זֹ֤את תִּֽהְיֶה֙ תּוֹרַ֣ת הַמְּצֹרָ֔ע בְּי֖וֹם טָהֳרָת֑וֹ וְהוּבָ֖א אֶל־הַכֹּהֵֽן׃
2
2
Das sei die Vorschrift für den Aussätzigen, am Tag, an dem er rein wird: Er soll zum Kohen gebracht werden.
Das sei die Vorschrift … am Tag …
Das lehrt, dass man ihn bei Tag und nicht bei Nacht reinigt (Torat Kohanim, Megilla 21a).
Raschi
וְיָצָא֙ הַכֹּהֵ֔ן אֶל־מִח֖וּץ לַֽמַּחֲנֶ֑ה וְרָאָה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְהִנֵּ֛ה נִרְפָּ֥א נֶֽגַע־הַצָּרַ֖עַת מִן־הַצָּרֽוּעַ׃
3
3
Der Kohen gehe außerhalb des Lagers, und sieht der Kohen, dass der Aussatzschaden an dem Aussätzigen geheilt ist,
außerhalb des Lagers
Außerhalb der drei Lager, wohin er in der Zeit seiner Unreinheit geschickt wurde.
Raschi
Das Lager Israels in der Wüste umschloss drei Bereiche: Das Mischkan mit dem Vorhof im Zentrum bildete das „Lager der Schechina“. Ringsum schloss sich das „Lager der Leviim“ an. Den äußeren Ring bildete das „Lager Israels“, in dem das übrige Volk lagerte.
Wer durch eine Leiche unrein war, wurde nur aus dem Lager der Schechina geschickt, durfte aber im Lager der Leviim und im Lager Israels bleiben. Ein Mensch mit Ausfluss (זָּב) wurde aus dem Lager der Schechina und dem Lager der Leviim geschickt, durfte aber im Lager Israels bleiben. Der Mensch mit Aussatz, er wurde aus allen drei Lagern geschickt und durfte nicht einmal im Lager Israels verbleiben.
Siehe Raschi zu Bamidbar 5:2
Obwohl der vohergehende Vers für den Aussätzigen anweist, „er soll zum Kohen gebracht werden“, stellt dieser Vers klar, dass das keinen Zutritt zum Lager erlaubt. Der Kohen entscheidet über die Reinheit und sucht den Aussätzigen deshalb außerhalb des Lagers auf.
Ramban
וְצִוָּה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְלָקַ֧ח לַמִּטַּהֵ֛ר שְׁתֵּֽי־צִפֳּרִ֥ים חַיּ֖וֹת טְהֹר֑וֹת וְעֵ֣ץ אֶ֔רֶז וּשְׁנִ֥י תוֹלַ֖עַת וְאֵזֹֽב׃
4
4
dann befehle der Kohen, dass man für den, der sich reinigen lässt, zwei lebende reine Vögel bringe, Zedernholz, karmesinrote Wolle und Ysop.
lebende Vögel: das schließt solche aus, die tödlich verletzt sind (טְרֵפוֹת).
Raschi
reine: das schließt einen zum Genuss verbotenen Vogel aus (עוֹף טָמֵא). Weil die Aussatzschäden wegen böser Rede (לָשׁוֹן הָרַע) kommen, das sind geplapperte und geflüsterte Worte, darum sind zu seiner Reinigung Vögel nötig, die auch ständig mit zwitschernder Stimme erzählen (Erechin 16b).
Raschi
Zedernholz: weil die Aussatzschäden wegen Hochmut kommen (Erechin 16a).
Raschi
Der Mensch verfällt in üble Nachrede, wenn er sich in Hochmut über andere erhebt. Die Tora schreibt deshalb vor, dass er vom hochgewachsenen Zedernbaum bringe, um ihm den Ursprung seiner Verfehlung – den Hochmut – vor Augen zu führen.
Midrasch Tanchuma
karmesinrote Wolle und Ysop
וּשְׁנִי תוֹלַעַת וְאֵזֹב „karmesinrote Wolle und Ysop“. Was soll er tun, um geheilt zu werden? Er demütige sich von seiner Arroganz wie ein Wurm (כְּתוֹלַעַת – שְׁנִי תוֹלַעַת) und wie Ysop.
Raschi
Der Wurm und der niedrige Ysop mahnen zu Demut und Bescheidenheit, den notwendigen Tugenden, um sich künftig vor der Sünde der bösen Rede (לָשׁוֹן הָרָע) fernzuhalten.
Schmirat haLaschon II, Kap. 16
Zedernholz: ein Stock aus Zedernholz.
Raschi
Ysop: der wilde Majoran. Die Zeder gilt als die vornehmste, der Ysop als die niedrigste Pflanze (siehe 1 Kön. 5:13).
karmesinrote Wolle: ein Streifen karmesinrot gefärbter Wolle.
