). So heißt es (Waj. 21:9) הִיא בָּאֵשׁ תִּשָּׂרֵף „sie werde mit Feuer verbrannt“, sie, aber nicht der Ehebrecher. Darum steht hier „ihrem Bruder“. Wie sie dachten, ihrem Bruder zu tun, und nicht, wie sie dachten, ihrer Schwester zu tun.
Aber bei allen anderen Hinrichtungen hat der Vers die Frau dem Mann gleichgestellt. Und die falschen Zeugen gegen eine Frau werden ebenso getötet wie die falschen Zeugen gegen einen Mann, wenn sie zum Beispiel gegen sie ausgesagt hätten, sie habe einen Menschen getötet, sie habe den Schabbat entweiht, so werden sie mit der ihr zugedachten Todesart getötet. Denn der Vers schließt hier die Schwester nur darum aus, weil man die Überführung der Zeugen mit der Todesart des Ehebrechers verbinden kann.
Raschi
וְהַנִּשְׁאָרִ֖ים יִשְׁמְע֣וּ וְיִרָ֑אוּ וְלֹֽא־יֹסִ֨פוּ לַעֲשׂ֜וֹת ע֗וֹד כַּדָּבָ֥ר הָרָ֛ע הַזֶּ֖ה בְּקִרְבֶּֽךָ׃
20
20
Und die Übrigen werden es hören und sich fürchten und sie werden weiter nicht tun so wie diese böse Tat in deiner Mitte.
werden es hören und sich fürchten
Von hier geht hervor, dass man bekanntmachen muss, die und die werden hingerichtet, weil sie vom Gericht als falsche Zeugen überführt worden sind (Sanh. 89a).
Raschi
וְלֹ֥א תָח֖וֹס עֵינֶ֑ךָ נֶ֣פֶשׁ בְּנֶ֗פֶשׁ עַ֤יִן בְּעַ֙יִן֙ שֵׁ֣ן בְּשֵׁ֔ן יָ֥ד בְּיָ֖ד רֶ֥גֶל בְּרָֽגֶל׃
21
21
Und dein Auge soll sie nicht verschonen. Die falschen Zeugen müssen mit ihrem Leben zahlen, wenn sie mit ihrer Aussage bei Gericht im Fall einer Verurteilung dem Angeklagten das Leben gekostet hätten; sie müssen dem Angeklagten volle finanzielle Entschädigung eines Auges für ein Auge, eines Zahns für einen Zahn, eines Fußes für einen Fuß zahlen.
Auge für Auge: durch Geldstrafe, ebenso Zahn für Zahn usw.
Raschi
כִּֽי־תֵצֵ֨א לַמִּלְחָמָ֜ה עַל־אֹיְבֶ֗יךָ וְֽרָאִ֜יתָ ס֤וּס וָרֶ֙כֶב֙ עַ֚ם רַ֣ב מִמְּךָ֔ לֹ֥א תִירָ֖א מֵהֶ֑ם כִּֽי־יְהוָ֤ה אֱלֹהֶ֙יךָ֙ עִמָּ֔ךְ הַמַּֽעַלְךָ֖ מֵאֶ֥רֶץ מִצְרָֽיִם׃
1
1
Wenn du zum Krieg ausziehst gegen deine Feinde, und Pferd und Wagen siehst, ein Volk, zahlreicher als du, dann fürchte dich nicht vor ihnen. Denn der Ewige, dein G‑tt, ist mit dir, der dich herausgeführt hat aus dem Land Mizraim.
Wenn du zum Krieg ausziehst
Der Vers hat das Ausziehen in den Krieg an das Vorhergehende gefügt [wegen des letzten Verses über einen Menschen mit fehlendem Gliedmaß], um dich zu lehren: einer, dem ein Gliedmaß fehlt, zieht nicht in den Krieg.
Andere Erklärung: um dir zu sagen, wenn du gerechtes Urteil gefällt hast, kannst du sicher sein, dass wenn du in den Krieg ziehst, du siegen wirst. Und so sagt auch David (Teh. 119:121) עָשִׂיתִי מִשְׁפָּט וָצֶדֶק בַּל תַּנִּיחֵנִי לְעוֹשְׁקָי „Habe ich Recht und Gerechtigkeit geübt, wirst Du mich nicht meinen Bedrückern überlassen“.
