Der tägliche Chumasch-Abschnitt

17. Cheschwan 5787

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Heute

Wajera

4. Alija

(Bereschit 19:21 – 21:4)

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וַיֹּ֣אמֶר אֵלָ֔יו הִנֵּה֙ נָשָׂ֣אתִי פָנֶ֔יךָ גַּ֖ם לַדָּבָ֣ר הַזֶּ֑ה לְבִלְתִּ֛י הָפְכִּ֥י אֶת־הָעִ֖יר אֲשֶׁ֥ר דִּבַּֽרְתָּ׃
21
21
Der Engel sagte zu Lot: Siehe, auch darin habe ich Rücksicht auf dich genommen, dass ich die Stadt nicht zerstöre, von der du gesprochen hast.
auch darin
Nicht genug für dich, dass du gerettet wirst; sondern auch die ganze Stadt werde ich um deinetwillen retten.
Raschi
dass ich die Stadt nicht zerstöre
לְבִלְתִּי הָפְכִּי אֶת הָעִיר, wörtl. dass ich die Stadt nicht umstürze.
zerstöre
הָפְכִּי ist so wie הוֹפֵךְ אֲנִי; ebenso (Ber. 48:5) עַד בּוֹאִי „bis ich komme“; (Ber. 16:13) אַחֲרֵי רוֹאִי „nachdem ich gesehen habe“; (Jirm. 31:19) מִדֵּי דַּבְּרִי בּוֹ „so oft ich von ihm spreche“.
Raschi
מַהֵר֙ הִמָּלֵ֣ט שָׁ֔מָּה כִּ֣י לֹ֤א אוּכַל֙ לַעֲשׂ֣וֹת דָּבָ֔ר עַד־בֹּאֲךָ֖ שָׁ֑מָּה עַל־כֵּ֛ן קָרָ֥א שֵׁם־הָעִ֖יר צֽוֹעַר׃
22
22
Schnell, fliehe dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist. Deshalb nannte man den Namen der Stadt „Zoar“ (klein).
Denn ich kann nichts tun
Das ist die Strafe der Engel dafür, dass sie gesagt hatten (zuvor, Vers 13) כִּי מַשְׁחִיתִים אֲנַחְנוּ „denn wir zerstören“, und die Sache von sich abhängig gemacht hatten. Darum gingen sie nicht von dort, bis sie gezwungen waren zu sagen, dass die Sache nicht in ihrer Macht liege.
Raschi
ich kann nichts tun
לֹא אוּכַל in der Einzahl. Daraus kannst du lernen, dass der eine Engel zerstörte und der andere rettete; denn für eine Sache werden nicht zwei Engel geschickt.
Raschi
Deshalb nannte man den Namen der Stadt „Zoar“: weil (zuvor, Vers 20) וְהִיא מִצְעָר „sie klein (mizar) ist“.
Raschi
Die Begründung „Deshalb“ bezieht sich nicht auf den vorliegenden Vers, sondern auf zuvor, Vers 20 וְהִיא מִצְעָר אִמָּלְטָה נָּא שָׁמָּה הֲלֹא מִצְעָר הִוא „[Zoar] ist klein, dorthin möchte ich fliehen, sie ist ja klein“.
Misrachi
הַשֶּׁ֖מֶשׁ יָצָ֣א עַל־הָאָ֑רֶץ וְל֖וֹט בָּ֥א צֹֽעֲרָה׃
23
23
Die Sonne ging auf über der Erde, als Lot nach Zoar kam.
וַֽיהוָ֗ה הִמְטִ֧יר עַל־סְדֹ֛ם וְעַל־עֲמֹרָ֖ה גָּפְרִ֣ית וָאֵ֑שׁ מֵאֵ֥ת יְהוָ֖ה מִן־הַשָּׁמָֽיִם׃
24
24
Und der Ewige ließ regnen auf Sdom und auf Amora Schwefel und Feuer, vom Ewigen, vom Himmel,
Und der Ewige ließ regnen
Überall, wo es heißt וַה׳ „und der Ewige“, meint man Ihn und Sein Gericht (הוּא וּבֵית דִּינוֹ).
Raschi
ließ regnen auf Sdom: beim Anbruch des Morgens, wie es heißt (zuvor, Vers 15) וּכְמוֹ הַשַּׁחַר עָלָה „als der Morgen anbrach“, in der Stunde, da der Mond mit der Sonne am Himmel steht. Weil manche von ihnen die Sonne anbeteten und manche den Mond, sagte der Ewige, wenn Ich sie am Tag strafe, werden die Mondanbeter sagen: „Wenn es bei Nacht gewesen wäre, in der der Mond herrscht, wären wir nicht zerstört worden“. Und wenn Ich sie bei Nacht strafe, werden die Sonnenanbeter sagen: „Wenn es am Tag gewesen wäre, an dem die Sonne herrscht, wären wir nicht zerstört worden“. Darum steht וּכְמוֹ הַשַּׁחַר עָלָה „als der Morgen anbrach“, und Er strafte sie in der Stunde, da Sonne und Mond herrschen.
Raschi
ließ regnen Schwefel und Feuer: zuerst Regen, und daraus wurde Schwefel und Feuer.
Raschi
vom Ewigen
מֵאֵת ה׳ „vom Ewigen“. Es ist die Art der Verse, so zu sprechen, wie (Ber. 4:23) נְשֵׁי לֶמֶךְ „Frauen Lemechs“ und er sagt nicht נָשַׁי „meine Frauen“. So sagte auch David (1 Kön. 1:33) קְחוּ עִמָּכֶם אֶת עַבְדֵי אֲדוֹנֵיכֶם „nehmt die Knechte eures Herrn mit euch“, und sagte nicht עֲבָדַי „meine Knechte“. Ebenso sagte Aschaschwerosch (Est. 8:8) בְּשֵׁם הַמֶּלֶךְ „im Namen des Königs“, und sagte nicht בִּשְׁמִי „in meinem Namen“. So sagt der Vers auch hier מֵאֵת ה׳ „vom Ewigen“, und sagt nicht מֵאִתּוֹ „von Ihm“.
Raschi
vom Himmel
