וְהוֹתִֽירְךָ֩ יְהוָ֨ה אֱלֹהֶ֜יךָ בְּכֹ֣ל ׀ מַעֲשֵׂ֣ה יָדֶ֗ךָ בִּפְרִ֨י בִטְנְךָ֜ וּבִפְרִ֧י בְהֶמְתְּךָ֛ וּבִפְרִ֥י אַדְמָתְךָ֖ לְטוֹבָ֑ה כִּ֣י ׀ יָשׁ֣וּב יְהוָ֗ה לָשׂ֤וּשׂ עָלֶ֙יךָ֙ לְט֔וֹב כַּאֲשֶׁר־שָׂ֖שׂ עַל־אֲבֹתֶֽיךָ׃
9
9
Und der Ewige, dein G‑tt, gibt Überfluss in allem Werk deiner Hände, in der Frucht deines Schoßes und in der Frucht deines Viehs und in der Frucht deines Erdbodens zum Guten. Denn der Ewige freut sich wieder über dich zum Guten, so wie Er sich gefreut hat über deine Väter.
כִּ֣י תִשְׁמַ֗ע בְּקוֹל֙ יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ לִשְׁמֹ֤ר מִצְוֺתָיו֙ וְחֻקֹּתָ֔יו הַכְּתוּבָ֕ה בְּסֵ֥פֶר הַתּוֹרָ֖ה הַזֶּ֑ה כִּ֤י תָשׁוּב֙ אֶל־יְהוָ֣ה אֱלֹהֶ֔יךָ בְּכָל־לְבָבְךָ֖ וּבְכָל־נַפְשֶֽׁךָ׃ (פ)
10
10
Denn du gehorchst der Stimme des Ewigen, deines G‑ttes, zu beachten Seine Gebote und Seine Anordnungen, die niedergeschrieben sind in diesem Buch der Torah. Denn du kehrst zurück zu dem Ewigen, deinem G‑tt, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele.
כִּ֚י הַמִּצְוָ֣ה הַזֹּ֔את אֲשֶׁ֛ר אָנֹכִ֥י מְצַוְּךָ֖ הַיּ֑וֹם לֹֽא־נִפְלֵ֥את הִוא֙ מִמְּךָ֔ וְלֹ֥א רְחֹקָ֖ה הִֽוא׃
11
11
Denn dieses Gebot, das ich dir heute befehle, ist dir nicht verborgen und ist nicht fern,
nicht verborgen
לֹא נִפְלֵאת הִוא מִמְּךָ „ist dir nicht verborgen“. Wie im Vers (Dew. 17:8) כִּי יִפָּלֵא, wo [von Targum Onkelos] übersetzt wird
אֲרֵי יִתִּכְסֵי „wenn [dir ein Rechtsspruch] verborgen sein sollte“. Und wie im Vers (Echa 1:9) וַתֵּרֶד פְּלָאִים „[die Stadt Jeruschalaim] sank ins Dunkel“, sie sank in Verborgenheit; [Jeruschalaim] war verborgen und eingeschlossen an einer verborgenen Stätte.
Der Vers in Echa beschreibt bildhaft den Verfall Jeruschalaims, gleichsam als sei es in eine tiefe Grube gestürzt, worin alles verborgen und eingeschlossen liegt, vergleichbar einem im Verborgenen gefangenen Häftling.
Beer Jizchak, Josef Hallel, Beer Majim Chaim
Die letzten zwei Worte in Raschis Kommentar וַחֲבוּשָׁה בְּטָמוּן sind eine sprachlich leicht abgewandelte Form des Verses in Ijow (40:13) חֲבֹשׁ בַּטָּמוּן „eingeschlossen in Verborgenheit“.
לֹ֥א בַשָּׁמַ֖יִם הִ֑וא לֵאמֹ֗ר מִ֣י יַעֲלֶה־לָּ֤נוּ הַשָּׁמַ֙יְמָה֙ וְיִקָּחֶ֣הָ לָּ֔נוּ וְיַשְׁמִעֵ֥נוּ אֹתָ֖הּ וְנַעֲשֶֽׂנָּה׃
12
12
nicht im Himmel ist es, um sagen zu müssen: Wer steigt für uns in den Himmel und holt es uns und lässt es uns hören, damit wir es tun.
nicht im Himmel ist es
Denn, wenn es im Himmel wäre, müsstest du hinaufsteigen und dort lernen (Eruwin 55a).
Raschi
כִּֽי־קָר֥וֹב אֵלֶ֛יךָ הַדָּבָ֖ר מְאֹ֑ד בְּפִ֥יךָ וּבִֽלְבָבְךָ֖ לַעֲשֹׂתֽוֹ׃ (ס)
14
14
Sondern sehr nahe ist dir die Sache in deinem Mund und in deinem Herzen, um sie zu tun.
Sondern sehr nahe ist dir
Die Torah wurde euch schriftlich und mündlich gegeben.
Raschi
„Sehr nahe“ bezieht sich dabei auf die Schriftliche Torah (תּוֹרָה שֶׁבִּכְתָב), die den Augen sichtbar ist. „In deinem Mund und in deinem Herzen“ bezieht sich auf die Mündliche Torah (תּוֹרָה שֶׁבְּעַל פֶּה), denn sie wird im Gedächtnis des Herzens bewahrt, wenn der Mensch sie auswendig lernt.
Minchat Jehuda