Raschi
gegen deine Feinde
Sie seien in deinen Augen wie Feinde. Erbarme dich nicht über sie, denn sie werden sich nicht über dich erbarmen.
Raschi
Pferd und Wagen
סוּס „Pferd“ [in der Einzahl]: in Meinen Augen sind sie alle wie ein Pferd, so heißt es auch (Richt. 6:16) וְהִכִּיתָ אֶת מִדְיָן כְּאִישׁ אֶחָד „schlage Midian wie einen Mann“; und ebenso heißt es (Schem. 15:19) כִּי בָא סוּס פַּרְעֹה „denn es kamen die Pferde [סוּס in der Einzahl] Pharaos.
Raschi
ein Volk, zahlreicher als du
In deinen Augen ist es zahlreich, aber in Meinen Augen ist es nicht zahlreich.
Raschi
וְהָיָ֕ה כְּקָֽרָבְכֶ֖ם אֶל־הַמִּלְחָמָ֑ה וְנִגַּ֥שׁ הַכֹּהֵ֖ן וְדִבֶּ֥ר אֶל־הָעָֽם׃
2
2
Und es geschehe, wenn ihr nahe kommt zum Kampf, dann soll der Kohen herantreten und zum Volk reden.
nahe kommt zum Kampf: kurz nachdem ihr die Grenze, das Gebiet eures Landes, verlassen habt.
Raschi
soll der Kohen herantreten: der dazu gesalbt ist, der מְשׁוּחַ מִלְחָמָה „zum Krieg Gesalbter“ genannt wird (Sota 42a).
Raschi
und zum Volk reden: in der Heiligen Sprache, Hebräisch.
Raschi
וְאָמַ֤ר אֲלֵהֶם֙ שְׁמַ֣ע יִשְׂרָאֵ֔ל אַתֶּ֨ם קְרֵבִ֥ים הַיּ֛וֹם לַמִּלְחָמָ֖ה עַל־אֹיְבֵיכֶ֑ם אַל־יֵרַ֣ךְ לְבַבְכֶ֗ם אַל־תִּֽירְא֧וּ וְאַֽל־תַּחְפְּז֛וּ וְאַל־תַּֽעַרְצ֖וּ מִפְּנֵיהֶֽם׃
3
3
Und er soll ihnen sagen: Höre Israel! Ihr naht heute zum Kampf gegen eure Feinde; ihr sollt kein feiges Herz haben, fürchtet euch nicht und ängstigt euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen!
Höre Israel!
Sogar, wenn ihr kein anderes Verdienst hättet als das Lesen des Schma Israel, wäret ihr würdig, dass G‑tt euch hilft!
Raschi
gegen eure Feinde
Das sind nicht eure Brüder. Wenn ihr in ihre Hände fallen solltet, erbarmen sie sich nicht über euch. Das ist nicht wie der Krieg von Jehuda mit Israel, von dem es heißt (2 Chro. 28:15) וַיָּקֻמוּ הָאֲנָשִׁים אֲשֶׁר נִקְּבוּ בְשֵׁמוֹת וַיַּחֲזִיקוּ בַשִּׁבְיָה „da erhoben sich die Männer, die mit Namen bezeichnet wurden, und nahmen sich der Gefangenen an“, וְכָל מַעֲרֻמֵּיהֶם הִלְבִּישׁוּ מִן הַשָּׁלָל „alle ihre Unbekleideten bekleideten sie aus der Beute“, וַיַּלְבִּישׁוּם וַיַּנְעִילוּם וַיַּאֲכִילוּם וַיַּשְׁקוּם וַיְסֻכוּם „sie gaben ihnen Kleider und Schuhe, Speise und Trank, salbten sie“, וַיְנַהֲלוּם בַּחֲמֹרִים לְכָל כּוֹשֵׁל וַיְבִיאוּם יְרֵחוֹ עִיר הַתְּמָרִים אֵצֶל אֲחֵיהֶם וַיָּשׁוּבוּ שֹׁמְרוֹן „und alle Schwachen führten sie auf Eseln und brachten sie nach Jericho, der Palmenstadt, zu ihren Brüdern und kehrten nach Schomron zurück“. Sondern ihr zieht gegen eure Feinde, darum macht euch stark zum Kampf.
