וְיָצָ֗א אֶל־הַמִּזְבֵּ֛חַ אֲשֶׁ֥ר לִפְנֵֽי־יְהוָ֖ה וְכִפֶּ֣ר עָלָ֑יו וְלָקַ֞ח מִדַּ֤ם הַפָּר֙ וּמִדַּ֣ם הַשָּׂעִ֔יר וְנָתַ֛ן עַל־קַרְנ֥וֹת הַמִּזְבֵּ֖חַ סָבִֽיב׃
18
18
Und Aharon gehe hervor zu dem Altar, der vor dem Ewigen ist, und versöhne auf ihm und nehme von dem Blut des Stieres und von dem Blut des Bockes und gebe es an die Hochecken des Altars ringsum.
zu dem Altar, der vor dem Ewigen ist
Das ist der goldene Altar (מִזְבַּח הַזָּהָב), der vor dem Ewigen im Heiligtum stand. Und was lehrt uns וְיָצָא „gehe hervor“? Weil er die Besprengungen gegen den Vorhang (פָּרֹכֶת) vollzogen hat und dabei innerhalb (westlich) des Altares stand und besprengte, bei den Gaben für den Altar aber der Vers ihm vorschreibt, sich außerhalb des Altares zu begeben und an der Nordostecke zu beginnen (Torat Kohanim, Joma 58b).
Raschi
und dabei innerhalb: Der Kohen Gadol sprengte das Blut während er westlich des Altars stand, direkt vor dem Vorhang.
außerhalb des Altares zu begeben: zum Teil des Ohel Moed, das außerhalb des Altares ist, in Richtung Eingang des Ohel Moed.
und versöhne auf ihm
Worin besteht die Sühne? Er nimmt vom Blut des Stieres und vom Blut des Ziegenbockes, beide miteinander vermischt (Joma 57b).
Raschi
וְהִזָּ֨ה עָלָ֧יו מִן־הַדָּ֛ם בְּאֶצְבָּע֖וֹ שֶׁ֣בַע פְּעָמִ֑ים וְטִהֲר֣וֹ וְקִדְּשׁ֔וֹ מִטֻּמְאֹ֖ת בְּנֵ֥י יִשְׂרָאֵֽל׃
19
19
Und er sprenge auf den Altar von dem Blut mit seinem Finger sieben Mal und so reinigt und heiligt er ihn von den Unreinheiten der Kinder Israel.
Und er sprenge auf den Altar von dem Blut
Nachdem er die Gaben mit dem Finger auf die Hochecken gebracht hat, sprenge er sieben Sprengungen auf die obere Fläche.
Raschi
so reinigt er ihn wegen der Vergangenheit,
und heiligt ihn für die Zukunft.
Raschi
וְסָמַ֨ךְ אַהֲרֹ֜ן אֶת־שְׁתֵּ֣י ידו [יָדָ֗יו] עַ֨ל רֹ֣אשׁ הַשָּׂעִיר֮ הַחַי֒ וְהִתְוַדָּ֣ה עָלָ֗יו אֶת־כָּל־עֲוֺנֹת֙ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֔ל וְאֶת־כָּל־פִּשְׁעֵיהֶ֖ם לְכָל־חַטֹּאתָ֑ם וְנָתַ֤ן אֹתָם֙ עַל־רֹ֣אשׁ הַשָּׂעִ֔יר וְשִׁלַּ֛ח בְּיַד־אִ֥ישׁ עִתִּ֖י הַמִּדְבָּֽרָה׃
21
21
Und Aharon stütze seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes und bekenne über ihn alle Vergehungen der Kinder Israel und alle ihre Missetaten in allen ihren Sünden; und so lege er sie auf den Kopf des Bockes und schicke ihn fort durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste.
einen bereitstehenden Mann
אִישׁ עִתִּי „bereitstehender Mann“: der vom Tag vorher dazu bestimmt ist.
Raschi
einen bereitstehenden Mann
אִישׁ עִתִּי, der zu jeder Zeit (עֵת) bereitsteht. [Saadia Gaon]
אִישׁ עִתִּי, der die Wege und Wüsten kennt und jederzeit bereit steht, ausgeschickt zu werden. [Raschbam]
אִישׁ עִתִּי, ein Mann, dessen Stunde gekommen ist. Wer den Bock in die Wüste brachte, überlebte das Jahr nicht. Deshalb wählte man eine Person, dessen Ende gekommen war.
Chiskuni
וְנָשָׂ֨א הַשָּׂעִ֥יר עָלָ֛יו אֶת־כָּל־עֲוֺנֹתָ֖ם אֶל־אֶ֣רֶץ גְּזֵרָ֑ה וְשִׁלַּ֥ח אֶת־הַשָּׂעִ֖יר בַּמִּדְבָּֽר׃
22
22
Und so trage der Bock auf sich alle ihre Vergehungen in ein abgeschnittenes Land; und er schicke den Bock in die Wüste.
ein abgeschnittenes Land
אֶרֶץ גְּזֵרָה – חֲתוּכָה „ein abgeschnittenes Land“, unzugänglich, eine von der menschlichen Gesellschaft abgeschnittene, unbesuchte Gegend.
Siehe Raschi zu Wajikra 16:8
וּבָ֤א אַהֲרֹן֙ אֶל־אֹ֣הֶל מוֹעֵ֔ד וּפָשַׁט֙ אֶת־בִּגְדֵ֣י הַבָּ֔ד אֲשֶׁ֥ר לָבַ֖שׁ בְּבֹא֣וֹ אֶל־הַקֹּ֑דֶשׁ וְהִנִּיחָ֖ם שָֽׁם׃
23
23
Und Aharon komme in das Zelt der Zusammenkunft und ziehe die Leinen-Kleidung aus, die er angezogen hatte, als er in das Heiligtum ging, und lege sie dort nieder.
