וַיֵּצֵ֥א יַעֲקֹ֖ב מִבְּאֵ֣ר שָׁ֑בַע וַיֵּ֖לֶךְ חָרָֽנָה׃
10
10
zog Jaakow fort von Beer Schewa und ging nach Charan.
Jaakow zog fort
Dadurch, dass Esaw zu Ischmael ging, „dass die Töchter Kna’ans böse waren in den Augen seines Vaters Jizchak“ (zuvor, Vers 8), hat die Torah den Zusammenhang in dem Abschnitt von Jaakow unterbrochen, wie es zuvor heißt (Ber. 28:6) וַיַּרְא עֵשָׂו כִּי בֵרַךְ „als Esaw sah, dass Jizchak den Jaakow gesegnet hatte …“. Nachdem das abgeschlossen ist, kehrt der Vers nun zum früheren Thema zurück.
Raschi
Jaakow zog fort
Warum erwähnt der Vers, dass Jaakow aus Beer Schewa fortzog? Es wäre genug, zu schreiben: „Jaakow ging nach Charan“, und warum erwähnt er seinen Auszug aus Beer Schewa?
Der Vers berichtet damit, dass der Auszug eines Zaddik aus einem Ort eine Spur zurücklässt. Solange der Zaddik in der Stadt ist, ist er ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit; wenn aber der Zaddik von einem Ort wegzieht, dann fehlt ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit. Ebenso finden wir (Ruth 1:7) וַתֵּצֵא מִן הַמָּקוֹם אֲשֶׁר הָיְתָה שָׁמָּה „sie verließ den Ort, an dem sie war“, das bei Naomi und Ruth steht.
Raschi
und ging nach Charan
Der Vers möchte damit nicht sagen, Jaakow sei bereits in Charan angekommen, sondern er zog aus, um nach Charan zu gehen. וַיֵּלֶךְ חָרָנָה im Sinn von „er machte sich auf den Weg nach Charan“.
Raschi, Misrachi
וַיִּפְגַּ֨ע בַּמָּק֜וֹם וַיָּ֤לֶן שָׁם֙ כִּי־בָ֣א הַשֶּׁ֔מֶשׁ וַיִּקַּח֙ מֵאַבְנֵ֣י הַמָּק֔וֹם וַיָּ֖שֶׂם מְרַֽאֲשֹׁתָ֑יו וַיִּשְׁכַּ֖ב בַּמָּק֥וֹם הַהֽוּא׃
11
11
Auf dem Weg stieß er an den Ort, den Berg Moriah, und übernachtete dort, weil die Sonne untergegangen war, nahm von den Steinen des Ortes und stellte sie für den Kopf hin und legte sich an diesem Ort nieder.
stieß er an den Ort
Der Vers erwähnt nicht, an welchen Ort er stieß, also ist es „der Ort“, der an anderer Stelle schon erwähnt ist, das ist der Berg Moriah, von dem es heißt (Ber. 22:4) וַיַּרְא אֶת הַמָּקוֹם מֵרָחוֹק „er sah den Ort von der Ferne“.
Raschi
stieß er
Die Bedeutung des Wortes וַיִּפְגַּע ist wie וּפָגַע בִּירִיחוֹ „und stößt an Jericho“ (Jehosch. 16:7); וּפָגַע בְּדַבָּשֶׁת „und stößt an Dabeschet“ (Jehosch. 19:11).
Unsere Lehrer (Berachot 26b) erklären es als Ausdruck für Gebet, wie וְאַל תִּפְגַּע בִּי „und dringe nicht in mich“ (Jirm. 7:16). Und wir lernen davon, dass er das Abendgebet (Tefilat Arawit) anordnete. Der Vers änderte aber den Ausdruck und schrieb nicht וַיִּתְפַּלֵּל „er betete“, um dich zu lehren, dass sich die Erde unter ihm zusammenzog [den Weg abkürzte], wie in der Gemara Chulin (91b, Abschnitt ›Gid haNasche‹) erklärt wird.
Raschi
„und stößt an Jericho“: Im Buch Jehoschua (16:7) werden an der Stelle die Grenzen des Stammes Efraim beschrieben. Unter anderem „stößt [die Grenze] an Jericho“, das heißt, verläuft nahe der Stadt Jericho.