Das ist, was der Vers sagt (Ij. 36:31) כִּי בָם יָדִין עַמִּים „mit ihm [dem Himmel] richtet Er die Völker“. Wenn Er kommt, die Menschen zu strafen, bringt Er vom Himmel Feuer vom Himmel über sie, wie Er es der Stadt Sdom getan hat. Und wenn Er kommt, vom Himmel das Man herabfallen zu lassen, heißt es (Schem. 16:4) הִנְנִי מַמְטִיר לָכֶם לֶחֶם מִן הַשָּׁמַיִם „siehe, Ich lasse euch Brot vom Himmel regnen“.
Raschi
וַֽיַּהֲפֹךְ֙ אֶת־הֶעָרִ֣ים הָאֵ֔ל וְאֵ֖ת כָּל־הַכִּכָּ֑ר וְאֵת֙ כָּל־יֹשְׁבֵ֣י הֶעָרִ֔ים וְצֶ֖מַח הָאֲדָמָֽה׃
25
25
und zerstörte diese Städte und den ganzen Umkreis und alle Einwohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.
und zerstörte diese Städte
וַיַּהֲפֹךְ אֶת הֶעָרִים הָאֵל, wörtl. und stürzte diese Städte um.
zerstörte
Alle vier Städte [Sdom, Amora, Adma, Zewoim] lagen auf einem Felsen, und Er drehte sie um, von oben nach unten, so heißt es (Ijow 28:9) בַּחַלָּמִישׁ שָׁלַח יָדוֹ „an den Felsen legte er Seine Hand“.
Raschi
וַתַּבֵּ֥ט אִשְׁתּ֖וֹ מֵאַחֲרָ֑יו וַתְּהִ֖י נְצִ֥יב מֶֽלַח׃
26
26
Aber seine Frau sah hinter ihm zurück und sie wurde zu einer Salzsäule.
hinter ihm: hinter Lot.
Raschi
sie wurde zu einer Salzsäule
Durch Salz hatte sie gesündigt, und durch Salz wurde sie gestraft. Lot hatte zu ihr gesagt: „Gib diesen Fremden etwas Salz“, da hatte sie ihm geantwortet: „Auch diesen schlechten Brauch willst du an diesem Ort einführen!“
Raschi
וַיַּשְׁכֵּ֥ם אַבְרָהָ֖ם בַּבֹּ֑קֶר אֶל־הַ֨מָּק֔וֹם אֲשֶׁר־עָ֥מַד שָׁ֖ם אֶת־פְּנֵ֥י יְהוָֽה׃
27
27
Frühmorgens stand Awraham auf und ging an den Ort, wo er vor dem Ewigen gestanden war.
וַיַּשְׁקֵ֗ף עַל־פְּנֵ֤י סְדֹם֙ וַעֲמֹרָ֔ה וְעַֽל־כָּל־פְּנֵ֖י אֶ֣רֶץ הַכִּכָּ֑ר וַיַּ֗רְא וְהִנֵּ֤ה עָלָה֙ קִיטֹ֣ר הָאָ֔רֶץ כְּקִיטֹ֖ר הַכִּבְשָֽׁן׃
28
28
Er blickte auf die Fläche von Sdom und Amora und auf die ganze Fläche des Landes in dem Umkreis, und er sah: Siehe, Rauch war aufgestiegen vom Land, wie der Rauch eines Schmelzofens.
Rauch
קִיטוֹר, eine Rauchsäule, auf Französisch torche „Fackel“.
Raschi
Schmelzofen
כִּבְשָׁן, eine Grube, in der man die Steine zu Kalk brennt. Das ist überall unter כִּבְשָׁן „Kalkofen“ in der Torah zu verstehen.
Raschi
וַיְהִ֗י בְּשַׁחֵ֤ת אֱלֹהִים֙ אֶת־עָרֵ֣י הַכִּכָּ֔ר וַיִּזְכֹּ֥ר אֱלֹהִ֖ים אֶת־אַבְרָהָ֑ם וַיְשַׁלַּ֤ח אֶת־לוֹט֙ מִתּ֣וֹךְ הַהֲפֵכָ֔ה בַּהֲפֹךְ֙ אֶת־הֶ֣עָרִ֔ים אֲשֶׁר־יָשַׁ֥ב בָּהֵ֖ן לֽוֹט׃
29
29
Und es geschah, als G‑tt die Städte des Umkreises vernichtete, da dachte G‑tt an Awraham und schickte Lot weg mitten aus der Zerstörung, als Er die Städte zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte.
da dachte G‑tt an Awraham
Wieso bezieht sich „da dachte G‑tt an Awraham“ auf die Rettung Lots? Er gedachte, dass Lot gewusst hatte, dass Sara Awrahams Frau war. Und als er hörte, wie Awraham in Mizraim von Sara sagte „sie ist meine Schwester“ (Ber. 12:19), und die Sache nicht aufgedeckt hatte, weil er Mitleid mit ihm hatte, darum verschonte auch ihn der Ewige.
Raschi
וַיַּעַל֩ ל֨וֹט מִצּ֜וֹעַר וַיֵּ֣שֶׁב בָּהָ֗ר וּשְׁתֵּ֤י בְנֹתָיו֙ עִמּ֔וֹ כִּ֥י יָרֵ֖א לָשֶׁ֣בֶת בְּצ֑וֹעַר וַיֵּ֙שֶׁב֙ בַּמְּעָרָ֔ה ה֖וּא וּשְׁתֵּ֥י בְנֹתָֽיו׃
30
30
Und Lot zog von Zoar hinauf und wohnte im Gebirge, er und seine beiden Töchter mit ihm, denn er fürchtete sich, in Zoar zu wohnen. Und er wohnte in einer Höhle, er und seine beiden Töchter.
denn er fürchtete sich, in Zoar zu wohnen: weil es nahe bei Sdom lag.
Raschi
וַתֹּ֧אמֶר הַבְּכִירָ֛ה אֶל־הַצְּעִירָ֖ה אָבִ֣ינוּ זָקֵ֑ן וְאִ֨ישׁ אֵ֤ין בָּאָ֙רֶץ֙ לָב֣וֹא עָלֵ֔ינוּ כְּדֶ֖רֶךְ כָּל־הָאָֽרֶץ׃
31
31
Und die Erstgeborene sagte zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns kommen könnte nach der Weise aller Welt.
Unser Vater ist alt: und wenn nicht jetzt, wann dann? Vielleicht stirbt er oder hört auf zu zeugen.
Raschi
und es gibt keinen Mann im Land
Sie meinten, die ganze Welt sei zerstört wie in der Generation der Sündflut (דוֹר הַמַּבּוּל).
Raschi
לְכָ֨ה נַשְׁקֶ֧ה אֶת־אָבִ֛ינוּ יַ֖יִן וְנִשְׁכְּבָ֣ה עִמּ֑וֹ וּנְחַיֶּ֥ה מֵאָבִ֖ינוּ זָֽרַע׃
32
32
Komm, geben wir unserem Vater Wein zu trinken und liegen bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommen beleben.
