Der tägliche Chumasch-Abschnitt

10. Kislew 5787

Freitag, 20. November 2026

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Wajeze

6. Alija

(Bereschit 31:17 – 31:42)

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וַיָּ֖קָם יַעֲקֹ֑ב וַיִּשָּׂ֛א אֶת־בָּנָ֥יו וְאֶת־נָשָׁ֖יו עַל־הַגְּמַלִּֽים׃
17
17
Jaakow machte sich auf, er hob seine Söhne und seine Frauen auf die Kamele,
seine Söhne und seine Frauen
Er ließ die Männlichen den Frauen vorangehen; Esaw aber ließ die Frauen vor den Männern gehen; so heißt es (Ber. 36:6) וַיִּקַח עֵשָׂו אֶת נָשָׁיו וְאֶת בָּנָיו „Esaw nahm seine Frauen und seine Söhne“.
Raschi
Denn Esaw war stets in lüsterne Gedanken versunken.
Misrachi
וַיִּנְהַ֣ג אֶת־כָּל־מִקְנֵ֗הוּ וְאֶת־כָּל־רְכֻשׁוֹ֙ אֲשֶׁ֣ר רָכָ֔שׁ מִקְנֵה֙ קִנְיָנ֔וֹ אֲשֶׁ֥ר רָכַ֖שׁ בְּפַדַּ֣ן אֲרָ֑ם לָב֛וֹא אֶל־יִצְחָ֥ק אָבִ֖יו אַ֥רְצָה כְּנָֽעַן׃
18
18
und er führte alle seine Herden weg und seinen ganzen Besitz, den er erworben hatte, sein erworbenes Vermögen, das er in Padan Aram erworben hatte, und zog zu seinem Vater Jizchak in das Land Kna‘an.
sein erworbenes Vermögen
מִקְנֵה קִנְיָנוֹ „sein erworbenes Vermögen“: was er von [dem Erlös] seiner Herden erworben hatte, Knechte und Mägde, Kamele und Esel.
Raschi
Der Begriff מִקְנֶה hat zwei Bedeutungen:
a. „Herden“

b. „Kauf“.

In diesem Vers bedeutet die erste Erwähnung מִקְנֵהוּ „seine Herden“ und bezieht sich auf die Herden, die Jaakow als Bezahlung von Lawan erhielt. Das Wort מִקְנֵה קִנְיָנוֹ hingegen bedeutet „gekauftes Vermögen“ und bezieht sich auf Dinge, die Jaakow mit dem Erlös aus dem Verkauf dieser Herden kaufte.
Misrachi
וְלָבָ֣ן הָלַ֔ךְ לִגְזֹ֖ז אֶת־צֹאנ֑וֹ וַתִּגְנֹ֣ב רָחֵ֔ל אֶת־הַתְּרָפִ֖ים אֲשֶׁ֥ר לְאָבִֽיהָ׃
19
19
Lawan aber war fortgegangen, um seine Schafe zu scheren. Da stahl Rachel die Götzen ihres Vaters.
um seine Schafe zu scheren: die er in die Hand seiner Söhne gegeben hatte, sodass ein Weg von drei Tagen zwischen ihm und Jaakow war.
Raschi
Da stahl Rachel die Götzen ihres Vaters
Rachel stahl ihrem Vater die Götzen in der Hoffnung, ihn dadurch vom Götzendienst zu entfernen.
Raschi
וַיִּגְנֹ֣ב יַעֲקֹ֔ב אֶת־לֵ֥ב לָבָ֖ן הָאֲרַמִּ֑י עַל־בְּלִי֙ הִגִּ֣יד ל֔וֹ כִּ֥י בֹרֵ֖חַ הֽוּא׃
20
20
Und Jaakow stahl das Herz des Aramäers Lawan, indem er ihn nicht merken ließ, dass er den Plan hatte, zu fliehen.
das Herz stehlen: einen anderen durch Verstellung täuschen.