Maskil le David
„und stößt an Dabeschet“: Im Buch Jehoschua (19:11) werden an der Stelle die Grenzen des Stammes Sewulun beschrieben. Unter anderem „stößt [die Grenze] an [einen Ort namens] Dabeschet“.
Unsere Lehrer erklären es als Ausdruck für Gebet: Statt des Ausdrucks וַיָּבוֹא לַמָּקוֹם „er kam an den Ort“ steht der ungewöhnliche Ausdruck וַיִּפְגַּע בַּמָּקוֹם „er stieß an den Ort“. Daraus leiten unsere Lehrer ab, dass es sich um Gebet handelt.
Gur Arye
Und wir lernen davon, dass er das Abendgebet anordnete: ohne diese Anordnung, welche Notwendigkeit gäbe es, das Gebet zu erwähnen? Hatte Jaakow etwa bisher nicht das Abendgebet gebetet? Die Erwähnung im Vers lehrt uns, dass er das Abendgebet für alle Generationen anordnete.
Gur Arye
dass sich die Erde unter ihm zusammenzog: dieser Erklärung zufolge ist וַיִּפְגַּע sehr direkt zu verstehen: Jaakow war auf dem Weg, und der Ort kam ihm entgegen und er stieß daran. Dabei ist allerdings das Subjekt „er [Jaakow] stieß an den Ort“ schwer verständlich, und es sollte heißen וַיִּפְגַּע בּוֺ הַמָּקוֹם „der Ort stieß an ihn“ – damit wird das Ungewöhnliche klar zum Ausdruck gebracht. Aus diesem Grund wird das Wort וַיִּפְגַּע auch als Ausdruck für „Gebet“ gedeutet, das von Jaakow abhängig ist.
Lewusch
weil die Sonne untergegangen war
Der Vers hätte schreiben müssen „die Sonne ging unter, und er übernachtete dort“. Aus dem Vers „übernachtete dort, weil die Sonne untergegangen war“ lernen wir, dass ihm die Sonne plötzlich unterging, vor der Zeit, damit er dort übernachte.
Raschi
Er nahm von den Steinen des Ortes und stellte sie für den Kopf hin
Er machte daraus eine Form wie eine Rinne um seinen Kopf herum, weil er sich vor den wilden Tieren fürchtete. Da fingen die Steine an, miteinander zu streiten; der eine sagte: Auf mich soll der Zaddik seinen Kopf legen, und der andere sagte: Auf mich soll er seinen Kopf legen. Da machte der Ewige einen Stein aus ihnen. Darum heißt es weiter (Vers 18)וַיִּקַּח אֶת הָאֶבֶן אֲשֶׁר שָׂם מְרַאֲשֹׁתָיו „er nahm den [einen] Stein, den er für seinen Kopf gelegt hatte“ (Chulin 91b).
Raschi
legte sich an diesem Ort nieder
Das ist die Form eines ausschließenden Gegensatzes (מִעוּט): An jenem Ort legte er sich nieder, aber während der 14 Jahre, die er im Lehrhaus Ewers lernte, hatte er sich in der Nacht nicht niedergelegt, sondern Torah gelernt.
Raschi
וַֽיַּחֲלֹ֗ם וְהִנֵּ֤ה סֻלָּם֙ מֻצָּ֣ב אַ֔רְצָה וְרֹאשׁ֖וֹ מַגִּ֣יעַ הַשָּׁמָ֑יְמָה וְהִנֵּה֙ מַלְאֲכֵ֣י אֱלֹהִ֔ים עֹלִ֥ים וְיֹרְדִ֖ים בּֽוֹ׃
12
12
Er hatte einen Traum: Siehe da, eine Leiter steht fest auf der Erde, und ihre Spitze reicht zum Himmel, und siehe da, die Engel G‑ttes, die ihn bisher auf seiner Reise begleitet hatten, steigen auf ihr zurück zum Himmel, denn sie dürfen das Land Israel nicht verlassen, und andere Engel, deren Aufgabe es war, ihn außerhalb des Landes Israel zu begleiten, steigen nieder.
steigen auf und steigen nieder
עֹלִים וְיֹרְדִים „steigen auf und steigen nieder“: erst stiegen sie hinauf und dann kamen sie herab? Die Engel, die ihn im Heiligen Land begleitet hatten, gingen nicht ins Ausland hinaus, sondern stiegen zum Himmel hinauf, und Engel für das Ausland kamen herab, ihn zu begleiten.
