אִ֥ישׁ אִישׁ֙ מִבֵּ֣ית יִשְׂרָאֵ֔ל אֲשֶׁ֨ר יִשְׁחַ֜ט שׁ֥וֹר אוֹ־כֶ֛שֶׂב אוֹ־עֵ֖ז בַּֽמַּחֲנֶ֑ה א֚וֹ אֲשֶׁ֣ר יִשְׁחַ֔ט מִח֖וּץ לַֽמַּחֲנֶֽה׃
3
3
Jeder Mensch aus dem Haus Israel, der einen Ochsen oder ein Schaf oder eine Ziege im Lager schlachtet, oder der diese Tiere außerhalb des Lagers schlachtet,
der einen Ochsen oder ein Schaf oder eine Ziege schlachtet
Der Vers spricht von Opfern, denn es steht (im nächsten Vers) לְהַקְרִיב קָרְבָּן „um es als Opfer darzubringen“.
Raschi
im Lager: außerhalb des Vorhofes (עֲזָרָה). (Sewachim 107b)
Raschi
וְאֶל־פֶּ֜תַח אֹ֣הֶל מוֹעֵד֮ לֹ֣א הֱבִיאוֹ֒ לְהַקְרִ֤יב קָרְבָּן֙ לַֽיהוָ֔ה לִפְנֵ֖י מִשְׁכַּ֣ן יְהוָ֑ה דָּ֣ם יֵחָשֵׁ֞ב לָאִ֤ישׁ הַהוּא֙ דָּ֣ם שָׁפָ֔ךְ וְנִכְרַ֛ת הָאִ֥ישׁ הַה֖וּא מִקֶּ֥רֶב עַמּֽוֹ׃
4
4
und es nicht zum Eingang des Zeltes der Zusammenkunft bringt, um es als Opfer darzubringen dem Ewigen vor dem Mischkan des Ewigen, dann soll es ihm als Blutschuld angerechnet werden, das Blut, das er vergossen hat; und ausgerottet werde dieser Mensch aus der Mitte seines Volkes.
soll es ihm als Blutschuld angerechnet werden: als ob er das Blut eines Menschen vergossen hätte, wodurch er des Todes schuldig wird (חַייָב מִיתָה).
Raschi
das Blut, das er vergossen hat
Das fügt den hinzu, der außerhalb des Vorhofes Blut sprengt (Sewachim 107a).
Raschi
לְמַעַן֩ אֲשֶׁ֨ר יָבִ֜יאוּ בְּנֵ֣י יִשְׂרָאֵ֗ל אֶֽת־זִבְחֵיהֶם֮ אֲשֶׁ֣ר הֵ֣ם זֹבְחִים֮ עַל־פְּנֵ֣י הַשָּׂדֶה֒ וֶֽהֱבִיאֻ֣ם לַֽיהוָ֗ה אֶל־פֶּ֛תַח אֹ֥הֶל מוֹעֵ֖ד אֶל־הַכֹּהֵ֑ן וְזָ֨בְח֜וּ זִבְחֵ֧י שְׁלָמִ֛ים לַֽיהוָ֖ה אוֹתָֽם׃
5
5
Damit die Kinder Israel ihre Opfer heranführen, die sie auf freiem Feld schlachten, und sie es dem Ewigen hinbringen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft zu dem Kohen und sie als Friedensopfer (Schlamim) schlachten dem Ewigen.
die sie schlachten: die sie zu schlachten pflegten.
Raschi
וְזָרַ֨ק הַכֹּהֵ֤ן אֶת־הַדָּם֙ עַל־מִזְבַּ֣ח יְהוָ֔ה פֶּ֖תַח אֹ֣הֶל מוֹעֵ֑ד וְהִקְטִ֣יר הַחֵ֔לֶב לְרֵ֥יחַ נִיחֹ֖חַ לַיהוָֽה׃
6
6
Und der Kohen sprenge das Blut auf den Altar des Ewigen am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft und er lasse das Fett verdampfen zum lieblichen Duft, dem Ewigen zu Ehren.
sprengen: etwas mit Flüssigkeit besprühen.
