Der tägliche Chumasch-Abschnitt

19. Cheschwan 5787

Freitag, 30. Oktober 2026

Heute

Wajera

6. Alija

(Bereschit 21:22 – 21:34)

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וַֽיְהִי֙ בָּעֵ֣ת הַהִ֔וא וַיֹּ֣אמֶר אֲבִימֶ֗לֶךְ וּפִיכֹל֙ שַׂר־צְבָא֔וֹ אֶל־אַבְרָהָ֖ם לֵאמֹ֑ר אֱלֹהִ֣ים עִמְּךָ֔ בְּכֹ֥ל אֲשֶׁר־אַתָּ֖ה עֹשֶֽׂה׃
22
22
Es geschah um diese Zeit, da sagte Awimelech, und Pichol, sein Heerführer, zu Awraham, wie folgt: G‑tt ist mit dir in allem, was du tust.
G‑tt ist mit dir
Weil sie gesehen hatten, dass er aus der Nähe von Sdom unverletzt hervorgegangen war, dass er mit den Königen gekämpft hatte und diese in seine Hand gefallen waren, dass seine Frau in seinem Alter noch ein Kind geboren hatte.
Raschi
וְעַתָּ֗ה הִשָּׁ֨בְעָה לִּ֤י בֵֽאלֹהִים֙ הֵ֔נָּה אִם־תִּשְׁקֹ֣ר לִ֔י וּלְנִינִ֖י וּלְנֶכְדִּ֑י כַּחֶ֜סֶד אֲשֶׁר־עָשִׂ֤יתִי עִמְּךָ֙ תַּעֲשֶׂ֣ה עִמָּדִ֔י וְעִם־הָאָ֖רֶץ אֲשֶׁר־גַּ֥רְתָּה בָּֽהּ׃
23
23
Und jetzt, schwöre mir bei G‑tt hier, dass du nicht falsch sein wirst gegen mich und meine Kinder und gegen meine Enkel. Nach der Güte, die ich dir erwiesen habe, sollst du auch mir tun und dem Land, in dem du gewohnt hast.
und gegen meine Enkel: so weit geht das Erbarmen des Vaters über den Sohn.
Raschi
nach der Güte, die ich dir erwiesen habe, sollst du auch mir tun
Dass ich nämlich zu dir gesagt habe (zuvor, 20:15) הִנֵּה אַרְצִי לְפָנֶיךָ „Siehe, mein Land liegt vor dir“ [und dir erlaubt habe, dich darin niederzulassen. So erlaube auch du mir, wenn du das Land eroberst, hier zu leben.]
Raschi
Die Nachkommen Awimelechs waren die Jebussim, die in Jebuss (später Jeruschalaim) auch nach der Eroberung Israels verblieben, aufgrund des Schwures von Awraham.
Raschi zu Jehoschua 15:63
וַיֹּ֙אמֶר֙ אַבְרָהָ֔ם אָנֹכִ֖י אִשָּׁבֵֽעַ׃
24
24
Da sagte Awraham: Ich will schwören.
וְהוֹכִ֥חַ אַבְרָהָ֖ם אֶת־אֲבִימֶ֑לֶךְ עַל־אֹדוֹת֙ בְּאֵ֣ר הַמַּ֔יִם אֲשֶׁ֥ר גָּזְל֖וּ עַבְדֵ֥י אֲבִימֶֽלֶךְ׃
25
25
Awraham aber stellte Awimelech zur Rede wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte des Awimelech geraubt hatten.
stellte zur Rede
וְהוֹכִחַ – נִתְוַכַּח עִמּוֹ עַל כָּךְ, Awraham brachte Awimelech gegenüber Einwendungen vor.
Raschi
Das heißt, Awraham tadelte Awimelech nicht wegen der Handlungen in der Vergangenheit. Awraham erklärte vielmehr, dass der Brunnen ihm gehöre, und forderte Awimelech auf, ihn zurückzugeben. Damit steht der Begriff וְהוֹכִחַ hier nicht in der Bedeutung תּוֹכֵחָה „Zurechtweisung“, sondern וִכּוּחַ „Streitfrage“.