Raschi
ihr sollt kein feiges Herz haben, fürchtet euch nicht und ängstigt euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen!
Vier Verwarnungen, die den vier Dingen entsprechen, die die Könige der Völker tun. Sie klirren mit ihren Schildern, indem sie sie aneinander schlagen, um lauten Schall zu erzeugen, damit ihre Gegner erschrecken und fliehen. Sie trappeln mit ihren Pferden und machen sie wiehern und lassen das Dröhnen der Pferdehufe vernehmen. Sie schreien laut, und sie stoßen in Hörner und andere lärmende Instrumente (Sota 42b).
Ihr sollt kein feiges Herz haben: vor dem Wiehern der Pferde.
fürchtet euch nicht: vor dem Klirren der Schilder.
ängstigt euch nicht: vor dem Lärm der Hörner.
erschreckt nicht: vor dem lauten Geschrei.
Raschi
כִּ֚י יְהוָ֣ה אֱלֹֽהֵיכֶ֔ם הַהֹלֵ֖ךְ עִמָּכֶ֑ם לְהִלָּחֵ֥ם לָכֶ֛ם עִם־אֹיְבֵיכֶ֖ם לְהוֹשִׁ֥יעַ אֶתְכֶֽם׃
4
4
Denn der Ewige, euer G‑tt, ist es, der mit euch geht, für euch zu kämpfen mit euren Feinden, euch zu helfen.
Denn der Ewige, euer G‑tt
Sie kommen mit dem Sieg von Fleisch und Blut, ihr aber kommt mit dem Sieg des Ewigen. Die Plischtim kamen mit dem Sieg Goliats, was war sein Ende? Er fiel und sie fielen mit ihm (Sota 42a).
Raschi
der Ewige ist es, der mit euch geht: das ist das Lager der heiligen Truhe (מַחֲנֵה הָאָרוֹן).
Raschi
וְדִבְּר֣וּ הַשֹּֽׁטְרִים֮ אֶל־הָעָ֣ם לֵאמֹר֒ מִֽי־הָאִ֞ישׁ אֲשֶׁ֨ר בָּנָ֤ה בַֽיִת־חָדָשׁ֙ וְלֹ֣א חֲנָכ֔וֹ יֵלֵ֖ךְ וְיָשֹׁ֣ב לְבֵית֑וֹ פֶּן־יָמוּת֙ בַּמִּלְחָמָ֔ה וְאִ֥ישׁ אַחֵ֖ר יַחְנְכֶֽנּוּ׃
5
5
Und die Aufseher sollen zum Volk reden, wie folgt: Wer ist der Mann, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat? Der gehe und kehre zurück nach Hause, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann das Haus einweihe.
und es nicht eingeweiht hat
וְלֹא חֲנָכוֹ „es nicht eingeweiht hat“: nicht darin gewohnt hat. Das Wort חִנּוּךְ bedeutet „anfangen“.
Raschi
und ein anderer Mann das Haus einweihe
Das wäre eine Kränkung und zu bedauern (עַגְמַת נֶפֶשׁ).
Raschi
וּמִֽי־הָאִ֞ישׁ אֲשֶׁר־נָטַ֥ע כֶּ֙רֶם֙ וְלֹ֣א חִלְּל֔וֹ יֵלֵ֖ךְ וְיָשֹׁ֣ב לְבֵית֑וֹ פֶּן־יָמוּת֙ בַּמִּלְחָמָ֔ה וְאִ֥ישׁ אַחֵ֖ר יְחַלְּלֶֽנּוּ׃
6
6
Und wer ist der Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht ausgelöst hat? Der gehe und kehre zurück nach Hause, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann seinen Weinberg auslöse.
ihn noch nicht ausgelöst hat
Er hat ihn im vierten Jahr nicht ausgelöst. Denn die Früchte müssen in Jeruschalaim gegessen werden; oder es findet die Auslösung durch Geld statt, um die mit dieser Summe [erworbenen Speisen] in Jeruschalaim zu essen.