וַיִּבְרַ֥ח הוּא֙ וְכָל־אֲשֶׁר־ל֔וֹ וַיָּ֖קָם וַיַּעֲבֹ֣ר אֶת־הַנָּהָ֑ר וַיָּ֥שֶׂם אֶת־פָּנָ֖יו הַ֥ר הַגִּלְעָֽד׃
21
21
Und er flüchtete mit allem, was ihm gehörte, und machte sich auf, setzte über den großen Fluss Euphrat und wandte sich zum Gebirge Gilad.
וַיֻּגַּ֥ד לְלָבָ֖ן בַּיּ֣וֹם הַשְּׁלִישִׁ֑י כִּ֥י בָרַ֖ח יַעֲקֹֽב׃
22
22
Es wurde Lawan am dritten Tag berichtet, dass Jaakow geflohen war.
am dritten Tag: da ein Weg von drei Tagen zwischen ihnen war.
Raschi
וַיִּקַּ֤ח אֶת־אֶחָיו֙ עִמּ֔וֹ וַיִּרְדֹּ֣ף אַחֲרָ֔יו דֶּ֖רֶךְ שִׁבְעַ֣ת יָמִ֑ים וַיַּדְבֵּ֥ק אֹת֖וֹ בְּהַ֥ר הַגִּלְעָֽד׃
23
23
Da nahm Lawan seine Verwandten mit sich und jagte ihm nach, einen Weg von sieben Tagesreisen, und erreichte ihn am Berg Gilad.
seine Verwandten
אֶת אֶחָיו bedeutet hier „seine Verwandten“.
Raschi
einen Weg von sieben Tagesreisen
Jene ganzen drei Tage, die der Bote gegangen war, um es Lawan zu berichten, zog Jaakow seines Weges. Daraus ergibt sich, dass Jaakow sechs Tage von Lawan entfernt war, und am siebten Tag erreichte ihn Lawan. Wir lernen daraus, dass die ganze Strecke, die Jaakow in sieben Tagen ging, Lawan an einem einzigen Tag zurücklegte. So heißt es וַיִּרְדֹּף אַחֲרָיו דֶּרֶךְ שִׁבְעַת יָמִים „er verfolgte ihn einen Weg von sieben Tagmärschen“, und es heißt nicht וַיִּרְדֹּף אַחֲרָיו שִׁבְעַת יָמִים „er verfolgte ihn sieben Tage lang“.
Raschi
וַיָּבֹ֧א אֱלֹהִ֛ים אֶל־לָבָ֥ן הָאֲרַמִּ֖י בַּחֲלֹ֣ם הַלָּ֑יְלָה וַיֹּ֣אמֶר ל֗וֹ הִשָּׁ֧מֶר לְךָ֛ פֶּן־תְּדַבֵּ֥ר עִֽם־יַעֲקֹ֖ב מִטּ֥וֹב עַד־רָֽע׃
24
24
Aber G‑tt kam zu Lawan dem Aramäer im Traum der Nacht und sagte zu ihm: Hüte dich, dass du nicht redest mit Jaakow, weder Gutes noch Böses.
weder Gutes noch Böses
Alles Gute der Bösen ist für die Zaddikim etwas Schlechtes (Jewamot 103b).
Raschi
וַיַּשֵּׂ֥ג לָבָ֖ן אֶֽת־יַעֲקֹ֑ב וְיַעֲקֹ֗ב תָּקַ֤ע אֶֽת־אָהֳלוֹ֙ בָּהָ֔ר וְלָבָ֛ן תָּקַ֥ע אֶת־אֶחָ֖יו בְּהַ֥ר הַגִּלְעָֽד׃
25
25
Und Lawan erreichte Jaakow, und Jaakow schlug sein Zelt auf dem Gebirge auf und auch Lawan schlug sein Zelt auf mit seinen Verwandten auf dem Berg Gilad.