Raschi
וְהִנֵּ֨ה יְהוָ֜ה נִצָּ֣ב עָלָיו֮ וַיֹּאמַר֒ אֲנִ֣י יְהוָ֗ה אֱלֹהֵי֙ אַבְרָהָ֣ם אָבִ֔יךָ וֵאלֹהֵ֖י יִצְחָ֑ק הָאָ֗רֶץ אֲשֶׁ֤ר אַתָּה֙ שֹׁכֵ֣ב עָלֶ֔יהָ לְךָ֥ אֶתְּנֶ֖נָּה וּלְזַרְעֶֽךָ׃
13
13
Und siehe da, der Ewige stand über ihm und sagte: „Ich bin der Ewige, der G‑tt deines Vaters Awraham und der G‑tt Jizchaks. Das Land, auf dem du liegst, will Ich dir und deinen Nachkommen geben.“
stand über ihm
נִצָּב עָלָיו, stand neben ihm, um ihn zu beschützen.
Raschi
und der G‑tt Jizchaks
Sonst finden wir im Vers nicht, dass der Ewige Seinen Namen mit den Zaddikim zu ihren Lebzeiten verbindet und schreibt „der G‑tt von dem“, denn es heißt (Ijow 15:15) הֵן בִּקְדוֹשָׁיו לֹא יַאֲמִין „siehe, auf Seine Heiligen vertraut Er nicht“. Hier aber hat Er Seinen Namen mit Jizchak verbunden, weil dessen Augen bereits dunkel geworden waren und er eingeschlossen zu Hause war; sein böser Trieb (יֵצֶר הָרָע) war bereits verschwunden und es war, als wäre er bereits gestorben. [So wird gelehrt im Midrasch] Tanchuma.
Raschi
auf dem du liegst
Der Ewige faltete das ganze Land Israel unter ihm zusammen und deutete ihm an, dass es von seinen Kindern leicht eingenommen würde (wie 4 amot; denn soviel beträgt der Ort, den ein Mensch am Boden liegend einnimmt). (Chulin 91b)
Raschi
Ama: אַמָּה, Mehrzahl Amot, „Elle“, ca. 45–48 cm.
וְהָיָ֤ה זַרְעֲךָ֙ כַּעֲפַ֣ר הָאָ֔רֶץ וּפָרַצְתָּ֛ יָ֥מָּה וָקֵ֖דְמָה וְצָפֹ֣נָה וָנֶ֑גְבָּה וְנִבְרֲכ֥וּ בְךָ֛ כָּל־מִשְׁפְּחֹ֥ת הָאֲדָמָ֖ה וּבְזַרְעֶֽךָ׃
14
14
Deine Nachkommen seien wie der Staub der Erde sein, du sollst dich ausbreiten und erstarken nach Westen und nach Osten, nach Norden und nach Süden, und mit dir und deinen Nachkommen sollen alle Familien der Erde sich segnen.
ausbreiten
וּפָרַצְתָּ „ausbreiten“: dich stark machen, wie (Schem. 1:12) וְכֵן יִפְרוֹץ „umso mehr erstarkte [das Volk Israel]“.
Raschi
וְהִנֵּ֨ה אָנֹכִ֜י עִמָּ֗ךְ וּשְׁמַרְתִּ֙יךָ֙ בְּכֹ֣ל אֲשֶׁר־תֵּלֵ֔ךְ וַהֲשִׁ֣בֹתִ֔יךָ אֶל־הָאֲדָמָ֖ה הַזֹּ֑את כִּ֚י לֹ֣א אֶֽעֱזָבְךָ֔ עַ֚ד אֲשֶׁ֣ר אִם־עָשִׂ֔יתִי אֵ֥ת אֲשֶׁר־דִּבַּ֖רְתִּי לָֽךְ׃
15
15
Siehe, Ich bin mit dir, und Ich werde dich überall beschützen, wohin du gehst, und dich in dieses Land zurückführen, denn Ich werde dich nicht verlassen, bis Ich das getan habe, was Ich dir zugesagt habe.
