Der tägliche Chumasch-Abschnitt

11. Adar II 5787

Samstag, 20. März 2027

Heute

Wajikra

7. Alija

(Wajikra 5:11 – 5:26)

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וְאִם־לֹא֩ תַשִּׂ֨יג יָד֜וֹ לִשְׁתֵּ֣י תֹרִ֗ים אוֹ֮ לִשְׁנֵ֣י בְנֵי־יוֹנָה֒ וְהֵבִ֨יא אֶת־קָרְבָּנ֜וֹ אֲשֶׁ֣ר חָטָ֗א עֲשִׂירִ֧ת הָאֵפָ֛ה סֹ֖לֶת לְחַטָּ֑את לֹא־יָשִׂ֨ים עָלֶ֜יהָ שֶׁ֗מֶן וְלֹא־יִתֵּ֤ן עָלֶ֙יהָ֙ לְבֹנָ֔ה כִּ֥י חַטָּ֖את הִֽיא׃
11
11
Wenn aber sein Vermögen nicht ausreicht für zwei Tauben oder zwei junge Tauben, dann bringe er als sein Opfer, er hat sich versündigt, ein Zehntel Efa feines Mehl zum Sündopfer; er gebe kein Öl darauf und lege keinen Weihrauch darauf, denn es ist ein Sündopfer (Chatat) und soll nicht wie ein Mincha behandelt werden.
Wenn sein Vermögen nicht ausreicht
וְאִם לֹא תַגִּיעַ יָדוֹ, wörtl. Wenn seine Hand nicht hinlangt. Die Hand ist es, die die Arbeit verrichtet und Besitz erwirbt; deshalb verwendet der Vers den Ausdruck der „Hand“.
Ibn Esra
Efa: Maßeinheit; 1 Efa entspricht ca. 5 Kilogramm.
denn es ist ein Sündopfer
Das ist eine Begründung: „Weil es ein Sündopfer ist“, ist es unpassend, dass das Opfer eines Sünders attraktiv und mit Öl und Weihrauch veredelt ist (Menachot 6a).
Raschi
וֶהֱבִיאָהּ֮ אֶל־הַכֹּהֵן֒ וְקָמַ֣ץ הַכֹּהֵ֣ן ׀ מִ֠מֶּנָּה מְל֨וֹא קֻמְצ֜וֹ אֶת־אַזְכָּרָתָה֙ וְהִקְטִ֣יר הַמִּזְבֵּ֔חָה עַ֖ל אִשֵּׁ֣י יְהוָ֑ה חַטָּ֖את הִֽוא׃
12
12
Und er bringe es zum Kohen und der Kohen greife davon seinen Griff voll, dessen Gedenkteil, und lasse es auf dem Altar verdampfen auf den Feuergaben des Ewigen; es ist ein Sündopfer.
Gedenkteil
אַזְכָּרָתָהּ „Gedenkteil“: die Handvoll, die auf den Altar gebracht wird, ist das „Gedenken“ des Mincha; es erwirkt, dass G‑tt dem Besitzer zum Guten und zum Wohlgefallen gedenkt.
Raschi zu Wajikra 2:2
es ist ein Sündopfer: wenn die Handvoll für den Chatat Zweck (לִשְׁמָהּ) herausgenommen und verdampft wird, ist es gültig; nicht für den Chatat Zweck (לֹא לִשְׁמָהּ), ist es ungültig.
Raschi
וְכִפֶּר֩ עָלָ֨יו הַכֹּהֵ֜ן עַל־חַטָּאת֧וֹ אֲשֶׁר־חָטָ֛א מֵֽאַחַ֥ת מֵאֵ֖לֶּה וְנִסְלַ֣ח ל֑וֹ וְהָיְתָ֥ה לַכֹּהֵ֖ן כַּמִּנְחָֽה׃ (ס)
13
13
Und so bringe der Kohen für ihn Sühne für seine Sünde, mit der er sich versündigt hat in einem von diesen Dingen und es wird ihm vergeben werden; und es gehöre dem Kohen so wie das Mehlopfer (mincha).
wegen seiner Sünde, mit der er sich versündigt hat
Hier schreibt der Vers anders als oben; beim Reichen und beim Armen steht (Vers 6 und Vers 10) מֵחַטָּאתוֹ „von seinem Chatat“, und hier beim Allerärmsten steht עַל חַטָּאתוֹ „auf sein Chatat“. Daraus beweisen unsere Lehrer (Keritot 27b), dass sich diese drei Opfer [reich, arm, allerärmst] auch noch ändern können, nachdem das Geld dafür bereits beiseite gelegt wurde, um das Opfer zu kaufen.
