זֶ֡ה קָרְבַּן֩ אַהֲרֹ֨ן וּבָנָ֜יו אֲשֶׁר־יַקְרִ֣יבוּ לַֽיהוָ֗ה בְּיוֹם֙ הִמָּשַׁ֣ח אֹת֔וֹ עֲשִׂירִ֨ת הָאֵפָ֥ה סֹ֛לֶת מִנְחָ֖ה תָּמִ֑יד מַחֲצִיתָ֣הּ בַּבֹּ֔קֶר וּמַחֲצִיתָ֖הּ בָּעָֽרֶב׃
13
13
*Das ist das Opfer Aharons und seiner Söhne, das sie dem Ewigen darbringen, jeder an dem Tag, an dem er gesalbt wird: Ein Zehntel Efa feines Mehl als ständiges Mehlopfer, die Hälfte davon am Morgen und die Hälfte davon am Abend.*
Das ist das Opfer Aharons und seiner Söhne
Auch die gewöhnlichen Kohanim bringen an dem Tag, wenn sie in den Dienst eingeführt werden, ein Zehntel Efa Mehl. Der Kohen Gadol aber bringt jeden Tag, wie es heißt (Vers 13 und 15) מִנְחָה תָּמִיד גו׳ „ein ständiges Mehlopfer“ und (weiter, Vers 15) וְהַכֹּהֵן הַמָּשִׁיחַ תַּחְתָּיו מִבָּנָיו גו׳ חָק עוֹלָם „der Kohen, der von seinen Söhnen als Gesalbter ihm folgen wird … als ewiges Gesetz“.
Raschi
Der Vers nennt zunächst das Mehlopfer (Mincha am Tag der Einsetzung eines Kohen. Die Bezeichnung מִנְחָה תָּמִיד „ein ständiges Mehlopfer“ weist jedoch auf ein Opfer, das regelmäßig dargebracht wird. Raschi erklärt: Der Vers spricht von zwei verschiedenen Opfern. Das „ständige Mehlopfer“ wird täglich vom Kohen Gadol dargebracht. Als Beleg dafür nennt Raschi Vers 15, in dem das Mehlopfer des Kohen Gadol als „ewiges Gesetz“, d.h. als ein beständiges Opfer, beschrieben wird. Dagegen wird das Mehlopfer am Tag der Einsetzung nicht nur vom Kohen Gadol gebracht, sondern von „Aharon und seinen Söhnen“, d.h. allen Kohanim.
Mesiach Ilmim, Nachalat Jaakow, Beer Jizchak
jeder an dem Tag, an dem er gesalbt wird
Daraus lernen wir, dass der Kohen Gadol ausschließlich bei Tag gesalbt wird. [Torat Kohanim]
an dem er gesalbt wird: an dem er gesalbt wird – einer wird gesalbt pro Tag, aber nicht zwei an einem Tag. Warum? Rabbi Jochanan sagt, wegen der Eifersucht.
Jerusalemer Talmud, Joma 1:1
als ständiges Mehlopfer
Das lehrt, dass der Kohen Gadol jeden Tag von seiner Salbung an ein Zehntel Efa Mehl brachte, denn hier steht
מִנְחָה תָּמִיד „als ständiges Mehlopfer“.
Torat Kohanim
Efa: Maßeinheit; 1 Efa entspricht ca. 5 Kilogramm.
עַֽל־מַחֲבַ֗ת בַּשֶּׁ֛מֶן תֵּעָשֶׂ֖ה מֻרְבֶּ֣כֶת תְּבִיאֶ֑נָּה תֻּפִינֵי֙ מִנְחַ֣ת פִּתִּ֔ים תַּקְרִ֥יב רֵֽיחַ־נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃
14
14
Auf einer Pfanne soll es mit Öl bereitet werden, gebrüht sollst du es bringen und dann soll es mehrmals gebacken werden, als Mehlopfer in Stücken sollst du es darbringen zum lieblichen Duft dem Ewigen zu Ehren.
gebrüht: durch siedendes Wasser aufgeweicht.
gebrüht
מֻרְבֶּכֶת, mit kochendem Wasser soviel wie nötig gebrüht.