וַיֹּ֤אמֶר לָבָן֙ לְיַעֲקֹ֔ב מֶ֣ה עָשִׂ֔יתָ וַתִּגְנֹ֖ב אֶת־לְבָבִ֑י וַתְּנַהֵג֙ אֶת־בְּנֹתַ֔י כִּשְׁבֻי֖וֹת חָֽרֶב׃
26
26
Lawan sagte zu Jaakow: Was hast du getan, dass du mein Herz gestohlen hast und weggeführt hast meine Töchter wie Kriegsgefangene!
wie Kriegsgefangene
כִּשְׁבֻיוֹת חָרֶב, wörtl. „wie Gefangene des Schwertes“. Jedes Heer, das in den Krieg zieht, wird חֶרֶב „Schwert“ genannt.
Raschi
לָ֤מָּה נַחְבֵּ֙אתָ֙ לִבְרֹ֔חַ וַתִּגְנֹ֖ב אֹתִ֑י וְלֹא־הִגַּ֣דְתָּ לִּ֔י וָֽאֲשַׁלֵּחֲךָ֛ בְּשִׂמְחָ֥ה וּבְשִׁרִ֖ים בְּתֹ֥ף וּבְכִנּֽוֹר׃
27
27
Warum versteckst du dich, um zu fliehen und mich zu täuschen? Du hast mir nichts gesagt, und ich hätte dich entlassen mit Freude und mit Liedern, mit Trommel und mit Harfe.
mich zu täuschen
וַתִּגְנֹב אוֹתִי im Sinn von גָּנַבְתָּ אֶת דַּעְתִּי, hast meinen Sinn getäuscht.
Raschi
וְלֹ֣א נְטַשְׁתַּ֔נִי לְנַשֵּׁ֥ק לְבָנַ֖י וְלִבְנֹתָ֑י עַתָּ֖ה הִסְכַּ֥לְתָּֽ עֲשֽׂוֹ׃
28
28
Du hast mir nicht erlaubt, zu küssen meine Enkel und meine Töchter. Nun hast du dumm gehandelt.
יֶשׁ־לְאֵ֣ל יָדִ֔י לַעֲשׂ֥וֹת עִמָּכֶ֖ם רָ֑ע וֵֽאלֹהֵ֨י אֲבִיכֶ֜ם אֶ֣מֶשׁ ׀ אָמַ֧ר אֵלַ֣י לֵאמֹ֗ר הִשָּׁ֧מֶר לְךָ֛ מִדַּבֵּ֥ר עִֽם־יַעֲקֹ֖ב מִטּ֥וֹב עַד־רָֽע׃
29
29
Es ist die Macht in meiner Hand, euch Böses zu tun. Aber der G‑tt eures Vaters sagte vorige Nacht zu mir wie folgt: Hüte dich zu reden mit Jaakow, weder Gutes noch Böses.
Es ist die Macht in meiner Hand
יֵשׁ לְאֵל יָדִי – יֵשׁ כֹּחַ וְחַיִל בְּיָדִי, es ist Kraft und Macht in meiner Hand, euch Böses zu tun. Überall, wo das Wort אֵל heilig [als G‑ttesname] gebraucht wird, bedeutet es Macht und Fülle an Kraft.
Raschi
וְעַתָּה֙ הָלֹ֣ךְ הָלַ֔כְתָּ כִּֽי־נִכְסֹ֥ף נִכְסַ֖פְתָּה לְבֵ֣ית אָבִ֑יךָ לָ֥מָּה גָנַ֖בְתָּ אֶת־אֱלֹהָֽי׃
30
30
Und jetzt bist du weggegangen, weil du dich gesehnt hast nach dem Haus deines Vaters. Warum hast du meine Götter gestohlen?
weil du dich gesehnt hast
נִכְסַפְתָּה, weil du „Sehnsucht hattest“, „Verlangen hattest“. Das Wort kommt häufig im Vers vor: נִכְסְפָה וְגַם כָּלְתָה נַפְשִׁי „es sehnt sich und vergeht meine Seele“ (Teh. 84:3); לְמַעֲשֵׂה יָדֶיךָ תִּכְסֹף „nach dem Werk deiner Hände mögest Du verlangen“ (Ijow 14:15).