Ich bin mit dir: weil er sich vor Esaw und vor Lawan fürchtete.
Raschi
bis Ich getan habe
עַד אֲשֶׁר אִם עָשִׂיתִי „bis dass Ich getan habe“: das Wort אִם hat die Bedeutung von כִּי „dass“.
Raschi
was Ich dir zugesagt habe
דִּבַּרְתִּי לָךְ, gesprochen habe zu deinem Nutzen und über dich. Was Ich Awraham für seine Nachkommen versprochen habe, das habe Ich für dich versprochen und nicht für Esaw. Ich habe nicht zu ihm gesagt (Ber. 21:12) כִּי יִצְחָק יִקָּרֵא לְךָ זָרַע „denn Jizchak wird dir als Nachkommenschaft genannt werden“, sondern כִּי בְיִצְחָק „von Jizchak“, aber nicht ganz Jizchak.
Und so hat jedes לִי, לְךָ, לוֹ und לָהֶם, das mit דִּבּוּר „sprechen“ verbunden ist, die Bedeutung von עַל „über“ [und nicht „mit“]. Das beweist unsere Stelle, denn mit Jaakow hatte Er zuvor nicht gesprochen.
Raschi
וַיִּיקַ֣ץ יַעֲקֹב֮ מִשְּׁנָתוֹ֒ וַיֹּ֕אמֶר אָכֵן֙ יֵ֣שׁ יְהוָ֔ה בַּמָּק֖וֹם הַזֶּ֑ה וְאָנֹכִ֖י לֹ֥א יָדָֽעְתִּי׃
16
16
Und Jaakow erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Tatsächlich! Der Ewige ist an diesem Platz und ich habe es nicht gewusst.
und ich habe es nicht gewusst
Hätte ich es gewusst, hätte ich an einem so heiligen Ort nicht geschlafen.
Raschi
וַיִּירָא֙ וַיֹּאמַ֔ר מַה־נּוֹרָ֖א הַמָּק֣וֹם הַזֶּ֑ה אֵ֣ין זֶ֗ה כִּ֚י אִם־בֵּ֣ית אֱלֹהִ֔ים וְזֶ֖ה שַׁ֥עַר הַשָּׁמָֽיִם׃
17
17
Und er fürchtete sich und sagte: Wie ehrfurchtgebietend ist dieser Ort! Das ist nichts anderes als ein Haus G‑ttes, und hier das Tor des Himmels!
als ein Haus G‑ttes
Rabbi Elasar sagte im Namen von Rabbi Jose b. Simra, jene Leiter stand in Beer Schewa, und die Mitte ihrer Schrägung befand sich über dem Heiligtum (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ). Denn Beer Schewa lag im Süden von Jehuda und Jeruschalaim im Norden an der Grenze zwischen Jehuda und Binjamin. Und Bet El war im Norden vom Gebiet Binjamins auf der Grenze zwischen Binjamin und den Söhnen Josefs. Daraus ergibt sich, dass die Leiter, deren Füße in Beer Schewa und deren Spitze in Bet El war, mit der Mitte ihrer Schrägung über Jeruschalaim war.
Weil aber unsere Lehrer lehrten (Chulin 91b), der Ewige sagte: dieser Zaddik ist in Meine Herberge gekommen, soll er weggehen, ohne zu übernachten? Und weiters sagten sie (Pessachim 88a), Jaakow nannte Jeruschalaim „Bet El“. Das aber war Lus und nicht Jeruschalaim. So entsteht die Frage, wo haben sie diese Erklärung gefunden? Darum glaube ich, dass der Berg Moriah versetzt wurde und hierherkam und dass darunter das Zusammenziehen der Erde zu verstehen ist (קְפִיצַת הָאָרֶץ), das in der Gemara Chulin (91b) erwähnt wird. Das Heiligtum kam ihm nach Bet El entgegen. Und das bedeuten auch die Worte (V. 11) וַיִּפְגַּע בַּמָּקוֹם „er stieß an den Ort“.