Sefer Sikaron, Nachalat Jaakow
וַיֹּ֣אמֶר אֲבִימֶ֔לֶךְ לֹ֣א יָדַ֔עְתִּי מִ֥י עָשָׂ֖ה אֶת־הַדָּבָ֣ר הַזֶּ֑ה וְגַם־אַתָּ֞ה לֹא־הִגַּ֣דְתָּ לִּ֗י וְגַ֧ם אָנֹכִ֛י לֹ֥א שָׁמַ֖עְתִּי בִּלְתִּ֥י הַיּֽוֹם׃
26
26
Da sagte Awimelech: Ich weiß nicht, wer diese Sache getan hat. Du hast es mir nicht gesagt, und ich habe auch nichts davon gehört, außer heute.
וַיִּקַּ֤ח אַבְרָהָם֙ צֹ֣אן וּבָקָ֔ר וַיִּתֵּ֖ן לַאֲבִימֶ֑לֶךְ וַיִּכְרְת֥וּ שְׁנֵיהֶ֖ם בְּרִֽית׃
27
27
Es nahm Awraham Schafe und Rinder und gab sie Awimelech. So schlossen sie beide einen Bund.
וַיַּצֵּ֣ב אַבְרָהָ֗ם אֶת־שֶׁ֛בַע כִּבְשֹׂ֥ת הַצֹּ֖אן לְבַדְּהֶֽן׃
28
28
Und Awraham stellte sieben Schaflämmer beiseite.
וַיֹּ֥אמֶר אֲבִימֶ֖לֶךְ אֶל־אַבְרָהָ֑ם מָ֣ה הֵ֗נָּה שֶׁ֤בַע כְּבָשֹׂת֙ הָאֵ֔לֶּה אֲשֶׁ֥ר הִצַּ֖בְתָּ לְבַדָּֽנָה׃
29
29
Awimelech sagte zu Awraham: Was ist mit denen, mit diesen sieben Schaflämmern, die du beiseite gestellt hast?
וַיֹּ֕אמֶר כִּ֚י אֶת־שֶׁ֣בַע כְּבָשֹׂ֔ת תִּקַּ֖ח מִיָּדִ֑י בַּעֲבוּר֙ תִּֽהְיֶה־לִּ֣י לְעֵדָ֔ה כִּ֥י חָפַ֖רְתִּי אֶת־הַבְּאֵ֥ר הַזֹּֽאת׃
30
30
Er sagte: Die sieben Lämmer sollst du nehmen aus meiner Hand, damit mir das zur Bezeugung ist, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.
damit mir das zur Bezeugung ist.
Raschi
zur Bezeugung
עֵדָה ist die weibliche Form des Wortes עֵדוּת, wie (Ber. 31:52) וְעֵדָה הַמַּצֵּבָה „und eine Bezeugung ist der Gedenkstein“.
Raschi
dass ich diesen Brunnen gegraben habe
Die Hirten von Awimelech hatten um ihn gestritten und gesagt, wir haben ihn gegraben. Da sagten sie zueinander, wer sich am Brunnen zeigt und das Wasser steigt empor, ihm entgegen, dem gehört er. Da stieg das Wasser Awraham entgegen.
Raschi
עַל־כֵּ֗ן קָרָ֛א לַמָּק֥וֹם הַה֖וּא בְּאֵ֣ר שָׁ֑בַע כִּ֛י שָׁ֥ם נִשְׁבְּע֖וּ שְׁנֵיהֶֽם׃
31
31
*Darum nannte man diesen Ort Beer Schewa* („Brunnen des Schwures“), denn dort haben sie beide geschworen.**
וַיִּכְרְת֥וּ בְרִ֖ית בִּבְאֵ֣ר שָׁ֑בַע וַיָּ֣קָם אֲבִימֶ֗לֶךְ וּפִיכֹל֙ שַׂר־צְבָא֔וֹ וַיָּשֻׁ֖בוּ אֶל־אֶ֥רֶץ פְּלִשְׁתִּֽים׃
32
32
Sie schlossen einen Bund in Beer Schewa. Dann machten sich Awimelech und Pichol, sein Heerführer, auf und kehrten zurück in das Land Plischtim.
וַיִּטַּ֥ע אֶ֖שֶׁל בִּבְאֵ֣ר שָׁ֑בַע וַיִּ֨קְרָא־שָׁ֔ם בְּשֵׁ֥ם יְהוָ֖ה אֵ֥ל עוֹלָֽם׃
33
33
Awraham pflanzte einen Baumgarten in Beer Schewa und rief dort den Namen des Ewigen, der G‑tt der ewigen Zeiten ist.
einen Baumgarten