Wenn er gesündigt hat, als er reich war, und Geld für ein Schaf oder eine Ziege abgesondert hat und er dann arm geworden ist, bringt er von einem Teil des Geldes zwei Tauben; hat er Geld für zwei Tauben abgesondert und ist noch ärmer geworden, dann bringt er von einem Teil des Geldes ein Zehntel Efa Mehl. Doch wenn er Geld für ein Zehntel Efa Mehl abgesondert hat und dann reich geworden ist, fügt er hinzu und bringt das Opfer eines Reichen, darum steht bei den ersten zwei Arten „von“ – מֵחַטָּאתוֹ, und beim Allerärmsten, der möglicherweise dazu gibt, steht „auf“ – עַל חַטָּאתוֹ.
Raschi
in einem von diesen: durch eines von den drei im Abschnitt erwähnten Opfern, entweder des Reichen oder des Armen oder des Allerärmsten. Wozu braucht das zu stehen? Ich hätte sonst meinen können, die schweren Vergehen unter ihnen sollten durch ein Schaf oder eine Ziege, die leichten durch Geflügel und die allerleichtesten durch 1/10 Efa gesühnt werden. Darum heißt es in einem von diesen. Um die leichten den schweren gleichzumachen bezüglich Schaf und Ziege, wenn sein Vermögen dazu hinreicht; und die schweren den leichten bezüglich 1/10 Efa bei dem Allerärmsten.
Raschi
und es gehöre dem Kohen so wie das Mehlopfer: das lehrt, dass auch vom Mehlopfer des Sünders die Reste gegessen werden. Das ist nach der einfachen Erklärung. Unsere Lehrer erklären, es gehöre dem Kohen: wenn dieser Sünder ein Kohen ist, sei es gleich einem anderen, freiwilligen Mehlopfer des Kohen, das ganz verbrannt wird und nicht gegessen werden darf (Waj. 6:16).
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
14
14
Das Schuldopfer – קרבן אשם
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
נֶ֚פֶשׁ כִּֽי־תִמְעֹ֣ל מַ֔עַל וְחָֽטְאָה֙ בִּשְׁגָגָ֔ה מִקָּדְשֵׁ֖י יְהוָ֑ה וְהֵבִיא֩ אֶת־אֲשָׁמ֨וֹ לַֽיהוָ֜ה אַ֧יִל תָּמִ֣ים מִן־הַצֹּ֗אן בְּעֶרְכְּךָ֛ כֶּֽסֶף־שְׁקָלִ֥ים בְּשֶֽׁקֶל־הַקֹּ֖דֶשׁ לְאָשָֽׁם׃
15
15
Wenn jemand Untreue begeht und aus Versehen sündigt an den Heiligen Dingen des Ewigen, dann bringe er als sein Schuldopfer dem Ewigen: einen fehlerlosen Widder von dem Kleinvieh im Wert von zwei Silber-Schekeln, nach dem Schekel des Heiligtums, zum Schuldopfer.
Wenn jemand Untreue begeht
Unter dem Begriff מְעִילָה „Untreue“ versteht man überall „Veränderung“. So heißt es (1 Chronik 5:25) וַיִּמְעֲלוּ בֵּאלֹהֵי אֲבֹתֵיהֶם וַיִּזְנוּ אַחֲרֵי אֱלֹהֵי עַמֵּי הָאָרֶץ „sie wurden dem G‑tt ihrer Väter untreu und hurten den Göttern der Völker des Landes nach“; ebenso heißt es bei der untreuen Frau (Bam. 5:12) וּמָעֲלָה בוֹ מָעַל „sie begeht eine Untreue gegen ihn“.