Raschi
karmesinrote Wolle
שׇׁנִי bedeutet „rot gefärbte Wolle“, wie es heißt (Jesch. 1:18) אִם יִהְיוּ חֲטָאֵיכֶם כַּשָּׁנִים כַּשֶּׁלֶג יַלְבִּינוּ „Wenn eure Sünden ⟨rot⟩ wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden.“ Und שְׁנִי תוֹלַעַת bedeutet, dass die Wolle mit Farbe gefärbt wurde, die aus hochroten Körnern gewonnen wird, die in Würmern zu finden sind.
Leket Bahir, Rambam: Para Aduma 3:2, Raschi zu Jesch. 1:18
וְצִוָּה֙ הַכֹּהֵ֔ן וְשָׁחַ֖ט אֶת־הַצִּפּ֣וֹר הָאֶחָ֑ת אֶל־כְּלִי־חֶ֖רֶשׂ עַל־מַ֥יִם חַיִּֽים׃
5
5
Und der Kohen befehle, dass man den einen Vogel über frischem Wasser schlachte, das in einem Gefäß aus Ton ist.
frisches Wasser
מַיִם חַיִּים, wörtl. „lebendes Wasser“: Quellwasser. Es wird im Hebräischen „lebendes Wasser“ genannt, denn so wie das Lebende sich ohne Unterlass bewegt, so sprudelt dieses Wasser ständig aus seiner Quelle.
Malbim
über frischem Wasser
Er tut es zuerst in das Gefäß, und zwar so viel, dass das Blut des Vogels noch darin zu erkennen ist. Wieviel ist das? Ein Viertel.
Raschi
Viertel: ein Viertel (רְבִיעִית) eines Log.
אֶת־הַצִּפֹּ֤ר הַֽחַיָּה֙ יִקַּ֣ח אֹתָ֔הּ וְאֶת־עֵ֥ץ הָאֶ֛רֶז וְאֶת־שְׁנִ֥י הַתּוֹלַ֖עַת וְאֶת־הָאֵזֹ֑ב וְטָבַ֨ל אוֹתָ֜ם וְאֵ֣ת ׀ הַצִּפֹּ֣ר הַֽחַיָּ֗ה בְּדַם֙ הַצִּפֹּ֣ר הַשְּׁחֻטָ֔ה עַ֖ל הַמַּ֥יִם הַֽחַיִּֽים׃
6
6
Den lebenden Vogel, den nehme er und das Zedernholz mit der karmesinroten Wolle und dem Ysop, und tauche das mit dem lebenden Vogel in das Blut des über dem frischen Wasser geschlachteten Vogels.
Den lebenden Vogel, den nehme er
Das lehrt, dass er ihn nicht mit jenen zusammenbindet, sondern ihn für sich trennt. Aber das Holz und der Ysop werden mit der roten Schnur zusammengebunden, wie es heißt וְאֶת עֵץ הָאֶרֶז וְאֶת שְׁנִי הַתּוֹלַעַת וְאֶת הָאֵזֹב „und das Zedernholz und die rote Schnur und den Ysop“, ein Nehmen für alle drei. Nun hätte ich meinen können, wie er nicht dazu gebunden wird, so soll er auch nicht miteingetaucht werden (טְבִילָה), darum steht וְטָבַל אוֹתָם וְאֵת הַצִּפֹּר הַחַיָּה „er tauche sie ein mit dem lebenden Vogel“, zum Eintauchen vereinigt er den Vogel wieder mit ihnen.
Raschi
וְכִבֶּס֩ הַמִּטַּהֵ֨ר אֶת־בְּגָדָ֜יו וְגִלַּ֣ח אֶת־כָּל־שְׂעָר֗וֹ וְרָחַ֤ץ בַּמַּ֙יִם֙ וְטָהֵ֔ר וְאַחַ֖ר יָב֣וֹא אֶל־הַֽמַּחֲנֶ֑ה וְיָשַׁ֛ב מִח֥וּץ לְאָהֳל֖וֹ שִׁבְעַ֥ת יָמִֽים׃
8
8
Dann wasche der, der sich reinigen lässt, seine Kleidung, schere sein ganzes Haar und tauche seinen Körper in Wasser einer Mikwe, dann wird er rein; danach darf er ins Lager kommen, muss aber sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben.
tauche seinen Körper in Wasser
וְרָחַץ בַּמַּיִם bedeutet das Untertauchen im Wasser einer Mikwe.
Negaim 14:2
tauche seinen Körper in Wasser
Der Vers lehrt, dass er keine Arzneien und Wirkstoffe benötigt, um geheilt zu werden, sondern bloß das Untertauchen im reinigenden Wasser der Mikwe.