וַתַּשְׁקֶ֧יןָ אֶת־אֲבִיהֶ֛ן יַ֖יִן בַּלַּ֣יְלָה ה֑וּא וַתָּבֹ֤א הַבְּכִירָה֙ וַתִּשְׁכַּ֣ב אֶת־אָבִ֔יהָ וְלֹֽא־יָדַ֥ע בְּשִׁכְבָ֖הּ וּבְקׄוּמָֽהּ׃
33
33
Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken, und die Erstgeborene kam hinein und legte sich zu ihrem Vater, und er merkte nichts von ihrem Niederlegen und von ihrem Aufstehen.
sie gaben Wein zu trinken: es fand sich Wein bei ihnen in der Höhle, um von ihnen zwei Völker hervorgehen zu lassen.
Raschi
legte sich zu ihrem Vater
וַתִּשְׁכַּב אֶת אָבִיהָ „legte sich zu ihrem Vater“: aber bei der jüngeren steht וַתִּשְׁכַּב עִמּוֹ „sie legte sich zu ihm“. Die jüngere, weil sie nicht mit der Entartung begonnen hatte, sondern die Schwester sie dazu überredet hatte, schont die Torah und nennt ihre Schande nicht deutlich. Von der älteren aber, die mit der Entartung begonnen hatte, sagt es die Torah deutlich.
Beim Wort וּבְקוּׄמָהּ der älteren steht ein Punkt (und es ist, als ob וּבְקַמָהּ „und sie erhob sich“ geschrieben wäre), um zu sagen, dass er von ihrem Aufstehen wusste und sich doch nicht zurückhielt, auch in der zweiten Nacht Wein zu trinken. (R. Levi sagt, wer dem Heißhunger der Sinneslust nachgeht, dem gibt man zuletzt von seinem eigenen Fleisch zu essen.)
Raschi
וַֽיְהִי֙ מִֽמָּחֳרָ֔ת וַתֹּ֤אמֶר הַבְּכִירָה֙ אֶל־הַצְּעִירָ֔ה הֵן־שָׁכַ֥בְתִּי אֶ֖מֶשׁ אֶת־אָבִ֑י נַשְׁקֶ֨נּוּ יַ֜יִן גַּם־הַלַּ֗יְלָה וּבֹ֙אִי֙ שִׁכְבִ֣י עִמּ֔וֹ וּנְחַיֶּ֥ה מֵאָבִ֖ינוּ זָֽרַע׃
34
34
Und es geschah am Morgen, da sagte die Erstgeborene zu der Jüngeren: Siehe, ich habe mich gestern zu meinem Vater gelegt. Geben wir ihm auch diese Nacht Wein zu trinken, dann komme zu ihm und liege bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommen beleben.
וַתַּשְׁקֶ֜יןָ גַּ֣ם בַּלַּ֧יְלָה הַה֛וּא אֶת־אֲבִיהֶ֖ן יָ֑יִן וַתָּ֤קָם הַצְּעִירָה֙ וַתִּשְׁכַּ֣ב עִמּ֔וֹ וְלֹֽא־יָדַ֥ע בְּשִׁכְבָ֖הּ וּבְקֻמָֽהּ׃
35
35
Sie gaben auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und lag bei ihm, und er merkte nichts von ihrem Niederlegen und von ihrem Aufstehen.
וַֽתַּהֲרֶ֛יןָ שְׁתֵּ֥י בְנֽוֹת־ל֖וֹט מֵאֲבִיהֶֽן׃
36
36
Und die beiden Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger.
wurden schwanger
Zwar wird eine Frau vom ersten Beischlaf nicht schwanger, aber diese herrschten über sich und hatten selbst ihre Jungfräulichkeit entfernt, sodass sie vom ersten Intimverkehr schwanger wurden.
Raschi
וַתֵּ֤לֶד הַבְּכִירָה֙ בֵּ֔ן וַתִּקְרָ֥א שְׁמ֖וֹ מוֹאָ֑ב ה֥וּא אֲבִֽי־מוֹאָ֖ב עַד־הַיּֽוֹם׃
37
37
Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Moaw („vom Vater“); er ist der Vater des Volkes Moaw bis heute.
Moaw: diese hatte kein Schamgefühl und sagte deutlich, dass das Kind von ihrem Vater stammte. Aber die jüngere benannte ihn mit einem reinen Ausdruck und erhielt ihren Lohn dafür in den Tagen Mosches. So heißt es bei den Söhnen Amons (Dew. 2:19) וְאַל תִּתְגָּר בָּם „bedränge sie nicht“, in keiner Weise. Bei Moaw aber verbietet die Torah nur, mit ihnen Krieg zu führen, erlaubte ihnen aber, sie einzuschüchtern.
Raschi
וְהַצְּעִירָ֤ה גַם־הִוא֙ יָ֣לְדָה בֵּ֔ן וַתִּקְרָ֥א שְׁמ֖וֹ בֶּן־עַמִּ֑י ה֛וּא אֲבִ֥י בְנֵֽי־עַמּ֖וֹן עַד־הַיּֽוֹם׃ (ס)
38
38
Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben Ami („Sohn meines Volkes“); er ist der Vater der Söhne Amons bis heute.
וַיִּסַּ֨ע מִשָּׁ֤ם אַבְרָהָם֙ אַ֣רְצָה הַנֶּ֔גֶב וַיֵּ֥שֶׁב בֵּין־קָדֵ֖שׁ וּבֵ֣ין שׁ֑וּר וַיָּ֖גָר בִּגְרָֽר׃
1
1
Und Awraham brach von dort auf ins Land des Südens und ließ sich zwischen Kadesch und Schur nieder, er wohnte in Gerar.
Und Awraham brach von dort auf
Als er sah, dass die Städte zerstört waren und keine Wanderer mehr kamen, brach er von dort auf.
Andere Erklärung: um sich von Lot zu entfernen, über den sich ein schlechter Name verbreitet hatte, dass er bei seinen Töchtern gelegen war.
Raschi
וַיֹּ֧אמֶר אַבְרָהָ֛ם אֶל־שָׂרָ֥ה אִשְׁתּ֖וֹ אֲחֹ֣תִי הִ֑וא וַיִּשְׁלַ֗ח אֲבִימֶ֙לֶךְ֙ מֶ֣לֶךְ גְּרָ֔ר וַיִּקַּ֖ח אֶת־שָׂרָֽה׃
2
2
Es sagte Awraham von Sara, seiner Frau: Meine Schwester ist sie. Da schickte Awimelech, König von Gerar, und nahm Sara.