Raschi
וַיַּ֥עַן יַעֲקֹ֖ב וַיֹּ֣אמֶר לְלָבָ֑ן כִּ֣י יָרֵ֔אתִי כִּ֣י אָמַ֔רְתִּי פֶּן־תִּגְזֹ֥ל אֶת־בְּנוֹתֶ֖יךָ מֵעִמִּֽי׃
31
31
Jaakow antwortete und sagte zu Lawan: Weil ich mich gefürchtet habe, denn ich dachte, du könntest rauben deine Töchter von mir.
Weil ich mich gefürchtet habe
Er antwortete ihm auf das Erste zuerst, weil er zuerst zu ihm gesagt hatte (Vers 26) „du hast meine Töchter weggeführt“.
Raschi
עִ֠ם אֲשֶׁ֨ר תִּמְצָ֣א אֶת־אֱלֹהֶיךָ֮ לֹ֣א יִֽחְיֶה֒ נֶ֣גֶד אַחֵ֧ינוּ הַֽכֶּר־לְךָ֛ מָ֥ה עִמָּדִ֖י וְקַֽח־לָ֑ךְ וְלֹֽא־יָדַ֣ע יַעֲקֹ֔ב כִּ֥י רָחֵ֖ל גְּנָבָֽתַם׃
32
32
Bei wem du deine Götter findest, der soll nicht leben bleiben. Hier, vor unseren Brüdern, untersuche, was bei mir ist, und nimm es dir! Jaakow aber wusste nicht, dass Rachel sie gestohlen hatte.
der soll nicht leben bleiben: als Folge dieser Verwünschung starb Rachel auf dem Weg.
Raschi
was bei mir ist: von deinem Eigentum.
Raschi
וַיָּבֹ֨א לָבָ֜ן בְּאֹ֥הֶל יַעֲקֹ֣ב ׀ וּבְאֹ֣הֶל לֵאָ֗ה וּבְאֹ֛הֶל שְׁתֵּ֥י הָאֲמָהֹ֖ת וְלֹ֣א מָצָ֑א וַיֵּצֵא֙ מֵאֹ֣הֶל לֵאָ֔ה וַיָּבֹ֖א בְּאֹ֥הֶל רָחֵֽל׃
33
33
Lawan kam in das Zelt von Jaakow und in das Zelt von Leah und in das Zelt der zwei Dienerinnen und fand nichts. Er ging aus dem Zelt von Leah und kam in das Zelt von Rachel.
in das Zelt von Jaakow
Das war das Zelt Rachels, bei der Jaakow immer war. So sagt der Vers auch (Ber. 46:29) בְּנֵי רָחֵל אֵשֶׁת יַעֲקֹב „die Söhne Rachels, der Frau Jaakows“, bei allen anderen aber steht nicht „Frau Jaakows“.
Raschi
und kam in das Zelt von Rachel
Als Lawan das Zelt Leahs verlassen hatte, kehrte er zum Zelt Rachels zurück, bevor er das Zelt der Mütter (andere Version: der Dienerinnen) durchsuchte. Und warum all das? Weil er von Rachel wusste, dass sie alles anfasste (שֶׁהִיא מַשְׁמְשָׁנִית).
Raschi
וְרָחֵ֞ל לָקְחָ֣ה אֶת־הַתְּרָפִ֗ים וַתְּשִׂמֵ֛ם בְּכַ֥ר הַגָּמָ֖ל וַתֵּ֣שֶׁב עֲלֵיהֶ֑ם וַיְמַשֵּׁ֥שׁ לָבָ֛ן אֶת־כָּל־הָאֹ֖הֶל וְלֹ֥א מָצָֽא׃
34
34
Rachel hatte tatsächlich die Götzen genommen und sie unter das Kissen des Kamels gelegt und sich darauf gesetzt. Lawan tastete das ganze Zelt ab und fand nichts.