Abarbanel
muss sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben
Das lehrt, dass ihm der Eheverkehr verboten ist.
Raschi
וְהָיָה֩ בַיּ֨וֹם הַשְּׁבִיעִ֜י יְגַלַּ֣ח אֶת־כָּל־שְׂעָר֗וֹ אֶת־רֹאשׁ֤וֹ וְאֶת־זְקָנוֹ֙ וְאֵת֙ גַּבֹּ֣ת עֵינָ֔יו וְאֶת־כָּל־שְׂעָר֖וֹ יְגַלֵּ֑חַ וְכִבֶּ֣ס אֶת־בְּגָדָ֗יו וְרָחַ֧ץ אֶת־בְּשָׂר֛וֹ בַּמַּ֖יִם וְטָהֵֽר׃
9
9
Am siebten Tag schere er sein ganzes Haar: den Kopf, den Bart, die Augenbrauen, sein ganzes Haar soll er scheren; dann wasche er seine Kleidung und bade sich in Wasser, dann wird er rein.
sein ganzes Haar
Es steht hier erst ein umfassender Ausdruck und dann Beispiele und dann wieder ein umfassender Ausdruck, um hinzuzufügen: jede Stelle, an der Haar angesammelt und sichtbar ist (Sota 16a).
Raschi
וּבַיּ֣וֹם הַשְּׁמִינִ֗י יִקַּ֤ח שְׁנֵֽי־כְבָשִׂים֙ תְּמִימִ֔ים וְכַבְשָׂ֥ה אַחַ֛ת בַּת־שְׁנָתָ֖הּ תְּמִימָ֑ה וּשְׁלֹשָׁ֣ה עֶשְׂרֹנִ֗ים סֹ֤לֶת מִנְחָה֙ בְּלוּלָ֣ה בַשֶּׁ֔מֶן וְלֹ֥ג אֶחָ֖ד שָֽׁמֶן׃
10
10
Und am achten Tag nehme er zwei Schafe ohne Fehler und ein im ersten Jahr stehendes weibliches Schaf ohne Fehler, drei Zehntel feines Mehl, mit Öl gemengt, zum Mehlopfer (mincha), und ein Log Öl.
weibliches Schaf: zum Sündopfer (חַטָּאת).
Raschi
drei Zehntel: zu den Gussopfern (נְסָכִים) dieser drei Schafe. Denn für das Sündopfer und das Schuldopfer des Aussätzigen sind Gussopfer vorgeschrieben (Menachot 91a).
Raschi
Log: ein Hohlmaß für Flüssigkeiten. Es entspricht dem Volumen von sechs Eiern (umgerechnet 345 ml).
und ein Log Öl: um sieben Mal auf ihn zu sprengen und davon auf den Knorpel seines Ohres zu bringen und für die Gabe auf die Daumen.
Raschi
וְהֶעֱמִ֞יד הַכֹּהֵ֣ן הַֽמְטַהֵ֗ר אֵ֛ת הָאִ֥ישׁ הַמִּטַּהֵ֖ר וְאֹתָ֑ם לִפְנֵ֣י יְהוָ֔ה פֶּ֖תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵֽד׃
11
11
Und der reinigende Kohen stelle sie und den sich reinigenden Mann vor den Ewigen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.
vor den Ewigen: ins Nikanortor und nicht in den Vorhof (עֲזָרָה) selbst, weil er zur Erlangung der Reinheit noch ein Opfer zu bringen hat.
Raschi
Das Nikanortor befand sich am östlichen Eingang des Vorhofes. Wer dort steht, wird als „vor dem Ewigen“ betrachtet, weil er dem Eingang des Bet haMikdasch gegenübersteht.
Minchat Jehuda, Sifte Chachamim
וְלָקַ֨ח הַכֹּהֵ֜ן אֶת־הַכֶּ֣בֶשׂ הָאֶחָ֗ד וְהִקְרִ֥יב אֹת֛וֹ לְאָשָׁ֖ם וְאֶת־לֹ֣ג הַשָּׁ֑מֶן וְהֵנִ֥יף אֹתָ֛ם תְּנוּפָ֖ה לִפְנֵ֥י יְהוָֽה׃
12
12
Dann nehme der Kohen das eine Schaf und bringe es als Schuldopfer (Ascham) dar, neben dem Log Öl, und er mache mit ihnen eine Schwingung vor dem Ewigen.
und bringe es als Schuldopfer dar: bringe es in den Vorhof (עֲזָרָה) zum Zweck eines Schuldopfers, um es zu schwingen, denn [anders als andere Opferungen muss dieses Schuldopfer des Aussätzigen] lebend geschwungen werden (Menachot 61a).
Raschi
mache mit ihnen eine Schwingung: mit dem Schuldopfer und dem Log Öl.
Raschi