Raw sagt: וַיִּטַּע אֶשֶׁל – einen Obstgarten pflanzte er, um daraus die Früchte den Gästen zur Mahlzeit zu bringen. Schmuel sagt: וַיִּטַּע אֶשֶׁל – eine Herberge zur Verpflegung stellte er auf, und in ihr befanden sich alle Arten von Früchten (Sota 10a). Wir finden den Ausdruck נְטִיעָה „pflanzen“ auch bei Zelten, so heißt es (Dan. 11:45) וְיִטַּע אָהֳלֵי אַפַּדְנוֹ „und er pflanzt [d.h. stellt auf] die Zelte seines Palastes“.
Raschi
er rief dort den Namen des Ewigen
Durch diesen Baumgarten wurde der Name des Ewigen
„G‑tt der ganzen Welt“ genannt. Denn nachdem die Gäste gegessen und getrunken hatten, sagte Awraham zu ihnen: Lobt Ihn, von dem ihr gegessen habt! Glaubt ihr, ihr habt von meinem gegessen? Von Ihm, der sprach, und die Welt entstand, von Ihm habt ihr gegessen (Sota 10b).
Raschi
וַיָּ֧גָר אַבְרָהָ֛ם בְּאֶ֥רֶץ פְּלִשְׁתִּ֖ים יָמִ֥ים רַבִּֽים׃ (פ)
34
34
Und Awraham hielt sich im Land Plischtim eine lange Zeit auf.
eine lange Zeit
Mehr als in Chewron, in Chewron hielt er sich 25 Jahre auf und hier 26. Denn 75 Jahre alt war er, als er aus Charan zog, in jenem Jahr kam er und ließ sich in Elon Mamre nieder – וַיָּבֹא וַיֵּשֶׁב בְּאֵלוֹנֵי מַמְרֵא (Ber. 13:18). Vorher aber finden wir nicht, dass er sich niederließ, erst dort. An allen seinen Orten sonst war er wie ein Fremder, der lagerte, aufbrach und weiterzog, so heißt es וַיַּעֲבוֹר אַבְרָם „Awraham zog“ (12:6) und וַיַּעְתֵּק מִשָּׁם „brach von dort auf“ (12:8); וַיְהִי רָעָב בָּאָרֶץ וַיֵּרֶד אַבְרָם מִצְרַיְמָה „es war Hungersnot, und Awram zog nach Mizraim hinunter“ (12:10). In Mizraim blieb er nur drei Monate, denn Pharao entließ ihn sofort wieder, und er zog noch weiter, bis er kam und sich in Elon Mamre in Chewron niederließ, (13:18) וַיָּבֹא וַיֵּשֶׁב בְּאֵלוֹנֵי מַמְרֵא אֲשֶׁר בְּחֶבְרוֹן. Dort blieb er bis zur Zerstörung von Sdom; unmittelbar darauf „brach Awraham von dort auf“, וַיִּסַּע מִשָּׁם אַבְרָהָם (20:1) wegen der Schande Lots und kam in das Land Plischtim. Damals war er 99 Jahre alt; denn am dritten Tag nach seiner Beschneidung kamen die Engel zu ihm, das sind 25 Jahre.
Und hier steht יָמִים רַבִּים „viele Tage“, mehr als die früheren. Der Vers will aber nicht verhüllen, sondern erklären (לֹא בָא הַכָּתוּב לִסְתּוֹם אֶלָּא לְפָרֵשׁ). Wenn es zwei oder mehr Jahre mehr gewesen wären, so hätte er sie genannt. Daraus ergibt sich, dass es nur ein Jahr mehr war, also 26 Jahre. Darauf ging er von dort weg und kehrte nach Chewron zurück; jenes Jahr war 12 Jahre vor der Bindung Jizchaks (עֲקֵדַת יִצְחָק). So lernen wir im Buch Seder Olam.
Raschi