Raschi
mehrmals gebacken
תֻּפִינֵי, häufig gebacken; nach dem Brühen backe er es im Ofen und röste es dann wieder in der Pfanne (Menachot 50b).
Raschi
als Mehlopfer in Stücken
מִנְחַת פִּתִּים, das lehrt, dass es zerstückelt werden muss (טְּעוּנָה פְּתִיתָה). (Menachot 75b)
Raschi
וְהַכֹּהֵ֨ן הַמָּשִׁ֧יחַ תַּחְתָּ֛יו מִבָּנָ֖יו יַעֲשֶׂ֣ה אֹתָ֑הּ חָק־עוֹלָ֕ם לַיהוָ֖ה כָּלִ֥יל תָּקְטָֽר׃
15
15
Und auch der Kohen, der von seinen Söhnen als Gesalbter ihm folgen wird, soll es bereiten; es ist ein ewiges Gesetz für den Ewigen; ganz soll es verdampfen.
der Kohen, der von seinen Söhnen als Gesalbter
Stelle die Worte הַמָּשִׁיחַ תַּחְתָּיו מִבָּנָיו um zu הַמָּשִׁיחַ מִבָּנָיו תַּחְתָּיו: derjenige von seinen Söhnen, der an seiner Stelle gesalbt wird.
Raschi
ganz soll es verdampfen: es wird keine Handvoll davon herausgenommen, damit die Überreste gegessen werden; sondern es wird ganz verbrannt; und ebenso wird jedes freiwillige Mehlopfer eines Kohen ganz verbrannt.
Raschi
וְכָל־מִנְחַ֥ת כֹּהֵ֛ן כָּלִ֥יל תִּהְיֶ֖ה לֹ֥א תֵאָכֵֽל׃ (פ)
16
16
Und jedes Mehlopfer eines Kohen soll ganz auf dem Altar geopfert werden, soll nicht gegessen werden.
ganz
כָּלִיל „ganz“: das Ganze kommt gleichermaßen, ohne Unterschied, auf den Altar.
Raschi
דַּבֵּ֤ר אֶֽל־אַהֲרֹן֙ וְאֶל־בָּנָ֣יו לֵאמֹ֔ר זֹ֥את תּוֹרַ֖ת הַֽחַטָּ֑את בִּמְק֡וֹם אֲשֶׁר֩ תִּשָּׁחֵ֨ט הָעֹלָ֜ה תִּשָּׁחֵ֤ט הַֽחַטָּאת֙ לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִׁ֖ים הִֽוא׃
18
18
Sage zu Aharon und zu seinen Söhnen, wie folgt: Das ist die Vorschrift für das Sündopfer (Chatat): An dem Ort, wo das Ganzopfer geschlachtet wird, soll das Sündopfer geschlachtet werden vor dem Ewigen, es ist hochheilig.
soll das Sündopfer geschlachtet werden
Warum an diesem Ort? Um Sünder nicht öffentlich bloßzustellen.
Die Gemara erklärt die Festsetzung des stillen Amidah-Gebets mit dem Schutz der Sündigen: Durch das leise Sprechen hören Außenstehende das private Widui – das Eingestehen der Sünden vor G‑tt – nicht. (Sota 32b)
So auch beim Sündopfer (Chatat): Um das Darbringen unauffällig zu halten, wird es am selben Ort wie das allgemeine Ganzopfer (Olah) geschlachtet.