Und Aharon komme in das Zelt der Zusammenkunft
Unsere Lehrer sagen, hier ist nicht der Platz dieses Verses, und sie begründen ihre Worte in der Gemara Joma (32a): Der ganze Abschnitt ist nach der Reihenfolge geordnet außer diesem Hineingehen des Kohen, das erst nach der Bereitung seines Widders und des Widders des Volkes und dem Verdampfen der Fettstücke des Stieres und des Ziegenbockes stattfand, was alles draußen in den goldenen Kleidern geschah; erst nach all diesem tauchte er sich im Wasser unter, heiligte Hände und Füße, zog die goldenen Kleider aus und zog die weißen Kleider an und ging ins Zelt der Zusammenkunft, um den Becher und die Pfanne herauszuholen, worin er das Ketoret im Allerheiligsten verdampft hatte.
Raschi
und ziehe die Leinen-Kleidung aus: nachdem er Becher und Pfanne herausgeholt hat, und ziehe die goldenen Kleider an für das tägliche Nachmittagsopfer (תָּמִיד שֶׁל בֵּין הָעַרְבַּיִם).
Und folgendes ist die Reihenfolge des Dienstes: das tägliche Morgenopfer in goldenen Kleidern; der Dienst des inneren Stieres und Ziegenbockes und das Ketoret auf der Pfanne in weißen Kleidern; sein Widder und der Widder des Volkes und ein Teil der Mussafopfer in goldenen Kleidern; das Herausholen von Becher und Pfanne in weißen Kleidern; die übrigen Mussafopfer, das tägliche Nachmittagsopfer und das Ketoret im Heiligtum auf dem inneren Altar in goldenen Kleidern; und die Reihenfolge ist somit folgende: וְשִׁלַּח אֶת הַשָּׂעִיר בַּמִּדְבָּר „er schicke den Ziegenbock in die Wüste“ (Vers 22); וְרָחַץ אֶת בְּשָׂרוֹ בַמַּיִם גו׳ וְיָצָא וְעָשָׂה אֶת עוֹלָתוֹ וגו׳, „tauche sich im Wasser unter … gehe hinaus und bereite sein Ganzopfer“ (Vers 24), וְאֶת חֵלֶב הַחַטָּאת „und das Fett des Sündopfers“ (Vers 25), und dann der ganze Abschnitt bis וְאַחֲרֵי כֵן יָבֹא אֶל הַמַּחֲנֶה „komme er ins Lager“ (Vers 28); und dann dieser Vers 23 וּבָא אַהֲרֹן „Und Aharon komme“.
Raschi
und lege sie dort nieder
Das lehrt, dass sie verborgen werden müssen und er jene vier Kleidungsstücke an einem anderen Jom Kippur nicht wieder benutzen darf (Joma 12b).
Raschi
וְרָחַ֨ץ אֶת־בְּשָׂר֤וֹ בַמַּ֙יִם֙ בְּמָק֣וֹם קָד֔וֹשׁ וְלָבַ֖שׁ אֶת־בְּגָדָ֑יו וְיָצָ֗א וְעָשָׂ֤ה אֶת־עֹֽלָתוֹ֙ וְאֶת־עֹלַ֣ת הָעָ֔ם וְכִפֶּ֥ר בַּעֲד֖וֹ וּבְעַ֥ד הָעָֽם׃
24
24
Er tauche zuvor seinen Körper im Wasser einer Mikwe unter an einem heiligen Ort und ziehe seine Kleidung an, dann gehe er hinaus und opfere sein Ganzopfer (Olah) und das Ganzopfer des Volkes und versöhne für sich und für das Volk.
Er tauche seinen Körper im Wasser unter
Oben lernen wir von (Vers 4) וְּרָחַץ אֶת בְּשָׂרוֹ וּלְבֵשָׁם „er tauche sich im Wasser unter und ziehe sie an“, dass er sich untertauchen muss, wenn er von den goldenen Kleidern auf die weißen Kleidern wechselt, denn bei jenem Untertauchen zieht er die goldenen Kleider aus, in denen er den Dienst des täglichen Morgenopfers verrichtet hat, und zieht die weißen Kleider zum Dienst des Tages an; und hier lernen wir, dass er sich untertauchen muss, wenn er von den weißen Kleidern auf die goldenen wechselt (Joma 32a).
Raschi
an einem heiligen Ort: der die Heiligkeit des Vorhofes besitzt (קְדֻשַּׁת עֲזָרָה); [diese Mikwe] war auf dem Dach der Halle Bet haParwa.
Ebenso alle vier Untertauchungen, die für diesen Tag vorgeschrieben waren; aber das erste [Untertauchen des Tages, das nicht auf Jom Kippur beschränkt war, sondern jeden Tag ausgeführt wurde,] war auf nichtheiligem Boden (Joma 30a).
Raschi
und ziehe seine Kleidung an: die acht Kleidungsstücke, mit denen er alle Tage im Jahr den Dienst ausführt.
Raschi
gehe er hinaus: aus dem Heiligtum in den Hof, wo der Ganzopferaltar steht.
Raschi
und opfere sein Ganzopfer: den Widder als Ganzopfer, der oben erwähnt ist (Vers 3) בְּזֹאת יָבֹא אַהֲרֹן וגו׳ „damit komme Aharon“.
Raschi
und das Ganzopfer des Volkes: den Widder als Ganzopfer, der oben erwähnt ist (Vers 5) וּמֵאֵת עֲדַת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וגו׳ „und von der Gemeinde der Kinder Israel“.
Raschi