Kissen des Kamels
בְּכַר הַגָּמָל „Kissen des Kamels“: vom Ausdruck כָּרִים וּכְסָתוֹת „Kissen und Polster“, wie der Targum übersetzt, בַּעֲבִיטָא דְּגַמְלָא „unter den Sattel des Kamels“. Das ist ein Sattel, der wie ein Kissen gemacht ist. In Eruwin (16a) lernen wir הִקִּיפוּהָ בַּעֲבִיטִין „hat man mit Sätteln eingezäunt“; das sind die Sättel der Kamele. Auf Französisch bastel „Saumsattel“.
Raschi
וַתֹּ֣אמֶר אֶל־אָבִ֗יהָ אַל־יִ֙חַר֙ בְּעֵינֵ֣י אֲדֹנִ֔י כִּ֣י ל֤וֹא אוּכַל֙ לָק֣וּם מִפָּנֶ֔יךָ כִּי־דֶ֥רֶךְ נָשִׁ֖ים לִ֑י וַיְחַפֵּ֕שׂ וְלֹ֥א מָצָ֖א אֶת־הַתְּרָפִֽים׃
35
35
Und sie sagte zu ihrem Vater: Es sei nicht zum Zorn in den Augen meines Herrn, dass ich nicht aufstehen kann vor dir, denn es geht mir nach der Weise der Frauen. Er suchte und fand nicht die entwendeten Götzen.
וַיִּ֥חַר לְיַעֲקֹ֖ב וַיָּ֣רֶב בְּלָבָ֑ן וַיַּ֤עַן יַעֲקֹב֙ וַיֹּ֣אמֶר לְלָבָ֔ן מַה־פִּשְׁעִי֙ מַ֣ה חַטָּאתִ֔י כִּ֥י דָלַ֖קְתָּ אַחֲרָֽי׃
36
36
Und Jaakow wurde zornig und stritt mit Lawan, und Jaakow antwortete und sagte zu Lawan: Was ist mein Verbrechen, was ist meine Sünde, dass du mir nachjagst?
nachjagst
דָלַקְתָּ – רָדַפְתָּ, dass du mir nachjagst, mich verfolgst. Wie (Echa 4:19) עַל הֶהָרִים דְּלָקֻנוּ „auf den Bergen verfolgten sie uns“; und wie (1 Schmu. 17:53) מִדְּלֹק אַחֲרֵי פְלִשְׁתִּים „von der Verfolgung der Plischtim“.
Raschi
כִּֽי־מִשַּׁ֣שְׁתָּ אֶת־כָּל־כֵּלַ֗י מַה־מָּצָ֙אתָ֙ מִכֹּ֣ל כְּלֵי־בֵיתֶ֔ךָ שִׂ֣ים כֹּ֔ה נֶ֥גֶד אַחַ֖י וְאַחֶ֑יךָ וְיוֹכִ֖יחוּ בֵּ֥ין שְׁנֵֽינוּ׃
37
37
Du hast abgetastet alle meine Geräte. Was hast du gefunden von allen Geräten deines Hauses? Lege es her vor meinen Verwandten und deinen Verwandten, damit sie entscheiden zwischen uns beiden.
damit sie entscheiden: und feststellen, wer recht hat; das Wort וְיוֹכִיחוּ kommt nicht von תּוֹכָחָה „zurechtweisen“, sondern von (Ber. 24:14) אֹתָהּ הֹכַחְתָּ „feststellen“ (aprover auf Französisch, „erkennen“).