Jerusalemer Talmud, Jewamot 8:3, Torah Temima
הַכֹּהֵ֛ן הַֽמְחַטֵּ֥א אֹתָ֖הּ יֹאכֲלֶ֑נָּה בְּמָק֤וֹם קָדֹשׁ֙ תֵּֽאָכֵ֔ל בַּחֲצַ֖ר אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
19
19
Nur der Kohen, der es zum Sündopfer bereitet, darf es essen, an heiligem Ort soll es gegessen werden, im Vorhof des Zeltes der Zusammenkunft.
der es zum Sündopfer bereitet: der dessen Dienstabschnitte ausführt, durch die es zum Sündopfer wird.
Raschi
der es zum Sündopfer bereitet, darf es essen: wer zum Dienst geeignet gewesen ist. Das schließt denjenigen aus, der zur Zeit des Blutsprengens (זְרִיקַת דָּמִים) unrein war; dieser bekommt keinen Anteil am Fleisch. Man kann aber nicht sagen, dass der Vers den anderen Kohanim außer dem, der das Blut gesprengt hat, den Genuss verbietet, da es heißt (weiter, Vers 22) כָּל זָכָר בַּכֹּהֲנִים יֹאכַל אֹתָהּ „jeder Männliche unter den Kohanim esse es“.
Raschi
כֹּ֛ל אֲשֶׁר־יִגַּ֥ע בִּבְשָׂרָ֖הּ יִקְדָּ֑שׁ וַאֲשֶׁ֨ר יִזֶּ֤ה מִדָּמָהּ֙ עַל־הַבֶּ֔גֶד אֲשֶׁר֙ יִזֶּ֣ה עָלֶ֔יהָ תְּכַבֵּ֖ס בְּמָק֥וֹם קָדֹֽשׁ׃
20
20
Alles, was sein Fleisch berührt, wird heilig; und wenn von seinem Blut auf ein Kleidungsstück spritzt, dann sollst du die Stelle, worauf es gespritzt ist, an einem heiligen Ort auswaschen.
Alles, was sein Fleisch berührt: jede Speise, die berührt und in sich aufnimmt.
Raschi
was sein Fleisch berührt: aber nicht, was die Sehnen berührt, die Knochen, die Hörner, oder die Hufe.
Der Vers nennt ausdrücklich „was sein Fleisch berührt“, und diese Dinge fallen nicht unter diesen Begriff. Die besondere Bedeutung von „Fleisch“ beim Chatat wird deutlich, da der Vers nicht allgemein festlegt: „Alles, was das Chatat berührt, wird heilig“. Das zusätzliche Wort „Alles, was sein Fleisch berührt“ verdeutlicht, dass nur das eigentliche Fleisch – und keine anderen Teile dieser Opferung – gemeint ist.
Sewachim 97b, Torah Temima
wird heilig: ihm gleich zu sein. Wenn es untauglich ist, wird es auch untauglich. Wenn es geeignet ist, muss das Berührende mit der Erschwerung des Sündopfers gegessen werden.
Raschi
wenn von seinem Blut auf ein Kleidungsstück spritzt
Wenn vom Blut dieses Opfertieres auf ein Kleidungsstück der Kohanim gespritzt ist, soll jener Blutfleck am Kleidungsstück innerhalb des Vorhofes (עֲזָרָה) des Tempels ausgewaschen werden.
Raschi
worauf es gespritzt ist
אֲשֶׁר יִזֶּה – יְהֵא נִזֶּה „gespritzt wird“. Wie (Ijow 15:29) וְלֹא יִטֶּה לָאָרֶץ מִנְלָם „es neigt sich nicht zur Erde herab ihr Ziel“, [wo das Wort יִטֶּה die Bedeutung hat von יְהֵא נָטוּי], wird herabgeneigt.