Raschi
aus Versehen sündigt an den Heiligen Dingen des Ewigen: indem er vom Heiligen für sich gebraucht. Und wo steht die Verwarnung? Hier wird der Ausdruck חֵטְא gebraucht, und ebenso weiter bei der Teruma (Waj. 22:9) וְלֹא יִשְֹאוּ עָלָיו חֵטְא „und sollen keine Sünde auf sich laden“. Wie es dort verboten ist, so ist es auch hier verboten. Wenn du aber meinen solltest, wie es dort nur verboten ist, davon zu essen, so ist es auch hier nur zu essen verboten; darum steht hier doppelt תִמְעֹל מַעַל, um jeden Genuss zu verbieten.
Raschi
an den Heiligen Dingen des Ewigen: die dem Ewigen allein geweiht sind; damit sind die Heiligen Opfer zweiten Ranges (קָדָשִׁים קַלִּים) ausgeschlossen, von denen auch die Eigentümer genießen können.
Raschi
einen Widder
אַיִל „Widder“ bedeutet einen Starken, wie (Jech. 17:13) וְאֶת אֵילֵי הָאָרֶץ לָקָח „und die Mächtigen im Land nahm er“; auch hier ein starkes Tier, im zweiten Jahr.
Raschi
im Wert von Silber-Schekeln
בְּעֶרְכְּךָ כֶּסֶף שְׁקָלִים, wörtl. im Wert des Silbers von Schekeln. Der Widder sei zwei Schekel wert.
Raschi
im Wert
Das Wort עֶרְכְּךָ „Wert“ mit zwei כ (Chaf) ist zu verstehen als עֵרֶךְ mit einem כ (Chaf).
Raschi zu Wajikra 27:3
וְאֵ֣ת אֲשֶׁר֩ חָטָ֨א מִן־הַקֹּ֜דֶשׁ יְשַׁלֵּ֗ם וְאֶת־חֲמִֽישִׁתוֹ֙ יוֹסֵ֣ף עָלָ֔יו וְנָתַ֥ן אֹת֖וֹ לַכֹּהֵ֑ן וְהַכֹּהֵ֗ן יְכַפֵּ֥ר עָלָ֛יו בְּאֵ֥יל הָאָשָׁ֖ם וְנִסְלַ֥ח לֽוֹ׃ (פ)
16
16
Und was er gesündigt hat am Heiligtum, soll er bezahlen und das Fünftel davon füge er hinzu und gebe es dem Kohen und so bringe der Kohen für ihn Sühne durch den Widder des Schuldopfers und es wird ihm vergeben werden.
Und was er gesündigt hat am Heiligtum, soll er bezahlen: die Hauptsumme und ein Fünftel als Pönale zugunsten des Heiligtums.
Raschi
וְאִם־נֶ֙פֶשׁ֙ כִּ֣י תֶֽחֱטָ֔א וְעָֽשְׂתָ֗ה אַחַת֙ מִכָּל־מִצְוֺ֣ת יְהוָ֔ה אֲשֶׁ֖ר לֹ֣א תֵעָשֶׂ֑ינָה וְלֹֽא־יָדַ֥ע וְאָשֵׁ֖ם וְנָשָׂ֥א עֲוֺנֽוֹ׃
17
17
Und wenn jemand sündigt und tut eines von den Verboten des Ewigen, die nicht getan werden dürfen, er weiß aber nicht, ob er sich verschuldet hat und trägt sein Vergehen auf sich.
er weiß aber nicht, ob er sich verschuldet hat … dann bringe er
Dieser Abschnitt spricht von demjenigen, dem ein Zweifel von Karet-Strafe zugestoßen ist. Er weiß nicht, ob er die Sünde begangen hat oder nicht. Zum Beispiel: es lagen verbotenes und erlaubtes Fett vor ihm, er hielt beide für erlaubt, aß das eine. Da sagt man ihn, eins war verbotenes Fett. Und er weiß nicht, ob er das verbotene Fett gegessen hat. Dieser bringt ein zweifelhaftes Schuldopfer (אָשָׁם תָּלוּי). Es schützt ihn, solange ihm nicht bekannt ist, dass er sich versündigt hat. Wenn es ihm dann später bekannt wird, bringe er ein Sündopfer (Keritot 23a).