Wenn du aber fragen wirst, als Jaakow am Heiligtum (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ) vorüberzog, warum hielt der Ewige ihn nicht dort schon auf? Weil es ihm selbst nicht einfiel, dort zu beten, wo seine Väter gebetet hatten, sollte man ihn vom Himmel aus aufhalten? Er kam bis nach Charan, wie wir in der Gemara Chulin (91b, Abschnitt ›Gid haNasche‹) lernen, und darauf verweist auch der Vers (10) וַיֵּלֶךְ חָרָנָה „und ging nach Charan“. Als er nach Charan gekommen war, sagte er, ist es möglich, dass ich an dem Ort vorübergegangen bin, an dem meine Väter gebetet haben, und an ihm nicht gebetet habe? Er schickte sich an, umzukehren, und kam bis Bet El zurück. Da zog sich die Erde unter ihm zusammen.
Dieses Bet El ist nicht dasjenige in der Nähe der Stadt Ai, [das bereits als „Bet El“ zuvor genannt wurde, siehe Ber. 12:8], sondern von Jeruschalaim. Und darum, weil es die G‑ttesstadt war, nannte Jaakow es „Bet El“, das ist der Berg Moriah, auf dem Awraham gebetet hatte, und das Feld, auf dem Jizchak gebetet hatte. So heißt es auch in der Gemara (Pessachim 88a) לְכוּ וְנַעֲלֶה אֶל הַר ה׳ וְאֶל בֵּית אֱלֹהֵי יַעֲקֹב „auf, lasst uns hinaufziehen zum Berg G‑ttes und zum Haus des G‑ttes Jaakows“ (Micha 4:2) – nicht wie Awraham, der die Stätte einen „Berg“ nannte, und nicht wie Jizchak, der sie ein „Feld“ nannte, sondern wie Jaakow, der sie ein „Haus [G‑ttes]“ nannte.
Raschi
wie ehrfurchtgebietend
מַה נּוֹרָא „wie furchtbar“: der Targum übersetzt מָא דְּחִילוּ אַתְרָא הָדֵין „welche Furchtbarkeit ist dieser Ort“. דְּחִילוּ ist ein Hauptwort wie סוּכְלְתָנוּ [Targum zu תְּבוּנָה „Einsicht“, Dew. 32:28] und וּכְסוּ לְמִלְבָּשׁ [Targum zu וּבֶגֶד לִלְבֹּשׁ „Kleidung zum Anziehen“, weiter Vers 20].
Raschi
und hier das Tor des Himmels: der Ort des Gebetes, an dem die Gebete zum Himmel hinaufsteigen.
Der Midrasch sagt: das Heiligtum (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ) auf Erden befindet sich gegenüber dem Heiligtum im Himmel. Damit ist es auch das Tor für die Gebete, um zum Himmel aufzusteigen.
Raschi, Nachalat Jaakow
וַיִּדַּ֥ר יַעֲקֹ֖ב נֶ֣דֶר לֵאמֹ֑ר אִם־יִהְיֶ֨ה אֱלֹהִ֜ים עִמָּדִ֗י וּשְׁמָרַ֙נִי֙ בַּדֶּ֤רֶךְ הַזֶּה֙ אֲשֶׁ֣ר אָנֹכִ֣י הוֹלֵ֔ךְ וְנָֽתַן־לִ֥י לֶ֛חֶם לֶאֱכֹ֖ל וּבֶ֥גֶד לִלְבֹּֽשׁ׃
20
20
Und Jaakow legte ein Gelübde ab und sagte: „Wenn G‑tt mit mir sein wird und mich beschützen wird auf diesem Weg, den ich gehe, wenn Er mir Brot zu essen und Kleidung zum Anziehen gibt;
ein Gelübde: hebr. Neder.
Wenn G‑tt mit mir sein wird
Wenn Er mir diese Versprechen, die Er mir gegeben hat, erfüllen wird, mit mir zu sein, wie Er zu mir gesagt hatte (zuvor, Vers 15) וְהִנֵּה אָנֹכִי עִמָּךְ „und siehe, Ich bin mit dir“.