Raschi
וּמִֽי־הָאִ֞ישׁ אֲשֶׁר־אֵרַ֤שׂ אִשָּׁה֙ וְלֹ֣א לְקָחָ֔הּ יֵלֵ֖ךְ וְיָשֹׁ֣ב לְבֵית֑וֹ פֶּן־יָמוּת֙ בַּמִּלְחָמָ֔ה וְאִ֥ישׁ אַחֵ֖ר יִקָּחֶֽנָּה׃
7
7
Und wer ist der Mann, der sich mit einer Frau verlobt und sie noch nicht zur Frau genommen hat? Der gehe und kehre zurück nach Hause, damit er nicht im Krieg sterbe und ein anderer Mann sie zur Frau nehme.
damit er nicht im Krieg sterbe
Er kehre zurück, damit er nicht sterbe. Denn wenn er auf die Worte des Kohen nicht hört, ist er wert zu sterben.
Raschi
וְיָסְפ֣וּ הַשֹּׁטְרִים֮ לְדַבֵּ֣ר אֶל־הָעָם֒ וְאָמְר֗וּ מִי־הָאִ֤ישׁ הַיָּרֵא֙ וְרַ֣ךְ הַלֵּבָ֔ב יֵלֵ֖ךְ וְיָשֹׁ֣ב לְבֵית֑וֹ וְלֹ֥א יִמַּ֛ס אֶת־לְבַ֥ב אֶחָ֖יו כִּלְבָבֽוֹ׃
8
8
Und die Aufseher sollen weiter zum Volk sprechen und sagen: Wer ist der Mann, der furchtsam und feigen Herzens ist? Der gehe und kehre zurück nach Hause, damit er nicht das Herz seiner Brüder feig mache wie sein eigenes Herz.
Und die Aufseher sollen weiter zum Volk sprechen
Warum steht hier וְיָסְפוּ הַשֹּׁטְרִים לְדַבֵּר „sie sollen weiter sprechen“? Sie fügen das zu den Worten des Kohen hinzu. Wenn der Kohen spricht und verkündet von שְׁמַע יִשְׂרָאֵל „Höre Israel“ bis לְהוֹשִׁיעַ אֶתְכֶם „euch zu helfen“ (Verse 3–4), und von מִי הָאִישׁ „wenn einer …“, und das zweite und das dritte Mal („wenn einer …“, Verse 5–7) – das spricht erst der Kohen, und der Aufseher verkündet es nach ihm. Dieses aber spricht nur der Aufseher und verkündet es auch (Sota 43a).
Raschi
furchtsam und feigen Herzens
Rabbi Akiwa sagt: Wie der einfache Sinn ist, er kann in der Schlacht nicht standhalten, er kann kein gezücktes Schwert sehen.
Rabbi Jose haGelili sagt: Er fürchtet sich wegen der Sünden, die er begangen hat. Und darum hat die Torah für ihn die Rückkehr an Haus, Weinberg und Frau angeschlossen, um diejenigen zu verbergen, die wegen Sünden zurückkehren, die sie begangen haben. Damit man nicht merken soll, dass sie Sünden begangen haben. Denn wer einen solchen Menschen zurückkehren sieht, sagt, vielleicht hat er ein Haus gebaut oder einen Weinberg gepflanzt oder geheiratet (Sota 44a).
Raschi
וְהָיָ֛ה כְּכַלֹּ֥ת הַשֹּׁטְרִ֖ים לְדַבֵּ֣ר אֶל־הָעָ֑ם וּפָ֥קְד֛וּ שָׂרֵ֥י צְבָא֖וֹת בְּרֹ֥אשׁ הָעָֽם׃
9
9
Und es geschehe, wenn die Aufseher beendet haben, zum Volk zu sprechen, stelle man Heerführer an die Spitze des Volkes.
Heerführer
שָׂרֵי צְבָאוֹת „Heerführer“: man stellte Aufrichter (זַקָּפִין) vor ihnen und hinter ihnen auf, die eiserne Äxte trugen. Und jedem, der jetzt noch zurückkehren wollte, hatten sie das Recht, die Schenkel zu zerhauen.
Aufrichter (זַקָּפִין): Menschen standen am Ende der Schlachtreihe, um die Fallenden aufzurichten und mit Worten zu ermutigen: Kehre in die Schlacht zurück und fliehe nicht! Denn der Anfang der Niederlage ist die Flucht (Sota 44b).
Raschi