Raschi
Er weiß nicht, ob er sich verschuldet hat und er trägt seine Schuld
Rabbi Jose haGelili sagt, siehe, der Vers straft denjenigen, der nicht weiß. Um wieviel mehr erst straft Er denjenigen, der weiß.
Rabbi Jose sagt, wenn du die Belohnung der Frommen kennen willst, geh und lerne vom ersten Menschen; ihm wurde die Hütung nur eines Verbotes zur Pflicht gemacht, und er übertrat es. Sieh, wieviel Sterben ihm und seinen Nachkommen zur Strafe auferlegt wurde. Und welche Eigenschaft ist größer, des Lohnes oder der Strafe? Des Lohnes. Wenn durch die kleinere Eigenschaft der Strafe soviel Sterben über ihn und seine Nachkommen verhängt wurde; durch die große Eigenschaft des Lohnes, wer sich zurückhält von verworfenem Opferfleisch (פִּגּוּלִין) und übriggebliebenem Opferfleisch (נּוֹתָרוֹת) und wer am Jom Kippur fastet, um wieviel mehr, dass er Gutes erwirbt für sich und seine Nachommen und deren Nachkommen bis ans Ende aller Generationen.

Rabbi Akiwa sagt, siehe, die Torah schreibt vor (Dew. 17:6) עַל פִּי שְׁנַיִם עֵדִים אוֹ שְׁלֹשָׁה וגו׳ „auf Grund der Aussage von zwei Zeugen oder drei Zeugen …“, wenn das Zeugnis durch zwei Bestand hat, warum zählt der Vers noch drei auf? Nur, um den dritten zur Erschwerung für ihn hinzuzufügen und seine Berurteilung betreffs Strafe und Überführung derjenigen der ersten beiden Zeugen gleichzumachen. Wenn also die Torah denjenigen, der sich Sündern nur angeschlossen hat, gleich den Sündern selbst bestraft, um so mehr vergilt sie guten Lohn demjenigen, der sich Gutes Übenden anschließt, gleich den Gutes Übenden selbst. Rabbi Elasar ben Asarja sagt, (Dew. 24:19) כִּי תִקְצֹר קְצִירְךָ בְשָׂדֶךָ וְשָׁכַחְתָּ עֹמֶר בַּשָּׂדֶה „wenn du deine Ernte auf deinem Feld schneidest und eine Garbe auf dem Feld vergisst“, sagt der Vers, לְמַעַן יְבָרְכֶךָ „damit dich segen …“ Der Vers hat Segen bestimmt für denjenigen, dem die Erfüllung eines Gebotes, ohne es zu wissen, zu Händen gekommen ist. Schließe daraus, dass wenn ein Schekel in sein Gewand eingewickelt war, ihm herabfiel und von einem Armen gefunden wurde, der sich damit ernährte, der Ewige Segen für ihn bestimmt.
Raschi
וְ֠הֵבִיא אַ֣יִל תָּמִ֧ים מִן־הַצֹּ֛אן בְּעֶרְכְּךָ֥ לְאָשָׁ֖ם אֶל־הַכֹּהֵ֑ן וְכִפֶּר֩ עָלָ֨יו הַכֹּהֵ֜ן עַ֣ל שִׁגְגָת֧וֹ אֲשֶׁר־שָׁגָ֛ג וְה֥וּא לֹֽא־יָדַ֖ע וְנִסְלַ֥ח לֽוֹ׃
18
18
Dann bringe er einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach der Schätzung als Schuldopfer zum Kohen und es bringe der Kohen ihm Sühne für sein Versehen, das er irrtümlich beging und nicht wusste, so wird ihm vergeben werden.
nach der Schätzung als Schuldopfer: nach der oben (Vers 15) erwähnten Schätzung.