Raschi
und mich beschützen wird: wie Er zu mir sagte (zuvor, Vers 15) וּשְׁמַרְתִּיךָ בְּכֹל אֲשֶׁר תֵּלֵךְ „und Ich behüte dich überall, wohin du gehst“.
Raschi
wenn Er mir Brot zu essen gibt: wie Er sagte (zuvor, Vers 15) כִּי לֹא אֶעֱזָבְךָ „denn Ich werde dich nicht verlassen“. Wer Brot suchen muss, wird נֶעֱזָב „verlassen“ genannt, so heißt es (Teh. 37:25) וְלֹא רָאִיתִי צַדִּיק נֶעֱזָב וְזַרְעוֹ מְבַקֶּשׁ לָחֶם „ich habe nicht gesehen, dass der Zaddik verlassen war und seine Nachkommen Brot suchten“.
Raschi
וְשַׁבְתִּ֥י בְשָׁל֖וֹם אֶל־בֵּ֣ית אָבִ֑י וְהָיָ֧ה יְהוָ֛ה לִ֖י לֵאלֹהִֽים׃
21
21
wenn ich in Frieden heimkehre in das Haus meines Vaters, wenn der Ewige mir G‑tt sein wird;
heimkehre: wie Er zu mir gesagt hatte (zuvor, Vers 15) וַהֲשִׁיבוֹתִיךָ אֶל הָאֲדָמָה „Ich bringe dich in dieses Land zurück“.
Raschi
in Frieden: ohne Schädigung durch die Sünde, dass ich nicht von den Taten Lawans lerne.
Raschi
wenn der Ewige mir G‑tt sein wird: dass Sein Name auf mir ruhen wird von Anfang bis zuletzt, dass kein Makel an meiner Nachkommenschaft gefunden wird, wie zuvor steht (Vers 15) אֲשֶׁר דִּבַּרְתִּי לָךְ „was ich für dich versprochen habe“. Und dieses Versprechen hatte Er Awraham gegeben, wie steht (Ber. 17:7) לִהְיוֹת לְךָ לֵאלֹהִים וּלְזַרְעֲךָ אַחֲרֶיךָ „dir zum G‑tt zu sein und deinen Nachkommen nach dir“ – „deinen Nachkommen“: von reiner Abstammung werden sie sein und ohne Makel.
Raschi
וְהָאֶ֣בֶן הַזֹּ֗את אֲשֶׁר־שַׂ֙מְתִּי֙ מַצֵּבָ֔ה יִהְיֶ֖ה בֵּ֣ית אֱלֹהִ֑ים וְכֹל֙ אֲשֶׁ֣ר תִּתֶּן־לִ֔י עַשֵּׂ֖ר אֲעַשְּׂרֶ֥נּוּ לָֽךְ׃
22
22
dann soll dieser Stein, den ich als Denkmal aufgestellt habe, ein Haus G‑ttes werden. Und von allem, was Du mir gibst, werde ich ein Zehntel für Dich beiseite legen.“
dann soll dieser Stein
Diesen Buchstaben ו (Waw) von וְהָאֶבֶן sollst du so erklären: Wenn Du, Ewiger, mir das tun wirst, dann werde auch ich das tun.
Raschi
dann soll dieser Stein, den ich als Denkmal aufgestellt habe
Wie der Targum übersetzt תְּהֵי דְּאֵיהֵי פָּלַח עֲלַהּ קֳדָם ה׳ „dass ich auf ihm vor dem Ewigen diene“. Und so tat er auch. Als er von Padan Aram zurückkehrte, als Er zu ihm gesagt hatte (Ber. 35:1) קוּם עֲלֵה בֵית אֵל „Auf, ziehe nach Bet El hinauf“, wie heißt es dort? וַיַּצֵּב יַעֲקֹב מַצֵּבָה גו׳ וַיַּסֵּךְ עָלֶיהָ נֶסֶךְ „Da errichtete Jaakow ein Opfermal und goss Gußopfer darauf“.
Raschi