Raschi
וּכְלִי־חֶ֛רֶשׂ אֲשֶׁ֥ר תְּבֻשַּׁל־בּ֖וֹ יִשָּׁבֵ֑ר וְאִם־בִּכְלִ֤י נְחֹ֙שֶׁת֙ בֻּשָּׁ֔לָה וּמֹרַ֥ק וְשֻׁטַּ֖ף בַּמָּֽיִם׃
21
21
Das Tongefäß, in dem es gekocht wurde, soll zerbrochen werden; und wenn es in einem kupfernen Gefäß gekocht wurde, dann soll dieses gescheuert und mit Wasser ausgespült werden.
soll zerbrochen werden: weil der Geschmack, der in dasselbe eingedrungen ist, Übriggebliebenes (נוֹתָר) wird. Dasselbe Gesetz [für das Aufsaugen der Fleischsäfte eines Sündopfers] gilt gleichermaßen für alle Opferarten.
Raschi
gescheuert, scheuern: durch kräftiges Reiben säubern.
soll gescheuert werden
מֹרַק vom Ausdruck תַּמְרוּקֵי הַנָּשִׁים „Hautpflege der Frauen“ (Esther 2:12), auf Französisch escurement, „Reinigung“.
Raschi
soll gescheuert und mit Wasser ausgespült werden: um den eingedrungenen Geschmack zu entfernen. Aber für irdenes Geschirr (כְּלֵי חֶרֶס) lehrt dich der Vers hier, dass es niemals aus seinem Geschmack wieder herausgeht (Pessachim 30b).
Raschi
כָּל־זָכָ֥ר בַּכֹּהֲנִ֖ים יֹאכַ֣ל אֹתָ֑הּ קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִׁ֖ים הִֽוא׃
22
22
Jeder Männliche unter den Kohanim esse es; es ist hochheilig.
Jeder Männliche unter den Kohanim esse es: daraus lernst du, dass derjenige, der es zum Sündopfer (Chatat) bereitet, was zuvor steht, nicht andere Kohanim ausschließen will, sondern nur den ausschließt, der nicht zum Dienst geeignet ist.
Raschi
was zuvor steht: „Nur der Kohen, der es zum Sündopfer bereitet, darf es essen“ (Vers 19).
der nicht zum Dienst geeignet ist: dieser Kohen ist nicht zum Dienst geeignet, weil er unrein ist; doch darf ein Kohen mit einem Körperfehler vom Sündopfer essen, wie Raschi in seinem Kommentar zu Vers 11 oben ausführte.
וְכָל־חַטָּ֡את אֲשֶׁר֩ יוּבָ֨א מִדָּמָ֜הּ אֶל־אֹ֧הֶל מוֹעֵ֛ד לְכַפֵּ֥ר בַּקֹּ֖דֶשׁ לֹ֣א תֵאָכֵ֑ל בָּאֵ֖שׁ תִּשָּׂרֵֽף׃ (פ)
23
23
Und jedes Sündopfer, von dessen Blut in das Zelt der Zusammenkunft gebracht wird, um Sühne zu bringen im Heiligtum, soll nicht gegessen werden; im Feuer soll es verbrannt werden.
Und jedes Sündopfer: wenn man vom Blut eines äußeren Sündopfers (חַטָּאת הַחִיצוֹנָה) hineinbringt, wird es untauglich (Sewachim 81b).
Raschi
Und jedes: fügt andere Opfer hinzu.
Raschi
וְאֵ֥ת כָּל־חֶלְבּ֖וֹ יַקְרִ֣יב מִמֶּ֑נּוּ אֵ֚ת הָֽאַלְיָ֔ה וְאֶת־הַחֵ֖לֶב הַֽמְכַסֶּ֥ה אֶת־הַקֶּֽרֶב׃
3
3
Und alles Fett davon soll man darbringen: den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt,
Und alles Fett davon
Weil beim Schuldopfer (Ascham) die Fettstücke noch nicht erklärt sind, muss der Vers sie hier erklären. Aber vom Sündopfer (Chatat) stehen sie schon im Abschnitt Wajikra (4:8).
Raschi
den Fettschwanz
Weil als Schuldopfer (Ascham) nur ein Widder oder ein Lamm gebracht werden kann, und für diese der Fettschwanz hinzugefügt ist.