Raschi
das er irrtümlich beging und nicht wusste
Wenn er es aber später erfährt, ist das Schuldopfer keine Sühne für ihn, bis er ein Sündopfer bringt. Womit ist das zu vergleichen? Mit der Vorschrift, ein Kalb zu töten (עֶגְלָה עֲרוּפָה). Ist das Kalb getötet und dann erst der Mörder gefunden worden, so wird dieser doch getötet.
Raschi
אָשָׁ֖ם ה֑וּא אָשֹׁ֥ם אָשַׁ֖ם לַיהוָֽה׃ (פ)
19
19
Ein Schuldopfer ist es; schuldig gemacht hat er sich gegen den Ewigen.
Ein Schuldopfer ist es, schuldig gemacht hat er sich gegen den Ewigen
אָשָׁם הוּא אָשֹׁם אָשַׁם: Das erste אָשָׁם ist ganz mit Kamatz punktiert, weil es ein Hauptwort ist. Das letzte אָשַׁם ist zur Hälfte mit Kamatz und zur Hälfte mit Patach punktiert, weil es ein Zeitwort ist. Wenn du fragen wirst, der Vers sei nicht nötig, so wisse, dass er in Torat Kohanim (5:368) erklärt ist.
אָשֹׁם אָשַׁם will hinzufügen, dass auch das Schuldopfer bei einem Vergehen mit einer freigelassenen Sklavin ein Widder im zweiten Jahr sein soll. Ich hätte meinen können, es füge auch den Widder des Nasir und den Widder des Metzora hinzu. Darum steht הוּא „er“, nur dieses.
Raschi
וַיְדַבֵּ֥ר יְהוָ֖ה אֶל־מֹשֶׁ֥ה לֵּאמֹֽר׃
20
20
Und der Ewige sagte zu Mosche, wie folgt:
נֶ֚פֶשׁ כִּ֣י תֶחֱטָ֔א וּמָעֲלָ֥ה מַ֖עַל בַּיהוָ֑ה וְכִחֵ֨שׁ בַּעֲמִית֜וֹ בְּפִקָּד֗וֹן אֽוֹ־בִתְשׂ֤וּמֶת יָד֙ א֣וֹ בְגָזֵ֔ל א֖וֹ עָשַׁ֥ק אֶת־עֲמִיתֽוֹ׃
21
21
Wenn jemand sündigt und eine Untreue begeht gegen den Ewigen, indem er seinem Nächsten ableugnet ein Anvertrautes oder sonst etwas Hinterlegtes oder Geraubtes oder hat etwas seinem Nächsten vorenthalten.
jemand
נֶפֶשׁ, wörtl. eine Seele; Der Begriff נֶפֶשׁ „Seele“ bezeichnet den Menschen als Ganzes: einen Körper, in dem eine Seele ruht.
Ibn Esra zu Bereschit 17:14
Wenn jemand sündigt
Rabbi Akiwa sagt, was lehrt uns וּמָעֲלָה מַעַל בַּה׳ „eine Untreue begeht gegen den Ewigen“? Jeder, der verleiht oder sich leiht oder Geschäfte macht, nimmt sich Zeugen dazu oder macht es schriftlich. Wenn darum der eine ableugnet, leugnet er gegen die Zeugen und die Urkunde. Wenn aber jemand eine Sache von seinem Nächsten aufbewahren lässt und nicht will, dass eine Seele davon wisse außer dem Dritten (G‑tt), der ihnen gegenwärtig ist: wenn er in diesem Fall ableugnet, so leugnet er gegen den Dritten, der bei ihnen war.
Raschi
ein Darlehen: er hat Geld in seine Hand gelegt, um damit Geschäfte zu machen, oder als Darlehen.
Raschi
oder Geraubtes: er hat ihm etwas geraubt.
Raschi
hat etwas seinem Nächsten vorenthalten: das ist der Lohn des Lohnarbeiters.