Raschi, Misrachi
זֶה֩ עֶשְׂרִ֨ים שָׁנָ֤ה אָנֹכִי֙ עִמָּ֔ךְ רְחֵלֶ֥יךָ וְעִזֶּ֖יךָ לֹ֣א שִׁכֵּ֑לוּ וְאֵילֵ֥י צֹאנְךָ֖ לֹ֥א אָכָֽלְתִּי׃
38
38
Diese zwanzig Jahre, die ich bei dir war, bei deinen Schafen und deinen Ziegen war keine Fehlgeburt, und die Widder deiner Schafe habe ich nicht gegessen.
war keine Fehlgeburt
לֹא שִׁכֵּלוּ, haben ihre Nachwuchs nicht verloren. Wie (Hosch. 9:14) רֶחֶם מַשְׁכִּיל „ein fehlgebärender Schoß“; (Ijow 21:10) תְּפַלֵּט פָּרָתוֹ וְלֹא תְשַׁכֵּל „seine Kuh bringt zur Welt und hat keine Fehlgeburt“.
Raschi
und die Widder deiner Schafe
וְאֵילֵי צֹאנְךָ „Widder deiner Schafe“: von hier beweist man (Bawa Kama 65b), dass ein Widder am ersten Tag schon ein Widder (אַיִל) genannt wird. Denn, wenn es nicht so wäre, was wäre das für eine Auszeichnung für ihn gewesen? Widder hatte er nicht gegessen, aber Lämmer hatte er gegessen; dann wäre er doch ein Räuber gewesen!
Raschi
טְרֵפָה֙ לֹא־הֵבֵ֣אתִי אֵלֶ֔יךָ אָנֹכִ֣י אֲחַטֶּ֔נָּה מִיָּדִ֖י תְּבַקְשֶׁ֑נָּה גְּנֻֽבְתִ֣י י֔וֹם וּגְנֻֽבְתִ֖י לָֽיְלָה׃
39
39
Was die wilden Tiere zerrissen haben, habe ich dir nicht gebracht, ich musste das Fehlende ersetzen, von meiner Hand hast du es gefordert, Gestohlenes am Tag oder Gestohlenes in der Nacht.
zerrissen
טְרֵפָה „Zerrissenes“ durch einen Löwen oder einen Wolf.
Raschi
das Fehlende
אֲחַטֶּנָּה „das Fehlende“, vom Ausdruck (Richt. 20:16) קוֹלֵעַ בָּאֶבֶן אֶל הַשַּׂעֲרָה וְלֹא יַחֲטִיא „jeder von ihnen traf mit dem Schleuderstein ein Haar und verfehlte es nicht“; (1 Kön. 1:21) אֲנִי וּבְנִי שְׁלֹמֹה חַטָּאִים „ich und mein Sohn Schlomo werden Verlust erleiden“, beraubt sein. Ich musste den Verlust tragen; wenn es fehlte, fehlte es für mich, denn aus meiner Hand verlangtest du es.
Raschi
ich musste das Fehlende ersetzen
אָנֹכִי אֲחַטֶּנָּה „ich musste das Fehlende ersetzte“ übersetzt der Targum mit דַּהֲוַת שָׁגְיָא מִמִּנְיָנָא „das an der Zahl fehlte“, was getrennt und abhanden gekommen war. Wie (Bam. 31:49) וְלֹא נִפְקַד מִמֶּנּוּ אִישׁ „es wird kein Mann von uns vermisst“, das der Targum mit וְלָא שְׁגָא übersetzt.
Raschi
Was am Tag gestohlen wurde und was in der Nacht gestohlen wurde: Diebstahl bei Tag oder Diebstahl bei Nacht, alles bezahlte ich.
Raschi
gestohlen
Die Form גְּנֻבְתִי ist wie (Echa 1:1) „die große (רַבָּתִי) unter den Völkern, die Fürsten (שָׂרָתִי) unter den Provinzen“; (Jesch. 1:21) „voll (מְלֵאֲתִי) von Gerechtigkeit“; (Hosch. 10:11) „das gern (אוֹהַבְתִּי) drischt“.