Es sagte Awraham
Hier fragte Awraham nicht um Erlaubnis [wie beim Hinabziehen nach Mizraim, wo er sagte (Ber. 12:13 אִמְרִי נָא אֲחֹתִי אָתְּ „Sage doch, du seist meine Schwester“], sondern tat es gegen ihren Willen, ohne ihr Einverständnis, denn dadurch war sie bereits in das Haus Pharaos gebracht worden.
Raschi
von Sara, seiner Frau
אֶל שָׂרָה אִשְׁתּוֹ ist so wie עַל שָׂרָה אִשְׁתּוֹ „über Sara, seine Frau“. Ähnlich (1 Schmu 4:19) אֶל הִלָּקַח אֲרוֹן הָאֱלֹהִים „über die Wegnahme der Lade G‑ttes“; (dort, Vers 22) וְאֶל חָמִיהָ וְאִישָׁהּ „wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes“, beides in der Bedeutung von עַל.
Raschi
וַיָּבֹ֧א אֱלֹהִ֛ים אֶל־אֲבִימֶ֖לֶךְ בַּחֲל֣וֹם הַלָּ֑יְלָה וַיֹּ֣אמֶר ל֗וֹ הִנְּךָ֥ מֵת֙ עַל־הָאִשָּׁ֣ה אֲשֶׁר־לָקַ֔חְתָּ וְהִ֖וא בְּעֻ֥לַת בָּֽעַל׃
3
3
Und G‑tt kam zu Awimelech im Traum der Nacht und sagte zu ihm: Du stirbst wegen der Frau, die du genommen hast, denn sie ist eine verheiratete Frau.
וַאֲבִימֶ֕לֶךְ לֹ֥א קָרַ֖ב אֵלֶ֑יהָ וַיֹּאמַ֕ר אֲדֹנָ֕י הֲג֥וֹי גַּם־צַדִּ֖יק תַּהֲרֹֽג׃
4
4
Awimelech aber war ihr nicht nahe gekommen, und er sagte: Mein G‑tt, willst Du auch ein gerechtes Volk töten?
war ihr nicht nahe gekommen
Der Engel hinderte ihn daran, wie es weiter heißt (Vers 6) לֹא נְתַתִּיךָ לִנְגֹּעַ אֵלֶיהָ „Ich ließ nicht zu, sie zu berühren“.
Raschi
willst du auch ein gerechtes Volk töten?
Auch wenn ein Volk gerecht ist, willst Du es töten? Ist vielleicht so Deine Art, die Völker ohne Grund zu vernichten, hast Du so der Generation der Sündflut und der Generation der Zerstreuung (דוֹר הַפַּלָּגָה) getan? So werde ich auch sagen, Du habest sie ohne Ursache getötet, wie Du drohst, mich zu töten.
Raschi
הֲלֹ֨א ה֤וּא אָֽמַר־לִי֙ אֲחֹ֣תִי הִ֔וא וְהִֽיא־גַם־הִ֥וא אָֽמְרָ֖ה אָחִ֣י ה֑וּא בְּתָם־לְבָבִ֛י וּבְנִקְיֹ֥ן כַּפַּ֖י עָשִׂ֥יתִי זֹֽאת׃
5
5
Hat Awraham nicht selbst zu mir gesagt: Meine Schwester ist sie? Und sie, auch sie selbst hat gesagt: Er ist mein Bruder. In Unschuld meines Herzens und in Reinheit meiner Hände habe ich das getan.
auch sie
גַם הִוא, das fügt ihre Knechte, Kamel- und Eseltreiber hinzu. Alle fragte ich, und sie sagten mir, er ist ihr Bruder.
Raschi
In Unschuld meines Herzens: ich dachte nicht zu sündigen.
Raschi
und in Reinheit meiner Hände: ich bin rein von der Sünde, denn ich habe sie nicht berührt.
Raschi
וַיֹּאמֶר֩ אֵלָ֨יו הָֽאֱלֹהִ֜ים בַּחֲלֹ֗ם גַּ֣ם אָנֹכִ֤י יָדַ֙עְתִּי֙ כִּ֤י בְתָם־לְבָבְךָ֙ עָשִׂ֣יתָ זֹּ֔את וָאֶחְשֹׂ֧ךְ גַּם־אָנֹכִ֛י אֽוֹתְךָ֖ מֵחֲטוֹ־לִ֑י עַל־כֵּ֥ן לֹא־נְתַתִּ֖יךָ לִנְגֹּ֥עַ אֵלֶֽיהָ׃
6
6
Da sagte G‑tt zu ihm im Traum: Auch Ich weiß, dass du in Unschuld deines Herzens das getan hast, darum habe auch Ich dich zurückgehalten, gegen Mich zu sündigen. Darum ließ Ich nicht zu, sie zu berühren.
Auch Ich weiß es, dass du in Unschuld deines Herzens
Es ist wahr, du dachtest zuerst nicht daran, zu sündigen. Aber Reinheit der Hände ist nicht bei dir vorhanden.
Raschi
Darum ließ Ich nicht zu
לֹא נְתַתִּיךָ „Ich erlaubte dir nicht“. Es kam nicht von dir, dass du sie nicht berührt hast. Sondern Ich habe dich zurückgehalten, dass du nicht sündigst. Ich gab dir keine Kraft dazu. Ebenso (Ber. 31:7) וְלֹא נְתָנוֹ אֱלֹהִים „G‑tt erlaubt ihm nicht“, ebenso (Richt. 15:1) וְלֹא נְתָנוֹ אָבִיהָ לָבוֹא „ihr Vater erlaubt ihm nicht, zu kommen“.
Raschi
וְעַתָּ֗ה הָשֵׁ֤ב אֵֽשֶׁת־הָאִישׁ֙ כִּֽי־נָבִ֣יא ה֔וּא וְיִתְפַּלֵּ֥ל בַּֽעַדְךָ֖ וֶֽחְיֵ֑ה וְאִם־אֵֽינְךָ֣ מֵשִׁ֗יב דַּ֚ע כִּי־מ֣וֹת תָּמ֔וּת אַתָּ֖ה וְכָל־אֲשֶׁר־לָֽךְ׃
7
7
Und jetzt, gib die Frau des Mannes zurück! Denn er ist ein Prophet und wird für dich beten, dass du am Leben bleibst. Wenn du sie aber nicht zurückgibst, dann wisse, dass du sterben musst, du und alle, die zu dir gehören.
gib die Frau des Mannes zurück!, und glaube nicht, sie würde in seinen Augen abstoßend sein und er würde sie nicht annehmen; oder er würde dich hassen und nicht für dich beten. (Da sagte Awimelech zu Ihm: Wer wird ihm offenbaren, dass ich sie nicht berührt habe? Er antwortete ihm:)