Raschi
אֽוֹ־מָצָ֧א אֲבֵדָ֛ה וְכִ֥חֶשׁ בָּ֖הּ וְנִשְׁבַּ֣ע עַל־שָׁ֑קֶר עַל־אַחַ֗ת מִכֹּ֛ל אֲשֶׁר־יַעֲשֶׂ֥ה הָאָדָ֖ם לַחֲטֹ֥א בָהֵֽנָּה׃
22
22
Oder er hat Verlorenes gefunden und leugnet es ab und schwört auf eine Lüge bei irgendetwas von allem, was der Mensch tun kann, sich damit zu versündigen:
leugnet es ab: wenn er eines von all diesen abgeleugnet hat, wobei ein Mensch zu sündigen und falsch zu schwören pflegt, um Geld abzuleugnen.
Raschi
וְהָיָה֮ כִּֽי־יֶחֱטָ֣א וְאָשֵׁם֒ וְהֵשִׁ֨יב אֶת־הַגְּזֵלָ֜ה אֲשֶׁ֣ר גָּזָ֗ל א֤וֹ אֶת־הָעֹ֙שֶׁק֙ אֲשֶׁ֣ר עָשָׁ֔ק א֚וֹ אֶת־הַפִּקָּד֔וֹן אֲשֶׁ֥ר הָפְקַ֖ד אִתּ֑וֹ א֥וֹ אֶת־הָאֲבֵדָ֖ה אֲשֶׁ֥ר מָצָֽא׃
23
23
So geschehe es, wenn er sich versündigt hat und seine Schuld bekennt, dann soll er den Raub zurückgeben, den er geraubt hat, oder das Vorenthaltene, das er vorenthalten hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut wurde, oder das Verlorene, das er gefunden hat.
wenn er sich versündigt hat und seine Schuld bekennt: wenn er bei sich selbst für recht erkennt, sich zu bessern, einzusehen und zu bekennen, dass er gesündigt und sich verschuldigt hat.
Raschi
א֠וֹ מִכֹּ֞ל אֲשֶׁר־יִשָּׁבַ֣ע עָלָיו֮ לַשֶּׁקֶר֒ וְשִׁלַּ֤ם אֹתוֹ֙ בְּרֹאשׁ֔וֹ וַחֲמִשִׁתָ֖יו יֹסֵ֣ף עָלָ֑יו לַאֲשֶׁ֨ר ה֥וּא ל֛וֹ יִתְּנֶ֖נּוּ בְּי֥וֹם אַשְׁמָתֽוֹ׃
24
24
Oder irgendetwas von allem, worüber er eine Lüge geschworen hat; das bezahle er nach der Hauptsumme und füge noch das Fünftel davon hinzu; dem es gehört, dem gebe er es am Tag, an dem er seine Schuld bekennt.
Hauptsumme: das ist das Kapital, das ursprüngliche Geld.
Raschi
das Fünftel
וַחֲמִשִׁתָיו, wörtl. „seine Fünften“ Mehrzahl. Die Torah hat für ein Kapital viele Fünften hinzugefügt. Wenn er nämlich den Fünften ableugnet und darauf schwört und wieder eingesteht, bringe er für diesen Fünften wieder einen Fünften. Und so muss er immer wieder einen Fünften hinzufügen, bis das Kapital, auf das er geschworen hat, sich bis auf weniger als eine Peruta verringert hat.
Raschi
dem es gehört: dem das Geld gehört.
Raschi
וְאֶת־אֲשָׁמ֥וֹ יָבִ֖יא לַיהוָ֑ה אַ֣יִל תָּמִ֧ים מִן־הַצֹּ֛אן בְּעֶרְכְּךָ֥ לְאָשָׁ֖ם אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
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25
Und als sein Schuldopfer bringe er dem Ewigen einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach der Schätzung als Schuldopfer zum Kohen.
וְכִפֶּ֨ר עָלָ֧יו הַכֹּהֵ֛ן לִפְנֵ֥י יְהוָ֖ה וְנִסְלַ֣ח ל֑וֹ עַל־אַחַ֛ת מִכֹּ֥ל אֲשֶֽׁר־יַעֲשֶׂ֖ה לְאַשְׁמָ֥ה בָֽהּ׃ (פ)
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26
So bringe der Kohen für ihn Sühne vor dem Ewigen und es wird ihm vergeben werden wegen eines von allem, was er getan hat und sich dadurch schuldig gemacht hat.