Raschi
הָיִ֧יתִי בַיּ֛וֹם אֲכָלַ֥נִי חֹ֖רֶב וְקֶ֣רַח בַּלָּ֑יְלָה וַתִּדַּ֥ד שְׁנָתִ֖י מֵֽעֵינָֽי׃
40
40
So ging es mir: Bei Tag kam ich um vor Hitze, und in der Nacht vor Kälte, und kein Schlaf kam auf meine Augen.
kam ich um vor Hitze
אֲכָלַנִי חֹרֶב, vom Ausdruck (Dew. 4:24) אֵשׁ אוֹכְלָה „verzehrendes Feuer“.
Raschi
Kälte
וְקֶרַח „Frost“, wie (Teh. 147:17) מַשְׁלִיךְ קַרְחוֹ „Er streut Sein Eis aus“. Der Targum übersetzt es mit גְּלִידָא.
Raschi
Schlaf
שְׁנָתִי, vom Wort שֵׁנָה „Schlaf“.
Raschi
זֶה־לִּ֞י עֶשְׂרִ֣ים שָׁנָה֮ בְּבֵיתֶךָ֒ עֲבַדְתִּ֜יךָ אַרְבַּֽע־עֶשְׂרֵ֤ה שָׁנָה֙ בִּשְׁתֵּ֣י בְנֹתֶ֔יךָ וְשֵׁ֥שׁ שָׁנִ֖ים בְּצֹאנֶ֑ךָ וַתַּחֲלֵ֥ף אֶת־מַשְׂכֻּרְתִּ֖י עֲשֶׂ֥רֶת מֹנִֽים׃
41
41
So erging es mir zwanzig Jahre in deinem Haus. Ich habe dir gedient vierzehn Jahre um deine zwei Töchter und sechs Jahre wegen des Viehs. Und du hast meinen Lohn geändert zehn Mal.
hast meinen Lohn geändert: hast die Abmachung, die zwischen uns bestand, verändert, von „gesprenkelt“ (נָּקֹד) zu „gefleckt“ (טָלוּא), von „fußgestreift“ (עֲקֻדִּים) zu „bauchgestreift“ (בְרֻדִּים).
Raschi
לוּלֵ֡י אֱלֹהֵ֣י אָבִי֩ אֱלֹהֵ֨י אַבְרָהָ֜ם וּפַ֤חַד יִצְחָק֙ הָ֣יָה לִ֔י כִּ֥י עַתָּ֖ה רֵיקָ֣ם שִׁלַּחְתָּ֑נִי אֶת־עָנְיִ֞י וְאֶת־יְגִ֧יעַ כַּפַּ֛י רָאָ֥ה אֱלֹהִ֖ים וַיּ֥וֹכַח אָֽמֶשׁ׃
42
42
Wenn nicht der G‑tt meines Vaters, der G‑tt von Awraham und Er, den Jizchak fürchtet, mit mir gewesen wäre, hättest du mich jetzt leer ziehen lassen. Mein Elend und die Mühe meiner Hände hat G‑tt gesehen und Er hat dich vorige Nacht zurechtgewiesen.
den Jizchak fürchtet
וּפַחַד יִצְחָק „Er, den Jizchak fürchtet“: er wollte nicht sagen
„der G‑tt Jizchaks“, weil der Ewige Seinen Namen nicht durch die Gerechten bezeichnet, solange diese leben. Obwohl Er bei seinem Auszug von Beer Schewa zu ihm gesprochen hatte (Ber. 28:13) אֲנִי ה׳ אֱלֹהֵי אַבְרָהָם אָבִיךָ וֵאלֹהֵי יִצְחָק „Ich bin der Ewige, der G‑tt deines Vaters Awraham und der G‑tt Jizchaks“, weil dessen Augen trübe geworden waren und er einem gleich war, der bereits gestorben ist, so fürchtete sich dennoch Jaakow zu sagen „der G‑tt Jizchaks“, und er sagte פַחַד יִצְחָק „Er, den Jizchak fürchtet“.
Raschi
hat dich zurechtgewiesen
Das Wort וַיּוֹכַח bedeutet „Zurechtweisung“ und nicht „Entscheidung“.
Raschi