Er ist ein Prophet und weiß, dass du sie nicht berührt hast, darum wird er für dich beten.
Raschi
וַיַּשְׁכֵּ֨ם אֲבִימֶ֜לֶךְ בַּבֹּ֗קֶר וַיִּקְרָא֙ לְכָל־עֲבָדָ֔יו וַיְדַבֵּ֛ר אֶת־כָּל־הַדְּבָרִ֥ים הָאֵ֖לֶּה בְּאָזְנֵיהֶ֑ם וַיִּֽירְא֥וּ הָאֲנָשִׁ֖ים מְאֹֽד׃
8
8
Frühmorgens stand Awimelech auf und rief alle seine Diener zu sich und sagte alle diese Worte vor ihren Ohren, und die Männer fürchteten sich sehr.
וַיִּקְרָ֨א אֲבִימֶ֜לֶךְ לְאַבְרָהָ֗ם וַיֹּ֨אמֶר ל֜וֹ מֶֽה־עָשִׂ֤יתָ לָּ֙נוּ֙ וּמֶֽה־חָטָ֣אתִי לָ֔ךְ כִּֽי־הֵבֵ֧אתָ עָלַ֛י וְעַל־מַמְלַכְתִּ֖י חֲטָאָ֣ה גְדֹלָ֑ה מַעֲשִׂים֙ אֲשֶׁ֣ר לֹא־יֵֽעָשׂ֔וּ עָשִׂ֖יתָ עִמָּדִֽי׃
9
9
Und Awimelech ließ Awraham rufen und sagte ihm: Was hast du uns getan! Und was habe ich an dir gesündigt, dass du über mich und über mein Königreich eine so große Sünde gebracht hast? Taten, die nicht geschehen dürfen, hast du mir angetan.
Taten, die nicht geschehen dürfen: eine Plage, die für gewöhnlich kein Geschöpf befällt, ist durch dich über uns gekommen, ein Verschließen aller unteren Körperöffnungen und der Ohren und der Nase (Bawa Kama 92a).
Raschi
וַיֹּ֥אמֶר אֲבִימֶ֖לֶךְ אֶל־אַבְרָהָ֑ם מָ֣ה רָאִ֔יתָ כִּ֥י עָשִׂ֖יתָ אֶת־הַדָּבָ֥ר הַזֶּֽה׃
10
10
Und Awimelech sagte zu Awraham: Was hast du gesehen, dass du diese Sache getan hast?
וַיֹּ֙אמֶר֙ אַבְרָהָ֔ם כִּ֣י אָמַ֗רְתִּי רַ֚ק אֵין־יִרְאַ֣ת אֱלֹהִ֔ים בַּמָּק֖וֹם הַזֶּ֑ה וַהֲרָג֖וּנִי עַל־דְּבַ֥ר אִשְׁתִּֽי׃
11
11
Und Awraham sagte: Weil ich mir sagte, keine G‑ttesfurcht gibt es an diesem Ort, und sie werden mich umbringen wegen meiner Frau.
keine G‑ttesfurcht gib es an diesem Ort
Wenn ein Fremder in eine Stadt kommt, fragt man ihn betreffs Speise und Trank, oder fragt man ihn über seine Frau, ist das deine Frau, oder ist das deine Schwester? (Bawa Kama 92a)
Raschi
וְגַם־אָמְנָ֗ה אֲחֹתִ֤י בַת־אָבִי֙ הִ֔וא אַ֖ךְ לֹ֣א בַת־אִמִּ֑י וַתְּהִי־לִ֖י לְאִשָּֽׁה׃
12
12
Und sie ist auch wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, nur nicht die Tochter meiner Mutter und deshalb konnte sie meine Ehefrau werden.
sie ist meine Schwester, die Tochter meines Vaters: die Tochter des Vaters ist einem Sohn Noachs erlaubt. Denn bei den Völkern der Welt wird nicht nach der väterlichen Abstammnung gerechnet. Um seine Worte zu rechtfertigen, antwortete er ihnen so.
Wenn du aber fragen wirst, sie war doch die Tochter seines Bruders [Haran]? Kindeskinder sind jedoch wie Kinder, darum war sie auch die Tochter von Terach. Ebenso sagte er zu Lot (Ber. 13:8) כִּי אֲנָשִׁים אַחִים אֲנָחְנוּ „denn wir sind Männer, die Brüder sind“.
Raschi
nur nicht die Tochter meiner Mutter
Haran stammte von einer anderen Mutter.
Raschi
וַיְהִ֞י כַּאֲשֶׁ֧ר הִתְע֣וּ אֹתִ֗י אֱלֹהִים֮ מִבֵּ֣ית אָבִי֒ וָאֹמַ֣ר לָ֔הּ זֶ֣ה חַסְדֵּ֔ךְ אֲשֶׁ֥ר תַּעֲשִׂ֖י עִמָּדִ֑י אֶ֤ל כָּל־הַמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר נָב֣וֹא שָׁ֔מָּה אִמְרִי־לִ֖י אָחִ֥י הֽוּא׃
13
13
Und es geschah, als G‑tt mich wandern schickte aus dem Haus meines Vaters, da sagte ich zu ihr: Das ist deine Güte, die du mir tun sollst: An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder.
Und es geschah, als G‑tt mich wandern schickte
Onkelos hat nach seiner Art übersetzt, וַהֲוָה כַּד טְעוֹ עַמְמַיָּא בָּתַר עוּבָדֵי יְדֵיהוֹן יָתִי קָרֵיב ה׳ לְדַחְלְתֵיהּ „Als die Völker in die Irre gingen nach ihren falschen Göttern, dem Werk ihrer eigenen Hände, hat mich der wahre G‑tt zur Ehrfurcht vor Ihm nähergebracht.“
Man kann die Sache aber auch so erklären, wie die Worte im Zusammenhang stehen: Als der Ewige mich aus meinem Vaterhaus führte, dass ich umherziehe und von Ort zu Ort wandere, wusste ich, dass ich durch einen Ort von bösen Menschen kommen würde, und sagte zu Sara: Das ist deine Güte, die du mir tun sollst.
„Als mich wandern schickte“ (הִתְעוּ) steht im Hebräischen in der Mehrzahl הִתְעוּ, aber wundere dich nicht darüber, denn an vielen Stellen wird die G‑ttheit und die Herrschaft durch die Mehrzahl bezeichnet:
אֲשֶׁר הָלְכוּ אֱלֹהִים „dass G‑tt ging“ (2 Schmu. 7:23);