Raschi
וְהִקְטִ֨יר אֹתָ֤ם הַכֹּהֵן֙ הַמִּזְבֵּ֔חָה אִשֶּׁ֖ה לַיהוָ֑ה אָשָׁ֖ם הֽוּא׃
5
5
Und der Kohen lasse es auf dem Altar verdampfen als Feuergaben für den Ewigen; es ist ein Schuldopfer (Ascham).
es ist ein Schuldopfer: bis er seinen Namen von ihm fortnimmt. Das lehrt, dass man ein Schuldopfer, dessen Eigentümer gestorben sind oder mit einem anderen die Sühne vollzogen haben, nicht ohne weiteres als Ganzopfer schlachten kann, obwohl sein Wert zum Ganzopfer bei unbeschäftigtem Altar bestimmt ist. Es ist zum Ganzopfer nicht geeignet, bevor man es auf die Weide geschickt hat. Es will aber nicht lehren, dass das Schuldopfer untauglich sei, wenn es nicht für seinen Zweck dargebracht wird, wie wir das Wort הוּא (Waj. 4:24), das beim Sündopfer steht, erklärt haben. Weil beim Schuldopfer אָשָׁם הוּא erst nach dem Verdampfen der Opferstücke steht, und wenn selbst die Opferstücke nicht verdampft worden wären, es doch gültig wäre (Sewachim 10b).
Raschi
bei unbeschäftigtem Altar: hebr. קַיִץ הַמִּזְבֵּחַ „Nachtisch des Altars“. קַיִץ sind im Sommer getrocknete Früchte, die als Nachtisch gereicht werden. Der „Nachtisch des Altars“ (קַיִץ הַמִּזְבֵּחַ) bestand aus Olah-Opfern, die aus Gemeinschaftsmitteln erworben wurden; sie wurden dargebracht, sobald der Altar ansonsten ungenutzt blieb.
bevor man es auf die Weide geschickt hat: bis es einen Körperfehler erleidet und nach der Auslösung der Wert zum Ganzopfer verwendet wird.
כָּל־זָכָ֥ר בַּכֹּהֲנִ֖ים יֹאכְלֶ֑נּוּ בְּמָק֤וֹם קָדוֹשׁ֙ יֵאָכֵ֔ל קֹ֥דֶשׁ קָֽדָשִׁ֖ים הֽוּא׃
6
6
Jeder Männliche unter den Kohanim darf es essen; an einem heiligen Ort soll es gegessen werden, es ist hochheilig.
es ist hochheilig
קֹדֶשׁ קָדָשִׁים „hochheilig“, ein heiliges Opfer ersten Ranges. Das wird in Torat Kohanim (7:84) erklärt.
Raschi
כַּֽחַטָּאת֙ כָּֽאָשָׁ֔ם תּוֹרָ֥ה אַחַ֖ת לָהֶ֑ם הַכֹּהֵ֛ן אֲשֶׁ֥ר יְכַפֶּר־בּ֖וֹ ל֥וֹ יִהְיֶֽה׃
7
7
Wie das Sündopfer, so das Schuldopfer: ein und dieselbe Vorschrift gilt für sie beide; der Kohen, der damit sühnt, dem gehört es.
ein und dieselbe Vorschrift: darin.
Raschi
dem Kohen, der damit sühnt: der geeignet ist zur Sühne, erhält Anteil. Das schließt denjenigen aus, der sich an dem Tag erst untergetaucht hat (טְבוּל יוֹם), oder der zur Erlangung der Reinheit noch ein Opfer zu bringen hat (מְחֻסָּר כִּפּוּרִים) oder dem an dem Tag ein naher Verwandter gestorben ist (אוֹנֵן).