וְלֹא־יִזְבְּח֥וּ עוֹד֙ אֶת־זִבְחֵיהֶ֔ם לַשְּׂעִירִ֕ם אֲשֶׁ֛ר הֵ֥ם זֹנִ֖ים אַחֲרֵיהֶ֑ם חֻקַּ֥ת עוֹלָ֛ם תִּֽהְיֶה־זֹּ֥את לָהֶ֖ם לְדֹרֹתָֽם׃
7
7
Und sie sollen nicht weiter schlachten ihre Opfer den Dämonen, denen sie nachirren. Ein ewiges Gesetz ist das ihnen für ihre künftigen Generationen.
den Dämonen
לַשְּׂעִירִם – לַשֵּׁדִים, den Dämonen [opfern], wie (Jesch. 13:21) וּשְׂעִירִים יְרַקְּדוּ שָׁם „und Dämonen tanzen dort“.
Raschi
den Dämonen
Ähnlich steht (Jesch. 13:21) וּשְׂעִירִים יְרַקְּדוּ שָׁם „und Dämonen tanzen dort“, eine Strafprophezeiung über Bawel, deren Land zerstört und wüst sein wird, bis sogar die Tiere des Waldes dort wohnen und die Dämonen tanzen.
Der vorliegende Vers bedeutet: Solange das Volk Israel Opfer auf offenem Feld schlachtete, gab es manche, die sündigten und den Dämonen opferten. Doch jetzt, da alle Opfer zum Mischkan gebracht werden, werden auch sie von ihrer Sünde ablassen.
Raschbam
Und sie sollen nicht weiter schlachten ihre Opfer den Dämonen
Anschließend an den Abschnitt über den Bock, der in die Wüste geschickt wurde (שָֹּׂעִיר לַעֲזָאזֵל) stellt die Tora diesen Abschnitt: Damit die Ketzer nicht behaupten können, der Bock für die Wüste sei den Dämonen (שְּׂעִירִם) gewidmet, G‑tt behüte. Die Tora warnt auch gleich vor dem Schlachten eines Opfers außerhalb des Mischkan (שְׁחִיטַת חוּץ) und zeigt im Gegenteil: G‑tt verbietet ein Opfern den Dämonen, dem sie in der Vergangenheit gefrönt hatten, wie es in diesem Vers heißt וְלֹא עוֹד „nicht weiter“.
Kli Jakar
Dämone
Das hebräische Wort שְּׂעִירִם spielt auf böse Geister in der Gestalt von Ziegenböcken („Bocksdämone“) an. Warum werden die Dämonen mit einem Ziegenbock verglichen?
Weil Dämonen die Gestalt von Ziegenböcken haben für diejenigen, die daran glauben. [Radak]
Weil die Dämonen keine Ruhe kennen, sondern unruhig umherwirbeln wie Ziegenböcke. [Ha’amek Dawar]
Weil sie in den unbewohnten Wüsten leben und an den nördlichen Enden der Welt, wo aufgrund der extremen Kälte niemand leben kann. [Rabbenu Bechaje]
Sie werden nicht mit Ziegenböcken verglichen, sondern die Bezeichnung שְּׂעִירִם kommt vom Begriff ,Haare‘, שֵׂעָר. Denn es stellen sich die Haare auf bei demjenigen, der sie zu Augen bekommt. [Ibn Esra]
Weil die männlichen Dämonen Haare am Kopf haben, die weiblichen Dämonen aber keine Haare am Kopf haben.
Sefer Chassidim
denen sie nachirren
אֲשֶׁר הֵם זֹנִים אַחֲרֵיהֶם „denen sie nachirren“, זְנוּת im Sinn von Fehlschluss, Irrtum, Versagen. [Targum Onkelos; und siehe Raschi zu Jewamot 61a, ד״ה כשמא]
Das Wort זְנוּת bedeutet „abfallen“, und hier: von G‑tt abfallen und den bösen Geistern anhängen. [Mezudat Zion zu Hoschea 1:2]
Die dem Götzendienst folgen, werden זֹנִים genannt, weil sie unter G‑ttes Herrschaft huren in ihrer trügerischen Annahme, die Götzen lenkten die Geschicke der Welt und könnten ihnen helfen. [Saadia Gaon]
Israel in seiner Treue zum Ewigen gleicht einer tugendhaften Gattin. Wendet sich Israel jedoch dem Götzendienst zu, so gleicht es einer Ehefrau, die unter ihrem Mann der Unzucht nachgeht.
Malbim