אֱלֹהִים חַיִּים „der lebendige G‑tt“ (Dew. 5:23);

אֱלֹהִים קְדֹשִׁים „der heilige G‑tt“ (Jesch. 24:19).

Überhaupt ist אֱלֹהִים immer die Form der Mehrzahl.

Ebenso ist אַדְנוּת (Herrschaft) in der Mehrzahl, auch wenn es nur den Einzelnen beschreibt:

וַיִּקַּח אֲדֹנֵי יוֹסֵף „und Josefs Herr nahm ihn“ (Ber. 39:20);

וַאֲדֹנֵי הָאֲדֹנִים „Herr der Herren“ (Dew. 10:17);

אֲדֹנֵי הָאָרֶץ „der Herr des Landes“ (Ber. 42:30).

Ebenso ist בַּעֲלוּת (Herrschaft) in der Mehrzahl, auch wenn es nur den Einzelnen beschreibt:

אִם בְּעָלָיו עִמּוֹ „wenn sein Herr bei ihm ist“ (Schem. 22:14);

וְהוּעַד בִּבְעָלָיו „so werde sein Besitzer verwarnt“ (Schem. 21:29).

Und wenn du fragst, was bedeutet der Ausdruck הִתְעוּ „mich umherirren schickte“? Jeder, der aus seinem Ort auswandert und nicht fest wohnt, wird תּוֹעֶה „ein Umher¬irrender“ genannt, wie וַתֵּלֶךְ וַתֵּתַע בְּמִדְבַּר „sie ging und irrte in der Wüste umher“ (Ber. 21:14); תָּעִיתִי כְּשֶׂה אֹבֵד „ich irrte umher wie ein verlorenes Lamm“ (Teh. 119:176); יִתְעוּ לִבְלִי אֹכֶל „sie irren ohne Nahrung umher“ (Ijow 38:41), sie gehen hinaus und irren umher, um ihre Nahrung zu suchen.
Raschi
sage von mir
אִמְרִי לִי ist so wie אִמְרִי עָלַי „sage über mich“. Ebenso (Ber. 26:7) וַיִּשְׁאֲלוּ אַנְשֵׁי הַמָּקוֹם לְאִשְׁתּוֹ „da fragten die Leute des Ortes wegen seiner Frau“, über seine Frau. Ebenso (Schem. 14:3) וְאָמַר פַּרְעֹה לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל „Pharao wird von den Kindern Israel sprechen“, über die Kinder Israel. (Richt. 9:54) פֶּן יֹאמְרוּ לִי אִשָּׁה הֲרָגָתְהוּ „dass man nicht von mir sage, eine Frau hat ihn getötet“.
Raschi
וַיִּקַּ֨ח אֲבִימֶ֜לֶךְ צֹ֣אן וּבָקָ֗ר וַעֲבָדִים֙ וּשְׁפָחֹ֔ת וַיִּתֵּ֖ן לְאַבְרָהָ֑ם וַיָּ֣שֶׁב ל֔וֹ אֵ֖ת שָׂרָ֥ה אִשְׁתּֽוֹ׃
14
14
Da nahm Awimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie Awraham. Und gab ihm seine Frau Sara zurück.
gab sie Awraham: damit er sich besänftigen lasse und für ihn bete.
Raschi
וַיֹּ֣אמֶר אֲבִימֶ֔לֶךְ הִנֵּ֥ה אַרְצִ֖י לְפָנֶ֑יךָ בַּטּ֥וֹב בְּעֵינֶ֖יךָ שֵֽׁב׃
15
15
Und es sagte Awimelech: Siehe, mein Land ist vor dir, wo es gut ist in deinen Augen, lasse dich nieder.
Siehe, mein Land ist vor dir
Aber Pharao hatte zu ihm gesagt (Ber. 12:19) הִנֵּה אִשְׁתְּךָ קַח וָלֵךְ „hier ist deine Frau, nimm sie und gehe“; er war besorgt, denn die Mizrim waren in Lüsternheit versunken.
Raschi
וּלְשָׂרָ֣ה אָמַ֗ר הִנֵּ֨ה נָתַ֜תִּי אֶ֤לֶף כֶּ֙סֶף֙ לְאָחִ֔יךְ הִנֵּ֤ה הוּא־לָךְ֙ כְּס֣וּת עֵינַ֔יִם לְכֹ֖ל אֲשֶׁ֣ר אִתָּ֑ךְ וְאֵ֥ת כֹּ֖ל וְנֹכָֽחַת׃
16
16
Und zu Sara sagte er: Siehe, ich habe deinem Bruder 1000 Silberstücke gegeben, siehe, das ist dir eine Hülle für die Augen für alle deine Umgebung, und bei jedem kannst du diese Sache beweisen.
Und zu Sara sagte er: „er“ – Awimelech. Um Sara zu ehren und sie zu besänftigen. Siehe, ich habe dir diese Ehre erwiesen, ich habe deinem Bruder Geld gegeben, von dem du gesagt hast, er sei dein Bruder. Siehe, das Geld und diese Ehre seien dir כְּסוּת עֵינַיִם „eine Hülle für die Augen“.
Raschi
für alle deine Umgebung