Raschi
וְהַ֨כֹּהֵ֔ן הַמַּקְרִ֖יב אֶת־עֹ֣לַת אִ֑ישׁ ע֤וֹר הָֽעֹלָה֙ אֲשֶׁ֣ר הִקְרִ֔יב לַכֹּהֵ֖ן ל֥וֹ יִהְיֶֽה׃
8
8
Und der Kohen, der das Ganzopfer eines Mannes darbringt, die Haut des Ganzopfers, das er dargebracht hat, gehöre ihm, dem Kohen.
die Haut des Ganzopfers, das er dargebracht hat, gehöre ihm, dem Kohen: das schließt [wie zuvor] denjenigen aus, der sich an dem Tag erst untergetaucht hat (טְבוּל יוֹם), oder der zur Erlangung der Reinheit noch ein Opfer zu bringen hat (מְחֻסָּר כִּפּוּרִים) oder dem an dem Tag ein naher Verwandter gestorben ist (אוֹנֵן), dass sie keinen Anteil an den Häuten erhalten.
Raschi
וְכָל־מִנְחָ֗ה אֲשֶׁ֤ר תֵּֽאָפֶה֙ בַּתַּנּ֔וּר וְכָל־נַעֲשָׂ֥ה בַמַּרְחֶ֖שֶׁת וְעַֽל־מַחֲבַ֑ת לַכֹּהֵ֛ן הַמַּקְרִ֥יב אֹתָ֖הּ ל֥וֹ תִֽהְיֶֽה׃
9
9
Und jedes Mehlopfer, das im Ofen gebacken wird, und jedes Mehlopfer, das in der tiefen Pfanne bereitet wurde oder auf der Pfanne – dem Kohen, der es darbringt, ihm soll es gehören.
dem Kohen, der es darbringt, ihm soll es gehören
Ich hätte meinen können – ihm allein; darum heißt es im nächsten Vers „soll allen Söhnen Aharon gehören“. Ich hätte nun meinen können – allen; darum heißt es „dem Kohen, der es darbringt“. Wie ist das also zu verstehen? Dem Vaterhaus des Tages, an dem man es darbringt.
Raschi
Der Begriff בֵּית אָב, wörtl. „Vaterhaus“, bezeichnet eine Großfamilie (siehe Raschi zu Schem. 12:3). Die Kohanim waren in vierundzwanzig Gruppen unterteilt, die מִשְׁמָרוֹת „Wachen“ genannt wurden. Jede dieser Wachen bestand aus jeweils sechs Familiengruppen, die בָּתֵּי אָבוֹת „Großfamilien“. Jede Wache diente im Bet haMikdasch eine Woche lang, zweimal (oder dreimal) im Jahr. Jede Großfamilie war für einen Wochentag zuständig, wobei die jeweilige Aufgabe des Einzelnen bei den regelmäßigen Gemeinschaftsopfern (קָרְבְּנוֹת צִבּוּר תְּמִידִים) durch das Los bestimmt wurde. Am Schabbat nahm die gesamte Wache am Losverfahren teil. Während der Festtage waren alle Kohanim, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu einer Wache, zur Teilnahme am Losverfahren berechtigt.
וְכָל־מִנְחָ֥ה בְלוּלָֽה־בַשֶּׁ֖מֶן וַחֲרֵבָ֑ה לְכָל־בְּנֵ֧י אַהֲרֹ֛ן תִּהְיֶ֖ה אִ֥ישׁ כְּאָחִֽיו׃ (פ)
10
10
Und jedes Mehlopfer, mit Öl eingerührt oder trocken, soll allen Söhnen Aharons gehören, einem wie dem anderen.
mit Öl eingerührt: das ist ein freiwilliges Mehlopfer.
Raschi
trocken das ist das Mehlopfer eines Sünders und das Mehlopfer der Eiferung (מִנְחַת קְנָאוֹת), an denen kein Öl ist.
Raschi
Mehlopfer der Eiferung: das Mehlopfer der Sota, die von ihrem Mann des Ehebruchs verdächtigt und zum Bet haMikdasch gebracht wird, um mit dem „bitteren Wasser“ geprüft zu werden; siehe Bamidbar 5:15.