לְכֹל אֲשֶׁר אִתָּךְ, wörtl. für alle, die bei dir sind. Sie müssen ihre Augen bedecken, dass sie dich nicht geringschätzen; denn hätte ich dich leer zurückgeschickt, so könnten sie sagen, nachdem er Spaß mit ihr getrieben hat, hat er sie zurück¬gegeben. Jetzt aber, da ich gezwungen war, viel Geld herzugeben und dich zu besänftigen, werden sie wissen, dass ich dich gegen meinen Willen zurückschicken musste, und zwar infolge des Wunders.
Raschi
für alle: für alle Bewohner der Welt.
Raschi
kannst du beweisen
וְנֹכָחַת „kannst du beweisen“: du wirst den Mund öffnen können, um für dein Recht einzustehen und diese sichtbaren Beweise zu zeigen. Der Ausdruck הוֹכָחָה bedeutet überall, eine Sache klarmachen, auf Französisch esprover „beweisen“.
Onkelos übersetzt auf andere Weise [הָא הוּא לִיךְ כְּסוּת דִּיקָר, חֲלָף דִּשְׁלַחִית דְּבַרְתִּיךְ, וַחֲזֵית יָתִיךְ וְיָת כֹּל דְּעִמִּיךְ, „Siehe, das sei dir eine ,Hülle der Ehre‘, weil ich dich geschickt und geholt habe und meine Augen gelegt habe auf dich und auf alles, was mit dir war“]. Und der Ausdruck des Verses ist folgendermaßen mit dem Targum zu vereinigen. „Siehe, das sei dir eine ,Hülle der Ehre‘, wegen meiner Augen, die auf dir gelegen sind und allem, was mit dir war“. Darum übersetzt er וַחֲזֵית יָתִיךְ וְיָת כֹּל דְּעִמִּיךְ „[weil] ich meine Augen gelegt habe auf dich und auf alles, was mit dir war“. Es gibt dazu auch Ausführungen des Midrasch, ich aber habe nach dem einfachen Sinn des Verses erklärt.
Raschi
וַיִּתְפַּלֵּ֥ל אַבְרָהָ֖ם אֶל־הָאֱלֹהִ֑ים וַיִּרְפָּ֨א אֱלֹהִ֜ים אֶת־אֲבִימֶ֧לֶךְ וְאֶת־אִשְׁתּ֛וֹ וְאַמְהֹתָ֖יו וַיֵּלֵֽדוּ׃
17
17
Und Awraham betete zu G‑tt, und G‑tt heilte Awimelech und seine Frau und seine Mägde, sodass sie sich erleichtertern.
erleichtertern
וַיֵּלֵדוּ, wörtl. „gebaren“. Wie der Targum sagt וְאִתְרְוַחוּ „sie wurden befreit“; ihre Öffnungen wurden wieder geöffnet und konnten herausgeben, das ist ihr Gebären.
Raschi
כִּֽי־עָצֹ֤ר עָצַר֙ יְהוָ֔ה בְּעַ֥ד כָּל־רֶ֖חֶם לְבֵ֣ית אֲבִימֶ֑לֶךְ עַל־דְּבַ֥ר שָׂרָ֖ה אֵ֥שֶׁת אַבְרָהָֽם׃ (ס)
18
18
Denn es hatte der Ewige jeden Mutterschoß im Haus Awimelechs verschlossen wegen Sara, der Frau Awrahams.
jeden Mutterschoß: jede Öffnung.
Raschi
wegen Sara
עַל דְּבַר שָׂרָה im Sinn von עַל פִּי דִבּוּרָהּ שֶׁל שָׂרָה, nach dem Wort von Sara.
Raschi
וַֽיהוָ֛ה פָּקַ֥ד אֶת־שָׂרָ֖ה כַּאֲשֶׁ֣ר אָמָ֑ר וַיַּ֧עַשׂ יְהוָ֛ה לְשָׂרָ֖ה כַּאֲשֶׁ֥ר דִּבֵּֽר׃
1
1
Und der Ewige bedachte Sara und sie wurde schwanger, wie Er gesagt hatte. Der Ewige tat für Sara, wie Er gesprochen hatte.
Und der Ewige bedachte Sara
Die Torah schließt diesen Abschnitt an den vorigen an, um dich zu lehren: Wer für den anderen betet, während er selbst diese Sache braucht, wird zuerst erhört (Bawa Kama 92a). Denn so heißt es (zuvor, Vers 17) וַיִּתְפַּלֵּל „Awraham betete“, und gleich darauf וה׳ פָּקַד אֶת שָׂרָה „und der Ewige bedachte Sara“. Er hatte sie bereits bedacht, bevor Er Awimelech heilte.
Raschi
bedachte Sara, wie Er gesagt hatte: mit Schwangerschaft.
wie Er gesprochen hatte: über die Geburt.
Wo ist das „Sagen“ (אֲמִירָה) und wo ist das „Sprechen“ (דִּבּוּר)? Das Sagen (Ber. 17:19) וַיֹּאמֶר אֱלֹהִים אֲבָל שָׂרָה אִשְׁתְּךָ וגו׳ „G‑tt sagte, in Wahrheit, deine Frau Sara …“. Das Sprechen (Ber. 15:4) הָיָה דְבַר ה׳ אֶל אַבְרָם „das Wort des Ewigen erging

an Awram“, beim Bund zwischen den Stücken. Dort steht

לֹא יִירָשְׁךָ זֶה וגו׳ „dieser wird dich nicht beerben“, und Er brachte den Erben, der von Sara stammt.
Raschi
<b>Der Ewige tat Sara, wie Er gesprochen,</b> zu Abraham, Sara wird einen Sohn haben.
וַתַּהַר֩ וַתֵּ֨לֶד שָׂרָ֧ה לְאַבְרָהָ֛ם בֵּ֖ן לִזְקֻנָ֑יו לַמּוֹעֵ֕ד אֲשֶׁר־דִּבֶּ֥ר אֹת֖וֹ אֱלֹהִֽים׃
2
2
Sara wurde schwanger und gebar Awraham einen Sohn in seinem hohen Alter, zur bestimmten Zeit, die G‑tt ihm gesagt hatte.
zur bestimmten Zeit, die G‑tt ihm gesagt hatte
[Eine Meinungsverschiedenheit zwischen] R. Judan und R. Chama. Rabbi Judan sagt, das lehrt, dass er mit neun Monaten geboren wurde, damit man nicht sage, er stamme von Awimelech. Rabbi Chama sagt, mit sieben Monaten.
Raschi
zur bestimmten Zeit
Er hatte ihm die Zeit gesagt, Er hatte gesagt und festgesetzt. Als der Engel nämlich zu ihm sprach (Ber. 18:14) לַמּוֹעֵד אָשׁוּב אֵלֶיךָ „um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen“, hatte er einen Einschnitt in die Wand gemacht und zu ihm gesagt, wenn die Sonne im nächsten Jahr diesen Einschnitt erreicht, wird Sara gebären.
Raschi
in seinem hohen Alter: seine Gesichtszüge glichen den seinigen.
Raschi
וַיִּקְרָ֨א אַבְרָהָ֜ם אֶֽת־שֶׁם־בְּנ֧וֹ הַנּֽוֹלַד־ל֛וֹ אֲשֶׁר־יָלְדָה־לּ֥וֹ שָׂרָ֖ה יִצְחָֽק׃
3
3
Awraham nannte den Namen seines Sohnes, der ihm geboren wurde, den ihm Sara geboren hatte: Jizchak.
וַיָּ֤מָל אַבְרָהָם֙ אֶת־יִצְחָ֣ק בְּנ֔וֹ בֶּן־שְׁמֹנַ֖ת יָמִ֑ים כַּאֲשֶׁ֛ר צִוָּ֥ה אֹת֖וֹ אֱלֹהִֽים׃
4
4
Awraham beschnitt seinen Sohn Jizchak, als er acht Tage alt war, wie G‑tt ihm befohlen hatte.